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Ausgabe 68 II. Quartal 2007 „Ich habe zu Hause ein blaues Klavier Und kenne doch keine Note. Es steht im Dunkel der Kellertür, seitdem die Welt verrohte....“

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SigurdRaschèr– Saxophonist des Jahrhunderts

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Fluchtpunkt Zürich Almanachüber das XIII. ELSForumin der Schweiz

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Drei Jahre„Exil-Archiv“ Polnischals 7. Sprache

ELSG-brief Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder, 1966   erschien   die   Else   Lasker­Schü­ler­ Biografie von Jürgen P. Wallmann, mit der er die Dichterin nach der Befreiung von der NS­ Diktatur wieder einem breiteren Publikum be­ kannt   gemacht   hat.   Sein   Buch   ist   zwar „inzwischen   längst   überholt...,   damals interessierten   sich   noch   nicht   sehr   viele Menschen für ELS. Und eine Gesellschaft, der ich   seit   Beginn   angehöre,   gab   es   natürlich auch noch nicht“, schreibt uns der Autor aus Münster. Zugleich schickte er  die Kopie eines Briefes   von  Günter   Eich,   den   die   ZEIT   jetzt zum 100. Geburtstag etwas überschwänglich „den wichtigsten deutschen Dichter der Nach­ kriegszeit“   genannt   hat.   Darin   klagt   Günter Eich,   dass   es   „kein   zweites   Gedicht   vom Range des Tibetteppichs gibt“: 

Anregungen vor,   die   uns   aus   Mitglie­ derkreisen   erreichten,   etwa   von   Albrecht Dümling aus Berlin. Der Musikwissenschaftler wies darauf hin, dass 2007 auch an  den 100. Geburtstag   von   Sigurd   Raschèr   zu   erinnern wäre: Selten   hat   die   Emigration   eines   großen Künstlers zu so vielen Herkunftsverwirrungen geführt wie bei diesem Pionier des Saxophons in   der   klassischen   Musik:   In Nachschlagewerken   wird   er   u.   a.   als schwedischer,   dänischer,   deutsch­ amerikanischer   oder   amerikanisch­schweizer Musiker   geführt.   Die   Gründe   dafür   sind vielfältig.   Sicher   ist,   dass   der   weltberühmte Saxophonist,   der   sich   sein   Instrument   als Autodidakt   angeeignet   hatte,   mit   der   Hitler­ Diktatur nichts zu tun haben wollte.   

Raschèr am 17. Mai 1907 in Elberfeld, dem Geburtsort   auch   von   Else   Lasker­Schüler. Der Saxophonist Wolfgang Schmidtke, der für die   WDR­Bigband   und   für   Hanna   Schygulla ELS­Gedichte vertont hat, möchte mit unserer Gesellschaft im Herbst ein Konzert zu Ehren von   Sigurd   Raschèr   in     Wuppertal organisieren.   Als   Moderator   ist   Albrecht Dümling   eingeladen,   der   sich  im   Verein   „re­ animata“   für   verfolgte   Musiker     einsetzt   und der in Berlin eine ähnliche Veranstaltung plant. Ebenfalls   100   Jahre   alt   wäre   (am   19.   März 2007)   Hans   Mayer   geworden.   Der Literaturwissenschaftler   und   Exilant   erzählte gern, wie er als kleiner Junge die Tür für Else Lasker­Schüler aufmachte, wenn seine Mutter wieder   einmal   in   Köln   ihre   Diners   für   arme Künstler gab.  

Wolfg. Schmidtke     Albrecht Dümling Sigurd Raschèr. Foto: Carina M. Raschèr

Auch wenn wir Eichs Meinung nicht teilen, so möchten wir sie Ihnen nicht vorenthalten. Mit der Kopie des Briefes von Günter Eich stellen wir Ihnen in dieser Ausgabe einige weitere 

„Die Wolken   waren   ihm   zu   braun“,   erzählt Tochter Carina, die mit dem Vater in den 60er Jahren   das   legendäre   „Raschèr­Quartett“ gegründet   hatte.     Ihr   Vater,   der   sieben Sprachen   beherrschte,   habe   sich   1933   über Dänemark   und   Schweden   aus   Deutschland absetzen können. Glückliche Fügungen waren Lehrstuhlangebote   der   Musikakademien   von Kopenhagen   und   Malmö.   Raschèr   heiratete 1938   eine   junge   schwedische   Malerin   und ging dann in die USA. Die Wurzeln der Familie väterlicherseits   reichen   zurück   in   die rätoromanische Schweiz. Geboren ist Sigurd 1

Eine Literaturgesellschaft wie wir es sind, lebt durch Mitglieder, die uns auf solche Ereignisse hinweisen.   Denn   die   wenigsten   von   Ihnen, meine Damen und Herren, können zu Veran­ staltungen wie die Jahreshauptver­sammlung nach   Wuppertal   kommen,   die   am   5.   März 2007   in   der   Gesamt­schule   Else   Lasker­ Schüler   stattgefunden   hat.   Die   Berichte   des Vorsitzenden und des Schatzmeisters sind im Internet   unter  www.else­lasker­schueler­ gesellschaft.de veröffentlicht. Wir schicken sie Ihnen auch gern  zu, bitten jedoch um einen Briefumschlag mit Rückporto. In   der   Versammlung   stellte   Helmut   Braun eindrucksvoll Rose Ausländer vor, die er als


