Issuu on Google+

aufg’weckt lebendige

N achrichten vom ackerboden 3. ausgabe 2009

NEUIGKEITEN VOM BIOHOF

Liebe FreundInnen und KundInnen! Wir haben die Winterzeit gut verbracht. Ein besonders schönes Erlebnis für meine Frau und mich war es am Heiligen Abend zu erfahren, dass wir im Jahr 2009 Großeltern werden. Auch unser leitender Mitarbeiter DI Markus Alena-Niemann wurde Anfang Jänner glücklicher Vater einer Tochter, und am gleichen Tag hat auch unsere Bäckerfamilie Waldherr ihr viertes Kind bekommen. Herzlichen Glückwunsch nochmals! Ja, wir glauben an eine lebenswerte Welt und sind davon überzeugt, durch unser Tun auch einen wichtigen Beitrag dazu zu leisten. Jahreswenden – sind für mich immer Momente der Rückbesinnung und des Vorausschauens ... Das abgelaufene Jahr war für den Biohof ein erfolgreiches! Ca. 750 Tonnen biologisches Obst und Gemüse wurden direkt an unsere KundInnen geliefert. Mir ist es besonders wichtig unsere KundInnen nicht nur zu beliefern, sondern ihnen auch biologische Informationen aus erster Hand zu übermitteln. Die Errichtung eines Mehrzweckraumes am Biohof Adamah wird zukünftig ermöglichen, Informations-Veranstaltungen wetterunabhängig durchzuführen. 2009 wird es erstmalig nur ein Hoffest in der bekannten Form geben, am 19. und 20. September .

Weitere Veranstaltungen sind der Pflanzenmarkt am 8. / 9. Mai und am 15. / 16. Mai. Zum weiteren Ausbau der Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern planen wir eine erhöhte Bei mischung von FaME (= Fettsäure-MethylEster) in der bestehenden Dieselflotte. FAME entsteht durch Umesterung pflanzlicher und tierischer Abfallprodukte (Altspeiseöle und Tierfette) mit Methanol, und diese sind laut Expertenmeinung auch reichlich vorhanden. Die Firma Lutz in Tulln hat uns bei diesen Überlegungen mit ihrer jahrelangen Erfahrung sehr unterstützt. Mit unserer im September 2007 eröffneten Photovoltaikanlage (5 kWp) haben wir bis Februar 2009 rund 5.800 kWh Strom produziert. Wir planen nun eine weitere Photovoltaikanlage mit 42 kWp

Leistung zu errichten. Auch bei dieser Investition möchten wir einen Teil mit dem so erfolgreichen Kundenbeteiligungs-Modell vorfinanzieren. Neuigkeiten aus der Landwirtschaft: Zu unserer be-

stehenden Ackerfläche von 70 Hektar haben wir noch eine Feldfläche von 10 Hektar dazugepachtet. Da diese Fläche bisher nicht biologisch bewirtschaftet wurde, muss sie einer zweijährigen Umstellungsphase unterzogen werden. Diese Flächenausweitung ermöglicht den für die Qualtiätssicherung unserer Früchte notwendigen Feldwechsel. So sichern wir die erforderliche Menge an biologischem Gemüse für unsere KundInnen auch in den nächsten Jahren. In diesem Sinne freuen wir uns auf ein neues, gemeinsames Arbeitsjahr, Ihr Gerhard Zoubek mit Familie und MitarbeiterInnen.


Die Landwirtschaft im Jahreskreis .........................................

Jänner

2

Der Jänner steht ganz im Zeichen der Fruchtfolgeabstimmung. Beim Anbau gewisser Kulturen müssen Anbaupausen eingehalten werden, bei Karotten zum Beispiel 4 Jahre. Werden diese Pausen ignoriert, entzieht man dem Boden einseitig die Nährstoffe. Man sagt, der Boden wird müde. Auch Krankheitserreger oder Schädlinge finden bei wiederholtem Anbau derselben Pflanzenart die gleichen Voraussetzungen, was zu idealen Wachstumsbedingungen führt. Im Jänner dürfen wir auch kreativ sein und unsere Kulturarten auf unseren Ackerflächen einteilen. Nachdem festgelegt wurde, was wo wachsen soll, werden das Saatgut und Jungpflanzen bestellt. Im Biolandbau werden Eigenschaften gewisser Tiere (Nützlinge) und Pflanzen (Wirkstoffe) genutzt, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Nützlingen und Schädlingen zu erreichen – anstatt tier-, pilz- und pflanzenabtötende Mittel einzusetzen. Dieses Vorhaben erfordert sehr viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung. Welchen Nützling setze ich wann und wo ein? Deswegen setzen wir uns auch im Jänner mit ExpertInnen in diesem Fachbereich zusammen und reflektieren die vergangene Saison, um gut für die kommende vorbereitet zu sein. Aber auch körperliche Arbeit steht an. Unsere Folientunnel wurden im Winter von Wind und Schnee mehr oder weniger stark beschädigt. Jetzt haben wir Zeit um eventuelle Schäden zu beheben. Ebenso werden all unsere Geräte, vom Traktor bis zur Karottenwaschmaschine repariert und gewartet. Unser in der neuen Lagerhalle gelagertes Gemüse, wie Kartoffeln und Wurzelgemüse, wird durchgesehen und sortiert. Eine typische Winterarbeit auf unserem Hof ist auch das «Suppengemüse-schneiden».

