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INLAND

LIECHTENSTEINER VATERLAND | MITTWOCH, 17. FEBRUAR 2010

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Ein lachendes und ein weinendes Auge Fasnächtler aus dem ganzen Land versammelten sich gestern ein letztes Mal in diesem Jahr beim grossen Finale Furioso in Triesenberg. Zum Umzug präsentierte Petrus Sonnenschein. Und danach traten im Saal nochmals alle Liechtensteiner Guggamusiken auf. Landauf und landab haben die Fasnächtler die Hauptfasnacht genossen. Der würdige Abschluss der fünften Jahreszeit wurde gestern in der höchsten Gemeinde des Landes gefeiert. Die Wagenbauer, Umzugsgruppen und Guggamusiken liefen ein letztes Mal für dieses Jahr an einem Umzug mit und «dekorierten» die Besucher nochmals grosszügig mit buntem und glitzerndem Konfetti. Moderator Franz Gassner heizte den Fasnächtlern mit seinen Kommentaren richtig ein, nicht zuletzt wegen eines kleineren Malheurs: Bei den über 30 Startnummern und dem ganzen Trubel im Triesenberger Dorfzentrum kann man auch einmal den Überblick verlieren. So wurden die Plunderhüüsler kurzzeitig zu «Balznern» und die Pföhrassler zu «Schaanern». Diese kleinere Verwechslung sorgte aber nur zusätzlich für eine gute Stimmung und Schmunzeln bei allen Beteiligten. Minarett in Liechtenstein? Zwar konnten die Paragleiter auch dieses Jahr wegen ungünstigerWetter-

bedingungen nicht starten, dafür wurde der diesjährige 31. Triesenberger Umzug auch von Triesenberger Umzugsgruppen eröffnet. Besonders gelacht haben die Zuschauer bei dem Wagen mit dem Motto «Minarette», der eine Anspielung auf den Triesenberger Zwiebelturm und die aktuelle Diskussion der Schweiz war. Die «Tresner Moschtgügeler» hielten auch dieses Jahr wieder ihre Tradition aufrecht: Nur diejenigen Mitglieder, die die Nacht von Montag auf Dienstag schlaflos verbrachten, erscheinen im «Guggerhodla», die anderen kleideten sich ganz in schwarz. Gemeinsam trafen sich dann die aktiven Fasnächtler wie auch die Zuschauer im Dorfzentrum, um bei Glühwein, Tee und Wienerli noch ein wenig zu plaudern und das Platzkonzert, das einige Guggamusiken spontan gaben, anzuhören. Vorfreude dominiert Am Finale Furioso lassen die Fasnächtler ihre Jahreszeit Revue passieren. Gemeinsam wurde über Verkleidungen und Anekdoten an Maskenbällen gelacht, wurden die ideenreichsten Umzugswagen nochmals gelobt und die letzten Live-Auftritte der Guggamusiken angehört. «Ich bin froh, dass die Fasnacht für dieses Jahr wieder vorbei ist», hörte man vor allem von Fasnächtlern, die die tiefen Temperaturen ein wenig unterschätzt und sich dadurch eine Erkältung eingefangen haben, sagen. Andere, vor allem Guggenmusiker, waren fast den

Zeit für eine Fasnachtspause: Kein Trauermarsch ohne Musik – keine Fasnachtsbeerdigung ohne Guggenmusik. Bilder Daniel Schwendener

Tränen nahe, dass diese schöne Zeit nun schon vorbei ist. Viele zeigten ihr Bedauern auch optisch durch aufgemalte Kreuze und Tränentropfen im Gesicht. «Die Fasnacht 2010 war zwar

kalt, aber super. Leider war sie dieses Jahr sehr kurz, doch umso mehr freuen wir uns auf die Fasnacht 2011, die wieder ein wenig länger dauern wird», zieht Pascal Beck, Präsident der Wild-

mandli Gugga seine Bilanz für dieses Jahr. So ging es den meisten Fasnachtsfans, die schon heute dem elften November und der nächsten Fasnacht entgegenfiebern. (rba)

Good bye Fasnacht – sie ruhe in Frieden: Vor allem die Musiker der Guggen, aber auch andere Fasnachtsbegeisterte trauern um das Ende der Narrenzeit.

Zwiebelturm oder Minarett? Der Umzug in Triesenberg könnte das Gerücht erzeugen, dass die Walser vielleicht Muslime sind.

Die Feierwilligen warten aufs nächste Jahr: Bei den Fasnächtlern, die auch am letzten Tag der diesjährigen Fasnacht nicht aufgeben wollen, dominiert die Vorfreude auf die kommende Fasnachtszeit.

Ein letztes Mal vom Umzugswagen aus winken und mit Konfetti werfen, ein letztes Mal auf die Pauke hauen, sich ein letztes Mal fasnächtlich in Schale werfen: Die Fasnacht 2010 ist Geschichte.


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