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10. Oktober 2010 ISSN 1436-607X

Magazin der Evangelisch-methodistischen Kirche

21/2010

»Generation Praktikum«: Wie junge Menschen in den Beruf finden Arbeits-Nomaden n

Die Suche nach der festen Stelle Seite 8

Weltweit sozial n

Die Arbeit der Heilsarmee Seite 10

Richtig starten n

Fünf Tipps für Berufseinsteiger Seite 11


2 ::: Vorweg

So erreichen Sie uns: Redaktion »unterwegs« Telefon 069 242521-150 E-Mail: unterwegs@emk.de Aboservice: 0711 83000-0

kurz gesagt Kürzungen beim ElternIn die Schusslinie der geld kritisiert die ­Diakonie. Amokläuferin in Lörrach Die von der Bundesregiegerieten zwei Baptisten. rung beschlossenen Kürzun­Pastor Jürgen Exner (48) gen beim Elterngeld gingen und Ernst Barth (69) waren vor allem zu Lasten ärmerer auf dem Gelände der GeFamilien, meint Kerstin meinde in Lörrach, als sie Griese, sozialpolitischer Vordie Explosion hörten. Sie stand des Diakonie-Bundeswollten helfen. Ohne Warverbandes. »Gerade in der nung schoss die 41-jährige sensiblen Phase der FamiliTäterin gezielt und traf engründung brauchen sozial ­Pastor Exner in den Rü­benachteiligte Menschen cken. Barth erhielt einen Unterstützung, um den Streifschuss am Kopf. ­Kindern einen guten Start ins Leben zu ermöglichen.« Religion sei ein Grundpfeiler der Demokratie Migranten aus Afrika hat der ehemalige Bundes­ordinierte der Bund Freiverfassungsrichter Paul kirchlicher PfingstgemeinKirchhof auf dem Deutden (BFP) am 27. September schen Juristentag gesagt, bei auf der Bundeskonferenz in dem in Berlin über ReligiWillingen/Upland. Sechs onskonflikte und staatliche Frauen und 57 Männer, Neutralität diskutiert wurüberwiegend aus Ghana de. Für einen freiheitlichen und Nigeria, wurden zu Staat seien »andere Quellen Pastoren/innen ausgebildet. des Ethos«, wie sie etwa die BFP-Präses Roman Siewert Religionen bieten, notwen­wertete dies als »gelungene dig. Der Staat müsse sich Integration.« darauf verlassen, dass es ­I nstitutionen wie ReligionsVersprechen zur Armutsgemeinschaften gäbe, die bekämpfung hat die BunAntworten auf die Sinnfrage desregierung nicht erfüllt, hätten, sagte Kirchhof weikritisiert »Brot für die ter. Der Staat benötige ein Welt«. Die bereitgestellten »Fenster zur Ethik«. GleichMittel der Bundesregierung zeitig fragte er: »Wer tritt lägen weit hinter den Zuan die Stelle der ­K irchen sagen, erklärte Cornelia und der Religion, wenn Füllkrug-Weitzel, Direkto­diese in Deutschland nicht rin von »Brot für die Welt« mehr kraftvoll sein sollzum Auftakt des Weltten?« Kirchhof sprach sich armutsgipfels der Vereinten für einen ReligionsunterNationen vom 20. bis 22. richt an den Schulen aus. September in New York. »Wenn junge Menschen die Die Absicht, Entwicklungschristliche Lehre nicht an zusammenarbeit stärker an den Schulen kennen lernen, außenpolitischen und wirtdann wird diesen Menschen schaftlichen Eigeninteressen dieses Grundrecht vorentDeutschlands auszurichten, halten.« sei das falsche Signal. Quellen: epd/idea/mip

T itelFoto: CC-ColLection

Einmal AEG, immer AEG. Es gibt sie noch, aber immer seltener: Menschen, die einem Betrieb eine Lehre gemacht haben und dann bis zur Rente dort arbeiten. Die Arbeitswelt hat sich verändert. Die »Generation Praktikum« erlebt es: Hochqualifizierte Akademiker finden keine feste Anstellung. Praktika, in den man erste Erfahrungen fürs Berufsleben sammeln wollte, werden zur unsicheren Dauereinrichtung. Uns als Kirche geht das etwas an. Es sind junge Menschen aus unseren Gemeinden, die so in den Beruf starten müssen. Ruth Weinhold beschreibt auf Seite 8 eindrücklich das Drama, keine feste Stelle zu finden: »Ich zweifelte an mir selbst und an Gottes Güte. Ganz zu schweigen von einer Berufung, die Gott für mich bereithält.« Wenn Menschen im Beruf stark unter Druck stehen, sollen sie in Gemeinden erfahren, dass Gottes Güte und Gnade nicht von den eigenen Fähigkeiten abhängt oder vom Personalchef. Als Kirche können wir der »Generation Praktikum« etwas bieten: Ein Netz von Gemeinden über ganz Deutschland verteilt. Die Familie Burkhardt, die »AkademikerNomaden« auf den Seiten 3 und 4, hat auf drei Stationen ihrer Lebensreise Gemeinden unserer Kirche positiv erlebt. Ja, sie sollen Anlaufpunkte sein, wo man schnell Kontakte knüpft, Freundschaften schließt und gemeinsam Glauben lebt – auch wenn man nicht weiß, wie lange man bleiben kann. Viel Freude beim Lesen wünscht Michael Putzke.


Auf dem Weg ins Berufsleben ::: 3

Akademiker-Nomaden auf der Suche nach ihrem Platz Hochqualifiziert, sprachenkundig, auslandserfahren, leistungsfähig – aber keine feste Stelle. Die »Generation Praktikum« lebt im Leistungsdruck. Es ist schwer, den eigenen Platz zu finden, besonders wenn man Familie will. Die Naturwissenschaftlerin Julia und der Historiker Mike Burkhardt zogen in zwölf Jahren sechsmal um und lebten in vier Ländern. Michael Putzke hat sie getroffen.

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taatsratsvorsitzender« sagte Mike Burkhardt schätzen. »Selbst die Eltern konnten einem nichts ohne Umschweife auf die Frage, was er als Kind raten«, ergänzt Mike. werden wollte, um dann schnell nachzuschieben: Er lernte beim Marktführer, der mit »Leistung aus »oder Hausmeister im Kindergarten, falls das mit dem Leidenschaft« wirbt – was durchaus zu Mike passt, sie Staatsratsvorsitzenden nicht klappt!« bei der Vereinsbank. Für Mike war das Ergebnis erEhrgeizig, witzig und ambitioniert ist der Histori- nüchternd: »Es war wie Planwirtschaft – und das kannker heute immer noch. In Karlte ich schon!« Er erlebte, wie einer Marx-Stadt geboren, machte er 1993 siebzigjährigen Frau ein Bausparverin Chemnitz Abitur. Der Fall der »Nach der Wende war da trag verkauft wurde, aus dem sie Mauer veränderte Namen der Städte eine große Ziellosigkeit. selbst nie einen Nutzen ziehen würde. und Straßen und eröffnete neue Perist für ihn zum Schlüsselerlebnis Selbst die Eltern konnten Dies spektiven. Seiner Frau Julia standen geworden. Um Pläne zu erfüllen, einem nichts raten.« im Nachwendedeutschland mit eiwurde nicht bedarfsgerecht beraten, nem guten Abitur viele Möglichkeiresümiert Mike. Wenn bis Mitte des ten offen. »Ich habe viel Kraft und will einen positiven Monats die veranschlagte Zahl der Sparpläne erfüllt Effekt auf die Welt haben«, sagt sie zu ihren Zielen. Es war, wurden nur noch Bausparverträge oder Verträge folgen sechs Umzüge in zwölf Jahren. Ausbildung, zum Festzinssparen verkauft. Da wurde ihm klar, das mehrere Studiengänge und wissenschaftliche For- hat keine Zukunft. schung in vier Ländern Europas haben der 35-Jährige Im Studium von Leipzig über Norwegen nach Kiel und seine Frau Julia hinter sich. Julia hatte die Karriere fest im Blick und studierte ab Berufstart: Banklehre in Chemnitz 1996 Jura in Leipzig. Mike schrieb sich für das Fach Auf der ersten Stufe der Karriereleiter haben Julia und Geschichte ein und hatte den Plan, in die Wissenschaft Mike sich kennen gelernt: Beide begannen 1994 eine zu gehen. Um ihren Horizont zu erweitern, gehen beide Banklehre. Die Kreditinstitute boten im vereinten 1998 für ein Studienjahr nach Bergen in Norwegen. Deutschland die Chance, die neue Zeit mitzugestalten. Zurück in Deutschland suchen sie einen neuen StudienSie wollte ins Leben hineinfinden, begründet Julia ihre ort. Sie entscheiden sich für Kiel, wo sie drei Jahre bis Entscheidung: »Nach der Wende war da eine große 2002 bleiben und eine Familie gründen. Die Töchter Ziellosigkeit.« Was ist richtig? Wo hat man gute Sannah und Maija werden geboren. Hier findet die Chancen im Beruf? Niemand konnte das richtig ein- Familie Anschluss an die EmK-Gemeinde vor Ort.

Die Familie Burkhardt wohnt jetzt in Göttingen: Thea, Mike, Maija, Sannah und Julia (von links). Foto: Udo C aspar i


4 ::: Auf dem Weg ins Berufsleben

Julia, die immer Karriere anstrebte, immer Leistung wünschen sich beide einen Platz in ihren Berufsbrachte, kommt an ihre Grenzen. Sie schließt ihr Jura- feldern. Julia bekommt eine Stelle am Max-Planck-Instudium ab, aber ihr wird klar: Das geforderte Arbeits- stitut in Potsdam und damit die Chance, zu propensum von 12 bis 14 Stunden als Juristin ist familien- movieren und in die Forschung einzusteigen. feindlich: »Kinder zu haben und sie gar nicht sehen Mike bewirbt sich überall im Großraum Berlin: in können, das geht nicht.« Sie wirft das Museen, in Sanssouci als ParkfühRuder herum. Sie wagt sich mit 28 rer, auf Verwaltungsstellen. Keine Jahren in ein ganz neues berufliches »Feste Stellen werden ganz Reaktion. »Nicht mal Absagen haFeld hinein und will Naturwissenpräzise ausgeschrieben, be ich bekommen!«, sagt er. Nur schaften studieren. seiner Bewerbung auf eine Juweil man schon bestimmte bei niorprofessur für Geschichte wurde Neustart in Kopenhagen ­Personen im Blick hat.« ihm gesagt, er sei überqualifiziert. Als Historiker nimmt Mike ab Zufällig erfährt er von einer be2003 eine Doktorantenstelle an der Universität in fristeten Stelle an der Universität Kassel. Nach einem Kopenhagen an und schreibt seine Habilitation. Die halben Jahr in Potsdam bricht die Familie die Zelte ab Familie zieht auf die schwedische Seite des Öresunds und zieht nach Göttingen, wo Julia wieder am Maxnach Lund, wo Julia mit Erfolg Mathematik und Planck-Institut arbeiten kann. Chemie studiert. »Die Naturwissenschaften schlugen Als Dozent blüht Mike auf. Seine Veranstaltungen bei mir voll ein«, erinnert sich Julia. sind gut besucht. Die Fachschaft empfiehlt seine Semi2005 wird die dritte Tochter Thea geboren. Wie in nare weiter. Gleichzeitig weiß Mike, eine feste Stelle Schweden üblich teilen sich beide Elternteile die Famili- als Historiker wird er vorraussichtlich nie finden. enarbeit. Als Mike 2006 einen Lehrauftrag als Privat- »Feste Stellen werden ganz präzise ausgeschrieben, dozent an der Universität Kopenhagen erhält, scheint weil man schon bestimmte Personen im Blick hat«, für ihn das Ziel zum Greifen nahe: eine Professur für sagt er. Die Bewerbungsverfahren seien letztlich nicht Mittelalterliche Geschichte – bis der Rotstift zuschlug offen. Um sich erfolgreich zu bewerben, muss man ein und zwei von vier Lehrstühlen gestrichen wurden. Netzwerk haben. Man muss empfohlen, ja protegiert werden. Zurück nach Deutschland Im Grunde genommen ist für Mike die Zeit im AusDie Familie sucht nach fünf Jahren in Skandinavien land jetzt von Nachteil. Der Markt für Historiker ist einen Weg zurück nach Deutschland. Und sie kleiner und härter geworden. Jetzt zählen Beziehungen. Er aber hat seine Verbindungen eher im Ausland, nicht hier in Deutschland. Für einen Historiker mit einen solchen ungewöhnlichen Berufsweg ist hier kein Platz. Da helfen auch die besten Noten und vorbildliche Leistungen in der Lehre nichts. Wenn die befristete Stelle an der Universität ausläuft, kann er sich was Neues suchen. Maximal sechs Jahre könnte er bleiben. Dann ist Schluss. Nebenher studiert Mike Sport, um später in den Schuldienst zu gehen. In der Forschung am Max-Planck-Institut ist Julia als dreifache Mutter mit über 30 Jahren eine Exotin. Auch sie passt nicht ins Raster. »Ich hätte nie gedacht, dass mein Alter jemals eine Begrenzung sein könnte«, meint Julia nachdenklich. Von den Kollegen wird es nie offen ausgesprochen, aber sie spürt das. In Schweden war das anders. Dort konnte man mit Mitte dreißig nochmal neu anfangen. Auch mit Familie ist Karriere in der Forschung kaum zu machen. Im Jahr 2008 bewirbt sie sich für den Schuldienst und beginnt ein Referendariat. Sie will endlich ankommen, eine feste Stelle haben. Im Frühjahr 2011 wird sie fertig sein. Lehrkräfte für Naturwissenschaften werden ja gesucht. Aber wo und wann es eine Stelle gibt, ist unklar. Dann werden die Sachen gepackt und die Nomaden ziehen weiter. mip


Auf dem Weg ins Berufsleben ::: 5

Qualifikation und Auftreten: Sich richtig bewerben Bewerbungsmappe, Zeugnisse, Vorstellungsgespräch. In wenigen Minuten entscheidet sich, ob man die Stelle bekommt oder nicht. Worauf kommt es an? Worauf achtet ein Personalchef? Gottfried Heubach ist einer. Er rät Bewerbern dazu, sich nicht »zu verkaufen«, sondern sich im Vorstellungsgespräch treu zu bleiben. Volker Kiemle hat mit ihm gesprochen. Wie sehr bestimmt die Vorstellung von einem neuen Mitarbeiter die Ausschreibung und auch die Auswahl? GOTTFRIED HEUBACH: Unser Geschäft ist Arbeit mit Menschen – »Banking is people« heißt das im Fachjargon. Deshalb steht der Mensch, den wir einstellen, im Mittelpunkt. Seine Persönlichkeit, wie er wirkt, was er mitbringt an Werten. Das alles ist uns sehr wichtig, und solche Persönlichkeitsmerkmale sind im Anforderungsprofil der jeweiligen Stellenbeschreibung ausdrücklich formuliert.