Februar Kartoffeln werden vorgetrieben. Durch das Vortreiben wird der Frühling simuliert, was den Erntezeitpunkt näher rückt. Die Temperatur und Luftfeuchtigkeit etwas angehoben, zusätzliches Licht verstärkt den Effekt. Nun steht die Saatbettbereitung im Folientunnel an. Zunächst wird mittels

Grubber und Fräse die Erde für die Jungpflanzen und das Saatgut vorbereitet. Bei Bedarf arbeiten wir bei diesem Arbeitsschritt zwecks Düngung unsere Ölpresskuchen in die Erde ein. Die von uns im Jänner bestellten Jungpflanzen sind angekommen. Im Freien sind die Nächte noch zu kalt. Deswegen werden diese kälteresistenten Pflanzen nach zwei bis drei Tagen der Akklimatisierung in unseren Folientunneln ausgesetzt. Vogerl- oder Feldsalat ist der Klassiker unter den Frühlingsboten. Vergangene Saison haben wir am 17. Februar schon die Frühkarotten gesät und die ersten Salate- und Kohlrabijungpflanzen in unsere Folientunnel ausgepflanzt. Heuer müssen wir noch etwas abwarten, damit uns der Frost nicht doch noch einmal überrascht.

März Nun werden die empfindlicheren Salatjungpflanzen gesetzt. Die Saatbettbereitung wird im Freiland durchgeführt, hin und wieder werden Bodenproben gezogen um Auskunft über die Nährstoffverteilung im Boden zu erhalten. Je nach dem wie die Resultate sind, wird die Erde gedüngt. Danach werden in wöchentlichen Abständen - um eine kontinuierliche Ernte zu gewährleisten folgende Jungpflanzen gesetzt: Blattsalate (Endivien, Häuptelsalat, Radicchio) Kohlgewächse (Frühkraut, Broccoli, Kohlrabi, Radieschen). Wenn es die Witterung erfordert, wird nach dem Setzen beregnet. Wir beginnen im März auch mit dem Vorziehen unserer Jungpflanzen, wie Fenchel, Mangold, Kräuter (Schnittlauch, Schnittknoblauch, Petersilie), Tomaten und Paprika.


Kochkurs Am 14.2.2009 hat wieder ein Kochkurs am Biohof Adamah stattgefunden, eine Teilnehmerin war Frau Eva Lach. Sie ist AdamahKistl-Kundin seit 2002, also eine der ersten AbonentInnen. Für ihre langjährige Treue überreichte Gerhard Zoubek Frau Lach ein Bio-Kochbuch. Infos unter: www.adamah.at/kochklub.htm

Die Adamah Karotte Teil 2 - (Teil 1 in „aufg’weckt” 02/08)

Geschmack geprüft. Letzteres wurde bei einer Verkostung im Rahmen des Herbst-Hoffestes 2008 getestet. Etwa 300 Freiwillige nahmen sich Zeit um in die Geschmackswelt der Karot ten einzutauchen und brachten die gesammel- ten Eindrücke auch auf Papier. Die statistische Auswertung hat ein klares Ergebnis gebracht. Dabei stellte sich eine frei abblühende Sorte als die Beliebteste heraus, was als positiver Impuls für das weitere Projekt gedeutet werden kann.

