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12. Februar 2012 ISSN 1436-607X

Magazin der Evangelisch-methodistischen Kirche

4/2012 Diese Ausgabe erscheint mit

dem Magazin für Männer

Glaube und Politik: Eine spannende Verbindung Im Gespräch bleiben n

Warum Volker Kauder zu mehr Gelassenheit rät. Seite 6

Zuhause auf Zeit n

125 Jahre Deutsche Seemannsmission. Seite 12

Training für Leiter n

Was die Menschen zu Willow Creek zieht. Seite 17


2 ::: Editorial

»2012 – Das Ende der Welt« – mit diesem Slogan wirbt derzeit ein Deodorant-Hersteller auf großen Plakaten. Die Werber spielen dabei auf den 21. Dezember 2012 an. Nach dem so genannten »Maya-Kalender« soll an diesem Tag die Welt untergehen. Weltweit, so wird berichtet, bereiten sich Menschen auf diesen Tag vor. Händler bieten »Survival-Kits«, also Überlebensausrüstungen, an, mit denen man sich einbunkern soll – als könne man das Ende der Welt überleben. Die Buchhandlungen sind voll mit entsprechender Literatur. Surft man ein wenig durch die einschlägigen Internetseiten, stößt man auf die absonderlichsten Theorien. Vorhersagen des Weltuntergangs gab es zu allen Zeiten. Konjunktur haben sie vor allem in Krisenzeiten. Offensichtlich treffen sie auf ein tiefsitzendes Bedürfnis der Menschen, sich am Schrecken zu berauschen. Der sprichwörtliche »Tanz auf dem Vulkan« ist dafür ein treffendes Bild. »Feier, bis die Ärztin kommt«, lautet folgerichtig ein Ratschlag der erwähnten Werbung. Ziemlich sicher wird es in der Nacht zum 21. Dezember Weltungergangsparties geben. So wird der Weltuntergang zu einem Freibrief für verantwortungsloses Leben. Das aber ist nicht im Sinne Endzeiterwartung, in der Christen leben Ich halte es da mit Martin ­Luther: »Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, ­würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen.« Ihr Volker Kiemle

So erreichen Sie uns: Redaktion »unterwegs« Telefon 069 242521-150 E-Mail: unterwegs@emk.de Aboservice: 0711 83000-0

kurz gesagt Heinrich Bolleter hat sein

Amt als Genfer Sekretär des Weltrats Methodistischer Kirchen (WMC) abgegeben. Der frühere Bischof der EmK in Mittel- und Südeuropa war im Mai 2006 gewählt worden. Sein Nachfolger im Bischofs­ amt, Bischof Patrick Streiff, würdigte Bolleter als wichtige Person in der Gestaltung der Beziehungen des WMC zu internationalen kirchlichen Dachorganisationen wie dem Ökumenischen Rat der Kirchen, dem Reformierten Weltbund oder dem Lutherischen Weltbund. Christen sollen an der ­Ö kumene festhalten. Dazu

hat Bischof i. R. Walter ­Klaiber beim ökumenischen Neujahrsempfang der ­Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) aufgerufen. Die Rede von der »versöhnten Verschiedenheit« sei eine verlockende Versuchung, einfach weiter nebeneinander her zu leben. Nicht die Kirche als Körperschaft bekomme Anteil am Gottes Reich, sondern die Gemeinschaft derer, die zu Christus gehören. Pastor Guy Liagre , Präsident

der Vereinigten protestantischen Kirche in Belgien, wird ab Juni neuer Generalsekretär der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK). Er folgt Pfarrer Viorel Ionita nach, der seit vergangenem Oktober im Ruhestand ist. Nach seiner Wahl er-

klärte Liagre, er sehe es als Herausforderung an, in einer Zeit zu arbeiten, in der Europa und die Welt sich rasant ändere und kaum vorhergesagt werden könne, wie die Zukunft aussehe. Liagre wurde 1957 ­geboren. Er war Pastor in Menen und Brüssel (1990– 2005) und ist seit 2005 Präsident der Vereinigten Protestantischen Kirche. Eine Gemeinsame Erklärung

über Kirche, Eucharistie und Amt hat der vatikanische »Ökumene-Minister«, Kardinal Kurt Koch, vorgeschlagen. Wenn nach dem Vorbild der evangelisch-­ katholischen Erklärung zur Rechtfertigungslehre von 1999 ein solches Dokument erarbeitet würde, wäre das ein Meilenstein auf dem ökumenischen Weg in die Zukunft, sagte der ­Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen. Die Trennung der Kirchen ­bezeichnete Koch als Skandal, gleichzeitig warnte er vor gegenseitigen Schuld­ zuweisungen. Die Kirche kann nach Über-

zeugung des Münchner Kardinals Reinhard Marx auch ohne Kirchensteuer überleben. Bei einem ­Wegfall der Kirchensteuer ­müsse allerdings überlegt ­werden, welche Aufgaben für das Gemeinwesen die ­Kirche künftig nicht mehr schultern soll. Die Vorstellung, die katholische Kirche würde ohne Kirchensteuer untergehen, nannte er abenteuerlich.  kie/epd

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Titelfoto: MEV/Claus Arnold

Das Ende der Verantwortung


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Die Gretchenfrage Praktiziertes Christsein bleibt nicht ohne Außenwirkung. Aber wie politisch darf die Kirche, dürfen Christen sein? Welche Partei dürfen sie ergreifen? Volker Kiemle beleuchtet die Spannung anhand einer aktuellen Debatte in den USA.

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Foto: Makrodepecher / pixelio.de

s war eine regelrechte Hasstirade, die Judson Phillips vor etwas mehr als einem Jahr veröffentlichte. »Die methodistische Kirche ist nichts anderes als der religiöse Arm des Sozialismus«, schrieb der Gründer der konservativen »Tea Party«-Bewegung in seinem Internet-Blog. Er sei in der EmK aufgewachsen, habe diese aber als Teenager verlassen, weil sie die »Kirche von Karl Marx« sei. Die »Sozialen Grundsätze« der EmK sind für Phillips eine »sozialistische Wunschliste«. Er träume davon, »dass es eines Tages keine EmK mehr geben wird«. Was war geschehen? Die EmK in den USA hatte sich dafür ausgesprochen, illegalen minderjährigen Einwanderern gewisse Rechte einzuräumen. Dagegen laufen konservative Kreise Sturm. Um das entsprechende Gesetz wird derzeit hart gerungen; im Präsidentschaftswahlkampf werden die Kandidaten auch an ihrer Haltung zum »Dream-Act« gemessen. Die EmK gehört zur Koalition der Befürworter – so wie sie sich auch für die Einführung einer gesetzlichen Krankenversicherung einsetzt. Das gilt in den USA als sozialistisch, und das ist ungefähr der schlimmste Verdacht, dem man sich in den USA ausgesetzt sehen kann.

Politik als Kerngeschäft Doch dass sich Methodisten auf diese Art in die Politik einmischen, ist nichts Neues. So hat etwa der frühere britische Premierminister Harold Wilson (1916– 1995) erklärt, der Sozialismus in England habe dem Methodismus mehr zu verdanken als Karl Marx. Im Stammland des Methodismus waren es Methodisten, die maßgeblich zum Erstarken sowohl der liberalen als auch der Labour-Partei beigetragen haben. Aber auch weltweit waren es immer wieder Methodisten, die sich in politische Prozesse eingemischt und sich für soziales Handeln ausgesprochen haben. Nicht umsonst gehören die »Sozialen Grundsätze« (siehe »unterwegs« 3/2012, Seite 3) zum Kern unseres kirchlichen Selbstverständnisses. Politisches Engagement ist für die meisten Christen selbstverständlich

– wenn auch das Wie und Wo nicht immer eindeutig zu beantworten ist.

Wie und Wo? Für Ulrich Giesekus sind das typisch deutsche Fragen. Die Ursachen sieht der Psychotherapeut aus Freudenstadt im Dritten Reich. Dort hätten sich »viele unserer frommen Großeltern« auf der falschen Seite engagiert und daraus den Schluss »nie wieder politisch« gezogen. Andere hätten sich gar nicht engagiert und ihre unterlassene Hilfeleistung im Nachhinein theologisch begründet. Wieder andere hätten das Richtige gemacht – und nicht überlebt. »Dadurch mehrten sich die Stimmen für politische Enthaltsamkeit.« Für ihn sei allerdings klar: »Wer Jesus nachfolgt und dabei nicht auf irgendeine Weise politisch ist, folgt Jesus nicht nach.« Für andere wie Uwe Hanis, den früheren Leiter der EmK-Weltmission und angehenden Pastor in Detmold, ist klar, dass Christen »das Salz in der Suppe« sind – auch in der Politik. Die spannendere Frage sei für ihn allerdings, ob Christen noch einen anderen Auftrag haben als den politischen. Sebastian Enders, Laienmitglied des Bezirks Oberfranken, ist unbedingt für politisches Engagement. »Wenn wir Christen die Gestaltung unseres täglichen Lebens und Umfeldes nur den Nichtchristen überlassen, wird die Welt davon nicht besser, sondern mit Sicherheit schlechter.« Die Journalistin Petra Plaum betont, dass sich jeder Christ gesellschaftlich engagieren sollte – ob in Politik, Kultur, Vereinen oder informell, etwa durch spontane Hilfe für Nachbarn in Not. Im »Sozialen Bekenntnis« der EmK ist das genauso formuliert – auch wenn es dem US-Politiker Judson Phillips nicht gefällt: »Wir stehen ein für das Recht und die Pflicht aller Menschen, zum Wohl des Einzelnen und der Gesellschaft beizutragen.« Phillips’ eingangs zitierter Beitrag wurde übrigens mehr als 120 Mal – meist ablehnend – kommentiert. Die gutwilligen Kommentatoren unterstellten ihm Geisteskrankheit. Viele Kommentare sind dagegen nicht zitierfähig. »No more Methodist Church«: http://bit.ly/Ae587O


4 ::: Titelthema: Christlich – politisch – engagiert

Zur Einmischung berufen Es gibt viele Gründe, sich politisch und gesellschaftlich zu engagieren. Nicht zuletzt die alttestamentlichen Propheten waren und sind darin Vorbilder. Dorothea Lorenz beleuchtet die Geschichte des Propheten Amos und zeigt, dass politisches Engagement für Christen unumgänglich ist – auch wenn es Christus alleine ist, der die Welt retten kann.