Foto: pr ivat

Welche Persönlichkeitsmerkmale sind da besonders wichtig? GOTTFRIED HEUBACH: Ganz oben steht Vertrauenswürdigkeit – und zwar so, dass man es dem Menschen auch abnimmt. Wichtig sind auch Entwicklungsreserven. Mitarbeiter sollten Neuem gegenüber aufgeschlossen sein und sich gegenüber Veränderungen nicht sperren. Risikobewusstes Denken und Handeln ist wichtig – vor allem im Kreditgeschäft und im Anlagegeschäft, wo es um die richtige Balance zwischen unternehmerischem Wagnis und dem Vermeiden von Risiken geht. Wenn Sie eine Stelle wiederbesetzen, ist ja das Bild des bisherigen Stelleninhabers bei der Neubesetzung zwangsläufig präsent. Was bedeutet das für die ­Auswahl? GOTTFRIED HEUBACH: Das kann natürlich in zwei Richtungen gehen. Wenn jemand klasse war, orientieren wir uns natürlich an ihm. Manchmal sucht man aber auch jemand, bei dem bestimmte Merkmale besser ausgeprägt sind, als beim Vorgänger. Dann leitet man von den Defiziten, die man beim Vorgänger erkannt hat, die Anforderungen für den Neuen oder die Neue ab. Dabei helfen die ausformulierten Stellenprofile und -anforderungen, die Auswahl auf eine sachliche Grundlage zu stellen. Letztlich lässt sich aber nicht ausschließen, dass man mit dem Vorgänger vergleicht.

Gottfried Heubach: »Bewerber müssen vertrauenswürdig sein«

Auch deshalb will ja die Bundesfamilienminsterin nur noch anonyme Bewerbungen zulassen … GOTTFRIED HEUBACH: Da ging ja umgehend ein Sturm der Entrüstung durch die Medien. Diesem schließe ich mich uneingeschränkt an. Wenn ich Persönlichkeiten einstellen will, muss ich wissen, wer sich bewirbt.


6 ::: Auf dem Weg ins Berufsleben

Was machen Sie zuerst, wenn Sie eine Bewerbung vor sich haben? GOTTFRIED HEUBACH: Für mich ist der Berufswerdegang die zentrale Aussage einer Bewerbung. Daran kann ich sehen, was der Bewerber schon gemacht hat, ob der Berufsweg schlüssig ist und passend für die Stelle, die wir besetzen wollen. Bei einem Berufsanfänger schaue ich natürlich auf schulische Laufbahn – auch daran lässt sich vieles ablesen. Arbeitszeugnisse stehen für mich in der Bewertung eher weiter hinten – auch wenn sie von Bewerbern sehr hoch bewertet werden. Die gesetzliche Vorgabe, dass Arbeitszeugnisse von Wohlwollen geprägt sein müssen, relativiert ihre Aussagekraft. Bewerber, so raten viele Experten, sollen sich im ­Vorstellungsgespräch möglichst gut präsentieren und verkaufen. Was ist Ihnen denn wichtiger: ­Qualifikation oder das Auftreten eines Bewerbers? GOTTFRIED HEUBACH: Ich sehe da kein Entweder-Oder. Wir brauchen beides. Grundlage ist sicher die Qualifikation – wer die nicht hat, scheitert häufig. Aber letztlich entscheidend ist, ob jemand als Person zu uns passt. Dazu zählt in einem Dienstleistungsunternehmen auch das Auftreten. Allerdings halte ich gerade in diesem Zusammenhang »sich gut verkaufen« für die falsche Strategie. Vor allem jungen Bewerbern raten wir, sie selbst zu sein und sich selbst auch im Vorstellungsgespräch treu zu bleiben. Alles andere kann man nicht durchhalten, und dann ist man spätestens nach der Probezeit wieder weg. Das gilt auch andersherum: Nur wer sich selbst treu bleibt, kann im Bewerbungsverfahren herausfinden, ob er zu der Firma passt, in der er sich bewirbt. Die Kreissparkasse bildet ja viel aus. Was unterscheidet die Schulabgänger des Jahres 2000 von denen des Jahres 2010? GOTTFRIED HEUBACH: Was deutlich abnimmt, sind Grundkenntnisse im Schreiben und Rechnen. Darauf wird nach meiner Beobachtung in der Schule weniger Wert gelegt. Dafür können die Schulabgänger von heute viel besser präsentieren. Früher hatten wir in der Ausbildung großen Wert auf Projektpräsentationen gelegt. Das können die Schüler heute bereits perfekt. Ansonsten stellen wir fest, dass mehr junge Menschen psychosoziale Probleme haben. Dass Auszubildende Überlastungssymptome zeigen und zum Teil sogar klinisch behandelt werden müssen, das gab es nach Zur Person Gottfried Heubach leitet seit 2001 die Personalabteilung der Kreissparkasse Waiblingen. Zuvor hat er als ­Abteilungsleiter den Bereich Personalentwicklung in der Kreissparkasse maßgeblich entwickelt. Der 53-Jährige engagiert sich in der Evangelischen Kirche, vor allem in einer großen diakonischen Einrichtung.

meiner Erfahrung früher nicht. Es sind zwar immer noch wenige Einzelfälle, aber ich beobachte eine steigende Tendenz. Wählen Sie eher den Bewerber, der schon gut ist, oder den, dem Sie eine Chance geben wollen? GOTTFRIED HEUBACH: Unser Ziel ist, möglichst im umfassenden Sinn gute Bewerber zu bekommen. Jemand weniger geeignetem »eine Chance zu geben«, wie Sie es formulieren, beinhaltet schon von Anfang an die Möglichkeit des Scheiterns. Und das ist für beide Seiten problematisch. Hier Kompromisse zu machen, das hilft in der Regel niemandem. Außerdem lässt sich bei 800 Bewerbungen für 50 Ausbildungsplätze mit dem Prinzip »Chance« nicht arbeiten, weil man mit jedem Kompromisskandidaten automatisch einen besser geeigneten Bewerber ausschließt. Wie gehen Sie damit um, wenn Sie einem von zwei gleich guten Bewerbern absagen müssen? GOTTFRIED HEUBACH: Das kommt erstaunlich selten vor! Die Menschen sind so vielfältig, dass man fast immer eine klare Rangfolge in einer Bewerbergruppe bilden kann. Relativ gesehen gibt es immer jemand, der am besten auf die Stelle passt. Die Suche nach der oder dem Besten kann natürlich sehr schwer sein, und manchmal ist sich das Auswahlteam auch nicht einig – jeder hat sein eigenes Bild und seine eigene Bewertung des Bewerbers. Dann muss man eben bestimmte Aspekte gewichten und sich entscheiden, was einem wichtiger ist. Was passiert, wenn kein Bewerber in das Profil passt? Manche Experten schlagen ja vor, zuerst nach der Person und dann nach der passenden Aufgabe zu suchen ... GOTTFRIED HEUBACH: Das geht bei uns nicht. Wir haben eine vorgegebene Aufgabe, eine offene Stelle, und dafür suchen wir einen Mitarbeiter. Anders ist es bei Auszubildenden. Da schauen wir bei der Einstellung auf die Person, wen wir haben wollen, und im Lauf der Ausbildung zeigt sich, für welche Aufgabe sie oder er geeignet ist. Welche Rolle spielt ihr christlicher Glaube in einem Bewerbungsverfahren? GOTTFRIED HEUBACH: Vordergründig keine, eine Auswahlentscheidung ist von definierten Kriterien her geprägt. Allerdings entscheiden wir uns für Menschen, für Persönlichkeiten. Dabei spielen gemeinsame Wertvorstellungen eine wichtige Rolle. Und diese Wertvorstellungen sind bei mir von meinem Glauben her geprägt und beeinflussen so den Umgang miteinander und mittelbar auch die Auswahlentscheidung. Deshalb bin ich sehr dankbar, dass ich zu den Werten, die unsere Unternehmenskultur prägen, auch als Christ gerne »Ja« sagen kann und es deshalb für mich zu keinen grundlegenden Werte-Konflikten kommt.


foto: York schön

Wir haben ganz verschiedene Gaben, so wie Gott sie uns in seiner Gnade zugeteilt hat. Römer 12,6

Wort auf den Weg ::: 7

Von Gott begabt sein Gaben miteinander teilen

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ensch, kann sie gut singen!«, sagt Gisela zu mir. Aber sie wird es Helga nicht weitergeben, die heute im Chor ein Solostück beiträgt. Ich weiß auch warum: Sonst bildet sie sich was darauf ein! Kaum ein Mensch traut sich offen zu sagen: »Das mache ich gerne; dafür habe ich eine Begabung!« Die Angst, dass man für eingebildet gehalten wird, ist zu groß.

Jeder Mensch ist begabt Viele Begabungen bekommen wir in die Wiege gelegt – wie Geschenke. Wir erben sie von Mutter oder Vater. Talente können sich entfalten, weil die Eltern es zeitlich oder finanziell möglich machen. Andere Gaben werden nicht entdeckt, weil sie in den Augen der Umgebung nichts wert scheinen. Auch die Bibel spricht von Geschick, das Menschen besitzen. Beim Bau des Tempels werden Handwerker besonders herausgestellt, weil sie eine große Fertigkeit im Umgang mit Holz, Stein oder Metall beweisen. König Salomo hat Weisheit als besondere Gabe von Gott geschenkt bekommen. Es gibt ganz unterschiedliche Gaben, schreibt der Apostel Paulus den Christen in Rom: Die einen können die Worte Gottes auslegen; andere können zum Glauben anleiten; wieder andere können fürsorglich sein und trösten; manche sind gastfreundlich und offen. Jedoch gilt für alle Begabungen: Sie sind uns von Gott geschenkt worden. Gaben sind zum Weitergeben Eine Gabe findet ihren Sinn in der Unterstützung anderer. Wer die Gabe der Fürsorglichkeit hat, kann sein Talent nur in der Fürsorge an anderen Menschen einsetzen. Die Bibel sagt nicht nur, dass Gott durch seinen Heiligen Geist alle Begabung schenkt, sondern welche Absicht er mit diesem Geschenk verbindet:

»An jedem und jeder in der Gemeinde zeigt der Heilige Geist seine Wirkung in der Weise und mit dem Ziel, dass alle etwas davon haben« (1. Korinther 12,7). Das heißt: Jede und jeder ist begabt! Du bist begabt! Ja, dich hat Gott mit Fähigkeiten begabt, die für andere eine Hilfe sein sollen. Kennst du deine Gabe? Häufig begegnen wir unserem Talent, wenn wir um Hilfe gebeten werden. Andere spüren unsere Fähigkeiten besser. Scheue dich deshalb nicht, einen guten Freund, eine gute Freundin zu befragen: Was denkst du, was meine Begabungen sind? Das braucht Mut. Aber es lohnt sich. Wir werden so unserer Talente sicherer und können sie gezielt für andere nutzen. Gott bewahrt davor, sich auf die eigenen Begabungen etwas einzubilden. Wie? Indem er uns mit seinem Geist Liebe schenkt: »Gottes Liebe ist in unsere Herzen ausgegossen durch den Heiligen Geist, den er uns geschenkt hat« (Römer 5,5). Die Liebe wird in der Bibel als die größte und wichtigste Gabe angesehen. Sie zeigt uns, dass wir die Gaben des anderen brauchen und sie bewahrt mich vor dem Neid und dem Vergleichen: Ist der andere besser als ich? Gottes Liebe lässt uns begreifen, dass wir Beschenkte sind und keinen Grund für Neid haben. Durch die Liebe ist es uns möglich, Hilfe von anderen anzunehmen, ohne sich klein zu fühlen. Überhaupt kann es nur durch die Liebe geschehen, einander zu danken. Der Nächste versteht dann, mit welcher Fähigkeit er andere bereichert. Wir erleben die Freude, Gaben gerne zu teilen und merken wie uns dies immer reicher macht. Reich an Freude. Reich an Vertrauen. Reich an Liebe.

tHOMAS mOZER ist Pastor im Bezirk Wüstenrot-Neuhütten und Redakteur von »für heute«. www.impulse-fuer-heute.de


8 ::: Auf dem Weg ins Berufsleben

Der Knick im Lebenslauf Veränderte Arbeitsbedingungen haben im letzten Jahrzehnt die »Generation Praktikum« ­hervorgebracht, vielen jungen Menschen aber auch Arbeitslosigkeit beschert. Die meisten von ihnen starten natürlich irgendwann doch ihre berufliche Laufbahn. Allerdings machen sie sich öfter als früher selbstständig, damit das gelingt. Ruth Weinhold erzählt von den ­Höhen und Tiefen, die sie beim Berufseinstieg erlebt hat.