ihr Verleger jahrelang in Düsseldorf betreut hat. Wir hoffen auf einige seiner Rose Ausländer­ Exponate  als Dauerleihgabe für  das Zentrum der   verfolgten   Künste,   das   im   noch   so genannten   Solinger   „Museum   Baden“   im Herbst die „Sammlung Serke“  als permanente Ausstellung präsentieren wird. Herzliche Grüße,  Ihr Hajo Jahn Zeitzeugen in der Schweiz Die   Vorträge   und   Lesungen   des   XIII.   ELS­ Forums in Zürich werden dokumentiert in Form eines weiteren Almanachs. Er erscheint erneut im Wuppertaler Peter Hammer Verlag und wird im   Herbst   zur   Frankfurter   Buch­messe herausgegeben. Vorgestellt werden in „Fluchtpunkt Zü­rich“ auch   Zeitzeugen,   die   die   Dichterin   noch gekannt und uns in der Schweiz angesprochen haben.   Zu   den   regelmäßigen   Gästen   des Züricher     Forums   und   der   Ver­anstaltungen während der Else­Lasker­ Schüler­Ausstellung „Erbittert nicht, aber traurig war ich“  in der   Zentralbibliothek   gehörten   u.a.   Hans Christoph   Binswanger,   Rudolf   Zipkes   und Judith Adler. Der   Wirtschaftswissenschaflter   Binswanger, emeritierter Professor aus   St. Gallen, gilt als profilierter   nichtmarxistischer   Geld­   und Wachstumskritiker.   Er   hatte   die   exilierte Dichterin als Kind durch seine Eltern kennen­ gelernt. Judith   Adler   erzählte,   wie   sie   als   Teenager Else   Lasker­Schüler   in   der   Wohnung   ihrer Mutter bei einer Lesung aus dem damals  noch unveröffentlichten   Gedichtband  „Mein blaues   Klavier“  in   Haifa   erlebt   hatte.   Die Dichterin   revanchierte   sich   durch   eine   Reihe von   Briefen,   die   Judith   Adler,   die   heute   in Zürich   lebt,   in   Heft   5   der   „Textkritischen Beiträge   im   Stroemfeld/Roter   Stern­Verlag Frankfurt/Ba­sel 1999 veröffentlichte (ISBN 3­ 87877­954­2)   –     mit   einigen   typischen   ELS­ Zeichnungen   versehen   (siehe   unten):

Rudolf  Zipkes brachte seine Memoiren unter dem Titel „Gelebtes Leben“   im Verlag Orell Füssli heraus. Seine Gymnasialzeit hatte der gebürtige   Schweizer   in   Berlin     absolviert, bevor er wieder nach Zürich zurück­ging. Die von   ihm   in   der   „Jüdischen   Presszentrale“ beschriebene   Lesung   listet   die   Gedichten auf,   die   Else   Lasker­Schüler   am   18. September   1933   im   Zürcher   Kramhofsaal vorgetragen hatte, darunter auch: Mein Volk Der Fels wird morsch, Dem ich entspringe Und meine Gotteslieder singe ... Jäh stürz ich vom Weg Und riesele ganz in mir Fernab, allein über Klagegestein Dem Meer zu. Hab mich so abgeströmt Von meines Blutes Mostvergorenheit. Und immer, immer noch der Widerhall In mir, Wenn schauerlich gen Ost Das morsche Felsgebein Mein Volk Zu Gott schreit.                             Else Lasker­Schüler  Ich räume auf... ... hieß das Pamphlet, mit dem Else Lasker­ Schüler 1925 im Eigenverlag die Macht der Verleger   kritisierte.   Wie   aktuell   diese Thematik noch immer ist, zeigt der Verkauf des   renommierten   Rotbuch   Verlags   an   die Eulen­spiegel­Verlagsgruppe,   der   ohne Wissen   und   Einverständnis   der   Rotbuch­ Autoren   vonstatten   ging.   Herta   Müller bezeichnet   den   Verkauf   als   „Zynismus   und eine unglaubliche Gleichgültigkeit“.  Sie schreibt uns:  „Ich   habe   in   einem   Brief   an   Herrn   Oehme von   der   Eulenspiegel   Verlagsgruppe   die Verträge   meiner   vier   noch   bei   Rotbuch erhältlichen Bücher gekündigt und hoffe, daß er dieser Kündigung nicht widerspricht. Noch habe ich keine Antwort darauf. Aber ich kann mir   einfach   nicht   vorstellen,   daß   diese Bücher heute in unmittelbarer Nachbarschaft zu   Machern   des   Sozialismus   in   der   DDR erscheinen sollen. Es sind ja auch die frühen Bücher   dabei,   die   ich   noch   in   Rumänien unter   der   sozialistischen   Diktatur Ceausescus geschrieben habe und die dort verboten   waren.   Ganz   abgesehen   davon, was man damals mit mir gemacht hat. Jetzt hoffe   ich,   daß   in   Oehme   noch   ein   Funke 2

Anstand ist und er die Bücher nicht festhält, wie es  früher   die   DDR   mit   ihren   ausreisewilligen Bürgern gemacht hat.“ Die   Literaturpreis­Trägerin,   die   in   Berlin   lebt und   in   Rumänien   Gegnerin   und   Opfer   der Diktatur war, ist u. a. deshalb Mitglied der ELS­ Gesellschaft   geworden,   weil wir uns um ein „Zentrum der verfolgten Künste“ bemühen, das auch   die   zweite   deutsche   Diktatur   im   20. Jahrhundert   thematisiert.   Der   Verkauf   von Rotbuch   ist   mehr   als   eine   Eulenspiegelei   im Zuge   einer   unkritischen   Ostalgie.   Hier   wird versucht, etwas unter einem Dach zu vereinen, was   nicht   zusammengehört.   So   erklärte   der ehemalige   ungarische   Häftling   und   Dissident György   Dalos,   Teilnehmer   des   ELS­Forums 2004 in Prag, daß er aus seinem Vertrag mit Rotbuch   aussteigen   werde:   „Das   Verfahren stellt einen klaren Rechtsbruch dar. In Ungarn hatte   ich   15   Jahre   Publikationsverbot;   im Umgang mit Überraschungen bin ich trainiert. Ich   betrachte   mich   fortan   wieder   als   freier Autor.“

