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Ausgabe IV. Quartal 2006 Ich habe zu Hauseein blauesKlavier Und kennedoch keine Note. Es steht im Dunkelder Kellertür, seitdemdie Welt verrohte.... “

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WarumZürich?– ELSForumin der Schweiz: Herzlichwillkommen!

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Paul Alsbergund Fritz Beer gestorben

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Hitler-Bewundererziert Kulturpreis- Aktion :

ELSG-brief Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder, wenn   dereinst   deutsche   Historiker   auf   den Sommer   2006   zublicken,   werden   sie   feststellen, dass   61   Jahre   nach   der   NS­Diktatur   die   damit zusammenhängenden   Themen   noch   aktuell waren: Im Frühsommer wurde ein Gedenkgottes­ dienst   für   den   ehemaligen   bayerischen Landesbischof   Hans   Meiser   abgesetzt.   Wegen seiner   antisemitischen   und   faschistischen Einstellung.   Doch   dann   entzündete   sich   eine Debatte   ausgerechnet   an   einem   Deutschen,   der als integer galt: Günter Grass hatte damit zugleich eine PR­Aktion für   sein   Buch   „Beim   Häuten   der   Zwiebel“.   Die Häme   über   die   „späten   Bekenntnisse   eines Moralapostels“ (Spiegel) ergoss sich gleich kübel­ weise.   Dabei   wurde   übersehen,   daß   die entscheidenden Fragen an sich selbst nicht dem 18jährigen bei der Waffen­SS gelten, sondern dem doch   bereits   denk­   und   kritikfähigen,   aber stummen Jungen, der schon viel früher hätte fra­ gen   müssen,   was   und   warum   in   der Verwandtschaft, in der Nachbarschaft oder in der Schule   während   der   ersten   Jahre   der   Diktatur passierte. Die   Pharisäer   amüsierten   sich   –   und   legten   die Hemmschwelle niedriger. Die „Akzentverschiebung in   den   Gewichten   unserer   Erinnerungskultur“ (Wolfgang Thierse) ­ von Nike Wagner, Weimar, als   „erinnerungspolitischer   Paradigmenwechsel“ befürchtet ­ ist längst da. Was mit Martin Walser in der Paulskirche begann und   sich   fortsetzt   über   die   „Buchenwald­ Gedenkrede“   des   stellvertretenden Kulturstaatsministers Hermann Schäfer im August 2006,   kulminiert   in   der   Schweriner   Arno­Breker­ Ausstellung,  die  mit  Mitteln   des  sonst  so  armen Mecklenburg­Vorpommern   finanziert   wurde.   Die Else­Lasker­Schüler­Gesellschaft hat bei Kulturmi­ nister   Metelmann   dagegen   protestiert.   Nicht   die menschliche   Integrität   oder   die   NSDAP­ Zugehörigkeit Brekers und anderer im Sommer in die   Schlagzeilen   geratener   Nutznießer   des   NS­ Systems steht dabei im Vordergrund, sondern wie 

Kunst als   Macht­   und     Propagandamittel missbraucht   wurde.   Bis   hin   zur   reinen Effekthascherei wie in Schwerin. Wer   den   Katalog anschaut,   sieht   die Entwicklung vom jungen, visionären   Könner   – Beispiel   „Die   Flehende“ von   1928   –   zum Schöpfer   von   „Panzer­ menschen“,   die   den soldatischen   Kämpfer symbolisieren   mit   Titeln   wie   „Berufung“   oder „Bereitschaft“. Es mangelt an Aufklärung über den faustischen   Pakt,   den   der   Künstler   mit   dem Diktator einging.  Der   Lieblingsbildhauer   Hitlers   schuf   keine Kleinplastiken,   sondern   für   das   „Dritte   Reich“ riesige Skulpturen, die für repräsentative Orte wie die   neue   Reichskanzlei   geschaffen   wurden,   um dort ihre Wirkung zu entfalten. Das schrieb bereits 1942   Hans   Weigert  in   seiner   "Geschichte   der deutschen   Kunst":  "Weit   stärker   als   die Malerei   ist   die   Plastik   vom   politischen Geschehen   erfasst   worden,  weil   sie   mit ihm viele Grundlagen teilt. Dem Tafelbild ist   ein   Zimmer  gemäß,   der  Skulptur ein Platz. Im Zimmer wohnt der Einzelne, der Platz   nimmt   die   Menge   auf.   Hat   diese nichts   gemeinsam   als   Interesse   und Geschäft,   so   kann   sie   kaum Beziehungen  zu  einer  Skulptur auf dem Platz haben. Hat sie aber Ideale, so will sie   deren Sichtbarmachung  und  braucht die   Skulptur   auf   dem   Platz   als   Symbol ihrer   Einheit...   und   kann   dadurch   viele Menschen beherrschen.“! Arno Breker stammt wie Else Lasker­Schüler und Eduard   von   der   Heydt   aus   Wuppertal.   Die Dichterin floh vor den Nazis in die Schweiz, der Bankier   und   Kunstsammler   betrieb   erst   als NSDAP­Mitglied   und   später   im   „Bund   treuer Eidgenossen   nationalsozialistischer   Welt­ anschauung“   Devisengeschäfte   für   die Wehrmacht, die schlimmer war als die Waffen­SS.

Weil er der Stadt Wuppertal 5 Millionen DM und unschätzbare   Bilder   vermachen   sollte,   wurde   er Ehrenbürger.   Sein   Namen   ziert   den   einzigen kommunalen Kulturpreis in Deutschland, der nach einem   „aktiven   Mitmacher   im   Naziapparat,   einer Vertrauensperson des ‚Dritten Reichs’ und Teil des Systems“   benannt   ist   –   so   die   Schweizer Staatsanwaltschaft   1946.   Der   Bankier       stammt ebenso   wie   das   NS­Opfer   Lasker­Schüler   aus (Wuppertal­)Elberfeld.   Er   wünschte   den   Franzo­ sen  1936,  als  er  aus   Angst  vor   „Bolschewisten“ eine   seiner   berühmten   Sammlungen   ins Nationalmuseum   Stockholm   verfrachtete,   „einen richtigen kleinen französischen Hitler in den Palast der Tuilerien“. Und lobte „die wunderbaren Erfolge der   deutschen   Waffen“,   während   er   die „verjudetete deutsche Wirtschaft“ anprangerte und die   „nordische   Rassenpolitk“   der   National­ sozialisten lobte. Günter   Grass   hatte   einst Heinrich Böll attackiert, weil der   Beate   Klarsfeld   einen Rosenstrauss   nach   ihrer Ohrfeige   für   Kurt   G. Kiesinger verehrt hatte. Der damalige   Bundeskanzler war   als   Diplomat   NSDAP­ Mitglied.   Der   reiche   Baron dagegen   hat   im   reifen Mannesalter   mit   seinen   Devisengeschäften   die Nazi­Diktatur   unterstützt.   Böll   wurde   Träger   des Eduard   von   der   Heydt­Preises,   ohne   von   der anrüchigen   Vergangenheit   des   Namensgebers gewusst   zu   haben.   Unter   den   Stadtverordneten saßen   Opfer   und   Gegner   der   Nazis   –   über   die braunen Flecken auf der Bankiersweste haben sie öffentlich nicht diskutiert. Aber auch über die NS­ Zugehörigkeit   selbst   von   Sozialdemokraten   im damaligen   Rat   herrschte   –   wie   in   anderen Kommunen   auch   ­   eine   große   Koalition   des Schweigens. Der Rat der Stadt Wuppertal hat dennoch am 3. April   2006   beschlossen,   den   Namen   der Auszeichnung   nicht   in   „Else   Lasker­Schüler­ Kulturpreis“ umzuwandeln. Die jüdische Dichterin


