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Die Chronik von Selchow 1242–2012

besitzes über 100 ha und der Höfe der Naziaktivisten und Kriegsverbrecher unabhängig der Größe der Höfe, die Bildung eines staatlichen Bodenfonds aus den enteigneten Betrieben und den staatlichen Domänen, Aufteilung des größten Teils des Bodenreformlandes als Privateigentum. Die neuen Bauernstellen erhielten bei gutem bis mittleren Boden 5 ha LN, bei schlechtem Boden 8 bis 10 ha LN. Die Verteilung von Vieh, Maschinen, Geräten und Werkstätten erfolgte über Ausschüsse der gegenseitigen Bauernhilfe. Die Dorfbevölkerung sollte die Bodenreform in die eigenen Hände nehmen. Dazu wurde Gemeindekommissionen gegründet. In Selchow stand nur Land des Berliner Stadtgutes Selchow zur Verfügung. Berlin hatte 2000 ha Land dem Bodenreformfond zur Verfügung gestellt, davon 40,25 ha vom Berliner Stadtgut Selchow für die Bauern in Selchow. In Selchow erhielten 16 Wirtschaften bis 1 ha (insgesamt 4 ha), zur Abrundung ihrer Wirtschaften 8 Wirtschaften 1 bis 5 ha Land (insgesamt 27 ha). Darüber hinaus erhielten 2 Altbauern zusammen 5 ha zur Aufstockung ihrer Wirtschaften. Aufstellung lt. Ortslexikon von Brandenburg nur 36.0 ha Die Mitglieder der Bauernkommission in Selchow waren Krüger, Emil (geb. am 19.9.1896, wohnte in Selchow, Landarbeiter, vor und nach 1945 keine Parteizugehörigkeit, ohne eigenes Land), Dahm, Hermann (geb. am 5.8.1898, wohnte in Selchow, Hilfspolizist, vor und nach 1945 keine Parteizugehörigkeit, ohne eigenes Land), Janke, Richard (geb. 9.10.1884, wohnte in Selchow, Landarbeiter, vor und nach 1945 keine Parteizugehörigkeit, ohne eigenes Land), Drobbe, Erich (geb. am 19.12.1907, wohnte in Selchow, Landarbeiter, vor 1945 keine Parteizugehörigkeit, nach 1945 Mitglied der KPD), Franke, Paul (geb. 1.10.1896, wohnte in Selchow, Landarbeiter, vor und nach 1945 keine Parteizugehörigkeit, ohne eigenes Land) und Valentin, Max (geb. 3.5.1889, wohnte in Selchow, Landarbeiter, vor und nach 1945 keine Parteizugehörigkeit, ohne eigenes Land). Aufteilungsprotokoll der Bodenreform in Selchow vom 22.8.1946 Name Vorname Beruf Alter Altbesitz ha 1. Lobeth Karl Bauer 48 1,63 2. Bossling Hans Kaufmann 48 1,97 3. Drobbe Erich Bauer 39 0 4. Dahm Hermann Bauer 48 0 5. Nugk Paul Bauer 40 0 6. Teschke Luise Bauer 67 1,30 7. Kiekebusch Otto Bauer 47 0 8. Streich Friedrich Bauer 39 0 9. Grundmann Paul Bauer 49 0 10. Lau Ella Bäuerin 41 0 11. Janke Richard Landarbeiter 62 0 12. Kluge Herman Landarbeiter 59 0 13. Lüdtke Wille Landarbeiter 40 0 14. Schwinke Emil Landarbeiter 47 0 15. Krüger Emil Landarbeiter 50 0 16. Drobbe Reinhard Landarbeiter 50 0 17. Wichmann Sigismund Landarbeiter 41 0 18. Meier Georg Landarbeiter 41 0 19. Stiebert Otto Landarbeiter 62 0 20. Lüdtke Otto Landarbeiter 39 0 21. Waldow Paul Landarbeiter 39 0 22. Kaläne Hermann Landarbeiter 46 0 23. Kricke Rudolf Landarbeiter 38 0 24. Valentin Max Landarbeiter 57 0 25. Kusma Hedwig Landarbeiter 47 0 26. Dombrowski Kurt Landarbeiter 39 0 27. Hulke Max Landarbeiter 55 0 gesamt 4,90 - 41 -

zugeteilt ha 2,0 3,0 4,0 4,0 4,0 3,0 4,0 4,0 4,0 4,0 0,25 0,25 0,25 0,25 0,25 0,25 0,25 025 0,25 0,25 0,25 0,25 0,25 0,25 0,25 0,25 0,25 40,25

gezahlter Preis DM 420,630,840,840,840,630,840,840,840,840,50,50,50,50,50,50,50,50,50,50,50,50,50,50,50,50,50,8.410,-

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