Forum der Kreativen in der ELS­Gesellschaft Ricarda Dick  ist die Autorin eines ebenso lesens­   wie   ansehenswerten   Beitrags   „Zur Buchkunst im Werk von Else Lasker­Schüler“, veröffentlicht in „Librarium“, der Zeitschrift der Schweizerischen  bibliophilen Gesellschaft, u.a. mit   Beiträgen   über   „Brecht   und   die Buchgestaltung“,   die   Handschriftensammler Stefan   Zweig   und   Martin   Bodmer   oder   die „Wiedergeburt“ der Anna Amalia Bibliothek. Die Wissenschaftlerin   Dick   beschränkt   sich hauptsächlich   auf   die   künstlerische Buchgestaltung   der   selbstständigen Veröffentlichungen   von   Else   Lasker­Schüler, deren umfangreiches Werk zu ihren Lebzeiten in 14 (!) Verlagen erschienen ist.  Die Autorin schildert u.a. wie Axel Juncker, der soeben   Rilkes   Bändchen   „Die   Letzten“ vorbereitet, das  erste Buch  von Else  Lasker­ Schüler an den Poeten schickt. Rainer Maria Rilke   ist   die   Dichterin   aus   lebensreforme­ rischen   Kreisen   her   bekannt.   Ihn   interessiert besonders die Ausstattung ihres Erstlingswerks „Styx“. Er kommt zu einem zwiespältigen Urteil: „Es sieht gut aus,... das Papier ist sehr gut und die Type  steht klar und schwarz darauf ... nur die   Fidu’sche   Zeichnung   ist   mir   nicht sympathisch.“ E. Lasker­Schüler aber ist auch mit   den   weiteren   Fidus­Ornamenten   in  ihrem Buch sehr einverstanden, wünscht sich sogar für ihre nächste Veröffentlichung wieder Fidus als   Illustrator.   Doch   der   ist,   anders   als   der „Prinz   von   Theben“   meint,   alles   andere   als


„spielerisch­naiv“, sondern   immer   schon programmatisch.   „Vor   anarchistisch­ sozialistischem   Hintergrund   von lebensreformerischen   Ideen   ausgehend   frönt er   dann   einem   neuheidnischen   Religionskult, wird   zunehmend   völkisch­rechtskonservativ und tritt 1932 in die NSDAP ein.“ 

Einsatz in der Jugendarbeit – zunächst ehren­, später hauptamtlich ­ prägte ihr Engagement, sich   mit   dem   Sinn   des   Lebens auseinanderzusetzen   und   für   das   Leben einzutreten. Heute ist es so, dass Erfahrenes und   Erlebtes   sich   so   verdichten,   dass   die Worte, wie in einem ihrer Texte ausgedrückt, „wie Sterne in den Schoß fallen“. ­  Bisherige Veröffentlichungen: „Frag das Leben“ (mit dem Fotografen Alexander Glaser) und „Zeitpunkte“ (beide im Spee­Verlag, Trier).

Oben: "Theben".   Gedichte   und   Lithographien. Frankfurt/Main   1923.   Doppelseite   3­4.   Unten   links: "Theben“.   Einband,   Vorderdeckel.   Unten   rechts: "Jussuf   modelliert   seine   Mutter“,   Vorzeichnung   für "Theben“. ELSG.

Vorderdeckel von vier Bänden: "Die Nächte der Tino von   Bagdad",   "Die   Wupper",   "Mein   Herz"   und   "Der Prinz   von   Theben".   Gesamtausgabe   bei   Cassirer, 1919­1920.

Ein Glück  für   die   Jüdin   Else   Lasker­Schüler, dass   dieses   erste   Buch   von   ihr   auch   das einzige   blieb,   das   Fidus   gestaltet   hat.   Doch obwohl   sie   bereits   1896   Zeichenunterricht nimmt, dauert es mehr als ein Jahrzehnt, bis sie mit dem Roman „Briefe aus Norwegen“ ihre Bücher   mit   eigenen   Zeichnungen   illustriert. Dies alles ist spannend zu lesen in dem Beitrag von Ricarda Dick, die sich in Austellungen und Publikationen   mehrfach     mit   der   bildenden Künstlerin ELS beschäftigt hat.

Rothenfels“ eine   interdisziplinäre   Tagung ausgerichtet.   Der   Jubilar   bereichert   seit Jahrzehnten die deutsche Sprache mit geist­ reichen   Aphorismen.   Sie   provozieren   den Einfall   der   Ideen   ins   Denken.   In   seiner Dichtung   und   seinem   Humor   („dem Leichtsinn der  Schwermut“)  wird  etwas von jenem   Esprit   deutlich,   der   dem   deutschen Wort abhanden gekommen zu sein scheint.

Unwort des Jahres Zum   Unwort   des   Jahres   hat   eine   Jury   aus Sprachwissenschaftlern den Begriff „freiwillige Ausreise“   gekürt.   Dies   gab   das   Gremium   in Köthen   bekannt.   Der   Begriff   werde   in Zusammenhang   mit   der   Behandlung   von abgelehnten   Asylbewerbern   benutzt. „Freiwillige Ausreise“ beziehe sich darauf, dass viele   abgelehnte   Asylbewerber   vor   einer Abschiebung   unter   Zwang   „freiwillig“   in   ihre Heimat zurückkehren würden. Tatsächlich aber hätten sie keine andere Wahl.“ – 

Librarium, Heft   III, Dezember 2006, SZ  ISSN 0024­2152, 64 S., 50,­­ CHF. 