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bwohl ich ziemlich gut in der Schule war, hatte ich in meiner Abiturzeit Angst vor dem Leistungsdruck. Nicht vor konkreten Forderungen im Schulstoff, aber vor einem diffusen Leistungswahn, den ich irgendwo »da draußen« spürte. Unzählige Praktika, zwei Jahre Arbeitslosigkeit und (fast) zwei Studienabschlüsse später, bin ich noch nicht dagegen immun.

Bin ich gut genug? Angefangen hat das mit Stellenanzeigen in den großen Zeitungen. Da wurden belastbare, flexible, junge Menschen gesucht, die Auslandsaufenthalt, Arbeitserfahrung und exzellente Ausbildungsabschlüsse mitbrachten. Wie sollte das gehen? Alle guten Voraussetzungen, die ich hatte, schienen nie zu genügen. Es ist wie in der Werbung: In Stellenanzeigen muss alles noch mehr glänzen, als es in Wahrheit tut. Ich bewarb mich nicht, denn ich dachte, so wie ich bin, bin ich nicht gut genug. Aber ich testete in mehreren Praktika, wie sich der Arbeitsalltag anfühlt. In der Redaktion einer Lokalzeitung war ich dem cholerischen Chefredakteur ausgeliefert und in einem Verlag fand ich es langweilig, aber eine kleine Radioagentur gefiel mir. Vor allem, weil ich eigene Beiträge fürs Radio produzieren durfte. Von Anfang an wurde mir sehr viel zugetraut und Verantwortung übertragen. Ich blieb in der Radioagentur. Die Verantwortlichen suchten genau jemanden wie mich, eine Bewerbung musste ich nur pro forma schreiben. Es waren Jahre des Wirtschaftswachstums, alles schien mir möglich und mein Gottvertrauen war groß. Und entgegen meiner früheren Befürchtungen, habe ich keinen einzigen Tag erlebt, an dem ich nicht gerne zur Arbeit gegangen bin. Arbeitslos: Typisch und ein Drama Dann wurde ich das erste Mal arbeitslos. Mit den Jahren merkte ich, dass das typisch für meine Generation ist, dieser Knick im Lebenslauf. Für meine

Familie war das nicht so klar. Für sie war es ein Drama. Für mich natürlich auch, denn eine sinnvolle Tätigkeit auszuüben ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Wer keine Anerkennung durch Arbeit bekommt, fühlt sich sinnlos. Alle meine Freunde, die das auch erlebt haben, erzählen davon, wie verletzend es ist, wenn jemand sagt: »Die wollen doch gar nicht arbeiten.« Mit der Sinnlosigkeit kamen die Zweifel, ob das alles so richtig ist mit dem Gott, der einen Plan für mein Leben hat. Ich zweifelte an mir selbst und an Gottes Güte. Ganz zu schweigen von einer Berufung, die Gott für mich bereithält. Schließlich entschloss ich mich für ein Studium, im Moment bin ich in der Endphase meines Masterstudiums in Journalistik. Doch im Studium nahm der Leistungsdruck wieder zu: Wir mussten Punkte und gute Noten sammeln, die Kritik der Dozenten war scharf, denn das sei »im echten Leben« auch so. In den Ferien buhlten wir um Praktikumsplätze. Dabei brachten mir die meisten Praktika ziemlich wenig, weil ich als kostenlose Arbeitskraft oft langweilige Dinge erledigen musste, bei denen ich nichts Neues lernte. Aber dann war doch ein Praktikum dabei, bei dem ich eigenverantwortlich arbeiten konnte. Das wurde zum Türöffner für mich. Inzwischen arbeite ich als freie Journalistin für ein öffentlich-rechtliches Kulturradio und hin und wieder schreibe ich für Zeitschriften oder Zeitungen. Wenn ich in der Redaktion des Senders bin, erlebe ich keinen Leistungsdruck, sondern Kollegen, die mit mir an meinen Texten feilen. Am Ende sehe ich konkrete Ergebnisse von meinem Tun, kann meine Beiträge im Radio hören und meine Artikel in Zeitschriften lesen. Das fühlt sich gut an und steigert das Selbstwertgefühl. Auch dann, wenn ich unter Zeitdruck arbeiten muss, denn dann sehe ich, dass ich Herausforderungen auch bewältigen kann. Manchmal denke ich jetzt, dass Gott doch mein Leben mit einem roten Faden durchzieht. Manches fügt sich zusammen, was lange keinen Sinn ergab.


foto: Cl aus Arnold

Auf dem Weg ins Berufsleben ::: 9

Arbeitskultur ist familienfeindlich Zwei meiner Kommilitoninnen arbeiten in Redak- braucht man lange, bis man eine unbefristete Ansteltionen von Tageszeitungen, nicht selten zehn Stunden lung bekommt. Bis dahin muss man sehr viel arbeiten am Tag. Nicht, dass sie nicht belastbar wären, aber sie und oft alle zwei, drei Jahre umziehen. fragen sich, wie sie das auf Dauer aushalten sollen. Wieder dieses Leistungsdenken: Besser sein als die Beide pendeln, eine von ihnen hat ein Kind, das sie anderen, noch mehr geben, immer erreichbar sein, nur am Wochenende sieht. nichts verpassen – vielleicht klappt es Für Frauen mit Kindern ist der Ardann mit dem unbefristeten Job. Aber »Ich zweifelte an beitsalltag immer noch mit größeren es gibt Zahlen, die dieses Denken umHindernissen verbunden, denn die kehren: In Deutschland hat jedes fünfmir selbst und bisherige männliche Arbeitskultur ist te Unternehmen generell Schwierigan Gottes Güte.« nicht gerade kinderfreundlich und keiten, die passenden Fachkräfte für Frauen werden immer noch schlechter seine freien Stellen zu finden, so eine bezahlt als Männer. Bis zu 3000 Euro im Jahr ver- Umfrage der Industrie- und Handelskammer. Nur 30 dienen Männer schon beim Jobeinstieg mehr – beim Prozent besetzen ihre freien Arbeitsplätze problemlos. selben Studienabschluss. Wenn Frauen dann eine Er- Denn es gehen mehr alte Menschen in Rente als junge ziehungspause einlegen, gewinnen die Männer einen Qualifizierte nachkommen. weiteren Lohnvorsprung, auch dadurch, dass sie Da habe ich zum ersten Mal das Gefühl, der Leisschneller befördert werden als Frauen mit Kindern. tungsdruck ist ein Merkmal meiner Generation. Wir Wenn Frauen überhaupt eingestellt werden. Auf sind damit aufgewachsen, dass nicht genug Arbeit für alle Bewerbungen nach meinem ersten Studienab- alle da ist. Doch bald könnte das Gegenteil der Fall schluss kam nie eine positive Antwort. Irgendwann sein. Schulabgänger müssten nicht mehr berechnend leuchtete mir ein warum: Ich war für Arbeitgeber im sein bei der Berufswahl. Sie müssten auch nicht in den gefährlichen gebärfähigen Alter. ewigen Kampf mit ihren Mitbewerbern treten. Ein Jetzt plane ich einen weichen Start in den Berufs- befreiender Gedanke, der vielleicht das Leistungsalltag: Nach meinem Studienabschluss möchte ich denken vertreibt. weiterhin als freie Redakteurin arbeiten, dann muss ich nicht 10 Stunden am Tag schuften, aber ich kann. Und wenn ein Kind kommt, kann ich langsam wieder einsteigen. Das funktioniert aber nur, weil mein zuRuth Weinhold künftiger Mann fest angestellt ist, und genug Geld für studiert Journalistik in Leipzig. uns beide verdient. Nur: Seine Stelle ist befristet. Er ist Daneben ist sie als freie Journalistin tätig. Naturwissenschaftler und im Wissenschaftsbetrieb


10 ::: VEF - Kirchen im Portait

Die Heilsarmee - weltweit im Namen Christi helfen An der Uniform erkennt man sie sofort. Die Mitarbeiter der Heilsarmee wollen erkannt werden. Menschen in seelischen, geistlichen und materiellen Nöten können sich an die Heilsarmee wenden. Vor allem in sozialen Brennpunkten ist die Heilsarmee tätig. Sie versteht sich als »Freikirche mit ­ausgeprägtem sozialen Gewissen«. Ihre Wurzeln liegen im Methodismus.

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egründet wurde die Heilsarmee von William Booth. Am 10. April 1829 in Nottingham (England) geboren wurde Booth schon in seiner Kindheit mit Armut konfrontiert. Mit 15 Jahre schloß er sich den Methodisten an. Er erkannte die soziale und geistliche Not seiner Umwelt, besonders in den Slums im Osten von London. Mit 36 Jahren gründete Booth 1865 die »Ost-Londoner Christliche Erweckungsgesellschaft«, die an verrufenen Kneipen Gottesdienste feierte, an Theaterplätzen, Straßen und Gassen. Die Missionsbewegung war straff organisiert. 1878 entstand der Name »Die Heilsarmee« und William Booth war ihr »General«. Die Gemeinden hießen von nun an »Korps«, die hauptamtlichen Mitarbeiter »Offiziere«. Angehörige der Heilsarmee sind Menschen, die diese Freikirche als ihre geistliche Heimat ansehen und die Ziele der Heilsarmee mit tatkräftiger Hilfe und mit ihrem Geld unterstützen: Das Evangelium von Jesus Christus zu predigen und menschlicher Not ohne Ansehen der Person zu begegnen. »Heilssoldaten« nennt man die ehrenamtlichen Mitarbeiter, die nach einer persönlichen Entscheidung für Jesus Christus und einer Unterweisung, Gott als Soldaten der Heilsarmee dienen wollen. Als Zeichen dieser Verpflichtung tragen sie die Uniform. Sie versprechen, jeden Einfluss zu meiden, der Geist und Körper schädigen könnte. Sie verpflichten sich, keinen Alkohol, Tabak oder andere Drogen zu sich zu nehmen.

Die Heilsarmee in Deutschland 1886 begann in Stuttgart die Arbeit der Heilsarmee in Deutschland. Das Nationale Hauptquartier befindet sich in Köln. Rund 4000 Mitglieder werden von 85 Offizieren betreut. Bundesweit gibt es 45 Korps und 42 diakonische Einrichtungen. Die Schwerpunkte liegen in der Arbeit mit Obdachlosen, mit Kinder und Jugendlichen sowie mit Senioren. Dazu zählen Wohnheime mit mehr als 1600 Betten für Männer, Frauen und Jugendliche, Altersheime, Seniorenwohnungen

Die Uniform macht die Heilsarmee-Mitarbeiter für Menschen ­erkennbar. Als Dienstkleidung hat sie Schutzfunktion. Hier im Bild die Landesleiter Horst und Helga Charlet. Foto: PR I VAT

und Sozialzentren sowie ein Ferien- und Schulungszentrum. Die Heilsarmee in Deutschland hat den Rechtsstatus einer »Religionsgemeinschaft des öffentlichen Rechts«. Neben ihrer Mitgliedschaft in der VEF ist sie Mitglied im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland, in der Deutschen Bibelgesellschaft und in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen und arbeitet in der Deutschen Evangelischen Allianz und im Weltgebetstagskomitee mit. Die Heilsarmee kennt keine Sakramente wie Taufe und Abendmahl.

133 Gemeinden der Heilsarmee in Pakistan In 175 Sprachen und in 118 Ländern der Erde verkündigt die Heilsarmee das Evangelium. Zu den Anlaufstellen der Heilsarmee kommen Menschen mit unterschiedlichen sozialen Problemen und geistlichen Nöten – weltweit in rund 15000 Korps und mehr als 4000 Sozialeinrichtungen. Seit mehr als 120 Jahren ist die Heilsarmee in Pakistan aktiv. Es gibt dort 133 Gemeinden und sieben soziale Einrichtungen, die in der Flutkatastophe helfe. www.heilsarmee.de


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verboten 1. Im Hier und Jetzt arbeiten: Hadern »eigentlich« Sie kennen auch den Kollegen, der Sie sind lte? wol was ganz anderes machen die sich , nsch Me te vielleicht selbst von der Sor ganze die das und zu Höherem berufen fühlt lässt? sen wis fs Che Firma inklusive regelmäßig en) Leb im h auc d (un Lassen Sie’s: Wer im Beruf r ode en asst verp nie erfolgreich sein will, darf Das n. uer htra nac nicht erreichbaren Wegen und auf die frustriert, lähmt, macht griesgrämig ß machen. Spa r abe Dauer krank. Arbeit muss eber ein eitg Arb und Sonst haben Arbeitnehmer lässt, en lick chb dur Problem. Auch wer immer in ist t zier alifi rqu dass er eigentlich völlig übe Auf eren höh e kein t seinem Job, wird bestimm au gen man de wur gaben bekommen. Schließlich llt und hat für eine bestimmte Aufgabe eingeste Dauer des die Für sich auch dazu verpflichtet. ch auf abpru Ans r Vertrags hat der Arbeitgebe ja auch das d wir hrt solute Loyalität – umgeke erwartet. mjob in der Dabei muss klar sein, dass der Trau geht auch Es st: Tro Regel eben ein Traum ist. Der in der Job eren and m ohne! Man kann mit eine einer in n sitio mpo Traumbranche oder in der Trau er nch Ma . sein h klic ganz anderen Branche glüc und rs nde woa z gan h Berufseinsteiger landet auc er, als nach ist trotzdem zufrieden. Alles ist bess zu hängen. ife chle rtes der Ausbildung in der Wa chender pre ents mit Nach ein paar Jahren und st ganz mei ten sich Aus Berufserfahrung sehen die anders aus.

