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Die Chronik von Selchow 1242–2012

1898 wurde das 2. Stiftungsfest des Turnvereins „Eiche“ gefeiert. Der Bauer August Kitzing wurde zum Schöffen ernannt. 1899 starb der Gemeindevorsteher Kiekebusch, sein Nachfolger wurde der Kossäth Wilhelm Sauerwald. Die Selchower nahmen am Gauturnfest des Großbeerener Schlachtfeldgaues teil. 1899 starb Schmiedemeister Carl Bossling, die Schmiede übernahm sein Schwiegersohn, Schmiedemeister Pusch. Der Landwirt August Ribbecke wurde zum Schöffen ernannt. 1900 wurde Carl Sauerwald zum Schöffen ernannt. Das Dorf hatte 31 Häuser und das Gut 11 Häuser. Das erste elektrische Licht leuchtete in den Ställen des Gutes. Selchow hatte 508 Einwohner mit 44 Wohnhäusern und 90 Haushaltungen. 1901 war Carl Krope Besitzer der Gastwirtschaft in Selchow, seine Mutter starb 1901. 1902 wurde das Gauturnfest zum 7. Stiftungsfest vom Männerturnverein „Eiche“ mit einer Fahnenweihe durchgeführt. Im gleichen Jahr feierte auch der Kriegerverein sein 5. Stiftungsfest. 1903 entstand das Dampfsägewerk von Gustav Hermann Neuhaus, Besitzer des Gutes. Otto Bossling verkaufte in Selchow „Storks Erika-Fahrräder“. Der Praktische Arzt Dr. Rousseau ließ Historische Postkarte aus Selchow sich in Selchow nieder. Büdner August Rogatz wurde 30 Jahre nach seinem Tode verschart in seinem Garten gefunden. 1910 hatte die Gemeinde Selchow 309 Einwohner. Es gab 50 Wohnhäuser und 101 Haushalte. Die Poststelle in Selchow erhielt das erste Telefon, danach das Gut, dann der Kaufmann Bossling, später weitere Einwohner. Die Poststelle befand sich im Hause des Schneiders Stelldinger, Dorfstraße. Das Standesamt für Selchow war in Waßmannsdorf, das Katasteramt und Amtsgericht in Rixdorf. 1912 betrug die Gemarkungsgröße von Selchow 1.034 ha. Der Großgrundbesitz war im Besitz von Gustav Neuhauß. Das Gut hatte eine Fläche von 622 ha und 239 Bewohner. Das zuständige Amtsgericht war in Neukölln und das zuständige Landgericht in Berlin. Die Fleischerei bewirtschaftete Otto Stechert jun., geb. 17.12.1885 in Selchow. 1918 lebten in Selchow 284 Personen, davon waren 124 weiblich und 160 männlich. Die Gemeinde hatte eine Postanstalt, die Kleinbahnstrecke Mittenwalde-Neukölln, einen Schmied mit Namen Karl Klewe, eine Mühle im Besitz von Max Wernitz, ein Gasthaus im Besitz von Karl Lehmann und ein Kolonialwarengeschäft im Besitz der Familie Bossling in der Dorfstraße. 1919/20 erhielt Selchow einen Gasanschluss zu Heiz- und Beleuchtungszwecken aus Berlin. In Selchow zogen während des Kapp-Putsches im Frühjahr 1919 Truppen ein. Sie quartierten sich in der Schule ein. Die Selchower gründeten nach Beendigung des 1. Weltkrieges zum Schutze des Ortes eine Wehrgruppe. (nach Dombrowski) Am 2.4.1920 erschreckte folgende Nachricht die Selchower Bürger: „Auf den Kienitzer Bergen kam es am 2. 4. 1920 zu einem Schußwechsel zwischen pflichtbewussten Männern und 2 brutalen Wilddieben. Dabei kam der Selchower Gutsförster Paul Schulz und sein Bruder Willi und ein Wilddieb ums Leben“. Zum Gedenken an diese Tat wurde 1926 durch den Pfarrer Matzke das Försterdenkmal an der Stelle der Tat eingeweiht“. 1920 hatte Selchow 50 Wohnhäuser und 101 Haushalte. 1921 wurde der für alle gültige Arbeiter-Tarif-Vertrag für eine 4 köpfige Familie des Landkreises Teltow veröffentlicht. Darin waren auch die Wohnbedingungen enthalten: Eine große Küche, 2-3 Stuben, - 30 -

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