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GERMANY

DAS STIL-MAGAZIN

GENTLEMEN’S QUARTERLY

FASHION DIE 40 BESTEN LOOKS DES JAHRES

„Okay, ich verrat’s nur in GQ!“

DATING WELCHER TINDER-TYP SIND SIE?

24 S E I T E N S P E C I A L !

GAME OF THRONES

NIKOL AJ COSTER-WALDAU JA IM E LA N N ISTER

KIT HARINGTON J O N S N OW

1

RICHARD MADDEN R O BB STA R K


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INHALT

GAME OF THRONES Jacke und Poloshirt Sandro

148 Nikolaj Coster-Waldau

In GQ beweist Ser Jaime Lannister: Die Ritterrüstung des modernen Mannes ist coole Fashion!

Hose Giorgio Armani

160 Richard Madden

Vom „King in the North“ zum „Bodyguard“ – und heißen Bond-Kandidaten 162 Kit Harington

Der Londoner spricht über die Rolle seines Lebens – und verrät, warum er von einem Nine-to-five-Job träumt 168 Tom Wlaschiha

Der deutsche „GoT“-Star – plus: Newcomer Marc Rissmann

8 4

NIKOLAJ COSTER-WALDAU

0 6

RICHARD MADDEN

Fotos: Thomas Whiteside, Matthew Brookes (2)

Jacke und T-Shirt Dolce & Gabbana

Anzug Giorgio Armani Rollkragenpullover Billionaire

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KIT HARINGTON GQ. M ÄR Z 201 9

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INHALT

AGENDA 39 Die neuen Smoking-Trends,

Prada, Tinder-Typen, Los Angeles, Martine Rose × Nike, Michel Houellebecq, Balenciaga, Samurai in München u. v. m. 52 Sex

Sie hassen Ihre Glatze oder Ihren Bauch? Keine Sorge, irgendjemand steht darauf! 54 Fashion Weeks

Das Beste aus Mailand und Paris! 64 Art Department

Wie Blockchain den Kunstmarkt aufmischt 66 Politik

Béla Anda über Politiker und Social Media

GENTLEMEN 71

8 0

Felix Neureuther

Der Ski-Star übers Siegen und Scheitern 80 Frank Ocean

Wie der R ’n’ B-Disruptor Grenzen auflöst 81

Tobias van Schneider

Ein Allround-Genie made in Germany (und New York)

DIE BESTEN LOOKS DER AKTUELLEN SAISON

82 Julian Schnabel

Großes Ego, große Kunst 84 Leonard Cohen

GQ trifft die Tochter des unvergessenen Sängers

COVER

POCKET EDITION

Foto: Marcus Ohlsson

Nikolaj CosterWaldau Foto: Thomas Whiteside Styling: Grant Woolhead Anzug und Hemd: Louis Vuitton

GQ. M ÄR Z 201 9

Kit Harington Foto: Matthew Brookes Styling: Dan May Jacke und Pullover: Dolce & Gabbana

GQ Condé Nast Verlag GmbH Oskar-von-Miller-Ring 20 80333 München

@gq_germany

GQ Germany

post@gq.de

GQ.de

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STYLE 90 Un/Tailored

Der Business-Anzug wird jetzt ganz neu interpretiert 102 Genfer Uhrensalon

Die wichtigsten Trends vom SIHH 106 Fashion News

INHALT

4 5

FASHION WEEKS

Gucci, Balenciaga, Uniqlo

COACH 126 Bundesliga backstage

Wie ein geheimer Millionen-Deal gemacht wird

STANDARDS Editorial......... 29 Impressum......... 34 Backstage......32

129 Food

Die besten Restaurants in den französischen Alpen 142 Explorer Johan Ernst Nilson über sein Leben am Limit

2

FUSSBALLERFRISUREN

Fotos: Pawel Pysz, Getty, Courtesy of Versace

1 7

FELIX NEUREUTHER

GQ. M ÄR Z 201 9


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EDITORIAL

WEM DIE DATEN GEHÖREN, DEM GEHÖRT DIE ZUKUNFT

Foto: Pawel Pysz

E

s ist ein spannender Blick nach vorn. Einer, der aufzeigt, wie sehr sich unser Leben verändert, während wir 24/7 am Handy leben, klicken, posten, shoppen oder tindern und uns SocialMedia-Avatare heranzüchten, die ein besseres ICH erstrahlen lassen und alles Negative herrlich aus unserem Leben herausfiltern. Was macht der Digital Lifestyle mit uns als Gesellschaft? Einer, der Antworten darauf geben kann, ist Yuval Noah Harari von der Hebräischen Universität Jerusalem, Weltstar unter den Historikern, Bestsellerautor. Einer, der Tech-Milliardäre im Silicon Valley ebenso berät wie die Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde. Er sagt: „Es geht nicht mehr um arm oder reich – es geht nur noch um relevant und irrelevant.“ Und: „Wem die Daten gehören, dem gehört die Zukunft.“ Die Gesellschaftsordnung 3.0: Es bleibt eine kleine Elite – ihr gegenüber steht eine Masse an Daten-Kühen, die sich jede noch so persönliche Information absaugen lassen. Die Daten-Kühe, das sind wir… Wir geben freiwillig unsere Persönlichkeit preis. Jeden Tag, jede Stunde mehr davon. Intimste Geheimnisse im Austausch gegen freies WLAN oder kostenlose Katzenvideos. Umso erstaunlicher, dass sich noch jemand darüber echauffieren konnte, als letzten Monat bekannt wurde, dass private Daten von 1000 Bundestagsabgeordneten und Prominenten gehackt worden waren. ChatNachrichten, Kreditkarten-Informationen, Einzugsermächtigungen, Urlaubsfotos, Kontodaten, Versicherungspolicen… Alles, was 2019 eine Identität ausmacht – weg. Oder für alle Welt einsehbar ins Internet gestellt. Mehr Transparenz als an jedem FKK-Strand. Der Hacker: keine straff organisierte russische Cyberarmee wie noch im US-Wahlkampf, um Stimmen für Donald Trump zu GQ. M ÄR Z 201 9

Es geht nur noch um relevant und irrelevant manipulieren. Nein, es war ein 20-jähriger Schüler aus dem hessischen Homberg, der zu Hause bei seinen Eltern wohnt und sich die Computer-Tricks, die zum Ausspähen sensibler Daten erforderlich sind, selbst beigebracht hat. Motiv für den deutschen DatenLeak: Frust. Warum in diesem Fall überhaupt der Staatsschutz ermittelt? Gespielte Aufregung – vermutlich um von der Hilflosigkeit abzulenken. Was will die Staatsmacht denn verhindern? Ob unsere Daten nun in einem Kinderzimmer in Hessen ausgewertet werden oder auf dem gesetzesfernen Campus von Facebook, Amazon, Google, Apple oder Netflix: Der eine stellt sie aus Frust ins Internet, die anderen verkaufen sie wie Jahrgangs-

Champagner meistbietend auf dem Weltmarkt oder verfeinern ihre Algorithmen damit, um uns noch genauer scannen zu können. Und das ist erst der Anfang, wie Yuval Noah Harari in seinem neuen Welt-Bestseller „21 Lektionen für das 21. Jahrhundert“ nachweist. Durch die beginnende Vernetzung von Informations-Technologie und BioTechnologie werde die größte Ungleichheit in der Geschichte der Menschheit geschaffen. Wir alle werden noch viel mehr von uns preisgeben, während wir chatten, streamen und Urlaube buchen. Biometrische Sensoren werden unseren Blick analysieren, den Blutdruck, die brain activity, unsere Wünsche, unsere Ängste, unsere Gedanken. Kameras im Handy und am Laptop scannen, wie wir auf welche Ereignisse reagieren. Wer hat bei welchem Film wo gelacht? Vielleicht bei Tarantino, diese eine Stelle, wo jemandem aus Versehen ins Gesicht geschossen wird? Schon wirft der Algorithmus beim nächsten Netflix-Abend mehr Movies mit Kopfschuss-Szenen aus. Und wer auf Bikini-Szenen emotional reagiert, bekommt mehr Commercials mit leicht bekleideten Frauen zwischen seine Newsfeeds gespielt. Ob jemand gay oder straight ist, der Algorithmus könne es erkennen – manchmal sogar schneller als die betreffende Person selbst, schreibt Harari. Die Firmen, die diese Daten sammeln, wissen damit „exakt, wer du bist“. Dabei kennen sich die meisten Menschen ja selbst kaum. Was daran liegt, dass wir uns immer weiter von unserem Körper entfremden. Wir verlernen die Fähigkeit, uns darauf zu konzentrieren, was wir fühlen. Wenn etwas Tolles passiert, machen wir ein Foto, posten es und warten auf Likes. Die Online-Reaktionen erleben wir intensiver als unsere eigenen Gefühle. Wir interessieren uns mehr für das, was im Cyberspace passiert als für 29


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das auf der Straße. Statt uns auf unseren Orientierungssinn zu verlassen, der über Millionen Jahre der menschlichen Evolution verfeinert wurde, vertrauen wir auf Google Maps. Immer wieder steuern Menschen Autos in Flüsse, weil das Navigationssystem befohlen hat: Fahren Sie weiter geradeaus! Wir suchen nicht mehr selbst nach Antworten, wir googeln. Wir vertrauen auf Big Data. Der allgemeine gesellschaftliche Konsens: Maschinen treffen bessere Entscheidungen als wir selbst. Im Job, im Privatleben, in der Liebe, wenn der Tinder-Algorithmus sagt, was ein perfektes Date ist und was nicht. Der Siegeszug der künstlichen Intelligenz. Irgendwann werden lernende Computer den Menschen ablösen. Vor 20 Jahren ist es dem IBM-Programm Deep Blue gelungen, Schachweltmeister Garri Kasparow zu schlagen. Ein Meilenstein, der erste Sieg des Super-Chips über das Super-Brain. Im Dezember letzten Jahres gab es erneut ein wegweisendes Schachduell, diesmal schon ganz ohne menschliche Beteiligung. Stockfish 8, der beste Schachcomputer der Welt, der 70 Millionen Schachpositionen pro Sekunde berechnen kann, gegen Googles AlphaZero, ein Computerprogramm, das sich das Schachspielen selbst beigebracht hat – allein anhand der Spielregeln und dadurch, dass es Millionen von Partien gegen sich selbst gespielt hat. Das Ergebnis im 1 000-Partien-Duell: 155 Siege für AlphaZero, 839 Remis, nur sechs Niederlagen. Profi-Spieler unter den Beobachtern schwärmten anschließend von „göttlichem Schach“. Ein Spiel wie Schach, das höchste Intelligenz-Leistung erfordert, Intuition und Kreativität, plötzlich dominiert von Maschinen! Und während Schachweltmeister früher bei einem überraschenden Zug für ihre Kreativität bewundert wurden, stehen sie heute im Verdacht, dass sie sich heimlich von einem Computer haben helfen lassen. Immer wieder werden Partien vom Schiedsrichter unterbrochen: so viel Kreativität – das übersteigt jedes menschliche Maß … Die Wahrheit: Oft ist Kreativität nicht mehr als eine Analyse von Erfahrungswerten. Der Mensch ist dekodiert, maschinenlesbar geworden. Genau genommen haben wir uns selbst maschinenlesbar gemacht. Der nächste Schritt: die Self-driving Cars. Harari stellt die Frage, ob Tesla demnächst zwei Modelle auf den Markt bringen wird, den Tesla „Egoist“ und Tesla „Altruist“. Der Egoist hat den Auftrag, alles zu tun, um den Fahrer zu schützen. Im Notfall also, wenn zwei Kinder vor das Auto laufen und der Bordcomputer nicht mehr rechtzeitig stoppen kann, die Kinder zu überfahren, statt ein Risiko für die Fahrzeug-Insassen einzugehen. Im Gegensatz zum „Altruist“, der so program30

Eye-Opener: „21 Lessons for the 21st Century“ von Yuval Noah Harari. Weltruhm erlangte er mit „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ und „Homo Deus“

miert ist, dass er seinen Fahrer im Notfall für ein größeres Gut opfert. Das heißt, dass der Wagen den Kindern ausweicht und am nächsten Baum zerschellt. Alternativ könnten Fahrzeuge auch beide Varianten anbieten. Der Fahrer muss sich entscheiden: „Im Notfall sterben oder schützen“ – bitte wählen Sie jetzt, erst dann startet der Motor. Schon heute bestimmen Algorithmen, ob wir bei der Bank einen Kredit bekommen oder nicht. Der Bankberater führt aus, was der Computer vorgibt. Kein CEO oder Bundeskanzler mehr, der irgendeine Entscheidung ohne Big Data trifft. Artificial Intelligence schließt Diskriminierung im Personalbereich aus. Keine Chance mehr für den Macho-Chef, der Frauen unterbewusst ablehnt. Keine Seilschaften,

Besetzung nur noch nach – durch Daten belegter – Top-Leistung. Durch Biometrik-Sensoren brauchen wir keinen Hausarzt mehr. Der Chip meldet beim Rauchen einer Zigarette, dass sich soeben sieben Krebszellen in der Lunge gebildet haben. Optional können die Krankenkasse und der Arbeitgeber über die bevorstehende Therapie samt Kosten-Kalkulation informiert werden. Die Gesellschaft startet in eine neue Epoche. Früher war Landbesitz wichtig. Dann Maschinen. Wer Maschinen und Land besaß, hatte die Macht. Heute ist mächtig, wer die Daten besitzt. „Es ist ein Billionen-DollarBusiness“, schreibt Harari. Seine Prognose: Durch die Verbreitung künstlicher Intelligenz werden Millionen Menschen ihre Jobs verlieren – Hunderte Millionen. „Ist man jung, gibt es unabhängig davon, welchen Beruf man sich aussucht, keine Garantie, dass er in zehn bis 15 Jahren noch existiert“, sagte Frank Appel, der Chef der Deutschen Post, gerade bei einer Digitalkonferenz. Wer braucht noch Postler, Banker, Versicherungsangestellte, Ärzte oder Werbeagenturen, wenn der Algorithmus alles berechnet und bestimmt und wir bei wichtigen Entscheidungen den Computer fragen: „Siri, du kennst meine Wünsche, meine Ängste, meinen Kontostand – sag mir, welches Auto soll ich kaufen?“ Eines wird es in Zukunft ganz gewiss nicht mehr geben: dass Gewerkschaften, wie Mitte Januar, acht deutsche Flughäfen lahmlegen und Hunderttausende Passagiere festsitzen oder dass Gelbwesten während der Pariser Fashion Week die Straßen blockieren und Millionen Euro teure Shows aufwendig verlegt werden müssen. Man kann gegen alles streiken, etwa gegen vermeintlich ungerechte Bezahlung oder gegen schlechte Arbeitsbedingungen. Aber nicht dagegen, dass man irrelevant geworden ist.

TOM JUNKERSDORF CHEFREDAKTEUR

MEIN PIECE DES MONATS

Viele Ski-Styles sind mir zu langweilig. Mit dem architektonisch gestreiften High Neck aus der „Moncler 3 Grenoble“-Kollektion kommt gleich mehr Schwung auf die Piste. Der Eisbrecher auch beim Après-Ski.

@TOMJUNKERSDORF

GQ. M ÄR Z 201 9

Fotos: privat, Wetzel & Leidgschwendner

EDITORIAL


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BACKSTAGE OSKAR-VON-MILLER-RING 20, 80333 MÜNCHEN

Condé Nast International Chairman and Chief Executive: Jonathan Newhouse President: Wolfgang Blau

Die Condé Nast International Gruppe verlegt folgende Zeitschriften GROSSBRITANNIEN Vogue · House & Garden · Brides · Tatler · The World of Interiors · GQ · Vanity Fair · Condé Nast Traveller · Glamour · Condé Nast Johansens · GQ Style · Love · Wired · Condé Nast College of Fashion & Design · Ars Technica FRANKREICH Vogue · Vogue Hommes · AD · Glamour · Vogue Collections · GQ · AD Collector · Vanity Fair ITALIEN Vogue · Glamour · AD · Condé Nast Traveller · GQ · Vanity Fair · Wired · La Cucina Italiana · Lisa

GQ IN L.A.

COV ERSHOOT

KAI PSOTTA AUTO R

Unser neuer Fußball-Kolumnist (l.) weiß wie nur wenige, was bei den Millionen-Deals der Branche hinter den Kulissen abgeht. Der langjährige Sportjournalist (BILD, Sky) arbeitet seit einem Jahr als Spielerberater für die Agentur SportsTotal, die u. a. Toni Kroos (r.) vertritt. In GQ verrät Psotta jetzt, was bei der „Bundesliga backstage“ so passiert. (S. 126)

In Los Angeles regnet es ja ungefähr an zweieinhalb Tagen im Jahr. Einen solchen Tag erwischten GQ Photo Director Frank Seidlitz (l.) und Fotograf Thomas Whiteside (r.), als sie Nikolaj Coster-Waldau inszenierten. Dem coolen Dänen verhagelte das Wetter die Laune natürlich nicht – er tanzte sogar für uns im Regen. (S. 148) @ frankseidlitz @thomaswhiteside

DEUTSCHLAND Vogue · GQ · AD · Glamour · GQ Style · Wired SPANIEN Vogue · GQ · Vogue Novias · Vogue Niños · Condé Nast Traveler · Vogue Colecciones · Vogue Belleza · Glamour · AD · Vanity Fair JAPAN Vogue · GQ · Vogue Girl · Wired · Vogue Wedding TAIWAN Vogue · GQ · Interculture MEXIKO UND LATEINAMERIKA Vogue Mexico and Latin America · Glamour Mexico · AD Mexico · GQ Mexico and Latin America INDIEN Vogue · GQ · Condé Nast Traveller · AD

Joint-Venture-Veröffentlichungen BRAZIL Vogue · Casa Vogue · GQ · Glamour RUSSIA Vogue · GQ · AD · Glamour · GQ Style · Tatler · Glamour Style Book

Lizenzveröffentlichungen oder Copyright-Kooperationen AUSTRALIEN Vogue · Vogue Living · GQ BULGARIEN Glamour CHINA Vogue · AD · Condé Nast Traveler · GQ · GQ Style · Condé Nast Center of Fashion & Design · Vogue Me · Vogue Film DEUTSCHLAND GQ Bar Berlin ISLAND Glamour KOREA Vogue · GQ · Allure · W MITTLERER OSTEN Vogue · Condé Nast Traveller · AD · GQ · Vogue Café Riyadh NIEDERLANDE Vogue · Glamour · Vogue The Book · Vogue Man · Vogue Living POLEN Vogue · Glamour PORTUGAL Vogue · GQ · Vogue Café Porto RUMÄNIEN Glamour RUSSLAND Vogue Café Moscow · Tatler Club Moscow SLOWAKEI UND TSCHECHIEN Vogue · La Cucina Italiana SÜDAFRIKA House & Garden · GQ · Glamour · House & Garden Gourmet · GQ Style · Glamour Hair THAILAND Vogue · GQ TÜRKEI Vogue · GQ UKRAINE Vogue · Vogue Café Kiev UNGARN Glamour

Condé Nast USA

FOTOGRAF

Anders als in L. A. (siehe oben) waren die Wetterbedingungen bei unserem Date mit Ski-Star Felix Neureuther auf der Zugspitze exakt so wie erwartet: –17 Grad und ordentlich Schneesturm. Unser tapferer Fotograf schaffte es, ohne Zittern den Auslöser zu drücken. Eiskalter Typ! (S. 71) pawelpysz.com

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Vogue · Vanity Fair · Glamour · Brides · Self · GQ · GQ Style · The New Yorker · Condé Nast Traveler · Allure · AD · Bon Appétit · Epicurious · Wired · W · Golf Digest · Teen Vogue · Ars Technica · Pitchfork · Backchannel · Them Heftpreis Inland: 5,50 € inklusive 7  % MwSt. Jahresabonnement (12 Ausgaben) Inland: 56,50 € inklusive Porto, Versandkosten und 7  % MwSt. Ausland: Österreich: 56,50 €, Schweiz: 100,00 sfr, restliches Ausland auf Anfrage. Abonnementbestellungen: GQ Leserservice, Postfach 290, 77649 Offenburg, Telefon: 01805 517258, Fax: 01805 071101 ( jeweils 0,14 € pro Minute), E-Mail: abo@gq.de. Schweiz: GQ Leserservice, Postfach, 6002 Luzern, Telefon: 041 3292244, Fax: 041 3292204, E-Mail: GQ@leserservice.ch. USA: IPDSDS 12406, US Highway 250N, Milan, Ohio 44846, Telefon: 1 419 4991500 (+ 15 in den USA), Fax: 1 419 4993601.

Fotos: Dennis Brosda, privat, Frank Seidlitz

PAWEL PYSZ

President and Chief Executive Officer: Robert A. Sauerberg, Jr. Artistic Director: Anna Wintour


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MIT

GQ erscheint in der Condé Nast Verlag GmbH, Oskar-von-Miller-Ring 20, 80333 München, Telefon: 089 38104-0, mail@condenast.de, www.condenast.de gqpost@gq.de, www.gq.de

Chefredakteur

TOM JUNKERSDORF Marcus Lucas STELLVERTRETENDER CHEFREDAKTEUR Marco Nikolaj Rechenberg Jana Meier-Roberts PHOTOGRAPHY DIRECTOR Frank Seidlitz FASHION DIRECTOR Tobias Frericks BEAUTY DIRECTOR Constantin Herrmann EDITORIAL BUSINESS MANAGER Anna Schuberth EDITORIAL OPERATIONS SPECIALIST Viola Müller-Hergerdt TEXTCHEF Oliver Fuchs Textredaktion Christoph Eisenschink, Ulf Pape, Clark Parkin Mode Manuela Hainz (stellv. Fashion Director), Thomas Haditsch (Ass.), Sharina Lichtl (Ass.) Bildredaktion/Booking Verena Aichinger Art Department Felix Wetzel (stellv. Art Director), Anaïs Hüttenbrink, Mathias Leidgschwendner Mitarbeiter dieser Ausgabe Andreas Achmann, Béla Anda, Corinna von Bassewitz, Sir Richard Branson, Dirk Bruniecki, Dr. Roger Diederen, STELLVERTRETER DES CHEFREDAKTEURS ART DIRECTOR

Michele Di Dio, Esma Annemon Dil, Stephan Dimu, Timothy Durand, Mimi Erhardt, Bianca Fleisch, Robert Grunenberg, Ludwig Haslberger, Sarah Heidelberger, Friederike Jung, Jörn Kaspuhl, Ingo Kleefeld, Tamer Koseli, Olivier Kugler, Daniel Mayer, Kagan McLeod, Jan Mendelin, Arthur Mount, Massu Nedjat, Marcus Ohlsson, Peter Praschl, Markus Pritzi, Kai Psotta, Pawel Pysz, Josip Radovic, Paul Rogers, Jan Steins, Alexander Stilcken, Antonia Uhlig, Jens Utzt, Anne Waak, Matthias Weingärtner, Thomas Whiteside, Lennard Wickel, Grant Woolhead

Büro Mailand Anna Riva, Paola Dörpinghaus, p.dorpinghaus@condenast.it, Tel. +39 (02) 29 00 07 18 Büro New York Christina Schuhbeck, christina_schuhbeck@condenast.com, Tel. +1 (212) 630 4980 Schlussredaktion LEKTORNET GmbH Syndication syndication@condenast.de GQ.de Johannes Patzig (Ltg.), Cordula Funke, Mathias Ottmann, Patrick Pendiuk, Ursula Schmied, Tobias Singer Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt des Magazins TOM JUNKERSDORF

Abonnement-Betreuung Deutschland und Ausland ohne Schweiz: GQ Leserservice, Postfach 290, 77649 Offenburg, Telefon: +49 (0) 781 6394507, E-Mail: abo@gq-magazin.de. Preis für Jahresabonnement (12 Ausgaben): 56,50 € (D), 56,50 € (AUT). Restliches Ausland auf Anfrage. Schweiz: GQ Leserservice, Postfach, 6002 Luzern, Telefon: +41 3292244, E-Mail: gq@leserservice.ch. Preis für Jahresabonnement (12 Ausgaben): 100 sfr. USA: GQ (German) (USPS No 0023823) is published monthly by Condé Nast Verlag GmbH. Subscription price for USA is $ 90 p.a. K.O.P.: German Language Pub., 153 S Dean St, Englewood NJ 07631, glpnews.com. Application to mail at Periodicals Rates is pending at Englewood NJ 07631 and additional mailing offices. Postmaster: Send Address changes to: GQ (German), GLP, PO Box 9868, Englewood NJ 07631.

