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20. Mai 2012 ISSN 1436-607X

Magazin der Evangelisch-methodistischen Kirche

11/2012 Pfingstfest E X T R A // ferenz Die Generalkon hat getagt // // // // /

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gründe – Fotos Berichte – Hinter ab Seite 10

Wohin geht die EmK? »Einheit in Jesus« n

Bischöfin Wenner zur Lage der Kirche. Seite 8

Mit Gottvertrauen n

Der Bezirk FrankfurtRufer blickt nach vorn. Seite 14

Kirche im Koffer n

Wie der Gottesdienst zu den Menschen kommt. Seite 22


2 ::: Editorial

So erreichen Sie uns: Redaktion »unterwegs« Telefon 069 242521-150 E-Mail: unterwegs@emk.de Aboservice: 0711 83000-0

kurz gesagt Eine »Bibelmüdigkeit« in der

evangelischen Kirche hat der frühere badische ­Landesbischof Klaus Engelhardt beklagt. Die Bereitschaft zur Bibellektüre, die früher zum evangelischen Christsein dazugehörte, sei gesunken, sagte Engelhardt, der am 11. Mai 80 Jahre alt geworden ist. Pfarrer Rolf Hille, einer der

führenden Evangelikalen auf ­deutscher und internationaler Ebene, ist am 15. Mai 65 Jahre alt geworden. Der promovierte Theologe hat zahlreiche ­Ehrenämter in der evangelikalen Bewegung inne. Von 1993 bis 2000 war er Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz, deren Hauptvorstand er bis heute angehört. Unter seiner Leitung entstand 1996 die »Kasseler Erklärung«, die eine Mitarbeit von Christen aus dem Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden in ­örtlichen Evangelischen ­Allianzen ermöglichte. Muslimische Friedensrichter

sind nach Ansicht des Islam­experten Mathias ­Rohe keine große Gefahr für die deutsche Gesellschaft. Nach seinem bisherigen Wissen scheine sich die Bedrohung durch solche ­Parallelinstanzen auf einzelne Problemmilieus in wenigen deutschen Städten zu konzentrieren, sagte der Direktor des Erlanger Zentrums für Islam und Recht. Grundsätzlich sei außerge-

richtliche Streitschlichtung erlaubt, in bestimmten ­Fällen sogar erwünscht. ­Problematisch werde es, wenn Menschen unter Druck gesetzt oder Zeugen bedroht werden. Der Nationale Gebetstag in

den USA sorgt für politische Kontroversen. Der Direktor des Verbandes »Vereinigte Amerikaner für die Trennung von Kirche und Staat«, Barry Lynn, rügte die staatliche Aufforderung zum ­Beten. Einige Organisationen riefen zu einem »Tag der Vernunft« auf. Der Tag des Gebets wurde 1952 eingeführt. 1988 legte der damalige ­Präsident Ronald Reagan fest, dass der Tag am ersten Donnerstag im Mai b­egangen werden solle. Als »Poesie für religiöse Gartenzwerge« wurde das

Lied »Danke für diesen guten Morgen« vor 50 Jahren von Kirchenzeitungen beschimpft. Dem Erfolg tat das keinen Abbruch: Mit mehr als einer Million verkaufter Singles gilt es als das populärste Kirchenlied des 20. Jahrhunderts. Das Lied war 24 Wochen in den Hitlisten platziert. Text und Melodie stammen von dem 1930 ­geborenen Kirchenmusiker Martin Gotthard Schneider. Die Proteste haben nach Ansicht des Journalisten Andreas Malessa die Verkaufszahlen der Single eher nach oben getrieben. 1963 sang der damalige Popstar Ralf Bendix das Lied beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund vor 16.000 Zuhörern.  epd/idea

unterwegs 11/2012 11/2012 ::: ::: 20. 20. Mai Mai 2012 2012 unterwegs

Foto: Privat / TitelIllustration: istockphoto, Fotos: UNMS

Die Zukunft hat begonnen Eine gewaltige Veranstaltung ist Anfang Mai in den USA zu Ende gegangen: 988 Delegierte aus den EmK-Konferenzen rund um den Globus haben zehn Tage lang über die Zukunft der Kirche beraten. Dabei kamen mehr als 400 nicht aus den USA, wo nach wie vor rund zwei Drittel aller EmK-Glieder zuhause sind. Denn unsere Kirche wächst – vor allem in Afrika und Asien. Das ist zu allererst ein Grund zum Danken, stellt die Kirche aber auch vor große Herausforderungen – wie Bischöfin Rosemarie Wenner im Interview (Seite 8) erklärt. Dass trotz der sehr unterschiedlichen Kulturen und Erfahrungen der Delegierten in vielen Fragen Einigkeit herrscht, ist da ein kleines Wunder. Natürlich gibt es auch Strittiges, was bei weltweit 12 Millionen Kirchengliedern nicht überraschend ist. Dass ausgerechnet bei der Frage, wie die Kirche mit Homosexualität umgehen soll, die Lager so unversöhnlich sind, ist bedauerlich (siehe Seite 10). Dennoch kann die EmK in einer Welt, die immer mehr zusammenwächst, eine Vorreiterrolle einnehmen. Es gibt nur wenige Institutionen auf dieser Welt, die ähnlich basisdemokratisch organisiert sind. Wir brauchen keine Leitung, die sagt, wo es lang geht. In der EmK gilt wirklich: Wir sind die Kirche. Das nimmt uns alle in die Verantwortung. Und die dürfen wir selbstbewusst wahrnehmen. Ihr Volker Kiemle


Titelthema: Die Kirche hat Geburtstag ::: 3

Einwanderer können eine­ ­internationale Kirche wie die EmK ­bereichern.

Was die Migrantengemeinden uns schenken können Einwanderer bringen nicht nur ihre Arbeitskraft und ihre Kultur mit, sondern auch ihre Religion. Ihre Art des Glaubens und des Gottesdienstes passen aber oft nicht in das deutsche Schema. Pastorin Carol Seckel ermutigt uns, Unterschiede dankbar anzunehmen und sich an der Vielfalt von Gottes Familie zu freuen.

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Foto: John Goodwin, UMNS

ines der großen Probleme der frühen Kirche war die Frage, wer dazugehören sollte und wer nicht. Zwar hatte Jesus mit Ausgestoßenen verkehrt, Unreine berührt, mit Sündern getafelt und sogar mit einer Samariterin gesprochen und seine Jünger in alle Welt ausgesandt. Dennoch begann die frühe christliche Kirche rasch, Menschen auszusortieren. Unter denen, die für wert befunden waren, dazuzugehören, waren oft die Leiter der frühen Gemeinden. Die Gemeindeleitung von Jerusalem etwa wollte Regeln festlegen, die bestimmten, wie Außenstehende Teil der Kirche werden können. Üblicherweise hieß das für die Neuen, dass sie sich an den jüdischen Konvertiten orientieren sollten. Dazu kam es aber nicht. In erster Linie lag das an der Pfingsterfahrung, als die ersten Christen das Evangelium in ihrer jeweils eigenen Sprache hörten. Es folgte das Treffen zwischen Phillipus und dem äthiopischen Eunuchen (Apostelgeschichte 8) und der Besuch des Petrus im Haus des Cornelius (Apostelgeschichte 10). Der Leitung der Jerusalemer Gemeinde wurde schließlich klar, dass die Gute Nachricht von Jesus Christus allen Menschen ohne Ausnahme gilt. So verbreitete sich das Christentum in alle Welt – bis heute.

Gottes Familie ist global Heute kommt das Christentum wieder aus aller Welt zu uns – über die Migrantengemeinden. Diese Gemeinden haben uns viel zu geben. Vor allem erinnern sie uns daran, dass Gottes Familie viel größer ist als jede Kultur oder Gesellschaft. Wenn eine Kirche nur in einer bestimmten Kultur oder Gesellschaft existiert, wird sie

sich dieser Umgebung angleichen. Daran wird dann der Glaube der Menschen von außerhalb bewertet – mit fatalen Ergebnissen wie ein Blick in die Geschichte der Kirche zeigt: So benötigten etwa die Kreuzzüge und die Inquisition klare Vorgaben zum richtigen und falschen Glauben. Später drückten Missionare Menschen ihre Kleider- und Gottesdienstordnung auf, ohne die lokale Kultur und die Traditionen zu beachten. Glücklicherweise ist das heute anders. Die Migrantengemeinden und die internationalen Gemeinden bringen ihre eigene Art des Gottesdienstes, ihr Glaubensverständnis, ihre Traditionen und ihre Sprache mit. Man kann diese Unterschiede ignorieren. Oder man kann sie dankbar annehmen und sich an der Vielfalt von Gottes Familie freuen. Die Glieder der Migrantengemeinden und der internationalen Gemeinden sind keine Touristen. Sie leben und arbeiten in Deutschland. Hier ist ihre Zuhause. Und die EmK ist ihre Kirche. Wenn die EmK diese Gemeinden in ihre Mitte aufnimmt, wird sie ihren Horizont erweitern und die Vielfalt der Welt direkt vor ihrer Haustür erleben. Die Weite und Tiefe der Liebe Gottes, die allen Menschen gilt, lässt sich leichter erfahren, wenn wir gemeinsam Gott dienen. Gemeinsam können wir erleben, wie bereichernd es ist, zur Familie Gottes zu gehören. Übersetzung: Volker Kiemle

Dr. Carol Seckel ist Koordinatorin für Migrantengemeinden der EmK in Deutschland. Sie lebt mit ihrem Mann in Frankfurt am Main.


