Page 54

Die Chronik von Selchow 1242–2012

angesprochene Problem zu klären. Weiterhin wurde kritisiert, dass für die Buslinie noch kein Fahrplan vorhanden war, dass die Dorfjugend keinen eigenen Raum hatte, dass der von den Kindern gesammelte Schrott noch nicht abgeholt worden war, dass der MTS-Tarif für das Mähen der Wiesen zu hoch sei und dass die Wohnungsprobleme schneller gelöst werden müssten. 1963 hatte die Gemeinde 11 Jungwähler. Selchow hatte 348 Wahlberechtigte, 345 Stimmen wurden abgegeben, das waren 99,13 %. Alle Stimmen waren gültig.

Die Jahre 1964 – 1969 Am 6.2.1965 schrieb der Bürgermeister von Selchow, Herr Horst Haufschildt, folgenden Brief an die Abteilung Innere Angelegenheiten des Kreises, in dem er Auskunft über die Kriegsopfer in der Gemeinde gab: „Bei einem Bombenangriff Ende November 1943 kamen 7 polnische Zivilarbeiter (verschleppte) ums Leben. Sie wurden am 3.12.1943 auf den Selchower Friedhof beigesetzt. Bis 1964 waren die Namen unbekannt. Im Jahre 1962 wurde durch uns das Gemeinschaftsgrab mit einer Grabumfassung und Grabstein versehen. Die Inschrift lautete: ‚Hier ruhen 7 unbekannte polnische Staatsbürger, gestorben 1944‘. Diese Auskunft erhielten wir von Einwohnern unserer Gemeinde. Durch weitere Nachforschungen erhielten wir durch das katholische Pfarramt Blankenfelde die sieben Namen und deren damaliges Alter. Nähere Auskünfte, wo sie zum Beispiel herstammten, konnten wir nicht erfahren.“ In einem 2. Brief an den Kreis stand: „Alle polnischen Bürger waren Zivilarbeiter in Selchow“. Ihre Namen lauteten Schändibyl, Ludwig (41 Jahre), Schändibyl, Leokardia (43 Jahre), Grabowski, Marie (37 Jahre), Löks, Eugenius (12 Jahre), Miela, Edek (14 Jahre), Miela, Czeslaw (12 Jahre) und Kortas, Kasemier (19 Jahre). Die jährlichen Kosten für die Pflege der Gräber bis 1964 beliefen sich auf 180 M, ab 1965 auf 120 M. Auf dem Selchower Friedhof sind auch die deutschen Wehrmachtsangehörigen Engel, Wilhelm (Todestag 16.4.1945), Hupperts, Heinz, Krämer, Heinz (21.4.1945) und Lind (29.4.1945) beerdigt. Am 23.6.1965 ereignete sich ein tragisches Eisenbahnunglück auf der Gemarkung von Selchow. Der Zug kam aus Potsdam, mehrere Wagen entgleisten. Es gab 9 Tote und 13 Schwerverletzte. Ursache war eine Gleisverwerfung durch Hitzeeinwirkung. Selchow in den 1960er Jahren Am 10.10.1965 wurde die Gemeindevertretung für die Wahlperiode 1965 bis 1969 gewählt. Es wurden 22 Kandidaten, davon 4 Nachfolgekandidaten aufgestellt. Die Mandate wurden wie folgt verteilt: 10 % DBD, 35 % FDGB und VdgB, 30 % übrige Einwohner. - 54 -

Profile for ELRO Verlag GmbH

chronik_selchow_2012-Inhalt-LQ  

chronik_selchow_2012-Inhalt-LQ  

Advertisement