hatte während ihres 6jährigen Exils Angst vor den Schweizer   und   deutschen   Nazis   im   Land   der Eidgenossen;   der   Baron,   der   bei   seinem „farcenhaften“ Prozess in Zürich „angenehm milde“ behandelt   wurde,   „pflegte   mit   führenden   Leuten der NSDAP in  der Schweiz Kontakt, etwa mit dem Landesgruppenleiter   Freiherr   von   Bibra,   einem äußerst   fanatischen   Nazis,   oder     Generalkonsul Meisner,   dem   Chef   des   (deutschen Spionagebureaus“   (Dr.   Thomas   Buomberger, Winterthur). Wir haben mit dem Vorschlag, den Eduard von der Heydt­Kulturpreis   umzubenennen,   ein   Tabu   in Wuppertal   berührt,   denn   die   Eltern   und   frühere Verwandte genießen – zu recht – Reputation. Der Name ziert Parks, Türme und Plätze. In Wuppertal kommt   man   an   von   der   Heydts   nicht   vorbei. Schwarze   Schafe   aber   kommen   in   den   besten Familien vor.  Prominente Künstler haben unseren Aufruf für eine Namensänderung unterzeichnet. Auch Ihnen, den Mitgliedern,   geht   mit   getrennter   Post   die Unterschriftenliste zu.  Unseren jüdischen Mitgliedern wünschen wie ein gutes Neues Jahr ­ Shana tova – denn inzwischen wurde Rosch­ Haschana gefeiert.  Wir jedoch feiern Else Lasker­Schüler mit unserem vermutlich letzten Auslandsforum ab 25. Oktober in der Schweiz. Ich hoffe, möglichst viele Mitglieder dort begrüßen zu können. Herzlich Ihr Hajo Jahn Paul   Alsberg  ist   am 20. August 2006 in Omer, Israel,  gestorben.  Er  war der   langjährige   Verwalter des   literarischen   Nach­ lasses der Dichterin Else Lasker­Schüler,   Ehren­ mitglied und Förderer der nach   ihr   benannten Gesellschaft. Paul Alsberg wurde am 13. März 1919 in Elberfeld ­ heute Wuppertal ­ geboren. Seit seiner Flucht aus Deutschland hat er sich für   die   Verständigung   zwischen   seinem Geburtsland   und   Israel   eingesetzt   hat.   Der ehemalige   Staatsarchivar   der   israelischen Regierung   hat   das   Archivwesen   in   Israel aufgebaut. Der Vorsitzende der Vereinigung von Einwanderern   aus   Mitteleuropa   in   Israel   war stets ein Mann des Friedens. Wir verlieren mit ihm   einen   eindrucksvollen   Menschen   und Freund. Das XIII. Else­Lasker­Schüler­Forum in Zürich, an   dessen   Vorbereitungen   er   lebhaften   Anteil nahm, ist ihm gewidmet.

Warum Züri ch? Nach   Else   Lasker­Schüler­Foren   in   ihrer Heimatstadt Wuppertal, in Jerusalem, Breslau und Prag – alles Lebensstationen der Dichterin ­  findet das XIII. Forum vom 25. bis 29. Oktober in  der Schweiz statt, dem klassischen Exilland nicht erst seit   russischer   Oktoberrevolution   und   deutscher NS­Diktatur.   Ulrich   von   Hutten,   Jean   Calvin,   die Hugenotten, Heinrich von Kleist, Jean Rousseau, Lord   Byron,   Georg   Büchner,   Wladimir   Iljitsch Uljanow (Lenin), Manés Sperber, Yvan Goll oder Alexander Solschenizyn, um nur einige bekannte Namen   zu   nennen,   suchten   hier   seit   dem   16. Jahrhundert Schutz. Aber ob Armuts­Einwanderer von   heute   oder   Exilanten   von   damals   – willkommen waren und sind sie meistens nicht. Die Gemütsverfassung Else Lasker­Schülers in dieser Situation erhellt ein Brief an Eduard Korrodi von der Neuen Zürcher Zeitung: "Vielleicht tun Sie mir den Gefallen, den Herrn   Bundesrat   zu   fragen,   ob   ich   wie­ der   in   die   Schweiz   kommen   darf?   Die Möven vom Zürchersee schreiben mir so sehnsüchtige Briefe und ich sehne mich nach   den   weißen   Vögeln,   schreiender Schnee,   wilde   Bräute   der   Nordsee, weißgefiederte Abenteuerinnen. 'Wär ich doch   eine  Möve!   Ich  brauchte  nicht   auf mein   Visum   warten.'   Als   ich   diesen Seufzer   in   Berlin   vor   dem   Fräulein Schweizergesandtschaft   ausstieß, meinte   sie   argwö hnisch,   'wer   weiß,   ob nicht   doch   einem   dieser   weissen   Vögel ein   schwarzes   Herz   unter   den   Daunen lauert?'"  Während   Gottfried   Benn  von   Berlin   aus Thomas   Mann   und   Else   Lasker­Schüler   wegen ihrer Flucht angriff, schrieb sie 1935 aus Ascona an ihren „Fürbitter“ Sylvian Guggenheim:  „Man ist ja nicht allein ein Emigrant wenn man   ein   Emigrant   ist.   Daran   setzt   sich alle   Schmach   und   Verlassenheit   und alles Elend“. Die Else Lasker­Schüler­Gesellschaft versteht sich seit   ihrer   Gründung   als   politische Literaturvereinigung.   Das   Schicksal   ihrer Namenspatronin   ist   wie   eine   Metapher   für   die Biografien   Tausender   verfolgter   Künstler   und anderer Intellektueller, die durch ihren Widerstand Vorbilder   sind   oder   sein   könnten,   wenn   ihre Schicksale ebenso bekannt wären wie ihre Werke. Die Foren sind der Weg zu einem „Zentrum der verfolgten Künste“.  Dabei ist Zürich kein Umweg. Zu Wuppertal gibt es überraschende   Verbindungen.   Richard   Wagner fand   Unterkunft   bei   der   als   Agnes   Luckemeyer 1823   in   Elberfeld   geborenen   verheirateten Mathilde   Wesendonck   und   ihrem   Mann   Otto.