Abschluss, Bewerbung, erste Arbeitsstelle: Mit dem Einstieg ins Berufsleben ist eine wichtige Hürde im Leben gemeistert. Was aber, wenn es nicht der Traumjob oder die ­lebenslange Anstellung ­geworden ist? Halb so wild, sagt Rainer Eisele. Der ehemalige ­Industrie-Manager hat viel Erfahrung und ­berät Menschen und Unternehmen. In »unterwegs« verrät er fünf praktische Tipps für Berufs­einsteiger. Volker Kiemle hat sie aufgeschrieben.

2. Die Firma und ich: Was mache ich hier eigen tlich? Sie haben den Job beko mmen, weil die Chefs glauben , dass mit Ihnen das Unternehmen erfolgreicher sein wird. Nich t mehr und nicht weniger. Sie müsse n herausfinden, welches Ihr Beitr ag zum Unternehmenserfolg sei n soll – und was sie dazu tun od er lassen müssen. Es arbeitet sic h viel besser, wenn diese Fragen gek lärt sind. Dazu gehört auch eine gut funktionierende Selbsteinsch ätzung. Denn wer Aufgaben üb ernimmt, die er sich nicht zutraut oder für die er fachlich absolut nicht vorbereitet ist, wird scheit ern. Bluffen bringt also nichts – sch on gar nicht im Vorstellungsg espräch.


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3. Den Sinn suchen: Kadavergehorsam unerwünscht Die Frage »Was soll ich tun?« ist schon mal ein guter Anfang im Beruf. Aber viel wichtiger ist zu wissen, ­warum gerade das zu tun ist und nicht etwas anderes. »Aufgaben übernehmen statt Anweisungen auszuführen« heißt die Devise. Dazu muss man sich klar machen, in welchen übergeordneten Zusammenhang die eigene Tätigkeit gehört. »Wer nicht fragt, bleibt dumm« – diese alte Regel aus der »Sesamstraße« gilt hier ganz ­besonders: Nur wer die Aufgabe verstanden hat, kann sie auch erledigen – zur eigenen und zur Zufriedenheit des Arbeitgebers. Emotionale Aussagen von Chefs wie »Sorgen Sie dafür, dass der Außendienst anständig arbeitet« sind zwar nicht selten, verlangen aber nach einer ­Erklärung. Dabei muss sich auch ein Berufs­ einsteiger nicht scheuen, nachzufragen. SachProbleme lassen sich lösen – wenn man auf der Sachebene bleibt und auch Emotionen sachlich hinterfragt. Und oft hat man als Neuling einen klareren Blick – und wurde auch genau deswegen eigestellt.

5. Schummeln verboten: Ehrlich währt am längsten Gefahr, Gerade Berufseinsteiger sind in der h wenn auc r Abe sich korrumpieren zu lassen. en will e rier es verlockend ist, um der Kar chen uma mitz e Mauscheleien zu tolerieren, dies : agen ertr zu fs oder die fiesen Launen des Che re inne die aus, er Langfristig zahlt es sich imm ahren. und äußere Unabhängigkeit zu bew Hieder e Dieses Berufsethos ist keine Frag bleibt, treu st rarchie. Denn nur wer sich selb nce, Cha zur hin kann seinen Weg gehen – bis man n kan r den Traumjob zu erreichen. Hie halten: sich an den Dichter Theodor Storm ? Der ach dan »Der Eine fragt: was kommt also Und / Andere fragt nur: ist es recht? Knecht.« dem unterscheidet sich der Freie von

Zur Person Dr. Rainer Eisele (65) war bis September 2005 Vorstands­ mitglied der ThyssenKrupp Automotive AG. Seither engagiert er sich als Aufsichtsrat in zahlreichen mittelständischen ­Unternehmen und berät Menschen und Firmen in unternehmerischen Fragen. Zudem ist Eisele Mitglied im Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer.

Analyse 4. Irren ist menschlich: Besser durch und ProWo gearbeitet wird, gibt es Fehler ist, wie htig Wic . rlich natü bleme. Das ist ganz eiger inst ufse Ber ade Ger man damit umgeht. in r ede entw en ach sind versucht, die Urs oder in selbstgeißelnder Weise nur bei sich eren and den bei nur überheblicher Weise Firma der ren ktu Stru den beziehungsweise in den i »Be tto: Mo dem h zu suchen. Frei nac herausStrukturen kann nichts Gescheites Viel h. reic hilf t nich ist kommen.« Beides das wo n, elle zust fest besser ist, genau zu und n kan n löse es man ­Problem liegt, wie sich t läss es nch Ma ist. ig wer dafür zuständ Vormit nur eres and n, im Kollegenkreis löse mit nur gs rdin alle man te gesetzten. Dort soll n. che spre vor n läge rsch svo konkreten Lösung die in t nich sich und kert Wer immer nur mec t weder Lage des Chefs versetzen kann, hilf ter. wei st selb der Firma noch sich

brief Frei zu sein ist allerdings kein Frei . deln han zu dafür, nach Lust und Laune dass , sein usst Vielmehr gehört dazu das Bew ist. ens Leb des Arbeit ein fester Bestandteil das s das Wer fest davon überzeugt ist, tfindet, ­Leben nur außerhalb der Arbeit stat riereKar cher lähmt sich selbst – egal, in wel hat sein zu ätig oder Hierarchiestufe. Berufst uns den mit letztlich damit zu tun, wie wir ei führt anvertrauten Talenten umgehen. Dab selbst sich zu ich kein Weg daran vorbei, ehrl Aufne mei ist s zu sein. Die Grundfrage »Wa s mus h?« ntlic gabe und was mache ich eige ntbea ich ehrl jede und jeder für sich selbst stanworten. Das ist im Übrigen ur-prote tisch.


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Auftanken statt ausbrennen – was glücklich macht

Foto: Rainer Sturm/Pixel io, montage: Cl aus Arnold

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or acht Jahren wollte man in einer Umfrage von Menschen zwischen 40 und 85 Jahren, das heißt ab der Lebensmitte, wissen, was ihre wichtigsten Ziele für die Zukunft seien. Die Mehrheit von 4000 Befragten antwortete: ● »Ich hätte gern mehr Zeit für mich selbst« ● »Ich würde gerne ruhiger, gelassener und bewusster leben« ● »Ich hätte gern mehr Zeit für Beziehungen« ● »Ich hätte gern mehr Zeit, um anderen helfen zu können«. Ich glaube nicht, dass die Antworten heute, acht Jahre später, wesentlich anders ausfallen würden. Die Sehnsucht, die in diesen Wünschen zum Ausdruck kommt, könnte man als die Sehnsucht nach »mehr Sein« bezeichnen, und zwar konkret nach mehr InBeziehung-Sein: sowohl in tieferer Beziehung zu sich selbst als auch zu den Mitmenschen. Offenbar haben die meisten Befragten sich ein Gefühl dafür bewahrt, was wirklich satt macht. Ihre Sehnsüchte weisen auf Defizite hin, und diese Defizite bestätigen indirekt jene alarmierenden Erkenntnisse, die der Psychologe und Philosoph Erich Fromm schon 1976 in seinem Buch »Haben oder Sein« beschrieben hat. Fromm geht davon aus, dass es zwei grundlegend verschiedene Daseinsformen gibt: Den Modus des Habens, wo der Mensch vom Besitzenwollen und Konsumzwang bestimmt ist, und den Modus des Seins, wo er sich auf die wahren Werte besinnt, die seinem Leben Sinn und Inhalt geben. Sie haben reichlich wenig mit Luxus oder viel Besitz zu tun haben. Doch in einer freien

Marktgesellschaft, sagt Erich Fromm, wird der Mensch selbst immer mehr zur Ware, die einen gewissen Marktwert hat (abhängig von Qualifikation, Erfolg, Prestige, Gesundheit etc.). Wenn jeder nun danach strebt, diesen Marktwert möglichst hoch zu treiben bzw. möglichst lange auf hohem Niveau zu bewahren, so führt dies zu einem extrem von außen gesteuerten Leben – andere bestimmen, was uns wertvoll macht. »Hast du was, so bist du was«, so könnte man diesen Zwang zum »Haben« statt »Sein« und zum »Schein« statt »Sein« umschreiben. Die innere Entfremdung gegenüber sich selbst und dem Nächsten ist die zwangsläufige Konsequenz. Für Liebe und Achtsamkeit, für Leidenschaft und Treue, mag es eine Idee oder Aufgabe, einen anderen Menschen oder uns selbst betreffen, bleibt immer weniger Raum, Zeit und Kraft. Doch gerade menschliche Begegnungen sind es, in denen wir uns hingeben, um uns wieder zu finden! Denn, wie Christian Morgenstern einmal sagte: »Glück ist ein Überfluss an Kraft, die den erfüllt, der nicht an sich selber denkt«. Die Glücksforschung bestätigt dies: was glücklich macht, kann nur per Umweg über das »Du« angesteuert werden, wobei dieses »Du« ein Mensch, eine Aufgabe, eine Berufung – und nicht zuletzt Gott – sein kann. An einem auf diese Weise erfüllten, nicht nur hektisch ausgefüllten Dasein mangelt es aber den meisten Menschen. Männer und Frauen im besten Alter verausgaben sich in dem, was sie leisten wollen – und müssen –, und finden in ihrer Freizeit keine Quellen, an denen sie wieder Lebensenergie tanken können. Kein Wunder, dass die


14 ::: Auf dem Weg ins Berufsleben

Zahl jener, die wegen seelischen Ausgebranntseins (burnout oder Depression) krankgeschrieben werden, rasant ansteigt, und zwar zunehmend schon im Alter zwischen 30 und 50 – dem Alter, das als »rushhour des Lebens« gilt! Und was sagt die Bibel dazu?« Der unbekannte Philosoph, der unter der Bezeichnung »Kohelet« ins Alte Testament kam, weiß auf jeden Fall, was nicht satt macht: »Wer Geld liebt, wird vom Geld niemals satt, und wer Reichtum liebt, wird keinen Nutzen davon haben. Das ist auch eitel ...« - Doch über die Empfehlung, zu essen und zu trinken sowie genügsam und fröhlich schilcksalsergeben zu sein, kommt Kohelet nicht hinaus, denn ihm fehlt eine entscheidende Voraussetzung, um satt zu werden: die persönliche Verbundenheit mit dem, der uns geschaffen hat. Sie wird einige Jahrhunderte später von Jesus gelehrt, ja: gelebt. Jesus war im Gegensatz zu Johannes dem Täufer kein Asket, sondern musste sich, da er oft eingeladen wurde, von seinen Feinden die Unterstellung gefallen lassen, ein Fresser und Säufer zu sein. Jesus kritisierte auch keineswegs das Besitzen oder Begütertsein an sich, sondern er warnte vor der menschlichen Neigung, sich vom Besitz besitzen zu lassen, man kann auch sagen von ihm »besessen« zu sein und sich durch ihn in falscher Sicherheit zu wie-

gen. In der Bindung an Besitz (das »Haben«) lauern nämlich zwei Gefahren: ● Eine ungeteilte Hingabe an Gott ist nicht mehr möglich, wie es in dem Wort zu Ausdruck kommt: »Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.« ● Der Sinn für das Wesentliche im Leben verkümmert. Was wesentlich ist, hat nämlich Nährwert – man erkennt es daran, dass man nicht nach kürzester Zeit schon wieder Hunger hat. Und alle tiefen Denker in Philosophie und Religion sagen. dass uns die Aufgabe, dieses Wesentliche zu finden, von niemand abgenommen wird. Eltern, Freunde oder Vorbilder können uns Hinweise geben, doch wir müssen uns selbst auf den Weg machen. Oder, um es mit Goethe zu sagen: »Gott gibt die Nüsse, aber er knackt sie nicht auf.« Sechs Etappen auf dem Weg zu einem Leben, das wirklich satt macht, biete ich an (sie alle fangen mit der Vorsilbe »Be-« an, denn das bedeutet, sich positivzielgerichtet auf etwas zuzubewegen – im Gegensatz zur Vorsilbe »ent-«, die immer nur ein Weggehen, also ein Negieren beinhaltet): Befreien Sie sich: Befreien Sie sich von der Meinung, Ansprüchen genügen zu müssen, die nie Ihre eigenen waren, sondern von anderen in Sie hineingepflanzt wurden. Prüfen Sie all diese Ansprüche im Lichte der


Foto: sxc.hu / Amaryll is4

Auf dem Weg ins Berufsleben ::: 15

Worte Jesu. Machen Sie sich klar, dass Gott mit jedem Menschen seinen eigenen Weg geht! Beschränken Sie sich: In der freiwilligen Beschränkung liegt die Freiheit. Ich liebe den Ausspruch von Sokrates: »Wie vieles gibt es doch, was ich nicht nötig habe!« Das heißt: so vieles, was ich mir leisten könnte, brauche ich nicht, denn es macht mich nicht satt. Bescheiden Sie sich: Echte Bescheidenheit setzt voraus, dass Menschen in sich ruhen und es nicht nötig haben, sich aufzuplustern und ihr Geltungsbedürfnis zu befriedigen. Sie wissen um ihren Wert! Begnügen Sie sich: In »begnügen« steckt »genug«. Wer sich begnügt, hat genug an dem, was er hat. Er hat das, was ihn wirklich sattmacht, gefunden. Das schließt das Aufbrechen zu neuen Zielen nicht aus. Begeistern Sie sich: Wofür wir uns begeistern können, das gibt uns Kraft, das macht uns glücklich. Die unerschöpfliche Kraft der Kinder – sie kommt auch aus ihrer Begeisterungsfähigkeit! Ruhen Sie nicht, bis Sie auch als Erwachsener etwas gefunden haben, was Sie begeistert. Besinnen Sie sich: Stellen Sie sich immer wieder, bei jeder wichtigen Entscheidung, folgende drei Fragen: • Brauche ich das wirklich? Macht es mich satt über den Moment hinaus? • Ist es den Aufwand wert (Geld, Zeit und so weiter)?