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it dem Lied »Ich muss nur noch kurz die Welt retten!« stürmte der Sänger Tim Bendzko im vergangenen Jahr die Hitparaden. Will er das wirklich? Oder sucht er nur gute Ausreden? Denn im Text heißt es: »Ich wär so gern dabei gewesen doch ich hab viel zu viel zu tun; lass uns später weiterreden.« Eine Freundin meinte spontan zu diesem Lied: »Das ist so ein typisches Pastorenlied. Die wollen immer die Welt retten.« Ist das wahr? Sollen sich Christen politisch engagieren? »Ja, klar!« Sagen die meisten. »Ich bin mir da nicht so sicher!«, antworten die anderen. Und es gibt Argumente, die – zumindest auf den ersten Blick – dagegen sprechen: Politik ist ein schmutziges Geschäft, deshalb sollten wir Christen uns davon fern halten. Zweitens: Wir Christen gehören doch eigentlich gar nicht richtig hierher in diese Welt. Wir gehören zu einer anderen Welt, deshalb wollen wir uns nicht »der Welt gleich machen«. Drittens: Unsere Aufgabe ist es, Jesus nachzueifern. Und Jesus hat sich ja ganz bewusst aus der Politik rausgehalten. Er wollte kein religiöser Führer sein. Jesus sagte schließlich zu Pilatus in Johannes 18,36: »Mein Reich ist nicht von dieser Welt.« Das vierte Argument: Paulus hat das auch so gesehen. In Römer 13,1 sagt er: Jeder soll sich den bestehenden staatlichen Gewalten unterordnen. Denn es gibt keine staatliche Macht, die nicht von Gott kommt; jede ist von Gott eingesetzt.

Für die frühen Christen kein Thema Aber: Sowohl für Jesus, als auch für Paulus stellte sich die Frage gar nicht, ob sie sich politisch engagieren wollen. Es gab keine Demokratie, in der es auf die Mithilfe engagierter Mitstreiter angekommen wäre. Den frühen Christen ging es nicht anders. Im Buch der Offenbarung wird deutlich vor dem römischen Staat gewarnt. Eine Mitarbeit dort war gar nicht möglich. Denn dieser Staat verlangte die absolute Unterordnung unter den Kaiser, und diese ging so weit, dass er sogar als religiöser Führer verehrt werden musste. Für Christen schlichtweg unmöglich. Die ersten Christen waren außerdem überhaupt nicht darauf eingestellt, sich in ihrem Staat häuslich einzurichten, denn sie rechneten ja immer damit, dass

Jesus demnächst wieder kommt. Das Wichtigste war, auf Jesus vorbereitet zu sein – alles andere war zweitrangig. Jesus allerdings hat sich bewusst denen zugewandt, die am Rand standen. Das waren Arme und Ausgestoßene. Und das ist politisch. Nun kann natürlich jeder Einzelne schauen, wo er oder sie privat helfen kann. Ich kann meiner alleinerziehenden Freundin Kleider für ihre Kinder schenken, die sie sich selbst nicht leisten kann. Viele Einzelne können sich aber zusätzlich auch mit anderen zusammen Gedanken darüber machen, wie man Jesus auch politisch näher kommen kann, indem die Kinderarmut – noch immer ein großes Problem in Deutschland – gesenkt werden kann.

Kein Blatt vor dem Mund Wenn wir in der Bibel weiter zurückblättern, sehen wir, dass es nicht nur Jesus ist, der sich für soziale Gerechtigkeit einsetzt, auch im Alten Testament finden wir Menschen, die sich das zur Lebensaufgabe gemacht haben. Der Prophet Amos ist ein Beispiel dafür. Er nimmt kein Blatt vor den Mund. »Ihr treibt mit der Gerechtigkeit Schindluder, ihr tretet das Recht mit Füßen! Ihr hasst jeden, der vor Gericht für das Recht eintritt, und wer die Wahrheit sagt, den verabscheut ihr. Von den Ärmsten nehmt ihr Pachtgeld und verlangt auch noch Getreideabgaben. Darum werdet ihr nicht mehr in euren prachtvollen Häusern aus behauenen Steinen wohnen, und den Wein aus euren schönen Weingärten werdet ihr nicht trinken. Ja, ich weiß, wie viele Verbrechen ihr begangen habt und wie groß eure Schuld ist. Ehrliche Menschen bringt ihr in Bedrängnis, ihr nehmt Bestechungsgelder an und lasst die Armen vor Gericht nicht zu ihrem Recht kommen (Amos 5, 7 + 10 bis 12). Amos redet hier zu seinen Landsleuten, denen es gerade richtig gut geht. Die Geschäfte laufen besser als je zuvor. Ihr Lebensstandard steigt. An ihren solide gebauten Häusern kann man sehen, dass sie es zu etwas gebracht haben. Dazu haben sie sich schöne Weinberge angelegt. So lässt es sich leben. Da kommt Amos. »Euer Aufschwung hat auch eine Kehrseite und das ist der Abschwung für die anderen. Ihr quetscht die anderen aus. Und das, was ihnen

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Das Reich Christi ist nicht von dieser Welt, dennoch gehören zum Christsein politisches und gesellschaftliches Engagement.

Foto: ddp images/dapd/Paul Zinken

bleibt, ist zu wenig zum Leben und zu viel zum Sterben. Wenn sich dann mal einer gegen euch wehren will und vor Gericht zieht, dann habt ihr im Verfahren eure Mittel und Wege, dass der Kläger keine Chance hat.«

Ungerechtigkeit gibt es an vielen Orten Ich habe jetzt die Sprache von heute benutzt. Natürlich sah damals ein Gerichtsverfahren ein bisschen anders aus. Doch die Situation damals kann man sich gut vorstellen. So weit weg ist das für uns gar nicht. In Russland geht es zurzeit vor Gericht oft so zu, wie Amos es erlebt hat. Dort gibt es immer mehr kleinere und größere Unternehmer, die vor Gericht gezerrt werden, weil sie angeblich gegen das Gesetz verstoßen haben und in der Verhandlung wird immer ihre Schuld festgestellt, auch wenn sie nichts Unrechtes getan haben. Während sie dann mehrere Jahre im Gefängnis sitzen, erhöht sich für die Ermittlungsbeamten der Lebensstandard – sie reißen sich von der Firma einfach das unter den Nagel, was sie gebrauchen können. Die Frauen der Inhaftierten haben sich jetzt im Internet zusammengeschlossen und geben sich gegenseitig Tipps, wie den unschuldigen Ehemännern wenigstens ein bisschen geholfen werden kann. Amos sagte zu seinen Landsleuten damals, 800 vor Christus: »Lange schaut sich Gott das nicht mehr an! Ich bitte euch inständig: Ändert euer Verhalten, sonst

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kann ich für nichts garantieren! Denn dann ist es vorbei mit dem Wein und den tollen Häusern.« Zum Glück geht es bei uns nicht so zu wie im Nordreich Israel zu Zeiten von Amos. Zum Glück geht es bei uns auch nicht zu wie in Russland. Doch es darf uns nicht egal sein, wenn es auf dieser Welt ungerecht zugeht. Sicher: Wir werden die Welt nicht retten können. Das kann nur Jesus, der Retter. Aber ich bin überzeugt, dass der Einsatz für andere zu unserem Glauben dazu gehört. Er wächst aus uns heraus, wenn wir uns in Jesu Botschaft hinein vertiefen. Denn unser persönlicher Glaube zu Jesus lässt sich nicht abkoppeln von dem, was um uns herum geschieht. Solch ein Engagement kann viele Gestalten haben: in einer Partei, einer Bürgerinitiative, einem Nachbarschaft-Projekt oder in einer Aktion über das Internet. Nicht jede Möglichkeit passt zu jedem von uns. Mit Jesus das tun, was wir können. Darum geht es.

Dorothea Lorenz ist Pastorin im Bezirk Nagold.


6 ::: Titelthema: Christlich – politisch – engagiert

»Der Dialog darf nie aufhören« Der Streit um das Projekt »Stuttgart 21« hat einen neuen politischen Typ hervorgebracht: den »Wutbürger«. Menschen aus der Mittelschicht gingen plötzlich auf die Straße und machten ihrem Ärger über »die da oben« Luft. Was das für die politische Kultur bedeutet, darüber hat Volker Kiemle mit dem Vorsitzenden der Unionsfraktion im Deutschen Bundestag, Volker Kauder, gesprochen.