Ulrike ­Brodbeck, Konferenzlaienführerin SJK

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Ich wünsche mir eine Kirche

Die Zukunft der Kirche hängt

 it vielen aktiven, unterm schiedlichen, vor Ort aktiven und präsenten Gemeinden n die ihren Auftrag, für Menschen außerhalb der Kirche da zu sein, fröhlich lebt n die sich von anderen Christen weltweit anregen und bereichern lässt n die sowohl (sozial) diakonisch wie auch missionarisch noch profilierter ist n die authentisch ihren Glauben lebt und zu ihren Fehlern steht n die ihr methodistisches Erbe als große Chance für die Zukunft begreift und nicht rückwärtsgewandt denkt und arbeitet n die ihre Gemeinsamkeiten schätzt und ihre Unterschiede als bereicherndes Salz erlebt.

nicht von uns ab. Ich vertraue darauf, dass Gott auch weiterhin in unserer Kirche und durch sie handeln wird. Glaubhaft und engagiert wollen wir Jesus nachfolgen in einer Welt, die bei allen Veränderungen doch immer ­wieder genau das braucht: eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus, eine Orientierung an Maßstäben, die über die vordergründigen Bedürfnisse des Alltags hinausgehen, eine Hoffnung, die nüchtern gegen Hindernisse und lebensfeindliche Mächte angeht und so genannte Sachzwänge hinter sich lässt. Dabei wünsche ich mir Kreativität und Fantasie, um den Glauben, der unser Leben trägt, immer neu zur Sprache zu bringen ...

n

Frank ­ ichele, A Missionssekretär

Die EmK in zehn Jahren ist

für mich eine Kirche, die ... »Wer Visionen hat, soll zum

Joachim Blechschmidt, Konferenzlaienführer OJK

Arzt gehen« soll Helmut Schmidt gesagt haben. Mit Visionen ist das so eine Sache. Schnell werden sie in die Schublade der Träumerei, des Wunschdenkens oder der Realitätsferne einsortiert. Und wenn ich nach Visionen für meine Kirche gefragt werde, dann stellt sich für mich zuerst die Frage, was mir meine Kirche bedeutet. Wenn ich diese Frage beantwortet habe, dann sehe ich die EmK in zehn Jahren als eine Kirche, die sich klar am Evangelium Jesu Christi orientiert und in den Traditionen John Wesleys sich um die Menschen kümmert, die es im sozialen Umfeld der Gesellschaft schwer haben. Es wird die EmK noch geben, doch sie wird sich verändert haben. Sie wird sich den sozialen Herausforderungen stellen und das Evangelium zu den Menschen bringen, die es dringend brauchen.

… sich angesichts geringer werdender Mitgliederzahlen nicht in eine Identitätskrise treiben lässt, sondern den Charme der Kleinheit für sich entdeckt und diese Entdeckung phantasievoll und beweglich mit Leben erfüllt … in der allgemeinverständlich, weltoffen und theologisch fundiert gepredigt und fleißig Dienst getan wird, einfach weil es Freude macht … in der das soziale Engagement der Gemeinden zu einem wesentlichen Teil ihres Selbstverständnisses gehört … in der die Angst um die eigene Existenz als Kirche keine Bedeutung hat und deshalb viel Raum ist für die Angst und die Not der Menschen in ihrer Mitte und ihrer Umgebung … in der es keine Denkverbote gibt, sondern Vielfalt als beglüFrank ­Eibisch, ckende Bereiche- ­Vorsitzender rung erlebt wird. der Evangelisch-methodistischen ­Diakoniewerke (EmD)

Unterwegs mit Die Evangelisch-­ methodistische Kirche ist 2022 zu einer »unwürdigen

Greisin« (Bertolt Brecht) geworden. Sie hat aufgehört, sich in der Erziehung des Nachwuchses und der Pflege der Betagten zu verausgaben. Sie steht zu ihrem Alter und auch die Mitglieder stehen zu ihrem Alter. Aber sie lebt nicht bescheiden und immer mehr zurückgezogen, sondern fängt an, das Leben zu genießen und Neues Lothar zu entdecken. ­Elsner, Die Senioren nis­Leiter des ten sich in allen VerBildungsanstaltungen ein. werks Einzelne gehen zur Sonntagsschule, weil sie nicht mehr so lange im Gottesdienst sitzen können oder wollen, andere gehen zum Spielenachmittag in die Jungschar und einige mit dem Jugendkreis ins Kino. Als letzte Veranstaltung mit Altersgruppen gibt es noch die monatlichen RollatorHindernisrennen. Die Jugend ist mit Begeisterung dabei. Nicht nur die Generationen verbinden sich zu gemeinsamen Aktivitäten. Die Werke werden zu einem »Netzwerk« vereinigt, in dem FachreferentInnen verschiedene Perspektiven einbringen. Diakonisch-gesellschaftliche Verantwortung und evangelistische Verkündigung werden gemeinsam verwirklicht. In der evangelistischen Predigt wird die Finanzkrise analysiert und die früheren Besucher des Mittagstischs kochen inzwischen selbst mit und feiern, weil das Reich Gottes ja gerade ihnen verheißen ist.

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Titelthema: Die Kirche hat Geburtstag ::: 5

leichtem Gepäck: Die Zukunft der EmK »Die Kirche muss immer erneuert werden« – so lautet ein Kernsatz der protestantischen Tradition. Wer aber verändert hier wen? Und wie sieht unsere Evangelisch-methodistische Kirche in zehn Jahren aus? Wir haben Geistliche und Laien, die Leitungsverantwortung tragen, nach ihrer Vision befragt.

2022 – EmK in Ostdeutschland:

Wir blicken zurück auf eine Dekade einschneidender Veränderungen. Die »Initiative 50 für mehr Großzügigkeit« hat bleibend zu mehr Einnahmen geführt und hat das Bewusstsein für die Gesamtkirche befördert. Die Zahl der Glieder hat sich nach Jahrzehnten des Rückgangs trotz deFriedbert mographischer EinFröhlich, ­Superintendent schnitte stabilisiert. Wir des Dresdner haben freilich deutlich weniger Gemeinden. Die Distrikts bestehenden Gemeinden sind lebendig, feiern freudig Gottesdienst, pflegen christliche Gemeinschaft und begleiten ein soziales Projekt in ihrer Umgebung. Als eine Zelle der Veränderung erweisen sich die zahlreichen neu entstandenen Bibellesekreise. Gott kann uns gebrauchen, wir sind nötig für dieses Land. Kirche macht Spaß und ist alltagstauglich. Vielleicht sind wir wirklich eine Kirche mit Schwung.

Erwecke und ­belebe uns, reiß

uns aus Trägheit Heike-Ruth und Angst heraus Klaiber, … Pfingstgottes­Vorsitzende dienst 2022: als des FrauenPredigerin schaue werks ich in die Gemeinde und freue mich über die volle Kirche. Alle Generationen sind versammelt, die Kinder warten auf ihren Programmpunkt, die Aufzeichnung des Gottesdienstes wird pflegenden Angehörigen später persönlich bei einem Besuch überbracht. Meine Gedanken gehen zurück: Mutig ist diese Gemeinde neue Schritte in die Zukunft gegangen, verzichtete auf krampfhaftes Festhalten an festgezurrten Strukturen, ging weg vom Klein-Klein, wagte neue Wege und setzte mutig neue Impulse. Trägheit und Ängstlichkeit wurden überwunden, als Gemeinde feiern wir fröhlich einen Gottesdienst, der uns belebt.

Meine Vision ist, dass Christinnen und Christen sich ehrlich menischen Veranstaltung tauchte nach den Motiven ihres Redens die Frage auf: »Um was geht es und Handelns fragen, sich als hier eigentlich, um Theologie oder Kinder des einen Gottes, des Tradition?« Seitdem bewegt und Vaters ­Jesu Christi, sehen und begleitet mich diese Frage in Disannehmen und gemeinsam darkussionen und bei Auseinandersetum ringen, dass er verherrzungen in Gemeinden und licht wird und sein Wort Kirche: Geht es wirklich um in unserer Zeit das Leben den Kern des christlichen in seiner ganzen Fülle Glaubens oder darum, dass und allen Bezügen leitet. die eigenen Ansichten und Gewohnheiten nicht verändert werden sollen? Carl Hecker, Superintendent des Heidelberger Distrikts

Im Gespräch am Rande einer öku-

Meine Vision von Kirche hat vor a­ llem damit zu tun, dass die ­Menschen, die zu ihr gehören, immer mehr aus der Erfahrung der Gegenwart Gottes leben. Die verschiedenen Arbeitsfelder wie Gottesdienst, Bildung, Diakonie, Gemeinschaft erfahren, ökumenische Solidarität, Seelsorge sind wichtig. Aber sie verlieren ihre Leuchtkraft, wenn sie nicht motiviert und getragen werden von einem gelebten Glauben. Ich wünsche mir deshalb eine Kirche, n die sich ihrer Kernkompetenz bewusst bleibt und das Evangelium von Jesus Christus in einer sich ständig verändernden Gesellschaft immer wieder neu und kreativ zur Sprache bringt. n die verschiedene Formen zu glauben und Gott zu begegnen nebeneinander fördert und Räume bietet, um diese verschiedenen Frömmigkeitsrichtungen in einen fruchtbaren Dialog miteinander treten zu lassen. n die offene Türen für Junge und Alte, Frauen und Männer, Fromme, Suchende und Zweifelnde hat: »Wo der Geist Gottes ist, da ist Freiheit« (2.Kor 3,17). n die es schafft, das Evangelium konsequent von den Jüngsten her zu denken, die GeborgenJörg Hammer, heit, Sicherheit und Raum Leiter des bietet für die persönliche EntKinder- und faltung und GlaubensentJugendwerks wicklung von Kindern und Süd Jugendlichen. n die in der Gesellschaft durch gelebten Glauben relevant ist, um sie zu prägen und zu verändern.


6 ::: Titelthema: Die Kirche hat Geburtstag

Eine Vision für unsere Kirche

Matthias Wichers, Konferenzlaienführer NJK

Barry Sloan D.Min., Leiter des Evangelisationswerks

Ich träume von wachsenden Gemeinden, von Menschen, die nach Gott fragen und für die wir die richtigen Antworten auf aktuelle Fragen des Lebens haben. Es ist doch kein Zufall, dass sich viele Gemeinden seit einigen Jahren immer häufiger mit ihrer Zukunft beschäftigen. Gemeinden wachsen oder werden neu gegründet, in der Kinder- und Jugendarbeit bewegt sich etwas. Diese Zeichen sollten uns deutlich machen, dass Gott auch weiterhin etwas von uns will. Aber eins ist für mich klar. Die Menschen kommen nicht von allein zu uns. Wir müssen uns aktiv um sie kümmern, ihnen in schwierigen Zeiten Hilfe anbieten und zeigen, dass wir es ernst meinen, wenn wir von Gottes Liebe erzählen. Wir brauchen uns nicht zu verstecken. Gott weiß, wie es in zehn Jahren aussieht und deshalb ist mir um uns überhaupt nicht bange.

