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18. Dezember 2011 ISSN 1436-607X

Magazin der Evangelisch-methodistischen Kirche

26/2011 Diese Ausgabe erscheint mit

dem neuen Magazin für Männer

Weihnachten: Staunen gehört zum Glauben Ganz normal n

Was wir vom Gottesdienst erwarten dürfen. Seite 9

Kirche bauen n

Wie man in Ellefeld gemeinsam anpackt. Seite 10

Gut zu Lesen n

Buchempfehlungen aus dem Redaktionskreis. Seite 21


2 ::: Editorial

Ihr Volker Kiemle

So erreichen Sie uns: Redaktion »unterwegs« Telefon 069 242521-150 E-Mail: unterwegs@emk.de Aboservice: 0711 83000-0

kurz gesagt Bill Hybels , der Gründer der

»Willow Creek«-Bewegung, ist am 12. Dezember 60 Jahre alt geworden. Die Willow-Creek-­ Gemeinde zählt mit 24.400 Besucherinnen und Besuchern zu den größten in den USA. Hybels begann 1971 als Jugendpastor in Chicago. Seine Gottesdienste lockerte er mit moderner Musik, Theaterstücken und Multimedia-Elementen auf und zog dadurch Jugendliche aus dem gesamten Stadtgebiet an. Ab 1975 feierte die Gemeinde ihre Gottesdienste im Willow Creek Theater. 1981 zog sie in die Vorstadt South Barrington um. Hybels entwickelte Gottesdienste für Suchende. Das Willow-Netzwerk umfasst über 10.000 Gemeinden in mehr als 35 Ländern. Rund die Hälfte der Deutschen

wollen an Weihnachten ­einen Gottesdienst ­besuchen. Wie die Umfrage des Instituts TNS Emnid ergab, ­planen mehr Menschen in Westdeutschland (51 Prozent) als in den neuen Bundesländern (39 Prozent) den Besuch einer christlichen Kirche an den Feiertagen. Vor einem Herausdrängen der

Religion aus dem öffentlichen Raum warnt der Koordinationsrat der Muslime in Deutschland. So werde das vom Bundesverwaltungsgericht kürzlich erlassene Urteil zum Beten in der Schule in Teilen der Öffentlichkeit als ein generelles Verbot von muslimischen Gebeten

in der Schule wahrgenommen, erklärte Koordinationsrats-Sprecher Bekir ­Albo˘ga. Er kritisierte, dass die Richter die Wahrnehmung der Religionsfreiheit von der Akzeptanz durch andere abhängig machen. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte einem ­Berliner Gymnasiasten ­verboten, sein rituelles ­Mittagsgebet auf dem Schulgelände abzuhalten. Neu aufstellen muss sich die

ökumenische Bewegung ­angesichts des rasanten Wandels der Weltchristenheit. Das hat der frühere Generalsekretär des Ökumenischen Rates der ­Kirchen (ÖRK), Professor ­Konrad Raiser, erklärt. Am stärksten verändere die Schwerpunktverlagerung in den Süden sowie das starke Anwachsen der pfingstkirchlichen und charismatischen Bewegung die christliche Welt. Gleichzeitig ­sinke der Einfluss des ÖRK. Evangelikale werden ­p ositiver WAHRGENOMMEN.

Das schreibt der scheidende ­Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, ­Jürgen Werth. In den vergangenen Jahren hätten manche Medien den Begriff »evangelikal« als Schimpfwort gebraucht. Zusammen mit anderen habe er sich ­bemüht, die Allianz aus der »fundamentalistischen Schmuddelecke ­herauszuhalten – oder zu holen«. epd/idea

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Foto: billhybls.com / Titelfoto: MEV

Friede auf Erden? Für die deutsche Rüstungsindustrie war 2010 ein Rekordjahr: Die Firmen haben Waffen im Wert von rund 2,1 Millionen Euro exportiert – rund 60 Prozent mehr als 2009. Seit 1997 wurden nicht mehr so viele Kriegswaffen ins Ausland geliefert. Es gibt zwar Länder, die viel mehr Waffen exportieren. Doch Deutschland liegt nach den USA und Russland auf dem dritten Platz: Mehr als zehn Prozent aller Waffen weltweit kommen aus Deutschland. Wie passt das zu der Weihnachtsbotschaft vom »Frieden auf Erden«, den uns die Engel verheißen? Schließlich befeuert jede Waffe die vielen Kriege und Konflikte weltweit. Waffen töten – das ist ihr Zweck. Und sie sind kostspielig: Weltweit werden jedes Jahr mehr als eine Billion US-Dollar für Rüstung und Kriege ausgegeben. Das würde reichen, um alle Kinder dieser Erde zehn Jahre zu ernähren und auszubilden. Wäre es da nicht an der Zeit, keine Waffen mehr herzustellen und das Geld anders, besser zu verwenden? »Schwerter zu Pflugscharen«, diese Vision des Propheten Micha, ist noch nicht Wirklichkeit geworden. Sie ist den »letzten Tagen« vorbehalten, wie es in Micha 4 heißt. Das heißt aber nicht, dass wir uns nicht schon dafür einsetzen können, dass weniger Waffen in Umlauf kommen. Und das nicht nur zur Weihnachtszeit.


foto: York schön

Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und ging eilends in das Gebirge zu einer Stadt in Juda und kam in das Haus des Zacharias Titelthema: WortWeihnachten auf den Weg ::: ::: 33 und begrüßte Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe.  (Lukas 1,39–41a)

Unterschiede spielen keine Rolle

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s war ein hohes Gebirge, das Maria überschreiten musste, um zu ihrer Verwandten Elisabeth zu gelangen. Nicht nur die Geographie des Landes ließ das Gebirge hoch erscheinen. Höher türmte sich die Geschichte zwischen Nazareth und Jerusalem auf – dort, wo der Tempel war, in dem Zacharias als Priester diente. Nazareth liegt im Norden Israels; hier hatte es früher einmal das israelitische Nordreich gegeben. Es wurde 722/721 vor Christus von den Assyrern dem Erdboden gleich gemacht, die Oberschicht wurde entführt, fremde Völker angesiedelt. Damit war das Nordreich ausgelöscht. Wo die zehn Stämme geblieben sind, die dort wohnten, weiß man nicht. Man nennt sie »Die verlorenen Stämme«. Juda hingegen bildete zusammen mit Benjamin das Südreich. Dort verachtete man seither das Gebiet des früheren Nordreiches. »Was kann aus Nazareth Gutes kommen?«, fragt Nathanael (Johannes 1,46). Noch höher wurde das Gebirge durch den sozialen Unterschied zwischen den beiden Frauen. Elisabeth war die Frau eines hochgeachteten Priesters, Maria war die Frau eines Zimmermannes. »Am haaretz« nannte man diese Leute damals, Landleute. Ihnen ging der Ruf voraus, sie seien ungebildet und gesetzlos. Zu guter Letzt war auch der Altersunterschied beträchtlich: Elisabeth war schon so alt, dass zur Empfängnis des Täufers Johannes ein Wunder notwendig war; Maria war blutjung und schon schwanger, darin offenbar von Gott begünstigt. Dass diese Empfängnis noch in ganz anderer Weise ein Wunder war, erschloss sich Elisabeth erst durch die Wirkung des Heiligen Geistes. Doch eines erniedrigte das Gebirge zwischen Nazareth und Jerusalem: Beide Frauen waren schwanger,

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Elisabeth im sechsten Monat, Maria noch ganz am Anfang. Von Käthe Kollwitz gibt es einen Holzschnitt, auf dem sich die beiden Frauen zärtlich berühren; alt und verhärmt die eine, fast noch ein Kind die andere. Einverständnis, Behutsamkeit und Freundschaft strahlt aus diesem Bild. So begegnen sich Elisabeth und Maria. Das Geheimnis der Mutterschaft lässt sie ganz nahe beieinander sein. Sogleich aber erscheint wieder ein Berg, der höher nicht sein könnte: Das Kind der einen, Johannes, ist ein Prophet, ein Wegweiser zu dem Kind der anderen, auf Jesus. Der spätgeborene Priestersohn bereitet die Ankunft des frühgeborenen Zimmermannssohnes vor. Der eine ist der Herr, Jesus, der andere der Diener, Johannes. Doch die Spannung klärt sich auf wundersame Weise. Elisabeth spürt, wie das Kind sich in ihrem Leibe bewegt. Ein Freudensprung! Der ungeborene Johannes erkennt seinen ungeborenen Herrn, und diese Erkenntnis versetzt ihn in hüpfende Freude. So überwindet schon das ungeborene Kind, das später Jesus heißen wird, die Gebirge zwischen den Menschen: Es ebnet das Gefälle zwischen Vergangenheit und Gegenwart ein, zwischen verachtetem Land und berühmter Stadt, zwischen Priestertum und Handwerk, Jugend und Alter, Herr und Diener. Am Ende schleift Jesus noch das Gebirge zwischen Gott und Menschen ab. Das tut er am Kreuz.

Diederich Lüken ist Pastor im Bezirk Stuttgart-Bad Cannstatt.


4 ::: Titelthema: Weihnachten

Ein anderer Blick auf Weihnachten Geschaffen für ein katholisches Kinderheim, ermöglicht die »Franziskanische Weihnacht« des Malers Sieger Köder einen ganz neuen Blick auf das Weihnachtsgeschehen. Rosemarie Dorn-Wiedenmann hat das Bild für uns genau angeschaut und beschreibt ihre Entdeckungen.

Nicht zufällig spielt die Eucharistiefeier in diesem Bild eine zentrale Rolle. Die Krippe wird zum Altar. Der Priester hebt die Oblate empor und präsentiert sie mit beiden Händen vor dem Leib des Kindes. Bei der Feier des heiligen Abendmahls wird der Glaube an die endgültige Überwindung des Todes bis heute erfahrbar. Ein blondes und ein dunkelhaariges Kind mit ihrer Betreuerin, der katholischen Schwester, zeigen konkret, dass auch wir Heutigen an dem Wunder von Weihnachten teilhaben.

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as Schicksal missbrauchter, misshandelter und vernachlässigter Kinder ist bei dem Bild für das Kinderheim ein wichtiges Thema. Nicht auf den ersten Blick, aber auf den zweiten. Es ist sicher kein Zufall, dass unklar bleibt, ob die Eltern Jesu überhaupt auf dem Bild sichtbar sind. Zwar könnte man in dem armen Mann mit den tief gefurchten Gesichtszügen, der sich auf seinen dicken Wanderstab stützt, den Josef sehen. Und Maria kauert auf der linken Seite, hat

Foto: Erhard Wiedenmann

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oll Vertrauen hat das kleine Kind seine nackten Arme ausgebreitet. Die braunen Augen in dem runden Gesicht blicken uns direkt an. Eine ganz natürliche Geste – als ob das Kind erwartet, dass die Mutter oder der Vater es gleich in seine ebenfalls ausgebreiteten Arme schließen wird. Aber ein Mönch mit Tonsur und brauner Kutte hebt das Kind empor. Zärtlich blickt er zu dem Kind auf, ganz versunken in seine Betrachtung. Bei dem Mönch handelt es sich um Franz von Assisi. Mit einem lebendigen Kind ließ er im Jahr 1223 das Weihnachtsfest nachspielen in der Höhle von Greccio in den Bergen Umbriens. Den armen Leuten in seiner Umgebung wollte Franziskus damit anschaulich vor Augen führen, dass Jesus Christus schon als Kind einer von ihnen gewesen war – arm, bedroht von Hunger und Heimatlosigkeit. Der Maler Sieger Köder schuf dieses Bild Ende der neunziger Jahre für ein katholisches Kinderheim. Er mischt in seinem Bild die Orte und Zeiten, auch manche seiner Figuren sind mehrdeutig. In einer Geburtshöhle unterhalb Bethlehems wird das neugeborene Jesuskind den Hirten gezeigt, so wie es im Evangelium nach Lukas erzählt wird. Genauso erinnert das Bild jedoch an das Leben des Franz von Assisi. Die Stadt Bethlehem auf der rechten Bildseite oben zeigt viele Lokalitäten von Assisi – und auf der linken Bildseite das verfeindete Perugia, gegen das Franziskus in jungen Jahren kämpfte. Der Weihnachtsstern strahlt hell zwischen ihnen, ein Zeichen für die Hoffnung auf Frieden. Die Anwesenheit von Ochse und Esel, des Wolfs und des Baumes mit den Vögeln spielt auf die Tierliebe des Heiligen an, auf die Legende von der Zähmung des grausamen Wolfs von Gubbio und auf die Vogelpredigt. Zugleich wird mit Wolf und Lamm, die hier im Bild einträchtig nebeneinanderliegen, eine endzeitliche Friedensvision des Propheten Jesaja aufgegriffen. »Friede auf Erden« – der Wandel der Wirklichkeit beginnt mit Weihnachten und schließt in der Auferstehungshoffnung die ganze Schöpfung ein.