Mittlerweile dominiert Gemüse aus HYBRIDZÜCHTUNG mit all seinen Vorund Nachteilen den Markt. Zu den Vorteilen gehören hohe Erträge und die vom Markt geforderte Uniformität, sodass beispielsweise bei Karotten eine der anderen in Form, Farbe und Größe gleicht. Gründe, weshalb die Verwendung zu hinterfragen ist, sind der Verlust des lebendigen Charakters, welcher sich in der Unterschiedlichkeit der einzelnen Pflanzenindividuen widerspiegelt, der Verlust wertvoller Diversität (= biologische Vielfalt) für kulinarische Zwecke und sozio-ökonomische Nachteile durch Abhängigkeit von Saatgutkonzernen. Der gesellschaftliche Diskurs bezüglich Werte und Ethik in der Wirtschaft hat die internationale Dachorganisation für Ökolandbau IFOAM (= International Federation of Organic Agriculture Movements) veranlasst, als Basis für Wachstum und Entwicklung des Ökolandbaus PRINZIPIEN zu vereinbaren. Demnach soll das Handeln im Ökolandbau engagierter Organisationen durch die vier Prinzipien GESUNDHEIT, ÖKOLOGIE, GERECHTIGKEIT UND SORGFALT inspiriert und soweit als möglich geleitet werden. (mehr unter: www.ifoam.org/about_ifoam/principles/index.html)

Die Herstellung von Hybridsaatgut bedient sich Methoden, die nicht mit diesen Grundsätzen übereinstimmen und daher kann die Anwendung für den Ökolandbau nur eine Übergangslösung darstellen. Außerdem gibt es keine Klarheit über Auswirkungen von Hybridgemüse auf die menschliche Gesundheit. Welche ALTERNATIVEN zu HYBRID-GEMÜSESORTEN gibt es und sind diese unter den derzeitigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen überhaupt tragbar? Im Frühjahr 2008 starteten wir ein KAROTTENPROJEKT (auf’gweckt 02/2008 berichtete auf Seite 2). Dabei ging es um den Vergleich von frei abblühenden mit Hybrid-Karottensorten. 19 verschiedene Varietäten wurden auf Pflanzengesundheit, Lagerfähigkeit, Homogenität, Ertrag und

Im Jahr 2009 soll der Versuch mit best geeignetesten Sorten wiederholt werden, um danach entscheiden zu können, welche Auswahl an frei abblühenden Karottenvarietäten am Standort weiterentwickelt werden. Nach mehreren Jahren züchterischen Vorgehens (Selektion) in Zusammenarbeit mit der Universität für Bodenkultur und dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau Österreich sollte sich dann erweisen, ob frei abblühende Karottensorten durch Anpassung an die standörtlichen Bedingungen eine funktionierende Alternative zu Hybrid-Karotten darstellen. Wenn ja, wäre eine frei abblühende ADAMAH– KAROTTEN–HOFSORTE geboren, die durch Mithilfe engagierter KundInnen und KonsumentInnen entstanden ist. Jürgen Renner

Einkaufen am Biohof Adamah! Öffnungszeiten: in den W intermonaten : Dienstag: 13.00 - 1 8.00 Donnerstag: 13.00 - 1 8.00 Freitag: 9.00 - 1 8.00 Samstag: 9.00 - 16.00 in den Sommermonaten (ab 31.3.09): Dienstag: 13.00 - 1 9.00 Donnerstag: 13.00 - 1 9.00 Freitag: 9.00 - 1 9.00 Samstag: 9.00 - 16.00

3


Biohof Adamah und seine MitarbeiterInnen .........................................

Bei der Vorstellung unseres Betriebes sind wir in der KistlVerpackungshalle gelandet. Hier werden täglich bis zu 1000 Kistln verpackt. Das Interview führte Elmar Fischer-Neuberger mit der Frau, die den Laden schupft

Seneda Ahmetovic „Ich komme aus Bosnien, habe dort eine Schuhmacherlehre und einen SchneiderInnenkurs gemacht. Seit 17 Jahren bin ich in Österreich und habe die österreichische Staatsbürgerschaft. Bin Jahrgang 1972, habe 2 Töchter, die 16 und 11 Jahre alt sind.“ WIE BIST DU ZUM BIOHOF ADAMAH GEKOMMEN?

4

„Meine Arbeitskollegin Nena hat hier als Packerin gearbeitet. ‚Wir brauchen jemanden’, hat sie zu mir gesagt. Ich habe mich sofort vorgestellt. Weil ich Obst und Gemüse liebe, hat es mir von Anfang an gefallen!“ DEINE ERSTEN EINDRÜCKE, WIE WAR‘S DAMALS?!

