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16. Januar 2011 ISSN 1436-607X

Magazin der Evangelisch-methodistischen Kirche M

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2 / 2011

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2.

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N 2.0 MISSIO

Evangelisation im 21. Jahrhundert Wichtige Aufgabe n

Wie sich die EmK-Gemeinde Elllerbek vor Ort einbringt. Seite 10

Gute Vors채tze n

Was unsere Gemeinden im Jahr 2011 befl체geln kann. Seite 11

Dr채ngende Frage n

Warum die Politik nach dem Beginn des Lebens fragt. Seite 20


2 ::: Editorial

Ihr Volker Kiemle So erreichen Sie uns: Redaktion »unterwegs« Telefon 069 242521-150 E-Mail: unterwegs@emk.de Aboservice: 0711 83000-0

kurz gesagt Bestürzt hat die Bischöfin

der Evangelisch-methodistischen Kirche, Rosemarie Wenner, auf den Mord an 21 koptischen Christen in Ägypten in der Silvesternacht reagiert. In einem ­Beileidsschreiben an den ­Bischof der koptischen Christen in Deutschland, Anba Damian, versicherte sie den Gläubigen der Koptischen Kirche ihr Mitgefühl. In vielen Gemeinden der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland ist in den Gottesdiensten am 2. Januar der Verstorbenen gedacht worden. Anton Schulte ist tot. Der

Lindner nicht rütteln. Der darin enthaltene »Ausdruck der Demut« bleibe unabhängig vom persönlichen Glauben eine Mahnung, sagte der ­Liberale in einem Interview mit der »Zeit«. Allerdings müsse über das deutsche Staatskirchenrecht diskutiert werden. »Denkt man das konsequent, dann könnte der Staat irgendwann bei Muslimen ein Pendant zur Kirchensteuer einziehen.« Im Oktober hatte Lindner erklärt, das Christentum sei »nicht die deutsche Staatsreligion, sondern ein persönliches Bekenntnis der Bürger.« Scharfe Kritik an freikirch-

lichen Gemeinden übt der Evangelist und Gründer des Missionswerkes evangelische Theologiepro»Neues Leben« fessor Reinhold Bernhardt starb nach kur(Basel). Sie verhielten sich zer Krankheit teilweise »sektenhaft« und am 26. Dezembetrieben einen »Missbrauch ber im Alter von der Bibel«, ­sagte er in einem 85 Jahren. Seit Interview mit der Badischen den frühen 1950er Jahren Zeitung über die Freikirchen gehörte Anton Schulte zu in der Region Basel und Lörden bekanntesten Evangelisrach. Besonders kritisierte er ten Deutschlands. So war er das dortige Bibelverständnis: der erste deutsche Evan»Man blendet aus, dass zwigelist, dessen Rundfunksenschen der biblischen Überliedungen ab Dezember 1953 ferung und heute 2.000 Jahre wöchentlich über Radio liegen.« Monte Carlo ausgestrahlt wurden. Zudem gehörte er Ihre Kritik am deutschen ­A fghanistan-Einsatz 1959 zu den Mitgründern des Evangeliums-Rund­haben evangelische Bischöfe funks (ERF) in Wetzlar. Er zum Jahreswechsel bekräfverfasste zahlreiche ­Traktate tigt. »Es ist nicht besser und Bücher und gründete ­geworden in Afghanistan, 1956 die Zeitschrift »Neues und niemand vermag zu Leben«, die heute als christ­sagen, wie es gut werden liches Ratgebermagazin kann«, sagte der sächsische ­erscheint. Landesbischof Jochen Bohl in der Dresdner Frauen­ Am Got tesbezug in der kirche am Neujahrstag. ­V erfassung will FDP-­ kie / pm / epd / idea Generalsekretär Christian

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T I Telillustr ation: Cl aus Arnold

Dürfen im Reagenzglas befruchtete menschliche Eizellen auf genetische Defekte und Krankheiten untersucht und in letzter Konsequenz getötet werden? Egal, wie die Antwort lautet: Schon die Diskussion darüber erregt viele Gemüter (siehe Seite 20). Und schon jetzt ist klar, dass diese Untersuchung, die »Präimplantationsdiagnostik« (PiD) ein großes Thema in diesem Halbjahr sein wird. Denn es geht um nicht weniger als die Frage, wann genau menschliches Leben beginnt: Mit der Befruchtung der Eizelle? Mit der Einnistung der Eizelle in die Gebärmutter? Eine PiD-Freigabe ruft schon jetzt viele Proteste hervor. Vor Selektion warnen etwa Behindertenverbände und davor, dass der Druck auf Eltern, bitteschön für ein gesundes Kind zu sorgen, wächst. Eine einfache Antwort gibt es nicht. Aber es lohnt sich, die Fakten genauer anzuschauen. Macht eine Freigabe der PiD den Weg wirklich frei für »Design-Menschen«? Eine künstliche Befruchtung ist keine Sache, die man mal eben so nebenbei erledigt. Sie steht in der Regel am Ende eines jahrelangen Leidenswegs, auf dem ein Paar versucht hat, auf natürlichem Weg ein Kind zu bekommen. Wenn nichts mehr funktioniert, ruhen alle Hoffnungen auf der künstlichen Befruchtung. Aber auch dieses Verfahren ist belastend – denn es ist nicht sicher, dass der Kinderwunsch damit erfüllt wird. So wichtig die PiD-Diskussion ist: Wir sollten nicht vergessen, dass vorgeburtliche Untersuchungen oft schon jetzt einen großen Druck auf Eltern ausüben. Denn wenn ein Defekt am Embryo festgestellt wird, steht immer die Frage der Abtreibung im Raum – sogar bis kurz vor der Geburt. Hier braucht es auch eine gesellschaftliche Diskussion, damit aus den medizinischen Möglichkeiten keine stille Selektion wird.


Mission 2.0 ::: 3

Keyboardmusik zur Bekehrung Das »Zelt« war in vielen Gemeinden jahrelang ein fester jährlicher Programmpunkt. Viele ­Menschen aus unserer Kirche haben an diese Veranstaltungen prägende Erinnerungen. Auch Redaktionsleiter Volker Kiemle hat zurückgeblickt.

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Foto: Albrecht Arnold

s sind zuallererst Gerüche, die das Wort »Evangelisation« in mir wachruft: feuchtes Gras, feuchte Zeltplanen, dazu der Geruch vieler Menschen, die den Weg ins »Zelt« gefunden hatten. Freudig gespannt waren sie, denn die Zeltmission brachte Abwechslung in den eher beschaulichen Alltag der Kleinstadt. In meiner Erinnerung hat es oft geregnet, wenn das »Zelt« bei uns war. Das stimmt wahrscheinlich nicht ganz. Denn da sind auch die Bilder strahlender Sommertage, wenn ich zu den Kinderstunden ins Zelt durfte und mich danach unter die Mitarbeiter gemischt habe. Das waren interessante Frauen und Männer, die schon viel herumgekommen waren und etwas von der großen weiten Welt in die Provinz brachten. Sie konnten gut Musik machen und tolle Geschichten erzählen. Am meisten hat mich beeindruckt, mit welcher Selbstverständlichkeit sie von ihrem Glauben berichteten.

Das fahrende Evangelistenvolk Beeindruckt haben mich auch die starken Männer, die beim Zeltaufbau Hand angelegt haben. Da gab es für einen kleinen Jungen viel zu schauen – fast wie beim Zirkus, der auch alle paar Jahre hierher kam, oder beim alljährlichen Rummel. Natürlich war das Zelt anders, aber um die Bevölkerung zu erreichen, brauchte es auch Einladeaktionen auf den Straßen, Werbeplakate und ein großes Zelt als sichtbares Zeichen. Und wie der Zirkus war das fahrende Evangelistenvolk manchen Bürgern nicht ganz geheuer. So kenne ich Menschen, die als Kinder nie zu Zelt-Veranstaltungen durften. Die Eltern dachten wohl, die Kleinen könnten in die Fänge einer obskuren Sekte gelangen. Doch bei den Zeltveranstaltungen, die ich erlebt habe, ging es immer sehr bodenständig zu. Nicht ShowPrediger, wie man sie aus dem amerikanischen Fernsehen kennt, standen auf der Bühne, sondern nüchterne Wortverkünder. In der Botschaft aber waren sie nicht weniger deutlich: Es ging immer um ewiges Leben oder ewige Verdammnis. Schließlich war es das erklärte Ziel der Veranstaltung, dass Menschen zum Glauben an Jesus Christus finden. Ein wenig Show war natürlich immer mit dabei – aber in sehr geringer Dosis. Später stand ich selbst auf der Bühne. Als Chorsänger tourte ich durch Süddeutschland und lernte die Choreografie der Evangelisation kennen: die mitrei-

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ßende Musik, die aufwühlende Predigt, die von zarten Keyboardklängen begleitete Aufforderung, »nach vorne« zu kommen. Einmal wurde der Prediger ziemlich nervös, als der Keyboarder seinen Einsatz verpasste. Es gab harsche Worte, die so gar nicht zum Ton der Predigt passen wollten. Aber auch begnadete Evangelisten sind nur Menschen, das war mir schnell klar. Und dass eine gut gemachte Evangelisationsveranstaltung immer Gefahr läuft, Menschen zu manipulieren.