Monika Fey,   Konzertsängerin   und Vorstandsmitglied   der   ELS­Gesellschaft, gestaltet   die   Feier   zum   70.   Geburtstag   des israelischen   Autors   Elazar   Benyoetz   mit,   die am   7.   Mai   2007   in   Wuppertal   stattfindet.   Im April   hatten   ihm   bereits   die   Freie   Universität Berlin   und   die   Julius­Maximilians­Universität Würzburg mit den „Freunden von Burg

Helga Koster   „Ein   Windhauch   nur“,   Gedichte und Aphorismen. Mit Fotos von Tanja Endres­ Klemm und einem Vorwort von Marie­Elisabeth Denzer; Geistkirch­Verlag Saarbrücken. ISBN 978­3­938889­51­0;  94 Seiten. 

Elazar Benyoetz

Soweit eine   Meldung   der   „Süddeutschen Zeitung“   vom   20.   Januar   2007.   In   der „Westdeutschen   Zeitung“   hieß   es   dazu ergänzend:

Helga Koster hat mit „Ein Windhauch nur“ ihre   dritte   Sammlung   mit   Gedichten  und Aphorismen   vorgelegt,   die   zum   Verweilen einladen.   Die   saarländische   Autorin, Jahrgang   1943,   aufgewachsen   auf   einem Bauernhof,  überzeugt in Klarheit und Form. Ihre   Texte   verführen   zum   Rezitieren.   Ihr

„Pro Asyl“ und die Linksfraktion im Bundestag begrüßten   die   Entscheidung.   „Für   alle Flüchtlinge,   die   nicht   in   ein   Herkunftsland zurückwollen   oder   können,   ist   der   Begriff „freiwillige   Ausreise“   zynisch,   sagte   die Bundestags­abgeordnete Sevim Dagdelen. Die Bezeichnung   verschleiere   eine   men­

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schenverachtende Praxis,   mit   der   die „Ausreisebereitschaft“   unter   psychischem   und physischem Druck erzwungen werden soll....“ Die   Else­Lasker­Schüler­Gesellschaft   begrüßt die Entscheidung der Jury und schließt sich der Begründung nachdrücklich an. Wir haben seit 1992   mit   unseren   Aktionen   gegen   die   An­ schläge auf Asylbewerberheime immer wieder gegen   die zunehmenden Verschärfungen der Asylgesetze   und   die   Abschiebungen   von politischen Flüchtlingen protestiert.   Im  Heimatland  von „Asylbewerbern“   wie  Else Lasker­Schüler,   Thomas,   Erika   und   Heinrich Mann,   Bert   Brecht,   Alfred   Döblin   und unzählingen   weiteren   Widerständigen   gegen das   NS­Regime,   muss   sensibler   mit   dieser Problematik umgegangen, müssen Flüchtlinge geschützt werden. 

Vereinsinterner Spiegel

Botschaft den   freien   Abzug   in   den   Westen verkünden konnte. Das war der Anfang vom Ende des kommunistischen Ostblocks.  Albrecht   Dü mling  ist   der   erste   Träger des   „KAIROS­Preises“,   der   ihm   von   der Hamburger Alfred Toepfer­Stiftung verliehen wurde. Der Berliner  Musikexperte leitet seit 1990 den Verein „musica reanimata“.  Geehrt   wurde   Albrecht   Dümling   für   seine Verdienste   als   Musikwissenschaftler   und Musikvermittler   bei   der   Wiederentdeckung von   im   Nationalsozialismus   verfolgten Komponisten   und   Musikern   sowie   deren Wiedereingliederung   in   die   musikalische Aufführungspraxis.  Als   Ausstellungsmacher,   Publizist,   Berater und   langjähriger   Vorsitzender   von   „musica reanimata“   hat   er   die   Aufmerksamkeit   des Konzertbetriebes auf zu Unrecht vergessene Künstler   gelenkt.   Noch   ist   die   Arbeit   des Vereins ­ Forschung, Archivierung, Konzerte ­   jedoch   längst   nicht   getan   und   verdient deshalb breite Unterstützung und Preise wie diesen.  Neue Mitglieder: Silver Hesse, Zürich; Babara Moraidis, Anke und   Dirk   Bungartz,   Barbara   Schäfer,   Björn Krüger,  Katja Frechenhäuser und Wolfgang Schmidtke,   alle   Wuppertal;   Caroline   Hanst, München.  

Hans­Dietrich Genscher  vollendete am Frühlingsanfang     21.   März   2007   sein   80. Lebensjahr.   Das   schönste Geburtstagsgeschenk   für   ihn  kommt  der Allgemeinheit   zugute:   Sein   Geburtshaus   in Halle   dient   künftig   als   „Begegnungsstätte Deutsche Einheit“, um die sich der langjährige Außenminister   –   hier   ist   das   Wort   wirklich einmal angebracht – verdient gemacht hat. Der Jubilar,   der   lange   Jahre   seinen Bundestagswahlkreis   in   Wuppertal   hatte,   der Geburtsstadt   von   Else   Lasker­Schüler,   ist bereits   kurz   nach   der   Gründung   unserer Gesellschaft Mitglied geworden, und das nicht nur   nominell:   Er   gehört   dem   Kuratorium   der ELS­Stiftung   für   ein   Zentrum   der   verfolgten Künste an und war Schirmherr des XII. Else­ Lasker­Schüler­Forums   2004   in   Prag,   wo   er fünfzehn   Jahre   zuvor   Tausenden   von   DDR­ Flüchtlingen   im   überfüllten   Garten   der   BRD­