„Am ersten Tag war alles grün, weil wir damals nur grüne Kisten hatten, und das Gemüse dazu... Im damaligen Packraum war sehr wenig Platz, das Gemüse und Obst wurde dort gelagert und gleichzeitig wurde gepackt – lustig war es - mit netten Arbeitskolleginnen. Damals konnte ich noch nicht alle Gemüse- und Obstsorten unterscheiden. War eine neue aber sehr interessante Erfahrung für mich, weil ich selber von dieser Sortenvielfalt überrascht gewesen bin. Heute gibt es keinen Platzmangel mehr, da wir seit 2 Jahren unseren neuen Packraum haben und... die Kistln sind inzwischen auch braun! Und dann haben wir auch einen neuen Pausenraum!“

Fleisch. Das dauert ca. 1,5 Stunden. Dann kommen die Namenskisten (Kunden tauschen ein oder mehrere Produkte von der Standardkiste aus) an die Reihe, dieser Vorgang dauert ca. 1,5 Stunden. Von 12.00 - 13.00 Uhr machen wir Mittagspause.Danach, von 13.00 - 18.00 Uhr, packen wir dann nur Standardkisten.“ WIE VIELE TAGE ARBEITET IHR HIER?

„Wir arbeiten 4 Tage pro Woche, drei Tage haben wir frei. Wenn während der Woche ein Feiertag ist, arbeiten wir auch am Freitag.“ UND WIE SCHAFFT IHR ES BEI DEN VIELEN KISTEN DEN ÜBERBLICK ZU BEWAHREN?

„Zumretta Jahic und Zemze Simsek machen die Kistln Gemüse/Obst klein und Gemüse/Obst mittel, Azika Korajak und Mara Pejic-Gasparevic die Gemüse klein und Regional klein Kistln. Sanella Cosic und ich packen Obst klein, mittel und groß, Kathrin Heller und Ayfer Özkaya die Büro-/Schulkiste und die Mutter/Kind Kistl. Einzelkisten wie z.B. Saftkisten, Erdäpfelkisten, Salate machen Marion Szagmeister und Agnes Lewandowska.“ WIEVIELE NATIONEN ARBEITEN hier ZUSAMMEN?

„Bosnien, Österreich, Türkei, Polen“ Begonnen hast du mit 1000 KISTEN PRO WOCHE. WIE VIELE HAST DU DIESE WOCHE GEPACKT?

„4.200 Kisten“ UND WIE WAR‘S?

- lacht - „Oh Gott was soll ich sagen, mit viel Lust und Liebe vergeht die Zeit sehr schnell!“. WIE SCHAUT DEIN ARBEITSALLTAG HIER AUS?

„Wir fangen um 7.00 Uhr mit Zusatzprodukten an. Wenn zusätzliches zu unseren Standardkisten bestellt wird, packen wir Produkte wie Käse oder

HAT ES SCHON „KRIEG“ IM PACKRAUM GEGEBEN?

- lacht - „Manchmal schon, das gehört dazu!“ DEINE LIEBLINGSKOLLEGIN?

„ALLE!“ ALSO GEFÄLLT`S DIR HIER?!

- lacht - „Ja, sonst wäre ich ja nicht so lange hier!“ DANKE SENA!

„Bitte gerne!“

K I S T L - T E L E G R A M M

2 0 0 8 haben wir unsere

9 7 0 8 KundInnen insgesamt 1 5 3 . 7 9 0 m a l beliefert unterwegs waren wir mit 163.790 Kistln * mit einem durchschnittlichen Gewicht von 4,5 kg. Somit haben wir 73 7 T o n n e n ** in den 2. Stock *** getragen. * Gemüse klein / Büro-Obst groß ** ohne Zusatzprodukte * ** Durchschnitts-Stockwerk