Dieser Liaison   verdanken   wir   die   „Wesendonck­ Lieder“; die „Wesendonck­Villa“ ist heute Kern des Rietberg­Museums   mit   der   exzellenten Skupturensammlung   des   Wuppertaler   Nazi­ Unterstützers   und   Antisemiten   Eduard   von   der Heydt.  In Elberfeld kam 1869 Elisabeth Schüler zur Welt, die sich später „Prinz von Theben“ nannte und ach, doch nur die arme jüdische Dichterin aus dem   Tal   der   Wupper   war.   Vom   Zürcher   Bürger Hans Bolliger ­ zeitweise so etwas wie Sohnersatz für   die   Künstlerin   ­   erwarb   die   ELS­Gesellschaft 1997   fünfzehn   Zeichnungen,   die   1937   als „entartet“ aus der Berliner Nationalgalerie entfernt und   in   Luzern   von   den   Tätern   verkauft   worden waren.  "Die ewige Lust an den Tätern" heißt der von Jürgen Serke formulierte Titel einer Diskussion im Zürcher Literaturhaus. "Von  der Schwierigkeit, den Opfern ihr Überleben zu sichern", lautet der Untertitel. Das   gilt   auch   für   Else   Lasker­Schüler, die sechs Jahre unter schwierigen Umständen im Schweizer Exil lebte. In Zürich veröffentlichte sie die Gedichte  „Die  Verscheuchte“  und  „Mein blaues Klavier“. Und 1936, vor 70 Jahren also, wurde   ihr   in   Deutschland   geschriebenes   Drama "Arthur Aronymus" am Schauspielhaus Zürich, mit exilierten   Theaterleuten   realisiert.   Anlass   genug,

Else Lasker­Schüler 1937 (Fotografie von Leonard Steckel) nunmehr ein Theaterstück über die Dichterin auf der  Bühne   des   einstigen   Widerstands uraufzuführen.   Im   Zürcher   Verlag   Oprecht erschien   eines   ihrer   wichtigsten     Bücher,   das "Hebräerland",   bei   dem   sie   "jedes   Wort vergoldet"  habe – Titel dieses Forums, mit der


wir Opfer   wie   Else   Lasker­Schüler   würdigen, zwangsläufig   jedoch   auch   die   Täter   ins   Blickfeld rücken. Die Verbrechen des 20. Jahrhunderts und ihre Folgen holen uns noch immer ein, selbst dort, wo man es nicht erwartet: Erst im Frühjahr 2006 gaben die Niederlande alte Meister an die Erben jüdischer Naziopfer zurück, Bilder, die zum Teil aus den Beständen Hermann Görings   restituiert   worden   waren.   Der Reichsmarschall   hatte   sie   rauben   lassen   – Handlanger   waren   ihm   Experten   wie   der   aus Wuppertal stammende Kunstsammler Eduard von der   Heydt,   der   ebenfalls   Bilder   aus   jüdischem Besitz vermutlich billig erworben hatte...  Die   "Zwei   Wuppertaler   in   Ascona" werden während der Lasker­Schüler­Ausstellung in der Zentralbibliothek vorgestellt: Der reiche Bankier mit Schweizer Pass und die inzwischen staatenlose Dichterin,   die   betteln   mußte.   In   dem   2003 erschienenen Buch der Berner Migrationsbehörde über   „prominente   Flüchtlinge   im   Schweizer   Exil“ bleibt   sie   unerwähnt.   „Bei   uns  wird   Else   Lasker­ Schüler  verklärt von   den  einen,  ausgegrenzt von den   anderen“   ­   schreibt   Ursula   Amrein   in   ihrem Buch  "Los   von   Berlin".   Die   Schweizer   Wis­ senschaftlerin   ist   Teilnehmerin   des   Forums zusammen   mit   Schriftstellern, Musikern   und Journalisten   sowie   Zeitzeugen   aus   USA,   Israel, China  und Tschechien.  Die ewige Lust an Tätern dürfte auch Malte Ludin bewegt haben. Er ist Teilnehmer des Forums, weil er   mehr   als   ein   halbes   Jahrhundert   nach   der Hinrichtung   seines   Vaters,   des   deutschen Botschafters in der Slowakei, einen von der Kritik gefeierten  Film  über   ihn gedreht  hat: Einen  sehr privaten Familienfilm, der jedoch die Öffentlichkeit angeht. Hanns Ludin, Diplomat im Ministerrang in Pressburg, galt bislang in der Familie als eine Art Widerstandskämpfer,   obwohl   der   Natio­ nalsozialist als   Kriegsverbrecher   angeklagt   und verurteilt wurde. Im Film zu Wort kommt auch unser Mitglied   Tuvia   Rübner,   Dichter   aus   Bratislava (Pressburg),  der  sich  nach  Palästina  hatte  retten können.  Else   Lasker­Schü ler  und   andere   geflohene Schriftsteller,   Theaterleute   oder   Wissenschaftler aus   Hitler­Deutschland   hatten   es   vergleichsweise gut   getroffen:   Sie   konnten   publizieren   oder auftreten,   wenn   sie   einen   Verleger   wie   Emil Oprecht oder eine Bühne wie das Schauspielhaus fanden.  „Erbittert   nicht,   aber   traurig   war ich“,  ist   einer   der   wenigen   kritischen   Sätze   des „Prinzen Jussuf“ über das Gastland Schweiz.  Düster   dagegen   die   Verszeilen  „Bitter   ist   es, das   Brot   der   Fremde   zu   essen,   bittrer noch das Gnadenbrot, und dem nächsten eine   Last   zu   sein.“  Sie   stammen   von   Max Herrmann­Neisse, einem der vielen Flüchtlinge, für die die Schweiz nur Durchgangsstation sein durfte.