Eine Kirche mit Wurzeln (Tradition) und Flügeln (Beweglichkeit), die weiß, wo sie herkommt, wo sie hin will, und auch den Mut und die Demut hat, die nötigen Schritte zu tun, um mit Gottes Gnade dorthin zu gelangen. Die Kirche in meiner Vision ist bewusst christozentrisch: evangelistisch sprachfähig und diakonisch handlungsfähig. Sie besteht sowohl aus Gemeinden mit und ohne eigene Kirchengebäude als

zu haben, das klingt nach einer großen Sache. Meistens entwickeln sich dann auch in unseren Köpfen »große Sachen«. Was dran ist und wie sich der Weg meiner Kirche in den nächsten zehn Jahren gestalten sollte, hat für mich eher mit »kleinen Sachen« zu tun. Denn was braucht’s denn wirklich, um Kirche Jesu Christi zu sein? Schon die ersten Jünger wurden eher bescheiden ausgestattet. Als nunmehr seit Jahrzehnten klei-

Stephan ­Ringeis, ­Superintendent des Zwickauer Distrikts

ner werdende Kirche ist unsere Ausstattung oft überdimensioniert. Wir tragen viel mit uns herum. Angefangen bei unseren Gebäuden, die viel Kraft und Geld kosten, bis hin zu unseren Vorstellungen, wie Gemeindeleben aussehen muss. Kleiner werden heißt für mich, loslassen können und sich wieder auf das Wesentliche konzentrieren. Es wird befreiend sein, wenn wir mit leichtem Gepäck unterwegs sind. Das biblische Wort muss dabei wieder neu entdeckt werden. Die Bibel nimmt nicht viel Platz weg, aber sie führt uns zu einer wahrlich großen Sache.

Die EmK in zehn Jahren be-

Siegfried Reissing, Superintendent des Stuttgarter Distrikts

auch mit und ohne eigene ­PastorInnen. Neben VollzeitpastorInnen gibt es eine Reihe anderer Dienstmodelle, die der Mission in dem neuen Kontext dienen. Meine Kirche der Zukunft ist bereit, manches sterben zu lassen, damit Neues entstehen kann bzw. Anderes gesund bleibt. Dutzende von MissionarInnen (Haupt- und Ehrenamtliche) werden ausbildet, beauftragt und in ganz Deutschland ausgesendet.

steht aus Gemeinden, die ihren Platz in ihrer Stadt gefunden haben. Sie sind allseits bekannt und gesellschaftlich anerkannt. Diese Gemeinden ­haben ihre Kräfte konzentriert und achten darauf, dass sie eine lebendige Gemeinschaft sind, in der man sich wohl fühlt und die nach außen attraktiv wirkt. Sie haben ihre Gebäude so eingerichtet, dass eine moderne Gemeindearbeit möglich ist und sind weit weg vom ehemaligen »Stundenmief«. Die Arbeit wird von vielen Menschen getragen. Immer wieder finden Menschen zu uns und in die Gemeinschaft mit Gott. Als Kirche arbeitet die EmK nach wie vor eng zusammen mit den anderen Kirchen und zeigt deutlich erkennbar ihr Profil als eine Kirche, die »Herzensfrömmigkeit« mit sozialem Engagement verbindet, die zum Dialog bereit ist und ihre theologische Bandbreite als Chance begriffen hat.

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foto: Daniel Schmidt

»Sie lobten Gott und waren beim ganzen Volk beliebt. Der Herr ließ täglich weitere Menschen zur Gemeinde hinzukommen, die Titelthema: Die Kirche Wort hatauf Geburtstag den Weg ::: ::: 77 gerettet werden sollten.« Apostelgeschichte 2,47

Auf einem guten Weg

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anchmal lese ich in einem Buch zuerst die letzte Seite. Gerade, wenn es besonders dick ist und ich mir nicht sicher bin, ob ich es lesen will – denn dann weiß ich, wo es hingeht. So mache ich es auch in der Pfingstgeschichte, wie sie im zweiten Kapitel der Apostelgeschichte erzählt wird: Vers 47 ist der letzte Vers in diesem prall gefüllten Kapitel. Erst die Ausgießung des Heiligen Geistes, die große Pfingstpredigt des Petrus, die Reaktion der Zuhörer und dann die Kennzeichen der ersten Gemeinde, wie sie glaubten und miteinander lebten. Und dann der letzte Satz: »Sie lobten Gott und waren beim ganzen Volk beliebt.« Diese Aussagen sind zwei Ausrufezeichen nach den vielen, teilweise hochtheologischen Details. Für jeden verständlich und darum für mich Lackmustest des Gemeindeprogramms. Und wie als Unterstreichung kommt dann der summarische Bericht am Ende: »Der Herr ließ täglich weitere Menschen zur Gemeinde hinzukommen.« Gemeinde lebt und wächst, wo Gott gelobt wird und die Gemeinde Ausstrahlung hat.

Neue Formen der Anbetung Viele Gemeinden haben das inzwischen verstanden und begonnen, es für sich durchzubuchstabieren. Sie suchen nach neuen, angemessenen Formen der Anbetung und viele haben für sich tragfähige Wege entdeckt – ob Lobpreis oder eher liturgische Formen. Eine neue Innerlichkeit ist in vielen Gemeinden festzustellen. Nicht umsonst waren die beiden letzten Foren für Evangelisation quasi überbucht, die sich mit der persönlichen Frömmigkeit beschäftigten. Auch die Suche, wie Gemeinde neu relevant für den Stadtteil werden könne, hat viele kreative Antworten gefunden. Ob Mittagstisch, Hausaufgabenbetreuung, Beratungsangebote oder offene Cafés – die Zahl an niederschwelligen Angeboten hat zugenommen. Nur das Bestätigungszeichen will sich an vielen Orten nicht so recht einstellen: »Und täglich fügte der Herr hinzu ...« Ein Grund ist sicher, dass an manchen Orten zer-

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störerische Konflikte, Probleme in der Leitung der Gemeinde, unangemessene Strukturen oder manchmal auch die fehlenden personellen, finanziellen oder räumlichen Ressourcen so im Vordergrund stehen, dass Gotteslob und Wahrnehmbarkeit gar keine Chance haben, sich zu entwickeln. Wie soll eine Gemeinde, die sich seit Jahren leidenschaftlich streitet, ehrlich miteinander ins Lob finden? Oder wie soll eine Gemeinde attraktiv für Außenstehende sein, deren Mitglieder sie als so beschwerlich ansehen, dass sie von Zeit zu Zeit eine Auszeit benötigen?

Gemeinde: Ein Ort der Kraft und des Trostes Aber wenn wir uns auf den Weg gemacht haben, könnte es sein, dass wir gemeinsam mit der Übersetzung nach Martin Luther nach dem Falschen Ausschau halten? Nämlich nach denen, die gerettet wurden? Korrekt steht hier aber, wie die Elberfelder, die Gute Nachricht, die Basisbibel und viel andere übersetzen: »Die gerettet werden sollen.« Wenn »Apostelgeschichte 2 ganz hinten« der Lackmustest ist, ob wir als Gemeinden und als Kirche auf dem richtigen Weg sind, dann nicht in der Zahl der Geretteten, schon Bekehrten und in die Familie der Gemeinde Integrierten. So schön es ist, viele auf diese Weise begrüßen zu können – es geht darum, dass der Strom derer nicht abbricht, die im Raum unserer Gemeinde Trost suchen, neue Kraft, Antworten und einen Weg für ihr Leben. Wenn so unser Gemeindealltag aussähe, wir dafür bekannt wären, dass Gott täglich Menschen zur Gemeinde hinzufügt, die gerettet werden sollen, dann wären wir nah bei Apostelgeschichte 2,47 und auf einem guten Weg!

Christhard Elle ist Sekretär für missionarischen Gemeindeaufbau und Pastor im Wiederaufbauprojekt Bremerhaven.


8 ::: Titelthema: Die Kirche hat Geburtstag

»Die Einheit ist in Jesus Christus Seit dem 26. April ist Bischöfin Rosemarie Wenner Präsidentin des Bischofsrats der Evangelischmethodistischen Kirche. Die 56-Jährige wurde bei der Generalkonferenz in Tampa/Florida in ihr Amt eingesetzt. Über die Herausforderungen und die Schwerpunkte ihrer Arbeit haben Harald Rückert und Volker Kiemle mit ihr gesprochen. Frau Wenner, was bewegt Sie, wenn Sie an Ihr neues Amt denken? ROSEMARIE WENNER: Ich habe natürlich Respekt vor der Aufgabe, die ich übernehme. Gleichzeitig freue ich mich, dass ich unsere Kirche mitgestalten kann. Was genau ist die Aufgabe der Präsidentin des ­Bischofsrats? ROSEMARIE WENNER: Dazu gehören vor allem die Leitung und Vorbereitung der Sitzungen des Bischofsrats, der laut Verfassung, Lehre und Ordnung der EmK die Aufsicht und Förderung der zeitlichen und geistlichen Anliegen der Gesamtkirche ausübt. Zudem spreche ich für den Bischofsrat. Darüber hinaus will ich mich dafür einsetzen, Plattformen zu schaffen, wo Menschen, die in unserer Kirche Verantwortung tragen, miteinander reden und Neues entwickeln können.

len Diskussionen über Strukturen unseren Auftrag als Kirche nicht aus den Augen verlieren: Menschen in die Nachfolge Jesu zu rufen. Sie sind jetzt sozusagen »Weltbischöfin«– wie ­verändert das Ihren Blick auf die deutsche EmK? ROSEMARIE WENNER: Weltbischöfin war ich schon immer – das Bischofamt wird in der EmK nie nur regional verstanden, wir haben eine allgemeine Aufsicht. Der Blick auf Deutschland verändert sich in zweierlei Hinsicht: Ich merke immer wieder, wie viel wir in Deutschland als relativ kleine Kirche umsetzen von dem Ziel, in Gottes Mission mit den Menschen zu sein und in ökumenischer Gemeinschaft zu leben. Gleichzeitig wird die neue Aufgabe noch einmal deutlich machen, wie relativ die Probleme in Deutschland sind im Vergleich zu den großen Problemen in der Welt – wie Hunger, Armut und Krankheiten wie HIV-Aids oder Malaria.