Titelthema: Weihnachten ::: 5

die Augen geschlossen und »bewegt« das Geschehen »in ihrem Herzen«. Aber das lässt der Maler offen. Menschen, die von ihren leiblichen Eltern Grausamkeit oder Vernachlässigung erfahren haben, können ja oft keine positive Beziehung zu Vater oder Mutter herstellen, viele auch nicht zu einem »Vater im Himmel«. Diese Menschen sind oft schon als kleine Kinder Menschen mit einer »gebrochenen« Existenz – leiblich, seelisch, biographisch. Sich dies vor Augen zu führen, gehört zur konkreten sozialen Dimension des Bildes. Ist das kleine Kind .denn nun

Christus oder nicht? Ja und nein, auch hier gibt es unterschiedliche Sichtweisen zu entdecken. Ist Christus nicht vielmehr jener Priester, der sein Gesicht in den Armen verbirgt und die noch ungebrochene Oblate vor den Leib des Kindes hält? Christus als Hoherpriester und stellvertretendes Opfer für das unschuldige Kind? Ist die rote Stola auf dem Rücken des Priesters nicht auch der Blutstrom Jesu Christi?

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er freut sich nicht, wenn er einem Kind wie dem oben dargestellten begegnet! Einem Kind, das sich voll Freude und Neugier für das Dasein öffnet! In den Evangelien wird mehrfach erzählt, wie sich Jesus den Kindern zuwandte und sie segnete. Heute sagen wir: Jedes Kind hat ein Recht auf ein unversehrtes Leben, auf Schutz, auf Zuwendung und auf Entfaltung. Angesichts der Realität erweist sich dieses Ideal als brüchig. Aber ich meine: Das Bild führt uns dieses Ideal des unversehrten Kindes bewusst vor Augen. Es enthält die Mahnung, sich für dieses Ideal einzusetzen. Zugleich enthält es die Hoffnung, dass Christus die zerbrochenen Existenzen von Menschen auf sich nimmt und sie wandelt. Hier kommt eine dritte Betrachtungsweise ins Spiel. Das Bild lädt uns als Betrachtende selbst ein, die steinernen Stufen heraufzukommen und herzutreten. Das Kind mit den überschwänglich geöffneten Armen lädt uns ein. Uns als Zerbrochene, als Bedürftige, als Geheilte, als Helfer und Helferinnen. Das Geschehen von Weihnachten findet in uns selbst statt – in der »Höhle unseres Herzens«, wie die Mystiker sagen. Vielleicht knien an der Krippe ja sogar die Täter, jene Eltern der missbrauchten Kinder. Denn wie oft sind nicht die Täter selbst Opfer gewesen, bevor sie zu Tätern wurden? Ist nicht der Blick des Mannes rechts außen noch voller Skepsis? Stützt die kauernde Frau in der linken Bildecke nicht ihr Gesicht voller Scham und Trauer in die Hand? In uns selbst will das Christuskind geboren werden und dabei zugleich unsere eigene gebrochene Existenz, unser unglückliches, angstvolles, gequältes »inneres Kind« heilen und segnen. Das erhöhte kleine Kind ist der »Christus in uns«. Derjenige, der uns einlädt, an seiner Krippe einzukehren und umzukehren und sich beschenken zu lassen. Und derjenige, der uns aussendet, um auch andere einzuladen.

Rosemarie Dorn-Wiedenmann hat Germanistik und Geschichte studiert. Sie lebt mit ihrer Familie in Stuttgart.

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6 ::: Titelthema: Weihnachten

Ein Haus voll Schuhkartons Eine Idee geht um die Welt: Eine halbe Million Geschenkkartons hat die Hilfsorganisation »Geschenke der Hoffnung« im vergangenen Jahr an bedürftige Kinder verteilt. Benjamin Lassiwe und Franziska Feinäugle haben zwei Frauen besucht, die Sammelstellen der Aktion »Weihnachten im Schuhkarton« betreut haben.

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örbe mit Strickmützen und Schals stehen im Flur. In den Zimmern stapeln sich die Päckchen. Und in einer Art Briefkasten im Vorgarten liegen alte Schuhkartons, »zum Packen«, wie auf einem Schild dabeisteht. Jedes Jahr im Herbst herrscht Ausnahmezustand im Einfamilienhaus von Anita Bernhard in Berlin-Blankenburg. Seit 1999 organisiert die Mittfünfzigerin eine Sammelstelle der Aktion »Weihnachten im Schuhkarton« des Berliner Vereins »Geschenke der Hoffnung«. Und während es im ersten Jahr gerade einmal einige Dutzend Pakete waren, die ihren Weg zu Familie Bernhard fanden, waren es 2010 sage und schreibe 3.190 Päckchen, die die Familie im gesamten Erdgeschoss ihres Hauses und in der Garage zwischenlagerte, bevor die Weihnachtsgeschenke vom Zentrallager von »Geschenke der Hoffnung« abgeholt wurden. Und immer wieder kommen Nachbarn vorbei, bringen neue Schuhkartons. Anita Bernhard prüft dann, ob die Geschenke den Kriterien von »Weihnachten im Schuhkarton« entsprechen – und nimmt im Zweifel Sachen heraus oder

packt anderes hinzu. Und wer möchte, kann sich von Anita Bernhard auf eine Dankesliste setzen lassen: Alle Päckchenpacker, die auf der Liste stehen, werden anschließend von der Landeskirchlichen Gemeinschaft, der Anita Bernhard angehört, zu einem Dankestreffen eingeladen. »Dadurch kommen immer wieder Menschen in die Gemeinschaft, die noch nie zuvor in einem Kirchenraum waren«, sagt Anita Bernhard. Denn die Aktion »Weihnachten im Schuhkarton« sei bestechend einfach: Jeder könne mitmachen, ganz ohne Vorkenntnisse. Nur in der örtlichen Kirchengemeinde, wo Anita Bernhard als Küsterin arbeitet, darf sie die Schuhkartonaktion nicht mehr bewerben. Die Gemeinde störte sich an der Kritik, die Entwicklungshilfeorganisationen und Sektenbeauftragte an der Aktion äußerten: zu evangelikal sei sie, zu wenig nachhaltig. Anita Bernhard freilich ficht das nicht an. Auch 2011 sammelte sie wieder Schuhkartons – auch wenn ein normales Familienleben in dieser Zeit bei den Bernhards nur mit Einschränkungen funktioniert. Denn gut 50 Prozent des ruhig gelegenen Einfamilienhauses sind von Mitte November bis Anfang Dezember, der Hauptsaison der Schuhkarton-Aktion, nicht zu gebrauchen. »Mein Mann macht zum Glück auch mit und stapelt die Pakete in der Garage«, sagt Anita Bernhard, die zugibt, dass sie sich eigentlich schon im letzten Jahr die Obergrenze von 3.000 Paketen gesetzt hatte. Aber es wurden am Ende dann doch wieder mehr. »Aber wenn die Familie es nicht trägt, würde es nicht funktionieren.« ­Benjamin Lassiwe

Sie leben rund 700 Kilometer ­auseinander, aber sie machen ­gemeinsame Sache: Die Berlinerin Anita Bernhard (links) und Thea ­Gockele aus Blaustein (bei Ulm) haben Päckchen für die Aktion »Weihnachten im Schuhkarton« gesammelt.


Titelthema: Weihnachten ::: 7

Foto: Benjamin Lassiwe, Franziska Feinäugle, geschenke-der-hoffnung.org

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enn man in Blaustein-Bermaringen (nahe Ulm) nach dem Haus von Thea Gockele fragt, kann es sein, dass man vor der eigentlichen Antwort eine wissende Bemerkung hört: »Sie wollen bestimmt ein Päckle abgeben!« Denn das ist in dem 1.200-Einwohner-Dorf auf der Ulmer Alb Herbst für Herbst das Erste, was man mit ihrem Namen verbindet: Thea Gockele verkörpert dort die Aktion »Weihnachten im Schuhkarton« ganz persönlich. Als die heute 60-Jährige im Spätherbst 1998 eine Annonce in einem christlichen Magazin las und daraufhin ihr erstes eigenes Päckchen nach Berlin schickte, hätte sie sich nicht träumen lassen, was sich aus dieser einen guten Tat entwickeln würde. »Ich weiß noch, dass ich ein Shampoo, was zum Spielen und Socken hineingetan habe«, erinnert sie sich, und »ich habe gebetet für das Päckle, dass es einem Kind eine Freude macht und hilft.« Ein Jahr später wurde sie von den Initiatoren der Aktion gefragt, »ob ich Sammelstelle werde«, und obwohl sie sicher war, die erforderlichen 150 Päckchen nicht zusammenzubringen, nahm sie die Herausforderung an. Sie machte kräftig Reklame, indem sie allen davon erzählte und im kirchlichen Nachrichtenblatt inserierte – und hatte am Ende stolze 236 Geschenkpäckchen beisammen. Als im Jahr darauf sage und

schreibe 1.200 Päckchen bei ihr eingingen und »mein Mann den Traktor ausquartieren musste«, war ihr klar: Die Schuhkarton-Aktion »ist eine Idee, mit der die Leute sich identifizieren können«. Seit Thea Gockele einige andere angeregt hat, ebenfalls Sammelstelle zu werden, hat sich ihr persönliches vorweihnachtliches Pensum bei ungefähr 300 Päckchen eingependelt. »Das ist noch zu bewältigen.« Denn Thea Gockele widmet sich ihrer Aufgabe mit Sorgfalt. Im Lauf der Jahre hat sie in einigen Haushalten im näheren Umkreis insgesamt sieben Untersammelstellen etabliert, und jedes Päckchen, das direkt oder über eine dieser Filialen zu ihr kommt, wird geöffnet und kontrolliert. Mit Aufklebern auf den Kartons signalisiert sie sich selbst, »was in welchem Päckchen noch fehlt, damit von allem was drin ist«. Manche legen beispielsweise keine Schokolade hinein, um die Kinder vor Karies zu bewahren. Thea Gockele ergänzt die Süßigkeit dann. »Schokolade ist wichtig.« Wie wichtig, davon hat sich die Bermaringerin vor zwei Jahren mit eigenen Augen überzeugen können. Damals ist sie mit anderen Helfern zur evangelischen Gemeinde nach Novi Sad in Serbien gereist und beim Verteilen der Päckchen dabei gewesen. Die Fotos in ihrem Album zeigen die Kinder, die die Geschenke bekommen haben: Das eine Mädchen hat mitten im Winter keine anderen Schuhe anzuziehen als Sandalen, ein anderes steckt in einem viel zu großen Männeranorak. Strahlend zieht ein Junge den roten Pullover über, der in seinem Päckchen war; auf einem anderen Foto winkt ein Mädchen fröhlich mit dem pinkfarbenen Handschuh in die Kamera, den es gerade ausgepackt hat. Thea Gockele ist eine Frau, die das Christliche mit dem Praktischen vereint: Aus christlichen Gründen ist ihr wichtig, »dass das nicht nur eine Verteilaktion ist, sondern dass die Kinder auch erfahren, warum man das macht: wegen Weihnachten. Weil Jesus gekommen ist, weil Jesus unser Geschenk ist.« Aus praktischen Gründen legt sie den Päckchen eine Stofftasche bei – weil sie weiß, dass die Kinder nach dem Auspacken meist nicht mehr alles so geschickt in den Karton hineinbekommen. Sie sollen ihre Gaben nicht lose nach Hause tragen müssen. Franziska Feinäugle

Weihnachten im Schuhkarton Das christliche Hilfswerk »Geschenke der Hoffnung« hat die Aktion »Weihnachten im Schuhkarton« 1996 ins Leben gerufen. In diesem Jahr konnten an fast 3.900 Sammelstellen in Kirchengemeinden, Autohäusern, Buchläden und Schuhgeschäften Kartons mit Geschenken für bedürftige Kinder abgegeben werden. Die Päckchen wurden in der Adventszeit in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Hilfswerk »Samaritans Purse« und örtlichen Kirchengemeinden in Ländern wie Moldawien, dem Kosovo, Serbien und Montenegro verteilt. unterwegs 26/2011 ::: 18. Dezember 2011

2010 wurden in Deutschland, Österreich und der Schweiz 553.400 Kartons gepackt. Weltweit verteilte »Samaritans Purse« rund acht Millionen Schuhkartons an Kinder aus bedürftigen Familien. In Deutschland trägt »Geschenke der Hoffnung« das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für Soziale Fragen (DZI) und ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft missionarischer Dienste (AMD) im Diakonischen Werk der EKD. Benjamin Lassiwe www.geschenke-der-hoffnung.org


