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Die Chronik von Selchow 1242–2012

Weiterhin gab es einen Warteraum, einen Güterboden für Stückgut, eine Holzpumpe, eine Abortanlage, 3 Bahnsteiglampen, 1 Waschhaus und 1 Seitenrampe. Ein in den 1930er Jahren errichteter Anbau am Haupthaus wurde als Güterboden mit Rampe genutzt. Die Beleuchtung auf dem Bahnhof wurde bis 1919 mit Petroleum betrieben, danach wurden Gasanschlüsse gelegt und das Berliner Stadtgas zum Leuchten genutzt. 1900 wurde in Selchow zwar das erste elektrische Licht verlegt, aber nur für die Stallungen des Gutes. Das Herrenhaus, die Dorfstraße, Bahnhofstraße und der Bahnhof bekamen erst 1923 elektrisches Licht (3x220 Volt der Oberleitung). Der alte Güterboden wurde in den 30er Jahren abgerissen und durch einen Flachbau ergänzt. Im Jahr 1994 waren die Bahnsteigkante und der Beleuchtungsmast zwar eingewachsen aber noch vorhanden. Der Bahnhof hatte 3 Gleise, heute sind dort gepflegte Kleingärten. Das Bahnhofsgelände war noch bis 1994 gut erhalten. Das Bahnhofsgebäude wurde nach der Einstellung des Fahrbetriebes zum zweigeschossigen Wohnhaus umfunktioniert. Das gesamte Gebäude und alle Anlagen mussten wegen des Flughafenbaus weichen und wurden abgerissen.

Personen und Familien auf dem Bahnhof Adolf Schuster war vor 1925 Stationsvorsteher auf dem Bahnhof in Selchow. Familie Teutloff wohnte seit den 20er Jahren bis März 1950 in der Wohnung im Bahnhof. Albert Teutloff war 1925 Stationsmeister in Selchow und seine Frau Paula verrichtete noch den Fahrkartenverkauf bis 1947. Albert Teutloff starb 1945. Frau Teutloff zog 1950 mit den Töchtern Erika und Annika in das Dorf. Sie starb 1982. Familie Stolze mit 2 Kindern wohnte im Bahnhof von 1942 bis zum Juni 1952. Willi Stolze war Bahnhofsvorsteher bis zur Stilllegung des Bahnhofs im März 1951. Danach war er Kassenverwalter im Bahnhof Mittenwalde Nord und später Berufschullehrer bei der Reichsbahndirektion Berlin. Familie Stolze zog 1952 nach Mittenwalde und im Juli 1956 nach Berlin. Familie Krüger wohnte von April 1950 bis Juli 1956 im Bahnhof. Fritz Krüger war seit 1919 bei der NME als Lockheizer tätig, danach als Weichenwärter und Fahrdienstleiter im Bahnhof Selchow beschäftigt. Nach Auflösung auf dem SAB (BAR) Stellwerk B2 Bahnhof Waßmannsdorf war er Fahrdienstleiter, im Juli 1956 erfolgte der Umzug nach Mittenwalde. Später war er auf dem Bahnhof Grünau tätig (RB-Überwachung-Zuglauf). 1961 hatte ein Teil der Familie Krüger die DDR verlassen. Frau Liselotte Krüger (1921 geb.) war als Schrankenwärterin in Königs Wusterhausen und später in Mittenwalde beim VEB Untergrundspeicher Mittenwalde in der Materialausgabe tätig. Familie Karl-Joachim Wolff arbeitet vom 27.1.1949 bis Juni 1949 im Bahnhof Selchow als Weichenwärter. Von Juli 1949 bis 1952 war er als Fahrdienstleiter auf den Bahnhöfen Schönefeld und Schenkendorf tätig. Er fertigte am 21.3.1951 den letzten Zug ab. Ab 7.8.1952 arbeitete er im Streckenbereich Bhf. Mittenwalde – Bhf. Schönefeld als Bahnunterhaltungsarbeiter. Danach war K. J. Wolff bei der DR in den Stellwerken Waßmannsdorf, Berlin – Schöneweide beschäftigt, danach bis 1965 in Berlin – Rummelsburg als Fahrmeister. Dann folgten bis 1990 weitere Tätigkeiten bei der DR. Dann begann der Vorruhestand mit Unterbrechungen. Endgültig ging er 1994 in den Ruhestand. Familie Blochies wohnte mit 3 Kindern im Erdgeschoß. Kurt Blochies wurde 1921 geboren und starb 1978. Kurt Blochies war ebenfalls bei der DR beschäftigt. Familie Bruno Habernik wohnte seit 1955 im Anbau. Bruno Habernik wurde 1914 geboren und ist 1988 verstorben. Er war ebenfalls bei der DR als Fahrdienstleiter beschäftigt. Zusammenfassung ab 1950 Willi Stolze Bahnhofsvorsteher, wohnhaft in Selchow Fritz Krüger Fahrdienstleiter, wohnhaft in Selchow Walter Bienge Fahrdienstleiter, wohnhaft in Mittenwalde Karl-Joachim Wolff Fahrdienstleiter Viktor Klemm Weichenwärter, wohnhaft in Mittenwalde Herr Boeck Weichenwärter, Wohnhaft in Mittenwalde

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