Welche dringenden Aufgaben sehen Sie? ROSEMARIE WENNER: Zwei sind mir besonders wichtig: Mission und Einheit. Wir sind gerufen, bei den Men- Was schätzen Sie an der deutschen EmK? schen zu sein und Christus zu bezeugen, wo immer es ROSEMARIE WENNER: Ich lerne immer mehr die große Gemeinden gibt, und uns darin gegenseitig zu unter- Kraft und die vielen Gaben zu schätzen, die wir in unstützen. Das ist eine große Herausforderung. Wir sind seren Gemeinden haben. Es ist großartig, was durch als Kirche auf vier Kontinenten vertreten, das bedeutet die 60.000 Menschen, die sich zu uns zählen, bewegt viele unterschiedliche Kulturen und wird. Die Herausforderung ist, eine große theologische Bandbreite. mehr Relevanz zu bekommen. Wir können noch viel besser werDass Gemeinden klarer erkennen, Es ist großartig, was die den in der Verwirklichung des Aufwas ihr Beitrag vor Ort sein kann 60.000 Methodisten in trags, Gottes Liebe an die Men– auch gemeinsam mit Christen Deutschland bewegen.« schen weiterzugeben. Ich hoffe, anderer Kirchen. Das entlastet dass ich besonders als Bischöfin, die auch: Wir müssen als kleine Kirnicht aus den USA kommt, einen che nicht alles machen. Unsere Beitrag dazu leisten kann, dass wir die Vielfalt der un- große Stärke ist, dass für uns Evangelisation und Weltterschiedlichen Teile der Kirche schätzen und nutzen. verantwortung untrennbar zusammengehören. Die EmK wächst weltweit – vor allem in Asien und Afrika. Wie verändert das unsere Kirche? ROSEMARIE WENNER: Fast 40 Prozent der Delegierten bei der Generalkonferenz kommen von außerhalb der USA. Das wird wahrgenommen. Gleichzeitig müssen wir auch Arbeitsweisen finden, die dieser Vielfalt Rechnung tragen – die parlamentarischen Abläufe sind westlich geprägt. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass der Bischofsrat andere Modelle entwickelt und für ihre Umsetzung wirbt. Wichtig ist, dass wir bei al-

Bei der Generalkonferenz zeigte sich erneut, dass die EmK in der Frage, wie mit Homosexualität umgegangen werden soll, tief gespalten ist. Was bedeutet das für die Einheit der Kirche, die Sie in Ihrer Botschaft an die Konferenz beschworen haben? ROSEMARIE WENNER: Die Einheit in der Kirche ist Gott sei Dank nicht davon abhängig, dass wir uns einig sind. Sie ist in Jesus Christus gegeben. Ich wünschte, die Generalkonferenz könnte sich dazu durchringen, in den Sozialen Grundsätzen zu sagen: Wir sind uns

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gegeben«

»Die Einheit in der Kirche ist Gott sei Dank nicht davon abhängig, dass wir uns einig sind«, sagt Bischöfin Wenner.

Foto: John Goodwin

uneins in der Beurteilung, ob Homosexualität mit der biblischen Lehre vereinbar ist oder nicht. Leider ist die Mehrheit der Generalkonferenz dazu nicht bereit, obwohl Einigkeit darin besteht, dass Menschen mit den unterschiedlichen sexuellen Prägungen in der Kirche willkommen sind. Dass man die Uneinigkeit nicht »aktenkundig« machen will, hat mit der starken Ablehnung der Homosexualität auf dem afrikanischen Kontinent zu tun und damit, dass etliche Methodisten in den USA Angst vor kleinen Zugeständnissen haben, die ein erster Schritt zur Zulassung homosexueller Menschen zur Ordination bedeuten könnten. Trotz dieser massiven Spannung bleiben wir miteinander auf dem Weg. Das kostet viel Kraft, gleichzeitig ist der Wille, miteinander Kirche zu sein, bei allen Teilen da. Ich vertraue darauf, dass Gott uns Weisheit und Liebe schenkt in den andauernden Auseinandersetzungen. Das Thema Homosexualität spielt in den Debatten in der deutschen EmK eine marginale Rolle. Warum ist das in der weltweiten EmK anders? ROSEMARIE WENNER: Dass wir in der EmK in Deutschland nicht so intensiv über Homosexualität diskutieren, hat auch damit zu tun, dass wir die Verfassung, Lehre und Ordnung nicht selbst schreiben, sondern mit den Entscheidungen der Generalkonferenz leben.

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Außerdem ist die Kirche nicht so stark polarisiert, wie dies zum Beispiel in den USA in dieser Frage der Fall ist. Und im weltweiten Kontext ist das Thema in allen ökumenischen Gremien und in allen Denominationen strittig, ja es führt teilweise zu Trennungen, weil Kultur und Kontext die Beurteilung ebenso prägen wie das Bibelverständnis. Ihre erste Generalkonferenz an der Spitze des ­Bischofsrats ist vorüber. Was haben Sie in diesen ­Tagen gelernt? ROSEMARIE WENNER: Wir versuchen das fast Unmögliche möglich zu machen, indem wir als Weltkirche alle wichtigen Entscheidungen für alle Regionen alle vier Jahre in einer Konferenz mit fast 1.000 Delegierten nach einem komplizierten Regelwerk gemeinsam treffen. Noch sind wir uns nicht einig, wie eine angemessenere Struktur aussehen könnte. Wir müssen sie aber entwickeln, um den Herausforderungen an die EmK im 21. Jahrhundert gerecht zu werden. Ich werde mich dafür einsetzen, dass der Bischofsrat eine leitende Rolle bei der Suche nach neuen Wegen spielen kann und ich hoffe, dass er gehört wird. Denn die Entscheidungen über die Struktur, die Aufgaben und die Finanzierung der weltweiten Zusammenarbeit trifft allein die Generalkonferenz. 

Weitere Berichte über die Generalkonferenz auf den nächsten Seiten.


10 ::: Generalkonferenz

Miteinander feiern und Gott ­loben: Bei der jüngsten ­Generalkonferenz zeigte ­ sich die Vielfalt der weltweiten EmK.

Mit Vertrauen in eine unbekannte Große Erwartungen lagen auf der Generalkonferenz der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK), die am 4. Mai in Florida zu Ende gegangen ist. Vor allem die geplanten Strukturänderungen waren zuvor heftig umstritten gewesen. Zudem zeigte sich erneut, dass die EmK in ihrer Position zur Homosexualität weiter tief gespalten ist. shington (USA), betonte: »Wenn die Mission der Kirche geschehen soll, dann hängt es an mir, an dir, an uns allen. Ohne Ausnahme!«

Homosexualität: Keine Annäherung Weiterhin gegensätzlich sind die Positionen innerhalb der EmK zur Homosexualität. Ein Antrag, der eine Brücke zwischen beiden Standpunkten bauen sollte, wurde mehrheitlich abgelehnt. Somit bleibt es bei der bisherigen offiziellen Auffassung der Kirche, dass praktizierte Homosexualität nicht geduldet wird und mit christlicher Lehre unvereinbar ist. So ist es in der Ordnung der Kirche festgeschrieben. Die Pastoren Adam Hamilton und Mike Slaughter hatten einen Antrag eingebracht, den bestehenden Text zu ändern. Beide gelten als eher konservativ und leiten Gemeinden mit jeweils mehreren Tausend Gliedern. Ihrem Antrag zufolge sollte festgehalten werden, dass es zur Homosexualität in der EmK unterschiedliche Auffassungen gibt. Dazu wurden die Mehrheits- und Minderheitsmeinung beschrieben. 54 Prozent der Delegierten lehnten diesen Antrag ab. Ein anderer Antrag mit der Absicht, die bestehende offizielle Auffassung der Kirche zu ändern, wurde mit einer größeren Mehrheit von 61 Prozent abgelehnt. Nach den Abstimmungen zu diesem Thema kam es zu Demonstrationen gegen den offiziellen Umgang der EmK mit Homosexuellen. Die Demonstranten störten den Ablauf der Konferenz derart, dass der vorsitzende Bischof die Sitzung unterbrach und die Delegierten in eine verlängerte Mittagspause entließ. Nach Verhand-

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Foto: Paul Jeffrey, UMNS

T

ausend Menschen aus vier Kontinenten unter einen Hut zu bekommen, ist eine Mammutaufgabe – auch in der Kirche. Das wurde bei der am 4. Mai zu Ende gegangenen Generalkonferenz der EmK wieder deutlich. Elf arbeitsreiche Tage debattierten die Delegierten. In der zweiten Woche beriet das Plenum die Beschlussanträge, die 13 Ausschüsse in der ersten Woche vorbereitet hatten. Die alle vier Jahre stattfindende Konferenz war in diesem Jahr geprägt durch einen wesentlich höheren Anteil – rund 40 Prozent – von Delegierten von außerhalb der USA. Die unterschiedlichen Kulturen und Sprachen erschwerten bisweilen die Beratungen. Doch es ging nicht nur um Anträge. So gab es einen bewegenden Bußgottesdienst, in dem die EmK ihre Schuld gegenüber den Ureinwohnern in Amerika bekannte. Dabei predigte der lutherische Pastor George Tinker, Professor für die Kultur und Religion amerikanischer Indianer und selbst vom Stamm der Osage, über Jesu Worte in Markus 1,15: »Tut Buße und glaubt an das Evangelium.« Er brachte diesen Text in indianischer Weise in Zusammenhang mit dem Thema des Abends: »Verstehe, dass du nicht mehr bist als irgendjemand anderes auf der Welt. Wir sind alle ein Teil der Schöpfung.« In ihrer Botschaft an die Generalkonferenz riefen die Laien die Kirche zu verstärkter Evangelisation auf: Betty Spiwe Katiyo aus Harare, Simbabwe, appellierte an die Delegierten, sich ihrer Geschichte mit Gott und im Glauben zu erinnern und diese Geschichte zu erzählen. Amory Peck aus Bellingham, Bundesstaat Wa-