8 ::: Titelthema: Weihnachten

Anis und die Erinnerung

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s duftet in deinem Haus wie auf einem türkischen Basar!«, stellten meine Besucherinnen fest, die ich zu einer »Nachlese« unserer gemeinsamen Türkei-Reise gebeten hatte. Draußen herrschte unfreundliches Hamburger Schmuddelwetter. Darum tat uns der Plausch bei Kerzenlicht, Tee und Selbstgebackenem an diesem Adventsonntag besonders gut. Wir erinnerten uns gern an den kundigen Reiseleiter, die Unternehmungen in Istanbul und natürlich auch an die interessanten Ausflüge. Einmal genossen wir den Spaziergang auf einer Insel, wo in den Gärten bereits Forsythien und Seidelbast blühten, während daheim die Geschäftsstraßen im Schmuck der Weihnachtsbeleuchtung prangen und der Duft von gebrannten Mandeln verführerisch die Käufer anlockt. Auch in Hamburg wird auf dem Weihnachtsmarkt an einigen Ständen Anislikör ausgeschenkt. »Der wärmt gut innen!«, heißt es, und es ist gleich, ob er »Raki« (Balkan und Türkei), »Allasch« (Russland), »Ouzo« (Griechenland) oder »Pastis« (Frankreich) genannt wird. In Deutschland wurde mancherorts nach den Kriegen versucht, dem selbstgebrannten Kartoffelschnaps mit Hilfe von Aniskörnern aus Eigenanbau einen angenehmeren Geschmack zu geben. Aber das Gewürz gewann hier nur schwer das gute Aroma. Die Versuche wurden in besseren Tagen bald wieder eingestellt. In den wärmeren Landschaften Südeuropas, in der Türkei, Mittelasien, Indien, China, Japan, Mittel- und Südamerika ist Pimpinella anisum, der »süße Kümmel«, beheimatet. Wir erfuhren, dass in der Türkei die Anispflanze großflächig angebaut wird – auch für den Export der Saat. Nicht nur in der gepflegten, internationalen Gastronomie wissen Köche und Bäcker das Aroma der kleinen, birnenförmigen, grau-bräunlichen Samen mit der hervortretenden, hellen Hauptrippe zu schätzen für herzhafte Fleisch- und Fischgerichte, für süße Speisen, Eis und Gebäck. Die ölreiche Samen liefernde Anispflanze ist einjährig, ihre Wurzel dünn und spindelförmig, der Stengel gerillt, hohl, aber wie auch die in drei Etagen verschieden

geformten Laubblätter flaumig behaart. Er verästelt sich nach oben hin und trägt dann Dolden von kleinen, weißen Blüten. Später, wenn die Früchte schwer und reif werden, neigen sie sich. Die getrockneten Samen behalten lange ihr Aroma. Ich brachte mir davon 250 Gramm vom Basar in Istanbul mit. Unter der Regie eines kundigen Mannes konnten wir nahe Istanbul eine kleine Fabrik besichtigen, ein Labor, in dem das Anisöl durch Wasserdampf-Destillation gewonnen wird. Auch die Türken kennen und schätzen die Wirkung dieses ätherischen Öls bei Appetitlosigkeit, Erkältungen mit Fieber, Bronchitis, Leberund Gallenbeschwerden. Sie inhalieren, stellen AnisBonbons her, die auch Kinder gern lutschen, reichen ihren Babies gegen Blähungen Anistee im Fläschchen und betupfen ihnen zur Erleichterung des Atmens bei Schnupfen und Husten mit einem anisölgetränkten Läppchen Stirn, Näschen und die Brust.

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as alles erfuhren wir, als wir zu unserer Überraschung von dem Inhaber dieser Firma zum Ausruhen in einen Raum gebeten wurden, wo man uns zu einem Tässchen Mokka ein leckeres Anisgebäck reichte. Es war in einer Kastenform gebacken, dann in Scheiben geschnitten und von beiden Seiten knusprig geröstet wie Zwieback. Diese Gastfreundschaft und die Pause taten uns gut, und gern hörten wir der Helferin des Hausherren zu, die uns in gutem Deutsch auch die antibakterielle Wirkung des Anisöls erklärte. »Auch die Hersteller von Mundwasser und Zahnpasta berücksichtigen das«, sagte die Frau. Meine Gäste ließen sich die Anisplätzchen schmecken, als wir in Erinnerungen schwelgten. Und als wir meine während der Reise fotografierten Bilder betrachteten, garten im Backofen die vorbereiteten mit Mandeln und Rosinen gefüllten und mit Anis gewürzten Bratäpfel. Ihr Duft zog verlockend durch die Wohnung und kitzelte uns bereits die Gaumen. So konnte ich meinen Gästen den Besuch versüßen, und ich denke, auch der Duft prägt sich unserer Erinnerung ein. Anne Bahrs


unterwegs erlebt ::: Titelthema: Weihnachten ::: 99

Von Mensch zu Mensch Wo Christen begeistert sind und gerne zu ihren Gottesdiensten einladen, kann das Wunder geschehen, dass Menschen zum lebendigen Glauben an Jesus Christus kommen. Bischöfin Rosemarie Wenner ermutigt uns dazu, Bekehrungen auch in ganz normalen Gottesdiensten zu erwarten.

Foto: Volker Kiemle / Medienwerk der EmK

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enn ich auf das Jahr 2011 zurückblicke, dann sind mir Begegnungen anlässlich der Konsultation mit der Koreanischen Methodistenkirche Anfang Oktober in Seoul in Südkorea in lebendiger Erinnerung. Wir verbrachten einen Abend in der Wolgok-Gemeinde im Herzen von Seoul. Das Kirchengebäude liegt inmitten enger Häuserzeilen in einem Teil der Stadt, wo viele arme Menschen leben. Die Gemeinde wächst stetig. Im Besprechungsraum, in dem wir miteinander Tee tranken, waren Fotos der Menschen zu sehen, die in diesem Jahr in die Kirchengliedschaft aufgenommen wurden. Das war Anfang Oktober eine stattliche Zahl. Der leitende Pastor ist Bischof Jong Hoon Kim. Er erläuterte uns das missionarische Konzept: Die Gemeinde dient den Menschen in der Nachbarschaft. Man organisiert Aktionen, um die Straßen und Plätze im Stadtviertel vom Müll zu reinigen. Zur Wolgok-Gemeinde gehört ein renommierter Frisör, der schon einige Preise gewonnen hat. Er bietet Nachbarn, die sich keinen teuren Haarschnitt leisten können, kostenlos seine Dienste an. Auch in Korea schütten die Leute beim Frisör gern ihr Herz aus. Seelsorge ist also inbegriffen bei diesem diakonischen Dienst. Das Kernstück des missionarischen Wirkens ist das christliche Zeugnis von Mensch zu Mensch. Bischof Kim sagte, dass er im ersten Gottesdienst im neuen Jahr die Mitfeiernden bittet, zwei Namen von Menschen aufzuschreiben, für die sie in diesem Jahr beten und die sie in die Gemeinde mitbringen wollen.

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Die Verpflichtung besteht darin, für diese beiden zu beten und sie so in Gottes Gegenwart zu bringen. Dann gilt es, gute Gelegenheiten zu nutzen, um davon zu erzählen, was einem die Gemeinde bedeutet und zu einer Veranstaltung oder zu einem ganz normalen Gottesdienst einzuladen. Die Methodisten in der Wolgok-Gemeinde rechnen damit, dass in ihrer Gemeinde Menschen zum Glauben kommen. Das Gebet und das persönliche Zeugnis der einzelnen Gemeindeglieder sind entscheidende vorbereitende »Aktionen«, damit Gottes Kraft Menschen erreichen und verwandeln kann. Menschen kommen in der Mitte der Gemeinde zum Glauben. So hörten wir es vor kurzem bei einer Tagung der methodistischen Bischöfe und Superintendenten aus ganz Europa. Dr. Martin Reppenhagen vom Greifswalder Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung stellte uns die dort entwickelte Studie vor: »Wie kommen Erwachsene zum Glauben?« Auch in Deutschland geschieht dies in normalen Gottesdiensten, durch das Gebet und Zeugnis vieler, denen die Freude an Gott so wichtig ist, dass sie andere daran teilnehmen lassen wollen. Ich hoffe, dass in den Weihnachtsgottesdiensten die Einladung zum Glauben Gehör findet und dass sich viele Menschen in unseren Gemeinden für das neue Jahr zwei Menschen zeigen lassen, für die sie beten und die sie in die Gemeinde mitnehmen. Ich bin gespannt auf neue Menschen, die ich bei den Besuchen in den nächsten Jahren in unseren Gemeinden kennenlernen werde. 


10 ::: Gemeindeportrait

Eine musikalische Gemeinde Mehr als 260 Bezirke gibt es in der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland. Alle haben ihre eigene Prägung. Um diese Vielfalt zu zeigen, stellen sich in »unterwegs« regelmäßig EmK-Bezirke vor. In dieser Ausgabe geht es nach Ellefeld. Der Grundstein Im Gegensatz zu den meisten anderen hat die Gemeinde in Ellefeld kein eigentliches Gründungsdatum. Das liegt nicht etwa an einer nachlässig geführten Chronik. Der Grund dafür ist ein leider viel zu selten gewordener Umstand: 1931 sah sich die Gemeinde Falkenstein, zu der damals Glieder aus vielen umliegenden Orten gehörten, damit konfrontiert, dass die Räume für die vielen Gottesdienstbesucher, insbesondere für die vielen Kinder, nicht mehr ausreichten. Aus der notwendigen Teilung entstand die heutige Gemeinde Ellefeld. Deren Glieder trafen sich zunächst in einem gemieteten Gemeindesaal. Der Grundstein für eine eigene Kirche mit 450 Sitzplätzen wurde 1954 gelegt, 1957 bezogen die Ellefelder Methodisten die neue Auferstehungskirche. Die Gemeinschaft Unser geistliches Leben ist lebendig und von Vertrautheit geprägt. Neben Gottesdienst und Kindergottesdienst zählen Veranstaltungen wie Jugend-, Frauen-, Ehepaar- und Seniorenkreis so-

Musik spielt in der Ellefelder EmK eine große Rolle.

wie Kinderstunden und kirchlicher Unterricht zu den Aktivitäten. Ellefeld hat zwei evangelische Kirchen und eine starke Landeskirchliche Gemeinschaft. In der Evangelischen Allianz pflegen wir den Zusammenhalt zwischen den Christen im Ort. Dankbar sind wir dabei für die gute Zusammenarbeit der Sonntagschulen und der Musikgruppen, deren Organisten, Gemischte Chöre und Bläserchöre mit viel Freude Gottes Lob zu Gehör bringen.

Die Musik (und mehr) Das Gotteslob durch Musik trägt einen wesentlichen Teil unserer Missionsarbeit. Bei vielfältigen Chor- und Instrumentalkonzerten erreichen wir Menschen, die sonst selten eine Kirche von innen sehen. Besonders in der Adventszeit ist die Auferstehungskirche bei öffentlichen Konzerten gut gefüllt – für uns Grund zur Freude und auch Ansporn, immer wieder auf diese Art die frohe Botschaft zu verbreiten. Auch zum zurückliegenden

Bezirk Ellefeld n Ellefeld liegt im Vogtland und hat rund 2.500 Einwohner. n Zur Gemeinde Ellefeld zählen 147 Kirchenglieder.

Foto:Privat

550-jährigen Jubiläum von Ellefeld waren speziell unsere Kirchenmusiker beim Rahmenprogramm und im Festumzug vertreten.

Das Gotteshaus Innerhalb unserer Gemeinde sind wir durch ein großräumiges, aber alterndes Kirchengebäude gefordert. Wir stellen hier eine interessante Parallele fest: Schleicht sich doch einmal Alltäglichkeit ein, so sind es gemeinsame Baueinsätze und andere Großprojekte wie die Tagung der OJK, die wieder die Einsatzbereitschaft aller Gemeindeglieder fördern. Hier wird der Bau an Gottes Haus nicht nur im handwerklichen Sinne verstanden! Die Zukunft Wir suchen auch weiterhin große Herausforderungen, an denen die Ellefelder Methodisten gemeinsam mit den Menschen dieses Ortes wachsen können. Beim Klang unserer beiden Glocken »Glauben« und »Leben« werden wir immer wieder daran erinnert, dass wir im Einklang von Herzen und Händen Gottes Wort auch in der Zukunft für Außenstehende sichtbar, hörbar und spürbar machen wollen. André Tittel

www.emk-ellefeld.de unterwegs 26/2011 ::: 18. Dezember 2011


Titelthema: Weihnachten ::: 11

Ohne Krippe kein Kreuz! Jetzt sind die Städte wieder voller glitzernder Lichter. Man könnte meinen, dass die Menschen das Licht, das durch Jesus in die Welt gekommen ist, überlagern wollten. Doch an Weihnachten geht es um uns und unsere Sünde, sagt Peter Strauch. Er betont: Krippe und Kreuz gehören zusammen.

