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Antje Haugg

Wissen kann tödlich sein

RWG KRIMI

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ELVEA

www.elvea-verlag.de Kontakt: elveaverlag@gmail.com © ELVEA 2017 Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf, auch teilweise, nur mit Genehmigung des Verlages weitergegeben werden. Autor: Antje Haugg Lektorat: Maite Schmidt / Sabrina Haugg Grafik: Katharina Bouillon Layout: Uwe Köhl

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Ein paar Sätze vorneweg: Auch wenn einige Personen, die in diesem Roman vorkommen, wie Katharina Wagner oder das Ehepaar Kremnitz, nicht etwa frei erfunden sind, sondern tatsächlich in Bayreuth oder Emtmannsberg leben, so möchte ich doch betonen, dass dieser Krimi reine Fiktion darstellt und somit sämtliche Vorkommnisse nicht in Verbindung zu tatsächlichen Geschehnissen stehen. Meines Wissens gab es niemals eine Zweistein-Sonate. Alle Sagen und Mythen, die sich um dieses Stück ranken, sind ebenso Produkte der Autorenfantasie wie die gesamte Familie Zweistein sowie Alberts Verbindung zu Siegfried Wagner. Ebenfalls frei erfunden sind sämtliche Gerüchte um die Verstrickung unserer handelnden Personen in den Brand der Kristalltherme und um die Ausweisung von neuen Baugebieten rund um Bayreuth. Vorab entschuldigen möchte ich mich bei allen Lesern, die enttäuscht darüber sind, dass Lotte Kerner nicht durchgehend Dialekt redet. Aber mit Rücksicht auf alle nichtfränkischen Leser erschien es mir ratsam, bei leicht lesbarer Sprache zu bleiben – von einigen Ausrutschern abgesehen. Zuletzt: Es ist mir klar, dass das Kellerfest normalerweise im August stattfindet. Aus ermittlungstaktischen Gründen musste dieser Termin leider verschoben werden.

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Prolog Das Mädchen saß am Klavier, völlig selbstvergessen spielte sie. Tauchte ein in die Musik, wurde Teil der Sonate, erfüllte den Raum mit mystischem Leben. Weite Passagen spielte sie bereits auswendig, nur ab und zu noch ein schneller Blick auf die Noten. Die Melodie, die Kritiker in Kürze mit ›genialer als Liszt und Wagner – ein neuer Stern ist am Bayreuther Musikhimmel aufgegangen‹ beschreiben würden, erklang nur für das Mädchen. Kein Zuhörer, dem es erlaubt gewesen wäre, diese schweren, vollen Akkorde zu genießen. Kein Lehrer, der fasziniert den Klängen seiner Schülerin gelauscht hätte. Nein, sie spielte nur für sich. Tränen liefen über ihr Gesicht, Tränen heißer und wehmütiger Trauer um ihren Vater. Diese Noten waren das, was er ihr anvertraut und vermacht hatte. Diese Musik war sein Vermächtnis an sie. Abgelenkt durch einen flüchtigen Schatten blickte sie kurz hoch und zu dem ebenerdigen Souterrainfenster hinüber. Für einen Augenblick, der sich auf magische Weise endlos ausdehnte, schaute sie direkt in diese stahlblauen Augen, die sie zu fressen schienen und in denen sie gleichzeitig zu ertrinken drohte. Dann löste sich der Bann, sie zuckte zusammen, und der Mann am Fenster ebenso. Das Gesicht verschwand so plötzlich, wie sie es erblickt hatte. Ihr Herz schlug mit einem Male laut und schwer. Grauen erfüllte sie, und die Worte ihrer Mutter klangen in ihren Ohren, als wäre der Streit zwischen ihren Eltern erst gestern 6 © ELVEA 2018 www.elveaverlag.de


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gewesen: »Deine verfluchten Noten werden noch Unglück über unsere ganze Familie bringen!« Verwirrt und verängstigt, mit fahrigen Bewegungen, raffte sie die Notenblätter zu einem unordentlichen Stoß zusammen, drückte sie an ihre Brust und stand auf. Es würde am besten sein, jetzt zu gehen. Wieder ein Schatten, diesmal am Fenster ganz hinten. Er kam hierher! Er lief um das Gebäude herum! Von Panik gepackt drehte sie sich um und lief aus dem Musiksaal. Die einzige unversperrte Tür nach draußen würde sie direkt in seine Arme führen. Hektisch blickte sie sich um – der Kohlenkeller! Sie lief nach links, durch die offene Tür, die sie schnell und leise hinter sich zuzog. Vor ihr der lange dunkle Kellergang, nach links zweigte der Kohlenkeller ab, den sie nur kurz beachtete. Geradeaus das schwere alte Holztor. Sie wusste, dass es sich von innen verriegeln ließ. Zitternd lief sie darauf zu, schlüpfte hindurch auf die andere, die sichere Seite. Suchte mit fahrigen Bewegungen im Halbdunkel nach dem Riegel, schob ihn nach rechts. Ließ erleichtert los. Doch mit leisem Knarren schwang das Tor ein paar Zentimeter auf. Jetzt, da ihre Augen sich an die Dämmerung gewöhnt hatten, sah sie warum: Die Öse des Riegels war aus der Wand gebrochen, der Putz abgebröckelt, der zugeschobene Riegel fand keinen Halt. Ohne nachzudenken eilte das Mädchen los, immer weiter, bis eine kalte Mauer ihren panischen Lauf unsanft abbremste. Sie schüttelte in einem kurzen Reflex ihren brummenden Kopf, sah sich um, erkannte, wo sie war. Links ging es weiter, noch ein paar Meter, dann durch eine Tür nach oben ins Schulgebäude. Sie suchte gar nicht erst nach einen Schlüssel. Sie wusste, dass hier nie einer steckte. 7 © ELVEA 2018 www.elveaverlag.de