»No-Go-Area« kirchlichen Lebens Nicht zuletzt deshalb habe ich bis heute eine gewisse Scheu vor Evangelisationsveranstaltungen. Natürlich sind meine Erfahrungen nicht repräsentativ. Aber ich treffe immer Menschen aus unserer Kirche, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Evangelisation, das ist für viele immer noch eine »No-Go-Area« des kirchlichen Lebens. Zu oft haben sie sich gefragt, ob das, was da vorne passiert, eigentlich von Herzen kommt oder eher einer »Wir müssen mal wieder missionieren«-Routine entsprungen ist. Deshalb ist es gut, dass Evangelisationen heute vielfältiger sind als vor 40 Jahren. Dabei ist auch die Einsicht wieder gewachsen, dass die eigentliche Evangelisation im Alltag stattfindet. So betont es Pastor Christhard Elle (siehe Seite 4) aus Bremerhaven: Evangelisation ist dann, wenn »andere Menschen entdecken, was wir haben, und das auch haben wollen«. Wo sie das entdecken, ist nicht entscheidend.

Zeltveran­ staltungen ­waren über Jahrzehnte der klassische Ort für große Evangelisa­ tionen.


4 ::: Mission 2.0

Missionarisch sein kommt aus der Freude am Glauben Eine »Entdeckungsreise zur eigenen Spiritualität« verspricht das »Forum E«, das vom 3. bis 5. Februar in Braunfels stattfindet. Veranstalter ist das Evangelisationswerk unserer Kirche. Volker Kiemle hat deshalb Evangelisationssekretär Pastor Christhard Elle, der das »Forum E« organisiert, über den Zusammenhang zwischen Evangelisation und Spiritualität befragt.

Woran liegt das? Christhard Elle: Wenn Gemeinde-

mitglieder schon lange miteinander unterwegs sind, wird vieles zur Routine. Und viele spüren diese Leere. Ich werde als Sekretär für Gemeindeaufbau inzwischen oft von Gemeinden eingeladen, um über Spiritualität zu reden. Dabei versuche ich, den Menschen erst einmal wieder einen Zugang zu ihrer Spiritualität zu verschaffen.

Zum Beispiel? Christhard Elle: Die Formen sind so verschieden wie

die Menschen! Manche entdecken die stille Zeit am Morgen wieder und möchten diese Viertelstunde nie mehr missen. Andere brauchen gemeinsame Stilleerlebnisse oder Rituale wie Segnungen, Tauferinnerungen und Salbungen. Das sind für mich starke Handlungen, die aber in vielen Gemeinden nach meiner Erfahrung eher abgefeiert als erlebt werden – auch wenn wir Pastoren sie immer ganz inhaltsreich vordenken. Wie groß ist die Gefahr, dass man bei der ­Entdeckung der eigenen Spiritualität den ­missionarischen Impuls vergisst? Christhard Elle: Gering. Ich merke, dass die Leute deswegen so wenig von ihren Gemeinden erzählen, weil es für sie selbst eher Last oder Routine geworden ist. Dass sie denken »Das braucht mein Freund oder Nachbar auch« – das ist eher selten. Umgekehrt gilt: Wo mein eigenes Herz, wo meine Seele aufblüht, da erübrigt sich die Aufforderung zur Evangelisation. Wer etwas Großes erlebt, erzählt es weiter. So erlebe ich, dass Leute, die in einer neuen Lebendigkeit Gott entdecken, in einer großen Selbstverständlichkeit an Orten von ihrem Glauben erzählen, wo sie das von sich selbst nie gedacht hätten.

Was genau ist Spiritualität? Spiritualität ist derzeit in Mode. Christhard Elle: Mein persönliches Muss die EmK dabei mitmachen? geistliches Leben, mein Leben mit Gott Christhard Elle: Sicher, Spiritualität »Wo meine Seele und die Kommunikation zwischen Gott ist ein Trend. Aber deswegen dürfen und mir – das alles ist Spiritualität. aufblüht, da erübrigt sich wir uns als Kirche dem nicht verHäufig können die Leute mit altherschließen! Es sind so viele Menschen die Aufforderung zur gebrachten Formen nicht mehr so gut auf der Suche nach spirituellen Erumgehen – etwa mit der »stillen Zeit« am Evangelisation.« Christhard Elle fahrungen, und bei uns bekommen sie Morgen oder der Gebetsgemeinschaft in das, was sie suchen. Insofern können der Gemeinde – und denken dann, sie seien keine wir diese »Mode« nutzen. Ohnehin ist Spiritualität inrichtigen Christen. Sie ziehen sich oft zurück und nerhalb unseres Lebens als Christen nicht nur eine meinen, sie hätten einfach keine Ader, um Gott zu be- Mode, sondern ein Grundbaustein. Es gibt kein gegnen. Dabei brauchen sie einfach nur andere Formen. christliches Leben ohne Spiritualität!

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Foto: privat

»Spiritualität« – das klingt nach Zurückgezogenheit und stillem Kämmerlein. Was hat »Spiritualität« mit Evangelisation zu tun? Christhard Elle: Viel! Wir führen in Norddeutschland derzeit in fast allen EmK-Gemeinden das Programm »Natürliche Gemeindeentwicklung« (NGE) durch. Dabei werden acht verschiedene Bereiche abgefragt – bevollmächtigende Leitung, gabenorientierte Mitarbeiterschaft, leidenschaftliche Spiritualität, zweckmäßige Strukturen, inspirierender Gottesdienst, ganzheitliche Kleingruppen, bedürfnisorientierte Kleingruppen und liebevolle Beziehungen. Dabei ist erstaunlich, dass bei ganz vielen Gemeinden Spiritualität der absolut schwächste Bereich ist.


Mission 2.0 ::: 5

Der Schlüssel zu einer missionarischen Kirche ist die lebendige Spiritualität ihrer einzelnen Mitglieder.

Was ist methodistische Spiritualität? Christhard Elle: Die Verbindung von Herz und Hand! Wo wir etwas Großes im Herzen erleben, lassen wir schnell daraus Taten folgen – etwa in den Liebestaten der Diakonie. Die pietistische Zurückgezogenheit ist ein Teil des christlichen Daseins, aber nie ihr Zweck. Doch wo es die nicht gibt, ist der geistliche Akku ganz schnell am Ende. Und ich erlebe viele Christen in Gemeinden, die ganz schön am Ende sind. Die den Glauben nicht in Frage stellen, aber die so dringend wieder selbst neue Kraft brauchen. Es gibt Gemeinden, die ergehen sich in Innerlichkeit, und es gibt Gemeinden, die nur nach außen wirken – beides funktioniert nicht auf Dauer. Das zusammenzubringen, das ist für mich typisch methodistisch.

