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17. Juni 2012 ISSN 1436-607X

Magazin der Evangelisch-methodistischen Kirche

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Endlich Ferien: Wie Sie gut in die Urlaubszeit starten Anregend n

Tipps für die Urlaubslektüre. Seite 8

Ermutigend n

Was die OJK beschäftigt. Seite 10

Beängstigend n

Wie Deutschland ohne Ausländer aussehen würde. Seite 20


2 ::: Editorial

So erreichen Sie uns: Redaktion »unterwegs« Telefon 069 242521-150 E-Mail: unterwegs@emk.de Aboservice: 0711 83000-0

kurz gesagt Muslime und Christen feiern

am 17. Juni einen ZDFFernsehgottesdienst in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Kamp-Lintfort. Im Gottesdienst der Baptistengemeinde wirken christliche und muslimische Bergleute mit. Kritik an dem gemeinsamen Gottesdienst hatte es im Vorfeld vom Christlichen Medienverbund KEP gegeben. Die evangelikalen Publizisten sehen in der geplanten Lesung von Korantexten eine Religionsvermischung. Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden wies den Vorwurf zurück. Ein Verbindungsbüro im Heiligen Land planen die

EmK, die Methodistische Kirche in Großbritannien und der Weltrat methodistischer Kirchen. Das Büro soll besonders methodistische Pilger über Fragen des Nahen Ostens informieren. Es wird »unseren Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit zum Ausdruck bringen und unsere Sorge für die Zukunft der kleiner werdenden palästinensischen christlichen Gemeinschaft unterstreichen«, sagte Thomas Kemper, der Generalsekretär der Missionsbehörde der weltweiten EmK. Deutsche Politiker und Medien sollten sich von ra-

dikalen Muslimen nicht einschüchtern lassen. Das fordert der Bonner Islamwissenschaftler Carsten Polanz. Er reagierte damit auf Versuche des nordrhein-westfälischen Innenministers Ralf Jäger (SPD), das Zeigen

i­ slamkritischer Karikaturen zu verbieten. Anfang Mai hatten radikal-islamische Salafisten bei Ausschreitungen in Solingen und Bonn über 30 Polizisten verletzt. Sie reagierten mit Gewalt auf Demonstrationen der Bürgerbewegung »Pro NRW«, deren Anhänger Mohammed-Karikaturen gezeigt hatten. ­Jäger wollte dies anschließend verbieten, unterlag aber vor Gericht. »Mehr als Gold« wollen

­Kirchengemeinden in Großbritannien während der Olympischen Sommerspiele bieten. Die Initiative, die auch von der Britischen Methodistischen Kirche unterstützt wird, bietet zahlreiche Anregungen für Aktionen in Kirchengemeinden während der Olympiade (27. Juli bis 12. August). Die Spiele seien eine einzigartige Möglichkeit für Christen, ihren Glauben zu bezeugen, sagte der Generalsekretär der methodistischen Kirche, Martyn Atkins. www.morethangold.org.uk

Ruth Frey , eine Pionierin der

missionarischen Arbeit unter Kindern in Deutschland, ist am 29. Mai im Alter von 88 Jahren gestorben. Sie wurde überregional bekannt als »Tante Ruth« in der Radiosendung »Die fröhliche Kinderstunde«, die von 1956 bis 1966 einmal pro Woche über Radio Luxemburg ausgestrahlt wurde. Sie ­verfasste auch mehrere Kinder- und Liederbücher. epd/idea/kie

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Foto: Privat / TitelFoto: SXU.

Einfach anfangen Aufbruchsstimmung herrschte vor 20 Jahren in Rio de Janeiro: Zur »Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung« waren neben den staatlichen Delegierten mehr als 2.400 Vertreter von nichtstaatlichen Organisationen zusammengekommen, um über die Zukunft der Welt zu beraten. Vielfach hat seither ein Umdenken stattgefunden – weg von der Fixierung auf Wachstum hin zum nachhaltigen Handeln. Vom 20. bis 22. Juni wird bei der Konferenz »Rio+20« Bilanz gezogen. Anders als vor 20 Jahren sind die Erwartungen allerdings gering: Ernüchtert müssen wir feststellen, dass zwar viele Menschen heute besser leben als vor 20 Jahren, dass aber auch Armut und Umweltzerstörung rasant gewachsen sind. Von einem nachhaltigen Wirtschaften sind wir weltweit gesehen noch weit entfernt. Auf der anderen Seite hat sich viel getan: Rund um den Globus sind Genossenschaften und Initiativen entstanden, die eine andere Art des Wirtschaftens praktizieren – meist lokal oder regional begrenzt, sehr wohl aber mit Modellcharakter. Die »Gemeinwohl-Ökonomie« soll der Gesellschaft als Ganzes dienen, indem sie die sozialen, ökonomischen und ökologischen Folgen wirtschaftlicher Aktivitäten in die Kalkulation einbezieht. Denn Gewinn ist mehr als Geld. Das Schöne ist: Wir können sofort damit anfangen. Ihr Volker Kiemle


Titelthema: Endlich Urlaub! ::: 3

Urlaub – aber richtig! Endlich Urlaub – aber wie gelingt das Abschalten? Und wie kann man ohne Hektik wieder in den Arbeitsalltag einsteigen? Timo Plutschinski gibt Tipps.

Foto: MEV

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er Urlaub hat gerade erst angefangen und mir gehen tausend Gedanken durch den Kopf. Habe ich alles erledigt? Bin ich irgendwem oder irgendetwas nicht gerecht geworden? Ist alles so organisiert, dass meine Kollegen oder Mitarbeiter alleine klarkommen? Ist für die Woche nach dem Urlaub alles vorbereitet? Ich zwinge mich zu innerer Ruhe, die sich leider nur schwer einstellen will. Warum brauchen wir bloß immer so lange zum »Herunterfahren« und quälen uns die erste Urlaubshälfte mit den »Immer-noch-Arbeits«Gedanken und die zweite Hälfte mit den »Schon-wieder-Arbeits«-Gedanken? Manchmal gehen wir früher ins Hotel zurück und erledigen einige Dinge, weil es keinen Zweck hat, unruhig am Strand liegen zu bleiben. Das Weiterarbeiten im Urlaub ist natürlich auch keine Lösung. Auch wenn wir gerne arbeiten, so muss doch irgendwann mal Schluss sein. Unser Energiespeicher ist begrenzt und muss immer wieder gefüllt werden. Und dazu gehört auch das komplette Abschalten von beruflichen Themen. Und das ist zuallererst eine Einstellungssache! Wie oft denken wir selbst im Urlaub, dass wir nicht einfach untätig herumsitzen können. Die Zeit muss doch genutzt werden! Und wir denken, es könnte als Zeichen von Schwäche verstanden werden, wenn wir mal Pause machen. Wer viel schafft, zu dem wird aufgeschaut. Und für Christen gilt doch: »Wer viel schafft, der ehrt

Gott am meisten.« Oder? Diesen Satz habe ich allerdings noch nicht in meiner Bibel entdeckt.

Standby oder Abschalten? Das Problem ist: Wir leben in einer Standby-Gesellschaft. Richtig abgeschaltet wird nie. Selbst am Wochenende und im Urlaub sind E-Mails und Telefonanrufe auf das Handy möglich, machbar und werden oft stillschweigend vorausgesetzt. Unternehmen, die das ihren Mitarbeiter untersagt haben, gehören noch zu den Ausnahmen. Doch wer anspannt, muss auch entspannen können. Darum liegt es an uns, auch gegen alle Widerstände Zeitinseln der Erholung zu schaffen. Das werden die am härtesten umkämpften Zeiten sein. Nicht zuletzt uns selbst gegenüber müssen wir sie gut verteidigen. Gerade wer in sich ruht, kann ausgesprochen aktiv sein, mit langem Atem und klarem Ziel vor Augen. Diese Ruhe ist deswegen so stark und tragfähig, weil sie vom ewigen Gott ausgeht. Sie ist – bildlich gesprochen – nicht die Ruhe vor dem Sturm, sondern – wie der Hebräerbrief ausdrücklich sagt – die Ruhe nach getaner Arbeit. Um in sich zu ruhen, ist es wichtig, Frieden mit der eigenen Vergangenheit gemacht zu haben und mit Unerledigtem entspannt umgehen zu können. Um uns selbst in die richtige Relation zu setzen, textet der Psalmist: »Herr, erinnere mich daran, wie kurz mein Leben ist. Und dass meine Tage gezählt sind, damit ich erkenne, wie vergänglich mein Leben ist« (Psalm 39).

Buchtipp Timo Plutschinski, Büro mit Aussicht – Glauben leben im Berufsalltag SCM-Verlag 2012, 152 Seiten, 13,95 Euro ISBN: 978-3775153744 unterwegs 13/2012 ::: 17. Juni 2012

Timo Plutschinski ist Geschäftsführer von Europartners, einer Vereinigung von christlichen Wirtschaftsverbänden.


4 ::: Titelthema: Endlich Urlaub!