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Foto: alexbruda / sxc.hu

uerst sah ich sie in Amerika: stimmungsvolle Kaminfeuer mit kleinen, züngelnden Flammen, die sich bei näherem Hinsehen als unecht herausstellten. Auf Abstand wirkten sie kuschelig und vermittelten ein Gefühl von Geborgenheit, aber wer an den Kamin herantrat und sich am Feuer wärmen wollte, sah sich getäuscht. Die Flammen wurden elektrisch erzeugt. Es handelte sich um eine fast perfekte technische Nachbildung. Mit Weihnachten geht es vielen von uns ähnlich. In der adventlichen und weihnachtlichen Zeit erinnern wir uns an unbekümmerte Kindertage und sehnen uns nach einer eher unrealistischen Geborgenheit. Aber wie lässt sich diese Sehnsucht stillen? Manche versuchen es mit Nachbildungen. Wer Geld hat, richtet sich festlich in einem Schweizer Berghotel ein, andere versuchen es mit der entsprechenden Dekoration und Musik in den heimischen Gefilden. Aber wie auch immer, es will uns nicht so recht gelingen. Da bleibt eher ein schales Gefühl des Unechten und die Trauer darüber, dass die mühsam erworbene Stimmung ja ohnehin schnell

vorübergeht. Geben Sie mir vier Minuten? In dieser Zeit möchte ich Ihnen gerne sagen, dass Weihnachten kein nostalgischer Ausrutscher oder billiger Verkaufstrick sein muss. Das Weihnachtsfest kann zu einer eindrücklichen und lebensverändernden Erfahrung werden. Zunächst mal: Es gibt einen Gott, der alles ins Dasein rief. Trotz seiner Größe verliert er uns nicht aus den Augen. Mehr noch, er liebt uns – und zwar persönlich. Leider sind wir nicht das geworden, was wir sein sollten. Die Sünde kam dazwischen, und sie ist kein kleiner Ausrutscher, sondern eine überaus tragische Fehlentscheidung mit verheerenden Folgen. Auf den ersten Seiten der Bibel wird sie beschrieben. Sie meinen, das mit der Sünde hätte nicht passieren dürfen? Schließlich hätte der allmächtige Gott einen fehlerlosen Menschen konstruieren können? Recht hätten Sie, hätte Gott eine Maschine gewollt. Aber weil er ein liebender Gott ist, hat er liebenswerte Persönlichkeiten geschaffen – als sein Gegenüber: Menschen, die sich ihm zuwenden und ihn wiederlieben. Sünde ist das genaue Gegenteil davon, egozentrisches Machtgehabe mit schlimmen Auswirkungen auf allen Ebenen des menschlichen Lebens. Sie ist wie ein Dammbruch, der alles wegspült und aus dem wir uns selbst nicht mehr retten können. Die Folgen sind offensichtlich. Wir finden sie in jeder Nachrichtensendung. Eigentümlich – obwohl uns die Vernunft sagt, dass wir so nicht weitermachen dürfen, wird unser Verhalten von einem zerstörerischen Programm regiert. Obwohl uns einleuchtet, dass nur gegenseitige Wahrhaftigkeit Vertrauen schafft, lügen wir; und obwohl wir wissen, dass ein Leben auf Kosten anderer uns alle ärmer macht, legen wir unseren Egois-


mus nicht ab. Sie können das selbst testen: Schreiben Sie sich zu Beginn einer Woche auf, wie Sie vernünftigerweise zu leben gedenken, und kontrollieren Sie am Wochenende, ob es Ihnen gelungen ist.

Die Sünde trennt von Gott Die Bibel nennt diesen Zwang zum Bösen »Sünde«. Er zerstört unser Leben, und was noch schlimmer ist, er trennt uns von Gott. Mag sein, dass Sie kein religiöser Mensch sind und mit der Kirche nicht viel anfangen können. Aber wer Sie auch sind, Sie sind ein von Gott gewolltes und geschaffenes liebenswertes Geschöpf und tragen in sich eine unerklärliche Sehnsucht nach ihm. Diese Sehnsucht äußert sich in der Suche nach Liebe und Geborgenheit, nach etwas wirklich Gutem und Reinem, und sie lässt sich weder mit beruflichen Positionen und Anerkennung noch mit guten familiären Beziehungen wirklich stillen. Aus der Sünde gibt es keinen Ausweg. In diese Situation hinein machte sich vor rund 2.000 Jahren der große Gott auf den Weg zu uns kleinen Menschen. Er wurde ein kleines Kind, geboren in Bethlehem. Jesus war sein Name. Das Kind wuchs auf und wurde erwachsen. Etwa drei Jahre war Jesus auf den Straßen Palästinas unterwegs und erzählte den Menschen von seinem Vater im Himmel, heilte Kranke und kümmerte sich besonders um die Gescheiterten und Versager. Auch wer in den Augen anderer unbedeutend war, war für ihn bedeutend und liebenswert. Und er sagte: So ist mein Vater im Himmel. Wer mich sieht, der sieht ihn, und wer mich hört, der hört ihn. Mit anderen Worten: Wer heute nach Gott fragt und ihn kennenlernen will, der muss auf Jesus sehen. Dort lernt er Gott wirklich kennen.

Peter Strauch war Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden und Vorsitzender der Evangelischen Allianz.

Jesus wurde verurteilt und hingerichtet. Er starb wie ein Schwerverbrecher. Doch mit seinem Tod scheiterte nicht seine Liebe zu uns Menschen. Im Gegenteil, Jesus starb stellvertretend für uns. Krippe und Kreuz gehören zusammen. Es gibt keine Weihnachtsfreude ohne Karfreitag. Und die Geschichte von Jesus endete nicht auf dem Friedhof. Am dritten Tag verließ er das Grab. Er lebt! Das klingt unglaublich? Es gibt viel mehr als das, was uns in den Kopf geht. Wer seine Vernunft und Erfahrung zum Maßstab der Wirklichkeit macht, schneidet sich von dem Leben ab, das Gott ihm geben will. Er wird Weihnachten nie wirklich erleben. Geben Sie sich also nicht mit nostalgischen Nachbildungen der Weihnachtsfreude zufrieden. Ob weihnachtliches Musikantenstadl oder klassisches Weihnachtsoratorium, ob volkstümlich oder eher anspruchsvoll, wenn der Kern nicht echt ist, bleibt alles leer und schal. Jesus sagt: »Wer an mich glaubt, der wird leben«, und damit meint er nicht nur pulsierendes Blut in unseren Adern, sondern Leben mit einer Tiefe und Geborgenheit, wie wir es normalerweise nicht erfahren. Ein solches Leben beginnt, wenn sich ein Mensch Gott anvertraut, und es bleibt selbst dann erhalten, wenn unser Herz aufhört zu schlagen. Ich weiß, die vier Minuten sind um. Aber in der fünften Minute könnte das geschehen, was nicht nur die Weihnachtstage, sondern Ihre ganze Zukunft verändert. Darf ich es ganz einfach und persönlich sagen? Ein echtes Weihnachtsfest beginnt mit dem Glauben an Jesus. Am besten starten Sie, indem Sie beten. Dabei müssen Sie nicht in Ihrer Vergangenheit kramen, ob Ihnen irgendetwas Kluges zum Beten einfällt. Sprechen Sie Jesus einfach mit Ihren Worten an. Dabei können Sie ruhig ins Stottern kommen. Die Worte sind nicht wichtig, nur ehrlich müssen sie sein. Danken Sie Jesus, dass er für Sie auf die Erde kam. Bitten Sie ihn um die Vergebung Ihrer Sünde. Sagen Sie ihm, dass Sie ihm gehören wollen. Legen Sie Ihr Leben in seine Hand. Und falls Sie dann nichts spüren sollten, er gibt es Ihnen schwarz auf weiß in der Bibel: »Wer zu mir kommt, den stoße ich nicht weg!« (Johannes 6,37) Darauf können wir uns verlassen.

unterwegs 26/2011 ::: 18. Dezember 2011

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12 ::: Titelthema: Weihnachten


ISSN 1436 · 4536645 18. Dezember 2011

Das Magazin für den ganzen Mann. SEITE

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G

esundheit gilt heutzutage den meisten Mitbürgern als der höchste Wert. Das ist nicht selbstverständlich, denn vielen Menschen galt lange Zeit das Seelenheil als noch erstrebenswerter. Nach dem Verlust vieler Illusionen über die Chancen, das Heil auf Erden zu erreichen – im 20. Jahrhundert sollte das mal der Markt, mal der Nationalsozialismus, mal der Kommunismus erbringen –, ist mittlerweile der Körper zur letzten Instanz von Glück und Wahrheit geworden. Ein gesunder Körper gilt als der Beweis für ein gelungenes Leben. Für dieses Ziel joggen manche oder gehen ins Fitnessstudio, viele versuchen sich an immer neuen Diäten, obwohl leichtes Übergewicht sogar mit einer höheren Lebenserwartung einhergeht. Ein gesundheitsförderlicher Lebensstil – ausgewogen essen, mäßig trinken, sich bewegen und nicht rauchen – ist fraglos sinnvoll. Gesundheitsbegriffe sind aber keineswegs wertfrei, sondern können bis zum Krankenmord führen. Gesundheit wurde nämlich in der ersten Hälfte des Jahrhunderts immer stärker mit Bezug auf den Volkskörper de�iniert: Gegen die »Degeneration des deutschen Volkes« sollte jeder seiner »P�licht zur Gesundheit« nachkommen, wie es schließlich die Nazis formulierten. Sie verbanden Eugenik mit Rassismus, der die »lebensunwerten« Behinderten und die Juden schließlich der systematischen Vernichtung preisgab. Heutzutage gilt als Leitidee die umfassende De�inition der Weltgesundheitsorganisation von 1948, die Gesundheit als »einen Zustand des vollständigen

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Drei Fragen an Prof. Dr. Peter Kropp

Titelthema: Keine Sorge vor der Vorsorge

2 • 2011 Andreas Malessas Gedanken

körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen« de�iniert. Damit grenzt sie sich von dem Gesundheitsbegriff ab, der sicher für die meisten Menschen um 1900 galt. Damals lag die Lebenserwartung bei der Geburt noch bei knapp 45 Jahren für die Männer und gut 48 Jahren für die Frauen. Bald sank die Säug-

Die

letzteInstanz

Warum körperliche Gesundheit in den vergangenen 111 Jahren immer wichtiger geworden ist

lingssterblichkeit stark. Dann verbesserten sich die Lebensverhältnisse, vor allem Ernährung, Bildung und Hygiene, weiter. Die Infektionskrankheiten wie Tuberkulose, die viel zur Sterblichkeit beitrugen, kamen unter Kontrolle. Derzeit nehmen allerdings Erkrankungen durch den Lebensstil massiv zu: Diabetes wegen Fehlernährung und

Bewegungsmangel ist das wichtigste Beispiel. Unsere Großeltern litten also sicher an anderen Krankheiten, vor allem war aber ihre Lebenserwartung viel geringer. Wir tun deshalb gut daran, gesundheitsförderlich zu leben, uns nicht dauernd Krankheit wegen Abweichungen von Richtwerten einreden zu lassen – und ansonsten nicht in einen Gesundheitswahn zu verfallen. Dr. Martin Dinges Institut für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung Stuttgart


Ein kurzer Ges

Keine Sorge vor der Männer scheuen den Gang zum Arzt. Nicht einmal ein Fünftel der berechtigten Männer nutzt das Krebsvorsorgeangebot. Dahinter könnte die Angst stecken, dass tatsächlich etwas nicht in Ordnung ist, sagt der Hamburger Mediziner Volker Brandes.

D

ass am Auto etwas kaputtgehen kann, ist Männern klar. Beim eigenen Körper ist das anders. »Viele Männer leben in der Illusion, unkaputtbar zu sein«, sagt Volker Brandes. »Sie scheuen deshalb den Gang zum Arzt, auch wenn sie es besser wissen müssten.« Dagegen setzt er die Überzeugungsarbeit von Mann zu Mann: »Männer mögen Fakten und können aus Erkenntnissen Konsequenzen für das eigene Leben ziehen.« Ein Beispiel: Ein Mann nahm

undheits -Leitf

aden fü

r Männer • Treibt reg elmäßig, 2– 3 mal pro W mindestens oche, 30 Minuten Sport, wenn euer A rzt nichts d agegen hat! • Ernährt eu ch mediterra n! (Ausgewo Vollwer tkost gene , p�lanzliche F • Lasst ab 4 0 Jahren den ette) P SA-Wer t reg bestimmen elmäßig , um das häu �igste Krebsl des Mannes eiden , den Prostat akrebs, früh zu entdecken zeitig . • Lasst ab 5 5 Jahren ein e D ic k d ar m sp durchführe iegelung n. • Denkt an d ie H • Seid n et t zu au tk re b sv o rs o rg e . euren Ehefra uen. • Geht regel mäßig in die Kirche.