Foto: sxc.hu / lumix2004

Was unterscheidet eine Evangelisation heute von einer Evangelisation vor 30 oder 40 Jahren? Christhard Elle: Einmal im Jahr Evangelisation und das war’s dann – das funktioniert nicht mehr, und wahrscheinlich war das auch nie so gedacht. Die Menschen um uns herum sind nicht anders als wir, und sie lassen sich von einer einmaligen Aktion nicht mehr locken, ein ganz neues Leben anzufangen. Wenn man Veranstaltungsevangelisation macht, dann ist das immer eingebunden in ein Gesamtkonzept von »Glauben leben«. Sonst wirkt es absolut aufgesetzt. Die eigentliche Evangelisation findet im Alltag statt, indem andere Menschen entdecken, was wir haben, und das auch haben wollen. Das ist zudem urchristlich – die ersten Gemeinden wuchsen durch Mund-zu-Mund-Propaganda. Angenommen, Ihre Gemeinde hätte Geld übrig: ­Würden Sie das Gemeindehaus renovieren oder das Geld in evangelistische Aktionen stecken? Christhard Elle: Ich bin gerade dabei, unser Gemeindehaus zu verkaufen und einen Raum zu mieten. Ich glaube, dass unsere Kirchen und Gemeindehäuser oft zu viel von unseren Kräften verzehren. Und zwar nicht nur Geld, sondern auch die ehrenamtlichen Kräfte. Es gibt Gemeinden, die bauen eigentlich nur. Die Gemeinde in Bremerhaven gehört zu den kleinsten

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in unserer Konferenz, und wir merken, dass wir unsere Kräfte nicht für ein Gemeindehaus verwenden wollen, sondern dafür, die Liebe Gottes weiterzugeben. Ich würde immer das Geld in Aktionen stecken – aber nicht in einmalige, sondern in dauerhafte. Etwa in einen Mittagstisch für Bedürftige. Oder für spirituelle Programme. Aber das alles braucht doch einen Ort? Christhard Elle: Ja, aber man muss zuerst wissen, was man machen will, und dann nach den Räumen schauen. Meistens braucht man viel, viel weniger Raum, als wir in unseren großen Gemeindehäusern haben. Für das Geld, das der Unterhalt kostet, kann man vielleicht jemand einstellen. Das sind alles Investitionen, die sich für eine Gemeinde auf Dauer auszahlen. Wie kann die EmK missionarischer werden? Christhard Elle: Ich glaube, dass ein Schlüssel die Spiritualität ist. Wenn wir selber entdecken, was für einen großen Schatz wir dadurch haben, dass wir glauben dürfen, werden wir fast automatisch missionarischer. Und wenn wir von den äußeren Dingen wie Immobilien und Strukturen hinkommen zu der Frage, was wir eigentlich brauchen für unsere Arbeit. Wir sind oft so immobil geworden durch unsere Immobilien. Da waren unsere Ahnen viel flexibler: Wenn sie eine Arbeit begonnen haben, mieteten sie eben einen Raum und wenn es in dem einen Stadtteil nicht mehr ging, dann konnten sie relativ schnell wechseln. Wir sitzen mit den meisten Gemeinden immer noch da, wo es vor 100 Jahren genau richtig war, dass wir da sind. Das mag in kleinen Orten nicht so wichtig sein, in den Städten ist es anders. Wo müssen wir Gemeinden gründen? Christhard Elle: In den Städten entstanden Gemeinden oft in Zuzugsgebieten und boten den Menschen eine Heimat. Heute sind die Stadtteile, in denen Menschen heimatlos und ohne Halt sind, oft woanders. Dort müssten wir hin. www.evangelisationswerk.de


6 ::: Mission 2.0

Damit der Akku voll bleibt

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ie viele Ladegeräte haben Sie zuhause? – Eins fürs schnurlose Telefon, eins für den Laptop, die Kamera, das Handy, die elektrische Zahnbürste … Es läppert sich zusammen. Wir haben inzwischen immer mehr mobile elektrische Geräte, mit denen wir überall, wo es uns beliebt, telefonieren oder arbeiten können. Aber das funktioniert eben nur, solange der Akku auch geladen ist. So wie ein geladener Akku die Voraussetzung für schnurloses Telefonieren ist, so ist ein geladenes Herz die Voraussetzung für einen missionarischen Lebensstil. Und hier kommt die Spiritualität ins Spiel: Sie ist im Bild gesprochen das Ladegerät für unser Herz. Sie führt uns in den Raum, wo wir Gott begegnen. Und die Begegnung mit Gott ist es schließlich, die unser Herz »auflädt«. Denn in der Begegnung mit Gott erfahren wir, was es heißt, geliebt zu sein, dass wir in seinen Augen unendlich wertvoll und wichtig sind, dass niemand unseren Platz in seinem Herzen einnehmen kann. Genau diese Erfahrung ist die Voraussetzung für einen missionarischen Lebensstil. Nur wenn ich selbst entdecke, wie sehr Gott mich liebt, kann ich anderen Menschen helfen, dasselbe zu entdecken. Henri Nouwen nennt das den Dienst der Evangelisation: Menschen helfen, ihr Erwähltsein von Gott zu erkennen.

Nur die persönliche Erfahrung zählt Meine persönlichen Erfahrungen mit Gott können einzig und allein die Triebfeder sein, anderen Menschen die Liebe Gottes nahezubringen. Kein noch so toller Gottesdienst, kein noch so brillanter Vortrag, keine noch so geniale Straßenaktion kann das ersetzen. Sie bleiben leer und wirkungslos, wenn sich darin nicht die eigenen Erfahrungen der Liebe Gottes widerspiegeln. Darum ist die alles entscheidende Fra-

Maren Herrendörfer ist Pastorin im Bezirk Osnabrück.

ge: Wie bekomme ich mein Herz an die Stromquelle? Wo ist mein Raum, in dem ich Gott begegnen kann, wo ich seine Stimme vernehmen kann, wo ich Gottes Nähe ganz deutlich spüre und sie mich mit Kraft, Zuversicht und Liebe füllt? Mir hilft hier eine Stille-Übung sehr: sich ein paar Minuten Zeit nehmen, die Augen schließen und sich seinem Rufnamen zuwenden, in die Stille lauschen und sich bewusst machen: Gott kennt meinen Namen! Er ruft mich gerne bei meinem Namen. Es gibt viele Räume und Wege der Spiritualität. Nicht jeder Weg entspricht meiner Persönlichkeit. Das ist wie beim Essen: Wir haben unsere unterschiedlichen Vorlieben. Essen tun wir alle, weil unser Körper Nahrung braucht. So braucht auch unser Herz Nahrung. Der eine wird satt, wenn er Lobpreislieder singen kann, die andere braucht Tage in der Stille, dem Nächsten geht das Herz auf, wenn er theologische Aufsätze liest. Wichtig ist vor allem, dass wir unseren persönlichen Weg kennen und auf diesem Weg unser Herz nähren. Sonst ist der Akku irgendwann leer. In Jesaja 40,31 heißt es: »Aber alle, die auf den Herrn vertrauen, bekommen immer wieder neue Kraft, es wachsen ihnen Flügel wie dem Adler. Sie gehen und werden nicht müde, sie laufen und brechen nicht zusammen.« Ein dauerhaft gefüllter Akku ist uns verheißen, wenn wir unser Vertrauen auf Gott setzen. Und was stärkt unser Vertrauen? Wenn wir Gottes Stimme hören, die uns liebevoll bei unserem Namen nennt, die uns sagt, wie wertvoll wir sind, und die uns Mut macht und uns sagt, wo es langgeht. In einem Lied heißt es: »Aus deinem Mund höre ich das schönste Liebeslied, an deinem Ohr darf ich sagen, was die Seele fühlt, an deiner Hand kann ich fallen und du fängst mich auf, an deinem Tisch wird mein Hunger gestillt« (Thea Eichholz-Müller). – Wann haben Sie zuletzt dieses Liebeslied Gottes für sich gehört? Ich bin sicher, wenn Sie es hören, dann brauchen Sie sich gar nicht mehr groß Gedanken machen, wie ihr Lebensstil missionarischer werden kann. Er wird es! Darum suchen Sie immer wieder Ihre Ladestation auf und lassen Sie Gott zu Ihrem Herzen sprechen.

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Foto: Volker K iemle

Missionarisch sollen Christen sein – aber wie funktioniert das? So wie ein geladener Akku die Voraussetzung für schnurloses Telefonieren ist, so ist ein geladenes Herz die Voraussetzung für einen missionarischen Lebensstil, sagt Pastorin Maren Herrendörfer.


foto: York schön

Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott. Micha 6,8

Wort auf Mission den Weg 2.0 ::: 7

Glauben und Handeln

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as Volk Israel war im 8. Jahrhundert vor Christus in einem schlechten spirituellen Zustand: Die Menschen feierten zwar ihre Gottesdienste und religiösen Feste, und von außen sah alles gut aus. Aber in Wirklichkeit war Israels Spiritualität oberflächlich und leer. Beeindruckende Zeremonien, exakte Liturgien und peinlich genaue Opfer-Riten waren eigentlich sinnlos, weil sie auf den Alltag keinen Einfluss hatten. Vielleicht wird die damalige geistliche Lage Israels am besten mit den Worten Jesajas zusammengefasst: »Dies Volk ehrt mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir« (Jesaja 29,13). Gegen diesen Widerspruch haben Propheten wie Jesaja und Micha gepredigt. Für Micha verbindet wahre Spiritualität Glauben und Handeln. Sie verbindet den Sabbat mit den Wochentagen – den Gottesdienst mit dem Dienst für Gott. Sie ist sowohl passiv als auch aktiv, sie ist Sammlung und Sendung. Micha weiß die Antwort schon, als er das Volk Israel fragt: Was will Gott? Will er einjährige Rinder als Opfer haben oder Tausende von Schafböcken und ganze Ströme von Olivenöl? Nein, antwortet Micha: »Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott« (Micha 6,8). Das ist der rechte Gottesdienst, das ist wahre Spiritualität, die aus einer Frömmigkeit für Leib und Seele, die aus Glauben und Handeln besteht. Drei konkrete Elemente der Spiritualität finden wir in diesem Vers.