Ganz anders klingt es bei Friedrich Dürrenmatt. Für den Dramatiker war Else Lasker­Schüler die Retterin   der   deutschen   Sprache,   als   diese   in Deutschland   verrohte   und   die   Deutschen   die Juden verfolgten. ELS in Dichter­Hitliste auf Platz 3 Sie lesen gerne Friedrich Hölderlin (1770­1843) und   Ingeborg   Bachmann   (1926­1973)?   Dann sind   Sie   in   guter   Gesellschaft:   Nach   einer Umfrage   der   Lyrikzeitschrift   „Das   Gedicht“   sind Hölderlin   und   Bachmann   die   Lieblingsdichter deutschsprachiger Autoren. Die Zeitschrift hatte rund   100   Dichter   und   Schriftsteller   gefragt, welche beiden Gedichte sie auf eine "Arche der Poesie"   mitnehmen   würden.   Die   meisten entschieden   sich   für   das   Gedicht   "Hälfte   des Lebens"   von   Hölderlin   und   "Böhmen   liegt   am Meer" von Bachmann. An dritter Stelle nannten die   Autoren   Else   Lasker­Schüler   ("Ein   alter Tibetteppich"),   Schlusslicht   auf   Platz   zehn   ist Johann Wolfgang Goethe. Vereinsinterner Spiegel Wir   trauern   um Fritz Beer Am   2.   September 2006   verstarb   nach längerer   Krankheit der   letzte   Präsident des   1934   in   London gegründeten   deut­ schen Exil PEN, Fritz Beer im Alter von 95 Jahren   in   seinem Haus in London. Geboren am 25. August 1911 in Brünn   (Tschechoslowakei),   emigrierte   er   1939 nach London und meldete sich hier als freiwilliger Soldat   bei   der   tschechischen   Auslandsarmee. Nach   dem   Krieg   arbeitete   Beer   für   den   deut­ schen Dienst der BBC und schrieb als London­ Korrespondent   für   deutsche   Tageszeitungen. Von   1977­79   stand   er   der   Londoner   Foreign Press   Association   vor   und   bekam   den   Titel: Officer of the Order of the British Empire von der Königin verliehen. Als Präsident des PEN Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland, Sitz in London, setzte er sich vor allem für eine detaillierte Aufarbeitung der Stasi­Vergangenheit der   ehemaligen   Mitglieder   des   DDR   PEN   ein. Aufgrund der geschwundenen Mitgliederzahl aus den   Zeiten   des   Exils,   wurde   auf   Fritz   Beers Initiative   im   Jahr   2000   mit   Unterstützung   des Londoner PEN Zentrale der PEN Club deutsch­ sprachiger Autoren im Ausland geschlossen. Uwe Westphal, ehemaliger Generalsekretär des PEN   Club   deutschsprachiger   Autoren   im Ausland.

Anmerkung: Fritz Beer   war   Mitglied   der   Else­Lasker­Schüler­ Gesellschaft. Er vertrat den "Exil­PEN" beim Aufruf für   die   Stiftung   "Verbrannte   und   verbannte Dichter/Künstler" mit dem Ziel eines "Zentrums der verfolgten   Künste".   Das   war   1994,   als   die   ELS­ Gesellschaft ein Forum aus Anlass des 60jährigen Bestehens   dieser   Internationalen Schriftstellerorganisation   ausrichtete,   auf   die Deutschland stolz sein kann, weil sie in den Zeiten der   NS­Diktatur  Widerstand   leistete.   Er   hat   mit lebhaftem Interesse noch erleben können, wie das virtuelle Zentrum im Internet unter dem Titel "exil­ archiv.de"   entstand   ­   dort   gibt   es   auch   eine ausführliche Biografie ­ und die reale Umsetzung im Solinger Museum mit den Sammlungen Gerhard Schneider und Jürgen Serke.  Fritz Beer nahm an verschiedenen Veranstaltungen und  ELS­Foren   teil:  Als   Autor  mit  Lesungen,  bei Diskussionen und vor allem auch als Zeitzeuge in Schulen mit seinem Buch "Hast Du auf Deutsche geschossen, Grandpa?". Für die, die ihn kannten, wird er als eindrucksvolle Persönlichkeit in Erinnerung bleiben. Hajo Jahn PPS:  Verschiedene   Schriftsteller  haben   nach   der Auflösung des „Exil­PEN“ eine Neubelebung dieser tradtionsreichen Autorenorganisation umgesetzt.  Neue Mitglieder: Baruch Roth, Berlin, Ursula Wellmann, Düsseldorf; Thomas   Hofmann,   Passau;   Annelie   Heiligtag, Arlesheim   (Schweiz);   Irmhild   Richter,   Hannover; Ruth   Wöbkemeier,   Bremen;   Dorothe   Le   Maire, Ettlingen;   Jan   Albrecht,   Gundelsheim. Sarah   Kirsch.  Die   Schriftstellerin   hat   am   16. Juni   2006   aus   der   Hand   von   Ministerpräsident Carstensen  „in Anerkennung ihrer Verdienste um die   Literatur   Schleswig­Holsteins“   eine Ehrenprofessur   erhalten.   Fast   zeitgleich   erschien im Steidl­Verlag die „Geschichte ihrer Kindheit“ mit Zeichnungen von Siegfried Klapper unter dem Titel „Kuckucklichtnelken“  Anant   Kumar  ist   die Rudolf­Descher­Feder der Interessengemeinschaft deutscher   Autoren   (IgdA)   zuerkannt   worden.   Die Preisverleihung findet am 7. Oktober 2006 um 20 Uhr im Kloster Volkenroda in Thüringen statt. Ruth Klü ger, Autorin, wird mit dem Lessingpreis des Freistaates Sachsen 2007 ausgezeichnet. Die 1931 in Wien geborene und in den USA und der Bundesrepublik   lebende   Germanistin   und   Autorin erhalte   die   Auszeichnung   für   ihre herausragendenden   Leistungen   im   Geiste Lessings,   teilte   das     Wissenschaftsministerium   in Dresden   mit.   Die   Preisverleihung   findet   am   27. Januar   2007   zur   Eröffnung   der   46.   Kamenzer Lessingtage statt. Ruth Klüger, die mit ihrer Mutter das   Konzentrationslager   Auschwitz­   Birkenau überlebte,   wurde   international   bekannt   durch   ihr erschütterndes   Buch   „Weiterleben“.   Sie   ist   seit


