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Die Chronik von Selchow 1242–2012

Die einzelnen Teile des Dorfes 1. Teil des Dorfes: Von 1242 bis vor 1375 war das Dorf Selchow im Besitz (Lehn) von Henricus de Selchow, wahrscheinlich war er der erste Kolonist in Selchow. Am 23.12.1338 war Nicolaus von Selchow Zeuge bei der Bestätigung einer Schenkung vom Rat zu Cöln für einen Altar in der Petrikirche durch Markgraf Ludwig. 1375 bis 1450 waren Selchow, Schönefeld und Dyrike im Besitz des Dorfes, sie waren Gerichtsherren. Bede und Wagendienst gehörten der Burg Wusterhausen. 1450 bis 1536 folgten von der Lype, Henning Strobant und Hoppenrade. Vor 1536 bis 1580 bekam der Bürger Mittelstraß zu Bernau Zins und Rente von 4 Hüfnern, dem Krüger, dem Küsterhof, ab 1551 auch von den Bardeleben aus dem 5. Teil des Dorfes. 1580–1589 war Guden (Göde) Eigentümer der Güter des Mittelstraß. 1589–1740 kam von Bardeleben in den Besitz der Güter von Guden, Trebbow und Bardnick. Er hatte zur Hälfte die obere und untere Gerichtsbarkeit sowie die Hälfte des Patronats. Er hatte einen freien Sitz mit 7 freien Hufen. Er besaß auch die Güter von Barfuß und die Einkünfte der von Liepe. 1740–1872 war Selchow im Besitz der Herrschaft König Wusterhausen. 1811–1859 war Schneider Erbpächter, dann Besitzer, ab 1859 Neuhaus. 2. Teil des Dorfes war in folgendem Besitz: Vor 1518: Peter Kettlitz, er war Hausvogt bei Kurfürst Joachim I. 1518–1589: Barfuß 1589: Bardeleben 3. Teil: Vor 1430 bis nach 1472: Bürger Bergholz zu Cölln Um 1518: Prüner 1519 bis 1554: Rademann Danach: Bardeleben 4. Teil: Vor 1450 bis 1710: von der Liepe 1710: die von Bardeleben 5. Teil: Vor 1450 bis 1544: Bürger Strobant aus Berlin 1544: Termo, Amtmann zum Mühlenhof 1545: von Bardeleben 6. Teil: 1451–1551: von Bardeleben 1551: Mittelstraß Fazit: Die Bardeleben waren während der Regierungszeit des Kurfürsten Johann Georg (1571 – 1598) im Besitz des ganzen Dorfes mit sämtlichen Abgaben der „Untersassen“ und der gutsherrlichen Rechte. Es war bereits ein Rittersitz vorhanden. Der Anfang wurde mit der schon zur Zeit des Kurfürsten Joachim II. bestandenen Schäferei gemacht, neben der ein Vorwerk aus eingezogenen Bauernhufen angelegt wurde. 1613 wurden 13 Hufen mit 2 Höfen freigewillt, 4 weitere Hufe wurden dem Gut noch beigefügt und 1616 auch freigewillt, d.h. von Abgaben befreit. Ab 1624 werden nur noch 36 schoßbare (grundsteuerpflichtige) Bauernhufe genannt; dagegen 22 herrschaftliche Freihufen, d.h. gegenüber dem Jahr 1480 wurden den Bauern 17 Hufen zu Ungunsten des bäuerlichen Besitzstandes vermindert. 1740 erwarb Friedrich Wilhelm I. das Dorf für 27.000 Taler vom letzten Besitzer Hans Christoph Bardeleben für die Herrschaft Wusterhausen. Das Vorwerk wurde abgezweigt und dem langjährigen Generalpächter Friedrich Schneider verpachtet und später verkauft.

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