• Würde mir etwas Wichtiges fehlen, wenn ich es nicht (erlebt) hätte? Vergessen Sie nie: das, was uns Menschen zutiefst ausfüllt und erfüllt, ist (abgesehen von einer sinnvollen Beschäftigung) die dreifache Beziehungsverankerung unseres Daseins, wie sie in Jesu Dreifachgebot der Liebe zum Ausdruck kommt: ● Liebe Gott von ganzem Herzen, von ganzer Seele, mit all deiner Kraft ● Liebe deine Nächsten ● Wie (du) dich selbst (liebst). Dies ist ein Lebensprogramm, von dem eines sicher gesagt werden kann: Man hat genug dran zu kauen. Man ist nie damit fertig. Von »Süß« bis »Bitter« ist alles dabei. Abe: man wird satt.

Beate Weingardt ist promovierte Theologin, Diplom-Psychologin und Autorin. Zudem arbeitet Sie als psychologische Beraterin. Sie lebt in www.beate-weingardt.de der Nähe von Tübingen.


16 ::: Bastelseite

Bald ist Nikolausabend da! Bald ist es eigentlich nicht, wenn man mehrere von diesen Stiefeln stricken will! Deshalb kommt unser Bastelvorschlag auch schon jetzt zu Ihnen. Die Stiefelchen sind vielseitig verwendbar: Ein Schokoladenweihnachtsmann passt sehr gut rein, auch gefaltete 5-Euro-Scheine für glückliche Enkelkinder. Wenn man 24 Stiefel strickt, hat man auch einen Adventskalender.

Und so geht’s: 4. Reihe links 5. Reihe rechts 6. Reihe links 7. Reihe 17 M. re., 3 M. zusammenstricken (1 M. nur abheben, die nächsten 2 M. zusammenstricken, die 1. M. darüberziehen), 1 M. re., 3 M. zusammenstricken (auf einmal), 17 M. re. 8. Reihe links (37 M.) 9.Reihe 15 M. re., 3 M. zusammenstr. (siehe 7. Reihe), 1 M. re., 3 M. zusammenstr. (siehe 7. Reihe ), 15 M. re. 10. Reine links (33 M.) 11. Reihe 13 M. re., 3 M. zusammenstr. (siehe 7. Reihe), 1 M. re., 3 M.

zusammenstr. (siehe 7. Reihe), 13 M. re. 12. Reihe links (29 M.) 13. Reihe 2 M. zusammenstr., 9 M. re., 3 M. zusammenstr. (siehe 7.Reihe), 1 M. re., 3 M. zusammenstr. (siehe 7. Reihe), 9 M. re., 2 M. zusammenstr. 14. Reihe links (23 M.) 15. Reihe 8 M. re., 3 M. zusammenstr. (siehe 7. Reihe), 1 M. re., 3 M. zusammenstr. (siehe 7. Reihe), 8 M. re. 16. Reihe links (19 M.) nun 12 Reihen obenauf rechts stricken (je 4 Reihen in 3 verschiedenen Farben),

4 Reihen nur rechts stricken (Rippenmuster) mit möglichst flauschiger weißer Wolle (Fellersatz), alle Maschen abketten, letzte Masche Beginn für Häkelschnur, nach 16 Luftmaschen Faden durch ziehen, von links in der jeweiligen Farbe Stiefelschaft und -sohle zusammennähen, 2 kleine Filzblätter in Stechpalmenform mit einer kleinen Holzperle seitlich am oberen Rand festnähen, den Fuß mit einem kleinen Wattebausch ausstopfen. Viele Spaß wünscht Ihnen Muriel Barrett

Fotos: Mur iel Barrett

Nikolausstiefel Nadelstärke 3 bis 3,5 mm Mittelstarke Wollreste Beginn an der Stiefelsohle, Anschlag 33 Maschen 1. Reihe Randmasche, 1 M. zunehmen, 15 M. rechts stricken, 1 M. zunehmen, 1 M. rechts stricken, 1 M. zunehmen, 15 M. rechts stricken 1 M. zunehmen, Randmasche 2. Reihe Randm., 1 M. zunehmen, 17 M. re. stricken, 1 M. zunehmen, 1 M. re. stricken, 1 M. zunehmen, 17 M. re. stricken, 1 M. zunehmen, Randmasche (41 Maschen) 3. Reihe rechts


unterwegsinfo

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Geistliches Zentrum eröffnet Am Samstag, dem 18. September wurde in der Begegnungs- und Bildungsstätte Schwarzenshof (Thüringen) das Backhaus als geistliches Zentrum durch Bischöfin Rosemarie Wenner eingeweiht.

Z

ugleich blickte man zurück auf die Eröffnung des Ferienheimes vor 25 Jahren und auf den Erwerb des Anwesens Schwarzens­ hof durch die damalige Bischöfliche Methodistenkirche vor 85 Jahren. Mit der Fertigstellung des Backhauses als geistlichem Zentrum wird das Ensemble Schwarzenshof komplett.

Viele Besucher kamen und feierten mit bei der Weihe des Backhauses als geistliches ­Zentrum in der Begegnungs- und Bildungsstätte Schwarzenshof. Foto: Joachim Blechschmitt

Wort Gottes und Stille Bischöfin Rosemarie Wenner predigte im Festgottesdienst vom Wort Gottes als Mittelpunkt, wenn sich Menschen auf Schwarzenshof zusammenfinden. Mit der Geschichte des Zöllners Levi aus Lukas 5 machte sie deutlich, dass Berufung und Tischgemeinschaft eng verbunden sind. Beides geschah und geschieht auch auf Schwarzenshof. Menschen hören das Wortes Gottes und beschäftigen sich persönlich und gemeinsam damit. Im Spiel, beim Wandern, beim Feiern miteinander finden ganz unterschiedliche

Menschen für eine Zeit zusammen unter dem Wort Gottes. Superintendent Stephan Ringeis erinnerte an das Thema einer Freizeit auf Schwarzenshof: Von der Stadt Gottes, die ein Haus bekommen hat. Das Haus Gottes könne aber niemals ein Gebäude sein. Das Haus Gottes ist die Gemeinde Jesu. Das geistliche Zentrum trägt jeder in seinem Herzen. Und doch dient das neue Haus, das wir als das geistliche Zentrum auf Schwarzenshof bezeichnen, dem Haus Gottes. Es bietet vielfältige Möglichkeiten, sich mit Gottes Wort zu beschäftigen, Gott in der Stille zu begegnen,

Jugenddelegierte gesucht aus der Süddeutschen Jährlichen Konferenz (SJK) und zwar für das kommende Jahrviert. Die gesuchten Jugenddelegierten finden ­Gremienarbeit nicht ­ätzend, sie interessieren sich für die kirchliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Die Delegierten werden beim ­Konferenzjugendtag »elements – der Jugendkongress«, von den Jugendlichen gewählt.

­ ieser findet am 20./21. NoD vember in Gerlingen bei Stuttgart unter dem Thema Kirche 2.0 statt.

um Gemeinschaft zu haben. Es war ein Festtag auf Schwarzenshof. Die vielen Besucher erlebten Gastfreundschaft, viele Begegnungen und Gespräche. Das Programm bot viele Möglichkeiten, in Erinnerungen an vergangene Zeiten einzutauchen, das Heute auf Schwarzenshof zu sehen und in die Zukunft zu blicken. Ein Stück dieser Zukunft unserer Gemeinden war zu sehen in der fröhlichen Schar der Kinder, die zusammen mit den Wesley-Scouts diesen wunderschönen Tag auf Schwarzenshof auf ihre Weise feierten. Joachim Blechschmidt

kurz &bündig heitlichen Gründen zum Ende des Jahres auf. Gesucht werden ein bis zwei Personen, die mit Rupert Hochholzer zusammenarbeiten. Jedes Jahr sind durch die Briefmarken 3.000 bis 5.000 Euro in den Konferenzen zusammengekommen.

www.kjwsued.de

Briefmarkensammler von der EmK-Weltmission für den Bereich der SJK gesucht. Zuletzt hat Horst Denker in Weitefeld mit Rupert Hochholzer die Briefmarkenstelle betrieben. Horst Denker hört aus gesund-

www.emkweltmission.de


18 ::: unterwegs info

Rollie-Parcours für Maria-Martha

Aufgenommen

266 Startnummern, tolle Atmosphäre, strahlendes Spätsommerwetter – das alles und noch viel mehr war die Martha-Maria-Meile in Nürnberg am 22. September.

D

as Spendenergebnis beträgt mindestens 8.000 Euro zuzüglich Sachspenden. Ehrengäste waren die Bundestagsabgeordnete Dagmar Wöhrl (CSU) mit Sohn Marcus, der Bundestagsabgeordnete Günter Gloser (SPD) und Jeffrey Norris, Ironman- und blinder Weltrekord-Langstreckenläufer. Ingo Stauch

Mehrgenerationen-Lauf bei der Maria-Martha Meile in Nürnberg. Die älteste Teilnehmerin im Rolli-­ Parcours war ­D iakonisse Sr. Elisabeth Mistele mit 100 Jahren. Der jüngste Läufer bei Spendenlauf zählte 3 Jahre. Foto: Ingo Stauch

Ökumenische Vielfalt in Asperg V

or der evangelischen Michaelskirche war am frühen Samstagmorgen ein Labyrinth gewachsen, Stein um Stein gelegt von den Ministranten der katholischen Gemeinde St. Bonifatius. Zeichen für die erfolgreiche Ökumene in Asperg, die sich beim Kirchentag unter dem Motto »Meine Hoffnung und meine Freude« präsentierte. Nach dem gemeinsamen Morgengebet zum Auftakt informierten Stände des »Marktes der Möglichkeiten« über die Angebote der Kirchen. Die Jugendband »Made In Heaven« von St. Bonifatius sorgte für den satten Sound, trotz Dauerregens buk das Stockbrot am offenen Feuer und viele Hände ließen gemeinsam eine tragfähige Brücke aus 18 Brettern mit Aufschriften wie »Toleranz«, »Engagement«, »Selbstbewusstsein« entstehen, als Metapher für die christliche Gemeinschaft.  Susanne Müller-Baji aji Mü ll er -B Foto : Susanne

»Gruschteln für Afrika« in Bauschlott Z

Foto: Inge Z iegenHeim

eitweise großen Andrang gab es am Stand der EmKGemeinde beim Straßenfest in Bauschlott am 11. und 12. September. Kinder hatten die Möglichkeit an der großen Malwand zu malen und nach dem Trocknen der Farbe ihre Kunstwerke mit nach Hause zu nehmen. Außerdem konnten sie beim Dosenwerfen ihre Treffsicherheit erproben und beim Mausspiel ihre Geschicklichkeit. Eine Herausforderung stellte

für Kinder und Erwachsene ein Knopf-Schätzspiel dar, ebenfalls das große Afrikapuzzle. Zum »Gruschteln für Afrika« lud der Flohmarkt ein und zum Einkaufen der Stand mit fair gehandelten Produkten. Viele Mitarbeitende erlebten bei herrlichem Wetter ein fröhliches, anstrengendes, aber auch lohnendes Wochenende. Als Erlös konnte für den Kindergarten in Katatura/Namibia die Summe von 650 Euro überwiesen werden. Inge Ziegenheim

Niefern-Öschelbronn ::: am 10. Oktober Anja Hemmel. Oberfranken ::: am 19. September Alina Krzeminski (14); Max Meißner (14); Julischka Bennett (14); Josua Carl (14) und ­Lavinia Schörk (13). Vorpommern ::: am 12. September Hanno Böckel (33). Waiblingen ::: am 19. September Erna Mergenthaler (75); Sabine Evertz-Rieple (41) und Uwe Evertz (47). Zwönitz ::: am 12. September ­Simon Colditz (22); Benedikt ­Günther (19) und Linda Kunz (17).

Wi r gr atulie r en Annaberg-Buchholz ::: Christina und Kurt Gehrke zur ­diamantenen Hochzeit. Berlin-Oberschöneweide ::: Elsi und Günter Straube zur ­diamantenen Hochzeit. Crossen ::: Walter Tauscher zum 90. Geburtstag.