Gottes Wort halten Das heißt zuallererst ganz schlicht und einfach, dass wir die Bibel lesen! Wir planen unseren Tag so, dass wir Zeit fürs Bibellesen haben. In der Stille öffnen wir uns Gott und meditieren über sein Wort. Wir lassen es auf uns und in uns wirken, und wir halten sein Wort, so wie man ein Versprechen hält. Dadurch merken wir auch, dass wir selbst gehalten werden, dass Gottes Wort eine wichtige, erbauende, lebensbejahende Stelle in unserem Leben hat.

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Liebe üben Liebe ist der Kern unseres Glaubens, weil Gott die Liebe ist. Deswegen wird Liebe immer das Herz wahrer Spiritualität sein. Jesus fasst die mosaischen Gesetze so zusammen: »Du sollst den Herrn deinen Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt, und von allen deinen Kräften. Du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst« (Markus 12,30). Der Apostel Paulus formuliert es an einer anderen Stelle so: »Wenn ich sogar mit Engelzungen reden kann, aber ich habe keine Liebe, so bin ich nur wie eine dröhnende Pauke oder ein lärmendes Tamburin« (1. Korinther 13). Demütig sein vor deinem Gott Wir Menschen tendieren sehr oft zur Selbstgerechtigkeit. Wir finden Fehler schnell in unserem Mitmenschen, aber nicht so schnell bei uns selber. Wir sind schnell dabei, andere zu kritisieren, sie zu beurteilen oder verurteilen. Wir stecken Leute gern in Schubladen, und es ist immer einfacher, den »Splitter in deines Bruders Auge zu sehen und nimmst nicht wahr den Balken in deinem Auge« (Matthäus 7,3). Unsere Ich-Bezogenheit und Selbstgerechtigkeit offenbaren sich oft, wenn wir andersdenkenden Menschen begegnen. Demütig vor Gott sein heißt aber auch gnädig zu sein, großzügig zu sein! Demütig vor Gott zu leben, heißt eine Bereitschaft, das Beste in anderen zu suchen. Wer die Vergebung und die Gnade Gottes persönlich erlebt hat, geht anders mit Menschen um. Er begegnet ihnen mit Toleranz und mit Geduld. Er ist freundlich und gutwillig.

Barry Sloan D.Min. ist Pastor im Bezirk Chemnitz-Erlöserkirche / Flöha und Sekretär für missionarischen Gemeindeaufbau.


10 ::: Gemeindeporträt

Wichtige Aufgabe vor Ort Mehr als 260 Bezirke gibt es in der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland. Alle ­haben ihre eigene Prägung. Um diese Vielfalt zu zeigen, stellen sich in »unterwegs« regelmäßig EmK-Bezirke vor. In dieser ­Ausgabe geht es nach Ellerbek. Das sind wir: Ein Wahrzeichen des Ortes ist die Friedenskirche mit ihrem gut sichtbaren Glockenturm. Jeden Sonntag ist gut zu hören, dass die Gemeinde hier den Gottesdienst feiert. Ellerbek ist ein wohlhabender Ort. Das Motto des Ortes heißt »Insel des Glücks«. Soziale Spannungen sind zumindest nicht sichtbar. Wir sehen aber, dass sich manche Lebenskrise und Not im Verborgenen abspielt. Wir wollen nicht »wie auf einer Insel« leben, sondern offen sein für die Menschen um uns. Die Gemeindemitglieder wohnen nur zum Teil in Ellerbek. Einige kommen aus Nachbarorten, andere wohnen in den westlichen Stadtteilen Hamburgs. Heute gehören zur Gemeinde 50 Mitglieder und fast ebenso viele Kirchenangehörige. In Hohenlockstedt bei Itzehoe, gut 60 Kilometer entfernt, wird regelmäßig Hauskreis gehalten. Wenige Gemeindemitglieder wohnen hier. Ihre Familien sind in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts aus dem Erzgebirge nach Hohen-

Die Gemeinde in Ellerbek ist klein, aber sehr leben­ dig. Wie hier beim Zusam­ mensein nach der Kinder­ weihnachtsfeier 2010.

lockstedt gezogen. Ursprünglich wurden sie von der Gemeinde in Lübeck betreut. Jetzt gehören sie schon lange zum Bezirk Ellerbek.

Da kommen wir her: Die Gemeinde ist durch Flüchtlinge entstanden. Nach dem Krieg kamen viele Familien nach Schleswig-Holstein. In Ellerbek sammelte sich eine kleine Gemeinde. Schon in ihrer alten Heimat gehörten diese Geschwister zu unserer Kirche. Die Gemeinde entwickelte sich gut. So wurde 1960 die Friedenskirche eingeweiht. Im Mai 2010 wurde mit einem großen Fest das Jubiläum »50 Jahre Friedenskirche« gefeiert. Das machen wir: Die Gemeinde in der Friedenskirche ist eine kleine, aber sehr lebendige Gemeinde mit vielen Gruppen. Chor

Bezirk Ellerbek n Zur

Gemeinde Ellerbek gehören 50 Kirchenmitglieder und fast ebenso viele Kirchenangehörige. n Ellerbek ist ein Ort mit etwa 5.000 Einwohnern direkt vor den Toren Hamburgs. Im Grünen wohnen und doch das An­ gebot der Millionenstadt ganz nahe – das gefällt den Men­ schen an Ellerbek. Das Bild des Ortes ist geprägt von den Häusern der Familien. Aber auch ältere Menschen leben gerne im Ort. Wenige Bauernhöfe und einige Baumschulen gibt es hier.

und Posaunenchor gestalten jeden Sonntag den Gottesdienst mit. Zur Kindergruppe »coole kids« kommen Kinder aus der Gemeinde und aus dem Ort. Auch unsere Jugendlichen treffen sich regelmäßig. Mit dem Nachmittagstreff haben wir ein Angebot vor allem für die Älteren. Mit der evangelisch-lutherischen Gemeinde im Ort gibt es eine schöne ökumenische Zusammenarbeit. Das Erntedankfest feiern wir gemeinsam auf einem Bauernhof in unserer Nähe.

Das haben wir vor: Wir sind mit der Gemeinde auf einem Weg, um unseren missionarischen Auftrag wieder mehr in den Blick zu nehmen. »Gott erleben, unseren Glauben leben und Leben miteinander teilen« ist dabei unser Ziel. Wir laden Menschen zum Glauben an Christus ein. Wir freuen uns, wenn sie ihren Glauben mit uns in der Gemeinde leben. Es gibt noch viel zu tun. Wir sind zuversichtlich, dass Gott die Gemeinde weiter mit seinem Segen beschenkt. Und wir sind überzeugt, dass unsere kleine Gemeinde für die Menschen unseres Ortes eine wichtige Aufgabe hat.  Andreas Fellenberg


unterwegs Mission erlebt 2.0 ::: 11

Ein guter Vorsatz für 2011 »Lass keine Gelegenheit ungenützt vorübergehen, Gott zu dienen«, schrieb John Wesley den Methodisten ins Stammbuch. Das könnte auch für unsere Gemeinden im neuen Jahr ein guter Vorsatz sein, meint Bischöfin Rosemarie Wenner.­­­