Vorsorge.

binnen einer Woche 20 Kilogramm ab – nachdem er von Brandes gehört hatte, dass bei Übergewichtigen zehn Kilo weniger die Leistungsfähigkeit um 30 Prozent erhöht, das Diabetesrisiko um 50 Prozent senkt und das Leben um drei Jahre verlängert. Fakten zählen auch, wenn es um sportliche Betätigung geht: Sportlich aktive Menschen senken ihr Dickdarmrisiko um 50 Prozent, sagt Brandes. Zudem hätten schwedische Forscher herausgefunden, dass das Risiko, an AlzheimerDemenz zu erkranken, um 60 Prozent sinkt, wenn man zweimal pro Woche Sport treibt. Noch ein Argument: Frauen leben im Schnitt fünf Jahre länger als Männer. »Das ist kein Schicksal«, sagt Brandes. »Die Daten, die wir kennen, sprechen

Partnerschafts-Tipp Freundschaft: Wie geht es Ihrem besten Freund?

Müssen Sie bei dieser Frage lange überlegen? Weil Sie Ihren besten Freund seit Monaten nicht gesprochen haben? Weil Sie meist nur über Fußball und Politik reden? Weil Sie vielleicht gar keinen (mehr) haben? Da geht es Ihnen wie den allermeisten Männern. Beruf, Partnerschaft und Kinder lassen uns oft unsere Freundschaft(en) vernachlässigen. Das ist fatal. Denn gerade in Krisenzeiten, und die kommen in jedem Leben, ist der Wert eines wirklichen, treuen und solidarischen Freundes unschätzbar. Denn nicht nur eine Partnerschaft braucht beiderseitiges Engagement und P�lege, auch Freundschaften halten nicht automatisch, zumindest nicht ihre Qualität. Vielleicht können Sie mit Ihrem besten Freund eine überdauernde Vereinbarung treffen, etwas, was nicht so schnell im Alltag untergehen kann: ein regelmäßiges Treffen, oder eine gemeinsame Urlaubsreise jedes Jahr. Björn Süf�ke ist Männertherapeut und Autor. Zuletzt sind erschienen »Männerseelen

– ein psychologischer Reiseführer« und »Die Ritter des Möhrenbreis – Geschichten von Vater und Sohn«. www.maenner-therapie.de

dafür, dass wir Männer verloren gegangenes Land wiedergewinnen können.«

Wie ein Werkzeug

Eine Ursache für die männliche Scheu, sich mit Krankheiten zu befassen, liegt in der Einstellung zum eigenen Körper: »Männer benutzen ihren Körper häu�ig wie ein Werkzeug, koste es, was es wolle«, sagt Brandes. »Signale des Körpers werden dabei überhört.« Männer müssten deshalb nicht nur lernen, auf die Signale ihres Körpers zu hören, sondern auch »das Weinen unserer Seele zu entdecken und es nicht länger als Kopfschmerz oder schlechte Laune zu missdeuten«. Als Beispiel nennt der Arzt Jesus selbst: So habe Jesus immer wieder für Ruhephasen bei seinen Jüngern gesorgt und sich selbstverständ-

Berufs-Tipp Misserfolge sind wichtig! »Erfahrungen bekommen Sie dadurch, dass Sie nicht bekommen, was Sie eigentlich wollten.«

Dan Stanford Eine wichtige Besprechung ist zum Desaster geworden. Ihre Vorschläge für das weitere Vorgehen wurden unsanft abgelehnt. Das ist eine sehr frustrierende Situation, die nicht schön ist. Aber es gibt auch eine positive Seite. Wenn Sie sich strukturiert fragen, was falsch gelaufen ist und darüber auch mit anderen unbefangen sprechen, dann haben Sie die Chance, eine wichtige Erfahrung fürs Leben zu machen. Haben Sie dabei keine Angst als Versager dazustehen, denn der professionelle Umgang mit eigenen Fehlern ist sogar eine Stärke. Reinhard Ruch hat als Manager in großen Unternehmen gearbeitet und berät jetzt Führungskräfte als Trainer und Coach. www.st-z.de


3 Fragen an: lich an den Sabbat gehalten. »Auch Männern täte ein Ruhetag in der Woche gut.« Denn zunächst geht es darum, vermeidbare Erkrankungen gar nicht zu bekommen. Das heißt: Viel Bewegung, gesunde Ernährung, gute Esskultur. Nicht rauchen, Stress und Bluthochdruck vermeiden. Und auch das »Bäuchlein«, das sich bei vielen Männern ansetzt und das manche für gemütlich halten, muss weg: Das Fett im Bauchraum, so haben Studien herausgefunden, ist geradezu ein Killer. »Es sendet eine Vielzahl von hormonähnlichen Stoffen aus, die besonders den Blutgefäßen schaden«, sagt Brandes. »Das kann zum Herzinfarkt und Schlaganfall führen.« Zwölf von 100 Männern sterben an einem Herzinfarkt. Wenn Männer aber krank sind, hält Brandes Moralisieren und Schulmeistern für unangebracht. »Vielmehr brauchen Männer Beistand, Verlässlichkeit und Motivation, nicht selten auch Trost. Der Schuss vor den Bug beinhaltet immer auch die Chance, sein Leben zu vertiefen und achtsamer zu werden.« Nicht zuletzt sollten Partner die Last der bedrohenden Krankheit gemeinsam in einer offenen Kommunikationskultur zu tragen versuchen und die Trauer über die Erkrankung nicht voreinander verbergen. Denn wer emotional gut aufgefangen ist, kann auch mit einer schweren Krankheit besser umgehen.

Kropp ist sor Dr. Peter es of Pr Zur Person: sche s für Medizini ut it st In s de Direktor ock. iversität Rost Un r de an e gi Psycholo o eigentlich ? er inen Schmer z« – wies der Schmerz selbst ist natürlich imm ke t nn ke er an di In g; ch »Ein un au er n uß ih zä er soll hmer inbar nicht zeigt, er eher um die Sc

rn Es geht hi Schmerz sche erungen bei Männe ein Indianer den da er Ab n. de dass Schmerzäuß an t, n. ig re vorh ze ie e ag hm re na zu g An er hefti Diese falsche erz-Signale wenig hm äl nicht emp�inden. Sc f w au be , z so er en hm r Sc Kinder lern re dann, wenn de unerwünscht sind. Vorteil, insbesonde n erz aber zu stark vo r hm ga Sc so r s de da n en W . gt in kl ab Gelegentlich ist selbst it Schmerzund vielleicht von g; dies geht nur m un tz tü rs te Un tigt werden kann le zia ch Unterstützung. ir zum Ertragen so , Weinen, Suche na wird, benötigen w en ei hr Sc – d sin ndeutig äußerungen, die ei en ?

ännern und Frau er zempfinden bei M r als bei Frauen. hm Sc he lic er rp kö s h da bei Männern höhe Wie unterscheidet sic erztoleranz liegen ren Schmerzen und Schm bei heftige Schmerzschwelle d emp�inden erst un n te r: al sh au r eh so m gebärfähigen Alte Männer können al cht bei Frauen im ni auch lt gi er es od t Di er e. rii hm va gene e im Zyklus di , le el w das typisch Unan ch zs er Mutter emp�ineine höhere Schm t. Eine werdende ng hä ab t da haben Frauen af ch rs ge sser ausdrün einer Schwan ihre Schmerzen be en nn kö vom Vorhandensei en au Fr n bleiben mit iher Schmerzen. n. Männer dagege lte ha det deutlich wenig er n ße au n el später lösen. ivere Hilfe vo erzproblem erst vi hm Sc r cken und so effekt ih en nn kö er allein und ren Schmerzen eh n? n nicht effektiv mit Schmer z umgehe Wie sollten Männer ist fehl am Platz, weil er seine Schmerze t. Mittlerweile yp« in Kauf nimm Der »Durchhalte-T n erliche Schädigung rp kö ne ei d tigt, dass Schmerze un nn bewältigen ka Schmerzen begüns n vo r en de alt n, sh de Au vorhan s lange sache nicht mehr wissen wir, dass da die eigentliche Ur ist n stehen und sie nn ze Da er n. hm de Sc er en zu ihren chronisch w llt so r ne än M . da er noch Abhilfe bemühen. Schmerz aber imm sich schneller um sie n se üs m i be Da eren. klarer kommunizi

chen basteln soll? Warum �inde ich die Frage, ob beim Sommerfest Wa ffeln mit oder ohne Puderzucker angeboten Der Elternabend zählt werden sollen, eher zu den letzten verbliezweitrangig? benen Abenteuern des Mann-Seins. In der Regel Mit zunehmender Schulk ist Mann dort ein Exot un arriere der Kleinen ter den »Mein-Leonwird es einfacher. Je nach kann-schon-lesen«- und Schulart und -system »U nsere-Vanessa-ist»Twentyniner« – nur eine geht es dann um die be eine-echte-Künstlerin«-M de ute nden Fragen: ütt ern. Die trifft man Modeerscheinung? Sie sind groß und Klassenfahrt, Versetzung zwar auch auf dem Spiel , Kla ssenzimmerrenopla tz groß im Kommen: Mountainbikes oder beim Arzt. vierung. Das ist vertraute In der Schule aber sind s Terrain. Allerdings die »Mein-Kind-ist-wasmit extragroßen Rädern. Weil sie nimmt mit der Zahl der Besonderes«-Aussagen Schuljahre auch die in der Regel ein unverauch andere Rahmen und Gabeln Za hl meiner Geschlechtsgen hohlener Vorwurf an die ossen zu, die den Lehrer oder gleich an brauchen, ergibt das mehr als ein Elternabend mit einer Ab die Schule an sich: »Ihr teilungsbesprechung werdet unseren Kindern, »MTB mit großen Rädern«. Die groverwechseln: immer sch diesen überirdischen We ön Pro�il zeigen, sen, nicht gerecht!« ßen Laufräder bügeln Unebenheiten int ellektuelle Duftmarken Auf jeden Fall muss ers setzen und ja keinen t einmal darüber besser weg, verbessern Laufruhe anderen zu Wort komm diskutiert werden. en lassen. Diese Typen und Grip. Aber sie beschleunigen wollen nicht nur die Sch Dagegen nimmt der Ma ule madig machen wie nn an sich die Dinge etwas langsamer und benötigen die Übermuttis, sondern zunächst so, wie sie sin auch noch sich selbst d. So ist für uns auch die andere Übersetzungen, um am promoten. Das ist anstr Schule eine Einrichtung en gend, und dagegen , die angenommen werBerg mithalten zu können. Ergibt hilft nur eins: sich frühz den will. Und mit ihr de eit ig mit den Lehrern r Elternabend. Dabei gibt unterm Strich ein neues Fahrgefühl und mitleidenden Eltern es unterschiedliche Stu ver bünden. Denn fen , die zu bewältigen mit anderen Möglichkeiten. der Elternabend ist ein sind. In der Grundschule Or t de r Prüfung und tau chen unvermittelt Genug, um mehr zu sein als eine der Bewährung. Er kann existenzielle Fragen auf: au ch wirklich nett Bin ich ein schlechter Modeerscheinung. sein. Besonders, wenn ma Vater, weil ich nicht weiß, n sic h danach noch wi e ich diese EngelGerrit Mathis ist Redaktionsleiter irgendwo trifft. Volker Kiemle von radio m und Fahrrad-Experte.

Sport-Tipp


Was schenk’ ich wem? Deswegen sag’ ich im Advent ja noch weniger als sonst. Wenn Frauen, Töchter, Schwestern und Schwägerinnen über Markenartikel, Produktnamen, Firmenlogos, Hals- und Bundgrößen, Farbnuancen, Materialbeschaffenheit und Preise möglicher Geschenke diskutieren, im Konjunktiv – möchte, hätte, würde, könnte, gäbe, müsste –, da kann ich nicht mitreden. Ich weiß nämlich nicht, warum Frauen sogar denjenigen das Richtige schenken, die sie nur �lüchtig kennen, während Männer auch denen das Falsche schenken, die sie von Herzen lieben. In Ratgeberbüchern stand, ich solle meiner Frau das ganze Jahr über sensibel »ihre Wünsche ablauschen«.