SEMINA R Werdet voll Geistes ::: Braunfels, 28. bis 31.Oktober, Leitung: AGGArbeitskreis Geistliche Gemeindeerneuerung, Information und Anmeldung unter Telefon 02051/87886, E-Mail: gertrud. bergmann@t-online.de.

TE RMINE Heilbronn-Böckingen ::: »Tu dir was Gutes, vergib« – Von der Kraft der Vergebung, Christus­ kirche, Ludwigsburger Straße 88, Frauenfrühstück, 20. November, 9 Uhr, Referentin: Hanna-Ruth Eberhardt, Kinderbetreuung wird angeboten, Kosten 5 Euro, ­Kontakt: Ruth Marshall, Telefon 07131/252187. Nürtingen ::: »150-jähriges ­Gemeindejubiläum«, Christuskapelle, Kapellenstraße 15, 17. Ok-


unterwegs info ::: 19

Edewecht ::: Helga und Bruno Bath zur goldenen Hochzeit. Ehrenfriedersdorf ::: Alice und Rudi Müller zur diamantenen Hochzeit. Friedrichsdorf ::: Pastor Samuel Volz zum 90. Geburtstag. Großalmerode ::: Lina Gundlach zum 100. Geburtstag. Neuschoo ::: Hildegard Büscher zum 90. Geburtstag; Ella und Hermann Mittwollen zur ­goldenen Hochzeit. Reinsdorf ::: Kurt Hoyer. zum 90. Geburtstag. Scheibenberg ::: Regina und Friedhold Müller zur goldenen Hochzeit. Vorpommern ::: am 26. September Brigitte Kleinsorge (58) und Jürgen Kleinsorge (62). Waiblingen ::: Elfriede und ­Lothar Klingler zur goldenen Hochzeit. Zschorlau ::: Hanna und ­Gerhard Schädlich zur ­diamantenen Hochzeit. Zwickau-Planitz ::: Bringfriede und Johannes Hahn zur ­goldenen Hochzeit.

tober, 10 Uhr Festgottesdienst mit Superintendent Johannes Knöller und anschließendem Mittagessen; 14 Uhr Festnachmittag »Sie nannten sie Methodisten« – Die Anfänge des ­Methodismus unterhaltsam präsentiert, Erzählkonzert mit dem Duo Windwood & Co. Nürtingen ::: »Zwischentöne«, Christuskapelle, Kapellenstraße 15, Ausstellung mit Bildern von Hubertus Schönbeck, bis 17. Oktober, freitags 19 bis 21 Uhr, samstags 14 bis 17 Uhr, sonntags 10.30 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr geöffnet, Eintritt frei! Rutesheim ::: ».... auf dem Weg nach Afrika«, Markuskirche, Leonberger Straße 12, 7. November, 18 Uhr, festliche Abendmusik, Posaunenchöre der EmK Rutesheim und Gebersheim.

H eimgegangen Alfdorf ::: Hans Wiedmann am 12. September, 63 Jahre Bad Kreuznach ::: Helga Göhl geborene Gauch am 14. September, 79 Jahre Essen ::: Gerda Cress geborene Graß am 2. September, 83 Jahre. Hartmannsdorf ::: Ruth Flechsig am 24. August, 89 Jahre. Hof ::: Ingeborg Hofstetter am 15. September, 80 Jahre. Hundshübel/Lichtenau ::: ­Erika Schubert geborene Bauer am 11. August, 80 Jahre. Leinfelden ::: Katharine Wild am 27. August, 97 Jahre. Leipzig-Kreuzkirche ::: Ilse ­Göring am 17. September, 96 Jahre. Neuenhain i.Ts. ::: Günter Klinghammer am 17.September, 82 Jahre. Neuschoo ::: Bernhard Martens am 24. September, 80 Jahre. Schwäbisch Hall ::: Hedwig Orben am 19. September, 90 Jahre. Uhingen ::: Günther Eitel am 15. September, 68 Jahre.

Stuttgart ::: »Beim Frühstück fallen schon die ersten Bomben …«, der Weltkrieg in den ­Fotoalben deutscher Soldaten, Württembergische Landesbibliothek, Konrad-Adenauer-Straße 8, 19. Oktober, 18 Uhr, Moderation: Dr. Petra Bopp, Hamburg. Stuttgart-Münster ::: »Die ­Liebe – revolutionär?«, ­Christuskirche, Mainstraße 9, 10. Oktober, 17 Uhr, mit Theater, ­poppiger Musik und Kinderprogramm, anschließend gemeinsames Abendbrot, Redner: Pastor Markus Jung, Fellbach. Tübingen ::: »Glaube(n) zwischen Hoffen und Bangen«, Friedenskirche, Rümelinstraße 10, 24. Oktober, 17 Uhr, Abendmusik, Werke für Chor, Sopran und Orgel von Felix Mendelssohn Bartholdy, Antonin Dvoák,

Zwönitz/Affalter ::: Charlotte Weidlich am 11. September, 96 Jahre.

NACHRUF Am 16. Mai verstarb Pastor Emil Lehmann im Alter von 90 ­Jahren. Er wurde am 8. November 1919 geboren und wuchs in St. Georgen im Schwarzwald auf. Da für die höhere Schule kein Geld da war, lernte er zunächst Feinmechaniker und ging dann auf die Marineschule. ­Ohne eine Wahl zu haben, wurde er daher mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs als Maschinist auf ­einem U-Boot eingesetzt. Die Kriegszeit führte ihn ins Nachdenken über den Sinn seines ­Lebens. Nur kurze Zeit nach ­seiner Rückkehr trat er den Weg ins Predigtamt an. Nach Abschluss des Studiums 1949 kam das Kandidatenjahr in Birkenfeld. Es folgten Dienstzuweisungen auf die ­Bezirke Schramberg-Herzogs­weiler, Herrenalb-Loffenau, ­Heilbronn und

persönlich Stuttgart-Feuerbach. Zuletzt ­bediente er den Bezirk Tübingen, bis er 1984 in den Ruhestand trat. Die letzten Jahre seit dem Tod seiner Ehefrau lebte er krankheitsbedingt zurückgezogen nahe Pforzheim. Pastor Emil Lehmann war ein in den Gemeinden geschätzter Prediger und ein treuer Seelsorger. Die Bibelauslegung war ihm wichtig, aber ­immer getragen von seiner persönlichen Glaubenserfahrung und Glaubensentscheidung. Er war vermutlich der erste, der in Deutschland eine tägliche Andacht per Telefon anbot. Vor allem aber war er einer, der die Nähe zu den Menschen und zu seinen Gemeinden suchte und mit ihnen lebte. Mit einer herzlichen und humorvollen Art ging er auf die Menschen zu. Über dem Dankgottesdienst für sein Leben stand sein »LebensabendLied«: »Mein schönste Zier und Kleinod bist auf Erden du, Herr ­Jesu Christ« (GB 125).

wowannwas

Kurt Thomas u.a., Chor der Friedenskirche, Dorothea Rieger (Sopran), Klaus Schulten ­(Orgel), Leitung: Angelika Schwaiger-Schäfer, Eintritt frei, ­Spenden sind willkommen! Wüstenrot-Neuhütten ::: ­Konzert mit »German Brass«, 16. Oktober, 20 Uhr, Burgfriedenhalle. ­Informationen im ­Internet www.90-jahre-­ posaunenchor.de emk-neuhuetten.de

Rundfunk im Internet radio m kompakt: Podcast-­ Magazin – engagiert. radio m im Gespräch: PodcastGespräche über den Glauben. radio m Themen: Berichte und ­Reportagen. radio m

­ ndachten: ­Kostenlos zu A ­abonnieren: www.radio-m.de radio m bei Klassik Radio (bundesweit) Andachten »Carpe diem«: 18. bis 23.10. | kurz nach 6 Uhr: mit Anja Kieser; Sonntagsmagazin »Klassik und ­Kirche«: sonntags | 7–8 Uhr: mit Kerstin Vogel.

Radio AREF – sonn- und ­feiertags von 10-12 Uhr. www.aref.de und UKW 92,9 MHz (Großraum Nürnberg) ERF Jeden Donnerstag | 20 Uhr, Bilanz, mit Horst ­Marquardt. SWR 4 17. Oktober | Sonntagsgedanken 9.15 Uhr, mit Pastorin Ulrike ­Burkhardt-Kibitzki.


20 ::: Gemeindeportrait

Sie sind gerne unterwegs. Gemeindemitglieder vom Bezirk BrandErbisdorf auf einem Ausflug.

Das Mögliche sehen Mehr als 260 Bezirke gibt es in der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland. Alle haben ihre eigene Prägung. Um diese Vielfalt zu zeigen, stellen sich in »unterwegs« regelmäßig EmK-Bezirke vor. In dieser Ausgabe geht es nach Brand-Erbisdorf. Hier kommen wir her Ein Neuanfang der Gemeindearbeit gelang nach dem Zweiten Weltkrieg, als sich einige Familien der Evangelischen Gemeinschaft aus Westpreußen und Schlesien in Freiberg niederließen. Nach der Wiedervereinigung wurde das Grundstück rückübereignet und verkauft. Die Aufnahme der Adventgemeinde blieb nur ein Provisorium. Seit 1993 sammelte die Gemeinde für eine neue eigene Kirche. Im Dezember 2000 wurde sie eingeweiht. Das zehnte Jubiläum wird am 3. Oktober dieses Jahres gefeiert. Die Gründung einer methodistischen Gemeinde in Branderbisdorf geht auf die Initiative der Familie Guido und Therese Weißflog zurück. 1920 siedelten sie von Lauter im Erzge-

birge über. Die ersten Gottesdienste wurden im Wohnzimmer gefeiert. Weil dieses für die vielen Gottesdienstbesucher bald zu klein wurde, wurde die Schlosserwerkstatt des Großvaters geräumt und ausgebaut. Nach der Einweihung wuchs die Gemeinde weiter. Ein Chor wurde gegründet. Erster Chorleiter war Paul Becher, der später von Friedrich Martin abgelöst wurde. Besondere Höhepunkte waren Evangelisationen, bei denen oft der Platz nicht ausreichte, sodass sogar im Hausflur noch Zuhörer standen. Nach der Vereinigung der Methodistenkirche und der Evangelischen Gemeinschaft zur EmK 1968 schlossen sich die Gemeinden in Freiberg und BrandErbsdorf zu einem Gemeindebezirk zusammen.

Bezirk Brand-Erbisdorf n Am Rand des Erzgebirges zwischen Chemnitz und

Dresden liegt Brand-Erbisdorf. Die große Kreisstadt hat 11.000 Einwohner. Freiberg hat 41.000 Einwohner und ist bekannt für seine Bergakademie. n Zum Bezirk gehören die Gemeinden Brand-­ Erbisdorf und Freiberg. n Der Bezirk hat 46 Mitglieder, 28 Angehörige, 3 Zugehörige und 28 Freunde.

Was machen wir? Seit 1989 haben viele junge Menschen unsere Gemeinden verlassen, weil sie Arbeit nur weit weg von der Heimat finden konnten. Viele unserer ehemaligen Gemeindemitglieder arbeiten in den dortigen Gemeinden aktiv mit. Die Gemeinden in Brand-Erbisdorf und Freiberg beschäftigen sich mit »dem Möglichen.« Vor allem geht die Arbeit mit Kindern begeistert voran. In Freiberg findet jede zweite Woche eine gut besuchte und lebendige Bezirksbibelstunde statt. Der Gemeindechor singt gerne bei Festgottesdiensten und besonderen Veranstaltungen. Wir haben gelernt, die Gaben und Fähigkeiten zu schätzen, die wir von Gott geschenkt bekommen haben – und nicht immer uns etwas zu wünschen, zu dem wir nicht fähig sind. Wir glauben trotzdem, dass Gott mit uns etwas vorhat. Wenn wir treu und aufmerksam bleiben, wird uns sein Wille klar werden. Mittlerweile konzentrieren wir uns auf die Aufgabe, in unseren Städten ein liebevolles, lebendiges Zeugnis abzulegen.