Urlaubszeit: Wenn das Herz Ausgang hat Für viele sind es die schönsten Wochen im Jahr. Im Strandkorb lesen, in den Bergen wandern oder interessante Städte erkunden. Was macht einen gelungenen Urlaub eigentlich aus? Gibt es in der Bibel und in unserem Glauben Anhaltspunkte, wie man Ferien macht? Hans-Dieter Stolze hat sich auf die Suche gemacht und ist fündig geworden.

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einz Erhard beschreibt in einem Gedicht einen Spaziergang durch einen Urwald. Es schließt mit zwei Zeilen, inhaltlich typisch für den großen Humoristen: »Und an den Bäumen, Blatt für Blatt, hängt Urlaub. Schön, dass man ihn hat!« Die letzte Aussage kann wahrscheinlich eine große Mehrheit der Menschen hierzulande und heutzutage unterschreiben. Wer von denen, die arbeiten, sehnt sich nicht nach freien Zeiten im Jahr? Welche Schulkinder freuen sich nicht auf die Ferien? Dann kann man abschalten, ausspannen, die »Seele baumeln« lassen, eine Auszeit vom Üblichen nehmen.

Aussage in diesem Zusammenhang – ruhte am siebten Tage, nachdem er die Schöpfung vollendet hatte (1.Mose 2,2). Zum anderen ist es das Unterwegssein. In der Gleichniserzählung vom barmherzigen Samariter sind Priester und Levit auf dem Rückweg von ihrem Dienst im Tempel zum Feierabend in ihrem Wohnort Jericho, antike Pendler (Lukas 15). Sie waren unterwegs zwischen Arbeit und Ausruhen. Von Urlaubsreisen jedoch, wie sie heute üblich sind, ist in der Bibel nie die Rede. Geschäfts- und Missionsreisen wurden absolviert, Menschen waren auf der Flucht oder beim Weidewechsel unterwegs, doch nie in Sachen Urlaub. Biblische Antworten und Anweisungen, wie Christen sich im Urlaub zu verhalten haben, können wir somit nicht erwarten. Die Frage aber ist heute aktuell: Wie wird der Urlaub erholsam?

Urlaub – in Vergangenheit und Bibel Das Wort Urlaub bedeutete ursprünglich »Erlaubnis«. Höherstehende etwa erlaubten einem Abhängigen einen freien Tag, eine Dame einem Ritter, dass er sich entfernen durfte. Das Wort Ferien stammt aus dem La- Ein altes Lied modern gedeutet teinischen, »feriae« waren Fest- und Ruhetage, ge- Ein Lied aus dem Gesangbuch gibt uns einen Hinweis, schäfts- und gerichtsfrei. Urlaub nach heutiger Praxis was Urlaub ausmacht. »Geh aus, mein Herz, und suist eine recht junge Errungenschaft. Erst seit den che Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes 1920er Jahren gibt es in DeutschGaben …«, so beginnt Paul Gerland einen festen Urlaubsanspruch. hardts Choral (EM 110). Es folgen Vorher konnten nur Beamte eine »Enge mit Weite tauschen, 14 Strophen. Das Herz, wie der derartige Regelung in Anspruch es im Jahr 1653 noch ausBegrenztheit mit Freiheit.« Dichter nehmen. Heute sind sechs Wochen drücken konnte, das Innerste also, jährlich das Übliche. hat Ausgang. Diese Redewendung Und wie sah es in biblischen Zeiten aus? Was wir betrifft ursprünglich Menschen, die in einem bestimmUrlaub nennen, gehörte damals – sowohl in Israel als ten, begrenzten Bereich leben, den sie für kürzere Zeit auch in der gesamten Antike – noch nicht zum Leben. verlassen dürfen: Soldaten, Gefangene, Patienten. FreiUrlaub und Ferien sind keine biblischen Vokabeln. Im- gang – so heute bei Häftlingen – oder Ausgang zu hamerhin spielen zwei Tatbestände, die für den Urlaub ben, empfinden sie so, dass sie Enge mit Weite, Bewesentlich sind, durchaus eine Rolle in der Bibel. Ein- grenztheit mit Freiheit tauschen. Manchmal ist die mal ist es die Ruhe. Philemon, nach dem der kürzeste ganze Sehnsucht darauf gerichtet, wenn schon nicht Paulusbrief genannt ist, konnte faulenzen, während endgültig frei oder gesund zu sein, so doch endlich sein Sklave Onesimus arbeitete. Reiche konnten es sich zwischendurch Ausgang zu bekommen, die Erlaubnis leisten, sich Hobbies oder dem Nichtstun hinzugeben zu etwas anderem, zu etwas Besonderem. oder ihre Sommerhäuser aufzusuchen. Jedenfalls sehnen sich viele Menschen nach dem Als die Jünger von einer Art Dienstreise zurück- Sommer und den Möglichkeiten, die er bringt. Dabei kehrten, erlaubte ihnen Jesus: »Ruhet ein wenig« steht der Urlaub an erster Stelle. Pläne werden ge(Markus 6,31). Und Gott – so die wohl wichtigste schmiedet, Vorbereitungen getroffen. Natürlich gibt es

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Titelthema: Endlich Urlaub! ::: 5

Menschen sehnen sich nach dem Sommer – und nach den Möglichkeiten, die er bringt.

Foto: sxc.hu / willemt

auch den Winter. Nicht wenige Menschen zieht es in die Berge, um Ski zu laufen. Wie dem auch sei, Urlaub und die Sehnsucht danach und das Warten darauf gehören zum modernen Leben. Damit sind Reisen verbunden, zum Urlaubsort und zurück, die Spannbreite reicht vom Erholungsurlaub bis zur Bildungs- bzw. Studienreise. Der Ausgang, den das Herz hat, kann verschiedene Formen haben.

Christlicher Urlaub? Den gibt es so wenig wie lutherischen oder methodistischen. Natürlich machen auch Christen, von Lutheranern bis zu Methodisten, Urlaub – wie so viele Zeitgenossen, Moslems, Atheisten usw. Für alle sind Unterwegssein und Ausruhen die eigentlichen Ziele. Für Christen ist es sicher Urlaub von der Arbeit, vom Alltag, manchmal auch von ihrer Gemeinde. Es kann aber kein Urlaub vom Glauben oder von der Nächstenliebe sein. Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit, mit anderen Urlaubern ins Gespräch zu kommen und dabei mit der eigenen Überzeugung nicht zurückzuhalten. Oder die Möglichkeit, jemand anderem zu helfen, wobei die Situationen sehr verschieden aussehen können und eine größere Aktion unwahrscheinlich ist. In jedem Erholungsurlaub können wir die Zeit nützen, uns intensiver als zu Hause mit der Bibel zu befassen. Losungen und Tagesbibellese, Abreißkalender und entsprechende Auslegungen sind dann unentbehrliche Hilfsmittel. Wir können uns vermehrt Zeit zum Gebet nehmen – zum Beispiel bei einem Strandspaziergang. Vergessen wir auch nicht, »Gott, dafür danke ich dir« angesichts eines Bergpanoramas oder Sonnenunter-

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gangs zu sagen. Halten wir unsere Sinne bereit für das, was Paul Gerhardt in seinem Sommerlied als »Gottes Gaben« bezeichnet. Wir können dann in die achte Strophe einstimmen: »Ich selber kann und mag nicht ruhn: Des großen Gottes großes Tun erweckt mir alle Sinnen; ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen.«

Wer keinen Urlaub mehr hat Schauen wir noch auf eine größere Bevölkerungsgruppe, die auch in den Gemeinden stark vertreten ist und die keinen Urlaub mehr hat: die Senioren. Sie sind nicht mehr dem Arbeitsprozess unterworfen, sondern leben im Ruhestand. Wenn sie noch gesund und rüstig sind, unternehmen viele von ihnen manche Reise. Das trägt bei vielen Busunternehmen erheblich zum Umsatz bei. Schön, dass diese Möglichkeiten gegeben sind und dass Altwerden nicht von allen Lebensmöglichkeiten abschneidet. Der irische Dramatiker George Bernhard Shaw sagte einmal: »Urlaub ohne Unterlass wäre ein gutes Training für den Aufenthalt in der Hölle.« Immer Urlaub ist also nicht wünschenswert und gut, wäre auch nichts Außergewöhnliches mehr. Nutzen wir aber die Urlaubszeiten zwischendurch und seien wir dankbar, dass Gott sie uns gönnt und gibt. 

Hans-Dieter Stolze ist Pfarrer im Ruhestand. Er lebt in Kassel.


6 ::: Titelthema: Endlich Urlaub!

Reise zum fünften Evangelium Israel, das »Heilige Land«, ist für viele Christen ein beliebtes Reiseziel. Doch welche Sehnsüchte treiben sie und was erwarten sie dort? Im Gespräch mit Volker Kiemle nennt Pastor Dieter Begaße, der schon viele Menschen als Reiseleiter nach Israel begleitet hat, einige Gründe.