er wahrgenommen.   Deshalb   ist   er   das,   was man einen geborenen Polemiker nennt, einer, der beim freien Spiel mit den Proportionen der Dinge an ihrem Nerv zu rühren versteht. Er ist eine   Meinungsschleuder,   die   grundsätzlich nichts   vom   einerseits,   andererseits   hält. Stattdessen   wird   bei   ihm   vereinfacht, vereinseitigt   und   zugespitzt,   dass   sich   die Balken biegen (nein, nein, richtig lügen tut er nie,   das   eben   ist   der   feine   Unterschied zwischen dem Polemiker, der er ist, und dem Denunzianten,   der   er   nicht   ist).   Dass   der „Spiegel“­Mann   Henryk   M.   Broder   auf Vorschlag   des   „Focus“­Manns   und   alleinigen Jurors   Helmut   Markwort   in   diesem   Jahr   den Ludwig­Börne­Preis   erhält,   ist   eine   ebenso souveräne   wie   naturereignishaft   normal wirkende Entscheidung. Gezielte   Ausfälle   gegen   den   vermeintlichen oder tatsächlichen politischen Mainstream sind bei   Broders   Ich­AG   derart   Masche,   dass seinen   unkonventionellen   Meinungen   stets auch etwas konventionell Broderhaftes eignet, ob  es  nun   gegen  linken   Antisemitismus  geht oder ­ wie jüngst in seinem Buch „Hurra, wir kapitulieren“   ­   gegen   das   Einknicken   vor islamischer   Gewalt.   In   anderen,   in   Broders zugespitzten   Worten:   Seine   Überraschungen sind gelegentlich etwas erwartbar. Na und? Ist er   nicht   auch   darin   ganz   der   Alte,   ganz   der Börne?   Ein   Broder,   der   die   Leute   nicht   zur Weißglut brächte, sie nicht auch bis aufs Blut ihrer niedrigsten Neigungen reizte, wäre eines Preises   im   Namen   des   großen   Börne   nicht würdig.                   F.A.Z., 02.02.2007 Dr.   Rafael   Weiser,   langjähriger wissenschaftlicher   Mitarbeiter   der israelischen Nationalbibliothek in Jerusalem, ist der neue Verwalter des Nachlasses von Else   Lasker­Schüler.   Sein   am   20.   August 2006   gestorbener   Vorgänger   Prof.   Paul Alsberg   hatte   diese   Aufgabe   noch   zu Lebzeiten an Rafael Weiser übertragen. 

Eingemischt

Broder beim ELS­Forum in Zürich Henryk   M.   Broder    „hat   schreckliche Sachen   geschrieben,   keine   Frage,   Lautes, Grobes,   Hässliches.   Er   spinnt Zusammenhänge,   wo   keine   waren.   Und zerschneidet   sie,   wo   es   sie   gibt.   Deshalb schmerzen seine Attacken so. Deshalb wird 4

I) Wolf Bierbach, 38 Jahre lang Reporter und Redakteur   beim   WDR,   ist   im   Alter   von   64 Jahren   verstorben.   Der   aus   Elberfeld stammende   Journalist   hat   sich   immer   mutig eingemischt – in seinen Beiträgen sowieso und einmal   in   Köln,   als   Ausländer   angegriffen wurden.   Wolf   Bierbach   erlitt   dabei   eine schwere   Kopfverletzung.   Möglicherweise   sind es die Spätfolgen, die zu seinem Tod beige­ tragen haben. 


II) Einmischungen   der   Else­Lasker­Schüler­ Gesellschaft   haben   dazu   geführt,   dass   der Wuppertaler Eduard von der Heydt­Kulturpreis für 2007 ausgesetzt wird. Es handelt sich um den   einzigen   aus   Steuermitteln   bezahlten Kulturpreis in Deutschland, der   nach   einem „aktiven   NS­Täter“ benannt ist, einem Mann, der   mehr   war   als   nur   Mitläufer   ­   so   der Schweizer Dr. Thomas Buomberger.  Die Stadt Wuppertal hat zwei Wissenschaftler beauftragt, die Vorwürfe gegen den Mäzen zu prüfen. Schon jetzt ist belegt, dass eines der Bilder aus der „Sammlung E. v. d. Heydt“ aus jüdischem   Besitz   stammte.   Es   wurde   nach heftigen   Querelen   an   die   jüdischen   Erben zurückgegeben.

Theresienstadt, wo   er,   wie   es  Peter  Weiss formulierte, eine "bedeutende Stellung" unter den Kunstschaffenden einnahm. 

III) Ebenso wie Eduard von der Heydt stammt auch   der   Lieblingsbildhauer   Hitlers,   Arno Breker, aus Wuppertal. Die ihm gewidmete und aus Steuermitteln finanzierte Ausstellung 2006 im   Schweriner   Museum   wird   von   den Veranstaltern   in   einer   nachträglichen Dokumentation als Erfolg gefeiert, in der auch Gegner   der   ersten   Breker­Museums­ präsentation   genannt     werden.   Zu   ihnen gehörte auch die ELS­Gesellschaft.  In   der   Schweriner   Dokumentation   wird   damit geworben,   dass   Günter   Grass   und   Michel Friedmann die Ausstellung begrüßt hätten. Da verwundert   es   kaum,   dass   das   rechtslastige Verhalten   der   beamteten   Leibwächter   von Friedmann   unerwähnt   bleibt.   Ebenso   fehlt jeglicher   Hinweis   darauf,   dass   zeitgleich   mit der Breker­Ausstellung die Landtagswahlen in Mecklenburg­Vorpommern   Neonazis   ins Parlament gespült haben und die Neubraunen aus ganz Deutschland in hellen Scharen in die Ausstellung gepilgert waren. Ein Schelm, wer Zusammenhänge nicht wahrhaben will... PS:   Kurz   vor   Redaktionsschluß   wurde   auch antisemitisches   Verhalten   von   Berliner Polizeischülern bekannt, die einen Holocaust­ Überlebenden verhöhnt hatten. 