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Kurz und angespannt lauschte sie, ob er ihr wohl folgte. Als sie nichts hörte, beruhigte sie sich ein wenig, nahm sich die Zeit nachzudenken. Dann huschte sie lautlos und erleichtert die kalten Steintreppen nach oben, auf die Holztreppe, die in den Dachboden führte. Dort konnte sie sich verstecken, dort würde sie sicher sein … Sie war nicht eingeschlafen in ihrem Versteck zwischen den alten Möbeln und Vorhängen. Nein, sie hatte höchstens ihre Erschöpfung gefühlt beim langen Warten. Es wurde schon dunkel draußen. Irgendwann würde sie gesucht werden, da war sie sich sicher. Und dann wäre sie außer Gefahr. Leises Knarren brachte ihre Panik zurück. Sie hielt den Atem an, betete verzweifelt darum, sich das nur eingebildet zu haben. Vergeblich – erneutes Knarren auf der Holztreppe. Er kam herauf! Er wusste, dass sie hier war. Das Unglück kam über ihre Familie. Es blieb ihr nur noch eine einzige Möglichkeit – der Turm! Die Notenblätter eng an ihre Brust gepresst huschte sie zu der Tür, hinter der eine steile Hühnerleiter hinauf in den Uhrenturm führte. Wild entschlossen kletterte sie hoch – er würde die Tür nicht finden. Er würde die Leiter nicht finden. Er würde gar nicht daran denken, dass hier noch ein Turm war. Sie irrte sich. Er redete in ganz normalem, leichten Plauderton, aber jedes Wort jagte ihr eine neue Gänsehaut über den Nacken. »Margarethe, komm doch her zu mir. Ich bringe dich nach Hause. Und vorher spielst du mir noch einmal das schöne Stück vor, das ich bis nach draußen gehört habe. Nun komm schon, Mädelchen. Du kennst mich doch. Sieh nur, es wird 8 © ELVEA 2018 www.elveaverlag.de


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schon dunkel. Die Leute werden reden, wenn du nicht bald nach Hause kommst. Du willst doch sicher kein Gerede. Hat deine arme Mutter nicht genug Sorgen? Komm her, ich bringe dich sicher nach Hause.« Mit schreckgeweiteten Augen sah sie umher – sie saß in der Falle. Kein Weg nach draußen. Wirklich kein Weg? Das Kippfenster. Sie war klein und zierlich für ihr Alter, sie könnte sich hindurch quetschen und auf das Dach klettern. Dorthin würde er ihr nicht folgen können, er war zu groß. In ihrer Not vergaß sie ihre Höhenangst, die sie normalerweise schon in der zweiten Etage zurückschrecken ließ, wenn sie aus dem Fenster sah. Mit fliegenden Fingern drückte sie den Fensterriegel auf, kippte das Fenster und schlüpfte kopfüber hinaus. Sie schrie laut auf, als sie den harten Griff um ihre Fußknöchel spürte. Sie war zu langsam gewesen. Er hatte sie eingeholt. Er würde sie zurückziehen in den Turm und dann … Wieder irrte sie. Doch die Zeit zwischen dem heftigen Stoß und dem harten Aufprall auf dem gepflasterten Schulhof reichte nicht wirklich aus, um diesen Irrtum zu erkennen. Das Mädchen lag sterbend in der Dunkelheit. Einige Notenblätter flatterten unschlüssig umher, bis der mit den stahlblauen Augen kam und sie einsammelte. Schließlich zog er auch das letzte Blatt aus der Hand des Mädchens, das diese im Todeskampf noch krampfhaft umklammerte. »Warum hast du nur nicht auf mich gehört? Mädchen in deinem Alter haben in der Dunkelheit nichts draußen verloren. 9 © ELVEA 2018 www.elveaverlag.de


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Das weißt du doch. Du hättest dich von mir heimbringen lassen sollen. Wirklich.« Wieder dieser Plauderton, der diesmal durch ein anschwellendes Rauschen in ihren Verstand sickerte. Er betrachtete das Mädchen interessiert, den dünnen Blutfaden, der aus ihrer Nase rann und sich auf der Wange mit dem dickeren Blutfaden aus ihrem Mundwinkel vereinte. Die zuckenden Augenlider, unter denen die Augäpfel immer wieder wegrollten, sodass man nur das Weiße sah. Die seltsam verdrehten Gliedmaßen, durch zahlreiche Knochenbrüche zu einem skurrilen Kunstwerk verformt. Schließlich wurde ihr Blick für einen kurzen Moment klar – sie starrte ihn an, anklagend, schmerzerfüllt, voll Unverständnis. Tauchte ein in das Stahlblau seiner Augen. Und verging.