Wie hat sich Ihrer Einschätzung nach die politische Kultur durch den Wutbürger verändert? Volker Kauder: Ich glaube nicht, dass sich nach den Protesten etwas in unserer Kultur grundlegend geändert hat. Entschiedene Demonstrationen hat es schon immer gegeben, gegen die Nachrüstung zum Beispiel oder die Kernenergie. Die Stimmungslage hat sich zudem in Baden-Württemberg inzwischen beruhigt. Die Volksabstimmung zu Stuttgart 21 hat klar gezeigt, dass die Gegner nicht in der Mehrheit waren und viele einfach überzogen hatten. Auch von daher dürften die Urteile nun vorsichtiger ausfallen, wenn es neue Protestbewegungen in unserem Lande geben sollte. Die, die für etwas vehement demonstrieren, werden nicht so leicht mit der Meinung aller Bürger gleichgesetzt werden. Allerdings: Unabhängig davon bleibt festzuhalten, dass bei Stuttgart 21 auch massive Fehler bei der Bürgerbeteiligung gemacht wurden. Großprojekte müssen besser erklärt werden, auch wenn sie schon beschlossen sind. Der Dialog mit dem Bürger darf nie aufhören.

Im Jahr 2010 hat es der »Wutbürger« sogar zum Wort des Jahres gebracht. Was verbinden Sie mit ­diesem Wort? Volker Kauder: Ehrlich gesagt: Ich kann mit diesem Ausdruck nicht viel anfangen. Jeder Bürger hat das Recht, seine Meinung zu äußern und dafür auch auf die Straße zu gehen. In einer Demokratie ist es auch selbstverständlich legitim, sich von ganz persönlichen Motiven leiten zu lassen, etwa für mehr Lärmschutz zu streiten, wenn eine neue Straße geplant wird. Dabei muss ein Bürger in einer Demokratie aber das Recht und auch den Willen der Mehrheit akzeptieren. Gewaltsam seine Rechte durchzusetzen, geht schon gar nicht. Aber natürlich ist in einer Demokratie auch ein Streit über Ansichten erlaubt. So habe ich die Haltung vieler Demonstranten gegen Stuttgart 21 nicht geteilt. Gerade die, die auch heute noch protestieren, scheinen

Was fehlt der politischen Kultur in Deutschland? Volker Kauder: Gelassenheit. Wenn ich mir zum Beispiel das Jahr 2011 anschaue, so hatten wir – was jedenfalls die Wiedergabe in den Medien angeht – einen ständigen Ausnahmezustand. Sicher, wir leben in unruhigen Zeiten. Das Unglück von Fukushima, die Staatsschuldenkrise in Europa, die Lage im Mittleren Osten waren und sind wirkliche Herausforderungen. Daneben werden aber auch viele Ereignisse, die im Vergleich dazu weniger bedeutsam sind, als Krisen eingestuft. Alle Akteure gerade im politischen Berlin – die Medien und die Politik – sollten insgesamt mit mehr Ruhe an die Dinge herangehen. Das würde helfen, sich auf die wirklichen Probleme zu konzentrieren. Die Bürger haben oft das richtigere Gespür. Sie können die Lage meist recht gut einschätzen. Sie sind nicht so leicht ins Bockshorn zu jagen. 

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Foto: CDU/CSU-Fraktion

mir nicht an das Morgen, nicht an das Wohl der nächsten Generationen zu denken. Ihr Motiv ist: Mir genügt es, wie es ist. Das ist aus meiner Ansicht keine verantwortliche Haltung.

Sie sind Volksvertreter. Was treibt die Bürger in Deutschland derzeit am meisten um? Volker Kauder: Politiker müssen ständig im Dialog mit den Bürgern bleiben. In meinem Wahlkreis lade ich unter anderem regelmäßig zu Sprechstunden ein, in denen die Menschen ihre AnWir brauchen mehr sichten und SorGelassenheit in der gen vortragen politischen Diskussion, können. Ich bin sagt Volker Kauder. auch sonst viel in meinem Wahlkreis unterwegs. So erfahre ich ständig, was die Menschen bewegt. Gegenwärtig machen sich die Bürger vor allem Gedanken über die Stabilität unserer Währung. Das ist dann auch für uns Politiker unsere größte Herausforderung in den nächsten Monaten.


unterwegs erlebt ::: Titelthema: Christlich – politisch – engagiert ::: 11 11

Innehalten ist lebenswichtig »Da hilft nur beten« – das sagen viele Menschen meist mit einem leichten Anflug von Ironie. Will heißen: Wir haben alles versucht, aber es hat nicht geholfen. Bischöfin Rosemarie Wenner lädt uns dazu ein, es andersherum anzugehen – und schon jetzt für die kommende Generalkonferenz zu beten.

Foto: Volker Kiemle / Medienwerk der EmK

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or kurzem war ich wieder im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland in Hannover. Als um 12 Uhr in der nahe gelegenen Kirche die Glocken zu Mittag läuteten, unterbrach einer der Gesprächsteilnehmer seine Rede, obwohl wir gerade in einem intensiven Gedankenaustausch waren. »Wenn die Glocken läuten, nehmen wir uns hier im Haus Zeit zum Gebet«, sagte er. Der Sitzungsleiter betete mit uns. Nach dieser Zäsur setzten wir die Beratungen fort. Ich hatte dieses Mittagsgebet nicht zum ersten Mal erlebt. Es beeindruckt mich immer wieder aufs Neue. Wie gut, wenn man sich unterbrechen lässt im geschäftigen Tun, um sich zu vergegenwärtigen, dass unser Einsatz vergebens wäre ohne die segnende, Leben spendende und Frieden schaffende Kraft Gottes. Leider gibt es nur wenige Orte, an denen man um 12 Uhr mittags das Glockenläuten einer Kirche hört. Es fehlt die laute Erinnerung, dass es Zeit sein könnte, den Alltag zu unterbrechen, um an Gott zu denken und ihn anzurufen. In den kommenden Wochen will ich trotzdem versuchen, mitten am Tag eine Zäsur zu setzen. Ich will mir Zeit nehmen, um für die Generalkonferenz zu beten, die vom 24. April bis 4. Mai in Tampa in Florida stattfinden wird. In diesen Wochen trifft man sich rund um den Erdkreis zu Vorbereitungssitzungen. Zu einem solchen Treffen werde ich nach Manila auf die Philippinen reisen. Die Delegierten beginnen, die vielen Petitionen zu lesen, über die sie zu entscheiden haben. Auch bei dieser Generalkonferenz werden

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kontroverse Themen diskutiert. Die Delegierten aus Afrika, den Philippinen und Europa kommen mit anderen Fragen als die Mehrzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den USA. Und unter den amerikanischen Konferenzmitgliedern gibt es gegensätzliche Vorstellungen, ob die Kirche zum Beispiel praktizierende Homosexuelle zum ordinierten Dienst zulassen oder homosexuelle Paare kirchlich trauen soll – um nur ein Themenfeld zu benennen, bei dem die Meinungen auseinandergehen. Außerdem liegen Vorschläge zur Umgestaltung der gesamtkirchlichen Arbeit auf dem Tisch, die von einigen begrüßt und von anderen gefürchtet werden. »Wir können nur beten«, sagen manche Kollegen mit einem Schmunzeln.

Es kommt nicht nur auf uns an Ich vertraue darauf, dass das Gebet viel bewirken kann, auch bei der Generalkonferenz. Deshalb lade ich dazu ein, mit mir zusammen möglichst täglich für diese Konferenz zu beten, bei der Entscheidungen für den Weg der Evangelisch-methodistischen Kirche in den nächsten vier Jahren getroffen werden. »Verleih uns Frieden gnädiglich, / Herr Gott, zu unsern Zeiten. / Es ist doch ja kein andrer nicht, / der für uns könnte streiten, / denn du, unser Gott, alleine.« So übersetzte Martin Luther ein altes lateinisches Gebet. Es ist in unserem Gesangbuch unter der Nummer 489 zu finden. Viele evangelische Christen beenden ihr Mittagsgebet mit dieser Liedstrophe. Sie macht uns bewusst: Es kommt nicht nur auf uns an. 


politisch – engagiert Geschichte:Christlich 125 Jahre–Seemannsmission 12 ::: Titelthema:

Ein Zuhause auf Zeit Seit 125 Jahren setzt sich die Deutsche Seemannsmission für Seeleute ein. Heute gibt es Anlaufstellen an mehr als 30 Häfen auf der ganzen Welt.

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n den Billardtischen ist eigentlich immer was los. Aber auch vor den Computern im Bremerhavener Seemannsclub »Welcome« ist Betrieb. Via Internet chatten Seeleute mit ihren Familien. Manchmal ist Clubchef Thomas Reinold aber auch seelische Stütze für Männer, die hier unweit des Containerhafens über ihre traumatischen Erlebnisse bei einem Piratenüberfall reden wollen. Der internationale Treffpunkt gehört zu den größten Clubs der Deutschen Seemannsmission, die kürzlich ihr 125-jähriges Bestehen gefeiert hat. Im Herbst 1886 hatten mehrere landeskirchliche Vereine für Innere Mission ein »Komitee für kirchliche Versorgung im Ausland« gegründet. Seither setze sich das Werk für die Würde der Seeleute ein, sagt die amtierende Generalsekretärin Heike Proske. Geändert haben sich allerdings die Rahmenbedingungen. Durch die schnelle Containerschifffahrt haben die Seeleute längst nicht mehr die Zeit, um lange Wege in Heime und Clubs zu gehen. »Also kamen wir zu den Liegeplätzen der Schiffe«, erzählt Proske. »Wir begrüßen Menschen unabhängig von ihrer Hautfarbe, Kultur, Nationalität und Religion«, betont Reinolds Kollegin Antje Zeller. »Gastfrei zu sein vergesset nicht, denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt« (Hebräer 13,2), steht deshalb auf dem Grundstein des »Welcome«.