Kien wurde mit einem der letzten Transporte von Theresienstadt nach Auschwitz gebracht, dort verliert sich seine Spur. Bisher sind nur wenige seiner Bilder und Texte veröffentlicht, eine Gesamtausgabe wird bisher durch das weit   verstreute   Werk   und   eine   unklare Rechtslage   behindert.   Der   Beitrag   von Michael   Dörfel   enthält   zahlreiche unveröffentlichte   Fotos   aus   dem   in Theresienstadt   erhalten   gebliebenen Fotoalbum   Peter   Kiens.   ­   Titel   der   Kien­ Beiträge:   Acht   Uhr   früh,   Paßt   mal   auf..., Sonntag.

Buchtipp I Das   fünfzehnte   Jahrbuch   der   Internationalen Peter Weiss Gesellschaft    enthält drei bisher unveröffentlichte   Texte   Peter   Kiens,   des   in Auschwitz   ermordeten   Studienkollegen   von Peter   Weiss.   Peter   Kien,   der   1919   in Warnsdorf   (Nordböhmen)   geboren   wurde, schrieb diese Texte in den 1930er­Jahren. Das anschließende   Porträt   des   Künstlers   Peter Kien  widmet   sich   dem   Leben   und   Werk   des äußerst vielseitigen jungen Künstlers, der unter anderem   als   Maler,   Zeichner,   Lyriker   und Dramaturg   wirkte.   Einen   Schwerpunkt   bildet dabei   die   Schaffenszeit   Kiens   im   Ghetto

                             Peter Kien

Peter Weiss   Jahrbuch  für   Literatur, Kunst und Politik im 20. und 21. Jahrhundert. Band   15.   Röhrig   Universitätsverlag,   St. Ingbert 2006.   184 S., ISBN 3861104164, € 22,­­ Eine   Rezension   zum   P.   Weiss­Jahrbuch findet   sich   bei   www.   Literaturkritik.de   unter dem   Link: www.literaturkritik.de/public/rezension.php?re z_id=10112&ausgabe=200611 Peter Kien war und ist auch vertreten in der Ausstellung der „Sammlung Serke“ (Liebes­ und   Musengeschichten...   –   das   Begleitheft dazu   ist   zu   beziehen   über  die   ELS­Gesell­ schaft zum Versandpreis von € 5,­   Buchtipp II                                                         

Im Jahr   seiner Emigration   von   Berlin nach   Holland,   1933, erschien   Salamon Dembitzers Roman „Die Geistigen“,   ein wunderbarer   satirischer Schlüsselroman   über das Berlin der angeblich   Salamon Dembitzer „Goldenen   Zwanziger Jahre“.   Die   damalige   Ausgabe   ist   eine 5

Rarität. Als   der   Exilant   nach   der   Besetzung Hollands durch die Deutschen erneut flüchten musste, konnte er nur seine Haut retten. Das Buch konnte er nicht mitnehmen – und hätte doch später gern ein solches Exemplar gehabt. Vielleicht, weil es zu unhandlich war „um in der Straßenbahn gelesen zu werden“, wie es in der einzigen kritischen Passage seines ansonsten begeisterten   damaligen   Rezensenten   Albert Vigoleis   Thelen   hieß.   43   Jahre   nach Dembitzers   Tod   erschien   im   Bonner   Weidle Verlag  eine  Neuauflage seines mitreissenden Berlinromans „Die Geistigen“. Diesmal in einem hantierlichen Format, lesbar auch in Straßen­, U­ oder Eisenbahnen. Salamon Dembitzer „Die Geistigen“,   Roman,

Weidle Verlag, Bonn.  ISBN 978­3­938803­00­4; € 19,­­

Stiftung Verbrannte   und verbannte Dichter/Kü nstler: Vom Exil­Archiv zur Berlinale Das virtuelle Zentrum für verfolgte Künste hat zum   dreijährigen   Bestehen   eine   polnische Sprachversion ins Internet gestellt. Es ist nach Deutsch,   Englisch,   Französisch,   Spanisch, Tschechisch und Farsi die siebte Sprache. Das gemeinsam von der Wuppertaler Else­Lasker­ Schüler­Stiftung   „Verbrannte   und   verbannte Dichter/Künstler“   und   dem   Solinger   Kunst­ Museum Baden betriebene In­ternetportal hat seit   Februar   2004   bereits   insgesamt   1.250 Biografien widerständiger Autoren und anderer Intellektueller   aus   mehr   als   40   Ländern recherchiert   und   veröffentlicht,   abrufbar   unter der Adresse www.exil­archiv.de.  Der   Schwerpunkt   liegt   jedoch   bei   den deutschen Lebensläufen während der NS­Zeit. 


