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Die Chronik von Selchow 1242–2012

Zeittafel zur Geschichte der Kirche und der Kirchengemeinde 1500 war der Sitz der Kirche Selchow in Mittenwalde. Im April 1539 beschlossen die Adligen des Kreises Teltow in der Stadt Teltow im Hause von Joachim von Schwanebeck im Beisein des Bischofs Matthias von Jagow, die reine Lehre des Evangeliums anzunehmen und sich öffentlich dazu zu bekennen. Am 1.11.1539 erfolgte dann der Übertritt von Joachim II., Kurfürst von Brandenburg, zum evangelischen Glauben. Danach wurde die Reformation im ganzen Kreis durchgeführt. Ab sofort konnten Gemeindemitglieder das „liebe Wort Gottes in Teutscher Sprache lesen“. 1540 zog die Reformation in Selchow ein. Der erste evangelische Pfarrer war nachweisbar Otto Ranfuß. 1541 (bis 1900) wurde die Kirche Selchow als Mutterkirche mit Tochterkirche in Waßmannsdorf genannt. 1541 fand eine Kirchenvisitation zur Feststellung des Besitzes der Kirche statt. Aufgelistet wurden 1 Kelch, Pacem mit Kreuz und eine Monstranz in Silber. Bis 1575 war Paul Ingolstädt Pfarrer in Selchow. 1592 (bis 1613) wurde der in Selchow geborene Sohn von Paul Ingolstädt, Georg Ingolstädt , Pfarrer in Selchow. Seit 1613 wurde ein Kirchenbuch geführt. Von 1613 bis 1635 war der nächste Georg Ingolstädt Pfarrer in Selchow. Ab 1634 war der Sitz der Kircheninspektion in Cölln. 1635 bis 1639 war der Magister Johann Krautheim Pfarrer in Selchow. Gleichzeitig war er Seelsorger in Rotzis. Ab 1640 war Mathäus Daberkow Pfarrer in Selchow. Von 1704–1713 war Andreas Christian Dame Pfarrer in Selchow. 1710 erfolgte der Umbau bzw. eine Instandsetzung des Kanzelaltars und der Taufe durch D. Matzmann aus Potsdam. Von 1713–1758 war Andreas Hintze Pfarrer in Selchow. 1756 bis 1779 war Siegismund Fürstenou Küster und wahrscheinlich auch Lehrer in Selchow. Ab 1800 war der Sitz des Superintendenten in Königs Wusterhausen. Ab 1824 fanden die Konfirmationen der Groß Kienitzer Kinder in der Kirche in Selchow statt. Die Kirche Groß Kienitz ist eine Tochterkirche von Selchow, auch Rotzis wurde mitkuriert. 1826 wurde Andreas Gottlob Ferdinant Lepetit Pfarrer in Selchow. Er starb am 18.1.1841 in Selchow. Er ordinierte am 22.9.1811 an der Universität Halle, wurde 1812 Diakon in Storkow, 1816 Pfarrer in Kiekebusch, danach kam er nach Selchow. Ab 1830 wurden alle 3 Jahre eine Kirchenvisitation durchgeführt. Kirchen- und Schulamt waren eine Einheit. Im Juni 1830 fand an einem Sonntag eine solche Kirchenvisitation statt. Dazu musste der Patron der Kirche eingeladen werden und die Visitation musste von der Kanzel herab der Gemeinde angekündigt werden. Das Pfarramt in Selchow stand unter der Diözyöse der königlichen Hofkammer der königlichen Familiengüter 1842 kam Julius Heinrich Wapler aus Zauchwitz als Pfarrer nach Selchow. Er hatte das Pfarramt bis 1885 inne. 1855 wurde das Schulhaus auch als Küsterhaus erwähnt. 1861 forderte der Rittergutsbesitzer die Ablösung der Hütung für 2 Kühe und 1 Stück Jungvieh für den Pfarrer, die seit 1812 für die Pfarrei auf der Selchower Feldmark bestand. 1869 gab es in Selchow einen Streit um die Neuausstattung der Kirche mit Kirchstühlen und die neuen Sitzordnung. 1872 feierte der Prediger Wapler sein 50jähriges Dienstjubiläum. Von seinen 50 Dienstjahren war er 43 Jahre in Selchow tätig. Bei seiner Pensionierung erhielt er ein Jahresruhegeld von 2.667 Mark. Am 30.9.1873 verkauften die Herren Kitzing, Schramm und Lobeth als Vertreter der Schulgemeinde den Schulacker an die Herren Spiegel, Bossling und Sauerwald. 1876 erfolgte die Ablösung der Abgaben des Gutes an die geistlichen Institute in Selchow (Kirche und Schule). - 74 -

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