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Dr. Enrico Savio

(1998-2003)

Die Schule ist viel zu wichtig ... Bis in den 1980er-Jahren hat sich der Vorstand des Landesverbandes der Elternvereine öffentlicher Pflichtschulen in Oberösterreich weitgehend aus bestellten Mitgliedern verschiedener Organisationen wie Katholischen Familienverband und Kinderfreunde zusammengesetzt. Mitte der 80er begann eine Initiative, die dann, von den Vereinen an der Basis ausgehend, engagierte Einzelpersonen in die Leitungsebene wählte. Damit löste das Top-down ein Bottom-up ab. Wesentlich bemerkbar machte sich das durch die Forcierung von so genannten Bezirksvertretern, die automatisch einen Sitz im Vorstand des Landesverbandes hatten. Auf der anderen Seite waren diese Vertreter auch bemüht die Vereine in den Regionen zusammenzuführen, um Informationen zu sammeln und auszutauschen sowie Erfahrungen und Anliegen in den Bereich des Landesverbandes einzubringen. Die Vertreter des Landesverbandes sahen es als ihre Aufgabe diese Punkte wiederum den Verantwortlichen, insbesondere im Landesschulrates, vorzutragen. Mit den amtierenden Präsidenten Hofrat Dr. Johannes Riedl und seinem Nachfolger hatte man offene, jedoch auch diskussionswillige Schulpartnerrepräsentanten seitens des Landes.

Schulgestaltung und –politik kümmerten, dürften ein gewisses, vielleicht auch nach Akzeptanz ringendes Novum gewesen sein. Elternvertretung wandelte sich damit, um es pointiert auszudrücken, vom Organisieren von Schulfesten, gesunde Jausen und Schulhofgestaltung zum Engagement um verbesserte Pädagogik und Bildung. Inhaltlich standen dabei sicher die Anliegen der Kommunikation – um es neutral zu formulieren - von Lehrer/innen und Schüler/innen im Mittelpunkt. Die pädagogischen Probleme, bis hin zu so genannten Problemlehrer/innen, wurden schnell Mittelpunkt der Debatten. Umgekehrt sind auch jene Kinder und Eltern offen zum Thema geworden, die - aus welchen Gründen auch immer -, für die Schulen und Pädagog/ innen eine harte Nuss darstellten. Die Analysen und Diskussionen sind retrospektiv gesehen, bei natürlich aller Akzentuierung der jeweiligen Partnerseiten mit einer Offenheit und einem Problembewusstsein geführt worden, die die Sorge um die Kinder im Focus behielt. Nicht so leicht war es allerdings mit manchen Lehrergruppierungen und -vertretern in einen vertieften Dialog zu kommen. Zu massiv dürften hier noch die Vorurteile bestimmend gewesen sein. Andererseits sind auch die vielen Bemühungen einzelner Schulen und ihrer Lehrer/innen wahrgenommen worden. Sie waren die Modelle einer Pädagogik im Interesse der Kinder und wurden vom Landesverband gerne zitiert. In diesem Sinne wurde die Schulpartnerschaft forciert, aus der Überzeugung dass ein konstruktiver Dialog mit Schule für die Kinder die beste Basis und den besten Lernerfolg bildet und das nicht nur auf behördlicher

Deutlich war zu spüren, dass dies auch eine Umstellung für die Behördenvertreter war, denn Eltern die sich organisierten und sich nicht nur um Detailfragen ihrer Schulkinder, sondern auch um die Grundsätze der 32

EV Festschrift  

50 jahre Landesverband der Elternvereine OOE

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