Bestellung von Einzelheften Preise, Verfügbarkeit und Bestellung unter http://abo.gq-magazin.de/Einzelhefte; für weitere Fragen Tel: + 49 (0) 1806/012906 (0,20 €/Anruf aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk max. 0,60 €/Anruf. Abweichende Preise aus dem Ausland möglich.)

Zurzeit gilt Anzeigenpreisliste Nr. 22, gültig ab 1.1.2019. Alle Rechte vorbehalten. Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Mit Ausnahme der gesetzlich zugelassenen Fälle ist eine Verwertung ohne Einwilligung des Verlags strafbar. Für unverlangt eingesandtes Text- und Bildmaterial wird keine Haftung übernommen. ISSN-Nr. 1434-5560

Beim Druck dieses Produkts wurde durch den innovativen Einsatz der Kraft-Wärme-Kopplung im Vergleich zum herkömmlichen Energieeinsatz bis zu 52 % weniger CO2 emittiert. Dr. Schorb, ifeu.Institut

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Vertrieb Alima Longatti, HEAD OF DIRECT MARKETING & CRM, alima.longatti@condenast.de, Tel. -301 Einzelverkauf MZV GmbH & Co. KG, Karsten Reissner (Bereichsleitung) Herstellung Lars Reinecke, DIRECTOR PRODUCTION Druck Mohn Media, Mohndruck GmbH, Carl-Bertelsmann-Straße 161 M, 33311 Gütersloh Digitale Vorstufe CLX Europe S.p.A., Via dell’Artigianato Nr. 8/a, 37135 Verona/Italien Unternehmenskommunikation / PR Henrike Zock, LEITUNG CORPORATE COMMUNICATIONS, presse@condenast.de, Tel. -413 Finanzen Roland Riedesser, FINANZDIREKTOR Chairman Condé Nast International

JONATHAN NEWHOUSE


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PHOTO: GREG WILLIAMS

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OLYMP.COM/SIGNATURE

GERARD BUTLER’S CHOICE

DAS HEMD, DAS SICH WIE KEIN ANDERES TRÄGT.


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TRENDS MUS T HAVE S NEWS 03.2019

STYLE

Foto: Getty Images

LATZ OF LOVE Timothée Chalamet flasht uns nicht zum ersten Mal mit seinem Style, aber das Top seines Louis-Vuitton-Outfits, das er zu den Golden Globes trug, ist wohl das bisher größte talking piece des Jahres. Ist das von Virgil Abloh designte Glitzer-Ding nun eine Weste? Ein Brustholster? Ein Harness für die nächste Fetisch-Party? Louis Vuitton ließ mitteilen, es handele sich um einen „bestickten Latz“. (Jetzt wissen Sie, nach was Sie im Laden fragen müssen.) Weitere fantastische Looks vom roten Teppich auf der nächsten Seite.

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AGENDA

BL ACK & W HITE

FLOR A L

WHITE TIE Weiße Fliege ist ja eigentlich so was von verboten, aber bei Rami Malek (in Givenchy) funktioniert der Stilbruch. Cooles Detail: Schuhe mit Logo-Klettverschluss.

Aufwendige Stickereien und Blumenmuster: Einige Smokings machten den Abendroben der Ladys Konkurrenz. So wie dieses DiorModell von Darren Criss mit Kirschblütenverzierung.

LOOSE FIT Das überlange und locker sitze ende Jackett (Calvin Klein) sieht am slimmen Troye Sivan besonders hot aus. Dazu Cowboy Boots m mit abgesetzter Spitze. We love!

TUXEDO–TRENDS Smoking hot! Spannend, wie diese HollywooddStars bei den Golden Globes den Dresscode „Black Tie“ interpretierten. Zum Nachmachen empfohlen!

Bradley Cooper glänzt im cremeweißen Gucci-Dreiteiler mit schneeweißem Hemd und schwarzen Accessoires genauso wie Freundin Irina Shayk im Versace-Dress.

SAMT Dinner Jackets aus Samt sah man in allen möglichen Varianten mit Muster, Farbe, als Ein- oder Zweireiher. Sacha Baron Cohen wählte diese klassische schwarze VelvetVariante von Brioni.

POWER-PL AYER

40

Er ist der Meister der Transformation. Für seine Rollen hat sich Christian Bale schon oft Gewalt angetan, sich bis auf die Knochen runtergehungert, mächtig zugenommen, hardcore trainiert. Für „Vice“ – Biopic, grelle Polit-Satire und düsteres Drama zugleich – morphte er sich nun in Dick Cheney hinein, der unter George W. Bush Vizepräsident war, wohl der mächtigste und umstrittenste in der US-Geschichte. Bales böseste Rolle bisher? Als er im Januar den Golden Globe für seine Performance in Empfang nahm, dankte er jedenfalls Satan – „für die Inspiration“. ab 21.2. GQ. M ÄR Z 201 9

Fotos: Getty Images (5), ddp

KINO

Christian Bale brilliert in „Vice“ als Ex-Vizepräsident Dick Cheney


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AGENDA T - H A

U

V

S M

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T S

D E

A

S

M O N

H AT-TRICK PRADA

Mütze, 590 €

Eine Mütze, die Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit verbindet. Denn das futuristisch anmutende XXL-Piece aus wattiertem Jacquard interpretiert die traditionelle russische „Uschanka“ ganz neu. Wärmstens behütet trotzen wir so nun der eisigen Februarkälte auf dem Weg ins Büro (und durchmessen dabei in Gedanken die endlosen Weiten der sibirischen Tundra). 42


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D AT I N G

WELCHER TINDER–TYP SIND SIE?

Fotos: Courtesy of Prada, Courtesy of Bilderbuch; Illustrationen: Kagan McLeod

Unsere Sex-Kolumnistin Mimi Erhardt ist beruflich wie privat Expertin für rasiermesserscharfe Männer-Analysen. Nach jahrelangem Studium genügt ihr ein kurzer Blick auf ein Online-Dating-Profil, um sofort zu wissen, mit was für einer Kategorie Mann sie es zu tun hat … Fühlen Sie sich durchschaut?

DER GEHEIMNISVOLLE

DER SERIÖSE

DER UNSICHERE

DER ABENTEUERLUSTIGE

Er gehört zum Attraktivsten, was Tinder zu bieten hat. Dabei muss der Geheimnisvolle nicht mal aussehen wie Tom Hardy oder Elyas M’Barek. Es ist seine Ausstrahlung, die die Miezen ans Gerät bringt: unzähmbar, cool. Sein Style? Unaufgeregt, von lässig-elegant bis zu berlineskem Boheme-Look. Posiert gern mit Models und mit Kippe im Mundwinkel. Hat Tinder mit Spotify und Instagram verknüpft. Seine Bio enthält maximal die Angabe seiner Körpergröße. Verabredet Dates am liebsten spontan auf dem Weg ins „Berghain“. Will eigentlich nur geliebt werden, aber ONS sind auch okay. Oder Sexting.

Er will alles. Also: geliebt werden. Eine Beziehung, Heirat, Kinder. Und hat kein Problem damit, das offen zuzugeben („Ich suche … dich?“). Seine Tinder-Selbstauskunft ist mit Zitaten seiner Idole und drolligen Geständnissen („Ich liebe Toast mit Käse und Erdbeermarmelade“) liebevoll gestaltet. Man erkennt ihn am sympathischen Lachen. Sein Profilbild erinnert an Bewerbungsfotos – nur mit Hund und Norweger-Pulli. Überhaupt gibt es Fotos en masse, damit sich Interessentinnen einen tiefgehenden Einblick verschaffen können. Sein Motto: „Party machen können die anderen, ich bin lieber zu Hause.“ Dates findet er aber super.

Auch bekannt als „Der, der nie gematcht wird“. Dieser Kandidat nimmt Tinder nicht wirklich ernst und verspielt mit seiner Laissezfaire-Attitüde alle Chancen. Seine Selfies sind verwackelt, unschön aus der Froschperspektive geknipst (Doppelkinn-Alarm!) oder von einem Schleier überzogen, der verrät: Das Smartphone dieses Mannes hat eine schmierige Linse. Da er nicht weiß, was er über sich selbst schreiben soll, behilft er sich mit Dad-Jokes oder dem Satz „Alles kann, nichts muss“. Mit Zwinker-Emoji. Dates sind selten, obwohl er im Real Life ein super Typ ist. Braucht dringend ein Coaching.

Dieser Tinder-Typ hat Bock auf Sex. In seiner Bio steht: „Was Festes muss nicht sein.“ Fairer Zug von ihm. Oft kommt er gerade aus einer Beziehung und möchte nun das nachholen, was ihm bislang verwehrt wurde: dreckigen Sex, ohne danach kuscheln oder duschen zu müssen. Ein anderer Vertreter dieses Typs lebt polyamor oder sucht eine zweite Frau für einen Dreier mit der Partnerin (der nie stattfindet, weil SIE eifersüchtig ist). Erkennt man a) an der ehrlichen Bio, b) am Pärchenfoto, c) am Oberkörperfrei-Bild und d) am Zusatz „Tantraerfahren“. Verabredet sich gern zu Sex-Dates, redet dann aber doch lieber.

MUSIK

THE WIEN-MACHINE Warum Bilderbuch (schon wieder) die Band der Stunde sind

Vernissage My Heart ab 22.2.

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Ihr letztes Album kam erst im Dezember raus. Jetzt hauen die freshen Wiener das nächste Meisterwerk raus. „Wir haben einfach so viele gute Songs geschrieben“, sagt Sänger Maurice Ernst. Genau für diese Haltung lieben wir die poetischen Glam-Popper aus Österreich. Endlich mal wieder eine Band, die den Mut zur großen Pose hat, die groß denkt, groß fühlt und dabei auch noch eine echte Hit-Machine ist. Es ist sicher nett gemeint, dass Bilderbuch ständig mit Falco verglichen werden. Haben sie aber längst nicht mehr nötig. 43


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AGENDA GQ HYPEPEDIA

Der Ugly Sneaker, der das Thema Ugly Sneakers beendet – weil mehr Ugly Sneaker einfach nicht geht. Martine Rose deformiert Nikes „Air Mo narch IV“, den Großvater aller Dad-Shoes, zum extrem ausgebeulten Monster, extrachunky und extracool. Der Kultschuh dieses Winters!

MARTINE ROSE F/S 2017

ACHTUNG, SCHUHBOMBE!

Nike x Martine Rose „Air Monarch IV“, 200 €

Auf ihrer Website steht: „Wahrscheinlich die beste Designerin der Welt.“ So völlig daneben ist dieser Satz nicht. Auf jeden Fall gehört Martine Rose zu den aktuell wichtigsten MenswearDesignern überhaupt. 2007 launchte sie ihr eigenes Label. Ihr subversiver Ugly Chic – Oversize-Jacken, extrem weite Hosen, 90erRaver-Style und neu interpretierte Alltagskleidung – war damals visionär, was eben auch heißt: ihrer Zeit noch ziemlich voraus. Dann folgte allerdings eine wirkliche Revolution der Menswear, ausgelöst durch den neuen Mut der Männer zur High Fashion und den ausgeprägten Hang der Instagram-Generation zu edgy Streetwear. Und es zeigte sich, dass Martines frühe Entwürfe tatsächlich ein paar der heißesten Fashion-Trends vorausgesagt hatten. 2016 heuerte Demna Gvasalia sie als Beraterin für sein Balenciaga-Debüt an. Der endgül-

H/W 2014

tige Durchbruch kam mit ihren zwei Kollektionen von 2017 – die eine ein Spiel mit Secondhand-Chic, die andere mit 80er-Power-Suits. Ihre Fashionshows macht die Londonerin mit jamaikanischen Wurzeln am liebsten in Off-Locations in, wie sie sagt, „vergessenen Vierteln“ ihrer Heimatstadt.

Fotos: Courtesy of Martine Rose, Courtesy of Nike, Getty Images

BIKER−CLUB In den USA ist es DER Fitness-Trend: SoulCycle – Indoor-Radfahren in cooler Club-Atmosphäre, oft sogar mit Live-DJ, unverschämt gut aussehenden „Motivators“ und, das passiert in L.A. oder New York gar nicht so selten, einem Victoria’s-Secret-Model oder David Beckham auf dem Bike nebenan. Letzteres ist eher negativ für das eigene Körpergefühl, aber man hat eine tolle Story zu erzählen. Auch in München gibt es endlich ein Gym im SoulCycle-Style: blackBIKE (blackbike.club). Der Anteil an hoch attraktiven, hoch motivierten Menschen ist auch hier beeindruckend. Der Selbsttest ergibt: Es könnte zwar jeder mit eigenem Tempo und Widerstand fahren, aber das kollektive Strampeln zur Musik beflügelt zum Auspowern. Nach einer gefühlten Tour-de-France-Bergetappe ist man zwar völlig k.o., aber doch voller Glückshormone. Wie bei einer echten Clubnacht eben. — Verena Aichinger, GQ Photo Editor 44

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AGENDA

BESSER MIT BITTER

GOODWOOD Zutaten

 50 ml „Johnnie  25 ml „Punt e Mes“  10 ml Honigsirup  10 ml „Suze“ (fran-

zösischer Likör auf Gin-Basis) 5 ml „Amer Picon“

(französischer Bitterorangen-Likör)  3 Spritzer „Fee

Brothers Black Walnut Bitters“

Zubereitung 1 Alle Zutaten in ein vorgekühltes MixingGlas geben und zwei Minuten rühren. 2 Dann in ein kaltes und mit einem großen Stück Eis versehenes Old-Fashioned-Glas gießen. 3 Mit einer Orangenzeste dekorieren.

Dieser Drink ist verwandt mit dem Manhattan und Old Fashioned. Hier kommen aber die derzeit schwer angesagten bitteren Liköre ins Spiel. Im 18. Jahrhundert wurden Bitters u. a. gegen Malaria eingesetzt – der Bartender von heute ist also ein direkter Nachfahre des Drogisten. Einen auf die Gesundheit!

CALIFORNIA ROLLS

Der Sushi-Place to be: „Sugarfish“ in L. A. Das sicherste Zeichen, dass der lange Zeit eher heruntergekommene Stadtteil Hollywood jetzt hip wird (nachdem sich z. B. Netflix hier angesiedelt hat)? Es gibt einen „Sugarfish“! Die junge, stylische Sushi-Kette (zehn Filialen im Großraum L. A., zwei auch in NYC) wird von den Angelenos geliebt wie sonst höchstens noch Yoga, Marihuana oder Gratis-Parken. Wir empfehlen das „Trust Me“-Menü (27 $), vertrauen Sie uns. sugarfishsushi.com 46

TRINKGELD GEBEN IN

LOS ANGELES

Großstadt-Amerikaner müssen beim Ausgehen hochkomplexe Regeln beachten, das gilt fürs Dating wie fürs Tipping. Und beides ist zuletzt nur noch komplizierter geworden. Bleiben wir beim Trinkgeld: Einfach die Mehrwertsteuer zu verdoppeln, wie es noch oft empfohlen wird, kommt im Restaurant so rüber, als ob Sie jemandem bei eBay nur vier statt fünf Sterne geben. Es lässt den Empfänger mit dem Gefühl zurück, dass etwas schiefgelaufen ist. In L. A. gehört das Mitgefühl gegenüber Schlechterverdienenden zum liberalen Selbstverständnis, daher ist man hier großzügig. Wer halbwegs zufrieden ist, gibt mindestens (!) 20 Prozent auf die Gesamtsumme inkl. Steuern. Neuerdings ist in vielen Läden bereits eine Servicegebühr in die Rechnung integriert. Einfacher wird es dadurch nicht, vor allem wenn man sich schon die Sehschärfe fürs Kleingedruckte weggetrunken hat. Ist es eine Mindestsumme, die ein individuelles Upgrade erwartet, oder ein All-inclusive-Preis? Am besten fragen Sie nett nach. Beim neuen Sushi-Hotspot „Sugarfish“ (l.) käme – wie in Japan – ein Trinkgeld on top einer Beleidigung nahe. Im Coffeeshop ist es nicht einfacher: Bestellen Sie an einer Kasse, reichen 15 Prozent – es sei denn, es gibt diese Tablets, auf denen man nur runde Tipp-Summen wie 1, 2 oder 5 Dollar anklicken kann. („No Tip“ drücken Sie bitte nicht, niemals.) Ein ähnliches System hat sich auf den hippen Wochenmärkten eingeschlichen. Wer nicht bar zahlt, fühlt sich nun moralisch verpflichtet, auch den Möhren ein Trinkgeld zu geben. —Esma Annemon Dil, GQ-Autorin

Fotos: Matthias Weingärtner, Courtesy of Sugarfish, Illustration: Timothy Durand

Walker Gold Label“


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AGENDA

HOUELLEBECQ TO THE FUTURE

Der Franzose ist der letzte große Rebell der Literatur und ein Visionär Serotonin ist ein Hormon, das großen Einfluss auf das Seelenleben hat – und genau das ist bei Florent-Claude gewaltig aus den Fugen. Also muss ein Antidepressivum her. Die Nebenwirkungen: Potenzprobleme, Libidoverlust und Übelkeit. „Unter Übelkeit habe ich nie gelitten“, bekennt Florent-Claude gleich zu Beginn, um dann im weiteren Verlauf Abschied zu nehmen, von den Frauen, vom Sex, vom Glück … Zugegeben: Das klingt irre deprimierend, aber weil es ein Roman von Michel Houellebecq ist, ist es zugleich irre lustig. Wie alle Houellebecq-Helden sucht auch Florent-Claude nach Liebe und Sinn – und scheitert. Doch Houellebecq erkennt in der Tragik auch immer Komik. Und er macht seine Protagonisten nie runter, lässt ihnen ihre Würde. Houellebecq spielt den Zyniker nur, in Wahrheit ist er ein großer Humanist. Und keineswegs, wie oft behauptet wird, frauenfeindlich. Auch in „Serotonin“ gibt es wieder großartige Frauenfiguren. —Oliver Fuchs, GQ-Textchef

SEIN IMAGE Er ist ein Skandalautor, ein Rockstar-Literat: Jeder seiner Romane löste hitzige Debatten aus. Ihn kümmert das wenig, er raucht stoisch Kette in abgedunkelten Hotelzimmern. Seine Werke handeln meist von traurigen, verzweifelten Männern – und genauso inszeniert er sich selbst (aber mit einem ironischen Twist).

SEIN STYLE Houellebecq ist ein AntiDandy. Sein Look: abgerissen, runtergerockt. Die Haare wirr, fahle Haut, Augenringe … Mal trägt er Multifunktionsweste über freiem Oberkörper, mal erscheint er im Armee-Parka zu einem Interview – bei 35 Grad. Aber er tut das aus Style-Gründen, man merkt, wie viel Mühe er sich gegeben hat, total daneben auszusehen. 48

SEIN WERK Houellebecq schafft es immer wieder, die Krisen der nahen Zukunft zu prophezeien: Vor 21 Jahren war „Elementarteilchen“ der ultimative Abgesang auf die Familie als soziale Einheit. Mit „Plattform“ (2001) prophezeite er neue Formen des Terrors, und am Erstverkaufstag seines IslamRomans „Unterwerfung“ ermordeten islamistische Terroristen in Paris Mitarbeiter des Satire-Magazins „Charlie Hebdo“.

SEIN PRIVATLEBEN Dass er 2018 heimlich zum dritten Mal heiratete – die aus Shanghai stammende Lysis Titi (siehe Foto) –, wissen wir, weil seine Freundin Carla BruniSarkozy die News auf Instagram „leakte“. Trauzeuge war Skandalautoren-Kollege Frédéric Beigbeder.

Michel Houellebecq „Serotonin“, Dumont, 24 €

NAMASTE, DEMNA! Ein Balenciaga-Shirt, so hot wie Bikram-Yoga Aus trivialen Dingen etwas Magisches schaffen – das ist das Genie von Designer Demna Gvasalia. Hier nimmt er ein Kurzarmhemd und ziemlich austauschbare Stockfotos von Menschen im Fitness- oder Yoga-Studio, die als schwarz-weiße Collage im All-over-Print plötzlich eine ungeheure Energie entwickeln. Göttlich! Shirt aus der Frühjahr/Sommer-Kollektion 2019, die in Paris gezeigt wurde

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AUSST E LLUN G

BIG IN JAPAN Verrat! Intrigen! Exzessive Gewalt! Die Samurai genannten Krieger im präindustriellen Japan waren einzig ihrem Lehnsherrn und ihrem ritterlichen Ehrenkodex verpflichtet. Und, das zeigt die Münchner Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung mit ihrer spektakulären Schau ausgewählter Rüstungen: Die Samurai hatten verdammt guten Geschmack. Jeder einzelne Schutzpanzer, der hier besichtigt werden kann, ist ein eindrucksvolles Designobjekt. Samurai. Pracht des japanischen Rittertums, Kunsthalle München, bis 30. Juni

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ZEITDERRACHE »TANNENSTEIN ist kein moralisches Buch, aber eins über Moral. Vor allem aber ist es das Buch, das ich dringender schreiben wollte als alle anderen.« Autor und Journalist Linus Geschke 384 Seiten € 15,90 Auch als eBook ռJetzt reinlesen: www.dtv.de

Tannenstein ist ein ebenso unscheinbares wie unspektakuläres Dorf nahe der tschechischen Grenze, in dem schmutziges Weiß und fahles Grau den Ton angeben. Doch über Nacht gerät es in den Fokus der Öffentlichkeit, als ein Unbekannter, den man »den Wanderer« nennt, in der einzigen Kneipe des Orts ein Blutbad anrichtet. Nur der Wirt wird verschont. Sein Überleben ist so rätselhaft wie der Killer selbst, von dem es keine Fotos und keine DNA-Spuren gibt, obwohl er sich ein ganzes Jahr in Tannenstein aufgehalten hat. Wie ein Schatten zieht er durch die Republik – und mordet.