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Gegenwart »Oh mein Gott – was hab ich mir nur dabei gedacht?« Doris Lech starrte auf den Nordbayerischen Kurier, der ausgebreitet vor ihr auf dem Küchentisch lag. Sie war von einer seltsamen Mischung aus Ungläubigkeit und Frustration erfüllt und schlug schließlich mit der flachen Hand auf die aufgeschlagene Doppelseite mit den Veranstaltungshinweisen. Was ihr da entgegen grinste, frisch gedruckt mit abfärbendem Schwarz auf dünnem Weiß, das war mehr als eine Frechheit, zumindest in Doris' Augen. Es war – einfach nichts. Michaeli-Kerwa in Weidenberg, Tattoomesse in Bindlach. Bayreuther Autoherbst in der Fußgängerzone. Ein Kinderkonzert vom Spatzenchor. Am Sonntag eine Führung durch den ökologisch-botanischen Garten, unter dem Motto ›Herbst im ÖBG‹. Eine vermutlich mehr als laienhafte Theatervorstellung der ›Bühnensprinter‹, eines nichtssagenden Sportvereins, mit dem Titel ›Es fallen die Blätter und die Leichen‹. Bayreuther Wochenmarkt in der renovierten Rotmainhalle am Samstag von 7 bis 13 Uhr. Und im Rotmaincenter eine Sonderausstellung zum Thema ›unsere Jüngsten malen mit Fingerfarben‹. Nichts, aber auch überhaupt nichts von all den Dingen, die Doris spontan eingefallen waren, als sie vor einem halben Jahr diese verhängnisvolle Stellenausschreibung gelesen hatte. Bayreuth – Wagner, Liszt: 11 © ELVEA 2018 www.elveaverlag.de


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Musikhimmel pur, wohin man hörte, wie man sich drehte. Das hatte sie gedacht. Kultur pur. Sie hatte eine Lohengrin-CD eingelegt und ihre Bewerbung geschrieben, ohne auch nur einen Augenblick nachzudenken, ohne zu recherchieren. Und sie war eingestellt worden. Hatte alle Brücken hinter sich abgebrochen, ohne mit der Wimper zu zucken. Köln – passé. Lange genug war sie wieder und wieder übergangen worden, wenn Beförderungen anstanden. Lange genug war sie von ihren Vorgesetzten mit Nichtachtung gestraft, von den Kollegen schief angeschaut worden. Genau genommen, seit sie zu tief in ein Wespennest in der Baubehörde gestochert hatte. Vielleicht hätte sie auf ihren Chef hören sollen, als der damals zu ihr sagte: »Frau Lech, lassen Sie es einfach bleiben. Es gibt Dinge, die Sie nicht aufrühren sollten. Im Interesse der Öffentlichkeit und in Ihrem eigenen.« Eine flammende Rede hatte sie ihm damals gehalten über das Interesse der Öffentlichkeit und was sie dem schuldig war. Und hatte angefangen, die Dinge aufzurühren, die er unangetastet sehen wollte. Sie war nicht weit gekommen. Es gab Leute, die am längeren Hebel saßen und das auch gnadenlos ausnutzten. Und von da an hatte sie in Köln kein Land mehr gesehen. Bayreuth – das klang für sie als Liebhaberin der Wagner-Opern wie das Paradies schlechthin. Und aus diesem Grund hatte sie sich um diesen Job beworben ohne groß zu recherchieren, ohne sich zu informieren. Was für sie total untypisch war. Doris Lech war be12 © ELVEA 2018 www.elveaverlag.de