Generalkonferenz ::: 11

Beschlüsse der Generalkonferenz Rund 1.200 Anträge waren an die Generalkonferenz 2012 eingereicht worden. Wir haben für Sie einige Beschlüsse ausgewählt:

Zukunft

Foto: JMike DuBose, UMNS

lungen zwischen den Bischöfinnen und Bischöfen und den Protestierenden trug Bischöfin Rosemarie Wenner als Präsidentin eine Stellungnahme des Bischofsrates vor. Darin heißt es: »Alle Menschen sind Gottes geliebte Kinder. Dies ist unsere tiefe Überzeugung. [...] Liebe Schwestern und Brüder, die Sie schwul, lesbisch, transsexuell oder bisexuell sind, Sie wurden verletzt durch Schritte der Generalkonferenz und durch die Ordnung der Evangelisch-methodistischen Kirche. Wir fühlen Ihren Schmerz. [...] Ich bitte uns alle dringend, dass wir festhalten am Engagement, die Konferenz in gottgefälliger Weise durchzuführen, dass wir uns gegenseitig in die Augen schauen und das Gesicht Jesu Christi im Gesicht des anderen sehen, dass wir respektieren, dass wir alle von Gott berufen und geliebt sind.«

»Das Unmögliche wird möglich« In ihrer Predigt beim Abschlussgottesdienst forderte Bischöfin Wenner die Kirchenglieder zu mehr Vertrauen auf. »Wir gehen in eine unbekannte Zukunft«, sagte die neue Präsidentin des EmK-Bischofsrates. Aber das sei bei den Jüngern Jesu Christi auch so gewesen. »Überraschenderweise sind sie mit Vertrauen gegangen. Sie hatten darauf vertraut, dass Christus sie, auch wenn er nicht mehr sichtbar gewesen ist, auf ihrer Reise führt durch sein Wort und seine starke Gegenwart.« Wenner weiter: »Christus handelt in unserer Welt. Und Christus ist bereit, mit uns zu arbeiten, so wie wir bereit sind zu gehen. Was für eine Botschaft! Sie lautet: ›Und der Herr wirkte mit ihnen.‹ Was für eine Zusammenarbeit! Christus – arbeitend mit seinen Jüngern. Das bedeutet: Das Unmögliche wird möglich. Ängstliche Glieder der EmK bekommen Hoffnung.«  Reinhold Parrinello / Volker Kiemle http://is.gd/VzZYa0

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uch künftig wird der Bischofsrat keinen Vollzeitpräsidenten bekommen. Zwar votierte eine Mehrheit der Delegierten dafür, die für eine Verfassungsänderung notwendige Zweidrittel-Mehrheit bekam der Antrag aber nicht. Auch der Antrag, die Amtszeit der Bischöfinnen und Bischöfe in den USA zu beschränken, kam nicht durch. Sie werden weiterhin auf Lebenszeit gewählt. V Fünf der von der deutschen EmK eingebrachten Anträge zur Abänderung der Sozialen Grundsätze wurden mit großer Mehrheit angenommen. Sie betreffen den Umgang mit den Energie-Ressourcen (zum Beispiel: Aufruf zur verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien), die Nahrungsmittelsicherheit (Forderung nach einer klaren Kennzeichnung gentechnisch veränderter Lebensmittel), den verantwortlichen Umgang mit der Gentechnologie und die Gewalt in den Medien (unter anderem die Ablehnung sexistischer und gewaltverherrlichender Bilder). V Die Zentralkonferenz von Mittel- und Südeuropa umfasst künftig auch Belgien und Rumänien. Schon im zuständigen Legislativ-Komitee auf der Strecke blieb hingegen der Antrag einer Einzelperson, die drei europäischen Zentralkonferenzen zu einer einzigen zusammenzulegen. V Der Nahostkonflikt beschäftigte die Generalkonferenz mehrfach. So stimmten die Delegierten einem Antrag zu, der zum gewaltlosen Widerstand gegen den Bau israelischer Siedlungen auf palästinensischem Gebiet aufruft. Dagegen kann die EmK weiterhin in Firmen investieren, deren Produkte von der israelischen Armee im Rahmen der Besetzung palästinensischen Territoriums verwendet werden. V Viele Stunden hatten die Delegierten unterschiedliche Vorschläge für eine Strukturänderung der GK-Behörden debattiert. Noch während der Tagung entstand der »Plan UMC«, der schließlich mit kleinen Änderungen angenommen wurde. Allerdings kassierte der Rechtsrat den Beschluss, weil er der Kirchenverfassung widerspricht. Die von den GK-Behörden vorsorglich eingereichten Anträge zur Verminderung der Zahl ihrer Vorstandsmitglieder wurden angenommen. V Einzelpersonen können künftig keine Anträge an die Generalkonferenz mehr einreichen. Damit sollen die GK-Tagungen verkürzt und die Kosten gesenkt werden. http://is.gd/I4v2SD

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12 ::: Generalkonferenz

Bereichert, aber auch ernüchtert Rund 1.000 Teilnehmer haben sich zur Generalkonferenz der EmK in Florida getroffen. Hier ziehen die sechs Delegierten aus Deutschland Bilanz.

Mit gemischten Gefühlen kehre ich aus Tampa zurück. Viele Begegnungen mit sehr unterschiedlichen und sehr interessanten Menschen rund um den Globus haben mich bereichert. Der Umgang mit den »großen« Herausforderungen unserer Kirche hinterlässt jedoch viele offene Fragen. Es bleibt eine enorme Herausforderung, sich als eine weltweite Kirche zu verstehen und diesen Anspruch glaubhaft zu leben. Die Übergabe des Vorsitzes im Bischofsrat an Bischöfin Rosemarie Wenner war ein herausragendes Ereignis. In dieser Wahl zeigen sich viel Wertschätzung und Vertrauen in ihre Fähigkeit, klar zu leiten und zu integrieren. Eindrücklich war für mich, wie unsere Bischöfin gleich an zwei sehr heiklen und äußerst sensiblen Stellen im Ablauf der Konferenz diese besonderen Begabungen hilfreich eingebracht hat. Harald Rückert, Pastor im Bezirk Reutlingen-Erlöserkirche

Hinterbänkler in guter ­Gemeinschaft Auch wenn die Reihennummern 1 und 2 für unsere Delegierten etwas anderes erwarten lassen: Wir saßen bei der Generalkonferenz 2012 in den letzten Reihen! Von dort ist es schwierig, sich in diesem Plenum von 988 Delegierten Gehör zu verschaffen. Gleichzeitig hat sich in den fast zwei Sitzungswochen eine Gemeinschaft innerhalb der deutschen und europäischen Delegationen gebildet. Beginnend um 6.30 Uhr beim Arbeits-Frühstück mit unserer Bischöfin, Pausengesprächen und Unterstützung während der manchmal etwas undurchsichtigen Sitzungsleitung bis zur abendlichen Abschlussrunde teilten wir unsere Ressourcen. Die Erfahrung einer globalen Kirche, die in vielen Gesichtern aus vielen Teilen der Welt Realität wird, der Blick über den lokalen Tellerrand hinaus und die Gemeinschaft unserer kleinen europäischen Delegation und das frühsommerliche Florida machten diese Tage sehr wertvoll für mich. Ulrich Schempp, Laiendelegierter der NJK

Respekt lernen Es war schön und bereichernd mit vielen anderen Methodisten ins Gespräch zu kommen und miteinander unterwegs zu sein, Gottesdienste zu feiern, über unsere Kirche nachzudenken und Wege für die Zukunft zu suchen. Unbefriedigend empfand ich die Art des Vorangehens. Im Vordergrund standen oft nicht Inhalte, sondern die Beteiligung aller Personengruppen und die Besetzung der Gremien im Verhältnis zur Gliederzahl. Die Afrikaner waren sehr gut vorbereitet und haben sich vor dem Hintergrund hoher Gliederzahlen stark eingebracht, unterstützt von einigen großen amerikanische Konferenzen. Wenn wir weltweite Kirche sein wollen, werden wir lernen müssen, alle Regionen unabhängig von der Größe zu beteiligen und sorgsam die jeweiligen Kulturen zu respektieren. Christine Flick, Laiendelegierte der SJK Weltweite Connexio Die weltweite Connexio halte ich für eines der größten Privilegien unserer Kirche; und gerade die Generalkonferenz bietet ihren Delegierten die Gelegenheit, zusätzlich zu den normalen Konferenzgeschäften, Gespräche über Konferenzgrenzen hinweg zu führen und Erfahrungen über unser Wirken in der Welt auszutauschen. So waren für mich die Gespräche mit anderen europäischen Delegierten aus der Schweiz, Österreich, Ungarn, Polen, Bulgarien, Russland, England, Finnland, Schweden, Norwegen und Dänemark besonders wertvoll. Hartmut Heidler, Laiendelegierter der OJK

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Ringen um Einheit Ich habe ihn während der Tage der Generalkonferenz immer wieder mal in meine Hände genommen: den runden, beigefarbenen Stein, den wir aus einem ergreifenden Bußgottesdienst mitnehmen durften. Die Delegierten bekannten einmütig die Schuld unserer Kirche gegenüber der indigenen Bevölkerung in Nordamerika und anderen Orten der Welt. Pastor George Tinker, der selbst zur indianischen Bevölkerung gehört, zählte viele erschütternde geschichtliche Vorgänge auf, wo Methodisten an der Unterdrückung und Ausbeutung der amerikanischen Ureinwohner beteiligt waren. Zugleich betonte er, dass dieser Bußakt nur der Beginn heilender Beziehungen sein kann und konkretes Umdenken sowie tatkräftiges Versöhnungshandeln erfordert. Der Stein in meiner Hand fragt mich seither schweigend, über welche Lasten der Vergangenheit wir als deutsche Methodisten und in unserem persönlichen Leben die Decke des Schweigens gebreitet haben. Ich habe ihn mitgenommen als verpflichtende Erinnerung, zu fortwährender Versöhnung zwischen Menschen mitzuwirken. Aus dem Laststein der Vergangenheit darf ein Mut machendes Symbol der Hoffnung in einer gespaltenen Gesellschaft und einer um Einheit ringenden Kirche werden. Werner Philipp, Pastor im Bezirk Dresden-Emmauskirche

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Die Vielfalt des Glaubens und der Meinungen innerhalb der EmK wurde auch bei der Generalkonferenz wieder deutlich. So protestierten homosexuelle Geistliche und Laien gegen die offizielle Position der EmK gl . Engagierte Debatten prägten die Tagung hjz. Fester Bestandteil waren die täglichen Abenmahlsfeiern x und kreativ gestaltete Gottesdienste kc.