Sämtliche Ermittlungen verlaufen im Sande. Bis sich Alexander Born, ein kriminell gewordener Ex-Polizist, an die Fersen des mysteriösen Unbekannten heftet. Sein Motiv scheint dabei zunächst ganz klar zu sein: Rache. Denn Born hat noch eine Rechnung mit »dem Wanderer« offen. Aber je mehr er recherchiert, desto mehr gerät er nicht nur in einen tiefen Sumpf des Verbrechens, sondern auch zwischen Fronten, deren Ränder sich zusehends verwischen. Wer ist gut? Wer böse? Und welche Handlungen sind moralisch noch vertretbar, bevor die Guten zu den Bösen werden?

© Foto: Heike Bogenberger

ACTION UND PSYCHO-THRILL MIT EINEM TÄTER, DER AUS DEM NICHTS KOMMT. WIE EIN SCHATTEN.

L I N U S G E S C H K E arbeitet als freier Journalist für ›Spiegel Online‹, das ›Manager Magazin‹ und die ›Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung‹. Für seine Reisereportagen hat er mehrere Journalistenpreise gewonnen. Erleben Sie den Autor live: Termine unter www.dtv.de


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AGENDA

LEXIKON

Sie brauchen noch ein Geschenk zum Valentinstag? Wie wär’s mit einem eleganten Überschalljet? Okay, vorerst muss ein Gutschein reichen, denn der unfassbar stylische AS2 ist noch nicht zu erwerben, erst einmal steht demnächst der erste Testflug an. Das Flugzeug – eine Koop von Airbus und dem amerikanischen Start-up Aerion – hat Platz für acht bis zwölf Passagiere und überquert den Atlantik (mit Mach1,4-Speed) in sehr angenehmen drei Stunden. Da denken wir natürlich gleich an die selige Concorde – nach deren Ende 2003 die zivile Überschallfliegerei zum Erliegen kam. Doch nun schrauben fast alle großen Luftfahrt-Player, auch Boeing, Lockheed Martin und die NASA, an potenziellen NachfolgerModellen. Überschallgeschwindigkeits-Tourismus is back with a bang!

Der AS2 wird rund 120 Millionen Euro kosten

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Agender Jemand, der keine Geschlechtsidentität empfindet. Ally Ein heterosexueller Cisgender (s.u.), der die LGBTQCommunity unterstützt und für ihre Rechte eintritt. Bi-curious Menschen, die offen für Sex mit einer Person sind, zu deren Geschlecht sie sich grundsätzlich nicht hingezogen fühlen, die sich also nicht als bisexuell identifizieren. Cisgender So werden Menschen bezeichnet, die sich mit dem Geschlecht, das ihnen bei ihrer Geburt zugeordnet wurde, identifizieren. Sie fühlen sich als Mann, und auf Ihrer Geburtsurkunde ist männlich angekreuzt? Dann sind Sie ein Cis-Mann. Deadnaming Wenn Sie eine Transgender-Person mit ihrem Geburtsnamen anstelle des von ihr gewählten Namens ansprechen. Genderfluid Dies bezeichnet Personen, die verschiedene Geschlechtsidentitäten empfinden. Ob die Identität nur zwischen männlich und weiblich oder zusätzlich zwischen androgyn (Mischung aus Frau und Mann) und/ oder einer neutralen Identität schwankt, ist dabei individuell unterschiedlich. Gender nonconforming So bezeichnet man Menschen, die sich nicht an die gesellschaftlichen Erwartungen an ihr Geschlecht halten, etwa in Bezug auf Erscheinungsbild oder Verhalten.

Heteronormativität Die Weltanschauung, die davon ausgeht, dass es nur zwei biologisch festgelegte Geschlechter (Frau/Mann) gibt, und die nur die heterosexuelle Orientierung akzeptiert. Misgendering Mit jemandem oder über jemanden sprechen und dabei Pronomen oder Geschlechtszuschreibungen benutzen, die nicht mit der Geschlechtsidentität dieser Person übereinstimmen. Kann einmal aus Versehen oder Unwissen passieren, danach ist es schlichtweg respektlos. Nonbinary (auch genderqueer genannt) So bezeichnen sich Menschen, die zwar eine Geschlechtsidentität empfinden (also nicht agender sind), die jedoch nicht in das binäre Geschlechtermodell passt. Othering Die verbale Distanzierung von Gruppen, denen man selbst nicht angehört, um seine eigene „Normalität“ zu betonen. Queer Einst ein abwertender Begriff für Homosexuelle (queer = schräg, wunderlich), der seit den 80ern von der Community zurückerobert wurde und nun selbstbewusst verwendet wird: als Sammelbegriff für alle, die von der Heteronormativität abweichen. Questioning Beschreibt eine Person, die sich ihrer Geschlechtsidentität oder sexuellen Orientierung noch nicht sicher sind. GQ. M ÄR Z 201 9

Fotos: Courtesy of Aerion Supersonic

Ü B E R S C H A L LKNALLER

Schon wieder gedeadnamed oder misgendert? Das muss nicht sein! Diese Begriffe der Lesbian-Gay-BiTransgender-Queer-Community sollte jeder kennen


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IT’S ALL ABOUT LOVE VON MIMI ERHARDT

Sie hassen Ihre Glatze oder Ihren Bauch? Irgendjemand steht total drauf! Bei Tinder gibt es diesen Mann. Also DIESEN Mann. Ich finde ihn so schön, dass ich heulen könnte, wenn ich ihn nach meinen Dating-App-Pausen wieder auf meinem Smartphone erspähe. Sein Haar ist dunkel und von herausragender Struktur, seine Nase ist pfeilgerade, der Fünftagebart und die Tätowierungen sind lässig, und mit Zigarette im Mundwinkel sieht er zum Niederknien aus. Statt eines Sixpacks hat er einen Dad-Bod – für mich neben seinem Instagram-Profil und seinen Spotify-Favoriten ein weiterer Pluspunkt. Apropos: Sein Style liegt irgendwo zwischen Deutschrapper und Herrn von Welt, und wenn ich weiter aufzähle, was ich an ihm mag, sitze ich morgen noch hier. All dies teilte ich jüngst meiner Freundin Melanie mit. „Den will ich sehen“, sagte die. Ich ging auf Instagram und zeigte ihr den Feed des Fremden. Ihre Reaktion fiel anders aus, als erwartet: „Was is’n das für’n Lurch?“ Der Typ, dessen bloßer Anblick mir nach einem von Liebeskummer verhagelten 2018 Hoffnung macht, dass es da draußen doch noch gute Jungs gibt, ist für Melanie der Anti-Mann schlechthin. „Zu viel Haar, zu viel 52

Mimi Erhardt ist Sex-Bloggerin und Autorin des Buches „Erlebnispornographie“

Bart, zu chubby. Und dieses Outfit! Hat er den Kleiderschrank seines 14-jährigen Neffen geplündert?“ In dieser Kolumne möchte ich mich deshalb folgenden Fragen widmen, die Sie vielleicht gerade umtreiben: Warum gefalle ich der schönen Blondine einfach nicht, egal wie selbstbewusst und cool ich wirke? Warum leckt sich stattdessen ihre brünette Freundin alle zehn Finger nach mir? Und warum zieht mich die Zurückweisung der einen so runter? Die Antwort auf letztere Frage lautet: Weil wir alle eitel und gleichzeitig unsicher sind. Also fragen wir uns: War ich der blonden Dame nicht groß, nicht attraktiv genug? Steht sie nicht auf edgy Typen mit Brille? War man ihr zu weich, zu lockenköpfig, zu schlaksig? Alles Quatsch. Hier und heute möchte ich Ihnen zurufen: Das, was Sie als Makel an sich empfinden, findet ein anderer mega-heiß. Wissen Sie, ich kenne das Problem wirklich gut. Ich bin curvy, nicht groß gewachsen, habe Sommersprossen und bin bis an die Zähne tätowiert. Meine Ex-Freunde liebten genau das an mir. Ob Sie nun sehr drahtig sind oder mit love handles gesegnet (sorry, ich steh drauf!). Ob Sie von baumhoher Statur sind oder eher nur so mittelgroß gewachsen. Ob Ihr Bartwuchs prächtig oder sparsam ist. Ob Sie schnell an Muskelmasse zulegen oder eher ein Spargeltarzan sind. Ob Ihr Style etwas konservativ ist oder Ihre exzentrischen Outfits die Welt in Staunen versetzen. Und, last but not least: Ob Ihr Penis nun die Ausmaße eines trainierten Unterarms vorweisen kann oder nur ein zartes Pflänzchen ist – machen Sie sich bloß nicht verrückt! Sie sind perfekt, wie Sie sind. Sie selbst sind vielleicht kein Fan Ihrer Glatze. Doch für Menschen, die geshavte Charakterschädel lieben, ist es genau DAS, was sie durchdrehen lässt. Auch wenn Sie einer bestimmten Person nicht gefallen, mindestens einer anderen aber dafür umso mehr! Nehmen Sie bitte dieses kleine Empowerment in Sachen Body-Positivity mit hinaus in die kalte, graue Welt und bewahren Sie meine Message ganz nah bei Ihrem Herzen auf: Alles wird gut, nicht jeder muss uns heiß finden, und auf jeden Topf passt ein Deckel. Was mit dem Mann ist, von dem ich zu Beginn sprach? Der hat mich bis heute nicht gematcht und steht vermutlich einfach nicht auf mich. Nicht schlimm. Im besten Fall konnte ich mit diesem Text den einen oder anderen unsicheren Mann dazu ermutigen, selbstbewusster in die Dating-Welt hinauszumarschieren. Und wer weiß, vielleicht matchen ja ausgerechnet wir! GQ. M ÄR Z 201 9

Foto: Action Press; Illustration: Jan Steins

SEX & DATING


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NEW FASHION, NEW ENERGY TEXT

M A R C O N I KO L A J R E C H E N B E R G & CHRISTOPH EISENSCHINK

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Courtesy of Philipp Plein

FASHION WEEK


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Die Fashion Weeks in Mailand und Paris zeigten vor allem: Fun rules! Die Designer sprühen gerade vor Selbstbewusstsein, jede Kollektion erzählt eine ganz eigene Story – und meist ist sie laut und bunt GQ. M ÄR Z 201 9

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W

Wir wissen, was wir nächsten Winter tragen werden! Gerade haben die Designer in Mailand und Paris die Männermode der näheren Zukunft gezeigt. Mindestens sechs Monate Arbeit sind in ein paar Minuten Show kulminiert. Wenn die Lichter kurz ausgehen und der Beat einsetzt: Das ist der Moment, in dem aus Mode-Design Fashion wird! Und eine Magie entfaltet, die uns für Monate, wenn nicht Jahre begleiten wird. Mailand und Paris sind die zwei großen Fixpunkte der Modewelt, hier wird gefeiert, hier inspirieren sich die Fashionisti gegenseitig. Selten war die Stimmung so ausgelassen wie dieses Mal: Die Mode hat zur Mode zurückgefunden! Nach vielen Saisons, in denen der Fokus eher auf Konzept und Statement lag, geht es wieder um Spaß, lust for life!

Finale bei Fendi

FASHION WEEK

R U N WAY AC TI O N ! The Killers bei Philipp Plein

Pradas spektakuläres Set

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Marc Goehring, 032c

Luke Day, GQ UK

Fotos: Courtesy of Fendi, Courtesy of Philipp Plein, Courtesy of Prada, Vincenzo Grillo/ Imaxtree.com, Szymon Brzoska/ Imaxtree.com, Marco Nikolaj Rechenberg, Manuela Hainz, Michele Cantarelli

Simone Marchetti, Vanity Fair Italien

STR E ET ST Y LE S Dave Waldorf

G Q AT WO R K Miuccia Prada, Marco Nikolaj Rechenberg

Marco Nikolaj Rechenberg (Stellv. Chefredakteur GQ) Giorgio Armani, Tom Junkersdorf (Chefredakteur GQ)

Marco Nikolaj Rechenberg, Tobias Frericks

Manuela Hainz (Stv. Fashion Director), Tom Junkersdorf

Tobias Frericks (Fashion Director GQ)

Paris und Mailand: Aufregende Tage für unser Fashion-Team! Es geht los um 8 Uhr und hört erst weit nach Mitternacht auf, dazwischen: Runway-Shows und Re-Sees der Kollektionen im Showroom, Backstage-Treffen mit den Designern. Immer wieder mit dem Auto quer durch die Stadt, von Location zu Location. Pausen? Vielleicht mal sieben Minuten im Hotel zum Outfit-Wechsel. It’s the Fashion Life! 57


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FASHION WEEK / PARIS

LOUIS VUITTON

Virgil Abloh huldigt Michael Jackson. Die Einladungen waren bestickte Handschuhe, das Set war dem „Billie Jean“-Video nachempfunden. Was auf dem Laufsteg passierte (sehr cool die Lagen-Looks und Puffer Jackets mit Logo-Quilting), verfolgten Promis wie Frank Ocean, Timothée Chalamet und Naomi Campbell.

S PA N N E N D E D ETA I L S

Spektakulärer Abschluss in Paris! Hedi Slimane zeigte am Place de la Concorde seine erste Menswear-only-Show. Neben den Slimane-typischen Slim-Fit-Silhouetten gab es auch eine gute Portion New-WaveChick zu sehen. Bedeutet: verkürzte Bundfaltenhosen mit hoher Taille, schmale Krawatten und Sonnenbrillen und die wohl besten Mäntel der Saison!

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Comeb back: die Superp Slim-Tie

Flashy: bunte Spiegelgläser p g g

Iconic: die Saddle Bag als Sportvariante


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HERMÈS

In einer Lagerhalle des Mobilier national – einer Einrichtung, die unter anderem den ÉlyséePalast mit Mobiliar versorgt – zeigte Véronique Nichanian ihre Show. Die Standout-Pieces der Kollektion waren allesamt aus Leder: Vom dunkelbraunen Shearling-Mantel über den roten Trenchcoat bis zu den Hosen im CroppedLook, die den Blick auf sehr gute Chelsea Boots lenkten.

DIOR MEN

Fotos: Filippo Fior/vogue.com, Alessandro Lucioni/Vogue.com

Kim Jones ließ für die Show eine fast 3 000 Quadratmeter große Box errichten. Drinnen ein Fließband, auf dem die Models regungslos an den Zuschauern vorbeifuhren. Fast meditativ war die Atmosphäre, wären die Looks nicht so aufregend gewesen: viel Utility, starkes Tailoring (mit glänzenden Schärpen) und Animal-Prints.

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FASHION WEEK / MAILAND

PRADA

Im Deposito, einer monumentalen Halle in der Fondazione Prada, war eine Kollektion von irrer Eleganz zu sehen – inspiriert von „trashy horror movies“, wie Signora Prada uns backstage verriet. Dazu passte der Soundtrack: der Titelsong von „The Addams Family“ und „Tainted Love“ von Marilyn Manson. Beängstigend gut!

BILLIONAIRE

Fotos: Alessandro Lucioni/Vogue.com, Courtesy of Billionaire, Courtesy of Fendi, Courtesy of Emporio Armani

Eine Runde Schnee-Polo eröffnete die Show des Philipp-Plein-Labels im Innenhof des Palazzo del Senato. Was dann kam, ließ den Frost vergessen und machte dem Markennamen alle Ehre: seidige Pelze und Power-Tailoring aus Krokoleder.

VERSA

Positive E Energie pur! Vom Soundtrack – ein Techno-Remix aus RuPau uls Hit „Supermodel“ und Klassik wie Georges Bizets Ariie „Habanera“ – bis zur Mode: Mini-Taschen (siehe rechte Seite), Streetwear mit weiß-blauem Ford-Logo und Shirts mitt Harness-Prints und Items aus Leder, die Reminiszenzen an n Giannis Bondage-Kollektion von 1992 weckten. 60

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S PA N N E N D E D E TA I L S D

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New Romance: Choker mit Herz und Schrauben N

Der Auftritt von The Killers versetzte das Publikum, darunter Paris Hilton, schon vor der Show in beste Party-Stimmung. Ansonsten keine Gimmicks: Plein ließ im barocken Palazzo Clerici die Mode sprechen. Besonders schön: die PiuminiMäntel und die Pieces mit „Scarface“-Print!

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PHILIPP PLEIN

Animalisch: Fellstiefel in Yeti-Optik I

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Instant Classic: Mini-Koffer mit All-over-Logo

Top-Trend: genderfluide Taschen

DOLCE & GABBANA

128 Looks! Mit ihrer Mega-Show „Fatto a mano“ feierten Domenico Dolce und Stefano Gabbana die italienische Schneiderkunst. Das Set, ein Atelier mit Schneidern at work, setzte ein Ausrufezeichen hinter das Motto. Cool oldschool: ein Moderator im Smoking erklärte zum Sound von New-Orleans-Jazz die Designs. 61


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FASHION WEEK / MAILAND

RALPH LAUREN

Definitiv eines der schönsten Venues: der Palazzo Ralph Lauren. In dem luxuriösen Private-Members-Club warteten nicht nur Unmengen von Rosen und Kellner in weißen Dinner Jackets, sondern vor allem eine starke Kollektion. Creative Director John Wrazej ging in die Archive und besann sich auf das Reiter-Erbe des Labels.

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Statement: Oversize-Brillen mit geradem Steg

Edgy: Loafers mit Leo-Fell und Piercings

Fake Layering: Hosen mit doppeltem Bund

Eccentric: Artdéco-Broschen auf Derbys

MARNI

EMPORIO ARMANI

Der Maestro zeigte im eigenen Teatro Armani. Unglaaubliche 140 Looks umfasste die vorletzte Show der Fash hion Week. Am schönsten: die All-White-Looks, die an sttylische Ski-Outfits erinnerten, und die Jäger- und Samm mlerOutfits mit sehr viel Pelz – täuschend echt, aber defin nitiv im guten Sinne fake. 62

Aus den Boxen in den schwa rzen Wä nden dröhnte ein basslastiger Remix von Debussys „Prélude à l’après-midi d’un faune“. Die Fashion war weniger düster, aber ähnlich animalisch: ein fantastischer Mix aus lauten und teilweise psychedelischen Prints und Mustern in Oversize-Tailoring.

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Fotos: Alessandro Viero/Vogue.com, Filippo Fior/Vogue.com, Courtesy of Polo Ralph Lauren, Courtesy of Fendi, Courtesy of Philipp Plein, Marco Nikolaj Rechenberg

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FENDI

Große Aufregung schon vor der Show: eine Horde kreischender Fans vorm Venue! Das Mysterium klärte sich auf, als der chinesische Rapper Jackson Wang später seinen Hit „Fendiman“ performte. Der wichtigste Mann war aber doch ein anderer: Karl Lagerfeld, der Silvia Fendi nicht nur als Inspiration diente, sondern auch einige Designs beisteuerte.

DSQUARED2

Kein Seating, kein First-Row-Drama! Stattdessen versammelte sich das Publikum direkt um den Laufsteg. Angetrieben von 80er-Pop (viel Madonna!) und der flashy Fashion von Dean und Dan Caten – Snowboarder-Style meets Grunge & Glamour – herrschte beste Partystimmung.

GROSSE PREMIERE AM 9. FEBRUAR

Comfort class SUV.

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KUNST 2

ART DEPARTMENT VON ROBERT GRUNENBERG

Wie Blockchain jetzt den Kunstmarkt aufmischt Sie würden gern einen Rembrandt oder Picasso besitzen? Dies ist jetzt für jedermann, der am Kunstmarkt mitmischen möchte, möglich. Ähnlich wie bei einer Aktie, mit der man sich Anteile an einem Unternehmen sichert, kann man künftig Anteile an einem Meisterwerk erwerben. Das funktioniert ganz unkompliziert und sicher über Blockchain, die Datenbank-Technologie, die unter anderem hinter der Kryptowährung Bitcoin steht. Maecenas (maecenas.co) ist die erste Kunst-Plattform der Welt, die sich der Blockchain bedient, und eine Art dezentralisierte Online-Galerie mit dem ehrgeizigen Ziel, den Kunstmarkt zu demokratisieren. Das bri3 tische Fin-Tech-Start-up betreibt eine Website, über die Privatkunden, Museen oder Investoren Anteile von berühmten Kunstwerken – ähnlich wie bei eBay – über offene Auktionen kaufen können. Mithilfe eines Netzwerks aus Banken, Versicherungen, Sammlern und Kunsthistorikern konvertiert Maecenas hochpreisige Kunstwerke in kleine digitalisierte Pakete, die zu einem Bruchteil des Gesamtwertes gekauft und verkauft werden können. Kunstwerke zu er- und versteigern war bislang nur Insidern möglich gewesen, die das nötige Geld 64

und den Zugang zur Welt der Auktionshäuser hatten. Wird ein David Hockney wie kürzlich für über 90 Millionen Dollar unter den Hammer gebracht, dann erhält das zuständige Auktionshaus exorbitante Prämien von bis zu 30  Prozent des Verkaufspreises. Die Monopolstellung von Christie’s, Sotheby ’s und einf lussreicher Händler hat den Kunsthandel von den Investitionsmöglichkeiten moderner Märkte isoliert. Bislang hatten sie den alleinigen Zugriff auf Kunstwerke – Wertanlagen vermögender Familien und Sammler – im Wert von rund drei Billionen Dollar, von denen jährlich bis zu 65 Milliarden auf dem internationalen Markt über Auktionshäuser und Galerien gehandelt werden und prächtige Renditen erzielen. Den Kuchen möchte die virtuelle Galerie von Maecenas nun mit jungen Investoren teilen, die sich als First-Mover auf dem neuen Art-Tech-Markt austoben können, ohne ein Vermögen investieren zu müssen. Maecenas kann die Anteile an Werken weit unter dem Marktpreis handeln, weil sie lediglich Prämien zwischen zwei und sechs Prozent erhebt. Geht das Konzept auf, bedeutet das mehr Transparenz und Liquidität für den 65-Milliarden-Dollar-Markt. Und: Klassische Auktionshäuser verlieren ihre privilegierte Marktmacht als Zwischenhändler. Maecenas kann das Spektakel einer Live-Auktion nicht ersetzen, aber wird trotzdem den Markt revolutionieren.

