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Die Chronik von Selchow 1242–2012

Entwicklung des Dorfes und des Gutes – soziale Struktur ab 1373 Selchow bis 1933 Eine Zeittafel Am 29.8.1373 wurde Selchow in das Landbuch Kaiser Karl IV. für die von Kummelitz eingetragen. Die Kummelitzer bekamen die Lehnsherrschaft auf 5 Hufen und eine Rente von Hennig von Schönefeld in Selchow. 1375 hatte das Dorf 57 Hufe, davon hatte der Pfarrer 2 Hufe, die Kirche in Selchow hatte 6 Hufe, 9 Hufe waren wüst. Der Krug und 8 Kossäthen verfügten über 40 Hufe. Gerichtsherren waren die von Schönefeld. 1430 hieß der Krüger Kulemey, ein Hüfner hieß Tewe. Beide leisteten lt. Urkunde vom 29.9.1430 Abgaben an den Cölner Bürger Benedictus Birckholtz. Der Name des Besitzers eines Grashofes war Lucas. 1440 verschrieb Markgraf Johann der ehelichen Hausfrau des Benedikt Birkholz, Margarete, die Abgaben, die dieser aus Selchow erhielt. Am 6.2.1440 gab Kurfürst Friedrich II. der Frau des Berliner Bürgers Krewitz Güter, Zinsen und Renten als Leibgedinge. Hans Krewitz war laut Lehnbrief im Genuss erheblicher Abgaben. Benedikt Birkholz besaß in Selchow 2/3 am halben oberen und unteren Gericht sowie vom Kirchlehen. Diese Einkünfte verschrieb Markgraf Johann der Ehefrau Margarete Birkholz. 1440 erhielt der Berliner Bürger Strobant vom Markgrafen die Belehnung mit 8 Stück Geld. 1450 waren 60 Hufe vorhanden, davon hatte der Pfarrer 2 Hufe, 2 ½ Hufe waren wüst. In Selchow lebten 4 Kossäten. 1451 wurden als Vasallen des Markgrafen Henning Strobant und Hoppenrade als die Lypener genannt. Aus dem gleichen Jahr wurde überliefert, das eine Mühle vorhanden war. 1472 erhielt Hans Krewitz vom Hofe des Lüdicke je 2 Wispel Roggen und Hafer. 1474 erhielten die Vettern von Liepe durch Markgraf Albrecht Achilles die Hälfte der oberen Gerichtsbarkeit und die Dienste und das Kirchenlehn als Lehen. 1480 hatte das Dorf 60 Hufe, davon hatte der Pfarrer 2 Hufe. Von 58 Hufen mussten Zinsen gezahlt werden. Es zahlten der Krüger, der Schulze und 10 Hüfner (Bauern). 5 Kossäthen lebten im Dorf. Namen der ansässigen Bauern waren Valtin Schuler, Jacob Wilken, Laurenz Linow, Junge Wecker, Vincetz Paul, Mattis Czurß, Hans Pluchmeister, Hans Wecker, Paul Mewes. 1536 wurde der Hof des von Bardeleben mit 8 Hufen und eine freie Schäferei erwähnt. Um 1542, wenn die Selchower nach Köpenick wollten, mussten sie ein „Brückenbrod“ an den Stadtdiener zahlen, der die Brücke öffnete und schloss. Das Einkommen des Stadtdieners setze sich aus Geld und Naturalien zusammen. 12 Selchower Bauern und Kossäthen zahlten jeder jährlich 1 Pfennig. Die Zahlung ergab sich daraus, dass einige Teltower Dörfer dem Amt Köpenick bzw. ihrer Gutsherrschaft unterstanden und Abgaben leisten mussten. 1564 zog der Zimmerer Laurentz Liedicke von Selchow nach Berlin. 1571 haben die Mittelstraß‘ einen freien Sitz mit 5 freien Hufen. Es gab eine Schäfereigerechtigkeit. 1587 zog der Leineweber Matthis Henick von Selchow nach Berlin. 1589 gab es den freien Sitz der Bardeleben mit 7 freien Hufen, die Schäfereigerechtigkeit, 12 Hüfner, darunter der Müller und der Krüger, 4 Kossäten, 1 Schmied, 1 Schneider und 1 Leineweber. Die Hüfner/Bauern hatten folgenden Besitz: 1 Bauern und der Krüger hatten einen Hof mit je 6 Hufen 3 Bauern hatten einen Hof mit je 5 Hufen 4 Bauern und der Müller hatten einen Hof mit je 4 Hufen 2 Bauern hatten einen Hof mit je 3 Hufen Im Dorf lebten 4 Kossäten, 1 Schmied, 1 Schneider und 1 Leineweber. 1605 verpflichtete sich Jacob von Bardeleben laut Vertrag der Stadt Berlin 10 Ohm blanken (weiß) und 1 Ohm roten Selchowischen Wein zu liefern. Der Weingarten lag an der heutigen Straße von Selchow nach Glasow auf dem Hügel (Weinhügel). 1608 wurde durch die Gutsherren eine Schäferei angelegt. Es wurden 13 und 4 bäuerliche Hufe ausgekauft (Nachweis von Bauernlegen). Die Witwe des Jakob Bardeleben erreichte 1613 und 1616, dass sie auf diese Hufe keine Steuern zahlen musste.

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