langem Mitglied   der   ELS­Gesellschaft. Helmut   Hirsch   hat   sein   99. Lebens­jahr vollendet. Der gebürtige Wuppertaler entging dem Holocaust durch   Flucht zunächst nach Frankreich und   dann   in   die   USA.   Die   Heinrich­Heine­ Gesellschaft und der Deutsch­Amerikanische Club richteten   ihm   im   Heine­Institut   Düsseldorf   eine Geburtstagsfeier   aus.   Dabei   erfuhren   die   Gäste  von   einem   nicht   alltäglichen   Geschenk.   Helmut Hirschs   erfolgreichstes   Buch,   seine   in   der   Reihe "Rowohlt   Monographien"   erschienene   Biographie von   Rosa   Luxemburg,   hat   eine   Auflage   von 100.000   Exemplaren   überschritten. Waltraud Weiss, Autorin und Verlegerin, ist für ihre   kulturellen   Verdienste   mit   dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Das Gründungsmitglied   der   ELS­Gesellschaft   aus Köln/Leverkusen   hat   u.a.   die   Veranstaltungsreihe „Elses Töchter“ organisiert, Publikationen und CDs über den „Prinzen von Theben“ herausgegeben.                                              Forum der Kreativen in der ELS­Gesellschaft

Tsippi Fleischer wurde   im   Goethe­ Institut   Tel   Aviv   für 20jährige   musi­ kalischen Tätigkeit in Deutschland  geehrt. 1985   vertonte   sie erstmals   ein   ELS­ Gedicht:  Ein   klei­ nes   Sterbelied als „Lamentation“ für Sopran,   Frauenchor,   2   Harfen   und Schlaginstrumente.   „Lamentation“   wurde   vom Peer Verlag, Hamburg und New York, in Deutsch u.     Hebräisch   (übersetzt   von   Yehuda   Amichai) herausgegeben;   erstaufgeführt   beim   Internatio­ nalen Festival „Frauen in der Musik“ am 23. Juni 1986   in   Beer   Sheva,   Israel.   –   Auch   beim   X. Forum   „Mein   blaues   Klavier“   2002   war   Tsippi Fleischer mit  ELS­Gedichtvertonungen vertreten.

Ursula Schulz­ Dornburg  hatte   in diesem   Sommer   eine erfolgreiche   Ausstellung im   Kölner   Museum Ludwig.   Die   Typologie armenischer   Bus­ haltestellen   lief   unter dem Titel "Architektur des Wartens":  “Irgendwo in weiter Landschaft stehen sie erhaben, lächerlich   oder   streng   als   Eisengerüste mit   verwegenen   Ornamenten   oder   in grauem   Beton   da:   Haltestellen   in Armenien. Gebaut in den 70er und 80er Jahren   des   vorigen   Jahrhunderts   als  Stationen   des   verkehrstechnischen Fortschritts,   sind   sie   seitdem   zu schadhaften   Gebilden   eines verschwundenen Zeitalters geronnen. Die Haltestellen   stehen   in   absoluter Einsamkeit,   es   gibt   keine   Spuren   von menschlicher   Siedlung   auf   den Fotografien   zu   entdecken.   Alles  wirkt zugig   und   kalt   und   nichts   lädt   zum Verweilen   ein.   Dennoch   halten   sich   hier Menschen auf, zeitlich bedingt, denn sie warten   in   dieser   Einsamkeit   auf   einen Bus,   der   hoffnungsvoll   die   Erlösung bringen   soll.   Es   sind   Unorte   der Architektur, die Ursula Schulz­  Dornburg in   den   Jahren   von   1997   ­   2001   foto­ grafiert   hat.   Sie   erscheinen   als   Diplom­ arbeiten   von   Architekten,   beschwören aber   mit   letzter   Kraft   die   Pathosformeln der sozialistischen Ideologie." 

27 Jahre   lang   war   Emanuel   Lasker Schachweltmeister   –   so   lange,   wie   niemand zuvor.   Er   war   der   Bruder   des   Arztes   Berhold Lasker,  des   (ersten)   Ehemannes   der   Dichterin, der ebenfalls als Schachspieler brillierte. Die mit uns   verbundene   Lasker­Gesellschaft   bittet unsere sachkundigen Mitglieder um Auskünfte für ein Buch:

Die Dichterin und das Schachgenie: Wer kennt die Familiengeschichte?

„Für das   "Emanuel­Lasker­Biographie"­   Projekt wollen   wir   die   Berliner   Zeit   von   Berthold   und Emanuel   Lasker   etwas   genauer   (und   mit Dokumenten   belegt)  ausleuchten,   somit   gehört Else Lasker­Schüler mit in unsere Recherche. Folgende Fragen stellen sich: Für   das   "Emanuel­Lasker­Biographie"   Projekt wollen wir die Berliner Zeit von Berthold   und   Emanuel   Lasker   etwas   genauer (und mit Dokumenten belegt) ausleuchten,   somit   gehört   Else   Lasker­Schüler mit in unsere Recherche. Folgende Fragen stellen sich: • Hat   Sie   sich   jemals   zu   Ihrem   Schwager Emanuel oder dessen Familie geäußert  ? • Gibt   es   Belege,   daß   die   beiden   sich persönlich getroffen haben ? (Eventuel sogar nochmals sehr viel später in Zürich 1934 ?) • Die Beziehung zwischen den Lasker­Brüdern war sehr eng, somit wird  auch zu Berthold Lasker   in   diesem   Zusammenhang recherchiert,  geplant  ist  im   übrigen   speziell zu   Berthold   Lasker   eine   kleine Zusammenstellung vorzunehmen. • Besondere   Aufmerksamkeit   soll   auch möglichen   Beziehungen   zwischen   Eduard

Lasker (dem Politiker), Ludwig Bamberger (die spätere   Frau   Martha   Lasker   war   eine> geborene   Bamberger,   ihr   Vater   hieß   Jacob) und Leopold Sonnemann gewidmet werden. Z. Zeit versuchen wir in Polen zu klären, ob, ob es   eine   verwandschaftliche   Beziehung zwischen den Laskers aus Lessen und jenen aus Barlinek (Berlinchen) gibt.