... und welche Rolle spielt das »Heilige Land«? Dieter BegaSSe: Für viele Besucher ist Israel vor allem das Land der Bibel und das Land, in dem Jesus wirkte. Viele glaubende Menschen möchten »einmal im Leben im Heiligen Land sein«, seinen Boden berühren, seine Luft atmen, seine Menschen und Orte sehen. Viele möchten Stätten besuchen, wo historisches Wirken Gottes stattfand, das im Alten Testament beschrieben wird, und die Wirkungsstätten Jesu, von denen das Neue Testament berichtet. Es ist eine geistliche Neugier, die viele glaubende Menschen veranlasst, nach Israel zu reisen. Wie haben sich diese Motive im Lauf der Zeit verändert? Dieter BegaSSe: Durch tagespolitische Ereignisse und die Informationen der Medien treten neben Gründen des Glaubens immer mehr auch politische Fragen, die Israel-Reisende in ihrem »Gepäck« mitbringen. So zum Beispiel der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern oder das Zusammenleben der drei Weltreligionen (Judentum, Christentum, Islam) auf so engem geographischen Raum; auch das Leben der Minderheiten in Israel (Beduinen, Drusen, äthiopische Juden) trifft auf großes Interesse von vielen Israel-Reisenden.

mit dem Tempelberg, der Klagemauer, der Grabeskirche, dem Gartengrab und viele andere »Jesus-Orte« sehr wichtig; andere sind mehr beeindruckt von Galiläa und der Gegend und den Orten rund um den See Genezareth; wieder andere haben ihre stärksten Erinnerungen an die Wüste oder das Tote Meer oder Bethlehem oder Hebron oder … Israel wird auch als »5. Evangelium« bezeichnet, weil viele Israel-Besucher spüren, dass Gott hier an einzelnen Orten besonders zu ihnen spricht. So wie in den Evangelien des Neuen Testaments den vielen Bibellesern unterschiedliche Textstellen besonders wichtig sind, so werden auch den Israel-Reisenden unterschiedliche Orte und / oder Erfahrungen besonders wichtig. Was muss man vor einer Israelreise wissen? Dieter BegaSSe: Hilfreich ist, wenn Israel-Besucher ihre Reise gut vorbereitet antreten. Je mehr Vor-Wissen die einzelnen Reisenden mitbringen, um so besser können sie das, was sie im Lande sehen und erleben, verstehen. Die Reiseleitungen von Gruppenreisen sind daher um gute Vorbereitung ihrer Mitreisenden sehr bemüht. Hilfreich ist es, wenn Informationen über die biblische Geschichte Israels und das Judentum vorhanden sind und auch ein Hintergrundwissen über die historischen und religiösen Ursprünge des israelisch-palästinensischen Konflikts. Beides begleitet die in Israel lebenden Menschen und ihre Besucher auf Schritt und Tritt.

Foto: MEV

Herr Begaße, warum reisen Menschen nach Israel? Dieter BegaSSe: Touristische Gründe sind auch bei Israel-Reisenden ein wichtiger Faktor. Israel selbst wirbt ja auch mit seinen landschaftlichen und kulturellen Sehenswürdigkeiten, Events, Erlebnismöglichkeiten und Archäologie. So wird zum Beispiel das Hermon-Gebirge als internationales Ski-Gebiet beworben, Tel Aviv wirbt mit seinem Nachtleben, Eilat mit seiner DelphinShow, es werden Touren durch die Wüste angeboten und das Tote Meer lädt zu Kuraufenthalten ein.

Was beeindruckt die Reisenden im Land selbst am meisten? Dieter BegaSSe: Jeder Israel-Reisende macht seine eigenen Erfahrungen. Für die einen sind der Ölberg mit dem Garten Gethsemane und die Altstadt Jerusalems Information »Auf den Spuren Jesu« führt eine Studienreise vom 2. bis 12. November 2012 unter der Leitung von Dieter Begaße durch Israel. Informationen: Pastor Dieter Begaße, Neuruppin, Telefon 03391 400243, E-Mail: dieter.begasse@emk.de

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foto: Daniel Schmidt

Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Tätigkeiten verrichten; aber der siebte Tag ist der Ruhetag des Herrn, deines Gottes. An Titelthema: Wort Endlich auf den Urlaub! Weg ::: ::: 77 diesem Tag sollst du nicht arbeiten, auch nicht dein Sohn oder ­deine Tochter, dein Sklave oder deine Sklavin, dein Vieh oder der Fremde, der bei dir lebt.  2.Mose 20,9–10

Gottes Geschenk an dich!

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a endlich mal ein biblisches Gebot, das wir fach mal Mensch sein, frei von den Zwängen des Allgerne und leicht übernehmen! Und mit dem tags. Und dabei nicht gleich in die Falle »Freizeitstress« wir selbst bei Leuten »landen« können, denen tappen: sich nicht »die Zeit vertreiben« – was ja eine Glaube und Kirche fremd sind! Immerhin beschreibt verräterische Formulierung ist. man uns ja als eine »Freizeitgesellschaft«. Umso erStattdessen den geschenkten Augenblick genießen: staunlicher, als kürzlich eine Studie ergab, dass bei uns mit Gott und mit Menschen, mit Essen und Trinken, immer mehr Menschen samstags oder sonntags arbei- Singen und Beten, Spielen und Begegnungen. Frei nach ten müssen: Ihr Anteil stieg in den letzten 20 Jahren dem Psychologen Erich Fromm vom »Haben« zum um zwei Drittel an! Ein Drittel der deutschen Beschäf- »Sein« finden. Einmal in der Woche aussteigen und tigten tut dies regelmäßig, ein weiteres Drittel zumin- auftauchen aus unserer alltäglichen Kleinkariertheit. dest ab und zu. Getrieben werden wir dabei wohl nicht Uns nicht mehr um das drehen und auf das vertrauen, nur von Ansprüchen anderer – etwa von den Arbeitge- was wir uns selbst erarbeiten – sondern uns beschenbern –, sondern auch von den eigeken lassen. nen. Gleichzeitig nehmen StresserDer jüdische Philosoph Abraham »Die Schöpfung findet Heschel schreibt, wer den Ruhetag krankungen stark zu. Es gibt aber auch das andere Ex­ erst am siebten Tag ihren begehen will, muss »verstehen lertrem: Absurd scheinende Sonderredass die Welt bereits erschaffen Abschluss: als Gott die nen, geln orthodoxer Rabbiner, die Retist und ohne die Hilfe des Menschen tungskräften zwar zugestehen, auch weiterleben wird«. Und weiter: An Ruhe erschafft.« am Sabbat Notrufe per Handy andiesem Tag »gilt unsere Sorge vor zunehmen – allerdings nur, wenn sie dieses mit einem allem der Saat der Ewigkeit, die in unsere Seele gesenkt zwischen die Zähne geklemmten, kleinen Metallstift ist. Es ist der Tag, an dem wir an einem Segenszustand bedienen. teilhaben können, in dem wir sind, was wir sind. Die So oder so wird die Pointe dieses Gebotes verfehlt Liebe zum Sabbat ist die Liebe des Menschen für das, – die uns Jesus noch einmal deutlich sagt: Gott hat den was er mit Gott gemeinsam hat.« Deshalb nennt HesSabbat für den Menschen geschaffen, nicht den Men- chel den Ruhetag auch »das kostbarste Geschenk, das schen für den Sabbat (Markus 2,27). Es geht also um die Menschheit aus Gottes Schatzhaus empfangen ein Geschenk Gottes an uns, an mich und an dich! Er hat«. selbst ruht immerhin auch – und wir haben das nicht Und genau das will ich mir nicht entgehen lassen – nötig? Nach jüdischem Denken ist übrigens die Schöp- Sie etwa? fung nicht nach sechs Tagen beendet – vielmehr findet sie erst am siebten Tag ihren krönenden Abschluss: als Gott nämlich die Ruhe erschafft! Wie wäre es, wenn wir dieses heilsame Geschenk Martin GieSSbeck neu entdecken und neu annehmen? Nicht mehr stänist Pastor im Bezirk Konstanz. dig Mittel zum Zweck sein, nicht mehr nur Wirtschaftsfaktor. Zumindest einen Tag in der Woche ein-