Hab ich gemacht. Im Juli auf Usedom z. B. ging unsere Luftmatratze kaputt. Mal sehen, ob sie sich Heiligabend über die neue freut. Was man Kindern im Pubertätsalter schenkt, taucht im Januar bei ebay auf, denn eigentlich brauchen sie nur Geld. Das �indet meine Frau aber unromantisch, deshalb schenke ich ihnen Kinound Kosmetik-Gutscheine in einer schönen Weihnachtskarte und das Geld unauffällig zwischendurch. Was sich Neffen, Nichten und Enkelkinder wünschen, erfährt man meist von deren Eltern. Also nur pädagogisch wertvolle Sachen, Bücher und so. Will man den eigenen Eltern das Richtige schenken, sollte man jahrelang Listen geführt haben: Alte Leute haben ein gutes Langzeitgedächtnis und heben alles auf …!

Wenn meine Geschwister wissen wollen, was ich mir wünsche, fragen sie meine Frau. Ich brauch’ aber eigentlich nix und was ich brauche, kaufe ich mir irgendwann. Deshalb kriege ich meist geschenkt, was meine Frau gebrauchen kann. Ist mir aber lieber so, als wenn ich mit ihr samstags in die Stadt müsste. Nur zwischen meinen Freunden und mir ist das Schenken einfach: Zuverlässig werden Rotwein�laschen ausgetauscht und Silvester gemeinsam geleert. Fertig. Was ich mir wirklich mal wünschen würde? Dass meine Liebe zu all meinen Lieben nicht an der Geschicklichkeit gemessen wird, mit der ich Geschenke aussuchen kann … Andreas Malessa

Gott nicht verkleinern Vor 27 Jahren bekam Jürgen Huppenbauer eine schwere Leukämie. Im Gespräch mit Volker Kiemle erzählt er davon. Jürgen Huppenbauer ist nicht leicht aus der Ruhe zu bringen. Dabei hätte er vor 27 Jahren allen Grund dazu gehabt. Am Morgen des 23. Dezember 1984 bekommt er einen Anruf, der sein Leben schlagartig veränderte: Sein Arzt eröffnete ihm, dass er Leukämie habe – und zwar in einer besonders aggressiven Form. Die Anweisungen des Mediziners sind knapp: Huppenbauer soll den nächsten Flug nach Hamburg nehmen. Seine Frau, die noch in Hamburg wohnt, holt ihn ab und fährt ihn in die Klinik. Dort wird der damals 32-Jährige sofort einer Chemotherapie unterzogen. »Einen Tag später hätte das keinen Sinn mehr gehabt«, erzählt Huppenbauer. »Aber das haben mir die Ärzte erst viel später gesagt.« Die Zukunftsplanung gerät völlig durcheinander. Erst drei Monate zuvor hatte der frisch examinierte Jurist seine erste Stelle in Bonn angetreten. Seine Frau lebte noch in Hamburg, der Umzug

war schon fast über die Bühne. Im Dezember hat er Luftnot beim Treppensteigen. Der Arzt tippt zunächst auf die Nachwirkungen der Prüfungszeit. Aber es wird nicht besser, und schließlich hat der Arzt den Verdacht, der durch den Bluttest bestätigt wird. Sechs Monate dauerte die erste Chemotherapie. Danach ist klar: Huppenbauer braucht eine Knochenmarkspende. Weil kein Spender zu �inden ist, entscheidet er sich für die damals noch neue Eigenspende. In Heidelberg, wo die Therapie durchgeführt wird, bittet er die dortige EmK-Gemeinde um Fürbitte. Auch die Gemeinde in Hamburg-Eppendorf betet für den Patienten. »Ich vertraue auf die Macht des Gebets«, sagt Huppenbauer. Die Therapie gelingt. Huppenbauer kann wieder seine Arbeit beim Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft in Bonn aufnehmen. »Als ich krank wurde haben die gesagt, ich soll mich auskurieren und dann

mann! wird herausgegeben von Medienwerk der EmK

Ludolfusstraße 2–4, 60487 Frankfurt/Main, mann@emk.de · Redaktion: Volker Kiemle Fotos: iStockphoto, privat

wieder da einsteigen, wo ich angefangen habe«, erzählt Huppenbauer. Er arbeitet noch immer dort – inzwischen in Berlin – und war jahrelang als eine Art »Außenminister« zuständig für die internationalen Kontakte des Verbands. Es sollte noch zehn Jahre dauern, bis er als geheilt galt. Kinder hat das Paar keine – die Risiken seien einfach zu hoch gewesen, sagt Huppenbauer. Hat er wegen seiner Krankheit mit Gott gehadert? Nein, sagt Huppenbauer. Die Frage »Warum lässt Gott das zu« ist für ihn eine Verkleinerung Gottes. »Menschen, die Leid als Strafe Gottes verstehen, würde ich einen anderen Gottesbegriff empfehlen. Es gibt einfach Dimensionen, die wir nicht erfassen können.« Es komme darauf an, mit der Situation, in der man sei, aktiv zu leben. »Man kann niemand die Schuld geben, wenn es nicht so läuft, wie man sich das vorgestellt hat.« Volker Kiemle mann! wird unterstützt von


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unterwegs 26/2011 ::: 18. Dezember 2011

Lohra: Musikalische Mission 70 Teenager führten zusammen mit zehn Mitarbeitern das Musical »Bathseba« in Lohra (Hessen) auf. Das Konzert wurde von der Evangelisch-lutherischen, der Katholischen und der Evangelisch-methodistischen Kirche und dem CVJM Lohra veranstaltet.

S

amstagabend, 22. Oktober. Es ist 20 Uhr: Das Bürgerhaus in Lohra ist bis auf den letzten Platz besetzt. 20.05 Uhr: Noch immer versuchen Helfer, die Besucher irgendwo im Saal unterzubringen; die allerletzten Einzelplätze werden vergeben. Schließlich geht im Saal das Licht aus, viele Jugendliche mit Rosen in der Hand, festlich bekleidet, kommen durch eine Seitentür in den Saal. Sie laufen durch die Reihen und begrüßen die Besucher der Veranstaltung. Schließlich sammeln sie sich auf der Bühne. Chor und Band formieren sich, ein Brautpaar betritt die Szene: so beginnt das Musical »Bathseba« von »Adonia«. Etwa 70 Teenager haben bereits zu Hause ihre Parts geübt. Vier Tage lang haben sie im AdoniaCamp geprobt, gesungen, getanzt, Theater gespielt. Anschließend

kurz &bündig leben aus Gottes Hand war das

Thema der Männerfreizeit in Freudentstadt. Etwa 50 Männer kamen vom 11. bis 13. November zusammen. Manfred Marquardt hielt Vorträge über Grenzzeiten des Lebens. Zum letzten Mal leitete Hartmut Witzig aus Schönaich die Veranstaltung. Elf Jahre trug er die Verantwortung. Ab 2012 wird Pastor Hartmut Hilke aus Neuenburg Freizeitleiter sein. Die nächste Männerfreizeit findet vom 1. bis 4. November 2012 statt.

ging es auf eine viertägige Konzerttournee, die ihren Abschluss in Lohra fand. Mit sichtbarem Spaß und großem musikalischen Können nahmen Band und Chor die etwa 400 Besucher mit hinein in die Geschichte von »Bathseba« einer jungen Frau in Israel; eine Geschichte, die auch die Geschichte des Soldaten Uria und des mächtigen Königs David ist. Sie erlebten, wie die Hauptpersonen der Geschichte durch ihre Schuld in eine Sackgasse geraten, aus der Für ehrenamtlichen Einsatz im Krankenhaus und im Seniorenzent­ rum Martha-Maria Nürnberg erhielten 25 »Grüne Damen« der Evangelischen Krankenhaus-Hilfe am 6. Dezember 2011 in der Eben-Ezer-Kirche ­Urkunden und Blumen. 30 Jahre dabei sind: Lydia Berger, Hedwig Hamoser, Ella Kachelrieß, ­Rosemarie Reuther, Gertrud Späth und Anneliese Steinhäußer. 20 Jahre: Eva Brunner, Marga Ebner, Sieglinde Hock, Inge Kärner, Therese Liebl und Ursula Wagner, 15 Jahre: ­Else Kawelke, Heidemarie Mühlfriedel und Eva Zimmer.

ihnen nur Gottes Gnade heraushelfen kann: Gott, der David und Bathseba schließlich ihre Schuld vergibt und ihnen durch alles Leid zu neuer Freude und Zukunft verhilft. Das Musical mündet in die Aussage »Es geht weiter! Gott hat den perfekten Plan!« Die Akteure wurden mit Standing Ovations und erst nach zwei Zugaben entlassen. Nicht nur für David, sondern für jeden gilt: »Gott gibt dich niemals auf!« Sibylle Ammenhäuser

Das Musical »Bathseba« erzählt die Geschichte von Bathseba und David in 2. Samuel, Kapitel 11-12. Foto: Privat

Foto: Privat

10 Jahre: Helga Barth, Helga Feuchtinger, ­Sieglinde Götze, Elisabeth Schwemmer und Karola Wenk, 5 ­Jahre: Renate Berger, Brigitte Fuchs, ­Angela Jüttner, Barbara Langfritz und ­Brigitte Schmidt.


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Einweihung in Henstedt-Ulzburg Lebendig und fröhlich hat mit ­einem festlichen Gottesdienst am 1. Advent 2011 die Gemeinde ­Henstedt-Ulzburg (Schleswig-Holstein) ihre neuen Gemeinderäume eingeweiht.

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achdem die Gemeinde in den vergangenen Jahren ihre »Ladenkirche« im Ulzburg-Center angemietet hatte und dort in den kommenden Jahren ein neues Einkaufszentrum entstehen wird, zog die Gemeinde im Mai 2011 fröhlich und voll Vertrauen aus ihren Räumen aus. Nach einer Übergangszeit, in der an verschiedenen Orten das Gemeindeleben und das Angebot der wöchentlichen Suppenküche weitergeführt werden konnte, wurden zum November neue Räume in einem Neubau bezogen, die wiederum angemietet wurden. Auch hier weisen wieder große und einladende Fenster auf die Angebote der Gemeinde hin. Viele Freunde waren zum Einweihungsfest gekommen, aus der Ökumene, dem Ort, der Nachbarschaft und aus den benachbarten methodistischen Gemeinden. Als

Foto: Privat

Symbole des Glaubens für die neuen Gemeinderaume: Licht, das Kreuz und die Bibel.

Gast begrüßten wir Pastor Christhard Elle, der die Räume einweihte und in seiner anschaulichen Predigt deutlich machte, wie Gemeinde auch heute noch als die »krasseste Herde der Welt« anziehend wirken kann. Diese Gedanken fanden auch in den Grußworten nach dem Gottesdienst und in vielen Gesprächen der Gäste beim anschließenden Empfang ein positives Echo. In einem kurzen Rückblick konnten die Gäste die bisherigen Stationen der Gemeinde mitverfolgen, daneben

brachten in einem Interview die Vermieter, Dörte und Frank M. Müller, ihre Motivation zum Ausdruck, der Gemeinde zu Räumen zu verhelfen. Umrahmt wurde der Gottesdienst durch die Trommelgruppe »The Beats« und dem Gospelprojekt der Gemeinde. Mit dem neuen Gebäude verbindet sich für die Gemeinde die Hoffnung, dass in den kommenden Jahren eine positive Entwicklung sichtbar wird.  Sebastian D. Lübben

Frauenfrühstück in Leingarten Am 19. November fand ein Frauenfrühstück in Leingarten (Baden Würtemberg) statt. Das Thema »Das geht mir sehr zu Herzen. Was die Seele bewegt, bewegt auch den Körper« lockte über 100 interessierte Frauen in das Gemeindezent­rum.