Erzählung ::: 21

Lügen haben kurze Beine

Aus: Tag für Tag und Jahr für Jahr, Lahn-Verl ag, Limburg Copyr ight bei der Autor in

M

itten in die Vorbereitungen zu Großmutters Geburtstag platzte Olaf mit lautem Ach und Weh. Er hielt sich den Bauch, was ich schon kannte. Der kapriziöse Blinddarm unseres Jüngsten meldete sich wieder einmal. Von meinem ersten Impuls: Halb so schlimm, er wird etwas Kaltes getrunken haben, bis zur Diagnose »akute Blinddarmentzündung«, durchlief ich alle Stadien einer mutigen, dann ängstlichen, tapferen und wieder verzweifelten Mutter. Die Operation verlief ohne Komplikationen und am späten Nachmittag fand ich meinen Sohn bleich, aber wach in seinem Bett. Ich war erleichtert. Seinem Wunsch: »Bring mir morgen etwas Schönes mit«, wollte ich gerne nachkommen. Aber was? Ich durchstöberte alle Spielzeuggeschäfte, um etwas Passendes zu finden. Lustig sollte es sein, leicht zu transportieren und etwas Besonderes. Großmutter, die unbedingt mitkommen wollte, machte mich auf ein Luftballongeschäft aufmerksam. Dort fand ich, was ich suchte. In einer hübschen Verpackung lagen Luftballons mit Pfeifen, auf die ein Plastikpropeller gesteckt wurde. Das Ganze schwebte sanft durch die Luft, begleitet von einem leichten Summton. Das war genau das Richtige. Der Preis ließ mich allerdings noch einmal zaudern. Unverschämt, für so eine kleine Packung so viel zu verlangen. Aber schließlich sagte Großmutter: »Olaf hat nur einen Blinddarm und so ein Krankenhausaufenthalt ist auch kein Honigschlecken.« Also kaufte ich die Packung, ohne zu ahnen, auf was ich mich da einließ. Der Erfolg war kolossal. Ungeheurer Jubel brach aus, als Olaf – schon wieder recht munter – seinen Helikopterballon starten ließ. Aufblasen konnte er den Ballon noch nicht. Aber es fanden sich sofort einige Freunde, die sich bereitwillig für ihn opferten, unter der Bedingung, dass sie diese faszinierende Absonderlichkeit auch einmal fliegen lassen durften. Bei meinem nächsten Besuch kam mir Olaf schon

langsam entgegen: »Mutti, das ist das tollste Geschenk, das du mir je gemacht hast.« Dann umringten mich alle Kinder, bestürmten mich und wollten wissen, wo es denn diese Ballons zu kaufen gäbe und was sie kosten. Was sollte ich sagen. »Man fragt bei einem Geschenk doch nicht nach dem Preis«, versuchte ich mich aus der Affäre zu ziehen. Sagte ich sie waren teuer, fühlte sich mein Sohn überlegen, was ich erzieherisch für falsch hielt. Sagte ich sie waren billig, verlor das Geschenk sofort an Wert. Und was war für Kinder billig, was teuer. »Ich wette,« sagte da ein kleines Mädchen, »dass sie mindestens einen Euro gekostet haben.« Sie sagte es mit solcher Ehrfurcht in der Stimme, dass ich heftig nickte. »Ja, einen Euro«, wiederholte ich laut und deutlich. »Nie und nimmer kosten die nur einen Euro«, ertönte von hinten die Stimme eines etwa 11-jährigen Jungen. Er sah die Sache ganz pragmatisch. Sowohl sein Verkaufssinn, als auch der Umgang mit seinem Taschengeld ließen ihn sofort erkennen, dass ein Euro viel zu wenig war. Ich wollte ihm gerade beipflichten, als mein Sohn mit hochrotem Kopf auf ihn zuging und brüllte: »Willst du damit sagen, dass meine Mutter lügt?« Er fasste mich an der Hand und zog mich zu dem Jungen. »Sofort entschuldigst du dich bei meiner Mutter«. Und zu mir gewandt bat er mit flehender Stimme: »Bitte sag, dass die Ballons einen Euro kosten.« Ich konnte einfach nicht anders, als meinen Sohn um die Schultern zu fassen: »Ja, wirklich, sie kosten einen Euro.« Bei so viel Standhaftigkeit zog der große Junge etwas den Kopf ein und verließ wortlos das Feld. Olaf strahlte. Ich atmete auf. Noch einmal davongekommen, dachte ich. Als ich am anderen Tag das Spielzimmer betrat, streckten mir dreiundzwanzig Kinderhände einen Euro entgegen und baten mich, ihnen einen Helikopterballon mitzubringen.  Ursula Berg


Von Dreckrädern und Jesus-Fans

22 ::: Auf dem Weg ins Berufsleben

S

ein liebstes Gefährt ist nicht das Auto oder Moped, sondern das Mountainbike – besser: sein Dirtbike (Dreckrad). Tobias Mittelbach aus Dorfchemnitz im Erzgebirge ist begeisterter Radsportler. Doch weil ihm die Touren über Landstraßen und Bergpässe irgendwann zu langweilig wurden, wechselte der heute 21-Jährige vor fünf Jahren den Sattel: Gemeinsam mit seinem Bruder Simon und dem besten Freund bastelten sie aus Holzpaletten kleine Rampen und andere Hindernisse und schufen sich so ihren eigenen mobilen Action-Parcours. Statt querfeldein gings nun hoch durch die Luft. Das Ziel: Möglichst ausgefallene Kunststücke auf dem Rad zu vollbringen, bevor man wieder auf der Erde landet. Gemeinsam mit seinen zwei Mitstreitern gründet der gelernte Zerspanungsmechaniker noch im selben Jahr die »Riders4Christ«. »Wir wollten, dass unsere Begeisterung sowohl für den Sport als auch für Jesus nach außen sichtbar wird«, erklärt Tobias. Also bedruckten sie bald Sticker, Jacken und T-Shirts mit dem Namen. Vor allem die Jugendlichen aus Tobias geistlicher Heimat – der Landeskirchlichen Gemeinschaft Dorfchemnitz – ließen sich für die Fun-Sportart gewinnen. Bald war das Interesse so groß, dass die provisorisch zusammengezimmerten Rampen nicht ausreichten. »Wir suchten ein Grundstück, scheiterten aber zunächst mit einer entsprechenden Anfrage bei der Stadt.« 2007 wagten sie nach intensivem Gebet einen neuen Anlauf. Durch den Verein MSC-Thalheim – wo der sechsfache Weltmeister im Fahrradtrial und Christ Marco Hösel seine Wurzeln hat – kamen sie an ein etwa 1.000 Quadratmeter großes Grundstück. Etwa 400 Kubikmeter Erde und Lehm wurden aufgeschüt-

tet: Nun besitzen sie ihr eigenes Gelände. Finanziert wurde das Projekt durch Mittel der Europäischen Union. »In der Bauzeit haben wir Gott immer wieder erleben können, indem er uns zu den richtigen Zeiten Dinge für den Bau geschenkt hat, die wir benötigten«, berichtet Tobias. Seit drei Jahren werden einmal in der Woche freie Trainingseinheiten angeboten, bei der jeder Interessierte für einen kleinen Obulus das Gelände nutzen kann. Dank des eigenen Domizils konnten die rund zehn Unterstützer der christlichen Truppe ihre Aktivitäten ausweiten. Schließlich wollen sie ja mit ihrem Sport auch auf den christlichen Glauben aufmerksam machen. Doch wie gelingt das? 2009 organisierten die »Riders4Christ« erstmals ein dreitägiges »Dirt-Camp«. Rund 30 Personen – darunter auch einige Nichtchristen – kamen für ein Wochenende zusammen, um gemeinsam zu trainieren und in kurzen geistlichen Andachten etwas aus der Bibel zu erfahren. Beziehungen wurden geknüpft, Freundschaften entstanden. In diesem Jahr wurde die Aktion mit ähnlichem Erfolg wiederholt. Das große Vorbild der Radsportler ist ein gleichlautender Verein aus den USA, wobei es sich dort um Motorradfahrer handelt. »Die nehmen auch immer wieder an Turnieren teil und erreichen so ein großes Publikum, um so für den christlichen Glauben zu werben.« Soweit sind die jungen Christen aus dem Erzgebirge noch nicht – aber sie arbeiten dran, damit sie bald auch an Wettbewerben teilnehmen können. Allerdings könnte es sein, dass die christlichen Radler bald ohne ihren Gründer auskommen müssen. Denn derzeit bewirbt sich Tobias beim Neues-Leben-Seminar in Altenkirchen/Westerwald für ein Theologiestudium mit dem Schwerpunkt Sportmission. idea

Foto: Rides4Chr ist

Keine Angst vor Staub und Dreck – das gilt für die »Riders4Christ« (Radfahrer für Christus). Seit einigen Jahren treffen sich junge Christen aus dem Erzgebirge, um mit ihren Mountainbikes durch sandige Landschaften zu fahren und über Dreckhügel zu springen. Mit dem Sport wollen sie auch Kontakte zu Nichtchristen knüpfen, um sie so für den christlichen Glauben zu interessieren. Ein Bericht von Tobias-Benjamin Ottmar.


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23

Evangelisch-methodistischen Kirche derder Evangelisch-methodistischen Kirche

Frankreich:

Codognan 2010

Eine kleine Gemeinde traut sich was zu Letztes Jahr waren wir vom Evangelisationswerk mit einem Zelt und dem emk-mobil beim ersten Einsatz in der Gemeindegründung in Codognan in Südfrankreich. Der Bus fuhr auf verschiedene Marktplätze, um die Menschen in den umliegenden Ortschaften ins Zelt einzuladen und mit ihnen bei einer Tasse Kaffee ins Gespräch zu kommen. Dieses Jahr fand die Einladeaktion ohne Bus statt. Pastor Pascal Maurin hatte keine Genehmigungen für die Plätze bekommen und musste das emk-mobil eine Woche vor Beginn ­absagen. Dafür gingen täglich meh­ rere Gruppen nach der MitarbeiterAndacht, einer Gebetsgemeinschaft und Austauschrunde auf die Straße. Eine Gruppe ging von Haus zu Haus, um mit den Bewohnern über ihren Glauben zu sprechen und sie zu den Veranstaltungen im Zelt einzuladen. Eine zweite Gruppe besuchte mit Handzetteln und CDs die Super-Märkte und Marktplätze. Eine dritte Gruppe bereitete das Kinderprogramm vor, für das jeden Tag ein neues Theaterstück eingeübt wurde. Die vierte Gruppe kümmerte sich um Technik und Essen,

das für die ganze Mitarbeiterschar zu Mittag als auch abends frisch und lecker gekocht wurde. Die fünfte Gruppe blieb im Zelt und begleitete die ganze Aktion im Gebet.

Wie ist so eine Aktion überhaupt möglich? Woher kommen die vielen Helfer? Pastor Maurin konnte aus ganz Frankreich Mitarbeitende gewinnen. Sie opferten für einige Tage oder sogar zwei Wochen ihren Urlaub, um hier ­mitzuarbeiten und sich von Gott ­gebrauchen zu lassen. Aus Deutschland waren wir dieses Jahr zu viert: Elsbeth und Siegfried Seiter aus Mühlacker, ehrenamtliche, erfahrene, langjährige Mitarbeiter, Marlen Schmidtmann, eine Schülerin, die zwei Wochen ihrer Schulferien einbrachte und eine sehr große Hilfe war, weil sie perfekt Französisch spricht, sich voll engagierte und von allen als offenes, sympathisches Mädchen wahrgenommen wurde. Gerne würden wir zukünftig öfter zu solchen Einsätzen junge Leute mitnehmen. Wer Interesse hat, kann mit Hans-Martin Kienle Kontakt aufnehmen.


24 ::: Evangelisationswerk

Als neuer Leiter der Zeltmission wollte ich es mir nicht nehmen lassen, bei diesem Einsatz auch mit dabei zu sein. Unsere Aufgaben hier waren so vielschichtig wie das gesamte ­Programm: Mitarbeit • beim Kinderprogramm • bei den Einladeaktionen • im Küchendienst • im technischen Bereich • im Ordnungs- und Wachdienst Es sind immer lange Tage mit ungefähr folgendem Tagesablauf: 8 Uhr: Andacht, Gebet, Besprechung 9 Uhr: Aufbruch in die Gruppen 12.30 Uhr: Mittagessen und »Siesta« 16.30 Uhr: Vorbereitung für das ­Kinder-Programm 17 Uhr: Kinderprogramm und parallel Vorträge im Zelt 19 Uhr: Abendessen 20.30 Uhr: Abend­ programm im Zelt 24 Uhr: Feierabend Das Abendprogramm war sehr bunt, angefangen von Pantomime über Rap- bis hin zu Gospel-Musik. Clown und Bauchredner waren ebenso zu Gast wie ein christlicher Humorist. Hier wird nicht gekleckert, sondern geklotzt! Das wird auch von den Besuchern wahrgenommen. Sie freuten sich, dass die Kirche ihnen so etwas bietet und dass es professionell ist. Kirche und Glaube fanden hier in aller Öffentlichkeit im Park von Codognan statt und nicht nur in einem festen Gebäude. Dementsprechend war auch der Besuch der Veranstaltungen: ­Mitglieder der Gemeinde und deren Freunde, Nachbarn, die persönlich

eingeladen und mitgebracht wurden, ganz Außenstehende von den Supermärkten und Spaziergänger. Für diese zufällig Vorbeikommenden und alle anderen Zaghaften stand unser Zelt offen. Alle sind herzlich eingeladen und willkommen, und das spürt man. Während der Vorträge und im AbendProgramm wurde jeweils zur Entscheidung für ein Leben mit Jesus aufgerufen. Seelsorgemitarbeiter standen bereit, die je nach Bedarf mit den Menschen in unser Seelsorge- und Gebetszelt gingen. Dieses Jahr waren wir mit zwei unserer elf Zelte hier. Die Gemeinde ist im letzten Jahr von acht auf vierzig Personen gewachsen, also 500 Prozent! Wo gibt es sonst einen solchen Zuwachs? Auf der Bank sicher nicht! Schon allein diese Tatsache zeigt, dass Aufwand und Einsatz richtig waren und es sich lohnt, in Gemeindegründung zu investieren. Als ich Pastor Maurin für dieses Wachstum loben wollte, sagte er nur: »ER hat das gemacht, wir sind nur seine Werkzeuge, die sich von ihm gebrauchen lassen.« Überlegen Sie doch, ob es nicht auch in Ihrer Gemeinde einmal an der Zeit wäre, eine Aktion mit einem Zelt oder

dem emk-mobil durchzuführen. Nur wer wagt, gewinnt. Die kleine Schar in Codognan hat sich in vollem Gottvertrauen etwas zugetraut. Aber es ist auch einiges an eigener Kraft und ­eigenem Einsatz nötig. Was uns ebenso gewundert und sehr gefreut hat, war der Gottesdienstbesuch am Sonntag. Das Zelt war bis auf den letzten Platz gefüllt, und wir hatten 150 Stühle gestellt! Die Menschen kamen nicht, weil ihnen etwas auf der Bühne geboten wurde, sondern sie wollten miteinander Gott feiern, ihn loben, anbeten und sich durch die Predigt ansprechen lassen. Es ist schön, in solchen Gemeinden zu sein. Wir vier aus Deutschland möchten diese Freude mit in unsere Gemeinden nehmen. Gott hat diesen Einsatz und dieses Vertrauen gesegnet. Hans-Martin Kienle Leiter der Zeltmission

Impressum für diese Einheftung Herausgeber: Evangelisationswerk der Evangelisch-methodistischen Kirche • Redaktion: Pastor Wilfried Bolay, Sekretär für Evangelisation und Leiter der Zeltmission • Fotos: Hans-Martin Kienle • Geschäftsstelle: Im Brühl 28–32, 89150 Laichingen, Telefon 07333 50-61/-62, Telefax 07333 21186 Spendenkonto: EmK Zeltmission, Volksbank Laichingen, BLZ 63091300, Konto 8570000 • www.evangelisationswerk.de


Meine Meinung ::: 25

Für Sie gelesen

Stuttgart 21? Ja!

