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TELTOW-FLÄMING SENIORENZEITUNG

5/2008

Ausflug zum Schermützelsee Von Ingeborg Spittler Mit einer guten Bekannten unternahmen wir einen Ausflug zum Schermützelsee. Es ist der größte See im Naturpark „Märkische Schweiz“ Mit etwa 146 ha ist dieser See der größte in der Märkischen Schweiz und im nördlichen Becken ca. 45 m tief. Dieser See ist sagenumwoben. Es wird erzählt, dass früher Orte in diesem See verschwunden sind. Die Anwohner berichten, dass immer mal wieder Reste von Gebäuden im See gefunden wurden. In diesem Naturschutzgebiet gibt es viele Tiere, u.a. Graureiher, Blässhühner u. der Eisvogel lebt dort. Zahlreiche Fischarten, wie z.B. Aale, Karpfen, Hechte usw. tummeln sich im See. Schon Theodor Fontane beschreibt in seinen Märkischen Wanderungen das Gebiet um den See ausführlich. re Bekannte in Hessenwinkel ab und fahren über die Landstraßen und die schönen Alleen durch kleine, gepflegte Dörfer nach Buckow. Wir kennen Buckow in der Märkischen Schweiz aus der Zeit vor der Wende und freuen uns immer wieder darüber, wie sich die kleinen Dörfer herausgeputzt haben. Überall wurde viel gebaut, die Häuser mit frischer Farbe oder neuem Putz versehen. In den Vorgärten bewegen sich die Sommerblumen leise im Wind. Sonnenblumen recken sich über einige Gartenzäune. Schon die Fahrt ist ein Erlebnis. Alte Backstein oder Feldsteinkirchen zieren die Mitte einiger Dörfer. Buckow ist seit 1929 ein anerkannter Kneipp-Badeort und hat heute eine große Rehabilitationsklinik, in der vorwiegend Schäden der Wirbelsäule, Gelenke- und Muskelbehandlungen Direkt am See steht auch das durchgeführt werden. „Brecht-Weigel-Haus“, heute ein Museum, das für die Besucher Das Strandbad Schermützelsee liegt direkt im Kurgeöffnet ist. 1952 pachtete das ort Buckow, gleich neben einem Restaurant ist ein Ehepaar Brecht-Weigel das Haus kleiner, bewachter Parkplatz. Für 3,00 • dürfen wir auf dem schönen Grundstück am dort den ganzen Nachmittag parken. Leider kann See. Nach dem Arbeiteraufstand unsere Bekannte sehr schlecht laufen, darum ent1953 in Berlin zog sich Brecht für schließen wir uns nach dem guten Mittagessen, längere Zeit in das Haus zurück. die wenigen Schritte bis zur Dampferanlegestelle Berthold Brecht starb 1956. Nach zu gehen, um eine Dampferfahrt auf dem See zu dem Tod von Helene Weigel, sie machen. starb im Mai 1971, verkauften die Brecht Erben das Grundstück an Der See liegt ruhig im Nachmittagssonnenschein, den Staat. Seit 1977 ist das Haus kleine Wellen kräuseln sich auf der Oberfläche und Gedenkstätte für das Ehepaar brechen sich leise glucksend am Ufer. In der Ferne Brecht-Weigel. ist schon der Dampfer zu sehen, der auf die Anlegestelle zusteuert. Einige Fahrgäste verlassen das Gegen 11.00 Uhr holen wir unse- Schiff, andere fahren weiter bis zu einer der Gast-

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stätten, wo der Dampfer auch anlegt. Wir entscheiden uns für eine Rundfahrt. Während der Fahrt entdecke ich ein Segelboot, das langsam dahin treibt. Auf dem See dürfen keine Motorboote fahren, darum ist es sehr ruhig. Die beiden Dampfer machen ihre Rundfahrten im Abstand von einer halben Stunde. Eigentlich möchten wir die Fahrt und die Ruhe so richtig genießen. Aber die anderen Fahrgäste haben sich so viel zu erzählen, einige auch ziemlich laut, dass die Ruhe immer wieder unterbrochen wird. Zwei Paddelboote, auf dem die Bootfahrer die Sonne genießen, ziehen vorüber. Das Ufer ist teilweise dicht bewaldet und vom Strandbad aus führt ein Panoramaweg am See entlang. Zwischen den Bäumen, teilweise dicht am Ufer stehen schöne Villen und Einfamilienhäuser. Die Grundstücke grenzen direkt an das Ufer und am Steg liegen kleine Boote. Die Rundfahrt ist viel zu schnell zu Ende, schon sehen wir das Strandbad, wo sich die Badelustigen im Wasser tummeln oder auch weit in den See hinausschwimmen. Das Wasser im See ist sehr klar und sauber. Wir gehen noch einmal zur Gaststätte, wo jetzt nur wenige Gäste auf der Terrasse sitzen. Die Serviererin, die uns mittags bediente, erkennt uns wieder und begrüßt uns freundlich.Ein Eiskaffee ist bei diesem Wetter gerade das Richtige und wir genießen dabei noch einmal den Blick auf den See und die schöne Umgebung. Schade, dass auf der Straße immer wieder mal eine Gruppe Motorradfahrer die Motoren aufheulen lässt und die Ruhe stört. Gegen 17.30 Uhr erreichen wir wieder Hessenwinkel und verabschieden uns von unserer Bekannten. Von Erkner aus fahren wir auf der Autobahn zurück nach Rangsdorf und sind in gut einer halben Stunde wieder zu Hause.

Seniorenzeitung Teltow und Fläming 05/2008  

Für die Städte und Gemeinden des Landkreises Teltow-Fläming

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