Foto: Cl aus Kellner / Medienwerk der EmK

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ute Vorsätze haben zum Jahreswechsel Konjunktur. Sollten auch wir uns als Kirche etwas vornehmen für das Jahr 2011? Wie wäre es mit einem geistlichen Fitnessprogramm? Da und dort höre ich, dass durch die Beschäftigung mit dem Buch von Bischof Robert Schnase »Fruchtbare Gemeinden und was sie auszeichnet« neuer Schwung in das Gemeindeleben kommt. Die Diskussionen über die fünf Kennzeichen sind anregend. Man entwickelt Ideen, um gastfreundlicher zu sein, die Gottesdienste lebendig zu gestalten, Kleingruppen zu bilden, mehr zu wagen in Sachen Mission und um das Geben als geistliche Disziplin einzuüben. Die »40-Tage-Aktion« empfehle ich gern, Informationen sind unter www.fruchtbare-gemeinden.net zu finden. Aber bringt dies nachhaltige Veränderungen mit sich? Auch in Gemeinden spielt sich oftmals der alte Trott schnell wieder ein. Wie gelingt es uns, das zu tun, was wir uns vornehmen? In der methodistischen Bewegung sind zwei Impulse bedeutsam, die sich auf den ersten Blick zu widersprechen scheinen. John Wesley sprach immer wieder davon, dass uns Gottes Gnade zur Umkehr ruft, rechtfertigt und heiligt. Und Wesley forderte seine Leute auf, den Glauben in der Liebe zur Tat werden zu lassen in einem disziplinierten christlichen Lebensstil. Von Weihnachten her kommend können wir nachvollziehen, dass diese beiden Aspekte keine Gegensätze sind, sondern zusammengehören. Gott schenkt sich uns in seiner Gnade, indem er in Jesus Mensch wird. Dieses Geschenk ist an keinerlei Bedingungen geknüpft. Wir brauchen Gottes Liebe nur anzunehmen,

unterwegs 2/2011 ::: 16. Januar 2011

damit sie sich in uns entfalten kann. Alles, was wir je für Gott und die Menschen tun, ist uns zuvor von Gott gegeben worden. Es geht also schlicht darum, von Gottes Weihnachtsgeschenk zu leben und durchlässig zu sein für Gottes Gnadengaben. Charles Wesley sagte das so: »Mach mich zu deinem Reich bereit! Was du verlangst, das gib: Die Höhe der Vollkommenheit, die Tiefe schlichter Lieb!« (GB 269,5)

Die Möglichkeiten nutzen! Weil wir Gottes Liebe im Überfluss geschenkt bekommen, können wir danach streben, Gutes zu tun. Im Wesleybrevier »Über allem die Liebe« steht zum 7. Oktober folgender Ausspruch John Wesleys: »Eine der wichtigsten Regeln des Glaubens heißt: Lass keine Gelegenheit ungenützt vorübergehen, Gott zu dienen. Da nun Gott für uns unsichtbar ist, sollen wir ihm in unserem Nächsten dienen; und das wird er in der Tat für sich selbst annehmen – als ob er sichtbar vor uns stünde.« Gott dienen heißt, jede sich bietende Möglichkeit zur Nächstenliebe zu nutzen. Eine besucht die Kranken in ihrem Bekanntenkreis. Ein anderer hilft Asylsuchenden, zu ihrem Recht zukommen. Die Gemeinde in X engagiert sich in der Suchtkrankenhilfe und in Z gibt es Begegnungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen. So geht es ein wenig menschlicher zu in unserer Welt, weil Gott Mensch wurde und weil wir uns von Gottes Bewegung mitreißen lassen. Das ist kein kurzfristiges Fitnessprogramm, sondern lebenslanges Wachsen in Christi Nachfolge. Rosemarie Wenner


14 ::: Mission 2.0

Gemeinden« (emerging churches) werden seit geraumer Zeit aus einigen westlichen Ländern berichtet, allen voran aus Großbritannien. Gemeinsam ist diesen Ansätzen die Suche nach neuen Formen verbindlichen Christseins, aber auch eine tiefe Unzufriedenheit mit den Kirchen der westlichen Welt. Sie wollen den christlichen Glauben unter den Bedingungen der Postmoderne neu entdecken und authentisch leben. Dazu gehört, die missionarische Leidenschaft der Christen des ersten Jahrhunderts glaubhaft ins 21. Jahrhundert zu übersetzen und neue, angemessene Ausdrucksformen gemeinschaftlich gelebten Glaubens zu finden.

Kirche zu vermeiden, hilft die in Großbritannien gebräuchliche Vorstellung einer »mixed economy«, einer gewollten Vielfalt der Formen unter einem gemeinsamen Dach. Die unterschiedlichen Angebote sind dabei kein »notwendiges Übel«, sondern sie bringen die Einsicht zum Ausdruck, dass keine Gemeinde, keine Denomination oder Konfession »alle« Menschen erreichen kann oder muss. Dies ist Entlastung und Ansporn zugleich. Gemeindegründungen und experimentelle Gemeindeformen, die aus sozialen Projekten erwachsen, können der Kirche vielversprechende Möglichkeiten eröffnen, sich von einem unfruchtbaren, nicht selten auch angstgeleiteten »Kreisen um sich selbst« zu befreien.

Kirche auf Zeit Die Ergebnisse sind unterschiedlich: »Fresh expressions of church« umfassen Gemeinden in Bars Internationale Gemeinden als Chance und Bistros, Schulgebäuden und Einkaufs- und Ge- Meiner Überzeugung nach kommt den international schäftszentren. Häufig stehen sie in Verbindung mit ausgerichteten Gemeinden eine besondere Bedeutung sozial-diakonischer Arbeit. An die Stelle einer zu für die zukünftige Mission und Evangelisation zu. Grunde liegenden Komm-Struktur Auch in Deutschland, der Schweiz tritt eine Geh-Struktur, die die und verstärkt in Österreich wächst Menschen dort aufsuchen möchte, die Zahl der Gemeinden, in denen »Zuwanderer sind ein wo sie sich ohnehin treffen. Nicht sich fremdsprachige Methodisten wenige hervorbrechenden GeGeschenk – das sich aber unter dem Dach der EmK zumeinden verstehen sich von vornsammenfinden, entweder in Genur den Gemeinden herein bewusst als »Kirche auf meinden der jeweiligen mutterZeit«, die sich jetzt formiert, aber erschließen wird, die sich für sprachlichen Prägung oder eben nicht auf Dauer hin angelegt ist. international und kulturüberZuwanderer und ihre Manches, was uns hier an theogreifend. Für viele Migrantinnen logischen Aussagen und an geleb- Probleme wirklich öffnen.« und Migranten ist die Gemeinde ter Praxis begegnet, wird in der ein Stück Heimat, die sie verloren »zünftigen Theologie« und in kirund im neuen Kontext noch nicht chenleitenden Gremien berechtigte Bedenken hervor- gefunden haben. »Zuwanderer sind ein Geschenk und rufen, die ernsthaft diskutiert werden müssen. Ande- ein Segen Gottes an die Kirchen«, so ist es im Prores wiederum wird jene, nicht weniger berechtigt, an tokoll der Tagung des Europäischen Rates Methodisderen ureigenste Aufgabe erinnern, nämlich die kirch- tischer Kirchen (2008) vermerkt. liche Arbeit der Gegenwart kritisch zu begleiten und konstruktiv weiterzuentwickeln. Es gilt das Bewusst- »Schmutzige Fingernägel« sein zu entwickeln: Es ist nicht die Kirche Gottes, die Dieses Geschenk wird sich allerdings nur denjenigen eine Mission hat, vielmehr hat ein missionarischer Gemeinden erschließen, die sich für Zuwanderer Gott eine Kirche in der Welt. tatsächlich öffnen, die also auch bereit sind, sich den damit verbundenen Problemen zu stellen. EvanGemeinde für alle? gelisation und Gemeindearbeit können dann nur Nach meiner Einschätzung überwiegen die Vorteile ganzheitlich geschehen, im Sinne einer »Spiritualität der jungen Aufbrüche, solange sie nicht verabsolutiert der schmutzigen Fingernägel« (so der Generalsekretär und vorschnell zur Herabsetzung des Bestehenden der britischen Methodistenkirche, Martyn Atkins). missbraucht werden. Um ein unseliges Gegeneinander Die frohe Botschaft von der befreienden Kraft Gottes von bestehenden und neuen Ausdrucksformen von zeigt sich auch in Gestalt von Kinderbetreuung, Hilfe im Umgang mit den Behörden, im alltäglichen Teilen von Lebensraum und Lebensmöglichkeiten. Beispielhaft soll hier die Gemeinde Peace Church Zum Weiterlesen: United Methodist Munich (www.peacechurch.de) geVon Achim Härtner ist eine Abhandlung erschienen mit dem nannt werden. Angefangen hat es 1984 mit 13 Gottesdienstbesuchern als Arbeit mit den Familien amerikaTitel »Gottes Wirken auf der Spur bleiben. Perspektiven für nischer Soldaten, die in München stationiert waren. Mission und Evangelisation im deutschsprachigen Metho­ dismus des 21. Jahrhunderts«, in: Theologie für die Praxis 36 (2010), [Festgabe für Dr. Walter Klaiber und Dr. Manfred Marquardt zum 70. Geburtstag], Heft 1-2, S. 94-112.