D

ie Theologin und Psychotherapeutin Beate Weingardt machte deutlich, wie sehr Körper, Geist und

t Fo to : Priva

Seele zusammenhängen. Die Zunahme psychosomatischer Erkrankungen wie Depressionen oder Burnout zeige, dass die Menschen heute seelische Spannungen nicht mehr abbauen können. Negative Gedanken und Gefühle, länger anhaltender Ärger, Angst rauben Kraft und lösen Stress aus, erklärte Weingardt. Stresshormone bewirken automatisch erhöhten Blutdruck und angespannte Muskulatur. Zu einer »gesunden« Haltung gehören: gut mit sich umgehen, Fehler machen dürfen, Gefühle zu-

Beate Weingardt referierte zum Thema: Das geht mir sehr zu Herzen.

lassen, Lachen und Weinen. Das Gebot der Nächstenliebe beinhaltet genauso die Liebe zu sich selbst. Entlastend sei, vertrauensvolle Beziehungen zu schaffen, Menschen zu suchen, die einem gut tun und auch mal »Nein« zu sagen. Wichtig ist, was Luther schon empfohlen hat: »Dass die Vögel der Sorge und des Kummers über deinem Haupt fliegen, kannst du nicht ändern, aber dass sie Nester in deinem Haar bauen, das kannst du verhindern.«  Eva-Maria Schmolz



unterwegs 26/2011 ::: 18. Dezember 2011


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persönlich Aufgeno mmen Brombach ::: am 4. Dezember Valentin Hübner (17), Benjamin Thorwarth (19) und Tobias ­Wagner (17). Dillenburg ::: am 27. November Tobias Claas (21), Christine Gail (39), Beate Hisge-Giehl (47) und Jan Hornung (21). Frankfurt-Innenstadt ::: am 23. Oktober Matthias Schreck (22), am 13. November Susan Poynor (34), Margrit Weißbach (68) und Peter Weißbach (72). Kassel ::: am 27. November Christel Armbruster (65). Kirchheim-Teck ::: am 27. November Marita Kaiser-Witt (54), Verena Vogt (24), Markus Waimer (46) und Rüdiger Witt (57). Lauter ::: am 27. November Lena Teubner (15) und Regina ­Teubner (68). Marbach ::: am 27. November Christiane Bühler (30) und ­Mathias Bühler (31). Mühlacker ::: am 27. November Elsbeth Zemmrich (74).

Termine Weinsberg ::: Christuskirche, Bleich 38, 28. Dezember, 19.30 Uhr, Weihnachtsgospel … still und leise, Information ­unter Telefon 07134 2782.

Foto: Rolf van Melis / pixelio.de

Rundfunk im Internet radio m kompakt: Podcast-­ Magazin – engagiert. radio m im Gespräch: PodcastGespräche über den Glauben. radio m Themen: Berichte und ­Reportagen.

Vorpommern ::: am 4. Dezember Hans-Hermann Rohr (54) und Dorothea Rohr (55). Weilheim-Teck ::: am 4. Dezember Thomas Gross (48). Wuppertal-Elberfeld ::: am 27. November Christine Buttkus (23) und Miriam Hertel (21).

W ir gratul ieren Berlin-Wittenau ::: Margot ­Blume zum 90. Geburtstag. Crailsheim ::: Magdalena ­Bickert zum 90. Geburtstag. Detmold ::: Else und Pastor i. R. Daniel Dittert zur goldenen Hochzeit. Knittlingen-Bauschlott ::: ­Hilde Flamm zum 90. Geburtstag. Pforzheim ::: Christel und ­Günter Katz zur goldenen ­Hochzeit. Schleiz ::: Monika und Meinrad Förster zur goldenen Hochzeit. Schwarzenberg ::: Gotthard Fritzsch zum 90. Geburtstag.

radio m ­Andachten: K ­ ostenlos zu abonnieren: www.radio-m.de radio m bei Klassik Radio (bundesweit) Andachten »Carpe diem«: 26. bis 31.12., 6.20 Uhr, mit Anja Kieser; Sonntagsmagazin »Klassik und ­Kirche«: sonntags, 7–8 Uhr: mit Anja Kieser.

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Heimgegangen Albernau ::: Günther Bauer am 24. November, 81 Jahre. Asperg ::: Maria Schmidt ­geborene Kurz am 7. November, 93 Jahre. Balingen ::: Hedwig Maier am 8. November, 92 Jahre. Brombach ::: Friedhold Worff am 2. November, 83 Jahre; ­Martha Müller am 18. November, 91 Jahre; Elise Moos am 24. November, 91 Jahre; Elise Nöll am 1. Dezember, 87 Jahre. Eningen ::: Ottilie Rückle am 21. November, 98 Jahre. Hamburg Schwesternheim ­Bethanien ::: Diakonisse Ruth Lein am 28. November, ­ 91 Jahre. Hockenheim ::: Lore ­Angstenberger geborene Layer am 21. Oktober, 86 Jahre; Else Schmeckenbecher geborene Knoblauch am 29. November, 80 Jahre.

Radio AREF – sonnund feiertags von 1012 Uhr. www.aref.de und UKW 92,9 MHz (Großraum ­Nürnberg).

ERF Jeden Donnerstag, 20 Uhr, Bilanz, mit Horst ­­Marquardt. BR2 Radio 25.12., 6.30 Uhr, Positionen, mit Daniel Schard.

Karlsruhe ::: Esther Hofmann am 24. Oktober, 84 Jahre; Erika Weis am 22. November, 79 Jahre. Kirchheim-Teck ::: Maria Klaß am 12. November, 98 Jahre. Murrhardt ::: Helmut Braun am 30. November, 84 Jahre. Pforzheim ::: Ruth Hoppe am 13. November, 87 Jahre. Reutlingen-Betzingen ::: ­Wilhelm Kern am 2. Dezember, 81 Jahre. Tuttlingen/Trossingen ::: Frida Wagner am 30. November, 100 Jahre. Vaihingen/Enz ::: Johanna ­Aisenbrey am 27. November, 85 Jahre. Velbert ::: Elisabeth Hell am 9. November, 83 Jahre. Waiblingen-Großheppach ::: Elsbeth Mayer am 15. November, 74 Jahre. Westerstede-Wiesmoor ::: ­Renate Liebich am 9. Oktober, 76 Jahre.

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EmK-Unternehmertag Weihnachten 20 ::: Titelthema:

»Stärke braucht Bescheidenheit« »Mit Schwächen stark sein«, ist das Motto des 2. EmK-Unternehmertags am 21. Januar. Es geht dabei um die Frage, was die Jahreslosung für christliche Unternehmer bedeutet. Hauptreferent ist Andreas Cramer, der Direktor des Diakoniewerks Martha-Maria. Volker Kiemle hat mit ihm gesprochen. Mit Schwächen stark sein – wie soll das gehen? Andreas Cramer: Jede und jeder von uns hat Stärken und Schwächen – auch am Arbeitsplatz. Für eine gelingende und zufriedenstellende Arbeit versuche ich, meine Stärken zu stärken und meine Schwächen zu schwächen. Schwäche zeigen zu können ist mutig und befreiend, Fehler eingestehen können macht sympathisch und Unvollkommenheit nur allzu menschlich. Stärke zeigen braucht Angemessenheit, Bescheidenheit und die Einsicht, dass das Entscheidende im Leben mit mir geschieht. Zum Beispiel?

Im Wettbewerb gewinnt aber doch immer der Stärkere – oder? Andreas Cramer: Warum Wettbewerb? Warum muss ich in meinem Kollegenkreis als Sieger oder Verlierer abends nach Hause gehen? »Win-win« ist kein Zauberwort, sondern kann Realität werden. Erfolgreiche Arbeit entscheidet sich nicht am Gewinnen oder am Verlieren, sondern am Geist des Miteinanders. Wenn wir sowohl im Arbeitsalltag als auch bei besonderen Projekten und Herausforderungen gemeinsam unsere Ziele erfolgreich erreichen, ist dieses gemeinsame Gewinnen Ermutigung pur. So ist es die entscheidende Stärke eines Unternehmens, wie Mitarbeitende im Arbeitsablauf einbezogen werden – ob nach der Meinung jedes Einzelnen gefragt wird, ob die Erfahrungsschätze und Ideen der Mitarbeitenden genützt werden und wie wir einander wahrnehmen. Dadurch werden immer wieder überraschende, neue, innovative Wege gefun-

Information Der 2. EmK-Unternehmertag findet am 21. Januar 2012 in Nürnberg im Diakoniewerk Martha-Maria statt. Veranstalter sind das Bildungswerk der EmK, das Diakoniewerk MarthaMaria und das EmK-Unternehmerportal. Informationen und Anmeldung im Internet: emk-unternehmer.de/unternehmertag.html

den und Probleme gemeistert. Diese Gedanken sind keine Theorie, sondern gelebte Praxis, sobald wir mit diesem Prozess des Einbeziehens beginnen und immer wieder neu beginnen. Wie sollen Unternehmer mit »schwachen« Mitarbeitern umgehen? Andreas Cramer: Entscheidend ist aus meiner Sicht neben der Grundeinstellung des »Win-win« und des einander Einbeziehens eine strukturierte Kommunikation. Mitarbeitende müssen sich auf ihre Vorgesetzten und aufeinander verlassen können. Termintreue ist selbstverständlich. Regelmäßige Arbeitsgespräche und ein Mitarbeiterjahresgespräch werden geführt, Freiräume sind da, um offene Rückmeldungen über die Arbeit geben zu können, Vereinbarungen werden eingehalten. Diese Beispiele sind Grundlage dafür, dass wir angstfrei einander begegnen können, morgens gerne zur Arbeit gehen, angemessen Lob und Anerkennung erfahren und Freude an der Arbeit bekommen. Aber wenn einer am falschen Platz ist? Andreas Cramer: Selbstverständlich reflektiert ein Unternehmer im Hinblick auf seine Mitarbeitenden, ob sie am passenden Arbeitsplatz eingesetzt sind, welche Aufgabenstellungen Stärken stärken und Schwächen schwächen. Aufrichtige persönliche Fragestellungen (»Wie geht es Ihnen?«) gehören zur Führungsverantwortung. Grundsätzlich ist Vertrauen das A und O. Vertrauen ist die höchste Form der Motivation.

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Foto: Diakoniewerk Martha-Maria

Andreas Cramer: Ich werde geboren, mein Herz schlägt, ich werde geliebt, mir wird vergeben, ich werde ermutigt und motiviert. »Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig« (2. Korinther 12,9), so sagt es die Jahreslosung 2012. Aus dieser Einstellung heraus kann ich mit meinen Schwächen stark sein.


Titelthema: Weihnachten ::: 21

Prädikat: Lesenswert! Die Mitglieder des »unterwegs«-Redaktionskreises spüren die Themen für »unterwegs« auf und wirken im Hintergrund. Zu Weihnachten haben sie sich von ihnen empfehlenswerte Bücher ausgesucht. Linda Polman: Die ­Mitleidsindustrie. ­Campus-Verlag, Frankfurt 2010; 19,90 Euro. ISBN: 978-3-593-39233-2. Einen fundierten und kritischen Blick hinter die Kulissen internationaler Hilfsorganisationen bietet das Buch »Die Mitleidsindustrie« der holländischen Journalistin Linda Polman. Die Autorin hat in den vergangenen vier Jahrzehnten über internationale Hilfseinsätze in humanitären und militärischen Krisenregionen geschrieben. Sie war jahrelang Korrespondentin bei den Truppen der UN-Friedensmissionen in Somalia, Haiti, Ruanda und in Sierra Leone. Die zentrale Frage des Buches lautet: Wo beginnt und wo endet die Verantwortung unserer Hilfsorganisationen? Dem sehr gut strukturierten und leicht zu lesenden Buch ist anzumerken, dass Linda Polman bestens weiß, worüber sie schreibt. Sie hat den Konfliktregionen dieser Erde nicht nur einen kurzen Presse-Besuch abgestattet, der vielleicht für ein paar plakative Original-Töne in einer Reportage reichen würde. Vielmehr geht sie beharrlich den Missständen auf den Grund. Im Kapitel »Goma: Die totale ethische Katastrophe« beschreibt die Autorin, was sie bei ihrem Aufenthalt im Frühjahr 1995 im größten von 25 Flüchtlingslagern der Region erfahren hat. Der Leser kann nur mit einem ungläubigen Kopfschütteln zur Kenntnis nehmen, dass dort das Morden der Hutus an den Tutsi selbst in den Flüchtlingslagern ungehindert weiterging.

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Erkenntnisreich ist der historische Rekurs zu den Anfängen des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz und dessen humanitären Prinzipien, die in den Genfer Konventionen verankert sind und unser Selbstverständnis von Hilfe prägen. Diese Prinzipien begründen sich jedoch auf militärischen Konflikten, die in dieser Form heute fast nicht mehr geführt werden. Somit wird nachvollziehbar argumentiert, dass auch die humanitäre Hilfe heute anderen Maßstäben folgen muss als in der Vergangenheit. Ein nicht nur für politisch Interessierte lesenswertes Buch.  Markus Koch Markus Baum: Jochen Klepper, Neufeld Verlag, Schwarzenfeld 2011, 17,90 Euro. ISBN: 978-386256-014-1 Bisher kannte ich von Jochen Klepper die schönen Kirchenlieder und die Geschichte um das traurige Ende durch seinen Freitod zusammen mit seiner jüdischen Frau und Stieftochter. Die Lektüre des Buches eröffnete mir einen Blick auf die Person Jochen Klepper und auf sein Umfeld im Deutschland während des Nationalsozialismus, den ich bisher nicht hatte. Diese Biografie von Markus Baum greift die verschiedenen Stationen im Leben von Jochen Klepper auf und vermittelt Einblicke in sein Lebensumfeld, vor allem in der Zeit des Nationalsozialismus. Dabei wurden für mich erstaunliche Fakten deutlich.