Singen! Eugen Eckert / Friedrich Kramer / Uwe-Karsten Plisch (Hg.) Durch Hohes und Tiefes. Gesangbuch der Evangelischen Studierendengemeinden in Deutschland, Strube Verlag München 2008, 12 Euro ISBN 978-3-89912-120-9 Was mir an diesem Liederbuch gefällt: Es ist handlich und der Druck ist sowohl beim Wort- als auch beim Notentext sehr gut lesbar. n Es hat einen deutlich ökumenischen Akzent. Bei insgesamt 444 Liedtiteln gibt es bei mehr als einem Viertel auch fremdsprachige Texte. Eine ganze Reihe Lieder – gerade aus der Weltökumene – sind dem Gesangbuch der Evangelisch-methodistischen Kirche entnommen. Die gemeinsame Schnittmenge beträgt immerhin 83 Titel. n Mehr als 100 Titel sind mehrstimmig. n Zu manchen Liedern gibt es kurze hilfreiche Erläuterungen. n Das Buch enthält nicht nur Lieder, sondern auch einen umfangreichen Anhang mit zwei Messformularen, die auch gut als Bausteine für Gottesdienste und Andachten verwendet werden können. Dazu noch Andachtsmodelle, Gebete, Bekenntnisse, Segensworte sowie Psalmen des Alten und des Neuen Testaments, darunter alle Wochenund Festtagspsalmen. Es ist also auch ein Gottesdienstbuch. n Verschiedene Verzeichnisse und Register schließen den Inhalt auf. n Der Titel schließt bewusst an Römer 8,38f. an, entspricht in seiner Doppeldeutigkeit aber auch sowohl dem, was Singen – zumal gemeinsames – bewirken kann, als auch dem, wie es praktisch stattfindet. n

Im Aufriss lehnt sich das Buch an das Evangelische Gesangbuch an und vermeidet Doppelungen mit dessen Stammteil. Es enthält überwiegend neue Lieder, die in den letzten fünfzig Jahren entstanden sind und stellt damit eine der größten, wenn nicht die größte Sammlung neuer geistlicher Lieder in Deutschland dar – und dies zu einem sehr günstigen Preis. Dies macht das Buch auch für diejenigen interessant, die nicht zu einer Studierendengemeinde gehören. Dass die Liedauswahl manche anders vorgenommen und manchmal auch andere, weil vielleicht bessere, Übersetzungen ausgewählt hätten, liegt in der Natur der Sache. Es schmälert nicht der Wert dieser gelungenen Veröffentlichung. Ob sie ihr Ziel erreicht, von den Studierendengemeinden weitgehend als ihr Buch angenommen zu werden, kann erst die Praxis über mehrere Jahre zeigen. Zu wünschen ist es. Hartmut Handt

Seit Wochen herrscht Ausnahmezustand in der Stuttgarter Innenstadt. Fast täglich sind Tausende auf der Straße, um gegen den Neubau des Hauptbahnhofs als unterirdischer Durchgangsbahnhof zu protestieren. Zu Beginn der Baumfällarbeiten kam es sogar zu gewalttägigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten. Auch wenn alles im Grunde schon ­beschlossen ist, soll jetzt ein Baustopp ­erzwungen werden – das Milliardenprojekt ist vielen zu teuer und zu aufwändig. Um es zu verhindern sind sie bereit, alles in Bewegung zu setzen. Ehrlich gesagt, ich verstehe die Aufregung um »Stuttgart 21« nicht so richtig. Wenn es jetzt um eine neue Autobahntrasse oder Startbahn des Flughafens ginge, dann könnte man ja mit der Umweltgefährdung und Lärmbelastung argumentieren. Aber hier soll das Bahnfahren schneller und bequemer werden, und der Zug ist bekanntlich das umweltfreundlichste Transportmittel. Hinzu kommt: Durch die Verlegung des Bahnhofs nach unten und Veränderung der Schienentrassen werden riesige Flächen in der Stuttgarter Innenstadt frei, die für attraktive Wohnungen und neue Parkflächen genutzt werden sollen. Natürlich ist es gut, wenn sich die Bevölkerung nicht alles von den Politikern gefallen lässt und wenn nötig dafür auch auf die Straße geht. Hier scheint es mir aber nicht angebracht – denn von diesem Projekt können langfristig fast alle profitieren. Gegen »Stuttgart 21« zu sein – das ist inzwischen zum Trend geworden, mich überzeugt er nicht.

Volker Seybold ist Pastor im Bezirk Kirchheim/Teck.


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26 ::: Rätsel

Paulus schrieb an diese ­Gemeinde Auflösung des Rätsels aus dem letzten Heft 20/2010 Waagerecht: 1.Getrost; 4. Strasse; 8. Ben; 9. Rettung; 12. Nei; 13. Tat; 15. Han; 16. Eco; 18. Yes; 19. Amt; 20. Fan; 22. Bit; 23. Sem; 25. Raa; 27. Habakuk; 29. Kos; 30. Nehemia; 31.Jakobus. Senkrecht: 1. Gebot; 2. Tun; 3. Ohr; 5. Rpg; 6. Sen; 7. Elias; 10. Tan; 11. Ute; 14. Tot; 15. Hof; 17. Oft; 18. Yds; 19. Asron; 21. Neb; 22. Bbk; 24. Moses; 26. Ach; 27. Ham; 28. Krk; 29.Kob

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Maya und Domenico: Auf immer und ewig?

Der neue Katalog ist da!

Brunnen Basel kartoniert, 320 Seiten Best.-Nr.: 114.105 • 9,95 €

, Endlich erschienensse rie! der Band 6 der Erfolg

Ja, ich möchte

Die 17-jährige Maya und ihr Freund Domenico müssen mit einer Schocknachricht klarkommen: Mayas Mutter hat Bauchspeicheldrüsenkrebs. Während ihre Eltern einen Spezialisten in Basel aufsuchen, steht Domenico Maya in ihrem dunklen Tränental mit aller Kraft zur Seite. Doch auch sein Leben ist kompliziert: Manuel, Carrie, Bianca und auch seine Mutter verlangen ihm einiges ab. Außerdem wird er von Straßengangs bedroht. Die Lage spitzt sich zu, was sie zu einer schnellen Entscheidung bezüglich ihrer Zukunft zwingt.

Bereits erschienen aus der Reihe Maya und Domenico: Band 1: Die krasse Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft Best.-Nr.: 113.797 • 9,95 € Band 2: Liebe zwischen zwei Welten Best.-Nr.: 113.903 • 9,95 € Band 3: Entscheidung mit Folgen Best.-Nr.: 114.004 • 9,95 € Band 4: So nah und doch so fern Best.-Nr.: 114.040 • 9,95 € Band 5: Schatten der Vergangenheit + CD Best.-Nr.: 114.082 • 12,95 €

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unterwegs Herausgegeben von der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland Ludolfusstraße 2-4 60487 Frankfurt am Main Zeitschriftenredaktion im Medienwerk der EmK: Redaktionsleiter Volker Kiemle Stellvertretender Redaktionsleiter Michael Putzke Ludolfusstraße 2-4 60487 Frankfurt am Main Telefon 069 242521-150 Telefax 069 242521-159 E-Mail: unterwegs@emk.de Vertrieb • Anzeigen- und Abonnementsverwaltung: Blessings 4 you GmbH Postfach 31 11 41 · 70471 Stuttgart Telefon 0711 83000-51 Telefax -50 Anzeigendisposition: E-Mail: anzeigen@blessings4you.de Es gilt der Anzeigentarif 2009. Bezugspreise: Bei Bezug über die EmK-Gemeinde: im Quartal € 12,50. Bei Direktlieferung durch die Post: jährlich € 50,– + Versandkosten. Direkt gelieferte Abonnements verlängern sich jeweils um ein Jahr, wenn bis zum 30. September keine schriftliche Kündigung vorliegt. DTP-Produktion: Grafisches Atelier Arnold, 72581 Dettingen an der Erms Herstellung: frechdruck GmbH, 70499 Stuttgart Einheftungen in dieser Ausgabe: Evangelisationswerk Beilagen in dieser Ausgabe: Brunnen, Francke

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28 ::: Portrait

Traditionen bewahren und Neues wagen

Johannes ­Knöller freut it einem lachenden und einem weinenden sich auf seine Auge hat Johannes Knöller sein Amt als neue Aufgabe Superintendent des Reutlinger Distrikts anals Superinten- getreten. Für mehr als 30 Gemeindebezirke mit rund 90 dent des ReutGemeinden zwischen Ostalb und Schwarzwald ist der linger Distrikts.

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Foto: Volker ­K iemle

45 Jahre alte Theologe nun zuständig. »Meine Aufgaben werden vielfältiger, mein Aktionsgebiet größer. Darauf freue ich mich«, sagt Knöller. Neun Jahre war er Pastor in Reutlingen und betreute dabei auch die Gemeinden in Rommelsbach, Eningen und Gomaringen. Den direkten Draht zu den Gemeindemitgliedern werde er vermissen, betont der Pastor. Statt Gemeindeabende zu theologischen und gesellschaftlichen Fragestellungen zu organisieren – einer seiner bisherigen Schwerpunkte –, wird Knöller in den kommenden Jahren nun vor allem reisen. Doch seiner Leidenschaft für die Predigt kann er weiterhin nachgehen: Jeden Sonntag wird er eine andere Gemeinde besuchen.

Viel Gremienarbeit steht auf dem Programm des neuen Superintendenten – er hat die Bezirkskonferenzen zu leiten. Doch in erster Linie sieht sich Knöller als Ansprechpartner für die Pastoren und zwar »Tag und Nacht«, wie er betont. »Ich glaube, viele Gemeindemitglieder können sich nicht vorstellen, wie einsam sich ein Pastor fühlen kann«, sagt Knöller. Er selbst kennt das Pastorenleben von Kindesbeinen an: Sein Vater war Pastor der EmK. »Alle paar Jahre mussten wir umziehen«, erzählt Knöller. Dass er in die Fußstapfen seines Vaters treten würde, das war Johannes Knöller lange nicht klar. Nach dem Abitur studierte er, arbeitete in verschiedenen Branchen und legte sich nach einem Gemeindepraktikum schließlich auf die Theologie fest. Wichtig war ihm jedoch, an der Tübinger Universität auch Seminare in Philosophie zu belegen. Ganz bewusst habe er sich auch mit anderen, nichtchristlichen Standpunkten auseinandergesetzt, sagt Knöller. Auch als Pastor hat Knöller stets Wert darauf gelegt, Kontakte zu anderen Konfessionen und Religionen zu pflegen. Seine Aufgabe als Superintendent sieht er vor allem darin, Richtungen vorzugeben und Wege aufzuweisen. »Ich besuche die Gemeinden und beobachte, wo etwas in Bewegung ist und wo etwas Neues angeschubst werden muss.« Wichtig ist ihm dabei, eine Balance zwischen Fortschritt und Tradition zu finden. »Ich bin offen für neue Gemeinde- und Gottesdienstformen«, sagt Knöller und berichtet von einem Projekt in Metzingen. Die dortige Gemeinde war vor einigen Jahren geschlossen worden. Nun will ein junger Pastor mit anderen Gottesdienstformen und -zeiten neu beginnen. Dieses Projekt möchte Knöller unterstützen und dem Pastor möglichst viel Freiheit lassen. Andererseits plädiert der Superintendent dafür, »nicht jeder Mode hinterherzuspringen«. Neuerungen seien in der Kirche notwendig, aber nicht um jeden Preis. »Wir sollten uns auf das Ursprüngliche besinnen. In jeden Gottesdienst gehört es, aus der Bibel vorzulesen. Und auch unsere traditionellen Lieder sollten wir bewahren.« Mindestens acht, längstens zehn Jahre wird der passionierte Langstreckenläufer als Superintendent fungieren. Danach freut er sich darauf, wieder als Gemeindepastor zu arbeiten, dicht an den Menschen dran. »Das höchste Amt, das unsere Kirche zu vergeben hat, ist sowieso das Amt des Gemeindepastors«, sagt er.  Gerlinde Wicke-Naber

unterwegs 21/2010  

Das Magazin der Evangelisch-methodistischen Kirche

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