Biohof Adamah Neuigkeiten: ......................................... Pestizide und warum 5 mal täglich Obst und Gemüse Ihre Gesundheit gefährden kann?! Schädlinge (engl. pests) sind sowohl in der ökologischen als auch in der konventionellen Landwirtschaft ein Thema. Die Zugänge im Umgang mit ihnen sind aber verschieden. In der biologischen Landwirtschaft wird versucht über mehrere Methoden die natürlich vorkommenden Schädlinge bzw. Nützlinge zu regulieren. Mehr als regulieren, also eine Art zu eliminieren, würde sich negativ auf die Stabilität des Systems auswirken – d. h. eine Schädlingspopulation würde stark überhand nehmen. Das erklärt den hohen Pestizidverbrauch von 3.000 Tonnen pro Jahr in der konventionellen Landwirtschaft Österreichs* wo eher auf „Nummer sicher“ = vollständige Eliminierung der Schädlinge gesetzt wird... was allerdings sowieso nicht klappt, da die Natur „hoffentlich“ immer einen Schritt voraus ist. In Österreich sind die Grenzwerte für „Pflanzenschutzmittel“ (so die offizielle Bezeichnung für Pestizide) relativ niedrig gewesen. Warum gewesen? Sie wurden EU-weit harmonisiert, also Mittelwerte über die EU verteilt errechnet: Bereits im Mai letzten Jahres hat GLOBAL 2000 mit einer Studie darauf aufmerksam gemacht, dass mit einer neuen EU-Verordnung die Grenzwerte für Pestizide in Österreich zwischen dem 1,6- bis 1.000-fach erhöht werden.** Das 1.000-Fache?“, fragten wir uns geschockt, „bei 5 x täglich Obst und Gemüse?!“ Wir suchten nach einem „Übersetzer“ und fanden ihn: Dr. Helmut Burtscher, Biochemiker, ist Pestizidexperte bei GLOBAL 2000: „Erdbeeren werden in den wenigen Wochen zwischen Auspflanzung und Ernte im Durchschnitt 7 x mit Pestiziden eingenebelt – so eine Erhebung des deutschen Landwirtschaftsministeriums. Zwetschken kommen auf 11,5 Spritzungen und die Äpfel bringen es gar auf rekordverdächtige 27 Pestizidbehandlungen bevor sie geerntet werden – und dabei werden nur die Durchschnittswerte angeführt!“

Wie können Pestizide Menschen schädigen?

„Beim Überschreiten der ADI*** sind chronische Gesundheitsschäden wie Krebs, Fortpflanzungsstörungen oder Hormonstörungen möglich“, laut Helmut Burtscher, Global 2000. An einem konkreten Beispiel dargestellt heißt das: Die erlaubte Menge des Pestizids Propamocarb in Birnen wird von 0,1 auf 10 mg/kg angehoben. Aber schon 11 mg/kg dieses Wirkstoffs können laut Berechnungsmodellen der EU-Gesundheitsbehörden für Kinder gesundheitsschädlich sein.**** Isst nun dieses Kind fünfmal täglich eine Birne, hat es den Grenzwert ca. fünffach überschritten. Es darf also gar kein Obst oder Gemüse mehr essen! Wir am Biohof ADAMAH haben mit Lebensmittelproduktion zu tun, deshalb ist uns aufgefallen, was auf diesem Sektor passiert ist, EU-weit sogar. Es ist unsere Verantwortung Sie darüber zu informieren.

Sigrid Zoubek (Bäuerin am Biohof Adamah) meint über ähnliche Vorfälle in der konventionellen Landwirtschaft: „Es ist schon komisch, dass gerade wir Biobauern so streng kontrolliert werden, wo andere doch so viel Gift auf die Äcker spritzen dürfen.“ Der mittlere Gehalt an Pflanzenschutzmitteln in Obst aus biologischem Obstanbau (inkl. irreführenden Ökokennzeichnungen) betrug 0,043 mg/kg (ohne beanstandete Proben nur 0,001 mg/kg). Der Wert von konventionell produziertem Obst: 0,28 mg/kg. Der Anteil an Pflanzenschutzmitteln bei Bio-Gemüse 0,014 mg / kg (ohne beanstandete Proben nur 0,001 mg / kg) und bei konventionellem Gemüse 0,45 mg/kg (Quelle: Ökomonitoring 2007, S 8)

Zahlen die für den Biolandbau sprechen!

Wie sicher ist Bio? Jemand muss 40-mal biologisches Essen zu sich nehmen, um Gefahr zu laufen, die Spritzmittelrückstände eines einzigen konventionellen Essens aufzunehmen. Die Bio-Szene ist zum Teil auf eine konventionelle Vermarktungs- und Vertriebsschiene aufgesprungen, mit der Folge, dass „anonyme“ Produkte in Riesenmengen rund um den Globus transportiert werden. Was in Österreich verboten ist, darf man in anderen Ländern: Den landwirtschaftlichen Betrieb in bio und konventionell teilen, also eine rein ökonomische Entscheidung, wodurch es immer wieder zu Verwechslungen einzelner Chargen kommt. Wir waren schon immer fest davon überzeugt den richtigen Weg mit Biolandbau zu gehen. Die obenstehenden Zahlen sprechen wohl für sich. Dank an Ralph Liebing (FIBL Austria) für die wertvollen Anregungen. elmar.fischer@adamah.at www.global2000.at http://www.pan-europe.info

Fragen bitte an: W eitere I nfo ‘ s :

* Quelle: http://www.greenpeace.at/451.html ** Quelle:http://www.global2000.at/pages/pestizide_euverordnung.htm *** Akzeptable tägliche Aufnahme, Anm. d. Red. **** Quelle: http://www.global2000.at/pages/pestizide_eu.htm

5


Biohof Adamah Buch- und Filmtipps: .........................................