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Heute bietet die Peace Church Menschen aus über 25 Nationen eine geistliche Heimat, unter ihnen viele Asylbewerberinnen und -bewerber. Der durchschnittliche Gottesdienstbesuch liegt bei rund 100 Erwachsenen und Kindern. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie mit Asylbewerbern geschieht gemeinsam und zweisprachig mit dem Gemeindebezirk München-Friedenskirche. Wünschenswert bleibt, dass auch unsere »herkömmlichen« Gemeinden sich vermehrt für Migrantinnen und Migranten öffnen. Auch sollten noch weitere internationale Gemeinden entstehen, in denen man sich müht, in versöhnter Verschiedenheit und mit missionarischer Ausstrahlung Gemeinde Jesu Christi zu sein – damit die Welt verändert wird.

Nicht aus uns selbst heraus Natürlich sind regionale und lokale Gegebenheiten zu unterschiedlich, als dass allgemeingültige Prinzipien aufgestellt werden könnten. Die Herausforderungen für Evangelisation und Mission sind enorm. Zugleich eröffnet die gesellschaftliche Situation vielfältige neue Möglichkeiten. Entscheidend erscheint mir zu sein, dass wir uns in unseren Bemühungen um die Ausbreitung des Evangeliums von der theologischen Perspektive des Reiches Gottes leiten lassen und nicht vorrangig vom sicherlich wünschenswerten Wachstum der eigenen Kirche. Mission und Evangelisation müssen daher vermehrt als ökumenische Aufgabe begriffen werden – auch über die Ländergrenzen hinweg. Mission und Evangelisation geschehen nicht aus menschlichem Antrieb heraus, sondern haben ihren Ursprung in der Sendung Jesu Christi, der seine Jünger beauftragt und bevollmächtigt: »Gehet in alle Welt und macht zu Jüngern alle Völker …« (Matthäus 28,19). Der Befehl ist umschlossen von den Jesus-Worten »mir ist gegeben alle Gewalt …« (18) und »siehe ich bin bei euch alle Tage …« (20). Diese biblisch fundierte Gewissheit verleiht der evangelistisch-missionarischen Arbeit auch in der Gegenwart das nötige Selbstvertrauen und bewahrt sie zugleich vor überhöhten Erwartungen an sich selbst. Die Erfahrung in unserer Kirche bestätigt: Menschen in die Nachfolge Jesu Christi zu führen, gelingt eher den Gemeinden, die eine evangelische Gelassenheit ausstrahlen, als jenen, die in einen geschäftigen Aktionismus verfallen.

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Von: frank.eibisch@emk.de An: unterwegs@emk.de Betreff: E-Mail aus Bethanien Chemnitz

Ziviler (Un-)Gehorsam Ab diesem Jahr wird die Allgemeine Wehrpflicht ausgesetzt. Wer wie ich in einer pazifistischen Grundhaltung aufgewachsen ist, den wird dies zunächst freuen. Freilich endet damit zugleich, was zunächst aus zivilem Ungehorsam erwuchs und sich später hin zu einem wichtigen Bestandteil unseres Sozialsystems entwickelt hat: der Zivildienst. Die sich anfangs dafür einsetzten, waren – deutlich mehr noch in der DDR als in der alten Bundesrepublik – zahlreichen Anfeindungen und auch Repressalien ausgesetzt. Ich selbst kann mich noch gut daran erinnern, wie bei einer Jugendrüstzeit auf Schwarzenshof, an der ich 1981 teilnahm, Informationen sowie eine Unterschriftenliste zum Thema »Sozialer Friedensdienst« kursierten. Die Staatssicherheit war in erstaunlich kurzer Zeit darüber im Bilde. Persönliches Engagement in dieser Sache konnte Konsequenzen für die gesamte Lebensgeschichte nach sich ziehen. Und auch im Westteil Deutschlands war die sogenannte »Gewissensprüfung« ja lange Zeit nicht ganz ohne. Bei meinen Söhnen habe ich das deutlich entspannter erlebt. Mit zunehmender Akzeptanz in der Gesellschaft wurde aus dem Zivildienst eine bedeutsame Form »zivilen Gehorsams«. Junge Männer entdeckten darin eine Aufgabe, in der sie sich für andere nützlich machen konnten. Und Christen verstanden dies nicht selten auch als gute Möglichkeit, den Auftrag zur Nächstenliebe in konzentrierter Weise in die Tat umzusetzen. Noch ist nicht geregelt, wie ein vergleichbarer Dienst sich künftig auf freiwilliger Basis gestalten wird und wie er neben dem Freiwilligen Sozialen Jahr etabliert werden kann. Sicher aber ist: Gebraucht wird er dringend. Wir in Bethanien Chemnitz wollen nach Kräften auch künftig Menschen die Möglichkeit bieten, sich in unseren Krankenhäusern sozial zu engagieren und sich auf diese Weise in »zivilem Gehorsam« zu üben. Frank Eibisch

Achim Härtner ist Professor für für Praktische Theolo­ gie an der Theologischen Hochschule der EmK in Reutlingen.

n Pastor Frank Eibisch ist Theologischer Geschäftsführer der

Bethanien Krankenhaus Chemnitz gemeinnützige GmbH. n In dieser Rubrik werden künftig die Vertreterinnen und Vertreter

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von EmK-Werken über Aktuelles und Bemerkenswertes aus ihren Arbeitsgebieten schreiben.


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Pliezhausen: Musical zum Advent Am dritten Advent feierten Sonntagsschule und Jungschargruppen in Pliezhausen ihren Weihnachtsfeier-Gottesdienst. Höhepunkt war die Aufführung des Musicals »Fünf Brote, zwei Fische und viel zu viele Gäste« von Myriam Scharrer (Text) und Schwester Christel Schröder (Musik).

K

inder spielten die tragende Rolle bei der Aufführung: Der Chor, den Hilde Schwaiger leitete, bestand überwiegend aus Kindern. Voll Begeisterung trugen die Jungen und Mädchen die Lieder vor. Auch die Solopartien waren mit Kindern besetzt. In den gespielten Szenen übernahm der Chor auch die Rolle der vielen, vielen Menschen. Denn es wurde die Speisung der Fünftausend dargestellt, von der Matthäus im 14. Kapitel seines Evangeliums berichtet. Zu Advent und Weihnachten sollte auch einmal ein anderes Thema behandelt werden als immer wieder die Geburt Jesu – so schön die Geschichte von den Hirten, die zum Stall von Bethlehem kommen, auch ist. Das wurde durch einen Vorspann deutlich gemacht, den die Sonntagsschulmitarbeiter dem Musical voranstellten.

kurz &bündig Der zentrale Got tesdienst zur

»Gebetswoche für die Einheit der Christen« wird am 23. ­Januar um 16 Uhr im Dom zu Speyer gefeiert. Er steht unter dem Motto der Gebetswoche 2011 »Zusammen glauben, ­feiern, beten« (nach Apostelgeschichte 2,42). Der Entwurf für den Gottesdienst und die

Kinder spielten die tragende Rolle bei der Musical-Aufführung in Pliezhausen.Foto: privat

Der Bericht des Evangeliums wurde durch eine Rahmenhandlung ergänzt, in der drei Kinder losziehen, um Jesus kennenzulernen. Ihre Mutter gibt ihnen die bekannten fünf Brote und zwei Fische als Wegzehrung mit. Für die drei hätte das gereicht, für die fünftausend natürlich nicht. Und schon kommt die allzu menschliche Erwägung ins Spiel: »Sollen wir das wenige abgeben? Dann haben wir ja selbst nichts mehr!« Zum Glück überwinden sich die Kinder. So kann Jesus zeigen, dass nicht enttäuscht wird, wer ihm vertraut. Am Ende waren alle begeistert. Die Handlung des Musicals war

Abende der Gebetswoche ­wurde vom Jerusalem-InterChurch-Centre erarbeitet, ­einem Zusammenschluss von 13 Kirchen in Alt-Jerusalem. Die Gebetswoche für die ­Einheit der Christen wird jedes Jahr vom 18. bis 25. Januar oder zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten oder an einem anderen, von Gemeinden selbst gewählten Termin begangen. www.oekumene-ack.de

durch fetzige Lieder aufgelockert, immer wieder boten humorvolle Stellen Grund zum Lachen, und der Eifer der jungen Darsteller wirkte herzerfrischend. Und auch Jesus wurde durch Pastor Ulrich Ziegler überzeugend dargestellt. Nicht nur das Musical war zur Weihnachtszeit außergewöhnlich, auch gab es noch etwas Besonderes: Passend zum Musical wurden vor der Friedenskirche in Pliezhausen 300 Forellen geräuchert und ebenso viele frisch gebackene Brote direkt verkauft. Der gesamte Erlös ist für den An- und Umbau der Friedenskirche bestimmt.  Asmus Dolan