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kannt als die kühle Denkerin, die abgeklärte logische Ermittlerin. Diese Doris hätte sich vorab erkundigt, was denn in Bayreuth los war, wenn der letzte Vorhang der Saison gefallen war am Grünen Hügel. In den elf Monaten, in denen das Wort Weltstadt hier keine Bedeutung hatte. Kurzum – ihr Umzug Anfang September war zur denkbar ungünstigsten Zeit erfolgt. Wagner hatte ausgedient für dieses Jahr, alle schienen sich erst einmal erholen zu wollen von der Überdosis Kultur der letzten vier Wochen. Nichts war geblieben von den Klängen der Mitwirkenden des Jugendfestspieltreffs, die im Sommer die Fußgängerzone erfüllt hatten. Nichts von dem internationalen Flair, der sich jeden Sommer, ausgehend vom Grünen Hügel, über die Stadt legte wie ein bunter Schleier. Die Gehsteige wurden wieder hochgeklappt, die Kulturstadt verfiel in den alljährlichen Dornröschenschlaf. Doris Lech hätte am liebsten losgeheult. Diese Seite mit den jämmerlichen Veranstaltungshinweisen machte ihr klar, wie dämlich sie war. Ihr Chef hatte Recht gehabt, damals schon, als er sie weltfremd genannt hatte. So, als hätte er bereits da geahnt, zu welchen Dummheiten sie sich noch würde hinreißen lassen. Was hatte sie sich nur dabei gedacht? Wütend griff sie nach der Kaffeetasse und nahm einen hastigen Schluck. Prompt verbrühte sie sich die Zunge, was ihr wie ein Sinnbild ihrer verkorksten Existenz erschien. Hals über Kopf alles aufgegeben. Ihren Job, der auch ohne Beförderungen zumindest sicher gewesen war, die 13 © ELVEA 2018 www.elveaverlag.de


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großzügige Wohnung mit Rheinblick in der Stadtvilla ihrer Eltern, ihren Freundeskreis, ihre Beziehung, die Vielfalt der Veranstaltungen. Doris atmete tief durch, blätterte im Kurier und trank einen weiteren Schluck Kaffee, diesmal vorsichtiger und bewusster. Nein, es war die richtige Entscheidung gewesen. Das musste sie sich nur ab und zu bewusst vor Augen halten. Wenn sie ehrlich war – und das fiel ihr leichter, wenn sie diesen Veranstaltungskalender nicht vor Augen hatte –, dann war ihr Job in den letzten Jahren mehr als mies gewesen. Die wirklich interessanten Fälle waren nicht mehr Doris zugeteilt worden, sondern ihren Kollegen. Sie war zwar Kriminalhauptkommissarin, aber ihre letzten Beurteilungen waren durchweg negativ gewesen, was nicht an ihrer Arbeit lag, wie sie genau wusste. Es lag daran, dass sie damals weitergegraben hatte in Dingen, die sie nichts angingen. Zumindest nach Ansicht ihres Chefs. Die Wohnung war in Wirklichkeit viel zu groß für sie allein gewesen, darüber konnte auch der Rheinblick nicht hinwegtäuschen. Peter hatte nie auch nur ansatzweise daran gedacht, dort einzuziehen. Eigentlich hatte er nie an eine ernsthafte Beziehung gedacht. Und sie hatte das nur nicht wahrhaben wollen. Jetzt war sie 37 Jahre alt, hatte sieben Jahre damit verbracht, auf einen Heiratsantrag zu warten, der nie gekommen war. Nicht einmal eine gemeinsame Wohnung hatte Peter gewollt. Und auch das lag mit Sicherheit zumindest teilweise an dieser unsäglichen Geschichte. Als Stararchitekt konnte man schlecht mit einer Begleiterin auftreten, die der 14 © ELVEA 2018 www.elveaverlag.de


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Baubehörde ans Bein gepinkelt hatte. Gelegentliche gemeinsame Nächte, zu mehr hatte es nicht gereicht. Mehr Wir-Gefühl war da nicht gewesen. Von ihrer Familie, ihren Eltern waren immer nur sanft verhüllte Vorwürfe gekommen. Zuerst darüber, dass sie ihr Architekturstudium abgebrochen hatte und stattdessen zur Kripo gegangen war. Doris Lech, Tochter des stadtbekannten Bauunternehmers, alteingesessener Kölner Geldadel – wie konnte sie nur? Dann darüber, dass sie es nicht geschafft hatte, Peter an sich zu binden. Das wäre die Wiedergutmachung gewesen, die ihre Eltern sich erhofft hatten. Ein prominenter Name, ein erfolgreicher Schwiegersohn – wieder nichts. Damit eng verbunden die Nachwuchsfrage. Doris als einzige Tochter, die ganze Hoffnung der Familie. Kinder hätte sie gebären sollen, um den Namen fortzutragen in eine weit entfernte, unbekannte Zukunft hinein. Und was hatte sie gemacht? Einfach nichts. Was jetzt wirklich nicht ihre Schuld gewesen war. Es hatte durchaus eine Zeit gegeben, in der Doris nichts lieber getan hätte als eine Familie mit Peter zu gründen. Er war es gewesen, der das abgeblockt hatte. Vielleicht hätte sie ihm viel früher den Laufpass geben und sich jemand anderen suchen sollen. Aber wie, wenn das Herz nicht mitspielte? Ach, und die Veranstaltungen. Die hatte sie gar nicht so häufig besucht, dass sie ins Gewicht fallen würden. Wenn sie ganz ehrlich war, dann hatte es sie eher gelangweilt oder genervt, immerzu dieselben Leute auf denselben Konzerten, und immer war sie die gebrandmarkte Außenseiterin gewesen. Außerdem war ihr 15 © ELVEA 2018 www.elveaverlag.de