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8 ::: Buchtipps

Schmöker für die Ferien Urlaubszeit ist für viele Menschen Lesezeit. Damit die Auswahl nicht ganz so schwerfällt, haben die Buchhändlerinnen von »Blessings 4 you« ihre persönlichen Buchtipps für Sie zusammengestellt. Gundula Gause / Rainer Wälde: Landkarten des ­Lebens – Wie wir werden, was wir sind, adeo Verlag 2012, 16,99 Euro. ISBN: 978-3-942-20854-3 Im Urlaub nutze ich gerne die Zeit, beim »Seele und Beine baumeln lassen« auch über meine Wünsche und Ziele nachzudenken und mich neu zu orientieren. Mit diesem Buch habe ich ein Buch im Gepäck, was mir nicht nur die richtigen Denkanstöße dazu liefert, sondern auch sehr unterhaltsam und bewegend die persönlichen Lebensporträts der beiden Autoren einflicht. So verbinden die Autoren ein gut ausgearbeitetes Themenbuch – informativ und unterhaltend mit persönlich Erlebtem und Biographischem. Ein Buch für Männer und Frauen in der Lebensmitte. Eva Zinßer Jean-Luc Bannalec: ­Bretonische Verhältnisse – Ein Fall für Kommissar ­Dupin, Kiepenheuer & Witsch 2012, 14,99 Euro. ISBN: 978-3-462-04406-5 Ein fesselnder Kriminalroman, der in dem malerischen Künstlerdorf Pont Aven in der hochsommerlichen Bretagne spielt. Der eigensinnige, sympathische Kommissar Dupin begibt sich auf die Suche nach dem Mörder des hochbetagten Besitzers des Hotels Central, das schon Gauguin beherbergte. Eine humorvolle Krimisternstunde nicht nur für Frankreichfans! Judith Koller Oliver Bottini: Der kalte Traum, ­Dumont-Buchverlag 2012, 18,99 Euro. ISBN: 978-3-8321-9659-2 Ein unterhaltsames Buch für alle, die Interesse an den Vorgängen in Europa haben und spannend ­erzählte

­ eschichten mögen. Das Buch geht in G die kriminalistische Richtung, mit drei Handlungssträngen: Eine deutsche Journalistin, die 2010 in ­Zagreb Vergangenes aufdeckt, ein Junge mit kroatischen Eltern und ­serbischer Freundin, der Anfang der 90er Jahre in Rottweil seinen Schulabschluss macht und zu dieser Zeit in ­Jugoslawien unterwegs ist sowie zwei Kroaten, die 2010 unterwegs in Deutschland sind. Im Anhang kann man sich auf einer Kartenskizze die Städte und Gegenden des ehemaligen Jugoslawien vergegenwärtigen. Zusammen mit dem Personenregister bekommt man einen guten Einblick in die Zusammenhänge.  Uta Siegmann Rhoda Janzen: Fix und forty, Piper Verlag 2012, 8,99 Euro. ISBN: 978-3-492-27417-3 Ein vergnüglicher autobiographischer Roman für Frauen. Rhoda Janzen ist 42, als ihr Mann sie wegen eines anderen Mannes verlässt. Vorübergehend zieht sie zu ihren mennonitischen Eltern und taucht wieder in das Leben dieser Glaubensgemeinschaft ein: ihre Mutter, die kein Blatt vor den Mund nimmt, und der Vater ein angesehener Pastor. Ein Buch mit sehr viel ­Situationskomik. Morgan Callan Rogers: ­Rubinrotes Herz, eisblaue See, Knaur Verlag 2012, 9,99 Euro. ISBN: 978-3-426-50956-2 Ein Buch wie Kino für ­Jugendliche und Erwachsene. Das ­Mädchen Florine lebt in einem kleinen Fischerdorf in Maine, am nordöstlichen Zipfel der USA. Eines Tages verschwindet überraschend seine Mutter. Wie dieses Ereignis seine Kindheit und Jugend prägt, das Dorfleben

und die Gemeinschaft unter den Bewohnern sind sehr anschaulich geschildert. Schlagfertig und mit einem ganz eigenen Humor ­erzählt Florine vom ­Erwachsenwerden und davon, was es heißt, sich selbst treu zu bleiben und sein Glück zu ­finden.  Hannah Helferstorfer Doris Dörrie: Alles ­inklusive, Diogenes Verlag 2012, 21,90 Euro. ISBN: 978-3-2570-6781-1 Der herzzerreißende Roman enthält alles: Komik, gute Unterhaltung, Witz und Weisheit. Gute Lektüre für den Urlaub! Viel Spaß beim Lesen.  Marieluise Voith-Grether Gayle Tufts: Some like it heiß, Verlag Rütten & ­Loening 2012, 16,99 Euro. ISBN: 978-3-3520-0836-8 Lustig, brilliant, einfach Gayle! Eine tolle Entertainerin, die spaßig mit den » Wechsel­jahren« ­umgeht, den Frauen Mut macht. Ihr »Denglisch« ist zum Brüllen komisch.  Marieluise Voith-Grether Roger Rosenblatt: An jedem neuen Morgen, Ullstein ­Verlag 2011, 8,99 Euro. ISBN: 978-3-5482-8449-1 Eine sehr anrührende, ­wahre Familiengeschichte. Die Geschichte gibt Kraft, spendet Trost und macht Mut.  Marieluise Voith-Grether Julia Spencer-Fleming: Und verfluche ihre Sünden, ­Knaur Taschenbuch, 9,99 Euro. ISBN: 978-3-4265-0313-3 Ein toller Krimi. Eine selbstbewusste Pastorin und ein grummeliger Sheriff auf Mörderjagd. Knisternd, packend, kurzweilig. Gaby Freyburger

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Reisen mit der EmK: Neues entdecken

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ie offensichtlichen Unterschiede einer EmK-Reise zu einer individuellen Reise sind die fröhliche Gemeinschaft, die geistlichen Impulse und die Begleitung. Aber auch das Programm beinhaltet ­zusätzliche Chancen. Zum Beispiel bei der Studienreise an die Ostsee (31. August bis 7. September) werden neben der Geschichte und ­Kultur der Hanse auch Persönlichkeiten wie Barlach und Bonhoeffer, die in dieser Region wirkten, in den Blick genommen. Die Begegnung mit einer EmK-Gemeinde ist nicht nur ein zusätzlicher kirchlicher Programmpunkt, sondern bietet auch die Chance, aus der Perspektive des Touristen in die Perspektive eines Gastes zu wechseln und die ­Nöte und Hoffnungen der Menschen vor Ort zu teilen. n Informationen unter Telefon 0711 8600692

und im Internet: www.emk-bildung.de/studienreisen-und-begegnungen.de www.emk-freizeiten.de

Urlaub mit EmK-Gottesdienst Urlaub und EmK-Gottesdienst – das ist in vielen Orten Deutschlands möglich. Vor allem in den Urlaubsregionen im Erzgebirge und am Bodensee gibt es einige EmK-Gemeinden, die natürlich auch Urlauber herzlich willkommen heißen. Am besten, Sie informieren sich schon vor Ihrer Reise über Gemeinden in der Nähe Ihres Urlaubsorts. Unter www.atlas. emk.de gibt es eine Karte, auf der sich bequem Orte, in denen es EmK-Gemeinden gibt, zu finden sind. Natürlich laden auch die EmK-Gemeinden in Europa ein. Eine Übersicht findet sich auf www.umceurope.org/links_1_d.php und www.umc-northerneurope.org

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»Wer glaubt, bleibt anders« 4. bis 7. April 2013 in reutlingen www.emkongress.info


unterwegsinfo

10 ::: OKJ aktuell

unterwegs 13/2012 ::: 17. Juni 2012

Vom 6. bis 11. Juni tagte die OJK in Dresden. Zum Abschlusstag in der ­Annenkirche kamen rund 400 Besucher.

Mit einem Appell zur fröhlichen Nachfolge ist die Tagung der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz (OJK) in Dresden zu Ende gegangen. Jeder Christ sei gerufen, dem Evangelium von Jesus Christus den Weg zu bereiten, betonte Bischöfin Rosemarie Wenner.

A

usgehend vom Konferenz-Thema »Ökonomen der bunten Gnade Gottes« sprach Wenner über 1. Korinther 9,9–12. Paulus habe die Gemeinde in Korinth dazu ermahnt, für die Hauptamtlichen auch materiell zu sorgen. Das Bild

Die OJK in Zahlen Haushalt 2012 in Kürze (Zahlen in Klammern = Vorjahr) Volumen ::: 3,686 (3,84) Millionen Euro Umlage ::: 3,027 (3,011) Millionen Euro Personalausgaben ::: 1,9 Millionen Euro Konferenzfinanzhilfe von NJK und SJK ::: 364.600 (398.000) Euro Statistik zum 31. Dezember 2011 Kirchenglieder ::: 8.823 (8.944) Kirchenangehörige und -zugehörige ::: 5.538 (5.676) Pastorinnen/Pastoren ::: 54 (65) NJK Gemeinderferentinnen ::: 4 OJK Gemeinden / Bezirke ::: 128 / 60

SJK

Weglassen und anfangen Lebhafte, mitunter betroffene Debatten prägten die Tagung der OJK. So zeigten sich verschiedene Delegierte erschrocken über den

hohen Krankenstand unter den Hauptamtlichen. Angesichts einer dünneren Personaldecke und sinkender Gliederzahlen, so Joachim Blechschmidt, müsse man nicht alle Angebote in den Gemeinden fortführen. Superintendent Stephan Ringeis gab zu bedenken, dass dies allein nicht weiterführe. »Wenn wir heute Bibelstunden und Gottesdienste zusammenlegen, dann stehen wir in fünf Jahren wieder am gleichen Punkt.« Die Gemeinden müssten sich vielmehr fragen, was ihre Aufgabe vor Ort ist. »Weglassen ist nötig, aber wir müssen auch etwas anfangen«, betonte Ringeis. Mit der Kirche und ihrer Mission hat sich im vergangenen Konferenzjahr auch eine Arbeitsgruppe der OJK beschäftigt. Die Ergebnisse liegen in einer Broschüre vor und wurden bei der Konferenztagung engagiert diskutiert. Unter anderem werden die wesleyanischen Gnadengaben als Basis einer missionarischen Arbeit beschrieben. »Missionarisches Handeln beginnt in der Gegenwart Gottes«, sagte Pastor Steffen Landrock. kie