DIE 50 GRÖSSTEN BIO-LÜGEN!

Preis: €

BERTRAM VERHAAG

MIT GIFT UND GENEN.

LEBEN AUSSER KONTROLLE.

WIE DER BIOTECH-KONZERN MONSANTO UNSERE WELT VERÄNDERT. Preis: €

VON GENFOOD UND DESIGNERBABIES.

20,60

MARGRET MADEJSKY

30,80

Mit über 180 Heilkräuterrezepten. Das unentbehrliche, umfassende Nachschlagewerk für alle, die an natürlicher Frauengesundheit interessiert sind. Pflanzen bilden bis heute die Basis der Naturheilkunde und erobern seit einigen Jahren wieder zunehmend die Frauenarzt- und Hebammenpraxen. Antibiotische Kräuter wie Bärentraube, Kapuzinerkresse und Knoblauch oder hormonartig wirkende Pflanzen wie Frauenmantel, Mönchspfeffer und Silberkerze konnten sich einen festen Platz in der Frauenheilkunde erobern.

MARIA THUN

AUSSAATTAGE 2009

Preis: €

9,20

Dieser Aussaatkalender beschreibt für jeden Tag des Jahres die jeweilige Planetenkonstellation und rät je nach Befund zur Aussaat oder nicht. Ausführliche Tages- und Monatserklärungen helfen den optimalen Aussaattermin zu finden.

M . V ollborn / V lad D . G eorgescu

DIE JOGHURT-LÜGE. Die unappetitlichen Geschäfte der Lebensmittelindustrie.

Preis: €

20,50

ÖKOKRISE ALS CHANCE. ERNEUERBARE ENERGIEN ALS BASIS FÜR EINE WELT VON MORGEN. Preis: €

DVD, 25 min, ab 12 Jahren

29,00

Die Menschheit wächst so schnell wie nie zuvor. Im Jahr 2100 werden geschätzte 12 Milliarden Menschen auf unserem Planeten leben. Niemand bezweifelt, das wir bei dieser rasanten Entwicklung den gesamten menschlichen Energiehaushalt neu überdenken und organisieren müssen. Energiesparen und ein vernünftiger Umgang mit Energie sind ein Gebot der Stunde. Der radikale Ausbau und die Förderung der erneuerbaren Energien – Sonne, Wind, Biomasse, Wasser und Erwärme – sind der einzige und langfristig richtige Weg. Der Film ist für eine erste Beschäftigung mit dem Thema „ökologische“ Energiequellen oder als Impulsgeber für eine weitere Vertiefung geeignet.

Gratis-Lieferung mit Kistl-Zustellung möglich: w w w. a d a m a h . a t oder in Alfons Fallmanns Webshop: w w w. n a t u r s e i t e n . a t

31,90

BEATE DORAU

Christine dobretsberger

Bio-logisch

20,50

BERNHARD NINDL RUDOLF SCHRIMBRAND F R A N Z S TA N Z L CLEMENS WAGERER

+

Das KombiAngeboT

Preis: €

Dokumentarfilm, DVD Mitte der 80iger Jahre findet die Wissenschaft mit der Gentechnologie den Schlüssel, sich die Erde und vor allem ihre Geschöpfe endgültig untertan zu machen. Plötzlich schien alles möglich! 20 Jahre später begeben wir uns auf eine Weltreise um die fortschreitende Genmanipulation bei Pflanzen, Tieren und Menschen zu erkunden: Wegen einer katastrophalen Ernte bei gentechnisch veränderter Baumwolle stehen viele indische Bauern vor dem Ruin, verkaufen eine Niere oder begehen Selbstmord. In Kanada weht genmanipulierter Rapssamen auf die Felder benachbarter Biobauern und macht damit ökologischen Anbau unmöglich.