Mit Jesus am See Die gemeinsamen Andachten und Gottesdienste beschäftigten sich diesmal mit Nachfolge und Jüngerschaft. Vieles von dem, was die Jünger und Jüngerinnen damals mit Jesus erlebt haben, spielte sich am oder auf dem See Genezareth ab. Auch die Generalkonferenz tagte direkt am Wasser der Tampa Bay. Es lag also nahe, Parallelen zu ziehen. (Be)rufen, einladen, heilen, zuhören, glauben, beten, anfangen, ermutigen, begegnen, nähren und folgen lauteten die Leitworte. Bischöfe und Bischöfinnen ermutigten dazu, an allen Orten Menschen zum Glauben einzuladen und auf die welt- und lebensverändernde Kraft des Evangeliums zu vertrauen. Über große Videoleinwände wurden die Leitworte illustriert. Eine Band und zahlreiche Chöre übernahmen die musikalische Gestaltung. Was mir persönlich fehlte: Leider wurde diesmal sehr viel weniger gemeinsam gesungen, als ich das von früheren Generalkonferenzen kenne. Irene Kraft, Pastorin in den Bezirken Minden und Hannover/Wunstorf


14 ::: Gemeindeportrait

Mit Gottvertrauen voran Mehr als 260 Bezirke gibt es in der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland. Alle haben ihre eigene Prägung. Um diese Vielfalt zu zeigen, stellen sich in »unterwegs« regelmäßig EmK-Bezirke vor. In dieser Ausgabe geht es in den Bezirk Frankfurt-Ruferkirche. Das sind wir Da ist zunächst die Gemeinde Frankfurt-Ruferkirche. In Fußnähe zum Zentrum liegt das großzügige Gemeindezentrum. Hier liegt der Schwerpunkt des Bezirks. Viele Gemeindeglieder wohnen allerdings nicht mehr hier. Das Milieu hat sich verändert. Das stellt unsere Arbeit vor besondere Herausforderungen. Hinzu kommt die Gemeinde in Hofheim-Lorsbach: eine typische Dorfgemeinde mit zehn Gliedern und durchschnittlich 15 Gottesdienstbesuchern. Zudem haben ghanaische Methodisten, die zusammen mit einer ghanaischen Gemeinde in Stuttgart den ghanaischen Bezirk Stuttgart-Frankfurt bilden, 2004 in unserem Gemeindezentrum in Frankfurt-Höchst eine Heimat gefunden. Ihr Gottesdienst ist ein Erlebnis. Da kommen wir her Ihren Ursprung haben die beiden deutschen Gemeinden in der Evangelischen Gemeinschaft. Gemeindeauflösung und Neustrukturierung führten 1999 zur Bildung des Bezirkes Frankfurt-Ruferkirche. In den letzten Jahren

Gottvertrauen prägt das Leben des Bezirks Frankfurt-Ruferkirche.

wurde das Gebäude in Höchst renoviert. Die Arbeiten haben unseren Gemeinden viel abverlangt. Im Rückblick hat uns diese Belastung als Bezirk zusammengebracht und auf das Wesentliche zurückgeworfen: Gottvertrauen!

Das machen wir Mit zwei 40-Tage-Aktionen haben wir in den letzten Jahren den Schwerpunkt unserer Arbeit neu überdacht. Bischof Schnases Buch »Fruchtbare Gemeinden und was sie auszeichnet« bewegt uns dabei immer noch. Die »fünf Kennzeichen« sind unser Leitbild. Einen wesentlichen Impuls erhalten wir durch die Zusammenarbeit im Frankfurter Westen. Die Aktion »Ein Herz für Frankfurt – Christen an ihrer Seite« im Rahmen der Frankfurter Evangelischen Allianz hat die Gemeinschaft zwischen den fünf beteiligten freikirchlichen Gemeinden gefördert. Die Beteiligten haben gelernt, freimütig und offen von ihrem Glauben zu reden: Gottvertrauen!

Bezirk Frankfurt-Rufer n Zum Bezirk gehören die Gemeinden Frankfurt-Ruferkirche mit

75 Gliedern und Hofheim-Lorsbach mit zehn Gliedern.

Foto: Privat

Der Mangel an eigenem Nachwuchs macht es uns schwer, eine attraktive Kinder- und Jugendarbeit darzustellen. Dafür besteht bei unseren ghanaischen Geschwistern großer Bedarf. Wir sehen hier eine Chance, die bisher aber zu wenig genutzt wird. Es fehlt noch der Mut, sich auf diese neuen Aufgaben einzulassen: Gottvertrauen? Unsere Gottesdienste sind musikalisch eine Mischung aus modernem Lobpreis und traditionellen Kirchenliedern. Ein gemischter Chor, ein Bläserkreis und mehrere Organisten helfen uns dabei. Menschen aus unserer Gemeinde engagieren sich darüber hinaus in sozialdiakonischen Projekten im Stadtteil. In Lorsbach profitieren wir von einer lebendigen Ökumene. Der Gemeindebrief ist ein Gemeinschaftsprodukt der evangelischen und der methodistischen Kirche. Wir arbeiten als Christen in allen Dorfangelegenheiten eng zusammen. Hauskreise, Bibelgespräch und Seniorennachmittage in unseren Gemeinden stärken den Glauben nicht nur am Montag. Und wenn gerade mal wieder die Finanzen plagen: Wir machen uns keine Sorgen. Wir haben Gottvertrauen! Rolf Wiedemann

n Sonntagsgottesdienste: Ruferkirche 10 Uhr,

Lorsbach 11.30 Uhr. www.atlas.emk.de/emk_frankfurt_main_hoechst.html

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Bethanien: Große Veränderungen

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roße Veränderungen im Diakoniewerk Bethanien: Die Bethanien-Diakonissen-­Schwestern, die sich im Jahr 1911 in zwei eigenständige Bethanien-Diakoniewerke mit Sitz in Frankfurt am Main und in Hamburg trennten, sind seit 1. April wieder in einem BethanienDiakoniewerk vereint. Zuvor waren alle Bethanien-Diakonissen aus Hamburg in den Bethanien-Verein in Frankfurt eingetreten. Weiterhin wird es allerdings noch zwei traditionelle Wohn- und Standorte der Bethanien-Schwestern in Frankfurt und in Hamburg geben. Da in Hamburg ein neues Mutterhaus mit betreutem Wohnen, Seniorenzentrum, einem EmK-Gemeindezentrum (Bezirk HamburgNord) und einem Restaurant gebaut wird, mussten die Hamburger Diakonissen schon im vergangenen Sommer ihr altes Mutterhaus an der Martinistraße verlassen. Sie haben bis zum Wiedereinzug ins neue Mutterhaus eine Heimat im Mutterhaus der Evangelisch-Lutheri-

Eine intensive Woche erlebten 70

Bläserinnen und Bläser in der Woche nach Ostern in Friolzheim. Unter der Leitung von Bundesposaunenwart Roland Werner absolvierten sie jeden Tag drei Hauptproben, dazu kam eine tägliche Probe der Brass-Band und individueller Einzelunterricht. Das neue Heft des bcpd »BrassCocktail 3« bot abwechslungsreiche Literatur zum gemeinsamen Musizieren und viele Anregungen für die Posaunenchöre zuhause. Auf den Höhepunkt, das Abschlusskonzert am Samstagabend, bereitete sich die Gruppe intensiv vor. Die Gruppenleiter Dieter Kanzleiter (Münunterwegs 11/2012 ::: 20. Mai 2012

schen Diakonie Alten Eichen gefunden. Die Gesamtleitung der Bethanien-Diakonissenschwesternschaft wurde zum 1. April 2012 an Schwester ­ Silviana PragerHoppe (im Foto rechts) als Leitende Schwester übertragen, die schon seit fünf Jahren die Bethanien­ Diakonissen in Frankfurt am Main leitet. In einem Festgottesdienst hat der Theologische Vorstand von Bethanien, Pastor Nor- Schwester Silviana Prager-Hoppe (rechts) leitet jetzt die bert Böhringer, die bishe- gesamte Bethanien-Schwesternschaft. Schwester Christine rige Oberin, Schwester Grünert wurde in den Ruhestand verabschiedet. Foto: privat Christine Grünert, nach achtjähriger Tätigkeit von ihrem Amt entbunden und mit als Leitende Schwester von Bethagroßem Dank in den Ruhestand nien in Frankfurt und Hamburg verabschiedet. Gleichzeitig wurde eingeführt und für diese verantSchwester Silviana Prager-Hoppe wortungsvolle Aufgabe gesegnet. in ihr neues und erweitertes Amt  Norbert Böhringer

chen), Matthias Schädlich (Wiesbaden) und Dankwart Schmidt (Bad Tölz) holten wahre Höchstleistungen aus den Bläsern heraus und ließen aus lauter Einzelspielern einen Chor entstehen. »Spiritual ­Moments« (Dizzy Stratford), »In the Mood« (Joe Garland, Arr. Dieter Kanzleiter), »Blow the Trumpets« (Harm Evers, Arr. Matthias Schädlich) und ­»Orient Express« (Philip Sparke) waren nur einige der Höhepunkte des Konzerts. Der Gesamtchor schloss mit dem Ohrwurm »Rock Fever« (Michael Schütz) und dem Choral »Allein Gott in der Höh sei Ehr«. Cornelia Trick

kurz &bündig Die längste Treppe der Welt will

Urs Schweizer, der Assistent des EmK-Bischofs für Mittel- und Südeuropa, am 2. Juni besteigen. Für je zehn der 11.674 Stufen, die den Berg Niesen im Berner Oberland hinaufführen, sucht er Sponsoren. Das Geld ist für den »Fonds Mission in Europa« bestimmt. Diese ­Einrichtung des Europäischen ­Rates methodistischer Kirchen unterstützt seit über 20 Jahren missionarische und soziale ­Projekte in Europa. n Kontakt: E-Mail urs.schweizer@umc-europe.org


16 ::: Ostdeutsche Jährliche Konferenz

die gastgeber Vier Gemeindebezirke in Dresden laden ein: n Die vielseitige und lebendige Emmausgemeinde (200 Kirchenglieder) in der Dresdener Neustadt mit vielen jungen Familien. n Das Gemeindezentrum Friedenskirche (60 Kirchenglieder), das sechs Gästezimmer anbietet. n Die Zionskirche (147 Kirchenglieder) setzt einen Schwerpunkt in der Arbeit mit Kindern. n Die Emmanuelkirche (64 Kirchenglieder) engagiert sich in der Arbeit mit Suchtkranken. Die OJK tagte zuletzt 1998 in Dresden, 2008 war die Zentralkonferenz hier zu Gast.