Neues Umlagesystem Ein neues Umlagesystem soll in der OJK im kommenden Jahr eingeführt werden. Derzeit führen die Bezirke 84 Prozent ihrer Einnahmen an die OJK ab; daraus werden hauptsächlich die Gehälter der Hauptamtlichen finanziert. Künftig werden für die Umlage auch die Zahl der Glieder und ein Anteil für »Verkündigung, Leitung und Seelsorge« herangezogen. Das finanzielle Aufkommen der Gemeinden bleibt dabei bestimmend, dieser Anteil wird aber schrittweise verringert. Die genaue Summe berechnet sich prozentual aus dem Bedarf der OJK. Das System soll in zwei Jahren geprüft werden.  kie

Keine Schulwerbung für Armee Schüler sollen nicht gezwungen werden, an Informationsveranstaltungen der Bundeswehr an Schulen teilzunehmen. Das fordert die OJK. In Briefen an die Kultusminster in Sachsen und Thüringen bittet die OJK zudem darum, dass Eltern informiert werden, wenn Jugendoffiziere die Schulen besuchen. In Sachsen soll überdies der Vertrag zwischen dem Kultusministerium und der Bundeswehr aufgehoben werden. Hintergrund ist, dass die Bundeswehr zunehmend im Schulunterricht aktiv ist. In acht Bundesländern gibt es bereits Kooperationsverträge zwischen Schulaufsicht und Armee. kie

vom dreschenden Ochsen, dem man das Maul nicht verbinden dürfe, mache dabei klar, dass es in der Kirche auch um Materielles gehen dürfe. »Wer für den Dienst im Reich Gottes freigestellt ist, verdient es, mit materiellen Gütern versorgt zu werden, so dass er oder sie sich ausschließlich um ihre Aufgaben im Reich Gottes kümmern kann.«

Fotos: Medienwerk der EmK / Volker Kiemle / OJK

Das Geld und die Mission der Kirche


unterwegs OJK aktuell info ::: 11

Ökonomie, Theologie und der Zehnte Das Konferenzthema der OJK betrachtete Pastor Frank Eibisch in seinem theologischen Referat. Auch die Bibelarbeit von Professor Jörg Barthel befasste sich mit dem Thema – es ging um den »Zehnten«.

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as haben Theologie und Ökonomie gemeinsam? Viel, sagt Pastor Frank Eibisch. »Die Beschäftigung mit den Finanzen gehört zum Kerngeschäft der Kirche«, betonte der Direktor des Diakoniewerks Bethanien Chemnitz. Zwar sei die Gnade Gottes eine Gabe und damit immer ohne Gegenleistung zu haben. »Aber die Weitergabe dieser Gaben Gottes hat ihren Preis«, betonte Eibisch. So müssten etwa Gebäude unterhalten und natürlich die Mitarbeiter finanziert werden. Dabei sei nicht entscheidend, ob Gehälter oder Rechnungen bezahlt würden. »Das sind immer geistliche und betriebswirtschaftliche Vorgänge zugleich«, betonte Eibisch. Da alles auf der Erde begrenzt sei, müsse auch die Kirche effizient mit den ihr anvertrauten Mitteln umgehen. Vor diesem Hintergrund müsse auch die Gemeindearbeit unter die Lupe genommen werden. Dabei habe die Kirche – anders als etwa ein Wirtschaftsunternehmen – nie ihre eigene Existenz zum Ziel. Dies liege außerhalb ihrer selbst: im Lobpreis Gottes.

Fotos: Regina Koppenhöfer

Ein Konferenzgemeindetag soll

am Samstag während der Jährlichen Konferenz 2014 stattfinden. Das hat der Konferenzverwaltungsrat der OJK angeregt. Bischöfin Rosemarie Wenner bestärkte die Konferenz in diesem Plan und berichtete von positiven Erfahrungen in der NJK und der OJK. Weniger Glieder, trotzdem mehr Geld: Das Finanzaufkommen

der OJK hat sich im vergangenen Jahr im Vegleich zum Vorunterwegs 13/2012 17. Juni 2012 jahr um rund:::62.000 Euro (2,3

Frank Eibisch (links) und Dr. Jörg Barthel

Die intensivste Begegnung Gottes mit einem Menschen sei immer eine zwischenmenschliche. Hier sei die Kirche gefragt, den Menschen die Botschaft von der Gnade Gottes weiterzugeben. »Dazu braucht es Liebe«, sagte Eibisch. Und die stehe eindeutig an erster Stelle. »Wenn unsere Finanzen konsolidiert wären und wir hätten keine Liebe – dann wäre alles nichts.« Kein Gegenei­ nander, sondern ein Miteinander von Ökonomie und Theologie diene dem Leben am besten.

Der Zehnte und die Gnade Von der Ökonomie, die die Gnade Gottes hervorruft, sprach Professor Jörg Barthel, Rektor der Theologischen Hochschule der EmK in Reutlingen, in seiner Bibelarbeit. Er beleuchtete die Praxis des »Zehnten« im Alten Testament, die bis heute für viele Glaubende ein Prozent) erhöht. Dabei hat sich die Gliederzahl verringert. Noch immer können aber nur acht Bezirke die Umlage aus den Monatsbeiträgen bezahlen. In fast allen Gemeinden werden die Kollekten auch für die Umlage verwendet. Die Begegnungs- und Bildungsstätten (BBS) der OJK sollen

erhalten bleiben. Das haben die Mitglieder der Konferenz beschlossen. Dabei soll die BBS Schwarzenberg Unterkünfte mit Vollpension anbieten, während

wichtiger Anhaltspunkt ist. Der entscheidende Ansatzpunkt der Ökonomie der Gnade sei es, sich selbst als empfangend und beschenkt zu sehen. Alle Aufforderung zum (Ab-)Geben, die an Menschen in den biblischen Texten he­ rangetragen werde, fuße auf dieser Grundlage. Die Ökonomie der Gnade ergänze jedes irdische Wirtschaftssystem, betonte Barthel. So sei der Abgabe des Zehnten schon in biblischer Zeit eine wichtige Funktion zugekommen: die solidarische Fürsorge für Benachteiligte. Auch damit bewege sich die Praxis des Zehnten zwischen verpflichtender Abgabe und auf eigener Einsicht in die Notwendigkeit beruhender freiwilliger Gabe. Diese Spannung bleibe den Glaubenden und damit der Kirche bis heute erhalten.  kie / Carolin Wendrock

kurz &bündig die BBS Scheibenberg nur ein Frühstück anbieten wird. Für beide Häuser muss aber eine existenzfähige Wirtschaftsform gefunden werden. Insbesondere anstehende Renovierungen und die Schulden beider Häuser – rund 780.000 Euro – müssen dabei beachtet werden. Die »Herberge am Klosterwald« in Bad Klosterlausnitz wird künftig von der Fachklinik Klosterwald betrieben. kie


12 ::: Titelthema: Endlich Urlaub!

Dienstzuweisungen und Beauftragungen 2012 D istr ikt D r esDEN Superintendent ::: Friedbert Fröhlich » 10 Annaberg-Buchholz ::: Diethelm Schimpf » 2 Aue ::: Andreas Hertig » 6, Heidrun Hertig » 6 Bockau/Albernau ::: Mitja Fritsch » 7 Chemnitz Erlöserk./Flöha ::: zu besetzen, unter Aufsicht von Gerhard Förster, ­Lokalpastor Marcel Tappert » 1 Chemnitz Friedenskirche ::: Christhard ­Rüdiger » 9, Gemeindereferentin Petra ­Iffland » 15 Crottendorf ::: Jörg Herrmann » 6, ­Lokalpastorin Ute Möller » 1 Dittersdorf ::: Jörg Recknagel » 6 Dresden Emmauskirche ::: Werner Philipp » 7 Dresden Friedenskirche ::: Andrea Solbrig » 2 Dresden Immanuelkirche ::: zu besetzen, unter Aufsicht von Werner Philipp; Mitarbeit: Andrea Solbrig Dresden Zionskirche ::: Andrea Solbrig » 2 Ehrenfriedersdorf ::: Olf Tunger » 2 Eibenstock ::: Klaus Leibe » 4 Freiberg ::: unter Aufsicht von Christhard ­Rüdiger Görlitz ::: Matthias Zieboll » 1 Grünhain ::: Pastor auf Probe Sebastian Mann » 3, Aufsicht: Andreas Hertig Königswalde ::: Pastor auf Probe Daniel ­Eibisch » 1, Aufsicht: Bernt Förster Lauter ::: Katrin Schneidenbach » 3 Lößnitz ::: Laienprediger mit Dienst­ zuweisung Dr. Michael Wetzel » 1;­ Gemeindereferentin Petra Iffland » 15, ­Aufsicht: R ­ einhold Mann. Zu diesem Bezirk ­gehören ab 1. Juli 2012 die Gemeinden ­Niederdorf, Lößnitz und Affalter Marienberg/Olbernhau ::: Christoph Martin » 1 Neudorf ::: Bernt Förster » 3, ­Gemeinde­referentin Claudia Küchler » 16 Raschau ::: Birgit Klement » 3 Schneeberg ::: Reinhold Mann » 9, Gemeinde­referentin Dorothea Föllner » 6 Schönheide/Stützengrün ::: zu besetzen, unter Aufsicht von Matthias Meyer, Mitarbeit: Dorothea Föllner Schwarzenberg ::: Harald Hunger » 8, ­Lokalpastor Stefan Lenk » 7 Venusberg ::: Christin Eibisch » 6 Zittau ::: Matthias Zieboll » 1 Zschopau ::: Christoph Martin » 1 Zschorlau ::: Matthias Meyer » 9, ­Gemeindereferentin Dorothea Föllner » 6 Zwönitztal ::: Andreas Günther » 8, ­Lokalpastorin Katrin Bonitz » 8 Zu diesem Bezirk gehören ab 1. Juli 2012 die Gemeinden Zwönitz, Dorfchemnitz, Thalheim, Gornsdorf und Burkhardtsdorf