Mission mit der Jobagentur Zu der Zeit, als die Seemannsmission ihre Arbeit begann, wurden die Seeleute oft betrogen. Jobvermittler, die sogenannten »Heuerbaas«, verlangten Wuchergelder. Die Kirche wollte das ändern: Sie schuf Unterkünfte »für das geistliche und leibliche Wohl«. 1891 öffnete die Seemannsmission in Hamburg eine erste

unabhängige Jobagentur, eine »Heuerstelle«. »Da entstand Vertrauen«, sagt Diakon Reinold. »Noch heute geben uns Seeleute Zigtausende Euro, die wir dann für sie an ihre Familie in die Heimat überweisen.« Seit 1952 hat die weltweit arbeitende Organisation ihren Sitz in Bremen. Aufgrund massiv gekürzter kirchlicher Zuschüsse musste die Zahl der Stationen zwar reduziert werden. Doch noch immer können Besatzungen bei den Deutschen in 17 Häfen für ein Zuhause auf Zeit »vor Anker« gehen. So etwa in Antwerpen, Valparaiso in Chile und Lomé in Westafrika. Oft sieht es dort aus wie in einem gemütlichen Wohnzimmer – Sofas inklusive. 16 Inlands-Stationen, von eigenständigen Vereinen getragen, ergänzen das Hilfenetz. Die Seemannsmission kooperiert mit ihren etwa 700 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern eng mit christlichen Seemannsmissionen auf anderen Kontinenten. Ihr Jahresetat in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro speist sich aus Kirchensteuern, Spenden und freiwilligen Schiffsabgaben der Reeder. Früher wie heute versteht sich die Organisation als Stimme der Seeleute, die für faire und auskömmliche Arbeitsbedingungen eintritt. Denn obwohl die weltweit etwa 1,2 Millionen Seeleute den Transport von mehr als 90 Prozent aller Waren möglich machen, bleibt ihr Schicksal meist im Verborgenen. Besonderes Gewicht legt das Werk seit einiger Zeit auf die psychosoziale Unterstützung von Piratenopfern. »Die Seeleute bewegen die Wirtschaft«, bringt es Proskes Vorgänger Hero Feenders auf den Punkt. »Mit ihrer Arbeit sorgen sie dafür, dass wir auf einem hohen Niveau im Wohlstand leben können. Die Seemannsmission gibt ihnen dafür Rückhalt und Orientierung.«  epd

Foto: sxc.hu / goodmorph

Weltweit machen etwa 1,2 Millionen Seeleute den Transport von mehr als 90 Prozent aller Waren ­möglich. Ihr Schicksal bleibt meist im Verborgenen.


Spieletest ::: 17

::: Willow Creek-Leitungskongress

Training für Gemeindeleiter Mit Ratschlägen für Führungskräfte in Kirchengemeinden und Gemeinschaften ist am 28. Januar der dreitägige Leitungskongress von Willow Creek in Stuttgart zu Ende gegangen. An der Veranstaltung nahmen mehr als 7.100 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter von ­­ landes- und freikirchlichen Gemeinden teil, darunter rund 250 Methodisten.

Foto: Volker Kiemle

E

s sind die markanten Sätze, die hängenbleiben beim Willow Creek-Leitungskongress. »Deutsche Kirchengemeinden sind besser im Anfangen als im Aufhören«, erklärte etwa der Greifswalder Theologe Michael Herbst in seinem Vortrag über »das Unverzichtbare«. Eine Gemeinde bestehe »nicht aus Steinen, sondern aus Beinen«. Das heißt: Es kommt für die Kirche nur darauf an, Gottes Liebe in die Welt zu tragen. Alles andere sei verzichtbar, sagte der Direktor des Instituts zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung der Universität Greifswald. »Für Jesus sind nur wir unaufgebbar.« Über die richtige Lebensstrategie sprach der amerikanische Pastor und Autor Gordon McDonald. »Ich will meine Energie nicht auf Dinge verschwenden, die keine Relevanz haben«, betonte er. Ein (Leiter-)Leben braucht eine klare Strategie. Und die lasse sich aus dem Lebensthema entwickeln, das jeder Mensch habe. Wie groß die Sehnsucht nach Orientierung in der Gemeindeleitung ist, zeigte die Besucherzahl: Zwischen 7.100 und 7.500 Teilnehmer waren an den drei Tagen dabei. Sie erlebten elf Vorträge, die sich mit Themen wie »Menschen zielgerichtet führen«, »Auf den Punkt kommen«, »Sich selbst leiten« oder »Konsequent glauben« beschäftigten. Kirchen, Firmen und Organisationen präsentierten sich auf den Ausstellungsflächen – vom Gemeindehaus-Bauunternehmer über Ausbildungsstätten und Beratungsunternehmen bis zu Reiseveranstaltern. Aus der EmK war das Bildungswerk vertreten (siehe Seite 19). Neben vielen geistlichen und geistigen Impulsen bot der Kongress viel Lobpreismusik und Gebete. Die ein-

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heimischen Redner – neben Michael Herbst sprach Hanspeter Wolfsberger, der ehemalige Direktor des Gesamtwerkes der Liebenzeller Mission –, sorgten für eine Anbindung an die deutsche Mentalität. Dem Kongress voran ging ein zweitägiges »Innovationsforum für die Kirche von heute«. Dabei diskutierten rund 400 Experten aus Landes- und Freikirchen über die Frage, wie sich Kirche und Gemeinden verändern müssen, um Menschen mit der christlichen Botschaft zu erreichen. Dabei mahnte der Gründer und Leiter der Stadtmissionsgemeinde »Junge Kirche Berlin«, Alexander Garth, eine »Balance von drei Bekehrungen« an: die Bekehrung zu Gott, zur Gemeinde und zur Welt, um diese zu verändern. Überraschendes ließ Willow Creek-Gründer Bill Hybels verlauten: Die Evangelisation über persönliche Begegnungen und Beziehungen – einst das Markenzeichen von Willow Creek – habe sich überlebt, jetzt brauche es neue Wege. Der Wert der Evangelisation bei Willow Creek habe abgenommen, weil viele Gemeindeglieder nun alle vorhandenen Freundschaften genutzt hätten, um von Jesus zu erzählen. Entscheidend für das Wachstum von Gemeinden seien nicht großartige Strategien, sondern wie die Leitung mit Mitarbeitern umgehe.  kie Inf o rmatio n: Veranstalter des Leitungskongresses war »Willow Creek Deutschland«, ein eigenständiger Zweig des weltweiten Netzwerks der »Willow Creek Association«. Diese hat ihren Namen von der Willow CreekGemeinde in South Barrington bei Chicago.


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Dußlingen Pastor i. R. Reiner Dauner, Kirchengebäude »Wir haben ein neues e im Aufbruch. ind und sind als Geme von außerhalb en sch Wir wollen Men en. Dafür holen der Gemeinde gewinn . Für meine eigene wir uns hier Anregungen mir schiedene Aspekte, die Leiterschaft sind es ver mir ist So geworden sind. hier wieder neu wichtig rist Ch er jed ss geworden, da zum Beispiel bewusst er Od ht. uc bra lse stliche Impu h immer wieder neue gei fac ein ht nic d un sprechen dass man Probleme an he sic r hren soll. Dies betrifft unter den Teppich ke viele Gemeinden!«

Martin Fischer, Güglingen Willow interessiert mi ch, ich war schon auf anderen Ko ngressen. Hier hat mir der starke Fokus auf »Leiterschaft« gefallen . Mich hat der Vortrag von Christin e Caine sehr angesprochen. Sie hat beschriebe n, wie unbarmherzig wi r als Gemeinden oft mi t außenstehenden Men schen umgehen. Und sie hat betont, dass es eine Aufgabe der Leiter ist , Menschen, die verlor en sind, im Blick zu haben.

Auftanken und inspirieren lassen

one Focke, Gemeindereferentin Sim Leipzig Willow-KonEin gress ist für mich Gelegenheit eine Auftanken zum Or und zu ientierung. Bestimmt ändert sich ht sofort. meine Art zu leiten nic Selbstum l vie Aber es ging auch r mit ite Le als ich leitung: Wenn nn ich auch Gott unterwegs bin, ka rungen bemehr von meinen Erfah wichtig, eirichten. Da ist es auch f den man nen Fokus zu haben, au ausgerichtet ist.

Unter den rund 7.500 Teilnehmern beim Willow Creek-Leitungskongress waren auch rund 250 Methodisten. Volker Kiemle hat einige von ihnen getroffen.

München Salome Huster, wicheitung ist mir Das Thema L e in nd ei der Gem tig, weil ich in Ich e. it be ar tion mit leitender Funk etwas mit fürs bech l wichtig ist, nehme aber au es zum Beispie ss da – en eb einden kehrufliche L rechen. In Gem ch. Wichsp zu an ar kl e Problem r den Teppi ren me häufig unte ren wir Proble geworden, dass wir in unse ch die Artig ist mir au achten, dass uf ra da er um ss Gemeinden be eichmäßig verteilt wird, gl beitsbelastung verhindern. Überlastung zu

Pastor Mar tin Metzger, Albstadt Ich werde nach diesem Kongress sicher nicht anders leiten – ich bin ja der gleiche. Aber ich nehme wichtige Impulse mit – zum Beispiel ist mir die Kraft, die in einer Vision steckt, neu bewusst geworden.