Willkommen zur OJK: Veranstaltungstipps Mittwoch, 6. Juni, 19.30 Uhr Dreikönigskirche (Hauptstraße 23) n Eröffnungsgottesdienst mit Abendmahl Leitung: Pastorin ­Andrea ­Solbrig, Pastor Werner P­ hilipp Predigt: Pastor Mitja Fritsch über Sprüche 6,1–11 Donnerstag, 7. Juni, 8.30 Uhr Haus der Kirche, Festsaal (Hauptstraße 23) n Theologisches Referat: »Ökonomen der bunten Gnade Gottes« Referent: Pastor Frank Eibisch Freitag, 8. Juni, 8.30 Uhr Haus der Kirche, Festsaal n Bibelarbeit: »Fröhliche Geber. Der Zehnte im Alten Testament«

Referent: Professor Dr. Jörg ­Barthel, Theologische ­Hochschule Reutlingen Freitag, 8. Juni, 17 Uhr Dreikönigskirche n Gedächtnisgottesdienst Leitung und Gedächtnis: Pastor Ludwig Herrmann Predigt: Pastor Johannes König über 1.Korinther 4,1–5 Freitag, 8. Juni, 19.30 Uhr Dreikönigskirche n Abend der Begegnung Samstag, 9. Juni, ab 13 Uhr Haus der Kirche / Dreikönigskirche n Konferenzjugendtreffen »…und wofür brennst Du?«

Samstag, 9. Juni, ab 16 Uhr Immanuelkirche (Hühndorfer ­Straße 22) n Jubiläumsgottesdienst 125 Jahre Frauenwerk mit Bischöfin ­Rosemarie Wenner und dem Team des Frauenwerks 14 Uhr Kaffee und Gemeinschaft 15 Uhr Gesprächsrunde mit ­Gästen aus der Frauenarbeit in Deutschland und Europa Sonntag, 10. Juni, 10 Uhr Haus der Kirche n Kinderkonferenz »Hier bin ich!« ab 11.30 Uhr Angebote rund um das Haus der Kirche 14.30 Uhr Abschluss der ­Kinderkonferenz

Sonntag, 10. Juni, 10 Uhr Annenkirche n Ordinationsgottesdienst Leitung: Superintendent ­Friedbert Fröhlich Predigt: Bischöfin Rosemarie Wenner über 1.Korinther 9,9–12 Sonntag, 10. Juni, 14.30 Uhr Annenkirche n Sendungsgottesdienst Leitung: Superintendent ­ Stephan Ringeis Predigt: Pastor Eric Söllner über 1.Petrus 4,10

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www.2012.emk-ojk.de


Ostdeutsche Jährliche Konferenz ::: 17

Die Ökonomie Gottes entdecken Die Ostdeutsche Jährliche Konferenz (OJK) tagt vom 6. bis 10. Juni unter dem Motto »Ökonomen der bunten Gnade Gottes«. Vier Gemeinden in Dresden laden ein in die aufblühende Stadt an der Elbe.

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foto: Albrecht Arnold

ie OJK stellt sich in Dresden der Aufgabe, den Umgang mit ihren Ressourcen neu zu bestimmen. Als Leitlinie dient der Konferenz die Aufforderung aus 1.Petrus 4,10: »Und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes.« Wie in diesem Sinne Glaubende zu »Ökonomen der Bunten Gnade Gottes« werden, entfaltet Pastor Frank Eibisch im traditionellen Theologischen Referat. Professor Dr. Jörg Barthel von der Theologischen Hochschule in Reutlingen hält eine Bibelarbeit: »Fröhliche Geber. Der Zehnte im Alten Testament«.

Finanzen und eigene Kräfte Mit dem »Zehnten« wird ein Thema angesprochen, das mit der Initiative »Miteinander leben – miteinander teilen« seit Herbst 2011 die Gemeinden beschäftigt. Auf der OJK im vergangenen Jahr beschlossen,

soll diese auf vier Jahre angesetzte Aktion Menschen dafür sensibilisieren, dass der Umgang mit Geld »ein Teil unseres geistlichen Lebens« ist, erklärte damals Superintendent Stephan Ringeis. Erste Ergebnisse werden auf der OJK in Dresden erwartet. Weiter wird eine im letzten Jahr eingesetzte Arbeitsgruppe ein »Missionarisches Konzept« für die OJK vorstellen und auch ein neues System für die Berechnung der Umlage soll beraten werden. Beim Stichwort Haushalterschaft geht es neben den Finanzen auch um einen verantwortungsvollen Umgang mit den eigenen Kräften, hebt Stephan Ringeis hervor. Wie kann kirchliche Arbeit mit immer weniger Pastoren gestaltet werden? Stattfinden wird die OJK in der aufblühenden Stadt Dresden, die jährlich von zehn Millionen Touristen und Tagesgästen besucht wird. Seit dem Jahr 2000 wuchs die Wirtschaftskraft über 22 Prozent. Dresden weist heute die höchste Geburtenrate in Deutschland aus, erklärt die Internetseite der OJK.  mip

Die Ojk in zahlen 60 Bezirke mit 128 Gemeinden Pastorinnen/Pastoren ::: 54 (1 beurlaubt,1 im Sonderdienst) Gemeinderferentinnen ::: 4 Pastoren im Ruhestand ::: 58 Konferenzhaushalt 2012 in Kürze: Haushaltsvolumen ::: 3.686.600 Euro Umlage ::: 3.070.000 Euro Personalausgaben ::: 1.905.000 Euro Zahlen zum Lastenausgleich ::: 364.600 Euro unterwegs 11/2012 ::: 20. Mai 2012

DRESDEN

NJK OJK SJK


18 ::: Süddeutsche Jährliche Konferenz

Willkommen zur sJK: Veranstaltungstipps Mittwoch, 13. Juni, 13 Uhr Baiersbronn, Schwarzwaldhalle n Konferenzbegegnungstag der Frauen Leuchtspuren – 125 Jahre Frauenwerk Predigt: Bischöfin Rosemarie Wenner Mittwoch, 13. Juni, 19.30 Uhr Freudenstadt, Evangelische Stadtkirche n Eröffnungsgottesdienst – Gib mir ein hörendes Herz. Leitung: Pastorin Gerda Eschmann und Pastor Wilfried Röcker. Predigt: Pastorin Gerda Eschmann Freitag, 15. Juni, 19.30 Uhr Baiersbronn, Schwarzwaldhalle n Fest der Jubilare – Bei Dir ist die Quelle des Lebens. Moderation: Ellen Hochholzer und Martin Gießbeck. Musik: rejoySing (Vaihingen/Enz) unter der Leitung von Tobias ­Blessing. Technik: Walter Finkbeiner

Samstag, 16. Juni, 19.30 Uhr Heilbronn, Intersport Messecenter redblue n Devotion – Der Jugendabend. Für Jugendliche ab 16 Jahren. Musik: Snyders o.S. Sonntag, 17. Juni, 10 Uhr Heilbronn, Intersport Messecenter redblue n Ordinationsgottesdienst – Weise mir, Herr, deinen Weg. Leitung: Pastor Johannes Knöller, Christine Flick. Predigt: Bischöfin Rosemarie Wenner. Band unter der Leitung von Matthias Kiemle. Bläserchor des BCPD, Leitung: Roland Werner. Kinderbetreuung für Kinder von 1–3 Jahren Sonntag, 17. Juni, 10 Uhr Heilbronn, Intersport Messecenter redblue n ConAction – Der Teeniegottesdienst Musik: Snyders o.S.

Sonntag, 17. Juni, 10 Uhr Heilbronn, Intersport Messecenter redblue n Kinderkonferenz »Hier bin ich!« n miniKIKO für 4- bis 6-Jährige 10 bis 12 Uhr und 13.45 bis 15.30 Uhr Anmeldung auf der Galerie ab 9.30 Uhr n KIKO für 7- bis 14-Jährige 10 bis 15.30 Uhr Treffpunkt im Forum Sonntag, 17. Juni, ab 14 Uhr Heilbronn, Intersport Messecenter redblue n Konferenznachmittag – Komm vor Gottes ­Angesicht! Leitung: Gillian Horton-Krüger und Pastor Markus Ebinger Musik: Agape Harmony, Siegelsbach unterwegs 11/2012 ::: 20. Mai 2012

www.emk-sjk.de


Süddeutsche Jährliche Konferenz ::: 19

Vielfalt des Betens Die Süddeutsche Jährliche Konferenz (SJK) kommt zu ihrer 10. Tagung unter dem Motto »Beten« vom 13. bis 16. Juni in den Schwarzwälder Bezirken Baiersbronn und Freudenstadt zusammen. Der Konferenzgemeindetag am Sonntag, 17. Juni in Heilbronn bietet für alle Generationen etwas: Ordinationsgottesdienst, KiKo (Kinderkonferenz), Mini-KiKo und einen Gottesdienst speziell für Teenager.

