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Die Chronik von Selchow 1242–2012

Allgemeine Einführung in die Geschichte von Brandenburg Das Land Brandenburg Das Land Brandenburg entstand im 12. Jh. durch Schwert und Pflug im Namen des Kaisers Lothar durch die Angehörigen des sächsischen Hauses Askanien, hpts. durch Albrecht den Bären, einem Grafen von Ballenstedt. Sie eroberten die zu dieser Zeit hauptsächlich durch Slawen besiedelten Gebiete, vertrieben oder vernichteten sie und kolonisierten das eroberte Gebiet mit deutschen Siedlern. Durch sie und ihre Nachkommen erfolgte die wirtschaftliche Erschließung des eroberten Landes. Sie gründeten Städte und Dörfer wie z.B.: • • • • • • • • • • • • • • •

Berlin 1237 Brandenburg 9. Jh. durch die Heveller-Fürsten Teltow 1232 Mittenwalde 1239 Zossen 1320 Königs Wusterhausen 1320 Diepensee 1348 Großziethen 1300 Kleinziethen 1375 Kiekebusch 1318 Rotberg 1318 Schönefeld 1375 Selchow 1242 Waltersdorf 1352 Waßmannsdorf 1338

Die märkische Ritterschaft Die Askanier kamen mit großem Gefolge in das neue Gebiet. Uwe Michas beschreibt in der Zeitschrift „Die Mark“ die militärischen Begleiter der Initiatoren der Eroberungskriege: „Die Hauptlast der Eroberungen trugen die späteren Angehörigen des Ritterstandes. Der überwiegende Teil dieses Standes ging aus unfreien Dienstmannen, so genannten Ministerialen, hervor, die mit den Askaniern aus den Gebieten westlich der Elbe kamen. Sie waren ursprünglich eine Oberschicht unfreier Haus- und Hofdiener, die von ihren Herren für den Haus-, Verwaltungs- und Kriegsdienst verwendet wurden. Sie hoben sich von ihren Standesgenossen durch besondere Leistungen, hauptsächlich beim Kriegsdienst, ab und näherten sich dadurch dem Adelsstand. Später anerkannte man ihre Lehnfähigkeit und gab ihnen einen Platz in der „Heerschildordnung“. Es wanderten aber auch freie Ritter in die Mark ein. Aber im Verlauf des 13. Jahrhunderts gerieten diese Adligen in die Abhängigkeit der Markgrafen. In der Mark Brandenburg verwischte sich allmählich der Unterschied zwischen den freien Vasallen und Ministerialien. Aus beiden Gruppen entwickelte sich der märkische Ritterstand (Aus der Bezeichnung „ministeriales“ wurde“ miles“, was Ritter bedeutet). Der märkische Ritter erhielt, um in Friedenszeiten wirtschaftlich abgesichert zu sein, ein steuerfreies Lehen von 6 Hufen. Dafür war er verpflichtet, zu jeder Zeit Kriegsdienste zu leisten. Sie wurden aber auch als Vasallen des Landesherren auf Burgen als Burgwarte und Vögte eingesetzt. Zu den Burgen oder Schlössern gehörte auch ein großer Landbesitz. Die Bewohner hießen „Schlossgesessene“. Im Zuge der Entwicklung des Landes vergab der Landesherr die Burgen als erbliches Lehen. Innerhalb des Adels gab es aber damals schon große Unterschiede. Es gab den niederen Adel, der nur einen geringen unbefestigten Wohnraum beanspruchen durfte. Aus diesen oft armen Adligen wurden die märkischen Raubritter. Das heutige Land Brandenburg in seiner jetzigen Gestalt ist im Wesentlichen identisch mit der früheren preußischen Provinz Brandenburg. Ohne die Gebiete östlich von Oder und Neiße wurde die von 1945 – 1947 bestehende Provinz Mark Brandenburg und das 1949 bis 1952 konstituierte Land Brandenburg.

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