Der Berliner Autor und Galerist schreibt über aktuelle Trends auf dem globalen Kunstmarkt. Instagram: @robertgrunenberg

1 Maecenas Warhols „14 Small Electric Chairs“, das über die Blockchain-Gallery versteigert wurde + AKTUELLE AUSSTELLUNGSHIGHLIGHTS: 2 Tizian Die größte Werkschau des Renaissancemeisters, die es je in Deutschland gegeben hat. Frankfurt, Städel Museum, 13.2. bis 26.5. 3 Hockney & Van Gogh Die Doppel-Ausstellung nimmt die Faszination der beiden Maler für die Natur in den Fokus. Amsterdam, Van Gogh Museum, 1.3.-26.5. GQ. M ÄR Z 201 9

Fotos: Getty Images, Courtesy of Städel Museum Frankfurt, Courtesy of Van Gogh Museum Amsterdam, Illustration: Jan Steins

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MEDIEN US-Politikerin Alexandria Ocasio-Cortez (r.) ließ an ihrem ersten Tag im Abgeordnetenhaus ihr iPhone (mit Smart Battery Case) glühen und machte Selfies mit Kollegen – hier Sheila Jackson Lee

VON BÉLA ANDA

#NOWTRENDING Viele Politiker hoffen, dass sie ohne Twitter und Instagram auskommen – dabei geht die Ära der Politik per Social Media erst richtig los

Wochenlang lag die wichtigste Analyse des jüngsten vergurkten Bundestagswahlkampfs unbeachtet auf dem Tisch von SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil. Dann schaute er doch hinein – und erstarrte. Hart und kenntnisreich listete darin die Autorin, eine absolute SocialMedia-Expertin, die Defizite des letzten SPD-Wahlkampfs auf: kein eigener Sprachstil, keine Strategie, mangelhafte Themensetzung. Zumindest der Titel war zukunftsweisend: „Am Beispiel Schulz: Warum der nächste Kanzlerkandidat dringend eine gute Plattformstrategie braucht“. Die Kernthese: Noch immer werde die Macht von Social Media, Micro-Targeting und Big Data von deutschen Parteien massiv unterschätzt. Klar, in den 18 Monaten seit dem Schulz-Desaster ist viel passiert, und die durchdringende Macht von Social Media erschließt sich nun nahezu jedem Politiker, der sich in den Netzwerken bewegt. Parteien, Ministerien, auch Verbände rüsten technisch und inhaltlich auf und suchen dazu offensiv eigene Mitarbeiter – ob FDP oder AfD, Bundespresseamt oder Andi Scheuers Verkehrsministerium. Dazu kommt die Arbeit ungezählter Agenturen, darunter Heimat Berlin, Hirschen Group und Serviceplan, die aus Berlin heraus Social-Media-Expertise oder das, was sie dafür ausgeben, verbreiten. 66

Die Folge ist ein im Niveau nach unten offener Erregungszirkus. Dort, ganz unten, sah „Der Spiegel“ Deutschlands Politik schon im Wahljahr 2017 angekommen. „Wirklichkeit“, urteilten die Magazinmacher, werde durch die Politisierung von Facebook, Twitter und Instagram „zu einem schnelllebigen, zersplitterten Konzept“. Inhaltlich bleibe nur noch ein „Trümmerfeld“. Auf dem tanzt fröhlich Twitter-Präsident Donald J. Trump. Warum er ein Fan sozialer Netzwerke ist, schrieb der US-Präsident am 16. Juni 2017 um 8.23 Uhr Ortszeit in grober Offenheit: „Die Lügenpresse hasst es, wenn ich meine sehr mächtigen sozialen Medien nutze – mehr als 100 Millionen Menschen! Ich kann sie umgehen.“ Dies, das Umgehen etablierter Journalisten in ihrer Funktion als Wächter der Wahrheit, war tatsächlich die Sorge zahlreicher BerlinKorrespondenten, als das Bundespresseamt vor vier Jahren begann, die sozialen Netzwerke für die Politik der Bundesregierung zu nutzen. Tempi passati. Mittlerweile bilden twitternde Politiker und ihr engeres Umfeld gemeinsam mit Journalisten und Lobbyisten eine selbstreferenzielle Blase, die in dauerhaftem Erregungszustand 24/7 um sich selbst kreist. Der Rest guckt zu, weg oder verlässt die sozialen Netzwerke wie zuletzt Robert Habeck. Der Bundesvorsitzende der

Nach zwei TwitterFauxpas meldete sich Grünen-Chef Robert Habeck von seinen Social-Media-Kanälen ab – als Grund gab er die Hetz-Kultur der sozialen Netzwerke an

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Fotos: Getty, VISUM; Illustration: Jan Steins

ANDAS AGENDA


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Grünen hatte in kurzen Abständen per Twitter-Botschaft zwei fatale Fehler begangen und den Bewohnern Bayerns und Thüringens grundsätzlich ihre demokratische Orientierung abgesprochen. Seinen Twitter-Ausstieg nach diesen katastrophalen Fauxpas verkaufte Habeck als grundsätzliche Abkehr von der Hetz- und Negativkultur in den sozialen Netzwerken. Die Überhöhung half ihm in der Öffentlichkeit. Unter seinen Parteifreunden jedoch festigte sich der Eindruck, Habeck sei bei aller Schwiegersohn-Popularität ein dampfplaudernder Leichtfuß, der den Härten des Berliner Politbetriebs nicht gewachsen ist. Für Habecks Vorgänger, Ex-Grünen-Chef Cem Özdemir indes wurde der Second Screen, also seine Präsenz auf Social-Media-Kanälen, nach dem Verlust seines Spitzenamtes zum Second Life: Mehr als 130 000 Menschen folgen Özdemir auf Twitter und schaffen ihm so eine einflussreiche Plattform weit über seine Position des Ex-Parteichefs hinaus. Dabei beherzigt Özdemir eine alte Regel für Spitzenpolitiker: „Alles, was wir machen, ist politisch.“ Ein Selfie mit Liverpool-Trainer Jürgen Klopp? Klar, aber nur mit Brexit-Botschaft: Wir sorgen uns um das Vereinigte Königreich! Selbst wenn Özdemir wie zur Jahreswende im roten Indio-Poncho auf dem Pferderücken die Anden überquert, hat er dabei eine Message: Ich bin unabhängig, habe mein neues Leben gefunden – und genieße es. Andere Politiker, die es sehr gut verstehen, Social Media zur Stärkung ihrer Agenda zu nutzen, sind die Staatsministerin für Digitalisierung im Kanzleramt, Dorothee Bär, und FDP-Chef Christian Lindner. Allein der Tweet, den Lindner nach dem Verhandlungsabbruch zur Jamaika-Koalition absetzte, brachte in den darauffolgenden Stunden nahezu 11 000 Retweets, Kommentare, Likes und schuf ihm – zusätzlich zu den vielen Auftritten in klassischen Medien – einen eigenen sich multiplizierenden Kanal. Trotz Umfrage-Dauertief hat auch die SPD echte Social-Media-Stars: Juso-Chef Kevin Kühnert hat sich durch seinen meisterhaften Umgang mit seinen 85 000 Twitter-Followern zumindest gefühlt auf Ebene des nächsten (oder übernächsten) SPD-Parteichefs gebracht. Den Massenrekord für twitternde Abgeordnete hält übrigens Johannes Kahrs, ebenfalls SPD. Er, der traditionell den Twitter-Tag mit „Moin“ beginnt, setzte für seine rund 20 000 Follower 2018 insgesamt 28 065 Tweets ab – im Durchschnitt 76 pro Tag! Wie Kahrs bearbeiten die meisten Berliner Politiker ihre Accounts selbstständig oder werden unterstützt von nur ein oder zwei Mitarbeitern ihres Büros. Das erhöht die Authentizität der gesendeten Botschaften, limitiert jedoch auch viele in Sachen Durchschlagskraft. Denn: Wer gut sein will, braucht Personal! Rund 25 Mitarbeiter benötigt, wer etwa im Wahlkampf eine technisch perfekte Social-MediaKampagne umsetzen will, darunter Redakteure, die täglich von 7 bis 23 Uhr verschiedene Kanäle betreuen, Producer, Community-Redakteure, mitreisende Social-Redakteure, Influencer-Betreuer, Grafiker und Data Scientists. Auch kommende Innovationen müssen im Blick behalten und bei Bedarf integriert werGQ. M ÄR Z 201 9

Gerade in Präsidialdemokratien wie in den USA sind Tweets ein unfassbar mächtiges Instrument, weil sie mal eben in 280 Zeichen radikale Politik− wechsel verkünden können den, darunter Chatbots, die Ausweitung künstlicher Intelligenz auf soziale Netzwerke und verstärktes Machine Learning. Noch wichtiger als Man- und Womanpower ist das Verständnis der Besonderheiten von Social Media im Politikalltag. Immer noch posten viele Politiker ihre Erlebnisse im Dreisatzstil: „War da und da zu Besuch. Tolle Gespräche. Glück auf!“ Relevanz? Null. Auch Berlins führende Journalisten wissen um die Macht von Social Media. Längst haben sie ihre meinungsstarke Impulsgeberfunktion auf Social-Media-Kanäle ausgeweitet. Wenn dort etwa BILD-Chef Julian Reichelt einen kritischen Kommentar zu Bundespräsident Steinmeier absetzt, beschäftigt dies noch ein halbes Jahr später die Medienbranche. Einflussreiche Reporter schaffen sich und ihrem Medium somit eine neue Rolle. Auf das Instrumentarium Social Media blicken sie dennoch mit einem Mix aus Faszination und Skepsis: „Wenn Politiker wüssten, welche Macht und welchen direkten Zugang sie mit Social Media wirklich hätten – sie würden uns gar nicht mehr brauchen“, heißt es in den Chefetagen Berliner Verlage. Gerade in Präsidialdemokratien wie in den USA sind Twitter-Botschaften ein unfassbar mächtiges Instrument, weil sie mal eben in 280 Zeichen radikale Politikwechsel verkünden können. Wie Trumps nächtliche Twitter-Botschaft kurz vor Weihnachten, die mal eben die jahrelange Syrien-Strategie der USA zur Seite fegte und selbst seinen eigenen Sicherheitsberater John Bolton völlig überrumpelte. Als Konsequenz des wachsenden Einflusses von Social Media in der Politik sieht „Die Zeit“ nun „das Zeitalter der Postdiplomatie“ gekommen: „blitzschnell und brutal“. Als Beleg diente dem GelehrtenBlatt die Geschichte der 18-jährigen Rahaf Mohammed al-Kunun, die vor Zwangsheirat in ihrer saudi-arabischen Heimat geflohen um Hilfe twitterte und weltweit mitfühlende Reaktionen bekam, bis hin zur Unterstützung des UN-Flüchtlingshilfswerks und Justin Trudeau, dem Premierminister von Kanada – wo dem Mädchen schließlich Asyl gewährt wurde. Den Einfluss sozialer Netzwerke auf die Politik zeigt zum Beispiel auch der Aufstieg der amerikanischen Jung-Abgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez. Ihren euphorischen Insta-Storys folgen mittlerweile 1,9 Millionen Menschen. Als die Republikaner vor ein paar Wochen ein altes Tanzvideo aus Uni-Zeiten lancierten, das die demokratische Abgeordnete diskreditieren sollte, solidarisierten sich Hunderttausende mit ihr. Und die 29-Jährige selbst postete als Antwort einfach gut gelaunt ein neues Video, auf dem sie tanzt – Unser Kolumnist war vor ihrem Abgeordneten-Büro im Kapitol. Regierungssprecher von US-Milliardär Mark Cuban schrieb auf Twitter: „Be Bundeskanzler Gerhard Schröder und Mitglied a radical. Be different. Be a change leader. Innovate.“ der BILD-Chefredaktion. Und ermahnte Alexandria Ocasio-Cortez, sich niemals Er ist Gründer und kleinmachen zu lassen: „It’s your generation’s turn to Geschäftsführer der govern. Go for it.“ Die Ära der Social-Media-Politik geht Beratungsagentur ABCgerade erst los! Communication 67


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03.2019

FELIX NEUREUTHER

Der Ski-Star hat Erfolg (aber auch Verletzungspech) wie wenige andere deutsche Sportler – ein Gespräch über Selbstzerstörung und die Sucht nach Adrenalin 71


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FELIX NEUREUTHER

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FELIX NEUREUTHER

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Er ist Weltmeister und mehrfacher Weltcupsieger, seine Paradedisziplin ist der Slalom – und in der Skiszene gilt er als der „Mann ohne Schmerzen“. Felix Neureuther startete seine Karriere vor 16 Jahren und schied bei seinem ersten Weltcuprennen gleich mal im ersten Lauf aus. Doch Aufgeben ist nichts für ihn. Es folgten zahlreiche Triumphe, aber auch viele Verletzungen. Die Olympischen Spiele im vergangenen Jahr musste er wegen eines Kreuzbandrisses absagen, und zu Beginn dieser Saison brach er sich den Daumen. Der 34-Jährige fährt trotzdem immer weiter – und lacht die Schmerzen einfach weg. So auch beim GQ-Shooting auf der Zugspitze, bei Schneetreiben und minus 14 Grad. Im anschließenden Interview spricht er mit uns über Selbstzerstörung, die Sucht nach Adrenalin, aber auch seine weiche Seite … Sind Sie ein Grenzgänger? Wer sich diesem Sport verschrieben hat, muss über seine Grenzen gehen, denn nur so kann man das Maximale rausholen. Du musst – gerade wenn Verletzungen hinzukommen – einfach Grenzen verschieben, vor allem die Schmerzgrenzen. Ich habe ja nur circa 20 Rennen im Jahr, und wenn ich dann verletzt bin, verliere ich schnell eine ganze Saison. Das ist anders als zum Beispiel bei einem Tennisspieler, der über das ganze Jahr verteilt einen vollgestopften Terminkalender hat. Ich MUSS starten, weil ich nur diese Rennen habe, und ich muss einfach die Schmerzen und Bedenken aus dem Umfeld ausblenden. Das ist part of the game. Grenzt das nicht an Selbstzerstörung? Ich liebe es, Grenzen zu verschieben – das ist die Herausforderung, die uns wahrscheinlich alle im Weltcupzirkus verbindet. Wenn ich am Start stehe und weiß, dass ich jetzt alles ausblenden und mehr aus mir herausholen muss als eigentlich möglich, wenn ich das schaffe, dann ist das ein sehr spezielles Gefühl, das einen auch immer wieder antreibt. Du merkst dann erst, was in dir steckt und was dein Körper zu leisten imstande ist. Das ist eine Menge – und das kann dann für viele Lebensbereiche auch Hoffnung sein. Haben Sie keine Angst, den Bogen zu überspannen? Es gibt keine Alternative! Das ist mein Job, den ich zu tun habe. Dieser Sport ist meine Leidenschaft, und diesen Regeln muss sich jeder von uns stellen. Wenn man dazu GQ. M ÄR Z 201 9

nicht mehr fähig ist, muss man damit aufhören. Andere Menschen müssen in ihrem Job auch Leistung bringen, wenn sie mal nicht so gut drauf sind. Bei mir schmerzt halt der Rücken. Ich kann diese Schmerzen auch ganz gut verdrängen, aber doch nur bis zu einem gewissen Punkt – und diesen zeigt mir mein Körper. Bei aller Leidenschaft, in meinem Alter weiß ich schon, wie weit ich gehen kann. Dafür ist der Rennsport eine gute Schule. Viele frühere Sportler, wie zum Beispiel Boris Becker, haben nach ihrer Karriere große gesundheitliche Probleme. Machen Sie sich darüber keine Gedanken? Ich habe mir darüber, als ich noch jünger war, überhaupt keine Gedanken gemacht. Da gab es bei mir nur Harakiri, auf Teufel komm raus. Aus den Erfahrungen aus dieser Zeit habe ich gelernt – ich merke, dass mein Körper nicht mehr so belastbar ist. Ich bin Familienvater – wenn ich morgens aufstehe, und der Körper braucht Zeit, um auf Touren zu kommen, dann denke ich mir schon: „Es wäre schön, wenn in einem Leben nach dem Sport sich nicht nur die Anspannungen, sondern auch die Schmerzen verflüchtigen würden.“ Der „Harakiri-Felix“ gehört also der Vergangenheit an? Das ist sicher ein angeborenes Grundmuster und wird nie ganz verschwinden, aber früher war ich wesentlich risikofreudiger. Ich habe Dinge ausprobiert, die hätte ich niemals machen sollen, Sport extrem halt. Kein Buckel konnte weit genug gehen, über Hütten musste ich springen, mit dem Fahrrad im Gelände schnell und sinnlos Adrenalin erleben, das beschränke ich jetzt, wenn, dann aufs Skifahren. Im sonstigen Leben bin ich doch schon viel ruhiger geworden. Sie scheinen den Kick wirklich zu lieben. Ja, aber den habe ich früher mehr gebraucht als heute. Das Adrenalin macht einen süchtig, sicher „lebenslänglich“. Wenn man es bekommen hat, ist man irgendwie glücklich und zufrieden. Gott sei Dank verändern sich im Laufe eines Lebens die Dimensionen, ohne das Glücksgefühl zu verlieren. Sie sind jetzt 34 Jahre alt, und Ihre Karriere neigt sich dem Ende. Wie sehr befassen Sie sich mit Ihrem Leben danach? Dieser Gedanke ist sehr präsent, schon seit ein paar Jahren. Aber jetzt, wo unsere Tochter auf die Welt gekommen ist, sind diese Gedanken viel intensiver, denn jetzt kommt eine Verantwortung dazu, die das Existenziellste ist, was einem Menschen passieren kann. Ich hatte als Sportler auch genügend Zeit, mich mit dem „Danach“ auseinanderzusetzen und mir zu überlegen, was mich außer Hundertstelsekunden noch ausfüllen kann. Was streben Sie nach Ihrer Karriere an? Ich will meiner Familie gerecht werden, will Zeit für mein Kind oder meine Kinder und Zeit für meine Frau haben. Ich will ihnen menschliche Geborgenheit und finanzielle Sicherheit bieten. Das ist mein größter Wunsch und eine große Verantwortung, die ich schaffen will. Und welche beruflichen Ziele haben Sie? Ich habe mit „Beweg dich schlau“ vor einigen Jahren eine eigene Initiative gegründet, in der ich auch nach meiner Karriere sehr aktiv sein werde. Es macht mir unheimlich viel Spaß, mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten und über richtige Spiel- und Trainingsformen 75


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FELIX NEUREUTHER Defizite unserer „bewegungslosen Zeit“ zu verhindern. Außerdem bin ich an der Firma ABS beteiligt, die Lawinen-Airbags herstellt. Auf dem Gebiet sind wir Marktführer und haben noch sehr viel im Bereich „Protektion“ vor. Natürlich möchte ich auch nie den Bezug zum Rennsport und zu der alpinen Welt verlieren. Ich freue mich, mit Jungs und Partnern, die so ticken wie ich, coole Skifilme zu drehen, und ich freue mich auf die Zeit, als Experte im TV dem Zuschauer meine Sicht und Freude am Rennsport zu vermitteln. Ein Leben ohne Ski kann ich mir nicht vorstellen. Warum beschäftigen Sie sich so intensiv mit Ihrer Karriere nach der eigentlichen Kar riere? Vitali Klitschko hat in einer Ansprache auf die Frage, welche Botschaft er jungen Sportlern gern mit auf den Weg gibt, gesagt: Kümmert euch schon früh und intensiv um das Leben nach der Karriere. Das beherzige ich gerne, denn ich möchte nicht am Tag nach dem letzten Rennen mich fragen müssen, was ich morgen unternehmen soll. In so ein Loch möchte ich nicht fallen. Ich freue mich auf die Zeit danach – und es ist auch absehbar, wann die kommen wird. Die eine Herausforderung – der Rennsport – ist bald beendet, und eine neue wartet. Sie sind im Oktober 2017 Vater einer Tochter geworden und haben im Dezember 2017 Ihre Freundin Miriam geheiratet. Was hat sich für Sie seitdem verändert? Meine Familie ist für mich das größte Glück auf Erden, unsere Tochter Matilda hat mich sehr verändert. Ich bin nachdenklicher geworden, denn, wie gesagt, ich bin jetzt verantwortlich für unser Kind. Meine Frau und ich wollen ihm ein Leben voller positiver Energien ermöglichen. Sind Sie durch Matilda sensibler geworden? Ja! Ich merke das zum Beispiel, wenn ich einen Film anschaue, wo es um Kinder geht – da werde ich jetzt viel emotionaler. Ich brauche ein Happy End, sonst kann ich nach dem Film nicht in Ruhe schlafen. Welche Veränderungen spüren Sie noch? Der Matilda ist es ganz egal, wie der Papa Ski gefahren ist, ob gut oder schlecht. Es ist jetzt so eine schöne Zeit. Wenn ich nach einem Rennen nach Hause komme, läuft sie mit ausgebreiteten Armen auf mich zu – da geht mir einfach das Herz auf! Umgekehrt zerreißt es mir fast das Herz, wenn ich zu einem Rennen fahre, und sie winkt mir zum Abschied zu. Es ist schon etwas ganz Spezielles. Etwas Schmerzhaftes? Es schmerzt dann sehr! Es gibt zum Glück Facetime, wo ich die Kleine auch aus der Ferne sehen kann. Ich mache mir, wenn ich bei einem Rennen bin, in erster Linie Gedanken, ob es meinen Frauen zu Hause gut geht. Wenn mir Miri dann Fotos und Videos von unserer Tochter schickt, dann möchte ich am liebsten gleich zu ihr fahren. Der Sport steht bei Ihnen mittlerweile also an zweiter Stelle? Ja, absolut. Alle sportlichen Erfolge würde ich dafür hergeben – wirklich alles! Meine Frau und ich würden unser Leben für Matilda geben. 76

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FELIX NEUREUTHER Wünschen Sie und Ihre Frau sich noch weitere Kinder? Ja, das wäre wirklich schön, wenn das klappen würde. Sie sind mit Bastian Schweinsteiger befreundet. Geben Sie sich – was den Sport betrifft – eigentlich gegenseitig Ratschläge? Es ist jetzt nicht so, dass wir uns jeden Tag schreiben, das müssen wir auch gar nicht. Eine richtige Freundschaft ist erst dann etwas wert, wenn alles vertraut ist – auch wenn man sich lange nicht gesehen hat. Und das ist bei uns so. Wir versuchen uns natürlich gegenseitig aufzubauen, aber wir reden eigentlich gar nicht so viel über unseren Sport. Wir leben ja auch in zwei völlig verschiedenen Sportarten. Ist er Ihr bester Freund? Basti ist einer meiner längsten Freunde, uns verbindet sehr viel. Wenn einer von uns Probleme hat, dann ist der andere für ihn da – das ist doch ganz logisch. Wir kennen uns, seitdem wir sechs Jahre alt sind, damals sind wir gegeneinander Skirennen gefahren. Da ist es egal, ob wir jetzt in der Öffentlichkeit stehen oder nicht. Das ist bei uns eine sehr intensive Freundschaft. Zurück zum Skifahren: Im Februar findet die WM statt. Wie lauten Ihre Ziele in dieser Saison? Ich will einfach wieder nach meinem Kreuzbandriss auf mein früheres Leistungsniveau zurückkommen. Das ist das Ziel, und dafür muss ich aus meinem Körper alles herausholen, um wieder ganz vorn dabei zu sein. Der Sport entwickelt sich ja ständig weiter, es kommen erfolgshungrige junge Fahrer nach, die nur ein Ziel haben, es den „Alten“ zu zeigen. Die Herausforderung ist also groß. Ich bin aber überzeugt, dass auch nach den Rückschlägen der letzten Monate noch genügend Energie und auch Routine in meinem Körper steckt. Diesen Weg versuche ich zu gehen, mache meine Ziele aber nicht an Platzierungen fest. Also ist es nicht Ihr Ziel, Weltmeister zu werden? Mein Ziel ist es, am Tag X bei der Weltmeisterschaft in absoluter Topform zu sein – und ein super Rennen abzuliefern. Wofür es dann reicht, wird man sehen. Und wenn Sie nicht gewinnen? Dann brauche ich mir nichts vorwerfen und bin trotzdem zufrieden. Ich schenke Medaillen keine große Bedeutung. Ich muss mir nicht meine Pokale anschauen und denken: „Was bin ich für ein geiler Typ“ – das mache ich nicht. Es sind die Momente und Erinnerungen, die ich in meinem Kopf abgespeichert habe, das ist das Besondere. Ich bin mit mir total im Reinen. Sie haben zwei sehr bekannte Eltern. Ihr Vater Christian war ein sehr erfolgreicher Skifahrer und ihre Mutter Rosi Mittermaier Olympiasiegerin und Weltmeisterin im Skifahren. Wie schwierig war es für Sie, aus dem Schatten Ihrer Eltern zu treten? Das war ein langer und kein einfacher Weg. Ich bin keine Zehntel schneller gefahren, nur weil ich 78