Distrikt Zwickau Superintendent ::: Stephan Ringeis » 4 Auerbach ::: Joachim Schmiedel » 3, ­Lokalpastorin für die Region Vogtland Mandy Merkel » 2 Dessau ::: Carolin Wendrock » 5 Ellefeld ::: Norbert Lötzsch » 7 Erfurt ::: unter Aufsicht von Eric Söllner Falkenstein ::: Norbert Lötzsch » 1 Gera ::: zu besetzen, unter Aufsicht von Albrecht Weißbach Greiz ::: Jörg-Eckbert Neels » 5 Halle ::: Stefan Gerisch » 5 Jena/Weimar ::: Eric Söllner » 5 Kirchberg/Wilkau-Haßlau ::: Pastorin auf Probe Franziska Demmler » 3, Aufsicht: ­Superintendent Stephan Ringeis Leipzig Bethesdakirche ::: Thomas Härtel » 3, Gemeindereferentin Simone Focke » 3 Leipzig Kreuzkirche ::: Thomas Härtel » 9, Gemeindereferentin Simone Focke » 3 Leutenberg/Schwarzenshof ::: Andreas Meyer » 2 Lobenstein/Remptendorf ::: Christian Posdzich » 4 Netzschkau ::: York Schön » 1 Oberes Vogtland ::: Friedemann Trommer » 15 Plauen ::: Thomas Roscher » 8 Reichenbach ::: Christian Meischner » 7 Reinsdorf/Mülsen/Crossen ::: Uta Uhlmann » 7 Rodewisch ::: Lokalpastor Gerhard Künzel » 1, Aufsicht: Christoph Georgi Schleiz ::: unter Aufsicht von Christian ­Posdzich; Mitarbeiterin im Gemeindedienst: Barbara Pitz Treuen ::: York Schön » 1 Triebes ::: Jörg-Eckbert Neels » 1 Waltersdorf ::: Jörg-Eckbert Neels » 6 Werdau ::: Birgit Wolter » 5 Zeitz-Weißenfels ::: Albrecht Weißbach » 10 Zwickau ::: Lutz Brückner » 4, Lokalpastor Philipp Weismann » 3 Zwickau-Planitz ::: Christoph Georgi » 6, Lokalpastor Philipp Weismann » 3

Diakoniewe rke Evangelisch-methodistisches Diakoniewerk Bethanien Chemnitz – Direktor ::: Frank Eibisch » 9 Fachklinik »Klosterwald« Bad Kloster­ lausnitz – Theologischer Geschäftsführer ::: Eric Söllner » 3 Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau – Seelsorger ::: Stefan Gerisch » 5

AuSSerhalb de r Zentra lkonferenz unter Aufsi ch t einer Konferenz oder B ehörde Theologisches Seminar Cambine / Mosambik – Pastor ::: Thomas Günther » 6

B eu rl aubungen In der gesetzlichen Elternzeit ::: Gemeindereferentin Eva Helm Beurlaubt ::: Lokalpastor Manfred Meier, ­Sebastian Ringeis

Pastorinnen und Pastoren im Ru hestand Werner Barth ::: Zwickau Johannes Baumgartl ::: Zschorlau Ernst Beier ::: Marienberg/Olbernhau Dieter Blum ::: Leutenberg/Schwarzenshof Siegfried Bochmann ::: Raschau Gunter Demmler ::: Schneeberg Friedmar Dietrich ::: Auerbach Kerstin Dietrich ::: Gera Manfred Döbrich ::: Naila Rudolf Endler ::: Oberes Vogtland Gotthard Falk ::: Aue Gottfried Fischer ::: Dresden Zionskirche Dieter Fleischmann ::: Zwickau Gerhard Förster ::: Zwönitztal Thomas Fritzsch ::: Annaberg-Buchholz Lothar Gerischer ::: Schneeberg Manfred Gottschald ::: Treuen Eberhard Groschupf ::: Zwickau Armin Härtel ::: Chemnitz Friedenskirche Helmut Halfter ::: Dresden Immanuelkirche Siegfried Hensel ::: Gera Ludwig Herrmann ::: Bockau/Albernau Hans Hertel ::: Plauen Martin Kappaun ::: Chemnitz Erlöserkirche/ Flöha Friedhelm Kober ::: Ellefeld Johannes König ::: Aue Reiner Kohlhammer ::: Rothenbergen Manfred Kubig ::: Lobenstein/Remptendorf Horst Langer ::: Dresden Zionskirche Horst Martin ::: Treuen Reinhard Melzer ::: Zittau Siegfried Michalski ::: Leutenberg/ ­Schwarzenshof Klaus Morgenroth ::: Chemnitz ­Friedenskirche Max Nestler ::: Naila Siegfried Rex ::: Ehrenfriedersdorf unterwegs 13/2012 ::: 17. Juni 2012


Titelthema: Endlich Urlaub! ::: 13

Gruppenbild mit Bischöfin: Die Pastorinnen und Pastoren der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz gruppieren sich um Bischöfin Rosemarie Wenner (vorn Mitte).

Gerhard Riedel ::: Leipzig Kreuzkirche Eduard Riedner ::: Dresden Emmauskirche Thomas Röder ::: Crottendorf Gerhard Rögner ::: Dresden Friedenskirche Roland Röseler ::: Erfurt Wolfgang Ruhnow ::: Zwickau Volker Schädlich ::: Auerbach Lothar Schieck ::: Reutlingen Erlöserkirche Johannes Schnabel ::: Zwickau-Planitz Helmut Schönfeld ::: Schwarzenberg Gotthard Schreier ::: Leipzig K ­ reuzkirche Karl-Friedrich Siebert ::: Lobenstein/ Remptendorf Gerhard Solbrig ::: Oberes Vogtland Horst Sterzel ::: Wüstenrot Dieter Straka ::: Berlin-Kreuzberg Klaus Straka ::: Halle Herbert Uhlmann ::: Reinsdorf/Mülsen/ Crossen Walter Unger ::: Gera Siegfried Weigel ::: Crottendorf Gerhard Weigelt ::: Annaberg-Buchholz Andreas Wiederanders ::: Kirchberg/­ Wilkau-Haßlau Harry Windisch ::: Zschorlau Harald Windsheimer ::: Chemnitz ­Friedenskirche Wolfgang Zehmisch ::: Chemnitz Erlöser­ kirche/Flöha Dr. sc. Karl Zehrer ::: Oberes Vogtland

unterwegs 13/2012 ::: 17. Juni 2012

Beauftr agungen Hautamtliche Beauftragungen in der Jährlichen Konferenz Lutz Rochlitzer ::: Referent für die Arbeit mit Kindern » 16, Leiter des Kinder- und ­Jugendwerkes » 7 Verona Lasch ::: Referentin für die Arbeit mit Jugendlichen » 6 Nebenamtliche Beauftragungen in der Jährlichen Konferenz Mandy Merkel ::: Kindergottesdienst­ sekretärin » 4 Katrin Bonitz ::: Konferenzbeauftragte ­ für katechetischen Unterricht » 2 Philipp Weismann ::: Jugendsekretär » 2 Lutz Brückner ::: Beauftragt mit der ­Leitung des Kinderchores der EmK » 19 Verona Lasch ::: Beauftragt mit der Leitung des Kinderchores der EmK » 4 Andreas Wiederanders ::: Beauftragt mit der Leitung des Chores »ChornBlumen« » 15 zu besetzen ::: Beauftragte/r für Studierendenwerk und Akademikerarbeit Thomas Roscher ::: Konferenzsekretär für Erwachsenenbildung » 6 Andreas Hertig ::: Konferenzsekretär für Evangelisation » 8 Diethelm Schimpf ::: Distriktssekretär für Evangelisation DD » 2 Christian Meischner ::: Distriktssekretär für Evangelisation ZD » 10