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Freundeskreis drastisch geschrumpft in den letzten Jahren. Sie war kein Enfant terrible, sie war einfach eine Nestbeschmutzerin in den Augen vieler Bekannter. Nein, es war schon richtig gewesen, Köln den Rücken zuzuwenden. Daran änderte auch dieser dürftige Veranstaltungskalender im NK nichts. Es würden andere Zeiten kommen. Ihre Assistentin Lotte Kerner hatte einiges aufgezählt, worauf Doris sich freuen konnte. Jazznovember, Konzerte im Reichshof, Osterfestival, Studiobühne. Auch wenn die Stadthalle durch die Generalsanierung noch für längere Zeit als Spielstätte ausfallen würde, warteten doch einige interessante Aufführungen auf Doris. Nur eben nicht heute oder morgen. Was diesen Trost schal schmecken ließ. Doris starrte durch das kleine Küchenfenster nach draußen. Viel war nicht zu erkennen im Nebelgrau dieses frühen Samstagmorgens. Und viel mehr würde ihr dieses Wochenende auch nicht zu bieten haben, da biss die Maus kein Fädchen ab. Sie trank noch einen letzten Schluck ihres lauwarmen, ebenfalls schal schmeckenden Kaffees, raffte die Zeitung zusammen und zog ernsthaft in Erwägung, ihrer Vermieterin einen Besuch abzustatten. Vielleicht hatte Frau König ja einen brauchbaren Vorschlag, was die Wochenendgestaltung betraf. Und nachdem sie im gleichen Haus wohnte, war das ja keine Weltreise. Andererseits – mit zwei Kindern, dem zehnjährigen Jonas und der sechs Jahre älteren, mitten in der Pubertät steckenden Lena, hatte Frau König vermutlich eine ganz andere Vorstellung von gelungener Freizeitgestaltung als sie selbst. Mit einem leisen Seufzer griff Doris nach ihrem Handy und schrieb eine Nachricht an 16 © ELVEA 2018 www.elveaverlag.de


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Lotte, in der festen Gewissheit, dass die nicht vor halb zwölf antworten würde, weil sie garantiert gestern Abend unterwegs gewesen war. Danach machte sie sich stadtfertig und stattete dem Wochenmarkt einen Besuch ab. Dort fing noch der frühe Vogel den Wurm. So erwischte Doris eines der begehrten Buchauer Holzofenbrote und ein Pfund der letzten geschmacksintensiven Campari-Eigenanbautomaten der Gärtnerei Gräbner. Langschläfer wie Lotte verpassten da so einiges an Genuss. Mit etwas besserer Laune und ihrer Beute im Weidenkorb schlenderte Doris anschließend durchs Rotmaincenter und sah sich nach einem neuen Mantel um. Die triste Farbgebung der neuen Kollektion war durchaus geeignet, Depressionen zu wecken. Schließlich entdeckte sie ein mausgraues Mäntelchen, das wenigstens pfiffig geschnitten war, und nahm es kurzentschlossen mit. Dann noch ein kurzer Blick auf die wesentlich farbenprächtigere Ausstellung. Die Werke der kleinen Künstler standen doch tatsächlich zum Verkauf! Irritiert schaute Doris genauer hin. Ja, die Bilder konnten erworben werden, zugunsten des SOSKinderdorfes Immenreuth. Vermutlich waren es zu 90 Prozent Eltern und Großeltern, die das Projekt finanzierten. Mit einem Mal bekam Doris ein wehmütiges Gefühl, kombiniert mit schlechtem Gewissen darüber, dass sie beinahe achtlos vorbeigegangen wäre. Sie begutachtete Bild für Bild. Fast 200 Euro hatte sie gerade für ihren Mantel ausgegeben – wofür eigentlich? Nur weil ihr alter schon drei Jahre auf dem Buckel hatte? Sie starrte auf die Einkaufstasche, dann drehte sie kurzentschlossen um und trug den Mantel zurück in das 17 © ELVEA 2018 www.elveaverlag.de


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Geschäft. Wenig später stand sie wieder vor den Bildern. Nach kurzem Zögern entschied sie sich für das Werk der kleinen Miriam, das wohl eine explodierende Blumenwiese darstellen sollte oder vielleicht auch ein Feuerwerk bei Tag – es hatte leider keinen Titel und ließ daher viel Raum für Interpretationen. Das Mantelgeld wanderte in die Kasse des Kinderdorfs, und Doris klemmte sich das Kunstwerk unter den Arm. Zuhause angekommen hängte sie den Spitzweg-Druck ab, der nach Frau Königs Ansicht die möblierte Wohnung perfekt abrundete. Stattdessen kam der Neukauf an die Wand, Doris beschriftete einen großen weißen Aufkleber mit dem Text ›Weltuntergang in Es-Dur‹ und klebte diesen in die untere rechte Ecke. Zufrieden grinsend trat sie einen Schritt zurück und begutachtete das Werk. Perfekt! Das war genau die Portion Sarkasmus, die zu ihrer Stimmung passte. Sie machte sich noch einen Kaffee, bestrich zwei Scheiben ihres Buchauer Brotes mit ebenfalls am Wochenmarkt gekaufter Butter, schnitt sich drei Tomaten auf und salzte sie. Doch, Bayreuth hatte durchaus seine guten Seiten, auch abseits des Festspielhügels. Doris angelte ihr Handy aus der Jackentasche und sah nach, ob Lotte ihr schon geantwortet hatte. Tatsächlich war ihre Assistentin mittlerweile aufgewacht und hatte den ultimativen Veranstaltungstipp: Staudenbörse in Emtmannsberg heute ab 14 Uhr – Kaffee und Kuchen, Pflanzentausch und die definitiv weltbeste Biskuitrolle mit Bananen. Ich bin auf alle Fälle dort. Die Kommissarin starrte auf den Text. Sie hätte gerne angenommen, dass Lotte einen Scherz machte. 18 © ELVEA 2018 www.elveaverlag.de