FELIX NEUREUTHER 3 4 JA H R E

Eltern: Rosi Mittermaier (Olympiasiegerin Abfahrt und Slalom 1976) und Christian Neureuther (12-facher Deutscher Meister im Slalom und Riesenslalom) Disziplin: Slalom und Riesenslalom Größte Erfolge: Weltmeister im Mannschaftswettbewerb 2005, Vizeweltmeister im Slalom 2013, gewann bisher 13 Weltcuprennen

diesen Nachnamen trage. Ich musste meinen eigenen Weg finden – es hat schon etwas gedauert, bis ich zwischen ehrlich und falsch unterscheiden konnte. Und dass ich nicht „der Sohn von“ bin, sondern eine eigene Persönlichkeit, mit eigenen Stärken und Schwächen. Der Halt in der Familie war riesig, der Druck der Öffentlichkeit war auch riesig, aber eine wichtige Erfahrung. Das hört sich schwierig an. Es gab einige Niederlagen, aus denen ich viel lernen konnte. Ohne so eine entscheidende Niederlage wie bei der Ski-WM zu Hause in Garmisch-Partenkirchen (Felix Neureuther schied 2011 im Slalom aus, Anmerkung der Redaktion), wäre ich nie so weit gekommen. Ein wenig macht es mich schon stolz, dass ich das geschafft habe. Es hat Sie also genervt, in jungen Jahren immer mit Ihren Eltern verglichen zu werden? Wissen Sie, „der Sohn von“ wird immer mit seinen Eltern verglichen. Da gibt es schon im Kinderteam keine Gnade. Nach dem Motto: „Der Sohn von“ bekommt eh alles geschenkt und genießt wegen seiner Eltern nur Vorteile. Ich bin meinen Eltern dankbar, dass sie sich immer zurückgestellt haben, wenn es um meine Entwicklung ging. Ich war und bin stolz auf das, was meine Eltern geschafft haben. Ich wollte aber nie nur auf meinen Nachnamen reduziert werden. Das hat eine gewisse Zeit gebraucht, bis es so war, und es hat mich härter und weniger verletzbar gemacht. Haben Sie Ihren Kreuzbandriss aus der vergangenen Saison komplett verarbeitet, oder fährt die Angst bei jedem Rennen mit? Der Kreuzbandriss ist im Kopf komplett weg – da denke ich keine Sekunde mehr dran! Wenn es diese Verletzung nicht gegeben hätte, würden Sie dann heute noch Ski fahren? Das ist eine schwierige Frage. Ich glaube nicht, dann hätte ich nach den Olympischen Spielen in Südkorea wahrscheinlich aufgehört. Das wäre ein schöner Abschluss gewesen. Und so geht der Kampf um jede Hundertstelsekunde weiter … Ja, es ist jeden Tag ein Kampf, nicht nur mit meinem Körper. Ich bin jetzt 34 Jahre alt – und immer wieder die Motivation zu finden, neben dem normalen Ski- und Konditionstraining zu Ärzten und Physiotherapeuten zu fahren, sich ständig neu behandeln zu lassen und dann trotzdem Gas zu geben, das ist hart. Ich bin jeden Tag glücklich, wenn ich diesen Kampf bewältigt habe, und bin aber auch froh, dass ich ihn angenommen habe. Woraus ziehen Sie Ihre Motivation? Ich ziehe einfach durch – fertig! Worauf freuen Sie sich am meisten, wenn es dann irgendwann vorbei ist? Den Druck nicht mehr zu haben, abliefern zu müssen, darauf freue ich mich! Dass ich mich daheim auf die Couch setzen kann, meiner Tochter beim Spielen zusehen kann – und den ganzen Reisestress nicht mehr habe. Und keine zu engen Skischuhe mehr anziehen muss. (lacht) GQ. M ÄR Z 201 9


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STYLING: Bianca Fleisch; GROOMING: Georgios Tsiogkas/Ballsaal; FOTO-ASSISTENZ: Lisa Hörterer; PRODUKTION: Verena Aichinger; ON-LOCATION PRODUKTION: Daniel Heim & Simon Deichmann/ Coo.Productions; PRODUKTIONS-ASSISTENZ: Dominik Breinlinger

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FACES

JULIAN SCHNABEL

Er wurde mit maximalistischen Gemälden berühmt und entwickelte sich zum feinsinnigen Filmemacher. Ist er nun ein größerer Maler oder Regisseur? Für unseren Gast-Autor gar keine Frage

Nachdem sie in den 1880er-Jahren die Kunstwelt aufmischten, wurden Maler wie van Gogh und Cézanne zu den absoluten Künstlergrößen der Moderne. Sie hinterfragten das damalige, aus der Antike ererbte Schönheitsideal und boten farbenfrohe Analysen ihrer eigenen Welt. 100 Jahre später betrat Julian Schnabel die New Yorker Kunstszene: Er beklebte Leinwände mit zerbrochenen Tellern und wurde als einer der führenden Neo-Expressionisten gefeiert. Sein Ego passte zu seiner stattlichen Figur, und irgendwann musste er seinen Pinsel durch einen Besen ersetzen, um mit seinen immer größer werdenden Formaten mithalten zu können. Dann schuf er als Filmemacher so einfühlsame Künstlerbiografien wie „Basquiat“ (1996) oder „Before Night Falls“ 80

(2000). Nun kommt „At Eternity’s Gate“, mit Willem Dafoe als van Gogh. Der Titel verweist auf van Goghs Gemälde „An der Schwelle der Ewigkeit“: Es zeigt einen alten Mann, der sich verzweifelt an den Kopf fasst. Anlässlich dieses Films lud das Musée d’Orsay Schnabel ein, die einzigartige Sammlung des Museums neu zu interpretieren. Er zögerte nicht, seine eigenen Werke zwischen van Gogh und Gauguin zu hängen. Gewiss werden sich einige Besucher bei dem Anblick verzweifelt an den Kopf gefasst haben. Ob Schnabel in 100 Jahren immer noch in den großen Museen der Welt gezeigt wird, darüber lässt sich streiten, aber als Regisseur steht er an der Schwelle zur Ewigkeit. — Dr. Roger Diederen, Direktor der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München GQ. M ÄR Z 201 9

Foto: Julien Mignot/NYT/Redux/laif

Genies auf Augenhöhe? Julian Schnabel im Pariser Musée d’Orsay vor einem Selbstporträt Vincent van Goghs


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FACES

FRANK OCEAN Der geniale R&B-Disruptor ist endlich zurück – auf ein neues Album müssen wir allerdings immer noch warten … Seit fast einem Jahrzehnt sprengt der Amerikaner Grenzen. Besser gesagt: Er verwischt sie, mit leichter Hand. Grenzen zwischen HipHop-Machismo und Queerness, zwischen Performance-Kunst und YouTube-Pop, zwischen schwarzem Soul und weißem Gitarren-Indie-Rock und zwischen Rausch und Realität. Seine bisherigen drei Alben sind Meilensteine des musikalischen Futur II, die klingen, als wären Michael Jackson und Stevie Wonder gemeinsam auf den Mars geflogen. Und hätten von dort etwas Entschleunigendes, Schönes, Kraftvolles mitgebracht: diese Stimme etwa, „die ein Herz zu Staub zerbrechen kann“, wie ein Kollege des OnlineMagazins „Pitchfork“ schrieb. Diese Stimme sagt auch in Interviews stets Intelligentes und Überraschendes, jüngst in der Titelstory der amerikanischen GQ: „Zwischen den Zahlen eins und zehn liegt zwischen jeder Zahl Unendlichkeit. Eine Person würde ich als den Raum zwischen diesen Symbolen beschreiben, jenseits der Sprache.“ Darüber denken wir jetzt nach, bis wieder neue Ocean-Musik erscheint, in diesem Jahr soll es endlich so weit sein. —Ingo Kleefeld

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MICHAEL MAYREN

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Ein Supertyp! Der ehemalige Art Director bei Spotify hat mittlerweile sein eigenes Design-Studio, entwirft Sneakers, schreibt Bücher, entwickelt megaerfolgreiche Apps … Wie macht er das bloß? SEIN ANFANG Der geborene Deutsche wuchs in Österreich auf. Mit 15 brach er die Schule ab, war nie auf der Uni. Seine Design-Expertise brachte er sich selbst bei. Seit 2011 lebt er in New York City.

SEIN ANTRIEB „Ich will ständig etwas Neues lernen oder bauen, ich kann gar nicht anders“, sagt van Schneider. „Nichts zu tun würde mich depressiv machen.“ Die Ideen für neue Projekte entstehen aus persönlichen Bedürfnissen. Wenn er auf dem Markt nicht findet, was er sucht, entwickelt er es selbst – z. B. „Authentic Weather“, eine Wetter-App (mit einer Million Downloads im ersten Jahr) mit wechselnden Grafiken und Sprüchen wie: „Geh verdammt noch mal nach draußen!“

SEIN ERFOLGSGEHEIMNIS „Mehrere Projekte parallel am laufen zu haben hält mich mental fit.“ Sie müssen simple and stupid sein, heißt: lächerlich einfach. Je komplizierter ein Vorhaben, desto mehr Gründe findet man, warum man erst gar nicht anfangen sollte: „Die größte Hürde besteht im Kopf!“

SEIN STYLE

Foto: George Michael

Das markanteste Merkmal: der Wikinger-Bart. Kleidung mag van Schneider funktional, aber elegant – am liebsten in Schwarz („95 Prozent“) und von japanischen Labels wie Yohji Yamamoto, Comme des Garçons oder Issey Miyake. —Christoph Eisenschink

TOBIAS VAN SCHNEIDER GQ. M ÄR Z 201 9

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LEONARD COHEN

„SEIN HUMOR MACHTE IHN ZU EINEM WUNDERBAREN VATER“

GQ sprach in Los Angeles mit der Tochter des unvergessenen Leonard Cohen INTERVIEW

Fotos: Graeme Mitchell/Redux/laif, Phillipa Horan

ESMA ANNEMON DIL

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I

m November des Horrorjahrs 2016 verließ Leonard Cohen diese Welt. Gerade noch rechtzeitig vor der US-Präsidentschaftswahl übrigens, doch dazu später mehr. Der kanadische Poet und Sänger mit der alttestamentarischen Stimme, dieser jüdische Mystiker, buddhistische Zen-Mönch und legendäre ladies’ man, teilte mit uns Normalsterblichen so viele trostreiche Weisheiten – über das Leben und Sterben, über die Liebe und den Sex –, dass die Vorstellung, er sei selbst nur ein Normalsterblicher gewesen, noch immer absurd erscheint. Seit den 90ern bewohnte Cohen eine Doppelhaushälfte mitten in Los Angeles – zusammen mit seiner Tochter: Lorca, heute 44, Besitzerin der Antiquitätengalerie The Window (benannt nach einem Song ihres Vaters) auf der Melrose Avenue. GQ-Autorin Esma Annemon Dil ist schon seit einigen Jahren mit Lorca Cohen befreundet und sprach mit ihr über den Menschen hinter dem Mythos „Leonard Cohen“. Bei meinem ersten Besuch bei euch ist mir sofort aufgefallen, wie einfach und reduziert dein Vater lebte. Es überraschte mich, dass eine Persönlichkeit seiner Größe und mit seiner Geschichte nicht Besitztümer anhäuft. Manchmal haben ihm Leute wertvolle Dinge geschenkt, die er dann an den nächstbesten Bewunderer weitergeschenkt hat. Er war zum Beispiel mit einem simplen Bic-Kugelschreiber zufrieden, wenn er denn funktionierte; es musste für ihn kein MontblancFüller sein. Qualität bedeutete für ihn zum Beispiel: ein Radio mit großer Bandbreite, ein handwerklich ordentlich gearbeiteter Holztisch, hochwertige Anzüge und Hemden. Er fand, dass man jeden Tag so gut wie möglich aussehen sollte. Er hielt sich als Vater zwar mit Ratschlägen extrem zurück, aber einer ist mir in Erinnerung geblieben: Er sagte mir, wenn ich einmal ein perfekt sitzendes Kleidungsstück gefunden hätte, solle ich es unbedingt mehrmals in verschiedenen Farben kaufen. 2005 wurde auf einen Verdacht von dir hin aufgedeckt, dass seine ehemalige Managerin Kelley Lynch über fünf Millionen Dollar – fast seine gesamten Ersparnisse – veruntreut hatte. So schlimm das gewesen sein muss, diese Erfahrung löste aber auch einen neuen Kreativitätsschub aus und brachte ihn zurück ins Rampenlicht, oder? Das war eine furchtbare Zeit. Mir war das schon länger komisch vorgekommen, aber Geld-Angelegenheiten interessierten ihn überhaupt nicht. Als die Sache aufflog, bedrohte sie ihn – das und dieser ganze Papierkram waren für ihn schlimmer als der finanzielle Verlust. Sie landete zwar im Gefängnis, GQ. M ÄR Z 201 9

Oben: Leonard Cohen mit Tochter Lorca und Enkelin Viva Katherine Wainwright Cohen. Vater des jetzt achtjährigen Mädchens ist der Musiker Rufus Wainwright

zahlte aber das Geld nie zurück. Das mag ihn motiviert haben, wieder auf Tournee zu gehen, aber ich glaube nicht, dass er ohne diese Erfahrung weniger Gedichte und Lieder geschrieben hätte. Er konnte gar nicht anders. Schreiben war sein Leben. Er hatte auch viel Humor. Ich erinnere mich, wie er mir mal einen Streich spielte, als ich scheinbar unbeobachtet allein bei dir unten im Wohnzimmer saß und er das irgendwie auf seinem iPad über die Hauskamera sehen konnte. Erst machte er über den Lautsprecher nur absurde Geräusche, und als ich dann erschrak und mich verwirrt umschaute, sprach er mit einer Geisterstimme zu mir. Ha! Sein Humor machte ihn auch zu einem besonders wunderbaren Vater, der vieles sehr entspannt nahm. Ihm war es wirklich zuwider, Dinge unnötig zu dramatisieren. Das wird auch im neuen Buch deutlich. Da gibt es ja etwa dieses Gedicht „Kanye West ist nicht Picasso“ – ein richtig aktueller popkultureller Kommentar. Ja, das ist ein witziges kleines Gedicht. Normalerweise vermied er es, in der Öffentlichkeit Namen zu nennen, das ist ja eigentlich mehr der Kanye-Stil. Cohen macht da einen auf Kanye. (lacht) Und was war dann der Cohen-Stil? Was ihn auszeichnete: Er war niemals sentimental. Er hat eine Fragestellung immer aus allen Blickwinkeln betrachtet und zwang sich dazu, auch für jene Seite zu argumentieren, die er erst mal als Gegenseite empfand. Nach seinem Tod habe ich Aufzeichnungen entdeckt, in denen er zwei komplett unterschiedliche Meinungen verteidigte. 85


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LEONARD COHEN (1934–2016)

Es war offensichtlich, dass er darin Übung hatte – wahrscheinlich hatte er sein Leben lang solche Debatten mit sich selbst geführt. Egal zu welchem Thema du ihn befragt hast, du bekamst immer eine qualifizierte, ausgewogene Antwort. Wie dachte er über die aktuelle Politik? Mein Vater starb genau einen Tag vor der Präsidentschaftswahl 2016, aber er war sich schon Monate vorher sicher, dass Trump gewinnen würde. Wahrscheinlich weil er wieder sehr aufmerksam in alle Richtungen geschaut, auch diese gebündelte Energie von rechts, die alle ignorierten, ernst genommen hatte. Ihr hattet bis zu seinem Tod eine enge Beziehung, aber gleichzeitig habt ihr euch auch viiel Freiraum gelassen, oder? Ja, es gab nie diese klassische, anstrengende Familiendynamik, der ich hätte entkommen wollen. Wie gesag gt, er drängte mir nie einen Rat auf und kritisierte mich auch nie. Wenn ihm mal etwas missfiel oder Sorgen b bereitete, dann merkte man das daran, dass er sich unterrm Tisch mit dem Daumen der einen Hand die ande ere Handfläche massierte. In einem Interview von 1993, da warst du 119, sprach er darüber, wie schwer er sich anfangs in der Vaterrolle tat. Er sagte, Kinder bewege en einen aus dem Zentrum der eigenen Welt. IIm Nachhinein sei er aber froh, weil er dich un nd deinen Bruder Adam als allerbeste Gesellscha aft empfinde. 86

Der Kanadier wurde ab Mitte der 50er mit Gedichten und Romanen (z. B. „Beautiful Losers“) bekannt. In den 60ern lebte er auf der griechischen Insel Hydra, sein Haus dort ist noch heute im Besitz seiner Familie. Mit 33 Jahren beschloss Cohen, Sänger zu werden, und zog nach New York. In den folgenden fast 50 Jahren veröffentlichte er 14 Studio-Alben. Seine bekanntesten Lieder: „Hallelujah“ (1984), „Suzanne“, „So Long Marianne“ (beide 1968). Aktuell: das Buch „Die Flamme“ (Kiepenheuer & Witsch, 30 €) mit seinen letzten Gedichten, Notizen und Zeichnungen. Das New Yorker Jewish Museum zeigt vom 12.4. bis 8.9. „A Crack in Everything“ – eine Kunstausstellung „inspired by the themes of Leonard Cohen’s life and work“. thejewishmuseum.org

Als ich mit meiner Tochter schwanger war, sagte er zu mir: „Kinder zu haben ist wohl die einzig wirklich interessante Erfahrung im Leben.“ Das hat er früher offensichtlich anders empfunden. Ich verstehe aber, dass es ihm damals nicht leichtgefallen sein muss, solch eine Verantwortung zu übernehmen, weil er unglaublich hohe Ansprüche hatte und immer sehr hart für seine Vorstellung von Perfektion arbeitete. Hat er auch an dich hohe Ansprüche gestellt? Immerhin nannte er dich nach seinem großen Vorbild, dem spanischen Poeten Federico García Lorca. Nein, ich habe nie einen bestimmten Erwartungsdruck gespürt. Ich hatte das Glück, den Namen seines Helden zu tragen; einen Namen, den er gern aussprach und bei dem immer positive Attribute mitklangen. Als du gerade erwachsen wurdest, Mitte der 90er, zog sich dein Vater für einige Jahre in ein Zen-Kloster nördlich von Los Angeles zurück und wurde dort sogar als Mönch geweiht. Befand er sich damals in einer Lebenskrise? Diese Zeit wurde oft missverstanden – er war nicht plötzlich von der Bildfläche verschwunden und tauchte erst Jahre später wieder auf. Er produzierte weiter ununterbrochen Musik und Texte, auch wenn es bedeutete, im Kloster in den frühen Morgenstunden aufzustehen. Sein Arbeitsethos war bemerkenswert. Zwischendurch kam er aber auch immer wieder nach Hause. Zu seinen Beweggründen kann ich nur seine eigenen Worte wiedergeben: „Man landet nicht in einem Zen-Retreat, weil es einem so gut geht.“ Ich fand, er machte weder aus seiner spirituellen Erleuchtung noch aus seinem Ruhm je eine große Sache. Seine Bescheidenheit wirkte immer sehr elegant. Man kann gelassen und gleichzeitig sehnsü üchtig sein. Viele fanden es anziehend, dass err nicht nur ein brillanter Erzähler, sondern au uch ein aufmerksamer Zuhörer war, der sic ch für die Geschichten anderer interessierte. Nicht umsonst nannte ihn sein Zen-Meister „den Stillen“. Hattest du das Gefühl, dass er gegen Ende seines Lebens tiefere Erkenntnis gewann? Ic ch denke, „You Want It Darker“ (Cohens letztees Album, das drei Wochen vor seinem Tod errschien) spricht für sich selbst. Du hattest mir damals den Totenschein gezeigt. Es hat mich sehr berührt, dass darauf unter „Beruf “ ganz schlicht stand: „Poet“. Wer hat diese Bezeichnung ausgewählt? Ein offenbar sehr cleverer Beamter. GQ. M ÄR Z 201 9

Fotos: Getty Images, Canongate Publishing

LEONARD COHEN


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TRENDS INSPIRATION LOOKS

F OTO ————

JENS UTZT

ST Y L I N G ————

THOMAS HADITSCH

03.2019

BRITISH ( U N D E R ) S TAT E M E N T Während das Vereinigte Königreich im politischen Chaos versinkt, bleibt wenigstens eines von Bestand, für immer: der britische Gentleman-Style. Idealtypisch verkörpert von dieser elegant reduzierten, moosgrünen Kalbsleder-Tasche namens „Warwick“. Sie stammt aus der „St James“Kollektion des britischen Traditionshauses Church’s, das seine Taschen, Accessoires und Schuhe noch immer von Hand fertigt. Wir empfehlen: lieber gleich zwei kaufen. Wer weiß, wann die eiserne Zollwand hochgeht. Tasche „Warwick“, Church’s, 1 600 €

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BURBERRY Sakko, 1 590 € Hose, 590 € Hemd, 690 € Krawatte, Preis auf Anfrage Regenschirm, 420 € 90

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Business as usual? Von wegen: In dieser Saison werden Anzug & Hemd zum Statement der Lässigkeit – dank weich fließender Silhouetten und kühner Kombinationen

un tailored Fotos

MARKUS PRITZI GQ. M ÄR Z 201 9

Styling

MANUELA HAINZ 91


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FASHION

STELLA MC CARTNEY Sakko, 1 100 € Hose, 370 € Hemd, 300 €

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PRADA Sakko, 1 300 € Hose, 850 € Hemd, 590 € Schuhe, 550 €

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FASHION

HUGO Sakko, Preis auf Anfrage Hose, 160 € Hemd, 290 € ACNE STUDIOS Rollkragenpullover, 250 €, CALVIN KLEIN 205W39NYC über matchesfashion.com

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CANALI Pullover, 420 € Hose, 570 € Hemd, 250 € Krawatte, 160 €

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FASHION

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GIORGIO ARMANI Anzug, 2 250 € Hemd, 290 € Schuhe, 995 € BALENCIAGA

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FASHION

DOLCE & GABBANA Mantel, Hemd und Hose, alles Preis auf Anfrage Schuhe, 995 € BALENCIAGA

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ETRO Sakko, 1 330 € Hemd, 620 € Hose, 550 € Sonnenbrille, 195 € ILLESTEVA

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FASHION

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Diese Seite

BALENCIAGA Shirt, 1 150 € Hemd, 795 € Hose, 795 € Schuhe, 995 € Linke Seite GROOMING: Gregor Makris; FOTO-ASSISTENZ: Maya Zardi; MODEL: Neff Garrett/IMG Models, Roch Barbot/IMG Models; CASTING: Stephan Dimu; PRODUKTION: Philippe Keritis/TGY & CONTISUD; STYLING-ASSISTENZ: Suzanna Loli

GQ. M ÄR Z 201 9

VERSACE Sakko, 1 995 € Hemd, 695 € Jeans, 695 €

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UHREN

FINESSE UND INNOVATION REDAKTION

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MARCO NIKOLAJ RECHENBERG

um 29. Mal fand in Genf der Salon International de la Haute Horlogerie, der SIHH, statt. Über 30 Marken zeigten ihre neuesten Uhren, über 23 000 Besucher – Industrie-Insider, Händler, Journalisten und am letzten Tag auch Uhrenfans – besuchten die Stände in der Palexpo-Halle neben dem Genfer Flughafen. Egal ob man sich bei Podiumsdiskussionen, Markenpräsentationen, auf Gala-Events oder beim Business-Dinner umhörte: In Genf herrschte Party-Stimmung. Denn der Uhrenbran-

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che geht es gut – und der Erfolg ist ehrlich verdient: Die Uhrmacher liefern Höchstleistungen ab. Es gibt technische Finesse und Innovation im Überfluss, aber auch beim Thema Äußerlichkeiten zeigt die Branche sich jetzt ganz besonders experimentierfreudig. Selten war das Angebot an neuen Uhren so vielfältig wie heute, selten traten die Marken so eigenständig und selbstbewusst auf wie jetzt in Genf. GQ hat sich mehrere Tage lang auf dem SIHH umgesehen – hier die wichtigsten neuen Modelle.