Für eventuelle Hilfestellungen wären wir Mitgliedern der Else­Lasker­Schüler­Gesellschaft dankbar und werden dies in unserem Buch würdigen. Dazu noch folgender Link: http://www.berlinerschachverband.de/news/article.h tml?article_file=1150797688. Michael Negele Emanuel­Lasker­Gesellschaft, Berlin Stiftung Verbrannte und verbannte Dichter/Kü nstler:  Sehr   geehrte   Orpheus­Interessenten,   liebe Freunde, traurig,   aber   wahr:   Gemäß   dem   einstimmigen Vorstandsbeschluss   vom   28.11.2005,   dass   eine Weiterarbeit   des   Orpheus   Trust   unter   den gegebenen   Bedingungen   nicht   mehr   möglich   ist, hat   der   Vorstand   unter   Hinzuziehung   des künstlerisch­wissenschaftlichen   Beirats   die   frei­ willige Auflösung des Vereins per 31. August 2006 vorgeschlagen. Da   trotz   unserer   intensiven   Bemühungen   keine substantielle   Subventionserhöhung   durch   die öffentliche   Hand,   insbesonders   des   Bundes, zustande   kam,   fand   am   22.   Juni   2006   eine ausserordentliche   Generalversammlung   des Vereines Orpheus Trust statt, in der   folgende Be­ schlüsse gefasst wurden: 1) Die Generalversammlung stimmt gemäß § 17(1) über die Auflösung des Vereins ab und entscheidet sich   mit   einer   Gegenstimme   für   die   freiwillige Auflösung   des   Vereins   Orpheus   Trust   per   31. August 2006. 2)   Die   Generalversammlung   stimmt   über   die Übergabe der Bestände des Orpheus Trust gemäß §   17   (3,4)   ab   und   entscheidet   sich   mit   einer Stimmenthaltung für das Archiv der Akademie der Künste Berlin als erste Präferenz. 3)   Dr.   Heinz   Lunzer,   Dr.   Felix   Mayrhofer   ­ Grüenbühl und Dr. Primavera Gruber werden von der Generalversammlung als Abwickler für die Zeit nach der Vereinsauflösung bestellt. Wir   haben   uns   nach   reiflicher   Überlegung   und gewissenhafter   Prüfung   aller   Optionen,   in Rücksprache mit den Nachlassspendern und dem Beirat, für optimale Bedingungen für die wertvollen Bestände   des   Orpheus   Trust   entschieden,   und


hoffen sie   bald   in   guten   Händen   zu   wissen.   Die Verhandlungen   sind   auf   gutem   Weg,   aber   noch nicht  abgeschlossen.  Auch   die   am   5.   Mai   in   Wien   gegründete 'Europäische Plattform für vom Nationalsozialismus verfolgte Musik' wird voraussichtlich in Berlin ihre Arbeit aufnehmen.  Ich   selbst   werde   mich   weiterhin   der Exilmusikforschung widmen und der 'Europäischen Plattform'  mit Rat  und  Tat  zur  Verfügung  stehen und   hoffe,   in   einigen   Jahren   (nicht   nur)   das geplante 'Österreichische Handbuch der verfolgten Musik' (Arbeitstitel) der Öffentlichkeit vorstellen zu können. Unsere Website http://www.orpheustrust.at und die Website der Klanginstallation 'Orpheus.Klangwege' unter http://www.klangwege.orpheustrust.at bleiben dank des Entgegenkommen unseres Webmasters Peter Andritsch bestehen. Wir, die drei genannten Personen, planen eine Nachfolgeorganisation, die Sie sowohl über die Zukunft der Bestände und die damit   geplanten   Aktivitäten   informieren   wird,   als auch strukturiert notwendige Schritte setzen wird. Sobald   die   Verhandlungen   abgeschlossen   sind, werden   wir   Sie   darüber   selbstverständlich informieren.   Noch   offene   Aufgaben   werden   von den   Abwicklern   übernommen,   eine   Schluß­ abrechnung   kann   von   den   Mitgliedern   ab   etwa Mitte November bei uns angefordert werden. Wir,  der   Vorstand,  der  Beirat   und   natürlich  auch  ich   als   Gründerin   und   Leiterin   des   Vereins Orpheus   Trust,   möchten   Ihnen   hiermit   unseren Dank aussprechen! Zunächst natürlich den Nach­ lasspendern,   sowie   allen   Mitarbeitern   und Mitgliedern   für   das   Vertrauen,   das   Sie   in   uns gesetzt   haben.   Auch   den   Besuchern   unserer Veranstaltungen   und   den   vielen   Kollegen   und Institutionen,   die   sich   mit   Anfragen   und Informationen an uns gewendet haben, sind wir zu  Dank   verpflichtet.   Ganz   besonderen   Dank   aber schulden wir jenen, die sich persönlich und mit ihrer ehrenamtlichen   Mitarbeit   für   den   Weiterbestand des   Orpheus   Trust   eingesetzt   haben.   Ihr   aller Interesse hat uns in diesen schwierigen Jahren oft den  Rücken  gestärkt!  Die   zehnjährige  Arbeit des Orpheus Trust hat sehr viel bewirkt und wird auch in Zukunft ihre Spuren hinterlassen.   Sie erreichen uns in Zukunft unter einer neuen e­ mail­Adresse:  orpheustrust@chello.at   ,   oder   per   Post   an Sigmundsgasse 11/4, A­1070 Wien. Sollten Sie keine Nachrichten mehr erhalten wollen, antworten   Sie   bitte   mit   einem   'nein'   in   der Betreffzeile. Mit herzlichen Grüßen Der Vorstand des Orpheus Trust und Ihre Primavera Gruber

Diane Neisius ist   die   neue „Webmistress“   für das   virtuelle Zentrum   der verfolgten   Künste www.exil­archiv.de. Zugleich betreut sie in   dieser   Eigen­ schaft   die   Home­ page   der   Else­ Lasker­Schüler­Gesellschaft.   Damit   löst   sie Webmaster  Peter  Chlistowski  ab, der  das bislang gemacht hat, dem wir dafür danken und alles   Gute   wünschen:   Er   hat   einen Ausbildungsplatz bekommen. Dr. Diane Neisius studierte von 1984 bis 1990 in Hannover. 1993 wurde sie durch die Universität zu Köln promoviert. Neben ihrer hauptberuflichen Tätigkeit als Webmistress für die ELSG arbeitet sie   noch   ehrenamtlich   beim   Wuppertaler Lesbentelefon und Frauenzentrum Urania e.V. Termine Mo,   16.Oktober,   19.00   Uhr,   Wtal.­E., Gymnas. Bayreuther Straße   ­ zum 120. Geburtstag   des   Dichters,   Pazifisten   und Menschrechtlers Armin T. Wegner ­  Einweihung   der   Büste   von   Armin   T.   Wegner. Festakt des Stadt Wuppertal  und  der  Armin  T. Wegner­Gesellschaft Die Wegner­Bronzebüste von Alice Malikian (Los Angeles)   ist     eine   Schenkung   von   Zaven Khatchaturian, Vorsitzender der Armin T. Wegner Society of USA an die Stadt Wuppertal. Sie wird am 120. Geburtstag des Dichters im Gymnasium Bayreuther     Straße   –   ganz   nah   an   Armin   T. Wegners Geburtshaus ­  durch enthüllt. Auf dem Programm stehen u.a. zwei Uraufführungen aus dem   internatio­nalen   Armin   T.­Wegner­   Musik­ und VerständigungsProjekt „Picture of a voice“: „Bildnis  einer  Stimme“  von  / mit Stefanie  Sass und „Das Warenhaus“ von/ mit Muyisa Mbasa. 