, Nürnberg Pastor Eberhard Schilling gressen ichen Willow Creek-Kon könSeit 1996 habe ich an etl zu ich dachte, einschätzen l poteilgenommen. Obwohl ma rde, war ich wieder ein Monen, was da kommen wü de ren hende Vorträge, berüh der sitiv überrascht. Tiefge an s da w, rschafts-Know-Ho rd. wi mente, ein breites Leite en mm ko g lle zur Anwendun o dw einen oder anderen Ste en irg h fac ein vieles davon n ma te nn kö h lic tür da Na gt es Kongressbesuchs lie nachlesen. Der Bonus ein neu er glich ist, nicht wied rin, dass es fast unmö mit ren zu gehen. Wir wa motiviert an die Arbeit ist me zu rt, Personen do einer Gruppe von 17 iLe m de s au itung und aus unserer Gemeindele flü be d sin e all end – und tungsteam unserer Jug . gefahren gelt wieder nach Hause

Dieter Sch midt, Rad olfzell Es gibt im mer zwe i einen W illow-Ko Gründe für ngress: lernt viel Man fü man ler r die Gemeinde u nt viel für sich nd Dieses M . al habe ich gelernt, dass es einen Unte gibt zwis rschied chen Pro blemen und Spa nnungen – letzte re muss ma n nicht lö sen, sondern m lancieren an kann sie aus ba. Das v er auch in u nserer G suche ich emeinde zusetzen um.

Pastor Joachim Schuman , Calw-Stammheim Der Willow Creek-Kon gress regt mich intellektuell und emotion al an. Ich bin lange Zeit verstandesmäßig an die biblischen Texte und an meine Aufga ben als Pastor herangegangen.Vor zwei Jahren beimWillow-Kongress Karlsruhe habe ich zu in m ersten Mal deutlich er erlebt, dass mich etwas auch gefüh lsmäßig ergreifen kann . So hatte ich lange Zeit keinen Zuga ng zu Lobpreismusik – auch heute habe ich Fragen an manc he Texte. Aber ich me rke, dass Gott diese Musik benutzt, um in mir etwas zu bewirke gibt es immer wieder Vo n. Zudem rträge, die mich in me iner Situation als Pastor treffen, die mich ermutigen und zu r Veränderung herausfordern – und da s hat, so hoffe ich, Folge n nicht nur für mich, sondern für die ga nze Gemeinde.

unterwegs 4/2012 ::: 12. Februar 2012


Titelthema: – politisch – engagiert ::: 19 Bericht:Christlich Willow Creek-Leitungskongress

Die Suche nach der Zukunft

W

ie müssen sich Kirche und Gemeinden verändern, um Menschen mit der christlichen Botschaft zu erreichen? Darüber diskutierten beim Kongress »inno 2012« in Stuttgart rund 400 Experten aus Landes- und Freikirchen. Von der EmK waren Achim Härtner, Professor an der Theologischen Hochschule, und Pastor Barry Sloan, der designierte Leiter des EmK-Evangelisationswerks, dabei. Der Impuls dazu ging vom Veranstalter, Willow Creek Deutschland, aus. »Ich habe gleich zugesagt, weil es mir wichtig ist, dass wir als Evangelisch-methodistische Kirche (und deren Theologische Hochschule) solche Gelegenheiten nutzen, um unsere Sichtweisen und Erfahrungen in den aktuellen Diskurs einzubringen«, sagt Achim Härtner. Er selbst moderierte ein zweistündiges Forum zum Thema »Was ist erfolgreiche Erneuerung? Quantität. Qualität. Nachhaltigkeit« zusammen mit dem Schweizer Theologen Thomas Härry. Dabei stellte er Robert Schnases theologischen Ansatz »Fruchtbare Gemeinden und was sie auszeichnet« vor. »Dies führte zu einer engagierten, ermutigenden Diskussion«, berichtet Härtner.

Das Bildungswerk der EmK war beim Willow-Kongress mit einem Stand vertreten. Volker Kiemle hat den Leiter, Pastor Lothar Elsner, dazu befragt.

Fotos: Volker Kiemle/privat

Warum sind Sie hier? LOTHAR ELSNER: Wir sind auch an den Fragen dran, die hier im Mittelpunkt stehen: Was braucht eine gute Gemeindeentwicklung und eine gute Mitarbeiterführung? Was brauchen Hauptamtliche? Umgekehrt glauben wir, dass wir Leuten, die hier teilnehmen, auch etwas bieten können. Deshalb zeigen wir hier unsere Weiterbildungsangebote und Arbeitshilfen.

Sloan moderierte ein Forum zum Thema »Erneuerung von Gemeinden innerhalb der Freikirchen«. Bei der ganzen Veranstaltung sei zwar nichts ganz Neues zutage getreten, aber die Fragen blieben: »Was passt für uns heute und unseren Auftrag und wie kann Gemeinde eine dienende Gemeinschaft sein?« Zudem stelle sich die Frage, ob es weiterhin Hauptamtliche in der Kirche geben werde. Sicher ist für Sloan: »Die Zukunft der Kirche ist ökumenisch.« Für Härtner waren die neuen fachlichen Impulse für das Lehrfach Gemeindeaufbau wichtig, zudem habe er eine methodistische »Duftmarke« setzen wollen. »Außerdem bieten solche Veranstaltungen gute Vernetzungsmöglichkeiten.« Barry Sloan fand es gut, dass eine Begegnung auf Augenhöhe zwischen Vertretern verschiedener Kirchen möglich war. »Ich merke, Willow bemüht sich jetzt, offener zu sein und breiter mit mehr Partnern zu arbeiten.« Das bestätigt auch Achim Härtner: »In den 15 Jahren, seit es Willow-Creek-Veranstaltungen im deutschsprachigen Raum gibt, ist eine wachsende Offenheit festzustellen.« Er hoffe auf eine Fortsetzung, denn die EmK könne sich in diesem Prozess konstruktiv einbringen und viel von anderen lernen.  kie

sehr großer Druck lastet, zu wachsen. Und da erhoffen sie sich von Bewegungen wie Willow Creek Anregungen, weil die sich ja schon bewiesen haben, dass sie – zumindest in quantitativer Hinsicht – erfolgreich sind.

Die ersten Gemeinden wuchsen ohne Leiterschulungen ... LOTHAR ELSNER: Es ist richtig, dass es damals keine solchen Kurse gab. Aber die Frage, wie man eine Gemeinde steuern kann und wie sich Leiter verhalten sollen, hat natürlich Paulus und andere auch beschäftigt.

Wie kann man diesem Erfolgszwang entkommen? LOTHAR ELSNER: Die aktuelle Jahreslosung kann uns da eine Spur zeigen: Gott sagt: »Meine Kraft ist in der Schwachheit mächtig.« Unsere Chance ist zu wissen, dass Gottes Gnade auch da Wege findet, wo wir schwach und müde sind. Das kann gelassen machen – aber das ist kein einfacher Weg. Und natürlich darf man sich nicht einfach ausruhen und meinen, man müsse nichts tun. Die methodistische Theologie zeigt uns ja deutlich, dass wir – bei allem Vorrang der Gnade – am Handeln Gottes mitwirken können und es nach Kräften auch tun sollen. Hier können Konzepte helfen.

Hier sind mehr als 7.000 Menschen. Woher kommt dieses große Interesse? LOTHAR ELSNER: Ich befürchte, dass unterwegs 4/2012 ::: 12.inFebruar 2012 auf den Leitenden Gemeinden ein

Einer der Hauptredner war Bill Hybels. Wie empfanden Sie seinen Vortrag »Menschen zielgerichtet führen«? LOTHAR ELSNER: Teilweise belanglos,

Achim Härtner und Barry Sloan (unten) waren beim Forum »inno 2012« mit dabei.

interview teilweise problematisch. Ganz schief war es, als er über die Frage sprach, wie lange man Mitarbeitende mit einer »schlechten Haltung« tolerieren soll. Er schlug 30 Tage vor – das ist nachvollziehbar. Doch die von Hybels geforderte Konsequenz, die Person zu entlassen, falls bis dahin das Problem nicht gelöst ist, ist indiskutabel. Na- Lothar Elsner türlich darf man nicht zulassen, dass die Arbeitsatmosphäre in einem Team dauerhaft vergiftet wird. Die hinter einer schlechten Haltung oder Stimmung liegenden Gründe und Probleme müssen angesprochen werden, damit sich etwas ändert. Doch in einer Gemeinde kann es keine »falschen« oder »überflüssigen« Mitarbeitenden geben, sondern nur falsch eingesetzte und falsch handelnde. Eine Gemeinde ist eine Gemeinschaft von »Starken« und »Schwachen«. Gottes Kraft aber ist gerade in der Schwachheit mächtig – wie wir darauf vertrauend handeln, ist die wahre Kunst geistlicher Leitung.


unterwegsinfo

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unterwegs 4/2012 ::: 12. Februar 2012

Die Nachwuchsreporterinnen Henriette und Alisha im Einsatz.

Die Nachwuchsreporterinnen Henriette und Alisha im ­Einsatz.

Auf Zukunft eingestellt – das sind über 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kirchlichen Unterrichts (KU) der Region Nürnberg seit dem vorletzten Januarwochenende. Dort haben sie eine Radiosendung über ihre Wünsche und Pläne produziert.