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Fotos: Courtesy of SIHH 2019 (3), Panerai, Lange & Söhne, Jaeger-LeCoultre, IWC, Girard Perregaux

Ein toller Start ins Uhrenjahr: Auf dem SIHH in Genf präsentierten einige der wichtigsten Marken absolute Superlative der Uhrmacherkunst


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JAEGER−LECOULTRE

Mehr geht nicht: die „Master Grande Tradition Gyrotourbillon Westminster Perpétuel“ kombiniert nicht nur ein neues, besonders kleines mehrachsiges Tourbillon mit einem Ewigen Kalender, sondern spielt auf Knopfdruck mittels eines ausgeklügelten Schlagwerks auch die Melodie des Big Ben. Handaufzugwerk. 955 000 €

A. LANGE & SÖHNE

PANERAI

Die „Submersible BMG-Tech“ erzeugt durch die Kombination zweier Hightech-Materialien einen spannenden optischen Kontrast: BMG-Tech für das Gehäuse und Carbotech für die Lünette. Dazu noch die grellblauen Stundenmarker – und man hat einen echten Hingucker. Automatikwerk. 14 900 €

Mit der „Lange 1 25th Anniversary“ feiert die Glashütter Manufaktur das Jubiläum der Ikone, die die Wiederauferstehung der Marke nach der Wende einläutete. Damit ist die Geburtstagsparty nicht vorbei: Neun weitere Versionen sind für die nächsten Monate versprochen. Handaufzugwerk. 43 700 €

GIRARD− PERREGAUX

IWC

piration für die neue Kollektion Insp von Girard-Perregaux war das Thema „Earth to Sky“, symbolisiert urch den kreativen Einsatz der du Farrben Schwarz und Dunkelblau. Bessonders elegant wirkt der Minimall-Kontrast auf der „Neo Bridges Earth to Sky Edition“. Automatikwerk. 26 900 €

Die Neuheiten aus dem Hause IWC stehen im Zeichen der Fliegerei: Neben der neuen „Spitfire“-Linie stellte die Manufaktur diese Version ihres „Top Gun“-Chronographen vor: die „Pilot’s Watch Chronograph Top Gun Edition ‚Mojave Desert‘“ sticht durch das außergewöhnliche khakifarbene Gehäuse und das Ton-in-Ton gehaltene Zifferblatt sofort ins Auge. Automatikwerk. 9 050 €

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UHREN

RICHARD MILLE

Die 1999 gegründete Manufaktur ist für ihre ganz eigenen uhrmacherischen Statements bekannt. Dieses Mal kam ein solches in Form der amüsanten „Bonbon Collection“, deren zehn Modelle mit ihren leuchtenden Farben und den kunstvollen Verzierungen ganz dem Thema Süßigkeiten gewidmet sind. In der „RM 16-01 Fraise“ arbeitet ein Automatikkaliber mit Doppelfederhaussystem. 136 500 €

Die Manufaktur widmet sich mit gelungenen Neu-Varianten ihrer „1858“-Linie. Diese Version der beliebten „Geosphere“ mit den charakteristischen sich drehenden Welthalbkugeln auf dem Zifferblatt greift gleich zwei der wichtigsten Uhrentrends in Sachen Erscheinungsbild auf: die Farbe Grün und das Gehäusematerial Bronze. „1858 Geosphere Limited Edition“, Automatikwerk. 5 890 €

VACHERON CONSTANTIN

Die „Traditionelle Twin Beat Ewiger Kalender“ ist eine uhrmacherische Sensation: Das Werk ermöglicht den verzögerungsfreien Wechsel zwischen einem Aktivmodus mit einer Frequenz von fünf Hertz und einem Stand-byModus, in dem die Unruh mit 1,2 Hertz oszilliert. Dies hat den Vorteil, dass sich die Gangreserve der Uhr, etwa bei längerer Lagerung im Safe, auf enorme 65 Tage verlängern lässt. Handaufzugwerk mit Ewigem Kalender. 217000€ 104

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Fotos: Courtesy of Montblanc, SIHH 2019 (3), Richard Mille, Vacheron Constantin, Parmigiani, Hermès, Cartier, Berthoud, Audemars Piguet

MONTBLANC


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HERMÈS

s Das französische Haus beweist erneut seinen Out-of-the-box-Ansatz in Sachen Uhrmacherei und liefert mit der „Arceau L’heure de la lune“ eine der originellsten Mondphasen: Stundenund Datumsanzeige drehen sich und verdecken so die darunterliegenden Monde (einen für die Nord-, einen für die Südhalbkugel) entsprechend der Mondphase. Automatikwerk. 23 000 €

PARMIGIANI FLEURIER

Eine Ikone im neuen Look: Der „Kalpagraphe Chronomètre Titanium“ ist eine gelungene Überarbeitung der beliebten, 2001 erstmals vorgestellten Uhr in Titan-Optik. Und auch die inneren Werte stimmen: Der integrierte Chronograph gehört zu den Glanzleistungen der Uhrmacherei. 38 300 €

CARTIER

Die Maison widmet sich der Weiterentwicklung der 1904 entwickelten und im letzten Jahr relaunchten „Santos“: So gibt es einen Chronographen und diese ungewöhnliche skelettierte Version „Santos de Cartier Skeleton“, die an den Nachthimmel über Paris erinnern soll. Handaufzugwerk. Preis auf Anfrage.

AUDEMARS PIGUET

FERDINAND BERTHOUD

Im Jahr 2013 belebte Chopard-Co-Präsident Karl-Friedrich Scheufele die historische Marke Ferdinand Berthoud wieder. Nun bringt er mit der „FB 1.1-2 Oeuvre d’Or“ erneut ein Modell der Spitzenklasse. Das auf der 1806 gebauten „Taschenuhr Nr. 3“ basierte Modell ist aufwendigst dekoriert. Handaufzugwerk. Limitiert auf fünf Stück. 293 000 € GQ. M ÄR Z 201 9

Wohl keine Manufakturr wird so sehr mit einem m einzigen Uhrenmodelll assoziiert wie Audemarss Piguet mit seiner Ikone e „Royal Oak“. Damit ab jetzt für mehr Abwechslung g gesorgt ist, stellte man die e neue Linie „Code 11.59““ mit einem für AP ungewöhnlich zurückhaltenden n Äußeren vor. Automatik kwerk. 42 700€ 105


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STYLE

BALENCIAGA

Hip-Hop, Soul-Food und Fashion! Dieser Bildband von Fotograf Ari Marcopoulos ist nicht nur eine Hommage an Dapper Dan (in den 80ern Pionier der LuxusStreetwear und seit 2018 Designer einer eigenen Gucci-Kollektion), sondern auch an dessen Heimat: Harlem, die Herzkammer afroamerikanischer Kultur in Upper Manhattan. Limitiert auf 500 Exemplare. „Dapper Dan’s

EWS

GUCCI

Exklusiv für Farfetch entwarf Demna Gvasalia eine Kollektion ganz ohne Leder, Pelz oder Daunen – dafür mit Botschaft: Rettet die vom Aussterben bedrohten Tiere! Zur Verdeutlichung der Message ließ der Designer Illustrationen besonders gefährdeter Arten (hier der Riesenpandas) auf Taschen und Hoodies drucken. Zum Launch am 29. Januar spendete Balenciaga außerdem großzügig an die International Union for Conservation of Nature. Natürlich gut! Jacke, 1 290 €, Tasche, 615 €, Hose, 670 €, Sneakers, 700 €

Fotos: Courtesy of Gucci & Dapper Dan/Ari Marcopoulos, Courtey of Balenciaga, Courtesy of Uniqulo

Harlem“, IDEA, 180 €

UNIQLO

Wer stylische Essentials sucht, kommt an Christophe Lemaires Entwürfen für Uniqlo nicht vorbei. Seit vier Jahren begeistert der ehemalige Hermès-Artistic-Director mit seinen „Uniqlo U“-Kollektionen für den japanischen Mode-Giganten. Dieses Frühjahr im Fokus: relaxte Oversize-Silhouetten und eine höchst kombinierbare Farbpalette zwischen warmen Erdtönen und leuchtenden Farben. Seit 31. Januar über uniqlo.com 106

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ICONS

CLASSIC METAL

Selbst das durchdachteste Reise-Outfit verliert an Glaubwürdigkeit, wenn man mit einem abgewetzten Weichschalenkoffer am Check-in-Schalter steht. Wer auch in Sachen Gepäck einen stilvollen Auftritt hinlegen möchte, setzt auf silberglänzende Aluminium-Trolleys – modern interpretiert oder im Retro-Look mit Griffen und Beschlägen aus Leder. Ein Upgrade für jeden Look!

Von oben nach unten: Tumi 1 045 € Globetrotter 2 575 € Rimowa 840 €

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MICHELE DI DIO

STYLING

SHARINA LICHTL

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THE NEW YOU

Knallige Farben, lässige Schnitte, aufregende Details – die besten Looks aus den Frühjahr/Sommer-Kollektionen der wichtigsten Designer

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MARCUS OHLSSON 108

Styling

TOBIAS FRERICKS


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Linke Seite

PRADA Sakko 2 100 € Hemd 490 € Rollkragenpullover 350 €

Diese Seite

COMME DES GARÇONS HOMME PLUS Sakko 1 250 € Hose 470 € Hemd 245 €

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FASHION

GUCCI Sakko 2 200 € Hose 550 € Hemd 490 €

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PHILIPP PLEIN Anzug 1 495 € Boots 4 500 €

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MERT & MARCUS × DSQUARED2 Top und Hose, beides Preis auf Anfrage

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VERSACE Sakko, 1 495 €. Hose, 395 €. Pullover, 395 € GQ. M ÄR Z 201 9

Sneakers, ASICS, 140 €

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LOUIS VUITTON Weste 2 500 € Hemd 650 € Hose 1 100 €

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FASHION

CELINE Sakko, 2 000 €. Hose, 690 €. Hemd, 650 €. Krawatte, 145 €. Brille, 320 € 116

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MICHAEL KORS Sakko, 1 000 €. Hemd, 265 € GQ. M ÄR Z 201 9

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FASHION

DIOR MEN Sakko 3 700 € Hose 1 750 € Tanktop 800 €

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BURBERRY Trenchcoat 1 390 € T-Shirt 320 € Hose 590 €

GROOMING: Michael Harding; MODEL: Sean O’Pry/ VNY Models; DIGTAL-TECH: Max Rovenko; FOTO-ASSISTENZ:

Sebastian McCluskey & David Gilbey; CASTING DIRECTOR: Stephan Dimu; PRODUKTION: Giulia Zucchetti

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CARE LIFE TECH

Foto: Shutterstock

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J O S I P R A D OV I Ć

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Ex-Bayern-Spieler Douglas Costa ( jetzt Juventus Turin) trägt ein Symbol mit seinen Initialen am Hinterkopf

K O P F B A L L Die Superstars des Fußballs inszenieren sich heutzutage als globale Marke. Dazu gehört auch ein Markenzeichen – die Frisur! Wir erklären die außergewöhnlichsten Haar-Styles 121


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pektakuläre Dribblings, knallharte Tacklings, millimetergenaue Traumpässe, Tore am Fließband … Mit diesen Talenten kann man vielleicht als guter Fußballer gelten. Aber um ein echter Superstar zu werden, muss man sich heute als Brand inszenieren. Das bedeutet: Man muss auch äußerlich auffallen, unverwechselbar sein. Tätowierte Arme und individuelle Schuhe hat inzwischen fast jeder. Wirklich herausstechen kann man dagegen mit der Frisur: Je spektakulärer, desto besser! Wir haben mit dem Friseur Afrim Malici, zu dessen Kunden Bastian Schweinsteiger oder Niko Kovač gehören, über die Haartrends der Fußballer gesprochen.

DER EXPERTE

Mit seinem Friseursalon „Die mit den Scherenhänden“ ist Afrim Malici seit über 20 Jahren eine Institution im Münchner Glockenbachviertel

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Warum sieht man derzeit so viele extravagante Fußballer-Frisuren? Der Haarschnitt ist zum wichtigen Markenzeichen geworden. Es gibt nicht viele Optionen, wie sich der Einzelne inszenieren, von der Masse abheben kann. Da sind ein markanter Schnitt, eine auffällige Farbe im Haar die perfekte Gelegenheit. Es reicht heute nicht, nur gut zu kicken, die Jungs wollen eine Marke sein. Eine attraktive Marke braucht einen perfekten Haarschnitt. Bei manchen Spielern hat man das Gefühl, es gehe ihnen mehr um den Look als um den Sport. Das ist Quatsch. Fußballer sind moderne Gladiatoren. Alles, was sie sagen und tun, wird beobachtet und kommentiert. Ich finde es normal, dass erwachsene Männer auf sich achten, vor allem und besonders, wenn sie ständig in der Öffentlichkeit stehen. Jeder von uns möchte gepflegt aussehen und für etwas stehen. Der eine ist exzentrisch, der andere zurückhaltend. Sind exzentrische Haar-Styles ein neuer Trend? Nein, das gab es schon immer! Der Kolumbianer Valderrama hatte diesen blonden Lockenkopf, für den ihn jeder Fan auf der Welt feierte, der Italiener Roberto Baggio war bekannt für sein Zöpfchen. Heute heißen die Hauptdarsteller eben Neymar, Ronaldo und Pogba. Die Anzahl derer, die sich etwas trauen, ist heute sicherlich höher als früher. David Beckham hat da vieles ausgelöst. Was genau hat Beckham verändert? Er hat der heutigen Generation stilmäßig alle Türen geöffnet und ist zurecht eine Mode-Ikone. Auch bei seinen Haarschnitten war er mutig, hat ständig Neues ausprobiert und sich nie auf einen Look festlegen lassen. Er hat sich immer wieder neu erfunden, das hat ihn zu einer echten Marke gemacht. Welcher aktuelle Fußballer ist mit Beckham vergleichbar? Neymar. Er wagt auch viel und probiert sich aus. Kurz, lang, Rastazöpfe. Er macht, worauf er Lust hat. Kommen männliche Kunden zu Ihnen, um sich aktuelle FußballerFrisuren nachschneiden zu lassen? Vor allem die Jüngeren orientieren sich an den Fußball-Helden. Da wird viel mit Farbe experimentiert, unterschiedliche Symbole in die Haare rasiert. Da wird uns auch oft ein Foto von Ronaldo, Boateng oder Pogba hingehalten. Die ältere Generation ist zurückhaltender. Was aber auffällt: Männer gehen heute öfter zum Friseur als früher! GQ. M ÄR Z 201 9

Fotos: Daniel Mayer, ddp, dpa

FRISUREN


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M I L I TA R Y C U T

K YLIAN MBAPPÉ

TH E FA D E

CRISTIANO RONALDO

Derzeit tritt der Juventus-Turin-Star, zumindest frisurentechnisch, überraschend unauffällig auf. Haarlänge und anrasierter Übergang (Fachbegriff „Fade“) sind sehr akkurat und gepflegt, nichts schreit nach Aufmerksamkeit. Der sonst so eitle Ronaldo will mit seinem Kurzhaarschnitt offenbar auch die letzten Zweifler überzeugen, dass es ihm nur darum geht, der Beste zu sein.


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FRISUREN P

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JÉRÔME BOATENG

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Der Bayern-Star variiert kaum die Länge, dafür öfter die Farbe (mal Grau, mal blonde Spitzen) und Struktur: mal Naturwelle, mal glatter Seitenscheitel. Die Seiten sind dabei immer getrimmt.

LORIS KARIUS Unkompliziert, pflegeleicht und gleichzeitig sehr markant. Der Dutt (auch: Man-Bun) des Besiktas-Keepers hält bei langen Haaren alles zusammen. Ideal bei glatten Haaren, strahlt Ruhe und Coolness aus.

F A D E & R A S TA

NEYMAR 124

PAUL POGBA Nummern, Initialen, Sterne, Leopardenmuster. Es gibt nichts, was sich der ManU-Star nicht in seine Frisur rasieren oder färben lässt. Dafür verbringt er jede Woche mehrere Stunden im Friseurstuhl.

Fotos: Action Press, dpa, pro imago, Getty Images (3), ddp, Shutterstock

CAN

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Der Exzentriker kennt keine Grenzen. Grelle Farben, wilde Rasuren, persönliche Botschaften, chemische Glättung, und all das oft auch in einem Look vereint. Der Arsenal-Stürmer provoziert gewollt mit ständig neuen Frisuren und stellt seinen Friseur und auch das Publikum vor neue Herausforderungen.

IR

KU „OL ASE

PIERRE−EMERICK AUBAMEYANG

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H I G H -T O P

MARCO REUS

ARTURO VIDAL

Angelehnt an den Undercut trägt der BVB-Spieler oben lang, seitlich kurz. Der harte Übergang gibt der Frisur Charakter, die blonden Strähnen verleihen dem Schnitt die Frische.

Der Chilene und Barca-Star trägt aufgrund seines Spielstils den Spitznamen „Der Krieger“ und unterstützt seinen Ruf seit Jahren mit seinem Irokesenschnitt. Ein Beispiel, wie der Haarschnitt das Image k k verstärken kann.

FRO

LEROY SANÉ

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Unser Kolumnist arbeitet für die Spielerberater-Agentur SportsTotal (u. a. Toni Kroos und Marco Reus). Er schrieb die Bestseller „Mythos Real Madrid“, „Die Paten der Liga“ und Mesut Özils Autobiografie

BUNDESLIGA BACKSTAGE VON KAI PSOTTA

Was vor einem Multimillionen-Transfer abläuft? Der reinste Agententhriller! Noch ein letztes Mal schaue ich auf den geheimen Ablaufplan, den außer mir nur noch zwei andere Personen kennen. Checke zum x-ten Mal, ob ich alle Eventualitäten eingeplant habe, sodass bei unserer Mission nichts würde schiefgehen können. Der Trainer, von dem bloß keiner wissen darf, dass er nach München reist, wird zuerst in einem Drive Now in der kleinsten Wagen-Kategorie, einem Mini Cooper, ankommen. Die Adresse wird er selbst mithilfe des Navis ansteuern. Zu groß ist das Risiko, zu einem geschwätzigen Taxifahrer ins Auto zu steigen, der nur Minuten nach dem Aussteigen die Identität samt Zielort der Münchner Boulevardpresse verrät. Der Fußballer, von dem bloß keiner wissen darf, dass er in München ist, wird 20 Minuten später am Ziel eintrudeln. Die Fernbedienung, mit der er in die private Tiefgarage fährt, habe ich ihm schon zuvor per Post zuschicken lassen. Die Strecke von der Autobahnabfahrt entlang der Tramschienen bis zum Endpunkt bin ich viermal abgefahren und habe sie für den Profi-Kicker extra abgefilmt, damit bei seiner Anreise ja nichts schiefgehen kann. Der Trainer, der gleich anreist, würde medial für sehr viel Aufsehen sorgen, würde er durch einen dummen Zufall in München 126

entdeckt werden. Und noch höhere Wellen würde es schlagen, würde er zusammen mit dem Spieler gesehen werden. Diese Zusammenkunft muss also höchst geheim ablaufen. Daher auch diese akribischen Vorbereitungen. Mein Chef Volker Struth hat kürzlich im GQ-Interview gesagt: „Solche Treffen müssen sehr diskret laufen. In unserem Business gehen Geschäfte schon mal kaputt, wenn sie zu früh in der Öffentlichkeit sind.“ Und ich war Experte darin, Geheimtreffen auffliegen zu lassen: 15 Jahre habe ich bei „Sport Bild“ und „Bild“ gearbeitet. Immer wenn es auf die Transferphase zuging, stellten sich meine Antennen auf. Ich kannte sämtliche Autokennzeichen von Bayern-Spielern auswendig. Aber natürlich auch von den Autos, mit denen die VereinsFahrer Bruno Kovacevic und Giuseppe

DER TRAINER hat es – mit Cap und Sonnenbrille getarnt – unerkannt durch die Tief− garage in die KONSPIRATIVE WOHNUNG geschafft …

Flotta unterwegs waren, um neu ankommende Spieler abzuholen. Ich war BayernJäger! Ausgerüstet mit einem ausgeklügelten Netzwerk. Mit Informanten rings um die Praxis von Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, damit ich immer wusste, wenn neue Stars kamen, um ihren Medizincheck zu absolvieren. Mit Hinweisgebern am Flughafen. An Hotelrezeptionen. In der Taxizentrale. Es war wirklich eine Jagd. Höchst anstrengend. Und manchmal auch höchst frustrierend. 2018 habe ich dann die Seiten gewechselt. Als Spielerberater bin ich nun nicht mehr der Jäger, sondern der Gejagte. Entsprechend akribisch versuche ich alles, um das Risiko, entdeckt zu werden, zu vermeiden. Hotels sind für mich tabu. Zu viele Mitarbeiter, die plaudern könnten. Und wie bereits erwähnt sind Taxifahrer auch nicht unbedingt die Verschwiegensten. Also muss das Treffen in einer privaten Wohnung stattfinden. Wo es eine direkte Verbindung zwischen Wohnung und Tiefgarage gibt. Und wo man sicher sein kann, dass keine Nachbarn plaudern. Und vor allem darf der Besitzer nicht damit prahlen, dass auf seinem Sofa an diesem Nachmittag zwei ziemlich prominente Menschen gesessen haben. Der Trainer, von dem bloß keiner wissen darf, dass er in München ist, hat sich minutiös an unseren Zeitplan gehalten. Er hat den Wagen auf Stellplatz 256 geparkt. Es – mit Cap und Sonnenbrille getarnt – unerkannt durch die Tiefgarage in die konspirative Wohnung geschafft. Der Fußballer, von dem bloß keiner wissen darf, dass er in München ist, ist 23 Minuten später auf Stellplatz 280 gefahren und ist ebenfalls unerkannt durch die Tiefgarage bis in die Wohnung gekommen. Die beiden haben sich eine Stunde und 47 Minuten unterhalten. Sind anschließend nacheinander aus der Wohnung raus. Oft habe ich in diesem Gespräch gezuckt und gedacht: „Wenn das jetzt ein Journalist gehört hätte, was wäre das für eine Story.“ Aber noch viel häufiger habe ich gedacht: wie geil, dass diese beiden Menschen nun dank meiner Unterstützung hier sitzen und reden. Dass sie ihr Fußball-Knowhow verschmelzen lassen. Und dass Sie, wenn sich die Club-Bosse einigen, bald miteinander arbeiten werden. Ich war Jäger. Nun bin ich der Gejagte. Noch steht es im Katzund-Maus-Spiel mit den Medien 1:0 für mich. GQ. M ÄR Z 201 9

Illustration: Jan Steins

FUSSBALL


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FOOD

DER KÜCHENCHEF VON PETER PRASCHL

CROQUE MONSIEUR für 4 Personen

Zutaten

Was hat Croque Monsieur mit Sex zu tun?