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Aber daran glaubte sie nicht wirklich. Lotte würde tatsächlich dort sein, und sie würde mit Feuereifer mitmischen. Vor zwei Wochen erst war sie auf den dringenden Rat ihrer Assistentin zum Emtmannsberger Knoblauchfest gegangen, und auch da war Lotte mitten im Zentrum des Geschehens herum gesaust. Hatte mit Begeisterung bedient, hatte Doris mit halb Emtmannsberg bekannt gemacht und ihr eine Auswahl an zugegeben sehr leckeren Knoblauchspezialitäten auf den Teller gepackt. Staudenbörse. Warum eigentlich nicht? Vielleicht gab es dort auch Zimmerpflanzen, ihre Wohnung war schrecklich kahl und konnte ein wenig Grün vertragen. Und mit etwas Glück kam die Sonne später durch, und dann konnte die 20°-Marke noch einmal geknackt werden – zumindest verkündete die Mainwelle-Moderatorin Nina Blindzellner das voller Optimismus auf der ›Maawelln‹. Doris Lech suchte sich ein Outfit heraus, das ihrer Meinung nach zu einer Staudenbörse passte, zog sich Jeans und Poloshirt an, darüber ihre hellbraune Lederjacke. Gartenschuhe besaß sie nicht, also entschied sie sich nach kurzem Zögern für hellbraune Stiefeletten, mit deren Absätzen sie garantiert in jedem Garten stecken bleiben würde. Ihr verhängnisvoller Tick, durch hohe Absätze größer wirken zu wollen als sie tatsächlich war, war heute eher kontraproduktiv. Wobei Doris mit ihren 1,67 problemlos die Auswahlkriterien der Landespolizei erfüllte. Aber die Jahre mit Peter hatten sie geprägt, neben dem gutaussehenden Hünen war sie nie wirklich aufgefallen – woran auch die Absätze nicht viel geändert 19 © ELVEA 2018 www.elveaverlag.de


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hatten. Sinnend starrte sie auf ihren Schuhschrank. Kein einziges straßentaugliches Paar Turnschuhe. Auch etwas, was sie wohl ändern sollte. Aber das hatte Zeit bis zum nächsten Samstag …

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Doris Lech suchte ebenso hektisch wie erfolglos nach einem alten Karton oder gar einer Klappkiste, um ihre Zimmerpflanzen zu verstauen – falls es dort überhaupt etwas für ihre Wohnung gab. Sie war ja erst unlängst die kurvige Strecke nach Emtmannsberg gefahren und wusste Eines sicher: haltlos herumrollende Blumentöpfe wollte sie weder den Pflanzen noch ihrem Auto zumuten. Wobei sie eh nicht viel in ihrem roten BMWCabrio unterbringen könnte. Mit einem frustrierten Seufzer gab sie die Suche auf und beschloss, stattdessen bei ihrer Vermieterin, Frau König, nach einem Karton zu fragen. Kurzerhand stieg sie ein Stockwerk höher und läutete. Schnelle Trappelschritte waren zu hören, dann riss Jonas die Wohnungstür derart schwungvoll auf, dass die Klinke an die Wand knallte. Aus der Küche tönte eine lautes und vorwurfsvolles »Jonas!«, was den Jungen aber kalt ließ. »Mama, die Frau Lech is da!«, brüllte er, ließ Doris einfach stehen und sauste in sein Zimmer. Frau König kam kopfschüttelnd aus der Küche. »Grüß Gott, Frau Lech. Tut mer leid, der Jonas widda. Der wart auf sein Patenonkel, der wollt mit ihm ins Kino, drum is er so aufgedreht. Kommen'S rein!« Doris folgte ihrer Vermieterin in die Küche und setzte sich auf den Stuhl, den Frau König ihr hinschob. Auf dem Tisch lag Suppengrün und Gemüse: Kartoffeln, ein Kohlrabi, zwei, drei kleine Zucchinis. 21 © ELVEA 2018 www.elveaverlag.de


