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Die Chronik von Selchow 1242–2012

Der Bau der Radwege von Selchow nach Tollkrug und von Selchow nach Waßmannsdorf wurde begonnen. Ab 31.8.2009 gab es in Auswertung der oben beschriebenen Umfrage Verbesserungen im Busverkehr. Die Linie Schönefeld – Waßmannsdorf – Selchow – Kleinziethen–Großziethen fuhr nun montags bis freitags stündlich und an den Wochenenden alle 90 Minuten. Die Verbindung Selchow – Mahlow verkehrte nun 2mal wochentäglich. Am 7.10.2009 beschloss die Gemeindevertretung die Aufstellung des Bebauungsplanes für eine Recyclinganlage in Selchow. Die Selchower Kinder, die bis zum 30.9.2010 das 6. Lebensjahr vollendet hatten, gehörten zum Einzugsbereich der Astrid-Lindgren-Grundschule Schönefeld und mussten vom 12. bis 14. 1.2010 dort angemeldet sein. Noch im Jahr 2009 wurde zur gewerblichen Entwicklung von Selchow – Waßmannsdorf die Bauvorhaben für den S-Bahnhaltepunkt und für eine Veranstaltungsfläche in der Gemeindevertretung beschlossen. Anfang Januar 2010 nahm Wolfgang Dietrich seine Arbeit als Ombudsmann zur Klärung von Fragen und Problemen zwischen Flughafen und Anwohnern im Schönefelder Rathaus auf. Am 25.3.2010 fand eine Gemeindevertreterversammlung statt auf der gleich mehrere für Selchow relevante Beschlüsse gefasst wurden. Wie zum Beispiel die Bildung eines eigenen Standesamtsbezirkes, die KITA-Satzung für die Inanspruchnahme von kommunalen Kinderbetreuungsleistungen in Kindertagesstätten, Tagespflegestellen sowie die Erhebung von Elternbeiträgen und die Jugendordnung für die Gemeindejugendfeuerwehr. Demnach können Kinder ab 6 Jahre in die Jugendfeuerwehr aufgenommen werden, mit 16 Jahren besteht bei Eignung die Möglichkeit der Aufnahme in die Gemeindefeuerwehr. Am 4.6.2010 beschloss das Präsidium des Bundes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie, Schönefeld/ OT Selchow als künftigen Standort für die Messe ILA und andere Messen und Ausstellungen auszubauen. Die Messe soll unter dem Gesichtspunkt „Veranstaltungsgelände mit historischen Ortskern“ ausgebaut werden. Dementsprechende Planungen wurden nun auch in Selchow forciert. Im Juli wurden beim „Treffpunkt Bürgermeister“ in Selchow den Bürgerinnen und Bürgern durch Frau Compans von der Messe Berlin die Bebauungspläne „Veranstaltungsgelände“ und „Historischer Ortskern“ überreicht. In Selchow wurde eine Immissionsschutzwand gegen den Bodenlärm der Baustelle des BER, gegen den Flugsand und andere Immissionen errichtet und bepflanzt. Am 21.6.2010 verunglückte der historische Rosinenbomber mit 28 Menschen an Bord auf einem Acker in Selchow. Kurz nach dem Start war das linke Triebwerk ausgefallen. Der Pilot drehte die Maschine, die sich zu diesem Zeitpunkt über den Dächern von Selchow befand und brachte sie auf unbewohntem Gebiet zu Boden. Hinter der Umgehungsstraße schlitterte sie mehr als 100 m über den Acker, ehe sie zum Stehen kam. Es gab 6 Verletzte. Der Unfall aktivierte den Ehrenvorsitzenden des flughafenkritischen Bürgervereins Brandenburg-Berlin zur Forderung einer „Absiedlung“ aller Wohnhäuser im Umkreis von 5 Kilometern. Im August begannen die Bauarbeiten am Radweg von Glasow über Selchow nach Waßmannsdorf. Die Firma LTS Halbe erneuerte kurzfristig den Bürgersteig, die Straßen und die Straßenbeleuchtung. Zur Einhaltung der Verkehrssicherungspflicht wurden Bäume in der Glasower Straße gefällt und ansonsten Baumpflegearbeiten durchgeführt. Die aktuellen Bodenrichtwerte für Selchow lagen 2010 bei 40 Euro je Quadratmeter für gemischte Bauflächen, für Ackerland zwischen 0,35 und 0,50 Euro, für Grünland bei 0,40 Euro und für Forstland bei 0,25 Euro. Am 10.1.2011 lebten In der Gemeinde Schönefeld 13.562 Bürger, 207 davon in Selchow. Am 27.1.2011 fand unter dem Motto „Die Weichen für die Zukunft werden heute gestellt“ eine Beratung zum Bebauungsplan in Selchow statt. Diskutiert wurde der Bau einer neuen Straße. Auch wurde von den Selchowern die Einsicht in den Bauablaufplan und Informationen über die Verkehrsführung während der Bauarbeiten für die ILA verlangt. In Selchow gibt es einen Stammtisch mit den Bürgern von Selchow und der Messe Berlin. Trotz kontroverser Meinungen wurde versucht, auf die Belange der Selchower einzugehen. Ein Ergebnis der gemeinsamen Bemühungen ist, dass der Gutspark für 1 Mio. Euro als Ersatz für die versiegelten Flächen neu gestaltet wird. Die Bewohner von Selchow, Regina Jakob, Sabine Kinscher und Marianne Mehlis möchten in Selchow wohnen bleiben, aber sehen der Zukunft mit Skepsis entgegen.

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