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EL Butter EL Mehl ½ l Milch 1 TL mittelscharfer Senf 1 Prise geriebene Muskatnuss Salz und Pfeffer 8 Scheiben Briochebrot (oder Weißbrot) 8 Scheiben gekochter Schinken 8 Scheiben kräftiger Käse (Gruyère oder Ähnliches) 3

Zubereitung

Peter Praschl ist immer am Herd des Geschehens. Hier teilt er seine Gedanken über die Welt und wie sie uns schmeckt

„Es geht nicht um den Geschmack, es geht um das Mundgefühl. Der Käse ist fester und praller als die Béchamelschicht, aber dennoch elastisch. Wenn man eine attraktive Haut haben wollte, müsste sie sein wie geschmolzener Käse auf einem Croque. Zart glänzend, voller Spannung, elastisch, nicht ausgetrocknet.“ „Der Käse zieht Fäden“, sagte ich. „Die Frau nicht.“ „Wenn sie sich gut fühlt, sehr wohl.“ „Und der Schinken? Und das Brot?“ „Das Brot ist der Körper des Croques, das ein wenig Härtere und Widerständigere unter dem Käse und unter der Béchamel. Das Brot ist also gewissermaßen das Skelett, und wie jeder weiß, ist etwas ohne Skelett formlos. Der Schinken? Der Schinken ist eben da, so wie immer etwas da ist, was man in Kauf nehmen muss, wenn man vom Glück kosten will. Also: Einen Croque Monsieur essen ist, wie eine Frau in den Mund zu nehmen. Das kannst du super deinen Lesern verticken.“ „Du bist irre“, sagte ich. Und dann machte ich ihr einen Croque.

1 Ofen auf 230 Grad vorheizen. 2 Die Béchamelsoße zubereiten: In einem kleinen Topf die Butter bei mittlerer Hitze zerlassen. Das Mehl dazugeben und zu einer glatten Mehlschwitze verrühren. Zwei Minuten abkühlen lassen. Mit der Milch in Etappen aufgießen und mit einem Schneebesen gut verrühren. Kochen lassen, dann unter ständigem Rühren zwei bis drei Minuten eindicken lassen. Die Béchamel sollte cremig sein und nicht klumpen. Mit Senf, Muskat, Salz und Pfeffer abschmecken. 3 Jeweils eine Scheibe Brioche oder Weißbrot mit der Béchamel bestreichen, mit Schinken und Käse belegen und ein zweites Mal mit der Soße bestreichen. Zehn bis 15 Minuten lang im Ofen backen, bis der Käse geschmolzen und die Soße schön gebräunt ist.

GQ. M ÄR Z 201 9

Illustrationen: Olivier Kugler, Jan Steins (Porträt)

„Ich schreibe jetzt Insights, das ist viel besser als blöder Journalismus“, erzählte sie. „Solltest du vielleicht auch mal probieren. Gerade habe ich beschrieben, wie befriedigend es ist, einen großen Löffel in Pudding zu stecken. Beim Meeting haben mich alle verstört angesehen. Das ist das Seltsame an den Leuten, mit denen ich es jetzt zu tun habe. Einerseits wollen sie, dass man sich hineindenkt in die Glücksgefühle, von denen der Kunde fantasieren soll, er soll sich ja einbilden, dass er ohne Pudding nicht weiterleben kann. Andererseits darf man das nie so vortragen, als würde man es ernst meinen. Immer ironisch bleiben, wir sind ja coole Werber, die auf ihren eigenen Kram nicht hereinfallen. Ich finde es besser, nicht ironisch zu sein. Und was machst du so?“ „Ich schreibe immer noch meine FoodKolumnen“, sagte ich. „Diesmal über Croque Monsieur. Wenn dir dazu etwas einfiele, wäre ich dir übrigens dankbar.“ „Easy“, sagte sie und schloss die Augen. Dann sagte sie: „Fühlt sich im Mund an wie eine Frau.“ „Wieso das denn?“ „Deine Kolumne lesen doch immer noch heterosexuelle Männer“, sagte sie. „Was hat das denn damit zu tun?“ „Alles hat immer mit Sex zu tun“, sagte sie. „Aber das kapierst du einfach nicht. Deswegen hat es auch nie geklappt mit uns beiden. Du wolltest immer reden und kochen und essen, statt mit mir im Bett zu liegen.“ „Ein Croque Monsieur fühlt sich im Mund ganz sicher nicht an wie eine Frau“, sagte ich. „Oh doch“, sagte sie. „Das Wichtigste am Croque ist diese Béchamelschicht, ohne Béchamel wäre er ja bloß ein Schinken-KäseToast. Du hast also diese weiche, subtile Schicht Béchamel mit einem Hauch von Muskat, und das ist eine total tröstliche Konsistenz. Und dazu hast du noch den Käse …“ „Der Vergleich von Frauen und Käse ist das todsichere Rezept für einen Shitstorm“, sagte ich.

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Unser Autor berichtet über die interessantesten RestaurantEntdeckungen

JETSET FOODIE

Fotos: Patrice Mestari, Courtesy of Le 1947 Yannick Alléno, Courtesy of Marc Veyrat, Courtesy of Koori restaurant at L‘Apogée Couchevel; Illustration: Jan Steins

VON CLARK PARKIN

Die besten Restaurants rund um Courchevel Das Auge isst mit, sagt man. Doch was dieser so lapidar dahingesagte Satz wirklich bedeutet, wurde mir an einem Wochenende in den französischen Alpen vor Augen geführt. Courchevel ist nicht nur der teuerste Skiort der Welt mit der höchsten Dichte an von Michelin besternten Restaurants. Er ist für mich auch 2 der eleganteste. Das fängt bei der Inneneinrichtung eines so großartigen Hotels wie des „L’Apogée“ an. Restaurant und Lounges wurden von dem Go-to-Designer der Modewelt, Joseph Dirand, eingerichtet, die Zimmer von der ebenso gefragten India Mahdavi. Das Ergebnis ist ein dezent alpiner Chic mit viel Pariser Flair, den anderswo üblichen Alpenkitsch sucht man hier vergebens. Die moderne französische Art, den Luxus stilvoll zu feiern, ist auf der Welt eben einzigartig. GQ. M ÄR Z 201 9

1 L’Apogée 5 Rue Emile Allais 73120 Courchevel Tel.: +33 479 040 104 oetkercollection.com 2 Le 1947 Le Jardin Alpin 73120 Courchevel Tel.: +33 479 005 050 yannick-alleno.com 3 La Maison des Bois Col de la Croix-Fry 74230 Manigod Tel.:+33 450 600 000 marc-veyrat.fr 4 Flocons de Sel Megève Tel.: +33 450 214 999 floconsdesel.com

Auch in der Küche. Im „L’Apogée“ gibt es mit dem französisch-lässigen „Le Comptoir“ ein perfektes Restaurant für jeden Tag, manchmal reicht eben ein gutes Trüffelrisotto oder ein exzellentes Filetsteak mit Sauce béarnaise, alternativ gibt es mit dem „Koori“ ein SushiRestaurant mit french touch. Für die Abende, an denen man doch einmal auswärts essen möchte, gibt es im Ort neben dem dreifach besternten „Le 1947“ meines Pariser Lieblingskochs Yannick Alléno („Ledoyen“) sechs weitere Ein- und Zwei-Sterne-Restaurants, die hier aufzuzählen der Platz fehlt. Erweitert man den Radius etwas, wird Courchevel nur noch mehr zum Foodie-Paradies. Da wäre beispielsweise das „La Maison des Bois“ in Manigod auf 1800 Metern, in dem Marc Veyrat seine genial-regionale Wildkräuterküche weiterführt, mit der er in den späten 90ern geistiger Vater der New-Nordic-Bewegung wurde. Eine Kräuterwanderung mit dem Chef in den Bergen und ein unvergessliches Dinner voller unbekannter neuer Geschmäcker in seinem Restaurant am Lac d’Annecy waren vor vielen Jahren mein persönliches Erweckungserlebnis, das mir die Drei-Sterne-Liga erschloss. Seine drei Michelin-Sterne hat er auch hier oben im letzten Jahr wieder erhalten, einer wurde ihm gerade aberkannt. Im ehemaligen Standort in Veyrier-du-Lac kocht jetzt mit Yoann Conte einer seiner langjähri-gen Schüler. Das Restaurant liegt praktischerweise auf dem Weg zum Flughafen Genf. Einen Abstecher nach Megève wiederum lohnt sich für einen Besuch bei einem weiteren ehemaligen Veyrat-Schüler. Emmanuel Renauts dreifach besterntes „Flocons de Sel“ gehört für mich zur absoluten Weltspitze. Seine Schwarzwurzelspaghetti mit Lardo und Périgordtrüffel sind ein Once-in-a-lifetime-Erlebnis.

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AUTO

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TRAUMFABRIK

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Foto: Lennen Descamps

Der FXX K mit unglaublichen 1 050 PS ist die RennwagenVersion des LaFerrari. Der Preis ist ebenso gigantisch wie die Pferdestärken: circa 2,4 Millionen Euro

Rund 9 000 Ferraris verlassen pro Jahr die HightechManufaktur in Maranello – die schnellsten (und teuersten) sind einem sehr exklusiven Kundenkreis vorbehalten GQ. M ÄR Z 201 9

TEXT

CHRISTOPH EISENSCHINK

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AUTO

D

er erste Ferrari, ein 125 S, rollte 1947 durch ein quadratisches Tor an der Via Abetone Inferiore in Maranello. Der historische Eingang zum Firmengelände steht noch immer in der Gemeinde südlich von Modena, die Enzo Ferrari Anfang der 40er-Jahre als Firmensitz auserkor. Hinter der unscheinbaren Fassade erstreckt sich auf gigantischen 165 000 Quadratmetern ein Gebäudekomplex – ehrfürchtig Cittadella Ferrari genannt. Bis auf die Karosserien, die aus der Carrozzeria Scaglietti in Modena stammen, werden alle Komponenten eines Ferraris – von den Motor-Gussteilen bis zu den Lederbezügen – vor Ort angefertigt und in der Montagehalle, einem imposanten Bau aus Stahl und Glas des Star-Architekten Jean Nouvel, zusammengefügt; im Erdgeschoss die Modelle mit Achtzylindermotor wie der 488 Pista; im Obergeschoss die PS-Monster mit Zwölfzylinder wie der 812 Superfast. Im 90-Minuten-Takt transportieren Hängebahnen die Autofragmente von einer Station zur nächsten, wo Mechaniker in feuerroten Overalls sie nach und nach in Luxus-Sportwagen mit dem cavallino rampante, dem sich aufbäumenden Pferd auf der Motorhaube, verwandeln – rund 9 000 im Jahr in Serie.

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Rechts: Ein 488 GTB bei der Montage Unten: Viele Besitzer lagern ihr Formel1-Auto in Maranello. Um fahrtüchtig zu bleiben, werden die Boliden von Experten gewartet

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Fotos: Lennen Descamps

Die rasantesten Ferraris aber gibt es nur limitiert – und für ein Vermögen. Ein Rennwagen der XXReihe kostet bis zu 2,4 Millionen Euro. Das ist nur etwas für ultrareiche PS-Junkies, die sich mit Gleichgesinnten auf Rennstrecken messen wollen, eine Straßenzulassung besitzen FXX K & Co. nämlich nicht. Noch mehr Power? Geht! Über das F1-Clienti-Programm gibt es seit 2003 die Möglichkeit, ausgediente Formel-1-Autos zu kaufen und damit an eigens organisierten Rennen auch auf Formel-1-Strecken teilzunehmen. Über die genauen Kosten hüllen sich die Italiener in Schweigen. Der Durchschnittspreis soll bei 2,5 Millionen Euro liegen – für ein Weltmeister-Auto dürfte deutlich mehr fällig werden. Umlackieren oder Neubekleben der F1-Flitzer ist tabu. Auf den älteren Fahrzeugen findet sich deshalb noch immer das Marlboro-Logo, das über Jahrzehnte die Optik der Formel-1-Wagen der Scuderia Ferrari prägte. Die Tabakwerbeverbote in den 2000ern ließen das Logo verschwinden. Enzo Ferrari war ohnehin nie ein Fan: „Ein Ferrari raucht nicht!“ – aber ohne die Sponsoring-Millionen wäre der Formel-1-Zirkus schwer zu finanzieren gewesen. Seit über 45 Jahren unterstützt der Tabakkonzern Philip Morris den Ferrari-Rennstall. Im Februar letzten Jahres gaben die Unternehmen bekannt, ihre Partnerschaft bis 2021 zu verlängern – unter anderen Prämissen. Seit 2008 investiert Philip Morris in die Entwicklung von HeaterProdukten wie Iqos, die Tabak nicht verbrennen, sondern nur erhitzen, um das enthaltene Nikotin zu lösen. Da gesundheitsschädliche Chemikalien vor allem bei der Verbrennung entstehen, bietet Iqos eine weniger schädigende Alternative für Menschen an, die nicht auf Nikotin verzichten wollen. Ob damit in Zukunft auf Formel-1-Autos geworben werden darf? Wird sich zeigen. GQ. M ÄR Z 201 9

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AUTO

STREET STYLE

VON ALEXANDER STILCKEN

Es ist recht müßig, sich darüber Gedanken zu machen, was moderne Männer von einem perfekten Auto erwarten. Vergleichbar sinnlos wäre die Aufforderung an einen Hund, sich doch bitte für ein Lieblings-Stöckchen zu entscheiden. Weil es die eine perfekte Wahl nie gibt, weil es immer auf die Situation und vor allem die vielen, vielen Verlockungen da draußen ankommt. Der Mini Cooper S beispielsweise ist für all jene Augenblicke ziemlich ideal, in denen man auf den ersten Blick Bescheidenheit, zugleich aber auch endlose Möglichkeiten und schiere Kraft demonstrieren möchte. Der Mini, der in diesem Jahr seit 60 Jahren den Straßenverkehr verschönert, ist schließlich nur noch dem Markennamen nach klein. Er ist ganz sicher nicht das zierlichste Automobil auf den Straßen und auch nicht die günstigste Lösung, aber gerade in seinen hochmotorisierten Varianten war er es, der Konkurrenten wie dem Fiat 500 Abarth oder auch Smart Brabus einen Absatzmarkt bereitete. Mit dieser britischen Ikone durch die Stadt zu flitzen ist eben nicht nur Understatement, es ist auch Grandezza auf kleinstem Raum. Bei der Ausstattung des Testwagens überwältigt allemal das Gefühl, dass da jemand einfach mal „einen mit allem, was es gibt“, bauen wollte. Mit dem Head-up-Display fängt das an und gipfelt in: der Rückfahrkamera. Bei einem Mini! Aber genau so muss sich ein Auto präsentieren, das sich im Fuhrpark eines durchs Leben schießenden Möchtegern-James-Bond ebenso gut macht wie in dem 134

L E ISTUNG

192 PS

0–100 KM/H

5,7 Sekunden P RE IS

ab 25 600 € VERB R AU CH

6,5 Liter/ 100 km

Unser Kolumnist schreibt hier über aufregende Abenteuer on the road

eines seniorigen Multimilliardärs mit Nackenstarre. Auch deshalb will man das Navigationssystem per Sprachsteuerung am liebsten umgehend auf den vornehmen Hamburger Anglo-German Club aufmerksam machen, aber nachdem man den Sportmodus der Automatik entdeckt hat und das Gokart-Fahrgefühl im Wagen nun von einem noch agileren Sound begleitet wird, entscheidet man sich dann doch lieber für ein paar Extrarunden durch die Stadt. Das Doppelkupplungsgetriebe schaltet präzise, und das Ego hinterm Steuer wähnt sich mitunter in einem exklusiven Sportwagen. Den komplett subjektiven GQ-Alltagstest bewältigt der Cooper S dabei nahezu mühelos: Beifahrerinnen sind angetan, parken lässt er sich fast überall, die Anmutung der Materialien und Armaturen ist ebenso verspielt wie hochwertig – eine Mischung aus Gentlemen’s Club und Kampfjet-Cockpit. Allein: Die Kiste mit zwölf Flaschen Wein für die nächste Feier passt dann doch nur auf die Rückbank, nicht in den Kofferraum. Aber als großer Transporter ist der Wagen eben auch nie gebaut worden. Wer mehr Platz braucht, kann auf den Clubman aus der über die Jahrzehnte gewachsenen MiniFamilie ausweichen. Der Klassiker aber ist und bleibt der Dreitürer, und wie groß der Mythos dieses Wagens ist, zeigt sich nach einem Dinner im „Hotel Vier Jahreszeiten“. Dort hat der Pförtner den „Solaris Orange Metallic“ funkelnden Wagen direkt am Ausgang der Garage vor seiner Loge geparkt – während im Hintergrund die deutlich größeren und kostspieligeren SUVs und Limousinen zu einer dunkelblau-grau-schwarzen Melange verblassen. Das ist wahre Größe. GQ. M ÄR Z 201 9

Illustrationen: Paul Rogers, Jan Steins (Porträt)

Unterwegs mit einer echten Ikone: Der Mini wird 60!

FACTS


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DUFT

BLAUE STUNDE Interview mit Véronique Nyberg, Parfümeurin

Womit assoziieren Sie den Duft? Mit der Kino-Adaption „Eat Pray Love“ von Elizabeth Gilberts Buch. Ich liebe diesen künstlerischen Ausdruck von unstillbarem Hunger – auf Wein und gutes Essen, auf andere Menschen, auf das Leben an sich …

Wem steht’s? Dem eleganten Typ, der im Oldtimer-Cabrio eine Zypressenallee hinunterdonnert. Aber zieht er sein Sakko aus, sieht man seine tätowierten Arme, plötzlich wirkt er sexy, verführerisch, tough. Wie unser Model der Kampagne, André Hamann.

An welche Musik erinnert der Duft? Mein Parfüm spielt mit schokosüßer Haselnuss, mit rauchigen Ledernoten. Erinnert mich sehr an David Bowies „Under Pressure“: sexy, aber auf eine unkonventionelle, rebellische Art.

Welches Tier wäre der Duft? Ein Windhund. Nicht umsonst ist das elegante Kraftpaket das ikonische Wappentier von Trussardi.

Wonach riecht’s? Nach Rum und Leder, nach Mailand, nach einem Aperitif mit den besten Freunden. Nach Motorradfahren und italienischem Lebensgefühl. Keine Zwänge, keine Regeln, alles ist erlaubt – nein, noch besser: Alles ist möglich!

Trussardi „Riflesso Blue Vibe“, 91 €

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Italienische Düfte gibt es viele. Aber keinen, der exakt jenen Augenblick einfängt, in dem ein Tag zu Ende geht und die warmen Sonnenstrahlen weichen müssen, um Platz zu machen für eine andere Temperatur: Leidenschaft, Sex, die Hitze der Nacht. Star-Parfümeurin Véronique Nyberg über ihr neues Meisterwerk: eine Hommage an die Dämmerung. I L L U S T R AT I O N

JÖRN KASPUHL

GQ. M ÄR Z 201 9

Foto: Courtesy of Trussardi

Augen zu – was sehen Sie? Die pulsierende Metropole Mailand. Um genau zu sein: Mailand im Abendlicht. Die Reise des Tages hinüber in die Nacht, in die Zeit der Zärtlichkeit und Erotik.


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CARE 1 Duft meets Design: Durch die Wärme eines Teelichts entfaltet der skulpturale „Brass Oil Burner“, 145 €, Noten von AtlasZeder und Zitronengras. „Béatrice“-Duftöl, 31 €, beides von Aesop

3 Bartöl weitergedacht: „Barber of Athens“ pflegt nicht nur, sondern hinterlässt deutlich markante Duftspuren von Zypresse und Balsam-Tanne. Oak, 30 €

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2 Kerze in weißer Keramikschale mit Ledergurt und goldfarbenem Deckel: so schick, so köstlich – mit Aromen von Patschuli und Zeder. „Feuilles d’Or Kerze“, Louis Vuitton, 175 €

3 F E HL ER , D I E SI E B EIM

ZÄHNEPUTZEN MACHEN

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von Dr. Thomas Seifert, Zahnarzt und GQ-Experte (zmz-aschaffenburg.de) 1. NACH DEM ESSEN ZÄHNE PUTZEN

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Hörten wir als Kinder wahrscheinlich alle, ist aber so nicht richtig. Denn Säfte, Obst und Softdrinks enthalten Säuren, die Mineralien aus dem Zahnschmelz lösen. Gleiches passiert, wenn Bakterien Essensreste insbesondere Zucker verarbeiten. Wer jetzt die Zähne putzt, reibt Zahnschmelz ab! Deswegen nach jeder Mahlzeit eine Stunde warten, dann erst putzen.

2. MIT WASSER SPÜLEN

Foto: Andreas Achmann; Illustration: Felix Wetzel

6 6 Die Luxushotelkette „Aman“ übersetzt ihre Spa-Expertise auch in Pflegeprodukte: Das „Grounding Body Oil“ entspannt und mildert Stress mit Bernsteinöl und Sandelholz. aman.com, 120 €

5 Klassischer Raumduft mit Holzstäben im Diffuser verbreitet eine edle Duftaura aus Leder, Grapefruit und Tonkabohne. „Tuscan Creations La Commedia Diffuser“, Salvatore Ferragamo, 100 €

4 Aktuell die coolsten Handseifen der Welt: „Suede“ riecht nach Moschus und Pflaume, „Rose“ nach ebensolcher und roten Beeren, „Vetyver“ nach MateTee und Süßgras. Byredo, je 30 €

WELLNESS 4.0

Männlich, das heißt heute zum Glück nicht mehr nur hart und herb. Das gilt natürlich auch für Duft und Pflege: Das perfekte Gentleman-Badezimmer ist eine Spa-Area mit wohlriechenden Ölen, Seifen, Diffusern und Aromakerzen – wir empfehlen diese hier. GQ. M ÄR Z 201 9

Fluoride in der Zahnpasta hemmen das Wachstum von Bakterien im Mund und unterstützen die Zähne bei der Remineralisation. Wenn man nach dem Putzen den Mund nicht ausspült, können sich diese Fluoride an die Zähne anlagern und werden zum Schutzschild!

3. DIE ZAHNBÜRSTE HERUNTERROCKEN Wir reden jetzt gar nicht von Hygiene. Nach hundertmal Putzen sind die Borsten einer Zahnbürste einfach hinüber. Das heißt, sie reinigen nicht mehr sanft, sondern schmirgeln aggressiv Zahnschmelz ab.

