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Die Chronik von Selchow 1242–2012

Der Teltow Selchow ist eine Gemeinde auf dem Teltow. Seit dem 13.Jh. ist der Name Teltow überliefert. Das Gebiet des Teltow ist waldreich, leicht hügelig und liegt zwischen den Flüssen Spree, Dahme, Nuthe und Havel. Der Namen „Teltow“ ist slawischen Ursprungs. Die Teltow-Landschaft ist in der Endphase der Eiszeit vor ca. 20.000 Jahren entstanden. Um 1200 wurde das Gebiet von Deutschen Kolonisten besiedelt und fiel unter das askanische Herrschaftsgebiet. Die Erwerbszweige der Kolonisten waren Ackerbau, Fischfang und Holzverarbeitung. Zu den ältesten Adelsfamilien, die auf dem Teltow ihre Güter bewirtschafteten, gehören die von Gröbern, Britzke, Beeren, Liepe, von Otterstedt, Schlabrendorf, von Hake und von Schlieben. Die ältesten größeren Siedlungen sind die alte Kreisstadt Teltow, Trebbin, Mittenwalde, Zossen und Teupitz. Der Namen der Gemeinde Selchow kommt aus dem Slawischen und bedeutet „Dorf des Zelichow, der den Frieden liebt oder begehrt“. Den Beweis dafür, dass wirklich Slawen in der Mark Brandenburg, und besonders im Raum Selchow siedelten, erbrachten die Ausgrabungen beim Bau des BER. Man fand Reste einer slawischen Gehöftgruppe, die um 1000 u. Z. hier existierte. Sie bestand aus ca. 10 Personen, die auf einer Sandinsel inmitten einer feuchten Wiese lebten. Die ebenfalls gefundenen Grabreste, Pfeilspitzen aus Feuerstein und Keramiken, die 4000 Jahre im Selchower Sand lagen, beweisen, dass bereits eine Besiedlung durch jungsteinzeitliche Bauern erfolgte.

Einzelheiten zur Geschichte der Besiedlung der Mark Brandenburg Zur Zeit der Besiedlung der Mark Brandenburg durch die Askanier, durch Albrecht den Bären und seine Nachkommen, herrschte im Land das Markgrafentum. Darunter ist ein königliches Amtslehen, dass dem Inhalt nach die Ausübung der Reichsgewalt durch den Markgrafen als Stellvertreter des Königs in dem ihm zugeteiltem Markgebiet zu verstehen. Der Name Brandenburg kommt von der im Teltow gelegenen Burg Brennabor des Slawenfürsten Pribislaw, der zum christlichen Glauben übergetreten war und sich dann Heinrich nannte. Er gehörte zum Slawenstamm der Heveller. Am 11.6.1157 eroberte Albrecht die Burg. Das Datum der Eroberung ist das Geburtsdatum der Mark Brandenburg.

Der Landkreis Teltow Der Teltow ist geographisch eine Hochfläche mit Niederungen und Plateauinseln. Der Name Teltow wurde erstmalig schriftlich in einer Urkunde der brandenburgischen Markgrafen, den Enkeln von Albrecht dem Bären, Johann I. und Otto III., aus dem Jahre 1232 als „terra Teltowe“ erwähnt. Der Name könnte von dem Fließ „Telte“ abgeleitet worden sein. Im Teltow sprach man das Telsche (Teltower) Platt, eine niederdeutsche Sprache. Der Landkreis Teltow war die älteste territoriale Einheit des brandenburgischen Verwaltungssystems. Er war auch der größte und reichste Kreis im Land Brandenburg. Durch seine Nähe zu Berlin verlor er 1861 die Landgemeinden Schöneberg, Tempelhof und den Gutsbezirk Tiergarten. 1877 schieden die Stadt Charlottenburg, 1898 Rixdorf, 1899 der Rest von Schöneberg und Wilmersdorf aus dem Kreis Teltow aus. Der Sitz des Landtages war bis 1871 in der eigentlich unbedeutenden Stadt Teltow. Die Landräte hießen bis 1701 Kreiskommissare danach erst Landräte. Bis 1820 fanden die Sitzungen des Kreistages Teltow im Hause der Mittelmärkischen Stände, Leipziger Straße 9, dann in Berliner Hotels statt. 1847 bis 1861 tagte man im Gasthaus „Schwarzer Adler“ in Teltow , ab 1871 zog man in die Matthäkirchstraße 21 in Berlin, danach in die Körnerstraße in Berlin, ab 1891 in die Viktoriastraße 17a und 18, ab 1945 wieder nach Teltow. 1750 hatte der Kreis Teltow 24.000 Einwohner, davon lebten in den Städten 6.800 und auf dem Lande 17.200 Menschen. 1800 hatte der Kreis 32.000 Einwohner, in den Städten 9.340 und auf dem Lande 22.660. 1850 hatte sich die Einwohnerzahl mit 70.000 Bürgern mehr als verdoppelt, in den Städten lebten 18.900 und auf dem Lande 51.100 Menschen. Der Kreis Teltow bestand aus dem Hauptkreis mit den Städten Teltow und Mittenwalde, den Ämterkreisen Zossen und Trebbin und den Herrschaften Wusterhausen und Teupitz. Von 1652 bis 1945 war der Teltow ein Landkreis der Provinz Brandenburg im Land Preußen, ab 1800 Bestandteil des Regierungsbezirkes Potsdam, von 1945 bis 1949 Sowjetische Besatzungszone im Land Brandenburg, zwischen 1949 und 1952 das Land Brandenburg in der DDR und von 1953 bis 1990 der Bezirk Potsdam, der wiederum in die Kreise Königs Wusterhausen und Zossen zerfiel. Die Gemeinde Selchow gehörte seit 1953 zum Kreis Königs Wusterhausen. Bis 1701 hießen die Landräte Kreiskommissare. Es waren Adlige, die die Aufgaben als Landrat von ihrem Rittergut aus erledigten. Ein Landratsbüro wurde erst 1822 in Teltow in der Titterstraße eingerichtet. So wurde die Stadt Teltow Kreisstadt. 1822 wurden die Amtsbezirke gebildet.

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