Der erste »EmK-Unternehmertag« findet am 29. Januar in

Karlsruhe statt. Unter dem Motto »Miteinander – füreinander – Unternehmerisches Handeln im Wertewandel«wird es neben dem Impulsreferat von Dr. Lothar Elsner eine Vielzahl an Workshops und ­I nfo-Runden speziell für ­Selbstständige und freiberuflich ­Tätige geben. www.emk-unternehmer.de


EVANGELISATIONSWE WE EVANGELISATIONS RRKK Evangelisch-methodistischen Kirche derder Evangelisch-methodistischen Kirche

Mitarbeiterteam für das emk-mobil: Wer macht mit? Immer mehr Gemeindegliedern fällt es schwer, über ihren Glauben angemessen und gewinnend evangelistisch zu sprechen und Kontakte zu Noch-nicht-Christen zu knüpfen. Genau das ist aber das Hauptziel eines Einsatzes mit dem emk-mobil. Deswegen wollen wir die Gemeinden im In- und Ausland bei Bedarf durch ein kleines Team darin unterstützen. Diese Ehrenamtlichen können von wenigen Tagen bis zu einigen Wochen im Jahr mit dem Bus bzw. mit einem ­Begleitwagen mitfahren. Sie erhalten eine kurze Einführung und Schulung, wie mit dem emk-mobil gearbeitet wird und wie ein Glaubens­gespräch aussehen könnte. ­Außerdem werden ihnen alle anfallenden Kosten erstattet. Kennen Sie jemand, der an solchen Kurzeinsätzen ­interessiert wäre und dafür in Frage käme? Sprechen Sie diese Person(en) doch einfach ganz direkt daraufhin an. Oder wäre das sogar etwas für Sie selbst? ­Unsere Kontaktadresse finden Sie auf der nächsten Seite. Das Bild rechts zeigt das lokale Team von Tampere bzw. Pirkkala in Finnland, wo Pastor Jan-Markus Jeromaa (links) eine Gemeindegründung sehr erfolgreich mit dem emk-mobil begonnen hat. Auch unsere beiden Ehrenamtlichen Marlies Göhrke (2. von rechts) und Uta Jetschke (vorne links) waren fest im Team integriert. Und nun: Herzliche Einladung – wir warten auf Sie! 

Hans-Martin Kienle und Pastor Wilfried Bolay.

Wen wir suchen… • Frauen und Männer von 18 bis 80 Jahren • physisch und psychisch stabil • kontaktfreudig und/oder technisch begabt

Was wir erwarten… • evangelistisch-missionarische Motivation • möglichst Englischkenntnisse für Einsätze im Ausland • Teamfähigkeit

Was wir bieten… • Kost und Logis (im Bus, in Gemeinden oder einfachen Hotels/Pensionen) • Erstattung der Reisekosten • Schulung für missionarische Gesprächsführung und viele positive Glaubenserfahrungen

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Projekt 2011: Verlängerung Zelt 5 »Tschechien«

Hauptprojekt: Fertigbau der neuen Halle

Kosten: ca. 5.000 €

Spendenziel: 250.000 €

Zelt 5 »Tschechien«: 10 x 20 m Achteck, bis 200 Plätze, bis 175 m2, 1 Vorzelt

Bis 31. Dezember 2010 haben wir etwa 115.000 Euro zweckgebundene Spenden für den Fertigbau der neuen Halle und die nötigen Schuldentilgungen erhalten. Das hat uns sehr bewegt und froh gemacht. Wir möchten allen, die sich am Zustandekommen dieses hohen Betrages beteiligt haben, noch einmal ganz herzlich danken. Wir sind ­zuversichtlich, dass wir die restlichen ca. 55 Prozent in diesem Jahr bekommen werden. Bei einem Winter wie diesem von 2010/2011 wird es wieder einmal deutlich, wie wichtig es ist, den Bau fertig zu stellen. Danke, wenn Sie uns weiter oder erstmals dabei helfen können.

Für Zelt 5 »Tschechien« benötigen wir dringend eine weitere Verlängerung von 10 mal 20 auf 10 mal 25 Meter, also eine »Variante d«. Diese kostet knapp 5.000 Euro und soll neben dem Projekt »Fertigbau der neuen Halle« das einzige Projekt 2011 sein.

250.000 € Zum einen sind viele Plätze statt rund eher länglich, zum anderen wird mehr Platz im Zelt gebraucht. Die so gewonnenen 50 Quadratmeter bringen etwa 50 weitere Sitzplätze. Das wiederum erhöht unsere Flexibilität und hilft uns, den Anforderungen der Einsatzorte ­gerecht zu werden.

115.000 €

Spendenbarometer

Impressum für diese Einheftung Herausgeber: Evangelisationswerk der Evangelisch-methodistischen Kirche • Redaktion: Pastor Wilfried Bolay, Sekretär für Evangelisation Fotos: Evangelisationswerk • Geschäftsstelle: Im Brühl 28–32, 89150 Laichingen, Telefon 07333 50-61/-62, Telefax 07333 21186 Spendenkonto: EmK Zeltmission, Volksbank Laichingen, BLZ 63091300, Konto 8570000 • www.evangelisationswerk.de


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Aufge nommen Bonlanden ::: am 12. Dezember Christian Kaczmarek (27). Echterdingen ::: am 5. Dezember Jessica Duppel (17), Saskia ­Duppel (20), Rainer Köller (28), Nathalie Kroer (19), Simone Lieb (41) und Manuel Reutter (16). Edewecht ::: Marc Pape (35), Adriane Schmid (30) und Renate Wellbrock (60). Hamburg-Eimsbüttel ::: am 19. Dezember Eusa dos Reis Cardoso (30). Henstedt-Ulzburg ::: am 2. Januar Jorina Kebernick (15) mit Taufe. Karlsruhe ::: am 29. November Juliana J. (39). Leer ::: am 3. Oktober Mareike Pohl (28) und Dina Willms (28). Sersheim ::: am 28. November Martin Büchner (49), Uta Büchner (46), Martina Schleihauf (31) und Tobias Schleihauf (37). Vaihingen/Enz ::: am 12. Dezember Gunther Brett (35).

S emi n are Stolpersteine auf dem Lebensweg ::: Umgang mit Krisen, EmK Kirchentellinsfurt, 29. Ja­ nuar, 9.30 bis 16 Uhr, Informa­ tionen unter Telefon 07121 601976. München :: EmK Erlöserkirche, 29. Januar, 10 Uhr, Münchener Chorhappening, Leitung: Holger Würth; 19.30 Uhr, Werkstattkonzert. Information und Anmeldung: Helga@ MartiniFamilie.de

Wi r gratuli eren Karlsruhe ::: Roland Göhler zum 90. Geburtstag. Pforzheim ::: Christel und ­Hermann Klingel zur goldenen Hochzeit.

Hei mgega n ge n Beilstein/Großbottwar ::: Hilde Wien am 15. Dezember, 86 Jahre. Berlin-Friedenau ::: Ilse Friedrich am 20. Dezember, 85 Jahre. Crottendorf ::: Joachim ­Häberlein am 20. Dezember, 81 Jahre. Detmold ::: Fritz Nagel am 5. Dezember, 95 Jahre. Dresden-Friedenskirche ::: Herta Eder am 27. November, 100 Jahre. Echterdingen ::: Hans Vitzthum am 30. November, 77 Jahre. Ellefeld ::: Lisbeth Dressel am 12. Dezember, 88 Jahre; Erich Schönfelder am 25. Dezember, 88 Jahre. Esslingen-Berkheim ::: Luise Herdtle am 28. Dezember, 101 Jahre. Esslingen-Hegensberg ::: Ruth Weissinger am 2. Januar, 83 Jahre.

Missionstag der OJK ::: 26. März, 10 bis 13 Uhr, Erlöser­ kirche Chemnitz (Dresdener Straße 111a). Information und Anmeldung per E-Mail: birgit.klement@emk.de

Run df un k im Internet radio m kompakt: Podcast-­ Magazin – engagiert. radio m im Gespräch: PodcastGespräche über den Glauben. radio m Themen: Berichte und ­Reportagen. radio m

persönlich Freiburg ::: Lisel Graf am 11. Dezember, 90 Jahre. Königswalde ::: Otto Beyer am 3. Dezember, 91 Jahre. Mössingen ::: Wilhelm Laux am 21. Dezember, 77 Jahre. Stuttgart-Wangen ::: Grete Weyh am 21. Dezember, 91 Jahre. Uhingen ::: Gertrud Steiner am 29. Dezember, 85 Jahre. Velbert ::: Ingetraud Voswinkel am 4. Dezember, 81 Jahre. Wolfsburg ::: Johannes Winarske am 30. November, 85 Jahre.