In einer Pressemitteilung der Stiftung heißt es, dass bereits mehrere Tausend Seiten im EXIL­ ARCHIV   abrufbar   seien.   „Dabei   kann   man anhand   der   Navigation   auch   innerhalb   des Archivs durch das Thema EXIL surfen und sich sowohl über Text­, als auch O­Ton­, Bild­ oder Video­Beiträge   und   das   jeweils   angehängte Link­Verzeichnis informieren.“   Zum   dritten   Geburtstag   des   „Exil­Archivs“   ist die   dort   veröffentlichte  Lebensgeschichte   von Adolf Burger zufälligerweise auch Gegenstand eines Spielfilms:   „Die Fälscher“, uraufgeführt beim internationalen Wettbewerb der Berlinale 2007.  Adolf   Burger,   Präsidiumsmitglied   des Internationalen   Sachsenhausen­Komitees, gehört   zu   den   wenigen   noch   lebenden Augenzeugen  jener   Ereignisse,   über  die  er  ­ nach   jahrelanger   Recherche   ­   einen Tatsachenbericht   geschrieben   hat, ausgezeichnet   mit   einem   Literaturpreis   der Tschechischen   Republik.   Der   ehemalige Auschwitz­Häftling hatte als gelernter Drucker im KZ Sachsenhausen englische Pfundnoten in Millionenhöhe,   Pässe,   russische   Soldbücher oder Formbriefe des Palästina­Amtes in Genf fälschen   müssen.   Eine   philatelistische   Rarität sind britische Briefmarken, die König Georg VI. mit   Hammer   und   Sichel  in   der  Krone   zeigen oder Stalin anstelle der Königin.  Der Plan für das „Unternehmen Bernhard“, die „größte   Fälscherwerkstatt   in   der   Geschichte”, wurde   von   SS­Sturmbannführer   Naujocks konzipiert und von Hitler genehmigt. 

Lebensgeschichte von   Adolf   Burger   ist   im Internet   veröffentlicht   unter   www.exil­ archiv.de.   Das „Exil­Archiv“ ist die virtuelle Version des im   Solinger   Museum   realisierten   „Zentrums der   verfolgten   Künste“.   Dazu   hatten   1994 rund 50 SchriftstellerInnen wie Herta Müller, Sarah   Kirsch,   Siegfried   Lenz   oder   Günter Grass und Salman Rushdie gemeinsam mit dem   in   London   ansässigen   PEN   Zentrum deutsch­sprachiger   Autoren   und   der Wuppertaler   Else­Lasker­Schüler­ Gesellschaft aufgerufen.   Bei   dem   Internetportal   bestehen  aktuelle Kooperationen   mit   der  Tschechischen Bibliothek,  dem  Bates­College (Maine/USA)   und   der  Arbeitsstelle Biografieforschung  an   der   Universität Mainz,   die   dem   Exil­Archiv   entweder Materialen   bzw.   eigens   erarbeitete Themenschwerpunkte   (z.B.   "Exilstation Shanghai") zur Verfügung gestellt haben.   

Die mehr als 40 AutorInnen des Exil­Archivs sind   Journalisten,   Wissenschaftler, Schriftsteller und Künstler, die  ehrenamtlich mitwirken.   Denn   das   virtuelle   Zentrum   der verfolgten Künste, das gratis angeboten und international   gut   genutzt   wird,   hat   wie   die Namenspatronin   der   Trägerstiftung,   die Dichterin   Else   Lasker­Schüler,   permanente Geldsorgen. Die Künstlerin nannte sich zwar „Prinz von Theben“, war aber doch nur die arme Else aus dem Wupper­Tal. •

Zum Beispiel Else Lasker­Schü ler in www.exil­archiv.de

Ausgedruckt umfasst allein die Biografie zu Else Lasker­Schüler im Exil­Archiv an die 13 Seiten! Neben Informationen und Texten in Deutsch,   Englisch,   Spanisch,   Tschechisch, Polnisch u. Russisch findet man hier u.a.:  Einen   Artikel   zu   ELS   aus   der

Fachzeitschrift Der Literat                       Adolf Burger Der   1917   in   Velká   Lomnica   in   der   Slowakei geborene deutschsprachige Jude Adolf Burger, Träger   des   Bundesverdienstkreuzes,   liest   als einer der letzten noch aktiven Zeitzeugen aus seinem   Buch  „Des   Teufels   Werkstatt“ auch   bei   Veranstaltungen   der   Else   Lasker­ Schüler­Gesellschaft   in   Schulen,   um   mit Jugendlichen über jene Zeit zu diskutieren. Der Film „Die Fälscher“ wird von der „Universum­ Film“­Gesellschaft   künftig   auch   als Unterrichtsmaterial   angeboten.   –   Die

 Einen Original­Ton von Hans Bolliger, der

ELS in Zürich kennengelernt hat  Einen   Original­Ton   der   Bildhauerin   Ulle

Hees zu ihrer ELS­Stele  Text­Beiträge   von   Jakob   Hessing,   der

Literatur­Nobelpreis­Trägerin Elfriede Jelinek,   dem   Musikwissenschaftler Albrecht Dümling (als PDF­Dateien zum Herunterladen)  und   der   Literatur­ wissenschaftlerin Ricarda Dick.

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 Musik zum Herunterladen: darunter den 3.

Satz einer   Symphonischen   Kantate   über ein   ELS­Gedicht     sowie   Ausschnitte   aus der  CD "Ich träume so leise von Dir..." (u.a. mit

Gitte Haenning + Katja Riemann).  Zahlreiche Buchempfehlungen und

    ­besprechungen zu ELS.

