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Die Chronik von Selchow 1242–2012

Die alte Poststraße Die alte Poststraße führte von Berlin, ab Dönhofplatz über Selchow, Mittenwalde, Baruth und endete in Dresden. Der Tollkrug (Zollkrug), bei Rotberg, 3 km von Selchow entfernt, war eine Poststation mit Gastwirtschaft, die später einen sehr anrüchigen Ruf bekam. Das Gebäude des Kruges ist heute ein Wohnhaus. An der Landstraße von Tollkrug nach Brusendorf steht noch eine Postsäule aus der Postkutschenzeit. In der Gemeinde Selchow lebte Wilhelm Lobeth, einst Postkutschenfahrer, der die Post in die umliegenden Orte fuhr. Sein Sohn Karl, damals 18 Jahre alt, trug dann die Post zu Fuß von Selchow nach Kleinziethen. Nach dem Bau der Eisenbahnstrecke Berlin–Dresden fuhr die Postkutsche nur noch nach Mahlow. Später wurde die Verbindung ganz eingestellt. Ab 1914/18 wurde im Hause des Schneiders Stelldinger eine Poststelle eingerichtet. Ab 1960 wurde die Post mit einem Lieferwagen nach Selchow gebracht und vom Postboten ausgetragen. Der Kreis Königs Wusterhausen / Landkreis Dahme-Spreewald Der Kreis Königs Wusterhausen wurde im Zuge der Verwaltungsreform in der DDR gebildet. Der Kreis gehörte zum Bezirk Potsdam. Er wurde aus Orten des Kreises Teltow, Beeskow-Storkow, Fürstenwalde und Lübben gebildet. Die Kreisstadt Königs Wusterhausen hatte ca. 12.000 Einwohner und liegt nahe der Mündung der Notte in die Dahme. Im 18.Jh. entstand aus einer slawischen Burgsiedlung der Flecken Wendisch Wusterhausen, ab 1734 Königs Wusterhausen. Das Wahrzeichen des Kreises waren die Funktürme des Deutschlandsenders. Der Kreis bestand aus 4 Städten, 56 Landgemeinden und hatte eine Fläche von 723 km2 . Mit der Neugründung des Landes Brandenburg 1990 wurden ab 1992 die Kreise und Gemeinden durch Zusammenschlüsse neu gegliedert. Der Kreis Königs Wusterhausen und seine Gemeinden gehören seit 1993 zum Landkreis Dahme-Spreewald.

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