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Frau König nahm ein Messer in die Hand und kümmerte sich wieder um das Mittagessen. Einen kurzen, wehmütigen Moment lang verglich Doris das Leben ihrer Vermieterin mit ihrem eigenen. Sie waren etwa im gleichen Alter, es hätte durchaus auch Doris sein können, die für eine Familie das Essen vorbereitete. Energisch wischte sie diesen Gedanken beiseite, als Frau König sie ansprach: »Und, um was geht’s denn? Is was mit Ihrer Wohnung?« Doris winkte ab: »Nein, alles bestens. Ich wollte nach Emtmannsberg fahren, da ist wohl heute eine Staudenbörse, und vielleicht finde ich dort ein paar Zimmerpflanzen. Aber ich habe keinen Karton, in den ich die Töpfe dann stellen kann. Und ich will mir nicht alles voller Erde bröseln. Deswegen wollte ich fragen, ob Sie vielleicht einen Karton oder eine Klappkiste hätten, die ich mir ausleihen kann?« Frau König hielt kurz inne und legte ihr Messer zurück auf den Tisch. »Na freilich. Aber warten's amoll – Emtmannsberch? Da wollt mer fei aa nausfahrn, ich brauchert a weng was für mein Gartn. Wolln's ned bei uns mitfahrn?« Das war natürlich ein vernünftiger Gedanke. Und so verabschiedete sich Doris innerlich von dem wesentlich unvernünftigeren Gedanken, bei strahlendem Sonnenschein und offenem Dach mit dem Cabrio nach Emtmannsberg zu fahren und stieg zwei Stunden später zu Frau König in den Familienkombi, der leicht nach Hund roch und voller Krümel war. Überrascht 22 © ELVEA 2018 www.elveaverlag.de


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stellte sie fest, dass nicht nur der Golden Retriever Bobby mitfuhr, sondern auch Lena König. Sie hätte das Mädchen eher im Rotmaincenter vermutet als auf einem solchen Ausflug. Als Doris eine diesbezügliche Bemerkung fallen ließ, kicherte Lena und meinte: »Keine Angst, ich geh nicht zum Blumen Aussuchen mit. Ich treff mich mit der Lisa und der Anna, weil wir ein Referat vorbereiten müssen.« Damit war das Weltbild von Doris Lech wieder zurechtgerückt. »Lisa? Heißt die zufällig Kerner?«, wollte sie von Lena wissen. »Ja, genau – kennen Sie die wohl? Ach ja, der Lisa ihre Schwester arbeitet ja auch bei der Polizei«, beantwortete Lena sich ihre Frage selbst. Lisas Schwester war niemand anderes als Lotte, Doris' quirlige Assistentin. Doris hatte das Mädchen, das Lotte wie aus dem Gesicht geschnitten war, auf dem Knoblauchfest gesehen. Frau König lächelte und meinte: »Bareid is halt a Dorf, da kennt jeder jeden.« Ja, das hatte Doris auch schon gemerkt. Es schien, als wäre hier ein unsichtbares Netz gesponnen, quer durch die Stadt, mit Fäden hinaus ins Umland, das jeden Bewohner umschlungen hielt. Noch fühlte Doris sich fremd hier, außen vor. Lotte Kerner allerdings legte sich gewaltig insAMAZON Zeug, um das zu ändern. Vom ersten Tag an hatte sie kein Hehl daraus gemacht, dass sie ihre Vorgesetzte schnellstmöglich integrieren wollte. Doris konnte sich noch gut an ihre erste Begegnung erinnern, als sie selbst etwas steif und ungelenk versucht hatte, die richtigen Worte zu finden. Lotte hatte 23 © ELVEA 2018 www.elveaverlag.de


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Ein herzliches Dankeschön geht an: Angelika Guder-Späth, die mich in ihr Team geholt, mit ihrer Begeisterung und ihrer Energie immer wieder mitgerissen und somit dieses Buch überhaupt erst ermöglicht hat, alle Teilnehmerinnen des P-Seminars ›Tatort Bayreuth – Spurensuche am RWG‹, die sich mit vielen Ideen, Textpassagen und Vorschlägen eingebracht haben, Maite Schmidt und Sabrina Haugg als eifrige Lektorinnen, Katharina Bouillon für die gelungene Covergestaltung, den Elvea Verlag für die spontane Zusage, unseren Krimi zu veröffentlichen, Katharina Wagner, die sich Zeit genommen hat für unsere Schilderungen und einige Änderungsvorschläge machte, und an meine Familie, die in den letzten Wochen mit meinen Nachtschichten leben und tagsüber auf Zehenspitzen um mich herum schleichen musste, während ich den Küchentisch mit meinem Laptop und unzähligen eng bedruckten Blättern belagerte und bei jeder Störung höchst unwillig reagierte.