K

U-Wochenende in der EmK Fürth. Eine Radiosendung soll entstehen, das Programm ist straff. Freitagabend füllt sich die Pinnwand mit grünen Zetteln: »Einen Schulabschluss« und »einen Beruf«, »eine Familie«, »reich wer-

kurz &bündig »Haus der Barmherzigkeit« ist

die Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum des Stuttgarter Bethesda Krankenhauses (»unterwegs« berichtete) überschrieben. Die geschichtliche Entwicklung von 1912 bis 2012 wurde von der Stuttgarter Autorin Dr. Ulrike Voigt in einer Festschrift zu-

den« – das sind die Hoffnungen der Jugendlichen an die Zukunft für ihr Leben. Und mit »Liebe« und »Frieden« gehen die Wünsche auch darüber hinaus an die Welt. Die persönlichen Ängste kommen auf die roten Zettel: »Tod«, »Versagen in der Schule« und »Arbeitslosigkeit« sind die Renner. Am Samstagmorgen dann zu den Leuten in der Fürther Fußgängerzone. Was denken die? Das wollen zwei Umfrageteams herausbekommen und machen sich im Schneegestöber mit Mikrofon und Reportergerät auf den Weg. »Hal-

sammengestellt. Das Buch zeigt auf 160 Seiten in zahlreichen Bildern und Originalzitaten den Wandel des Pflegeberufes, die Bauphasen und die Entwicklung des Gesamthauseses. Die Schrift kann für 10 Euro im Bethesda Krankenhaus ­bestellt werden: info@bethesda-stuttgart.de »Steht auf für Gerechtigkeit« ist

das Thema des nächsten Welt-

lo, wir sind von Radio AREF. Haben Sie noch einen Zukunftstraum?« Na klar haben die Menschen Träume. »Was würden Sie ändern, wenn Sie noch einmal auf die Welt kommen?«, fragt das andere Team. Erstaunlich, was da in den Herzen der Leute auf der Straße an vergebenen Chancen schlummert! Zwei weitere Teams interviewen im Gemeindezentrum die Expertinnen Ute und Ursula. Ute hat sich lange im Ausland durchgeschlagen: »Gerade die Wendepunkte, wo du denkst, das ist das Schlimmste, waren letztlich gerade das Beste.« Ursula hat über Lebenskrisen zum Glauben zurückgefunden und macht Mut, Zukunft auch dann anzunehmen, wenn sie nicht nach Wunschplan abläuft. Nachmittags Schnitt der Beiträge am Computer. Alle sollen unter dreieinhalb Minuten lang sein. Dann schnell noch Moderationen durchsprechen und Musik aussuchen. Am Sonntagmorgen platzt dann das Nürnberger Studio von Radio AREF aus allen Nähten. Aufregung, »wann bin ich dran?«, »still!«, Rotlicht geht an, und die Jugendlichen meistern ihre Studiogespräche.  Heiko Müller Das Ergebnis ist hier zu hören: http://is.gd/eBG8Hr

gebetstags der Frauen, der am 2. März stattfindet. Vorbereitet wurde er von Frauen aus dem südostasiatischen Land Malaysia. »Die Malaysierinnen zeigen uns, warum wir gerade als Christinnen und Christen verpflichtet sind, gegen Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft einzutreten und für Gerechtigkeit aufzustehen«, heißt es in der Info-Broschüre. www.weltgebetstag.de

Foto: Heiko Müller

Region Nürnberg: Die Zukunft im Blick


unterwegs info ::: 21

Aufgeno mmen Auerbach ::: am 8. Januar Chris Krüger (17) und Holger Möckel (50). Magdeburg ::: am 8. Januar ­Jonas Stolze (17). Raschau ::: am 29. Januar Marianne Tittmann (83).

Naila ::: Regine und Eberhard Bader zur goldenen Hochzeit. Reutlingen-Erlöserkirche ::: Katharina und Siegfried Kämpf zur goldenen Hochzeit. Zwickau-Planitz ::: Manfred Lenk zum 90. Geburtstag.

Heimgegangen W i r g r atu lie r en Backnang ::: Hildegard Rommel zum 90. Geburtstag. Crottendorf ::: Edith Dombrowski zum 90. Geburtstag. Eppingen/Sinsheim ::: Richard Beisel zum 90. Geburtstag.

S emina r e Laien in der Leitung ::: ­Mitarbeitende gewinnen und motivieren, Bildungs- und ­Begegnungszentrum StuttgartGiebel, 24. bis 26. Februar, ­Leitung: Sonja Röcker, Referent: Christhard Rüdiger, ­Informationen und Anmeldung unter Telefon 0711 86006-91, ­E-Mail: bildungswerk@emk.de und www.emk-bildung.de Fastenfreizeit ::: ­Benediktinerkloster ­Wechselburg, 9. bis 14. März, Informationen bei Dorothee Seidel, Telefon 03735 62960.

Foto: Rolf van Melis / pixelio.de

Von der Angst zu kurz zu ­kommen ::: Frauenbegegnungswochenende, BBS Scheibenberg, 23. bis 25. März, ­Informationen bei Gabriele Drummer, Telefon 03733 63859. Ausbildung zum Laienprediger, zur Laienpredigerin der EmK ::: dreistufiger Kurs zu je fünf Tagen in drei Jahren, Wuppertal, 10. bis 15. April, Leitung: Klaus Abraham, Hans-Christof ­Lubahn, Knut Neumann, Informationen und Anmeldung bei Klaus Abraham, Telefon 0441 2543, E-Mail: klaus.­abraham@emk.de

Berlin-Wittenau ::: Charlotte Liebs am 26. Dezember, 100 Jahre; Waltraud Woratz am 26. Dezember, 82 Jahre. Crottendorf ::: Brigitte Brandt geborene Wendrock am 3. Januar, 69 Jahre.

Ter mine Marbach ::: Frauentag der ­Regionen Ludwigsburg und Waiblingen, 10. März, 9 bis 15 Uhr, Von der Freiheit loszulassen und dem Mut zu vertrauen, ­Informationen bei Sabine Wild, Telefon 07181 64740. Neuenbürg ::: Frauenfrühstück für den Enzkreis, 17. März, 9.30 bis 12 Uhr, Auf Um-Wegen zur Mitte – das Labyrinth als Sinnbild des Lebens, Informationen bei Monika Eberle, Telefon 07082 50178. Nürnberg ::: Eben-Ezer-Kirche, Stadenstraße 68, 8. Februar, 17 Uhr, Enddarmleiden – Wenn der Toilettengang zum Problem wird, mit Dr. Manfred Strauß. Weinsberg ::: Christuskirche, Bleich 38, 25. Februar, 19.30 Uhr, Die Methodisten, eine Hommage an John und Charles Wesley, mit Windwood & Co – Vanessa Feilen und Andreas Schuss, Informationen unter ­Telefon 07134 2782.

Dettingen-Teck ::: Gertrud Haußmann am 16. Januar, 87 Jahre. Gebersheim ::: Helmut Gross am 16. Januar, 86 Jahre. Heidelberg ::: Martha ­Hackenjos geborene Günthner am 24. Dezember, 100 Jahre; Heinz Lechler am 8. Januar, 69 Jahre. Lauter ::: Karl Kaufmann am 9. Januar, 85 Jahre. Mühlheim am Main ::: Heinz Klostermann am 25. Januar, 92 Jahre. München-Friedenskirche ::: Gerda Hitzblech am 11. Januar, 74 Jahre.

Rundfunk im Internet radio m kompakt: Aktuell und kritisch. radio m gespräch: Glaube im Dialog. radio m ­andachten: Impulse für jeden Tag. radio m themen: Berichte und ­Reportagen. radio m bei Klassik Radio (bundesweit) Andachten »Carpe diem«: 20. bis 25.2., 6.20 Uhr, mit Anja Kieser; Sonntagsmagazin »Klassik und ­Kirche«, sonntags, 7–8 Uhr, mit Anja Kieser. Radio AREF – sonnund feiertags von 10-12 Uhr. www.aref.de und UKW 92,9 MHz (Großraum Nürnberg) ERF Plus Jeden Donnerstag, 20 Uhr, Bilanz – Leben im Rückblick, mit Horst Marquardt im Gespräch mit Männern und Frauen 60+.

persönlich Nagold ::: Hilde Köbele am 2. Januar, 87 Jahre. Pliezhausen ::: Margarete Schwaiger geborene Hermann am 16. Januar, 81 Jahre. Sindelfingen ::: Christian ­Rebmann am 8. Januar, 85 Jahre. Ulm ::: Wilhelm Wagner am 14. Januar, 89 Jahre. Zschorlau ::: Marga Dittrich ­geborene Heinz am 18. Januar, 88 Jahre.

wo wann was

20.2., 22 Uhr, Ungewöhnliche Nächstenliebe, Wolfgang ­Severin im Gespräch mit ­Alfred Mignon, Wiederholungen: 21. 2., 11.30 Uhr; 22.2., 16.30 Uhr und 26.2., 23.30 Uhr.


22 ::: Ökumene 22

EVANGELISATIONS WE R KWE R K EVANGELISATIONS der Evangelisch-methodistischen Kirche der Evangelisch-methodistischen Kirche

2012 – ein neues Jahr hat mal wieder begonnen. Je älter man wird, umso bewusster beginnt man solch ein neues Jahr. Ich mache mir Gedanken, was mich wohl in den nächsten Wochen und Monaten noch erwarten wird. Was kommt auf mich bzw. auf uns als Zeltmission zu, an Gutem und an weniger Schönem? Vieles wissen wir schon, manches liegt auch noch im Verborgenen. Der Beginn eines neuen Jahres lässt sich vergleichen mit einem leeren Blatt Papier, welches vor uns liegt und darauf wartet, beschriftet und ausgefüllt zu werden, mit Ereignissen, mit Terminen und so weiter. Es gibt einige Eckdaten, die Jahr für Jahr beziehungsweise Tag für Tag immer dieselben sind. Wir feiern im Laufe eines Jahres irgendwann unseren Geburtstag (so Gott will und wir noch leben). Dann gehen wir jeden Abend ins Bett, mal etwas früher, an manchen Tagen etwas später. Wir nehmen täglich Nahrung zu uns und müssen dafür sorgen, dass wir welche im Haus haben. Wir sehen, viele Faktoren sind planbar, von uns aus steuerbar und zu beeinflussen. Was aber, wenn Unverhofftes eintrifft, wie Krankheit, der Tod eines lieben Menschen oder die Arbeit, die einfach nicht nach Plan laufen will?