Dank an alle Spender Unser   Spendenaufruf   fü r   die   Exil­ Archiv­Redakteurin   Ulrike   Mü ller und die Webmasterin Diane Neisius hat nach Auskunft unseres Schatz­ meisters   Klaus   Otto   folgendes Ergebnis:   2.225   €   als   Einmalzah­ lungen in 2006 sowie 1.800 €  fü r 12 Monate.   Allen,   die   geholfen  haben, dass   die   beiden   Wissenschaftle­ rinnen   ein  Jahr   lang   werktags   drei Stunden fü r das Exil­Archiv und die Webarbeiten   tätig   sein  kö nnen,   sei hiermit   herzlich   gedankt.   Ü ber weitere   Spenden   wü rden   wir   uns freuen.                         

Termine bis 29. September 2007 Galerie   Orlando,   Zü rich,   Schweiz Ausstellung   „Der   Sturm“   mit   Künstlern der europäischen Avantgarde. – Her­ ausgeber der   wichtigsten   Zeitschrift   des Experessionismus   war   Herwarth   Walden, zweiter Ehemann von ELS. Mittwoch, 18. April 2007, 19.30 Uhr Theatermuseum   Dü sseldorf,   Jäger­ hofstraße  1 „Mein   blaues   Klavier"   Menütafel   mit Tischlesung,   Orientalische   Gerichte   und Gedichte   des   "Prinzen   von   Theben",   Else Lasker­Schüler,   vorgestellt   von   Barbara Moraidis   

28. /   29.   April   2007   Internationale Armin T. Wegner Tage in Wuppertal Anmeldung beim Vorstand der A. T. Wegner­ Gesellschaft   über   Tel.   0049   (0)202   305725 oder E­Mail: mediadea@aol.com


Dienstag, 3.   Mai   2007,   20.00   Uhr, Literatur   in   der   Frauenkirche Dresden:  MEIN   SOMMER   WAR   NICHT GROSS – Zeit, mit der Zeit zu beginnen... Die Lyrikerin Ute Zydek, Wuppertal, liest aus ihren Gedichten Samstag,   5.   Mai   2007,   16.00   Uhr Ausstellungshalle   Kö nig,  Saarstr. 15 , Mengen (Kreis Sigmaringen) Marlis Glaser stellt neue Bilder zu Gedichten von   ELSE   LASKER­SCHÜLER     aus:   "Wir wollen   wie   der   Mondenschein/   Die stille Frühlingsnacht durchwachen"­ Die Schau­spielerin   Donata Höffer liest Gedichte von E. Lasker­Schüler zur Eröffnung. Montag,   7.   Mai   2007,   19.30   Uhr Katholisches Bildungswerk Wtal.­Elberfeld, Laurentiusstraße Im  Rahmen  der  „Denkanstösse“  dem  Dichter

Elazar Benyoetz zum 70. Geburtstag: An der ihm gewidmeten Veranstaltung beteiligen sich die   Gesellschaft   für   Christlich­Jüdische Zusammenarbeit und die Goethe­Gesellschaft. Wuppertal. Elazar   Benyoetz   liest   aus   verschiedenen Werken   und   aus   seinem   neuen,   bei   Hanser erschienenen   Buch  „Die   Eselin   Bileams und Kohelets Hund“.  Musikalisches Rahmenprogramm: Feyne Töne + Ufermann­Formation Moderation: Hajo Jahn

Impressum Redaktion Hajo Jahn Else­Lasker­Schüler­Gesellschaft   e.V. Herzogstr. 42; D­42103 Wuppertal  Tel: 0202­305198; Fax: 0202­7475433 E­Mail:  vorstand@else­lasker­schue­ler­ gesellschaft.de.            Homepage:  else­lasker­schueler­gesellschaft.de Vorsitzender: Hajo Jahn; Stellv. Vors.: Heiner Bontrup;   Schatzmeister:   Klaus   K.   Otto; Pressesprecherin:   Michaela   Heiser; Schriftführerin:   Anne   Grevé;   Beisitzer:   Prof. Dr. Manfred Brusten, Monika Fey, Dorothee Kleinherbers­Boden,   Wolfgang   Drost   sowie die Autoren  Ulla Hahn und Jiři Gruša.   Ehrenmitglieder: Hans Sahl (gest. 27.4.1993) und   Prof.   Paul   Alsberg,   Israel   (gest.   am 20.8.2006) Bankverbindung: Sparkasse Wuppertal, BLZ 33050000, Konto: 968768. Stiftung „Verbrannte­ und verbannte Dichter­/ KünstlerInnen“ Vorstand: Hajo Jahn, Herbert Beil,   Dr.   Rolf   Köster   und   Dr.   Rolf Jessewitsch.   –   Kuratorium:   Ingrid   Bachér, Hans­Dietrich   Genscher,   Prof.   Dr.   Klaus Goebel, Annemarie Renger,   Ursula Schulz­ Dornburg, Jürgen Serke, Prof. Dr. Christoph Stölzl.  Konto:   Stadtsparkasse   Wuppertal,   BLZ 33050000, Kontonummer: 902999 Homepage: www.exil­archiv.de. E­Mail: redaktion@exil­archiv.de  Redaktion Exil­Archiv: Ulrike Müller Telefon: 0202 – 946 3867

Sonntag, 3. Juni 2007, 11.30 Uhr Freies Werkstatt Theater FWT Kö ln, Zugweg 10 „Die Sonne umarmen.  Tausend Jahre Frauenlyrik“  Hajo Jahn über Else Lasker­Schüler. Sonntag, 3. Juni 2007, Felix­ Nussbaum­Museum Osnabrü ck Ausstellung:  „Der   Prinz   von   Theben  Else Lasker­Schüler.  Dichterin   ­Zeichnerin   ­ Rebellin“ (bis 3. Sept. 2007).

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Infobrief 68  

Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft e.V. – Infobrief

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