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Lieber Bücherfreund, gerne stelle ich mich und meine Geschichten hier vor: 1965 in Bayreuth geboren, verheiratet und Mutter von vier Kindern, begann ich schon während meiner Schulzeit zu schreiben. Anfangs waren es Gedichte und Liedtexte, später kamen Kurzgeschichten dazu sowie ein erster Entwurf der ›Teufelsbraten‹. 1982 gewann ich den regionalen Lyrikpreis des ›goldenen Liebri‹, 1988 kam es zu einer ersten Veröffentlichung in der Anthologie ›Meine Gefühle schlagen Purzelbäume‹. Anschließend jedoch sorgte meine berufliche Tätigkeit für eine lange kreative Pause. Erst durch meine Kinder kam ich wieder zum Schreiben und konnte bereits mehrere Bücher veröffentlichen. Die Themen sind dabei breit gefächert: ›Prinzessin Mandarina‹ ist speziell für Leseanfänger gedacht. ›Auf geht’s, Minitigers‹ handelt von Freundschaft und Vorurteilen in einem Eishockeyteam. Bei den ›Teufelsbraten‹ geht es um erste Liebe, Patchworkfamilien und zwei anfangs verfeindete Banden, die sich mit der Zeit aber zusammenraufen und sogar gemeinsam Detektiv spielen. © ELVEA 2018 www.elveaverlag.de


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›Sternenstaub über Bayreuth‹ ist ein romantisches Buch über die erste Liebe, Schutzengel und die Suche nach einer verschollenen Mutter. Gänsehaut pur ist dagegen bei der ›Mordsfreundin‹ garantiert – zwei junge Mädchen zerbrechen an den düsteren Seiten des Lebens und reißen ihr Umfeld mit in den Abgrund. Der Bayreuth-Krimi ›Blutige Kufen‹ ist wieder im Eishockeymilieu angesiedelt. Kommissarin Julia Lehmann muss ermitteln und begeht dabei den Fehler, sich in einen Tatverdächtigen zu verlieben. In dem Bayreuth-Krimi ›Notenspur in Moll‹ werden Mord und Musik verknüpft und schlagen am Bayreuther Richard-Wagner-Gymnasium den Bogen von 1917 bis ins Hier und Jetzt. Daneben habe ich bereits für mehrere Anthologien Kurzgeschichten zu verschiedenen Themen verfasst. Fast ebenso wichtig und lieb wie das Schreiben sind mir die Lesungen geworden, die ich regelmäßig v.a. in Schulen der Region Bayreuth durchführe. Mein Hauptaugenmerk liegt dabei – wie auch beim Schreiben meiner Bücher – darin, Leute fürs Lesen zu begeistern, die bisher nichts mit Büchern anfangen können. Als logischer Schritt daraus resultiert auch meine Beteiligung am Leicht-Lesen-Projekt des Elvea Verlags, wo bereits ›Die Teufelsbraten‹, ›Prinzessin Mandarina‹ sowie ›Blutige Kufen‹ (in Großdruck) erschienen sind.

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Angelika Guder-Späth erblickte am 13.9.1960 in Herford das Licht der Welt, wo sie 1979 am KöniginMathilde-Gymnasium das Abitur machte. Nach den Studium der Landespflege an der FH Paderborn 1979/80 studierte sie ab 1980 in Würzburg Lehramt für Germanistik und Geschichte an Gymnasien. Es folgten eine dreijährige Tätigkeit als Mitarbeiterin am Historischen Atlas von Bayern, die Referendarzeit am Gymnasium Spardorf/Karlstadt und die Tätigkeit am Platen Gymnasium Ansbach bis 1994. In diese Zeit fiel auch ihre Heirat mit Hartmut Späth 1992. Nachdem 1994 ihre Tochter Isabell geboren wurde, zog die Familie nach Emtmannsberg bei Bayreuth um, 1997 dann nach Eckersdorf. 1999 kam die Tochter Victoria zur Welt. Seit 1995 bis heute ist Angelika Guder-Späth als Lehrerin am Richard-Wagner-Gymnasium in Bayreuth, wo sie seit dem Jahr 2000 auch alle Theatergruppen leitet. Ihr aktuelles Projekt ›Notenspur in Moll‹ im Rahmen des P-Seminars ›Tatort Bayreuth – Spurensuche am RWG‹ wird anlässlich des Schuljubiläums im Oktober 2017 am Richard-Wagner-Gymnasium aufgeführt. © ELVEA 2018 www.elveaverlag.de


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Und hier die Mittäter des P-Seminars ›Tatort Bayreuth – Spurensuche am RWG‹

Luisa Ermer, Alina Hägel, Charlotte Heß, Alexandra Heyse, Luisa Kania, Maja Lowack, Klara Popp, Lisa Prantschke, Amelie Salzborn, Alexandra Schmidt, Valerie Sell, Dominik Tobolewski, Alina Weiß, Hannah Ziegler und Nina Zöllner. Leider konnten auf dem Fahndungsfoto nicht alle Verdächtigen erfasst werden.

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Antje Haugg: Notenspur in Moll - Wissen kann tödlich sein (Leseprobe)  

Im Dammwäldchen in der Bayreuther Innenstadt wird die Leiche der Jurastudentin Tina gefunden. Schnell stellt sich heraus: Sie wurde ermordet...

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