LEXIKON DER FRAUENKRÄUTER. INHALTSSTOFFE, WIRKUNGEN, SIGNATUREN UND ANWENDUNGEN Preis: €

16,90

Die Gefahr des Bio-Booms liegt, so analysieren Groll und Loitzl, bei Trittbrettfahrern, also konventionellen Produzenten, die sich ein grünes Mäntelchen umhängen.

MARIE-MONIQUE ROBIN

Der Chemie- und Biotech-Riese Monsanto gelangte bisher kaum ins Bewusstsein der Öffentlichkeit, obwohl er mit seinen Produkten wie Pestiziden und genmanipulierten Pflanzen eine fundamentale und höchst umstrittene Rolle in der Weltnahrungsmittelproduktion spielt. In ihrem brisanten Buch schildert die Journalistin Marie-Monique Robin, welche Gefahren von den Produkten und der Macht des Konzerns weltweit und vor unserer Haustür ausgehen.

6

D r . M . G roll / M ag . G . L oitzl

GEMÜSE KOCHBUCH Preis: €

24,90

Dieses Buch ist in Zusammenarbeit mit dem Biohof Adamah entstanden. Bio-Qualiität erkennen, Bio-Fallen meiden, Bio-Rezepte ausprobieren. Im Rhythmus der Natur.

DIE BESTEN REZEPTE AUS DEM GEMÜSE-KISTL

Preis: €

14,90

Das Biohof Adamah Gemüse-Kochbuch für einfache, schnelle und gesunde Gemüseküche.


Biohof Adamah und seine Partner ..........................................

Wie bereits in den letzten aufg’weckt - Ausgaben begonnen, möchten wir mit dem Vorstellen unserer Zuliefer- und Partnerbetriebe fortsetzen. Es ist uns eine besondere Freude Ihnen heute etwas über das Bio-Weingut Johannes Zillinger und seine ausgezeichneten Weine zu erzählen.

Bioweingut Johannes Zillinger 1673 wurde das Weingut, das sich bis heute in Familienbesitz befindet, von David Zillinger gegründet. Nach vielen Versuchen in den Weingärten und vielen Jahren der Forschung strukturiert Johann Zillinger 1985 das Weingut neu, indem er auf organischbiologische Wirtschaftsweise umstellt. Für diese Pionierleistung wurde er vom Land Niederösterreich mit dem Umweltpreis ausgezeichnet. Das Bio-Weingut liegt im südöstlichen Weinviertel, in VelmGötzendorf an den Ausläufern des Matzner Hügels. Hier, am Rande des Marchfeldes, herrscht trockenes Klima. Im Sommer wehen trockene heiße Winde über die südlichen Hügel im Weinviertel. Es gedeihen samtig-kräftige Rotweine. Auf den Nordhängen reifen einige der fruchtigsten Weißweine der Region. Tiefgründige Löss- und Schwarzerdeböden mit hoher Wasserspeicherkapazität schützen die Rebe während der heißen Sommermonate vor der Austrocknung. Mit dem Bioweigut Johannes Zillinger haben wir einen starken regionalen Partner gefunden, der alle im Bioweinbau erforderlichen Kriterien erfüllt. (siehe rechte Spalte). Heute wird das Bioweingut von Johannes, Claudia, Christine und Johann Zillinger geleitet. Zahlreiche Auszeichnungen, national und international, bezeugen das hohe Niveau der Zillinger-Weine.

Die Auszeichnungen • weltbestes Bioweingut der Jahre 2003, 2004 und 2005 (BioFach Nürnberg) • Riesling Landessieger 2005 • mehrfaches Salonweingut in den letzten Jahren • 4-facher Goldmedaillengewinner der Austrian Wine Challenge 2007 • 4 Weine im Falstaff-Rotweinguide 2008 / 09 Erst vor Kurzem ist die Familie Zillinger mit dem Grünen Veltliner Classic bei «Wine-Times.Com» (Online-Weinmagazin) Cupsieger geworden.

Wie funktioniert Bioweinbau? Bio-Weinbau unterliegt sowohl in der Land- als auch in der Kellerwirtschaft strengsten Richtlinien: • Kein Kunstdünger, keine chemisch-synthetischen Spritzmittel, keine die Umwelt belastenden Behandlungsstoffe oder Verfahren. • Alle Weinbehand- lungs- und Lebens- mittelzusatzstoffe müssen gentechnik frei sein. • Größter Wert wird darauf gelegt, dass die Böden gesund und lebendig sind. Vor allem letzteres begünstigt eine terroir-typische Ausprägung des Weines. (franz.: terroir = Gegend). Im ökologischen Weinbau muss grundsätzlich sehr vorausschauend gearbeitet werden, Fehler bei Lese, Pressung oder Vergärung können kaum durch kellerwirtschaftliche Maßnahmen korrigiert werden. www.zillinger.at

7


Biohof Adamah auf Wiener Märkten ......................................