Mi., 8. November 2006, 19 Uhr: Grün str.   30   (DGB),     Wuppertal­ Elberfeld

“Kulturpreis der   Stadt   Wuppetal oder Eduard v.d.Heydt­Kulturpreis?” Fakten: Dr. Dieter Nelles “Politik   der   Erinnerung”   ­   Prof.   Dr.   Micha Brumlik, Vortrag anschliess. Diskussion (Podium/Plenum)    

Do, 9.November,   19.00   Uhr, Buchhandlung   BiBaBUZe,   Düs seldorf, Aachener Str. 1  und    Di.,   21.November,   19.30   Uhr   im Forum   Rex­Theater   ,   Wuppertal. Kipdorf: „Krieg und Utopie" Musikalische Lesung von   Uli   Klan   (Wuppertal)   und   Jasmin   Grande (Düsseldorf), live Musik: DUO DADA   mit Uli Klan (Violine, Stimme) und  Robert Dißelmeyer  (Klavier) Kooperation Armin T. Wegner Gesellschaft, Bücher Köndgen,   Else   Lasker­Schüler­Gesellschaft,   Rex­ Theater ­Forum Maximum und BiBaBuZe .  Die Autoren präsentieren neue, z.T.  hochaktuelle Sichtweisen auf politische Utopien bei rheinischen Künstlern wie Else Lasker­Schüler, Paul Zech und  Armin   T.   Wegner   und   ihren   gewaltlosen Widerstand  gegen Krieg und Terror.  Eine   Hommage   zum   50.   Todesjahr   des   ins   Exil gejagten Dichters Paul Zech. Freitag, 20. Oktober 2006:  Emanuel  Lasker  Gesellschaft  lädt   Mitglieder  der ELS­Gesellschaft und andere Ineressenten auf den Jüdischen Friedhof in Berlin­Weißensee ein, um die neue Grabplatte für den Schachmeister und ­Autor Jean Dufresne einzuweihen (keine Angst, das wird im überschaubaren zeitlichen Umfang bleiben). Im Rahmen   dieser   Veranstaltung   werden   wir   dann auch   die   Gräber   von   Berthold   Lasker  und     Paul Lasker­Schüler   besuchen.   Gäste,   insbesondere von   der   sind   herzlich   willkommen   (müssen allerdings   bereit   sein,   das   Fachsimpeln   der Schachspieler mit Fassung zu ertragen). Genauere Informationen,   z.B.   die   genaue   Uhrzefür   das Treffen     auf     der   Homepage:  www.lasker­ gesellschaft.de  XIII. Forum in Zür ich  25./26. – 29.10.06 25.10. Israelitische Kultusgemeinde 20.00 h Abend der Begegnung   26.10., Literaturhaus Zü rich 15.00 h Vortrag Martin Dreyfus 16.00 h Vortrag Ingrid Bacher 27.10., Literaturhaus Zü rich 10.15 h Vortrag Werner Wüthrich 11.00 h Vortrag Wilfried Weinke 14.15 h Vortrag Jakob Hessing 15.15 h Vortrag Lukas B. Suter 27.10. Literargymnasium Rämibü hl 9.45 h  1. Zeitzeugen 2.  Workshop Slam­ Poetry f. Schüler 20.00 h Öffentliche Abendveranstaltung               in der Aula:  Performance Poesie Show“Elses Enkel“ 


28.10., Literaturhaus Zü rich 10.00 h Lesung Jakob Hessing 11.00 h Lesung Martin R. Dean 12.00 h Lesung Lukas B. Suter 14.30 h Lesung Jürgen Serke 15.30 h Lesung Malte Ludin 28.10. Hochschule fü r Musik und             Theater Zü rich 19.30h Crossover zwischen Musik              und Literatur 29.10. Literaturhaus Zür ich 11.00 h Podiumsdiskussion Ausstellung in der Zentralbibliothek Zü rich 27.11. 18.00 h  Ausstellungseröffnung  05.12. 18.00 h Vorträge/ Diskussion                      Impressum Redaktion Hajo Jahn Else­Lasker­Schüler­Gesellschaft e.V. Herzogstr. 42; D­42103 Wuppertal  Tel: 0202­305198; Fax: 0202­946 3869 vorstand@else­lasker­schueler­gesell­schaft.de. www.else­lasker­schueler­gesellschaft.de Vorsitzender: Hajo Jahn; Stellvertr. Vorsitzender: Heiner  Bontrup;  Schatz­meister:  Klaus  K.  Otto; Pressesprecherin:   Michaela   Heiser; Schriftführerin:   Anne   Grevé;   Beisitzer:   Prof. Manfred   Brusten,   Monika   Fey,   Dorothee Kleinherbers­Boden,   Wolfgang   Drost   sowie   die Autoren  Ulla Hahn und Jiři Gruša.   Ehrenmitglieder:   Hans   Sahl   und   Prof.   Paul Alsberg, Israel Bankverbindung:   Sparkasse   Wuppertal,   BLZ 33050000, Konto: 968768. Stiftung   „Verbrannte­   und   verbannte   Dichter­/ KünstlerInnen“ Vorstand:   Hajo   Jahn,   Herbert   Beil,   Dr.   Rolf Köster und Dr. Rolf Jessewitsch. – Kuratorium: Ingrid Bachér, Hans­Dietrich Genscher, Prof. Dr. Klaus   Goebel,   Anne­marie   Renger,     Ursula Schulz­Dornburg,   Jürgen   Serke,   Prof.   Dr. Christoph Stölzl.  Konto:   Stadtsparkasse   Wuppertal,   BLZ 33050000, Kontonummer: 902999. www.exil­archiv.de. E­Mail: redaktion@exil­archiv.de Redaktion Exil­Archiv: Ulrike Müller Telefon: 0202 – 946 3867