Nachruf Im hohen Alter von 93 Jahren ist am 2. Dezember 2010 die Pastorenwitwe Ida Quast gebo­ rene Kurtz heimgegangen. Ida Quast wurde am 3. Dezember 1917 in Kasala geboren. Sie wuchs in einer Familie mit 21 Kindern auf einem Bauern­ hof auf. 1940 heiratete sie in Cekow den Pastor der Evangeli­ schen Gemeinschaft Paul Quast. Am Ende des Zweiten Weltkrie­ ges musste sie mit zwei Kin­ dern von dort fliehen. In Grä­ fenhainichen trafen sich ihr Mann und sie und die Kinder

­ ndachten: ­Kostenlos zu A ­abonnieren: www.radio-m.de radio m bei Klassik Radio (bundesweit) Andachten »Carpe diem«: 24. bis 29.1., kurz nach 6 Uhr: mit Anja Kieser; Sonntagsmagazin »Klassik und ­Kirche«: sonntags, 7–8 Uhr: mit Anja Kieser.

Radio AREF – sonnund feiertags von 1012 Uhr. www.aref.de und UKW 92,9 MHz (Großraum Nürnberg)

nach seiner Kriegsverletzung und russischen Gefangenschaft wie­ der. Den Eheleuten Quast wurden dann noch vier weitere Kinder geschenkt. An der Seite ihres Mannes wirkte sie trotz der gro­ ßen Familie danach in den Ge­ meinden Genthin, Dresden (Zi­ onskirche), Magdeburg, Pots­ dam-Babelsberg, Potsdam-Dre­ witz und Kyritz und wieder in Magdeburg bis zum Ruhestand im Jahr 1970 mit. Dort lebte sie mit ihrem Mann bis 1993 und dann in Bonn. Nach dem Tod des Mannes am 8. Dezember 1995 zog sie zum Sohn Odwin nach Leipzig. Dort wurde sie bis zum Tod von ihm aufopferungsvoll gepflegt. Am 2. Dezember ging sie ruhig und sanft heim. Die Trauerfeier war am 9. Dezember auf dem Südfriedhof in Leipzig. Sie wurde von ihrem Sohn Gisel­ her Quast, Domprediger in Mag­ deburg, gehalten. Das Losungs­ wort des Todestages aus Psalm 89, Vers 2, stand im Mittelpunkt der Ansprache: » Ich will singen von der Gnade des Herrn ewig­ lich und seine Treue verkünden mit meinem Munde für und für«. Für die Evangelisch-methodisti­ sche Kirche sprach Pastor in Ru­ he Hans Michalski Dankesworte. Hans Michalski

wowannwas ERF 23.1., 10 Uhr, Gottes­ dienst aus der EmK Neu­ enhain, mit Cornelia Trick. 26.1., 21.30 Uhr, Hilfreiche ­Wegweisung, mit Horst Marquardt. Jeden Donnerstag, 20 Uhr, Bilanz, mit Horst Marquardt. ERF 1 (Fernsehen) 23.1., 10 Uhr, Gottes­ dienst aus der EmK Neuenhain, mit Cornelia Trick.


24 ::: Mission 2.0

Unternehmer mit klarem Profil Daniela Eberspächer-Roth und Manfred Roth führen ihr Unternehmen nach klaren ­christlichen Werten – und zwar aus ­Überzeugung und nicht, weil es Mode ist. Dafür haben sie kürzlich den Unternehmer-Preis der baden-württembergischen L-Bank erhalten.

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ird man zum Unternehmer geboren? Daniela Eberspächer-Roth lacht. »Nein – aber Gott traut einem gerade so viel zu, wie man tragen kann.« Und das war im Falle des Ehepaars Roth nicht gerade wenig: 1999 standen sie vor der Entscheidung, die Firma Profilmetall in Hirrlingen (bei Rottenburg/Neckar) zu übernehmen. Die DiplomBetriebswirtin arbeitete schon seit 1990 im Unternehmen, der Diplom-Ingenieur Manfred Roth seit 1992. »Es war ein großes Wagnis, aber die Alternative wäre gewesen, den Betrieb zu schließen«, erzählt Manfred Roth. »Und 35 Mitarbeiter mit ihren Familien kann man nicht einfach im Stich lassen.« Die beiden sahen eine Chance und die Perspektive für das Unternehmen. »Wir haben eine einfache Unternehmensphilosophie«, erklärt Daniela EberspächerRoth. »Wir bieten Kundennutzen, und wir wollen Freude an den Arbeitsergebnissen haben, dazu gehört auch ein angemessener Gewinn.« Der angemessene Gewinn sei wichtig, weil nachhaltig – kurzfristige Gewinnmaximierung dagegen nicht.

Mitarbeiterzahl verdreifacht Heute arbeiten mehr als 100 Menschen an zwei Standorten für Profilmetall. Im vergangenen Jahr – mitten in der Wirtschaftskrise – wurde sogar ein Maschinenbauunternehmen dazugekauft. Neben harter Arbeit steckt auch eine klare Strategie hinter dem Erfolg. »Wir haben uns gefragt, was unsere Stärke ist«, sagt Manfred Roth. »Und darauf haben wir uns konzentriert.« Die Stärke, das sind dünnwandige, sehr leichte Metallprofile – also gebogenes Blech – mit einer Materialstärke von 0,1 bis 3 Millimeter. Metallprofile stecken fast überall drin: etwa in Autos, Spielwaren, Haushaltsgeräten, medizinischen Geräten oder Möbeln. Trotz des Erfolgs ist das Unternehmerehepaar auf dem Boden geblieben. Zum Firmenjubiläum luden sie einen Redner ein, der über Dankbarkeit als Grundlage für ein zufriedenes Leben sprach. Und das ist für

­ aniela Eberspächer-Roth und Manfred Roth nicht D nur eine Floskel: Soziales Engagement gehört für sie zum Unternehmertum dazu – etwa für das »Seehaus« in Leonberg, wo straffällige Jugendliche eine Chance bekommen. Das sei aber keine Marketingmaßnahme, betont die Chefin. Vielmehr: »Um sich als Unternehmen sozial engagieren zu können, ist es eine wichtige Basis, dass die Hausaufgaben im Unternehmen erfolgreich gemeistert sind.«

»Vor Gott und den Menschen« Ihre Strategie schätzen nicht nur Kunden und Mitarbeiter, die Unternehmer haben auch einige Auszeichnungen erhalten. Zuletzt erreichten sie den ersten Platz beim »Landespreis für junge Unternehmen« der baden-württembergischen L-Bank. Prämiert werden dabei das Unternehmenskonzept, die Persönlichkeit, Vorbildfunktion und soziale Kompetenz der Unternehmer. »Der Preis ist für uns eine große Auszeichnung für den gegangenen Weg«, sagt Daniela Eberspächer-Roth. »Gleichzeitig ist er natürlich mit Erwartungen für die Zukunft verbunden.« Wobei das die beiden nicht umwirft. »Ich bin nicht auf der Welt, um nichts zu tun, sondern um meine Gaben einzusetzen«, sagt Manfred Roth. »Wir sehen unser Handeln in der Verantwortung vor Gott und den Menschen und orientieren uns an christlichen Werten.« Dazu gehören: Vertrauen, Respekt, Ehrlichkeit, Fleiß und Verlässlichkeit. »Also Verhalten, welches wir gerne von anderen erwarten, welches jedoch als Mensch nicht einfach selbst zu leben ist.« Insofern beeinflusse der persönliche Glaube das Unternehmer-Sein – auch wenn es, wie beide betonen, »christliche Unternehmen« nicht gibt. »Man kann ein Unternehmen als Christ führen, das ist aber keine Garantie für Erfolg.« Zuhause sind die 46-jährigen Unternehmer in der EmK-Gemeinde Bodelshausen. »Dort gibt es noch andere Unternehmer«, sagt Manfred Roth. »In dem gesunden Mix von Familien und Alt und Jung fühlen wir uns wohl und verstanden.«  Volker Kiemle

unterwegs 2/2011 ::: 16. Januar 2011


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