Das Buch half mir, die Person Jochen Klepper aus einer anderen Perspektive zu sehen, als das bisher der Fall war. Ich habe das Buch mit sehr großem Interesse gelesen und ich empfehle es jedem, der sich mit dem Leben Jochen Kleppers auseinander setzen möchte. Joachim Blechschmidt Manfred Engeli: ­Makarios. Der Weg, ein glücklicher Mensch zu werden. Neufeld-­ Verlag, Schwarzenfeld 2011, 9,90 Euro. ISBN: 978-3-862-56019-6 Ein Mensch, der zufrieden mit sich und mit Gott im Einklang ist, wird in der Bibel als »makarios« beschrieben. Der Autor dieses Buches geht davon aus, dass Glück nur im Zusammensein mit Gott möglich ist. Wenn Menschen in allem in der Liebe und bei Gott bleiben, ist ein glückliches Leben auch in Schwierigkeiten möglich. Der Psychologe, Psychotherapeut und Seelsorger Manfred Engeli belegt dies mit verschiedenen Bibelversen, die er jedem Kapitel zufügt. Es geht ihm darum, dass Christen an sich und ihrer Gottesbeziehung arbeiten und dadurch Freiheit, Nächstenliebe, Versöhnung und Lobpreis entstehen. Es sind viele gute Gedanken dicht zusammengepackt, die einen hohen Anspruch an einen selbst beinhalten. Wer nicht viel von Gottes Liebe aufnehmen kann, durch den kann auch nicht viel weiterfließen, schreibt Manfred Engeli. Christina Detka


26 ::: Rätsel

Auflösung des Rätsels aus dem letzten Heft 25/2011

Bensheimer Hefte, Heft 111, Walter Klaiber (Hg.)

Methodistische ­Kirchen, Die Kirchen der Gegenwart Das theologische Vermächtnis der Brüder John und Charles Wesley 330 Seiten • kartoniert • 24,95 € • ISBN 978-3-525-87202-4

Zwischen der Reformation und der Entstehung der Pfingstkirchen hat die methodistische Erweckungsbewegung die kirchliche Landschaft weltweit am Nachhaltigsten verändert. Vor allem die gelebte Frömmigkeit, die missionarischen und sozialdiakonischen Arbeitsformen des Methodismus haben Impulse für die anderen Kirchen der Reformation gebracht. Die methodistischen Kirchen sind von Anfang an stets kräftige Motoren für die ökumenische Bewegung gewesen und geblieben. Dass dahinter auch eine eigengeprägte Theologie steckt, ist oft übersehen oder vergessen worden – auch im Methodismus selbst.

Das reiche theologische Vermächtnis der Brüder John und Charles Wesley ist in den letzten drei Jahrzehnten neu entdeckt und in kritischer Auseinandersetzung mit ihnen für die Gegenwart neu entfaltet worden. Dieser Band in der Reihe „Die Kirchen der Gegenwart” macht klar: Der Methodismus sieht von seinem Ursprung her seinen Auftrag nicht in der Bildung neuer Kirchen, sondern in der Erneuerung der Christenheit und ihrer Befähigung zu Zeugnis und Dienst in der jeweiligen Gesellschaft in allen fünf Erdteilen.


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Herausgegeben von der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland Ludolfusstraße 2-4 60487 Frankfurt am Main Zeitschriftenredaktion im Medienwerk der EmK: Redaktionsleiter Volker Kiemle Stellvertretender Redaktionsleiter Michael Putzke Ludolfusstraße 2-4 60487 Frankfurt am Main Telefon 069 242521-150 Telefax 069 242521-159 E-Mail: unterwegs@emk.de Vertrieb • Anzeigen- und Abonnementsverwaltung: Blessings 4 you GmbH Postfach 31 11 41 · 70471 Stuttgart Telefon 0711 83000-51 Telefax -50 Anzeigendisposition: E-Mail: anzeigen@blessings4you.de Es gilt der Anzeigentarif 2011. Bezugspreise: Bei Bezug über die EmK-Gemeinde: im Quartal € 13,75. Bei Direktlieferung durch die Post: jährlich € 55,– + Versandkosten. Direkt gelieferte Abonnements verlängern sich jeweils um ein Jahr, wenn bis zum 30. September keine schriftliche Kündigung vorliegt. DTP-Produktion: Grafisches Atelier Arnold, 72581 Dettingen an der Erms Herstellung: frechdruck GmbH, 70499 Stuttgart

Bei meinem Bekannten mit seiner Angst sein: Du kanns der Flugangst könnte die Botschaft dich nur hinge t nicht alles kontrollieren ben und loslas . Du kanns ten und versuc sen. Du kanns t hen, es dir t auf deine so bequem n Atem achleicht geling wie t es dir ja, in deiner Phant möglich zu machen. Vielstellen und was du dann asie deine Ankunft vorzu alles tun möch Er kann seiner test. Angst dann dass du mich antworten: »Liebe Fluga daran erinn ngst, schön erst, mich für mein Wohle , ng der der Situat rgehe in Erlösu mich die n zu sorgen ion hinzugeben jemand heit ist und mich zu , Nicht Schön der Sehnsucht: Dass entspannen jemand,Egal, doch unsere .« worauf sich Schöneren sieht, Genau das ist Ihre Ängste meikann, derRespe meiner Sicht) beziehen, nehm ktieren und ich aufblühen Masse von (aus akzeptieren en Sie sie ernst. meiAngst in dessen Liebe Menschen Sie Ihre Ängst freundlich e. Begegnen und versuc ten bringt, dass zehn Kühe zahlt, Dann kann Sie Ihrer it so zum Leuch es Ihnen geling hen Sie nicht, gegen ne Persönlichke sie zu kämpf Mas. en, die Botsc Versuc en in der hen Sie, mit en. wahrnehmen haft Ihrer Angst von uns geseh Ihrer Angst , ne Schönheit jeden Sie Augen hat zu Ihre Er hören ins Deine lt! Angst Gespräch zu . schön! Gott hat gezah die , was sie IhnenAU gesagt: Wie hen N für heute kommen. Fragen und haben T O R Imöch und warum DIE sagen hen und hat te, ob Sie etwas auch die Freude sie Sie se der Mensc sucht und t. Gott sieht übersea Rieber rechn Angelik Mutlosigkeit. Vielleicht verlieren ausge et in diesem deine Gestal Moment beSie durchLangena ein Ich will Kämpfe, meine dein Lachen, rgen. in das Gespr die Angst vor m Herz, meine mit MIR! wenig äch mit Ihrer der lebt samererten.« Trauer in meine Und er sagt zu mir: »Lebe Angst weiß entfal Umgang mit sich AngstSieund es um gelingt Ihnen und zuBezie ucht. selbst. ein sorgmeine Sehns zuGott heit zu finden hen Sie eit, selbst ihre Schönh , deine Schön in dieses Gespr geben, uns müssen wir dir Raum geben Gelegenheit äch zwar um die mit nicht mir ein. und allein IHM. und Mit unserer e bleiben. Gott Angst und ein JA zu serer Angst Gott will Ihnen ist echte. Spender und ng verspricht, reakt ionen weiß auch dieals zu uns zu finden Geber ununs die Werbu Angst. Er g. um die Botsc finden, ein JA Freium die Erlösun weiß zu dem, was haften unser Hilfe, welch voller Folge von Situat Im Gegensatz e unser Angst er auf unsbietet g – es ist die wir ion da, wo , genauso Wir freueneuns uns in gefah erst Angst eit die Erlösun mach wenn wie rnicht Schönh ng werden wir dieften: wir sie überh Ihreüber Zuschri Last, welch wir demt, folWoGespr der Selbsterlösu chte.Im e die ören. äch mit Gott vom Zwang in der Geschi falschen können wir fuer.heute@emk.de cht von so wie die Frau rgeben im – freimaweite die Angst benen rufen lassen, tilgtVertrauen, dass s liebt und uns nen ungslo Schuld und an ihn beding er es gut mit , der unsere gen, der uns uns meint. Jesus folgen beim Essen n. Wenn wir »Sündigen«

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28 ::: Portrait

Christin durch einen Karton Vor zehn Jahren bekam Marlena Dobrowolska von »Weihnachten im Schuhkarton« ein Päckchen – und wurde dadurch Christin. Heute engagiert sich die 21-jährige Polin selbst für Kinder und Jugendliche. Simon Jahn hat sie getroffen.

»Endlich fließendes Wasser« Bald schon besuchte die Familie regelmäßig die Gemeinde. Marlena nahm an Sonntagschule, Kinderlagern und Mädchentreffs teil. Außerdem begann sie, in der Bibel zu lesen und zu beten. Mit 14 ließ sie sich taufen. »Seit ich Jesus kennengelernt habe, hat sich unglaublich viel in meinem Leben verändert.«

Marlena Dobrowolska liebt die deutsche Sprache, möchte aber weiterhin in Polen leben.

Zwar ist das Geld auch heute noch manchmal knapp, doch der sechsköpfigen Familie von Marlena geht es viel besser. »Wir haben jetzt eine Toilette, fließendes Wasser und auch eine größere Wohnung. Und mein Vater betreibt wieder eine eigene Autowerkstatt – auch wenn die Aufträge nicht immer regelmäßig reinkommen«, erzählt sie fröhlich. Die junge Frau engagiert sich nun mit vollem Einsatz selbst für die Kinder- und Jugendarbeit. Sie ist sogar eine der wichtigsten Mitarbeiterinnen der Gemeinde geworden. Im Oktober fängt sie eine dreijährige kostenlose Bibelschulausbildung an. Dafür wird sie einmal im Monat für ein Wochenende ins über 200 Kilometer entfernte Bydgoszcz fahren. Auch beruflich möchte die Polin mal mit Kindern arbeiten – als Deutsch-Lehrerin. »Die Sprache fasziniert mich. In der Gemeinde bringe ich sie schon den Kindern bei – das macht mir unglaublich viel Spaß.« Und so ist der Besuch in Deutschland für die Germanistikstudentin etwas Besonderes – auch weil sie hier mit einem ganz anderen Lebensstandard konfrontiert wird. »Polen und Deutschland sind zwei völlig unterschiedliche Welten«, stellt sie fest. Und auch wenn es ihr hier sehr gut gefällt – den Wunsch, die ärmlichen Verhältnisse hinter sich zu lassen und vielleicht nach Deutschland zu gehen, hegt Marlena nicht. »Ich möchte auf jeden Fall in Polen bleiben, um armen Kindern zu helfen und von meinem Glauben zu erzählen.«idea

unterwegs 26/2011 ::: 18. Dezember 2011

Foto: idea/Jörg Bannach

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inen Dolmetscher braucht sie nicht – Marlena Dobrowolska spricht fließend Deutsch. Dass sie einmal durch Deutschland reisen und von ihrem Leben berichten würde, hätte die 21-jährige Polin vor 10 Jahren nicht für möglich gehalten. Damals reichte in ihrer Familie das Geld mitunter nicht einmal fürs Essen. »In unserer Wohnung gab es kein fließendes Wasser, und wenn wir auf die Toilette wollten, mussten wir immer in den Hof rausgehen«, erzählt sie. Da ihre Eltern – der Vater Automechaniker, die Mutter Verkäuferin – arbeitslos waren, erhielten sie Sozialleistungen. Eines Tages kam vom Sozialamt die Einladung zu »Weihnachten im Schuhkarton«, einer Aktion, bei der in einer kleinen Freien evangelischen Gemeinde von Lodz Weihnachtsgeschenke an bedürftige Kinder verteilt wurden. Jedes Jahr werden so weltweit über acht Millionen Päckchen an Kinder in Not verschenkt. In Deutschland, Österreich und der Schweiz wird die Aktion vom christlichen Hilfswerk »Geschenke der Hoffnung« organisiert (siehe auch Seite 6). »Am meisten habe ich mich über die Schulhefte in meinem Karton gefreut«, erinnert sich Marlena. Mit dem Päckchen bekam ihre Familie gleich noch eine Einladung zum Gottesdienst der Gemeinde. Als sie den besuchten, war Marlena sofort begeistert. Es war zwar nicht das erste Mal, dass sie mit dem christlichen Glauben in Berührung kam: Von klein auf war sie katholisch erzogen worden, doch mit Gott konnte sie trotzdem nur wenig anfangen. »99 Prozent der Polen sind Katholiken. Doch was ich als Kirche erlebt hatte, waren vor allem starre Traditionen. In der Freien evangelischen Gemeinde dagegen spürte ich lebendigen Glauben. Die Menschen sagten etwas und handelten auch danach. Sie wollten uns von Anfang an helfen.«

unterwegs 26/2011  

Das Magazin der Evangelisch-methodistischen Kirche

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