Solidaritätsaufruf Damit wir weiterhin eine Redakteurin für das virtuelle   Zentrum   der   verfolgten   Künste bezahlen können: Neues   vom   Exil­Archiv  (www.exil­ archiv.de)  Wer  von uns finanziell dazu in der Lage ist, spendet für Opfer von Naturkatastrophen oder Kriegen, übernimmt Patenschaften für Kinder in Afrika, denen mit zwei Euro im Monat eine Schulausbildung ermöglicht werden kann.  Ähnlich   könnten   wir   verhindern,   dass   die Journalistin und Sozialwissenschaftlerin Ulrike Müller in die Arbeitslosigkeit von uns entlassen werden   muß   und   damit   die   redaktionelle Betreuung   des   Exil­Archivs   fortfallen   würde. Wir   bitte   deshalb   darum,   mit   einem Dauerauftrag  dieses  in  Medien,  von  Schulen und Universitäten genutzt und gelobte Projekt zu   unterstützen   und   Solidarität   nicht   nur   mit der Redakteuerin zu zeigen, sondern auch mit den verfolgten Autoren, Künstlern und anderen Intellektuellen,   die   Widerstand   in   Diktaturen geleistet haben und noch immer leisten.  Aber es ist das modernste aller Medien. Und wir   setzen   hier   eine   Idee   um,   die   1994   mit einem Aufruf  für ein „Zentrum  der verfolgten Künste“   gemeinsam   mit   dem   „Exil­PEN“   in London  begann,  unterschrieben von  rund  50 bekannten AutorInnen von Günter Grass über Sarah Kirsch bis Salman Rushdi. Hier ist die Bilanz von zweijähriger Arbeit, die Ulrike Müller redaktionell betreut hat:  • ca. 1200 Biografien von Intellektuellen aus über 40 Ländern • Sprachversionen in Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Tschechisch (in Vorbereitung: Polnisch) • Über 45 Mitarbeiter­ und AutorInnen (darunter Schriftsteller, Journalisten, Wissenschaftler und Künstler) • Aktuelle Kooperationen bestehen mit: der Tschechischen   Bibliothek,  dem Bates­College  (Maine)/   USA   und   der Arbeitsstelle   Biografieforschung  an der   Uni   Mainz),   die   dem   Exil­Archiv Materialen   bzw.   eigens   erarbeitete Themenschwerpunkte   (z.B.   "Exilstation Shanghai") zur Verfügung gestellt haben.   • Das  Iranische   Archiv:   In   Kooperation mit   dem   im   Exil   lebenden   iranischen Schriftsteller   und   Literaturwissenschaftler Dr.   Sam   Vaseghi   entsteht   seit   Februar 2006 auf  den  Seiten  des  Internet­Portals EXIL­ARCHIV   ein   "Litarisches   Zuhause" für iranische SchriftstellerInnen. Leben und Werk   der Exil­AutorInnen soll so nicht nur

virtuell, sondern   auch   real   verfügbar   und einer interessierten Öffentlichkeit in Deutsch, Englisch und/ oder Farsi zugänglich gemacht werden – Exilanten, die Widerstand leisteten gegenüber   dem   Schah   und/oder   später gegenüber dem Ajatollah­Regime. • Derzeit sind bereits mehrere tausend Seiten im   EXIL­ARCHIV   abrufbar   –   zugänglich kosten­ und werbefrei für alle Interessenten. Dabei   kann   man   anhand   der   Navigation auch   innerhalb   des   Archivs   durch   das Thema   EXIL   surfen   und   sich   sowohl   über Text­,   als   auch   O­Ton­,   Bild­   oder   Video­ Beiträge und das  jeweils angehängte Link­ Verzeichnis informieren.   • Zum Beispiel Else Lasker­Schü ler im ARCHIV: Ausgedruckt   umfasst   allein   die   Biografie   der Dichterin   im   Exil­Archiv   13   Seiten!   Neben Informationen und Texten in Deutsch, Englisch, Spanisch, Tschechisch und Russisch findet man hier u.a.: • Artikel   zu   ELS   und  Originalton­Statements ( z. B.  von Hans Bolliger, dem „Sohn­Ersatz“ der   Dichterin   im   Schweizer   Exil.   und   der Bildhauerin  Ulle  Hees  zur  Konzeption  ihrer im   Wuppertaler   Schauspielhaus aufgestellten ELS­Stele)    • Text­Beiträge   u.a.   von   Jakob  Hessing,   der Literatur­Nobelpreis­Trägerin   Elfriede Jelinek,   dem   Musikwissenschaftler   Albrecht Dümling   (als   PDF­Dateien   zum Herunterladen)  und   der Literaturwissenschaftlerin Ricarda Dick. • Vertonungen   zum   Herunterladen:   darunter den   3.   Satz   einer   Symphonischen   Kantate über ein ELS­Gedicht  sowie Ausschnitte aus der CD "Ich träume so leise von Dir..." (u.a. mit Gitte Haenning + Katja Riemann) • Zahlreiche   Buchempfehlungen   und ­besprechungen zu ELS   Wir   bitten   um   Ausfüllen   des   Dauerauftrags, damit   wir   Planungssicherheit   haben,   für zunächst   ein   Jahr,   beginnend   am   1.   Januar 2007. Rechtzeitig vor Ablauf werden wir uns an alle Unterstützer wenden, ob die Aktion (zeitlich jeweils   auf   12   Monate   begrenzt)   fortgesetzt werden muß. Selbstverständlich erhalten Sie alle eine   steuerlich   absetzbare   Spendenquittung. Unser Anteil an dem Projekt ist die Finanzierung des   gesamten   Internetprojekts,   inklusive Webarbeiten,   sowie   Recherchen   und   ständig weitere Veröffentlichung von Biografien. Und der Arbeitsplatz im ELS­Büro. Schon   jetzt   bedanke   ich   mich.  Natürlich   stehe ich für weitere Auskünfte gern zur Verfügung. Hajo Jahn


SPENDE Einzugs­ ermächtigung Hiermit erkläre ich mich damit einverstanden, den folgenden Betrag monatlich durch die Else­Lasker­Schüler­ Gesellschaft einziehen zu lassen: 

€ ___________ Name Vorname

Straße PLZ, Ort Kontonr. BLZ Bank Datum / Unter­ schrift

Infobrief 66  

Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft e.V. – Infobrief

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