Birgit Klement ::: Konferenzsekretärin für Mission und internationale kirchliche Zusammenarbeit » 12 Jörg Herrmann ::: Konferenzbeauftragter für Kirchenmusik » 4 Diethelm Schimpf ::: Beauftragter für die Arbeit mit Alleinlebenden und ­Alleinerziehenden » 5 Klaus Leibe ::: Konferenzsekretär für ­Seniorenarbeit » 8 zu besetzen ::: Ausländer­beauftragte/r Frank Ufer ::: Suchtbeauftragter » 24 Christina Posdzich ::: Beauftragte für Rundfunkarbeit » 6 Hauptamtliche Beauftragungen in der ­Zentralkonferenz Barry Sloan ::: Sekretär für Evangelisation » 1 Nebenamtliche Beauftragungen in der ­Zentralkonferenz Jörg Herrmann ::: Kirchenmusik und ­Gesangbuch » 8

B ewerbe rinnen und B ewerbe r fü r das Predigtamt – S tudierende An der Theologischen Hochschule Reutlingen Jeremias Georgi, Kersten Benzing An Universitäten und anderen Ausbildungsstätten Stephanie Frank, Marie-Theres Melle, Marei Günther, Sarah Schulz


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Tagen und Feiern: Die OJK in Bildern

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Die Dreikönigskirche in der Dresdner Neustadt bot für die Konferenz einen guten Ort zum Tagen und Feiern g und h. Im Eröffungsgottesdienst begrüßte Konferenzvater ­Pastor Werner Philipp j die Gemeinde. Grußworte überbrachten Jochen Bohl, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens k und Winfried Lehmann, ­Bürgermeister der Stadt Dresden l. Die Predigt hielt Pastor Mitja Fritsch z.

und 170 Frauen und Männer feierten den 125. Geburtstag des Frauenwerks in der EmK in Dresden-Cotta. Eine Gesprächsrunde gab Einblick in die Vielfalt der Frauenarbeit. Mit dabei waren Bischöfin Rosemarie Wenner, Margarita Todorova, die Europapräsidentin des Weltbundes methodistischer Frauen, Ute Minor und andere. Mit einer Ausstellung und einer Präsentation wurde an die Leuchtspuren, die Frauen hinterlassen haben, gedacht. In ihrer Predigt zu Psalm 119, 105 betonte Bischöfin Wenner,

dass Frauen durch ihr Engagement in der Vergangenheit Leuchtspuren gesetzt und dadurch Veränderungen in Gemeinde, Kirche und Gesellschaft ermöglicht hätten. Wer sich von Gott ansprechen lasse, komme ins Licht seiner Liebe. Seine hoffnungsgebende Kraft gemeinsam entdecken, wachsen und reifen im Glauben, Themen ansprechen, die verschwiegen werden und Wege zur Heilung zu finden – das seien heute Möglichkeiten, den Glauben zu leben. Gottes Wort sei dabei Leuchtkraft und Orientierung, nicht nur in dunklen, sondern auch in ganz normalen Zeiten.  ojk

unterwegs 13/2012 ::: 17. Juni 2012

Fotos: Medienwerk der EmK / Volker Kiemle / OJK

Leuchtspuren: 125 Jahre Frauenwerk R


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Bischöfin Rosemarie Wenner ehrte Pastorinnen und Pastoren für ihren langjährigen Dienst in der EmK: Johannes Baumgartl (70 Jahre); Gotthard Falk mit Ehefrau Anita h, Hans Hertel mit Ehefrau Helga g, Roland Röseler und Gerhard Weigelt mit Ehefrau ­Erikaj (60 Jahre); Gotthard Schreier (50 Jahre); Kerstin Dietrich k, Christin Eibisch mit Ehemann Frank l, Olf Tunger mit Ehefrau Marit x und ­Gemeindereferentin Dorothea Föllner (25 Jahre) z. In den Ruhestand verabschiedet wurden Gottfried Fischer mit Ehefrau Christina c, Reinhard Melzer v und Thomas Fritzsch mit Ehefrau Maria b. Auf den Foto’s nicht Abgebildet sind: Johannes ­Baumgartl, Roland Röseler und Gotthard Schreier. Delegierte aus anderen Konferenzen grüßten die OJK (von links): Waldemar Dabrowski (Polnische JK), ­Laszlo Khaled (Ungarische JK), Margarita Todorova (Bulgarische JK), Gertraud Waller (Österreichische JK), Carl Hecker (SJK), Uwe Onnen (NJK)

Neuer Superintendent

Pastor Christhard Rüdiger (49) wird ab 2013 Superintendent des Dresdner Distrikts. Der Dienstsitz wird Chemnitz sein. Rüdiger leitet derzeit den Bezirk Chemnitz-Friedenskirche, zuvor war er in Lößnitz. Er stammt aus Berlin. Mehr n Informatione r zu s to Fo und unterwegs 13/2012 ::: 17. Juni 2012 OJK unter: k.de www.emk-oj

Neu in der Dienstgemeinschaft:

Carolin Wendrock (geborene Seifert) und Christian Posdzich wurden durch Ordination in die volle Verbindung der Ostdeutschen Jährlichen Konferenz aufgenommen. Wendrock stammt aus Crottendorf und hat ihr Praktikum im Bezirk Aue absolviert. Nach dem Studium der Evangelischen Theologie in Jena, Tübingen und Reutlingen war sie Pastorin auf Probe im Bezirk Dessau. Sie ist verheiratet. Posdzich (30) stammt aus Dresden und hat nach dem Praktikum im Bezirk Crottendorf Evangelische Theologie in Leipzig studiert. Als Pastor auf Probe war er im Bezirk Lobenstein/Remptendorf. Er ist verheiratet und hat ein Kind.

von personen

Als Lokalpastorin wurde Ute Möller in die OJK aufgenommen, als ­Lokalpastoren Gerhard Künzel (Mitte) und Marcel Tappert (rechts).

Daniel Eibisch wird Pastor auf Probe, Sarah Schulz wurde zum Studium empfohlen.


unterwegsinfo

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unterwegs 13/2012 ::: 17. Juni 2012

Wuppertal: Zentraler Lehrgang Einmal im Leben über die Wupper schweben« – unter dieses Motto könnte man dieses Jahr den zentralen Lehrgang »Laien in der Verkündigung« stellen. Er fand Anfang April im Bethesda-Gästehaus der Diakonissen-Schwesternschaft in Wuppertal statt. Die angehende Laienpredigerin Monika Gelderblom aus München war dabei und berichtet von ihren Eindrücken.

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ie Schwerpunkte des dreijährigen Kurses lagen in diesem Jahr auf den Themen Neues Testament, Predigtvorbereitung, Liturgie und Seelsorge. Die Dozenten des Lehrgangs – Klaus Abraham, Knut Neumann und Hans Christoph Lubahn – schafften es wieder mit Freude und großem Engagement, uns für die Themen zu begeistern. Manches Mal reichte die Zeit kaum aus, da das Interesse daran so groß war. Trotzdem gelang es, den Kurs verständlich und abwechslungsreich zu gestalten. Von 9 bis 18 Uhr erarbeiteten wir in Vorträgen, Gruppenarbeiten und praktischen Übungen die oben genannten Themen. Dies vertiefte nicht nur den Stoff, sondern half auch schnell zu einer guten Gemeinschaft. Am Abend schlossen

Ohne motivierte »Laien in der Verkündigung« ist die EmK nicht denkbar.

sich die Übungspredigten der Teilnehmer an. Ein wichtiger Teil, um durch Ermutigung und konstruktive Kritik etwas für den Predigtdienst zu Hause mitzunehmen. In den geselligen Runden am Abend konnten wir in vollen Zügen die ruhige Atmosphäre und die Gastlichkeit des Gästehauses genießen. Es war schön, sich auch in diesem Rahmen über die verschiedensten Facetten von Glaubenserfahrungen auszutauschen. Ein besonderer Höhepunkt war dieses Jahr ein Besichtigungsnach-

mittag. Neben der Geschäftsstelle des Missionswerkes schauten wir uns die diakonischen Einrichtungen der Diakonissen-Schwesternschaft an. Dazu gehört ein Secondhandladen und die Stadtteilarbeit mit Einwanderer. Dann ging es mit der Schwebebahn »ab über die Wupper« und wir erlebten hier wahre Höhenflüge.

