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Die Chronik von Selchow 1242–2012

die Gemeinde mit einen Prämie und der Ehrennadel der NF ausgezeichnet. Probleme gab es bei der Getreideernte. Das Getreide musste nass geerntet und daher regelmäßig bewegt werden. Der Haushaltsplan der Gemeinde sah Einnahmen und Ausgaben von 82,7 TM vor. Aus dem Staathaushalt erhielt die Gemeinde einen Zuschuss von 36,2 TM. Die Wohnungen in der Dorfstr., die noch kein Innen-WC und Bad hatten, sollten diese 1974 erhalten. Die Mittel dafür waren vorhanden. Die Grünfuttermahd musste laut einer Verordnung zum Schutz der Großtrappen zwischen dem 20.4. und 30.6. mit größter Vorsicht erfolgen. Flächen, auf denen die Großtrappen brüten, durften erst nach der Schlupf bearbeitet werden. Ausgemähte Gelege waren zu melden. Für gerettete Gelege zahlte der Bezirksnaturschutz zwischen und 20,- und 100,- M. Das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln und künstliche Beregnung im Schongebiet war verboten. Am 1.1.1974 wurde der Gemeindeverband Schönefeld durch die Gemeinden Großziethen, Selchow, Schönefeld und Waßmannsdorf gegründet. Zum Gründungskomitee gehörten die Bürgermeister jeder Gemeinde, je 1 Ratsmitglied und 2 Gemeindevertreter. Am 19.5.1974 fanden die Kommunalwahlen für die Wahlperiode 1974/79 statt. In Selchow waren 354 Bürger wahlberechtigt. Rudolf Schilke wurde wieder zum Bürgermeister gewählt. Sein Stellvertreter war Bruno Domnik, Sekretär des Rates Herbert Hansche. Außerdem gehörten dem Rat Waltraut Bossling, Vera Langer, Rudolf Blümke, Karl Otter, Max Valentin, Walter Ritter, Horst Labrenz, Elfriede Lau, Gisela Janke, Gerda Hiltner, Georg Jach, Heinz Schulz, Werner Drobbe, Harri Liepold und Joachim Kranzusch an. Ersatzkandidaten waren Renate Riebesel, Friedrich Wilhelm Felten, Hildegard Sauerwald, Alfred Mann und Max Ribbecke jun. Rudolf Schülke und Heinz Schulz wurden in den Gemeindeverband gewählt. Der Volksvertreterfond in Höhe von 3.890,-M wurde für die Werterhaltung des Hauses Dorfstr. 18 eingesetzt. 2 Familien mit je 4 Kindern erhielten je Familie 300,- M für Anschaffungen und Schulspeisung aus Mitteln der Gemeinde. 1974 wurden 12 mündliche und 2 schriftliche Eingaben registriert. Die Kritik bezog sich auf ständige Rohrbrüche der Wasserleitung und Entwässerungsleitung, die von Waßmannsdorf nach Selchow führte. Auch konnte der Reitunterricht für Kinder vom VEG Waßmannsdorf nicht planmäßig durchgeführt werden, da ein Übungsleiter fehlte. In insgesamt 4 Wohnungen konnten Bäder und Innentoiletten eingebaut werden. Ein Sechsfamilienhaus erhielt eine Generalwerterhaltung. Für ehrenamtliche Arbeit in der Gemeinde wurden 1974 Kurt Dombrowski, Karl Schröder, Koll. Scheer, Rudolf Blümke, Gisela Janke und Heinz Schulz ausgezeichnet. Ende 1974 gab sich die Gemeinde eine neue Arbeitsordnung. Darin wurden u. a. die Verantwortlichkeiten innerhalb der Verwaltung festgelegt. Demnach fielen ZV, Ordnung, Sicherheit, Verkehrswesen und Brandschutz in die Zuständigkeit des Bürgermeisters. Der Stellvertreter war verantwortlich für Jugendfragen, Kultur und Sport. Der Sekretär des Rates war zusätzlich verantwortlich für Versorgungswirtschaft, Landwirtschaft, Umweltschutz und Wasserwirtschaft, ein weiteres Ratsmitglied für Wohnungspolitik und Wohnungswesen und ein Ratsmitglied für Finanzen, Gesundheit und Soziales. 1975 schied Rudolf Schilke als Bürgermeister aus, Nachfolgerin wurde Ingrid Ritter. Die Poststelle zog in die Räume des Gemeindebüros in der Dorfstr. 16. Die Gemeinde stattete den Raum mit Lampen, Regalen, Schreibtisch, Stühlen und Gardinen aus. Die Miete für die Post einschließlich Strom kostete 144,- M. Der Mietsvertrag galt ab 1.12.1975. 1975 wurden alle Gemeinden angewiesen, alle Gräber gefallener Soldaten in einen ordentlichen Zustand zu versetzen. Den Selchower Bürgern gereichte es zur Ehre, dass sie zu jeder Zeit die Gräber der Soldaten und der polnischen Bürger auf dem Friedhof gepflegt hatten. 1975 feierten die Gemeinden Waßmannsdorf und Selchow gemeinsam den Jahrestag der Befreiung vom Faschismus. Die Gemeinde stellte für Bauvorhaben auf dem Grundstück Lobeth 30,- TM zur Verfügung.

Die Jahre 1976 – 1980 1976 standen der Gemeinde im Haushaltsplan für Einnahmen und Ausgaben 69,9 TM zur Verfügung. Der Rat der Gemeinde beantragte für die Gemeinde die Installation eines Münzfernsprechers und die Verlegung des Nebenanschlusses Mittenwalder Straße 7 in die Glasower Straße 13. Die Gemeinde wollte die Schachtarbeiten selbst ausführen, doch es fehlte an Material, so dass Anfang 1990 immer noch kein Fernsprechapparat vorhanden war. Das Sechsfamilienhaus, Dorfstr. 8, wurde nach der Rekonstruktion wieder bezogen. Die Gemeinde beantragte bei der Stadt- und Gemeindewirtschaft Wildau die Übernahme der Müll- und Fäkalienabfuhr. Dem Antrag wurde stattgegeben. Der Abfuhrpreis betrug - 57 -

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