Hier bei der Zeltmission wissen wir, dass wir im Sommer wieder sehr viel unterwegs sein werden. Wir freuen uns über einen vollen Einsatzplan für das Jahr 2012. Dies zeigt uns immer wieder aufs Neue, wie wichtig die Arbeit der Zeltmission ist. Gott gebraucht uns für die Ausbreitung seines Wortes in ganz Europa, aber auch – und das liegt uns ganz besonders am Herzen – in unserem eigenen Land.

Egal ob in Europa oder in Deutschland, wir stellen auch in diesem Jahr unsere Zelte, das emk-mobil, das emk-spiel-mobil und unsere Mitarbeiter zur Verfügung als Hilfsmittel bei Evangelisationen, Straßeneinsätzen, Gottesdiensten und vielem mehr. Wir haben große Einsätze und kleinere Einsätze, doch eines haben sie alle gemeinsam: Unser Ziel ist es, das Evangelium zu den Menschen zu bringen.

Ein leeres Blatt Papier …


30 5

4.2 8 4 1.3 5

2.7 5 1

17. 01

Evangelisationswerk ::: 23

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1

TB 70 -

1.5 5 5 16

V Das Schließen der neuen Halle Anfang März soll begonnen werden, diesen sogenannten »Carport« mit Wänden und Toren zu schließen. Geplant ist, dass wir bis Ende April eine geschlossene Halle haben, in der wir unsere Zelte und die Fahrzeuge lagern und parken können. Die veranschlagten Kosten liegen hier bei 120.000 Euro.

V Neubau eines Büro- und

Werkstattgebäudes ebenfalls auf dem Gelände im Laichinger Industriegebiet. Damit soll ab dem 3. September 2012 begonnen werden. Um die Kosten etwas niedriger zu halten, möchten wir möglichst viel in Eigenleistung erbringen und können daher erst nach der Hauptsaison unserer Einsätze damit beginnen. Geplant ist ein Gebäude in Holz-

bauweise. Im Erdgeschoss sollen die Werkstätten, der Technik- und die Lagerräume untergebracht werden. Im Obergeschoss sind die Büros der Zeltmission und eine kleine Mitarbeiterwohnung angedacht. Die erste Kostenberechung beläuft sich auf etwa 420.000 Euro. Da die Zeltmission in den letzten Jahren erfreulicherweise gewachsen ist, würde die ursprünglich geplante Halle dem jetzigen Platzbedarf nicht mehr gerecht werden. Unsere Überlegungen waren zum einen, die bestehende Halle zu verlängern, oder ein separates Gebäude auf der dahinter liegenden Grünfläche zu errichten. Nach dem Abwägen aller Argumente haben wir uns für die zweite Variante entschieden: den kompletten Neubau.

V Der Verkauf der alten Halle, in der

wir uns momentan noch komplett mit Büro und Werkstatt befinden.

V Die 100-Prozent-Finanzierung der Stelle des Sekretärs für Evangelisation, Barry Sloan.

3.0 1 76

Sie sehen, viele Punkte stehen schon 4.3 7 auf unserem einst leeren Blatt Papier. Aber es ist auch noch Platz für Unvorhergesehenes und Spontanes. Es tut gut zu wissen, dass bei allen unseren Vorhaben Gott bei uns ist. Er begleitet unser Tun und Schaffen und gibt auch seinen Segen dazu. Diese Gewissheit wünschen wir von der Zeltmission auch jedem einzelnen von Ihnen! Vertrauen Sie auf Gott. Er leitet Sie beim Ausfüllen Ihrer Zeit im neuen Jahr. 3

Hans-Martin Kienle und die Mitarbeiter des Evangelisationswerkes und der Zeltmission

1.2 5

100

1.0 0 30 5

30 5

1:

4.5 9

Neben all diesen großen und kleineren Einsätzen haben wir im Jahr 2012 aber noch weitere, sehr ereignisreiche und spannende Dinge vor. Dazu gehören:

Holz 54.2 Werk 4 m statt ²

Meta 37.1 ll We 2 m rksta ² tt

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07. 12. 201 1 B VZ eltm iss ion , La ich ing en


24 24 ::: Evangelisationswerk

Etwas Neues bei der Zeltmission Die Mitarbeiter der Zeltmission sind voller Begeisterung. Seit Anfang diesen Jahres können wir den Gemeinden neben unseren 11 Zelten in der Größenordnung zwischen 40 und 600 Plätzen, dem emk-mobil und dem emk-spiel-mobil auch eine mobile Kirche anbieten.

Viele Menschen scheuen sich, in ein festes Kirchengebäude zu gehen. In den meisten Ortschaften und Städten gibt es noch das »klassische Kirchengebäude«. Aber vielerorts sind diese Gebäude sehr schwach besucht. Wir haben uns überlegt: Warum gehen wir nicht mit unserer mobilen Kirche dahin, wo die Leute sind? Wenn die Leute nicht zur Kirche kommen, dann kommt die Kirche zu den Leuten. Mitten in ihren Alltag, in der Fußgängerzone, auf dem Marktplatz, vor dem Schwimmbad, neben den Einkaufszentren, im Park, auf dem Spielplatz oder aber auch vor unserer »richtigen Kirche«. Sie sehen, es gibt ganz viele Möglichkeiten, wo Sie die

mobile Kirche überall aufbauen können. Und es gibt mindestens ebenso viele Möglichkeiten, diese Kirche mit Inhalt und Leben zu füllen: Ganz klassisch mit einem Gottesdienst, einer Ausstellung, als Raum der Besinnung, als Blickfänger, zum Kirchenkaffee, sogar in doppeltem Sinn, als Impulsgeber, zur Werbung und noch für vieles mehr. Ganz herzlich möchten wir Ihnen und Ihrer Gemeinde die mobile Kirche ans Herz legen und uns ein wenig aufdrängen. Nutzen Sie die Möglichkeit, die wir Ihnen mit unserem vielfältigen Angebot bieten, um (wieder mehr) Kirche vor Ort und mitten im Ort zu sein. Wir Christen sind mitten in dieser Welt!

MOBILE KIRCHE TECHNISCHE DATEN: Gewicht: etwa 70 Kilogramm Die mobile Kirche besteht aus einer Hülle, die mit Luft aufgeblasen wird. Zu vergleichen ist das mit einer Hüpfburg, nur ohne Boden. Benötigt wird die ganze Zeit ein 230 V Stromanschluss. (Ohne Luft fällt die Kirche zusammen, wie wir auch). Verankert wird die mobile Kirche mit Seilen, die schräg abgespannt werden. Deshalb kann sie überall aufgebaut werden. Der Aufbau selbst dauert rund 15 Minuten, zuzüglich der Inneneinrichtung. Benötigt dazu werden etwa vier Helfer. Der Abbau erfordert nochmals dieselbe Zeit. Die Kosten, ohne Transport, belaufen sich auf 120 Euro am Tag. Buchbar ist die mobile Kirche ab sofort über die Zeltmission: Emk-Evangelisationswerk Zeltmission Im Brühl 30 89150 Laichingen E-Mail-Adresse: www.zeltmission@evangelisationswerk.de Telefon 0 73 33 / 50 62 mobil: Hans-Martin Kienle 01 71/6 00 72 73

IMPRESSUM FÜR DIESE EINHEFTUNG Herausgeber: Evangelisationswerk der Evangelisch-methodistischen Kirche • Redaktion: Eberhard Schilling, Hans-Martin Kienle Fotos: Evangelisationswerk, Carsten Hokemar • Geschäftsstelle: Im Brühl 28–32, 89150 Laichingen, Telefon 07333 50-61/-62, Telefax 07333 21186 Spendenkonto: EmK Zeltmission, Volksbank Laichingen, BLZ 63091300, Konto 8570000 • www.evangelisationswerk.de


Für Sie gelesen »Die Ehrfurcht ist der Anfang der Weisheit« Richard Rohr, Ins Herz geschrieben. Die Weisheit der Bibel als spiritueller Weg, Herder Verlag, Freiburg – Basel– Wien 2008, 320 Seiten fest gebunden mit farbigem Schutzumschlag und Leseband, 19,95 Euro. ISBN: 978-3-451-32005-7 Dieses Buch möchte ich besonders all denen empfehlen, die ihren christlichen Glauben mit dem Denken und den geistigen Horizonten unserer Zeit zu verbinden suchen. Es ist vor allem für diejenigen wichtig, die das dualistische Denken in Kategorien wie Gut gegen Böse, Evolution gegen Kreationismus, Leib gegen Geist, Führung gegen Gemeinschaft usw. überwinden wollen durch ein übergreifendes Gesamtbild, denn »er [Gott] regiert über alles, wirkt durch alles, ist in allem verborgen« (Epheser 4,6b – übersetzt von Klaus Berger und Christiane Nord). Der Verfasser ist franziskanischer Mönch. Er lebt in den USA in einem »Zentrum für Aktion und Kontemplation«, das er selbst gegründet hat. In Deutschland ist er durch Vorträge, Seminare, Besuch der Kirchentage und viele Bücher vor allem zum Thema Spiritualität und zum Enneagramm bekannt geworden. Rohr hat den Schwerpunkt seiner Bemühungen immer in der Verbindung von Spiritualität und Bibel gesehen. In diesem bereits vor gut drei Jahren erschienenen Buch legt er die Summe seiner Überlegungen vor. Es ist ein faszinierender innerer Weg, auf den er Leserinnen und Leser mitnimmt. Er schreibt: »Ich lege in diesem Buch die Frucht meiner Beschäftigung mit der Bibel und der spirituellen Erfahrung des Menschen vor, um wieder zu verbinden was niemals hätte getrennt werden dürfen.« Wer dieses Buch mit offenen Sinnen und offenem Herzen liest, wird reichen geistlichen Gewinn haben und sein Leben tiefer gründen können. Für mich und mein »inneres Leben« gehört es zu den wichtigsten Büchern, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Hartmut Handt