Mehr über die Bibel und ihre ­Hintergründe zu erfahren, hat mich neu inspiriert. Ich habe ­wieder Lust, die Bibel zu lesen und im Hinterkopf das neue Wissen zu behalten, mit dem man manches anders und besser versteht. Petra Löffler Bezirk Berlin-Charlottenburg

Die Woche endete am Sonntag mit einem Abendmahlsgottesdienst in der Mutterhauskapelle von Bethesda. Reich beschenkt und froh fuhren wir nach Hause. Schade, dass es mein letzter Kurs war, denn: Manchmal bin ich diese Woche in meinem Alltag noch geschwebt …  Monika Gelderblom

Laien in der Verkündigung

Ich erlebe den Kurs als persönliche Bereicherung für mein Glaubensleben. Mein »Bibelhunger« wird gestillt und es gibt immer zahlreiche Möglichkeiten, sich auch in gemütlicher Runde zu christlichen Alltagsfragen auszutauschen. Kann es kaum fassen, dass es im kommenden Jahr dann schon mein Abschluss-Kurs sein wird ... Katja Mönch Bezirk Esslingen

Fotos­: privat

Monika Gelderblom ist begeistert vom Lehrgang für ­Laienprediger.


unterwegs info ::: 17

Hamburg: Glocke für die HafenCity A

m 23. Mai, dem Tag der Ökumene, fand das »Hiev-up« der Glocke für das Ökumenische Forum in der Hamburger HafenCity statt. Die Glocke war ein Geschenk des Kirchenkreises Hamburg-West/ Südholstein. Sie schwingt frei über dem Gehweg im siebten Stock des Ökumenischen Forums. Gleichzeitig wurde auch ein Taufbecken eingebracht, das eine lutherische Gemeinde dem Verein der 19 Kirchen in Hamburg überließ. Der Dompropst des St. Marien-Doms, Nestor Kuckhoff, brachte eine LaurentiusReliquie in die Ökumenische Kapelle ein. Laurentius war ein Diakon im dritten Jahrhundert, der als Märtyrer in Rom starb. Nach ihm ist der Laurentiuskonvent benannt, der in Hamburg mit einer Ökumenischen

Vor dem »Hiev-up« wurde die neue Glocke in der HafenCity begrüßt.

Hausgemeinschaft in der HafenCity lebt.  Karsten W. Mohr

n Das Forum wird am 18. Juni eröffnet.

www.oekumenisches-forum-hafencity.de

Leingarten: 10.000 Euro durch Flohmarkt

Fotos: Privat

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atsächlich: Es war schon der 19. Flohmarkt, den wir am 12. Mai in Leingarten (Bezirk Heilbronn) erfolgreich durchgeführt haben. Viele fleißige Helfer, darunter auch etliche Freunde, Verwandte oder Personen, die gar nichts mit der EmK zu tun haben, packen an, wenn es darum geht, die Massen von Waren aufzubauen, zu verkaufen und schließlich wieder wegzuräumen. Es ist ein riesiger Kraftakt für alle, und doch ist es ein Gemeinschaftserlebnis, das eine ganz besondere Faszination ausübt auf jeden, der einmal dabei war. Der Erlös – insgesamt rund 10.000 Euro – wird aufgeteilt: Die Hälfte kommt unserem Kirchenbau zugute, 3.000 Euro gehen an die Weltmission für

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5.000 Euro aus dem Flohmarkt-Erlös hat die Gemeinde in Leingarten für verschiedene Projekte gespendet.

Projekte in Liberia und Malawi und je 1.000 Euro spendet die Gemeinde für ein Freizeitgelände der

Evangelischen Jugend in Leingarten und der Zeltlagerarbeit unseres Bezirks. Eva-Maria Schmolz


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persönlich Aufgenommen Clausthal-Zellerfeld ::: am 20. Mai Zhi Ren (22), Zhihui Wu (27) und Yang Zhang (30). Freiburg im Breisgau ::: am 27. Mai Frédérique Renno (25). Grünhain ::: am 27. Mai Felix Friedrich (14), Oliver Friedrich (14) und Manja Günther (36). Herrenberg ::: am 3. Juni ­Gulnaz Beelagi (32), Sahar ­Talebanfard (31) und Nariman Saman Zadeh (32). Mössingen ::: am 19. Februar Eva de Jong (24) und Thomas de Jong (23); am 22. April Andreas Böhringer (29), Andrea Kuschmierz (50), Harald Kuschmierz (50), Michaela Stoeckl (37), Nadja Tress (26) und Markus Tress (30). Reutlingen ::: am 20. Mai Bernd Beer (42), Sarah Behrens (14), Heidemarie Riehle (52) und Horst Wagner (60). Schneeberg ::: am 6. Mai Gisela Rüdiger (74) und Richard Schramm (34).

W ir gr atul ie ren Auerbach ::: Else Voigt zum 90. Geburtstag. Berlin-Spandau ::: Sigrid und Günter Schneider zur goldenen Hochzeit. Dittersdorf ::: Erika und Roland Eichler zur goldenen Hochzeit, Hanna und Günter Drechsel zur goldenen Hochzeit. Eutingen ::: Anneliese Mall zum 90. Geburtstag. Marienberg ::: Waltraud und Walter Reinecke zur goldenen Hochzeit. Oldenburg ::: Ingeborg und Karl-Heinz Putzke zur goldenen Hochzeit. Ottmarsheim ::: Johanna und Alfred Nollenberger zur ­diamantenen Hochzeit. Recklinghausen/Marl ::: Erika und Kurt Sommer zur goldenen Hochzeit. Schönheide ::: Helene ­Reichenbächer zum ­ 90. Geburtstag.

Tuningen ::: Reinhold Ehler zum 90. Geburtstag. Zwickau-Friedenskirche ::: Rolf Müller zum 90. Geburtstag; Ruth Röhlig zum 90. Geburtstag; Ilse Weidlich zum 90. Geburtstag; Inge und ­Werner Wenzel zur goldenen Hochzeit; Anneliese und ­Gotthold Tröger zur diamantenen Hochzeit.

Heimgegangen Bremen-Nord ::: Brunhilde Buck am 6. April, 90 Jahre. Erfurt ::: Irmgard Haeseler am 6. Mai, 81 Jahre. Freudenstadt ::: Hermine ­Wörner geborene Wolf am 25. April, 80 Jahre; Fridolina Hindenach geborene Waßmer am 4. Mai, 80 Jahre; Maria ­Rauscher geborene Großhans am 30. Mai, 78 Jahre. Heilbronn-Böckingen ::: ­Richard Hörtling am 27. Mai, 87 Jahre.

Karlsruhe-Durlach ::: Johanna Koppenhöfer am 28. April, 97 Jahre. Königswalde ::: Lothar Kunz am 25. Mai, 75 Jahre. Leingarten/Strümpfelbach ::: Charlotte Gräsle am 14. Mai, 90 Jahre. Leipzig-Bethesdakirche ::: ­Johanna Müller am 7. Mai, 90 Jahre. Neckarrems ::: Lore Scholl am 23. Mai, 81 Jahre. Netzschkau ::: Elly Agnes Dohms geborene Mädler am 23. Mai, 97 Jahre. Schwabach ::: Elisabeth Geissler geborene Kaufmann am 21. Mai, 91 Jahre. Stuttgart-Weilimdorf ::: Willi Sammet am 26. Mai, 82 Jahre. Werdau ::: Lisa Ehrler am 27. Mai, 91 Jahre. Zschorlau ::: Karl-Heinz ­Stolzmann am 5. Mai, 69 Jahre. Zwickau-Friedenskirche ::: Christa Schmidt am 9. Mai, 91 Jahre.

wowannwas Rundfunk Stuttgart-Giebel ::: Social ­Media - Kommunikation im Web 2.0, 29. und 30. Juni, Leitung Sonja Röcker. Anmeldung unter 0711 86006-91, E-Mail: bildungswerk@emk.de

im Internet radio m kompakt: Aktuell und kritisch. radio m gespräch: Glaube im Dialog. radio m ­andachten: Impulse für jeden Tag. radio m themen: Berichte und ­Reportagen. radio m bei Klassik Radio (bundesweit) Andachten »Carpe diem«: 25. bis 30.6., 6.20 Uhr, mit Anja Kieser; Sonntagsmagazin »Klassik und ­Kirche«, sonntags, 7–8 Uhr, mit Anja Kieser.

Radio AREF – sonn- und feiertags von 10-12 Uhr. www.aref.de und UKW 92,9 MHz (Großraum Nürnberg)

Jeden Donnerstag, 20 Uhr, Bilanz – Leben im Rückblick, mit Horst Marquardt im Gespräch mit Männern und Frauen 60+. 26.6., 10.45 Uhr, Bibel heute, mit Ruth Bär. B2 Radio 1.7., 6.30 bzw. 6.45 bis 7 Uhr, ­Positionen, mit Reiner ­Kanzleiter.

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Foto: Rolf van Melis / pixelio.de

T e r mine Stuttgart-Weilimdorf ::: EmKChristuskirche, Deidesheimer Straße 30, 22. Juni, 19.30 Uhr, In den Sommer tanzen – lebendig und kraftvoll, Tanzworkshop. Bitte eine Decke, bequeme ­Kleidung, Socken oder/und Gymnastikschläppchen und ­etwas zum Trinken mitbringen, Anmeldung bis zum 19. Juni bei Deborah Burrer, Telefon 0711 886591 oder deborah.burrer@ emk.de.


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