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Foto: Tourismus Baiersbronn

it dem Motto »Beten« macht die SJK eine grundlegende Glaubenspraxis zum Thema. Der Reutlinger Superintendent Johannes Knöller lädt die Mitglieder der Konferenz und die Gemeinden dazu ein, »alle Lebensbereiche der Kirche mit dem Beten zu verknüpfen: Betet und konferiert. Betet und diskutiert. Betet und beschließt. Betet und ...« Einen inhaltlichen Impuls wird Pastor Christoph Klaiber am Freitagvormittag setzen. Er wird sich in einer Bibelarbeit mit dem Bittgebet auseinandersetzen: Warum muss man Gott um etwas bitten? Wann erhört Gott Gebet? Hilft es, wenn mehr Leute um etwas bitten?

Am Konferenznachmittag des 17. Juni sollen die vielfältigen Formen des Betens gelebt werden: »Alle reden von Beten. Wir tun es!«, kündigt das Programmheft an. »Jetzt am Ende der Jährlichen Konferenz werden wir ermutigt und beten selbst – alleine, zu zweit, mit mehreren, singend, still, bewegt, informiert, hörend oder einfach nur betrachtend.«

Kontroverse Diskussionen erwartet Die Superintendenten legen in ihrem Bericht einen Fokus auf die Kirchengliedschaft. »Wir werden begründen und auch dafür werben, dass wir noch deutlicher und regelmäßiger zur Gliedschaft in unsere Kirche einladen sollten«, erklärt Johannes Knöller und stellt die Frage in den Raum: »Warum sollte nicht schon der Kirchliche Unterricht zur Gliedschaft hinführen?« Mit Spannung wird der Bericht zum Thema »Arbeitszufriedenheit / Burn-out unter Hauptamtlichen« erwartet, den eine vor zwei Jahren eingerichtete Arbeitsgruppe vorlegen wird. Grundlage dazu ist eine Umfrage, die zur SJK im letzten Jahr gestartet wurde und einen Rücklauf von 75 Prozent erzielte. Der Bericht enthält zahlreiche Anregungen und wird vermutlich kontrovers diskutiert werden, sagt Johannes Knöller.  mip

Die Schwarzwaldhalle in Baiersbronn.

die gastgeber Die Konferenzverhandlungen finden im Reutlinger Distrikt zum ersten Mal im Bezirk Baiersbronn/Besenfeld (204 Kirchenglieder) statt. Der Eröffnungsgottesdienst wird im Bezirk Freudenstadt (274 Kirchenglieder) gefeiert. Der Konferenzsonntag findet wie im vergangenen Jahr im Intersport Messecenter redblue in Heilbronn statt. Die Zahl der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer liegt bei etwa 300 Personen.

NJK OJK SJK

heilbronn

Die Sjk in zahlen Haushalt 2012: Volumen ::: 12,2 Millionen Euro Umlage der Bezirke ::: 11,4 Millionen Euro Personalausgaben ::: 9,55 Millionen Euro Zahlen zum Lastenausgleich ::: 378.000 Euro unterwegs 11/2012 ::: 20. Pastorinnen/Pastoren :::Mai 3182012 davon sind 118 im Ruhestand, 10 Pastoren auf Probe, 16 Lokalpastoren

BAIERSBRONN


20 ::: unterwegs info

persönlich Au fgeno mmen

Bremen ::: am 29. April Laura Brose (15), Dr. Andrea Ebert (51), Judith Ebert (14), Lidia ­Sieracki-Schladt (33). Freiburg ::: am 29. April ­Tamara-Nadine Feeser (30) und Sarah Renno (19). Neuhütten-Wüstenrot ::: am 6. Mai Wiebke Becher, Stefanie Brodbeck, Simone Geist, ­Thamara Kugler, Micha Laidig, Lea Schmidt, Moritz Schmidt und Manuela Wieland. Reutlingen-Betzingen ::: am 29. April Susanne Hannß. Ruhrgebiet Ost/Dortmund ::: am 6. Mai Friederike Betz, ­Julien Mensah und Rachel ­Mensah. Stuttgart-Feuerbach ::: am 20. Mai Mirjam Elsner (17) und Daniel Elsner (21).

W ir gr at u lieren Chemnitz-Friedenskirche ::: Annerose und Alfred Vulturius zur diamantenen Hochzeit. Crottendorf ::: Doris und Harald Lötzsch zur goldenen Hochzeit. Kassel ::: Barbara Habert zum 90. Geburtstag; Luise und ­Walter Holzhauer zur diamantenen Hochzeit. Olbernhau ::: Ursula und Günter Schäfer zur goldenen Hochzeit.

Oldenburg ::: Heidi und Theo Meyer zur goldenen Hochzeit. Pfullingen ::: Else und Walter Schwaiger zur diamantenen Hochzeit; Ruth und Werner ­Erhardt zur goldenen Hochzeit; Renate und Reinhold Wolf zur goldenen Hochzeit. Pliezhausen ::: Helene Haug zum 100. Geburtstag. Recklinghausen/Marl ::: Ruth Flörkemeier zum 100. Geburtstag. Schönheide ::: Edith K ­ leinhempel zum 90. Geburtstag. Schwenningen ::: Jlse Specht zum 90. Geburtstag.

Heimgeg a ngen Aue ::: Ingrid Langer geborene Ungethüm am 20. April, 76 Jahre. Bergisches Land DiakonissenSchwesternschaft Bethesda ::: Diakonisse Christel Fachner am 24. April, 89 Jahre. Bremen ::: Diedrich Meyer am 12. Februar, 82 Jahre; ­Martha Grohmann am 10. April, ­ 90 Jahre. Bremen-Nord ::: Brunhilde Buck am 6. April, 90 Jahre. Chemnitz-Friedenskirche ::: Pastor i. R. Friedmar Walther am 29. April, 82 Jahre.

Fellbach/S-Wangen ::: Walter Thumm am 25. April, 81 Jahre. Hamburg Schwesternheim Bethanien ::: Diakonisse Gisela Maetsch am 20. April, 93 Jahre. Heidenheim ::: Emmellina ­Walter am 1. April, 73 Jahre. Kirchheim-Teck ::: Jörg Wetzel am 26. April, 73 Jahre. Leonberg ::: Herbert Neumann am 25. April, 81 Jahre. Mülheim an der Ruhr ::: ­Siegfried Hinz am 18. April, 86 Jahre. Neudorf ::: Renate Fischer am 1. Mai, 78 Jahre. Nürnberg ::: Diakonisse Elfriede Ehrhardt am 26. April, 83 Jahre. Nürnberg-Pauluskirche ::: ­Hildegard Deusch am 26. April, 92 Jahre. Oldenburg ::: Friedhelm ­Bargmann am 12. April, 64 Jahre. Ruhrgebiet Ost/Dortmund ::: Anna Margarete Betz am 27. April, 73 Jahre; Hendrik Sinn am 2. Mai, 47 Jahre. Werdau ::: Herbert Freund am 19. April, 84 Jahre.

N AcHRUF Am 21. April hat Gott Pastor in Ruhe Herbert Günther Manns im Alter von 89 Jahren zu sich in

die Ewigkeit gerufen. Manns wurde 1922 in Osterode (Ostroda) in Ostpreußen ­geboren. Seit 1930 lebte er in Berlin. Seine Heimatgemeinde war die Immanuelgemeinde in Berlin-Gesundbrunnen. Von dort wurde er 1946 zum Predigtamt empfohlen. Er studierte von 1947 bis 1949 am Seminar in Frankfurt am Main und von 1949 bis 1950 an der Emory-Universität in ­Atlanta in Georgia, USA. Dienstzuweisungen führten ihn in die Berliner Gemeinden Steglitz, Tiergarten, Friedrichshain, Neukölln, Tegel (1968) und Wittenau. 1953 heiratete er Christel Henning. Den ­Eheleuten wurden drei Töchter – Angelika, ­Dorothee und Ute –geschenkt. Tief geprägt haben Herbert ­Günther Manns fünf Jahre als Soldat im Zweiten Weltkrieg und ein Jahr in Gefangenschaft. Er trug daraus einige gesundheitliche Probleme davon. 1983 ging Herbert Manns aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in den Ruhestand, den er in Berlin in den Gemeinden Wittenau und Tegel verbrachte. Die letzte Zeit war er schwach und pflegebedürftig zuhause. Gott hat ihn vom Leiden erlöst.  Hans Michalski

wowannwas im Internet radio m kompakt: Aktuell und kritisch. radio m gespräch: Glaube im Dialog. radio m ­andachten: Impulse für jeden Tag. radio m themen: Berichte und R ­ eportagen. radio m bei Klassik Radio (bundesweit) Andachten »Carpe diem«: 28.5. bis 2.6., 6.20 Uhr, mit Anja Kieser;

Sonntagsmagazin »Klassik und ­Kirche«, sonntags, 7–8 Uhr, mit Anja Kieser. Radio AREF – sonnund feiertags von 10-12 Uhr. www.aref.de und UKW 92,9 MHz (Großraum Nürnberg) ERF Plus Jeden Donnerstag, 20 Uhr, Bilanz – Leben im Rückblick, mit Horst Marquardt im Gespräch mit Männern und Frauen 60+.

NDR 3.6., 10 Uhr, Gottesdienst aus der EmK Hannover, mit Hartmut Kraft.

mdr 1 Radio Thüringen 21. bis 25.5., 22.57 Uhr, ­Gedanken zur Nacht, mit Eric Söllner.

mdr 1 Radio Sachsen-Anhalt 21. bis 25.5., 5.50 und 9.50 Uhr, an(ge)dacht – Wort zum Tag, mit Walter Seiler. 26.5., 6.4 und 9.04 Uhr, an(ge)dacht – Wort zum Tag, mit Walter Seiler.

Foto: Rolf van Melis / pixelio.de

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unterwegs 11/2012 ::: 20. Mai 2012


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