Biohof Adamah in der St. Charles Alimentary ......................................... SAI

Wir kommen Ihnen entgegen! Die Menschen mit Produkten zu versorgen, die sich von der üblichen Massenware unterscheiden, das ist das Ziel der Bauernmärkte! Neben Bio-Obst und unseren Bio-Gemüsen werden auch Fleisch, Wurst, Käse, Säfte...angeboten. BIOECK am Naschmarkt jeden FREITAG von 8.00 bis 17.30 und jeden SAMSTAG von 8.00 bis 16.00! Wir haben die Verkaufszeiten freitags erweitert! Um Ihnen auch nach der Arbeit eine Einkaufsmöglichkeit zu bieten. Sie finden uns bei der Kettenbrückengasse hinter dem Marktamt, gekennzeichnet durch mehrere Fahnen.

8

Lerchenfelder Bauernmarkt jeden FREITAG von 8.00 bis 18.00 Seit Oktober 2008 bereichern wir diesen Markt am Lerchenfelder Kirchenplatz im 7. Bezirk, für die Bewohner des 7. und 8. Bezirks mit unseren Bio-Produkten. Karmelitermarkt jeden SAMSTAG von 7.00 bis 12.30 Wir sind im 2. Bezirk mit unseren Adamah-BioProdukten ganz in Ihrer Nähe. Biobauernmarkt auf der FREYUNG jeden 2. FREITAG und SAMSTAG - in den ungeraden Wochen - von 9.00 bis 18.00 Sie finden uns hier auf dem wunderschön gelegenen Marktplatz im 1. Bezirk, im Zentrum Wiens. Stammkunden loben besonders unsere Kürbissuppe, die wir hier in der kälteren Jahreszeit servieren! Die kommenden Termine sind: 27. / 28. Februar, 13. / 14. und 27. / 28. März, 10. / 11. (Ostermarkt) und 24. / 25. April. Alle Termine, sowie Aktuelles finden Sie unter: http://adamah.at/bauernmarkt.htm

Neu seit Jänner 2009:

H NT C

BIO ES & ARL

HOF

RIG

ADA

MAH

E O TH HT T

ROO

TS

Right to the Roots - lustvolle ernährung

Adamah hat sich mit der Saint Charles Apotheke in Wien zusammengetan. In Form eines Restaurantbetriebes zielt dieser Zusammenschluss darauf ab, mit Genuss und qualitativ hochwertiger Kost zur Gesunderhaltung Vieler beizutragen. Das Team um Kristine Pfeifer und Manfred Hofer kocht mit viel Herz und kreativer Begeisterung. Unser Anliegen ist: möglichst viele Menschen mit vitalstoffreichem Essen zu versorgen...

... mit Essen, das saisonal abgestimmt und liebevoll zubereitet ist. Die typischen Aromen der Lebensmittel sollen zur Geltung kommen. Wir erlauben uns zu Gunsten eines lebendigen Entwicklungsprozesses eine gewisse Spontaneität in Bezug auf die Gerichte. Es gibt also im Moment keinen bestimmten Wochenplan. Sie dürfen uns aber gerne anrufen und fragen: „Was gibt’s denn heute...!?” Guten Appetit! Manfred Hofer & Kristine Pfeifer. Alimentary.

Gumpendorferstrasse 33 1060 Wien T. 0676 / 5861365 E. alimentary@saint.info I. www.saint.info Öffnungszeiten:

Mo – Fr 12.00 – 16.00 Uhr Für besondere Anlässe öffnen wir auch gerne abends oder am Wochenende.

Impressum: Medieninhaber, Herausgeber und Verleger: Biohof Adamah Gerhard Zoubek, 2282 Glinzendorf 7 T: 02248 - 2224 - 0 F: - 20 M: gerhard.zoubek@adamah.at I: www.adamah.at Fotos: Peter Schweiger, Simon Zoubek. Textgestaltung und Redaktion: DI Bernhard Nindl, Informationsbüro, 1090 - Sobieskigasse 21/18 Layout und Illustrationen: Atelier Christine Lindengrün, 3390 Melk


Aufgweckt Nr. 3