Welch ein Reichtum! Wilfried Härle (Hrg.): Grundtexte der neueren evangelischen Theologie, Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2007, 380 Seiten, Paperback, 34 Euro. ISBN: 978-3-374-02469-8 Entstanden ist dieses Buch als Lesebuch für Leute, die Theologie studieren, und für andere Interessierte. Sie finden hier viel Prominentes vor allem aus der Systematischen Theologie. In 43 Texten, die meisten Ausschnitte aus größeren Werken, breitet sich vor den Lesenden ein weites Spektrum der evangelischen Theologie in den letzten zweihundert Jahren aus: von Schleiermacher bis zu Wolfgang Huber. Was ist da nicht alles an geistigen Leistungen erbracht worden! Und dies ist ja nur ein Ausschnitt. Es ist ein großer Reichtum, der in diesem Buch ausgebreitet wird. Er macht mich zugleich bescheiden und dankbar und lädt ein, darüber nachzusinnen und weiter zu denken. Hartmut Handt

unterwegs 4/2012 ::: 12. Februar 2012

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MEDIENTAG

24. März 2012, Nü

rnberg

Ein Tag für Mitarbeitende und Interessierte aus dem Bereich der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit in den Gemeinden

DIE WORKSHOPS: In die Zeitung kommen Pressearbeit für die Gemeinde • Liebe deinen Leser wie dich selbst Biblische Impulse kurz und knackig • Mehr als ein paar Worte Begrüßen, vorstellen, einführen ... • Facebook, Twitter & Co. Netzwerke bilden und nutzen • Für Bücher begeistern Büchertischarbeit, die Kreise zieht • Persönlichkeits- und Urheberrecht Was juristisch zu beachten ist • Damit Zuhören Spaß macht Moderation und Präsentation • Wie wird der Beamer zum Diener? Beamer-Präsentation im Gottesdienst • Weg mit Floskeln und „Blähdeutsch“ Wie Sie richtig gute Texte schreiben • Vom Gemeindefest zum Fundraising-Event Besondere Veranstaltungen planen • Drama, Drama, Drama ... Der Bibeltext lebt! • Ihre Gemeinde im Internet Von der Website zum digitalen Treffpunkt • Gut – besser – Gemeindebrief „Blattkritik“: Lernen an Beispielen • Klare Ansagen, guter Klang Tontechnik in der Gemeinde • Präsentationen mit Leidenschaft Was PowerPoint kann – und was nicht • Bewegte und bewegende Bilder Filme produzieren und einsetzen • Ich hab da was gesehen! Vom fröhlichen Knipsen zum bewussten Fotografieren

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Veranstalter: Medienwerk der Evangelisch-methodistischen Kirche radio m – Hörfunkagentur der Evangelisch-methodistischen Kirche


26 ::: Rätsel Auflösung des Rätsels aus dem letzten Heft 3/2012

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Anzeigen ::: 27

Susan Meissner

Hinter weißen Zäunen Roman Gerth Medien • gebunden • 384 Seiten Best-Nr. 816.625 • 14,99€ Sie hat pink gefärbte Haare, ein Tattoo, und auch sonst entspricht sie nicht dem Idealbild eines sechzehnjährigen Mädchens. Findet zumindest Amanda Janvier. Doch das hindert sie nicht daran, ihre Nichte Tally für einige Zeit bei sich aufzunehmen, um ihr ein stabileres Leben zu bieten. Denn schließlich lebt sie selbst in einer harmonischen Idylle. Doch hinter der Fassade eines scheinbar perfekten Lebens schlummern dunkle Geheimnisse. Und die drohen mit Tallys Auftauchen ans Licht gebracht zu werden. Amandas vermeintlich heile Welt gerät bedrohlich ins Wanken. Wird die Familie daran zerbrechen oder kann es einen Ausweg geben?

IMP RESSUM

unterwegs Herausgegeben von der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland Ludolfusstraße 2-4 60487 Frankfurt am Main Zeitschriftenredaktion im Medienwerk der EmK: Redaktionsleiter Volker Kiemle Stellvertretender Redaktionsleiter Michael Putzke Ludolfusstraße 2-4 60487 Frankfurt am Main Telefon 069 242521-150 Telefax 069 242521-159 E-Mail: unterwegs@emk.de Vertrieb • Anzeigen- und Abonnementsverwaltung: Blessings 4 you GmbH Postfach 31 11 41 · 70471 Stuttgart Telefon 0711 83000-51 Telefax -50 Anzeigendisposition: E-Mail: anzeigen@blessings4you.de Es gilt der Anzeigentarif 2011. Bezugspreise: Bei Bezug über die EmK-Gemeinde: im Quartal € 13,75. Bei Direktlieferung durch die Post: jährlich € 55,– + Versandkosten. Direkt gelieferte Abonnements verlängern sich jeweils um ein Jahr, wenn bis zum 30. September keine schriftliche Kündigung vorliegt. DTP-Produktion: Grafisches Atelier Arnold, 72581 Dettingen an der Erms Herstellung: frechdruck GmbH, 70499 Stuttgart Einheftung in dieser Ausgabe: Evangelisationswerk Beilagen in dieser Ausgabe: Weltmission

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Wer liebt, erlebt den Glauben »Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit ... « Wer kennt nicht diesen Bibelvers! Als großer Kompass für mein Leben ist er gedacht, konkrete Ausrichtung für den Alltag. Bei vielen aber kommt er mitten im Trubel eher als zusätzliche Belastung an. Jetzt kommt auch noch Jesus mit Ansprüchen! Und dann noch die Gemeinde! In unserer Frustration überhören wir den Nachsatz Jesu: » ... so wird euch dies alles, was ihr braucht, dazugegeben werden« (Matthäus 6,33). So viel Betrieb ist um uns herum. Darüber verlieren wir Jesu Lebensimpuls aus der Mitte unseres Lebens. Eben deswegen sollen wir uns zuerst um Gottes Reich bemühen. Unser größtes Problem mit diesem Ratschlag ist, dass wir es uns einfach nicht vorstellen können, wie das praktisch aussehen kann. Ich kriege doch so kaum meinen Alltag geregelt .... Dabei setzen wir etwas voraus, was Jesus gar nicht meint. Er sagt uns das Wort vom Reich Gottes als Menschen, die die Sorge umtreibt, zu kurz zu kommen. Er sagt es uns, die wir vielleicht kaum mehr unsere finanziellen Verpflichtungen überschauen, die wir nicht wissen, wie viele Überstunden wir am Arbeitsplatz machen sollen, um dann zu Hause noch den verständnisvollen Partner, den geduldigen Vater oder die empatische Mutter abzugeben.

Kompromiss für den Alltag Sorgt euch nicht! Sucht zuerst nach dem Reich Gottes! Auf diese Weise wird euch alles andere dazugegeben. Wir fragen: Was soll ich denn tun? Ich kann dies und das und jenes doch nicht alles sein lassen? Damit glauben wir den Kern unseres Problems getroffen zu haben, nämlich, dass es uns einfach an Zeit fehlt und gewisse Sachzwänge bestehen und deswegen eben maximal eine Kompromisslösung drin ist. Doch Jesus rät nicht zu einem Kompromiss zwischen Gemeinde und Glaube, Familie und Ehepartner, Beruf und Hobby, Freunden und Ehrenämtern. Was Jesus meint mit seinem Satz vom Reich Gottes, das in unserem Leben allem anderen vorangestellt sein soll, zielt darauf ab, endlich den Glauben als Schlüssel unseres Lebens zu benutzen, statt ständig nach dem passenden Schloss für den Schlüssel zu suchen. Das passende Schloss zum Schlüssel ist das Leben selbst und du – jetzt gib acht – stehst schon mitten darin!

Nur der Alltag stört ... Die Arbeit wird uns zu viel und in der Familie gibt es Probleme? Das Klagen kommt meist daher, dass wir unsere Aufgaben nur widerwillig erfüllen. Wir betrachten den Alltag als den Widerstand und das Hindernis für unsere Gottes-Erfahrung. Wären der Chef nicht so unausstehlich, die Kollegin nicht so affektiert, die Kinder nicht so problematisch und der Haushalt nicht ein solches Chaos – dann fände ich auch Zeit und Muße, mich Gott zuzuwenden. Was aber, wenn der Glaube gerade im Alltag wächst und reift? GottesErfahrungen machen wir, wo wir etwas in Gottes Namen tun. Dort ist der Herr und wir mit ihm. Christsein ist unser Leben, Christsein ist Gottes Berufung für uns an jedem Ort und zu jeder Zeit. Lieben wir Gott, wird unsere Liebe zu ihm darum auch nicht von Menschen, unseren Partnern und Familien und anderen Lebensbeziehungen abgelenkt. Wie oft betrachten wir sie als Ursachen unserer mangelnden Zeit für Jesus. Tatsächlich stehen wir aber genau dann an Jesu Seite! Es ist nicht wahr, dass uns das ganz normale Leben davon abhält, Gott zu lieben und ihm zu dienen. Wahr ist, dass wir ihm häufig den Gottesdienst des Alltags verweigern, weil wir den Alltag verachten.  www.glaube-am-montag.de unterwegs 4/2012 ::: 12. Februar 2012

Salvador Dali: Die Beständigkeit Der Erinnerung, 1931 (Ausschnitt) / Foto: AKG-Images

Die Aktion »Glaube am Montag« ist gestartet. Ziel ist es, den Glauben mehr in den Alltag einzubauen. Aber ist das ein neues Stressprogramm für Christen oder eine große Chance, den Glauben zu erleben? Arne Völkel hakt nach.

unterwegs 04/2012  

Das Magazin der Evangelisch-methodistischen Kirche

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