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Die Chronik von Selchow 1242–2012

Das Gut in Selchow: Rittergut, Stadtgut, Volksgut und wieder Stadtgut Bei der Gründung der Dörfer in Brandenburg wurden in der Regel bis zu 11 Hufen als Ritterhufe reserviert. Das bedeutet aber nicht, dass sofort ein Gutsbetrieb eingerichtet wurde. In Selchow ist nicht eindeutig festzustellen, ab wann Ritterhufe bewirtschaftetet wurden. Folgendes aber ist überliefert: 1242 – 1440 ist Heinrich von Selchow/Henricus de Selchow in Selchow. 1338 wurde auf einer durch Markgraf Ludwig bestätigten Schenkungsurkunde des Rates zu Cölln Johannes aus Waßmannsdorf und Nicolaus von Selchow als Knappen und Zeugen genannt. 1373 erhielt Wibold von Kummelitz die Lehnanwartschaft für 5 Hufen in Selchow. 1430 erhält der Berliner Bürgermeister Hennig II. Strobant die Anwartschaft auf das Lehngut Selchow, danach seine Söhne. 1536 hatte der Hof von Bardeleben 8 Hufen und eine freie Schäferei. 1571 hatte Albrecht Mittelstraß einen freien Sitz mit 5 freien Hufen in Selchow und die Schäfereigerechtigkeit. 1609 wurde unter Markgraf Joachim II. durch den Gutsherren von Bardeleben in Selchow eine Schäferei angelegt. 1610 schrieb Landreiter Biener, dass Selchow ein Rittersitz der von Bardeleben ist. 1610 steht im Bericht des Landreiters Biener: Jacob von Bardelebens Erbe zu Selchow ist ein Rittersitz. Um 1670 ist Joachim von Bardeleben Erbherr auf Selchow und besitzt 17 Hufen. Er wurde am 15.1.1637 in Selchow geboren und starb am 15.12.1692. 1730/39 waren Carl Gustav von Bardeleben und Friedrich Leopold von Bardeleben, Erben des Christoph von Bardeleben, die letzten Besitzer von Selchow. 1740 verkauften sie das Dorf mit allen Gütern und Rechten an König Friedrich Wilhelm I. für 27.000 Taler. Der Besitz wurde „Domäne“ der Herrschaft Königs Wusterhausen. 1745 wurde der frühere Fuhrmann in Wartenberg, Christian Friedrich Lindenberg, Arrendator, d. h Verwalter, von Gut Selchow. Um 1750 wurde das erste Gutshaus errichtet. 1761 wurde aus Feld- und Backsteinen die „Schafscheune“ gebaut. Sie brannte 1949 ab und wurde im gleichen Jahr wieder aufgebaut. 1770 war die Domäne an Charlotte Elisabeth Müller, die mit dem Forstmeister und Arrendator zu Stecklin, Wilhelm Reinhard Böcker verheiratet war, verpachtet. Beider Sohn, der Forstmeister und Amtmann Carl Reinhard Böckel, wurde Pächter des Domänenamtes. 1804 starb Charlotte Elisabeth Müller, geborene Sentzke, in Selchow. - 100 -

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