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Der Brite ist Gründer der Virgin Group – einem globalen Konzern aus mehr als 60 Unternehmen

BRANSONS BUSINESS RULES VON SIR RICHARD BRANSON

Sie wollen so richtig erfolgreich sein? Dann nehmen Sie Urlaub! Urlaub … Diese Zeit, in der es Unternehmern und Geschäftsführern ganz besonders schwerfällt, mal das Smartphone abzuschalten. Allerdings ist das ja heutzutage wirklich eine Herausforderung: Das Business ist so global wie rasant, jederzeit könnte ein Kollege oder Kunde Sie kontaktieren und eine schnelle Antwort erwarten. Wenn ich mich mit anderen Geschäftsleuten treffe, frage ich sie manchmal, ob sie ihre Arbeitstage anders strukturieren würden: Würden sie ihren Job mit jemandem teilen, sich mehr freie Zeit nehmen, flexibler arbeiten? Viele Menschen würden das gern, aber die meisten zögern, solche Gedanken laut auszusprechen, weil sie befürchten, ihr Chef könne sie für faul oder unmotiviert halten. Es ist wichtig, dieses Problem in Angriff zu nehmen – egal ob Sie gerade ein Business gründen oder ein etabliertes Unternehmen leiten. Denn dass Ihre Angestellten motiviert und zufrieden sind, ist nun mal der Schlüssel zum Erfolg Ihres Unternehmens. Meiner Erfahrung (und der unseres Konzerns) nach sollten sich Führungskräfte Auszeiten gönnen, in denen sie außerberuflichen Interessen nachgehen, und sie sollten auch ihren Angestellten die Möglichkeit dazu geben. Dies trägt dazu bei, die wertvollsten

Mitarbeiter zu halten und sie dabei auch noch kreativer und innovativer werden zu lassen. Fragen Sie Ihre Angestellten, wie Sie sie am besten dabei unterstützen können, nicht nur ihre beruflichen, sondern auch ihre privaten Ziele zu erreichen. Manche Mitarbeiter könnten Kandidaten für Job-Sharing sein. Ein Modell, das Ihnen helfen wird, ältere Fachkräfte zu halten, aber auch andere, die nicht Vollzeit arbeiten können: junge Eltern zum Beispiel oder Kollegen, die zu Hause kranke und alte Familienmitglieder pflegen. Es gibt viele Vollzeitangestellte, die ihre Stundenanzahl gern reduzieren würden, und viele Arbeitssuchende, die einen solchen Teilzeitjob annehmen würden. Die Angst von leitenden Angestellten vorm Job-Sharing ist oft, dass sie den Anschluss an neue Entwicklungen in ihren

Bereichen verlieren könnten. Tatsächlich zeigen diese Ängste, was für viele Geschäftsführer die Realität ist: dass sie nämlich überlastet sind, dass Firmen oft zu viel Verantwortung auf eine einzelne Position laden. Mittels Job-Sharing – und übrigens auch einem gerechteren Aufteilen des workload auf mehrere Personen – können Unternehmen sicherstellen, dass Wissen und Erfahrungen besser verbreitet werden. Es ist ebenfalls wichtig, sich die UrlaubsRichtlinien Ihres Unternehmens genau anzuschauen. Leider geben immer noch viele Firmen ihren Angestellten nicht genug Zeit zum Entspannen und Erholen. Wenn Sie Ihre Mitarbeiter davon abhalten wollen, sich freizunehmen, dann fördern Sie damit nichts als Unzufriedenheit und Fehlzeiten. Denken Sie daran: Ihre Großzügigkeit wird sich bezahlt machen! Es gibt immer eine Möglichkeit, auf die Bedürfnisse Ihrer Angestellten einzugehen. Wenn das Geld knapp ist, weil sich Ihr Business noch in der Anfangsphase befindet, können Sie etwa mehr Urlaubstage für eine geringere Bezahlung anbieten. In größeren, etablierten Unternehmen sollte Langzeitangestellten die Option auf ein Sabbatical oder einen unbezahlten Urlaub angeboten werden – was auch immer nötig ist, um die Akkus wieder aufzuladen. Und: Haben Sie keine Angst davor, Ihre Mitarbeiter ab und zu auch mal von zu Hause arbeiten zu lassen. Viele finden, dass sie produktiver sind, wenn sie nicht ständig pendeln müssen und die Ruhe im Homeoffice nutzen können, um sich auf ein Projekt zu fokussieren. Und wenn die Fahrt zum Arbeitsplatz wegfällt, können sie diese Zeit etwa nutzen, um ins Gym zu gehen. Ich weiß, es wirkt in unserer schnelllebigen Business-Welt total kontraintuitiv, Ihren Angestellten – und sich selbst – zu sagen, dass sie sich doch bitte mehr Urlaub nehmen, sich mehr Zeit für die Familie oder für Hobbys schaffen sollen. Aber betrachten Sie die Sache einfach als Pflege des größten Kapitals, das Ihr Unternehmen hat: seiner Angestellten. Wenn Sie deren Bedürfnisse erkennen und dafür Lösungen finden, dann werden Sie einen riesigen payoff in Sachen Kreativität, Enthusiasmus und Teamwork feststellen. Und das sind die besten Voraussetzungen für Erfolge im Business.

Viele würden sich gern mehr freie Zeit nehmen und FLEXIBLER ARBEITEN – aber sie befürchten, ihr Chef könnte sie für unmotiviert halten

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Illustration: Jan Steins; © 2018 Richard Branson. Distributed by The New York Times Licensing Group.

MANAGEMENT


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HOW–TO

GENTLEMAN 2019 DIE BESTE HOSE

Foto: Dirk Bruniecki; Illustrationen: Arthur Mount; Grooming: Philip Lawrenz using Less is More; Styling: Sharina Lichtl: Styling-Assistenz: Lara Werner; Foto-Assistenz: Amelie Niederbuchner; Art Direction: Felix Wetzel; Produktion: Verena Aichinger

Psychologen haben herausgefunden, dass lange Beine bei Männern sexy wirken. Toll ist, dass man auch mogeln kann: Schmale, gerade geschnittene Jeans verlängern die Beine optisch. Gleiches gilt für Bügelfalten. Wichtig: nie den Saum unten umschlagen!

DER BESTE BART

Glatt rasiert ist geil? Das gilt 2019 nicht mehr. Dichte Fünf-Tage-Stoppeln sind trendy – und hot! Sie verleihen dem Träger, das ist sogar wissenschaftlich belegt, eine Aura männlicher Dominanz.

Auto Smart

TRICKS FÜR EINEN COOLEN VIBE GQ Gentleman Lennard Wickel hat nicht nur beste Manieren, Humor und Charme, sondern wirkt auch noch wie ein Profi-Model. Wie wird man so verdammt perfekt? Nun ja, er weiß eben, wie man auf Fotos und im Real Life gleich auf den allerersten Blick beeindruckt: drei Tricks, mit denen Sie als noch attraktiver wahrgenommen werden …

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@ O N LY L E N N A R D

G Q. D E /G E N T L E M A N 2 0 1 8

DAS BESTE FOTO

Wer auf Instagram oder Tinder brillieren will, sollte Emotionen zeigen. Also lieber nicht mit gefrorener Miene in die Kamera schauen. Smile! Gefühle machen attraktiv. Posten Sie Fotos, auf denen Sie Freunde umarmen oder wie Lennard hier verträumt in die Ferne schauen …

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JOHAN ERNST

„DAS UNMÖGLICHE ES DAUERT

Foto: privat

52 Expeditionen durch 168 Länder: Der Schwede Johan Ernst Nilson überquerte mit einem Jetski den Atlantik, paddelte im Kajak von Schweden nach Afrika, tourte vom Nord- zum Südpol und bezwang die höchsten Gipfel aller sieben Kontinente. Im GQ-Interview spricht er über sein Leben am Limit – und verrät, warum es manchmal besser ist, mitten auf dem Weg umzukehren INTERVIEW

CHRISTOPH EISENSCHINK & CLARK PARKIN

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NILSON, Ex plorer

IST MÖGLICH – NUR LÄNGER“

Mann der Extreme: Johan Ernst Nilson 2011 am Startpunkt seiner Tour vom Nord- zum Südpol. Zwölf Monate lang war er unterwegs, auf Skiern, mit dem Fahrrad, auf dem Pferdeschlitten – komplett klimaneutral

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JOHAN ERNST NILSON Wenn Sie gefragt werden, was Sie von Beruf sind, was antworten Sie da? Oh, das ist die Frage, vor der ich mich auf Dinner-Partys fürchte: „Und was machen Sie so?“ Ich sage meistens, ich sei Fotograf, um das Gespräch abzuwürgen. Ich habe in meinem Leben so viele Dinge gemacht: In Paris besuchte ich eine Modeschule, ich schrieb einen Gedichtband, in Stockholm war ich Chef eines Nachtclubs und auch Pianist in einem Luxushotel – ich bin wohl ein verrückter Mix. Und wie kam es, dass Sie dann zum Abenteurer wurden, zum Explorer? Das war 1993, zu der Zeit, als ich im „Grand Hôtel Stockholm“ Klavier spielte. Ich saß dort mit meinem Freund Rikard, der schwer beeindruckt war, dass ich ein Instrument beherrsche. Ich sagte zu ihm, dass man mit genug Motivation und Fokussierung alles schaffen kann. „Na ja, morgen mit dem Rad von Stockholm nach Hamburg fahren, das kannst du nicht“, sagte er. „Natürlich! Ich kann sogar bis in die Sahara fahren, wenn ich möchte. Ich will nur nicht.“ Mein Freund meinte, das sei nur eine Ausrede. Eine Woche später kaufte ich ein Fahrrad und ein Zelt. Und 52 Tage später stand ich in der Sahara und spürte den Wüstensand zwischen meinen Zehen. Als ich zurück nach Schweden kam, fragte ich mich: Wie habe ich das nur geschafft? Das war doch unmöglich! Nun ja, ich habe gelernt, dass das Unmögliche möglich ist – es dauert nur länger. Und wie hat es sich angefühlt, als Sie später auf dem Gipfel des höchsten Berges der Welt standen? Überwältigend. Eine Mischung aus „Ich bin überglücklich, hier zu stehen“ und „Bitte lass mich schnell wieder runter“. 70 Prozent der Leute, die auf dem Mount Everest ums Leben kommen, sterben beim Abstieg. Warum ist das so? Man ist total ausgepowert, die Beine fühlen sich an wie gekochte Spaghetti. Dazu kommt die extreme Müdigkeit. Während des letzten Aufstiegs habe ich 54 Stunden nicht geschlafen. In diesem Zustand neigt man dazu, Fehler zu machen und falsche Entscheidungen zu treffen. Sie begeben sich bei Ihren Expeditionen immer wieder in Lebensgefahr. Setzt da irgendwann ein Gewöhnungseffekt ein?

Oben: Nilson engagiert sich für Leonardo DiCaprios Umwelt-Charity – daraus ist eine enge Freundschaft entstanden Unten: Kampf gegen Wilderer: Im Serengeti-Nationalpark in Tansania gelang es Nilson 2015, bewacht von schwer bewaffneten Bodyguards, über 80 Fallen zu zerstören

Grüße aus der „Death Zone“: Dieses Selfie entstand 2007, kurz bevor Nilson den Gipfel des Mount Everest erreichte

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Fotos: privat

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Man darf nicht immer das Worst-Case-Szenario vor Augen haben, aber man sollte realistisch sein. Vor allem muss man dazu bereit sein umzudrehen. Wissen Sie, nie fühle ich mich lebendiger als bei einer Expedition, aber ich will auch lebendig nach Hause kommen. Deshalb habe ich oft kehrtgemacht. Wenn mir klar wurde, dass es nicht der richtige Zeitpunkt war, habe ich mir gesagt: Ach, ich komme einfach im nächsten Jahr wieder! Und das hat sich für Sie nicht nach Scheitern angefühlt? Nein, ich habe den Erfolg ja nur verschoben! Solange man nicht aufgibt, befindet man sich im Prozess des Gelingens. Sie reisen auch als „Motivational Speaker“ um die Welt. Ist das die Botschaft, die Sie den Menschen mitgeben wollen? GQ. M ÄR Z 201 9

500 Kilometer zu Fuß: Als erster Mensch durchquerte Nilson 2015 den ganzen Serengeti-Nationalpark. Es war der Auftakt zu der Expeditionsreihe „Not a Walk in the Park“, mit der er auf das Schicksal bedrohter Tierarten aufmerksam macht

Ich möchte den Menschen meine Art zu denken vermitteln, damit sie in der Lage sind, Probleme in ihrem Leben besser zu lösen. Sie sollen lernen, wie sie ihren persönlichen Everest erklimmen können. Was immer das auch für sie bedeutet: mit dem Rauchen aufhören, einen neuen Job finden … Sie inspirieren viele Menschen. Wer inspiriert Sie? Jeder, der seine Einstellung ändert und mit alten Gewohnheiten bricht, um sein Leben zu verändern. Persönlichkeiten, die sich dafür einsetzen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Und vor allem: gütige Menschen! Alle wollen Erfolg, aber Güte, das ist ein sehr unterschätzter Charakterzug. Sie sind auch Umweltaktivist, der Klimawandel ist Ihnen ein wichtiges Anliegen. Seit wann beschäftigt Sie dieses Thema? 1998 wurde ich gebeten, für vier Monate in die Antarktis zu fahren und einen Dokumentarfilm über eine Gruppe von Wissenschaftlern zu drehen, die den Klimawandel erforschte. Diesen Begriff hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nie gehört. Ich ließ mich auf das Projekt ein, und die Experten vor Ort erklärten mir ihre Daten. Ich konnte es nicht fassen! Wenn das wahr ist, dachte ich, warum spricht dann keiner darüber? Der Film interessierte zunächst wirklich niemanden, erst nach Al Gores „Eine unbequeme Wahrheit“ fast zehn Jahre später wurde das Thema einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Welche Auswirkungen der Klimawandel hat, das bekommen Sie bei Ihren Touren sehr genau mit, oder? Oh ja! Ich kenne so gut wie jeden Gletscher der Welt. Zu einigen von ihnen bin ich immer wieder zurückgekehrt und konnte sehen, wie stark sie innerhalb von 20 Jahren abgeschmolzen sind. Wie wird das erst in 500 Jahren sein? Oder nehmen Sie meine Ski-Expedition zum Nordpol. Für meine Kinder wird so etwas gar nicht mehr möglich sein, ich musste ja schon im Survival-Anzug von Eisscholle zu Eisscholle schwimmen. Auf dem Rückweg konnten wir in Grönland nicht mal an Land gehen. Statt Eis hatten wir fünf Meilen offenes Meer vor uns. Wie genau sieht Ihr Engagement für das Weltklima aus? Ich unterstütze Charitys auf der ganzen Welt, etwa die von Leonardo DiCaprio. Auf seinen Galas können die Gäste ein Abenteuer mit mir ersteigern und zahlen dafür sehr viel Geld. Oder ich sammle Spenden mit verrückten Aktionen, zum Beispiel organisierte ich ein Konzert auf dem Gipfel des Kilimandscharo. Und natürlich sorgen auch meine Dokumentarfilme für Aufmerksamkeit. Ich sage immer: Niemand kann alles, aber jeder kann etwas tun. 145


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G Q

S P E C I A L

AME G OF THRONES DIE GRÖSSTE FANTASY-SERIE ALLER ZEITEN

KEHRT ZURÜCK – EIN LETZTES MAL. WIR FEIERN DIE HELDEN AUS EIS UND FEUER MIT EXKLUSIVEN FASHION-SHOOTS UND INTERVIEWS

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NIKOLAJ COSTER WALDAU 148

RICHARD MADDEN 160

KIT HARINGTON

Foto: Courtesy of 2017 Home Box Office, Inc.

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TOM WLASCHIHA 168

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GAME OF THRONES

NIKOLAJ

COSTER-WALDAU

INTERVIEW ESMA ANNEMON DIL FOTOS THOMAS WHITESIDE PRODUKTION FRANK SEIDLITZ 148

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IN GQ BEWEIST JAIME LANNISTER: DIE RÜSTUNG DES MODERNEN MANNES IST COOLE FASHION!

Poloshirt und Hose beides Giorgio Armani Loafers Church’s

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GAME OF THRONES

Jacke, Brunello Cucinelli

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L Los Angeles an einem kühlen Regentag: Die Stadt wirkt grauer als Metropolen, die schlechtes Wetter gewohnt sind. Eine steile, kurvige Straße führt hinauf zur Location für den GQ-Fotoshoot in den Hollywood Hills. Ein Haus, erbaut in den 50ern, in dem sich seit den 70ern nichts mehr verändert hat. Das Interieur ist skurril. Es gibt ein Zimmer, das in jedem DavidLynch-Film ein absolutes Highlight wäre: Tapete, tiefer Teppich, gemusterte Sessel, ein blinkendes Aquarium mit Disco-Anmutung … Dass es ungewöhnlich kühl ist in L. A., macht Nikolaj Coster-Waldau natürlich nichts aus. Der Däne liebt Schnee, noch dazu hat er gerade Dreharbeiten bei minus 20 Grad im Norden Schwedens hinter sich gebracht. Durch „Game of Thrones“ wurde Coster-Waldau zum globalen Superstar, doch er lebt weiter in Dänemark, mit seiner Frau Nukaaka, einer grönländischen Sängerin und Schauspielerin. Die beiden sind seit über 20 Jahren verheiratet und haben zwei Teenager-Töchter. CosterWaldau, der als Jaime Lannister in „Game of Thrones“ meist ein wenig verkniffen und zerquält wirkt, ist super gelaunt und total entspannt.

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GAME OF THRONES

Pullover und T-Shirt, beides Tom Ford

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Anzug und Hemd, beides Louis Vuitton

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GAME OF THRONES

Lederjacke, Pullover und Hose, alles Michael Kors Boots, John Varvatos

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Sie haben mal gesagt, dass die Dänen die glücklichsten Menschen der Welt sind, weil sie so wenig vom Leben erwarten. Wer wenig erwartet, kann nur angenehm überrascht werden. Bei uns wird alles auf das gleiche Maß gestutzt, das ist ein Teil unserer Kultur. Man soll sich schön ins Gefüge einordnen und nicht groß träumen. Haben Sie sich deshalb als junger Mann heimlich bei Dänemarks renommiertester Schauspielschule beworben? Genau. Man wurde ja ausgelacht, wenn man nach Höherem strebte und scheiterte. Mit Anfang 20 hatten Sie Ihren Durchbruch in dem legendären dänischen Horrorfilm „Nightwatch“ … Aber mit Angeboten wurde ich danach trotzdem nicht gerade überhäuft. Es wäre wohl anders gelaufen, wenn es ein amerikanischer Film gewesen wäre. Ende der 90er hatte ich dann meine erste Chance in den USA, da wurde für den Film „Vertical Limit“ ein unbekannter Schauspieler gesucht. Ich war voller Hoffnung, man hört ja immer so viele Storys von Leuten, die gestern noch Kellner waren und heute schon Stars sind. Und dann gibt es noch die Leute, die es nur ganz knapp nicht geschafft haben. Almost famous. Du bist ganz nah dran, der Erfolg ist zum Greifen nah … Na ja, das Vorsprechen in L. A. habe ich total vergeigt, das hab ich gleich gemerkt. Trotzdem wollte ich Hollywood unbedingt herbeibeschwören und ging erst mal wie ein Star richtig teuer shoppen. Am nächsten Tag musste ich alles zurückbringen, ich konnte mir das ja gar nicht leisten. Das war demütigend, aber eine wichtige Erfahrung. 1999 war ein hartes Jahr. Konnten Sie damals von der Schauspielerei leben? Ja, aber in einem kleinen Apartment, wo auch meine Kinder geboren wurden. Damals habe ich für mich die Regel aufgestellt: immer zwei Jahreseinkommen auf der hohen Kante! Das klingt sehr vernünftig. Eine gewisse Bodenständigkeit sorgt für einen besseren Realitätssinn. Den Erfolg nur stärker zu wollen als alle anderen genügt nicht, um an die Spitze zu kommen. Wenn mein Talent zum Profifußballer nicht reicht, muss ich eben etwas finden, das besser zu mir passt. Gibt es so etwas wie ein typisch dänisches Erfolgsrezept? Wir messen Erfolg eher in Lebensqualität. Dazu gehören: kürzere Arbeitszeiten und dafür mehr Freizeit. Auch wenn sich eine Familie dann vielleicht nur ein Auto leisten kann. Aber mal ganz ehrlich, der amerikanische Traum erfüllt sich doch auch nur für die wenigsten. Ganz hohe Ziele, SelbstverGQ. M ÄR Z 201 9

NIEMAND AUS MEINER FAMILIE HAT AUCH NUR EINE EINZIGE FOLGE VON „GAME OF THRONES“ GESEHEN

Nikolaj Coster-Waldau als Jaime Lannister aka „Kingslayer“

trauen und Motivation sind wunderbar, aber das führt zu einer extremen Erwartungshaltung – und dazu, dass man sich in puncto Chancengleichheit Illusionen macht. Ein bisschen so, wie wenn man an den Weihnachtsmann glaubt. Das Erwachen aus dem amerikanischen Traum ist deprimierend. Haben Sie sich eigentlich für den Film „Suicide Tourist“, den Sie gerade abgedreht haben, mit dem Thema Depression beschäftigt? Eher mit der Todesangst des Mannes, den ich spiele. Er hat einen Gehirntumor, der seine Wahrnehmung verzerrt, sodass er nicht mehr weiß, was Realität und was Einbildung ist. Das war hochinteressant, aber ich kann das jetzt nicht näher ausführen, ohne zu viele Details zu verraten. Der Film spielt in einem Hotel, das seinen Gästen hilft, ihre Selbstmordfantasien zu erfüllen. Okay, ja, es geht auch um Selbstmord. Sagen Sie uns bitte: Wissen Sie, wie „Game of Thrones“ endet? Ich glaube schon. Der Programmchef des Senders HBO hat das Gerücht in die Welt gesetzt, dass mehrere Versionen gedreht wurden, damit selbst die Schauspieler bis zur Ausstrahlung im Dunkeln tappen. Ich habe da meine Zweifel. Das Produktionsbudget der letzten Staffel war auch so schon extrem hoch. Es wäre verrückt, die Kosten

nur für einen Überraschungseffekt noch mehr in die Höhe zu treiben. Aber das klingt doch nach einer sinnvollen Investition. Fans und Medien wollen nun mal um jeden Preis herausbekommen, wie es ausgeht. Wir könnten Sie jetzt kidnappen. Oder hypnotisieren. Schon passiert. Ich habe zu lange in dieses blinkende Aquarium geschaut. Aber Ihre Familie hat Sie doch sicher in die Zange genommen ... Ha! Niemand hat auch nur eine einzige Folge gesehen. Meine Frau, meine Mutter und ihr Mann sagen schon seit einer Weile, dass sie bald mit der ersten Staffel anfangen wollen. Jetzt ist der Plan, dass wir uns alle zusammen hinsetzen, aber ich glaube nicht, dass es dazu kommt. Und das verletzt Sie gar nicht? Alle Episoden zusammen dauern zirka 70 Stunden! Außerdem fühlt es sich für meine Familie wohl einfach komisch an, mich im Fernsehen zu sehen. Man sagt, dass Schauspieler am Ende von Dreharbeiten in ein Loch fallen, auch weil sie den Zusammenhalt in der Filmfamilie vermissen. Wenn Leute keine erfüllenden Beziehungen haben, kommt ihnen so ein Drehende vielleicht wie ein Verlust vor. Ich sehe das Filmen als Job mit Kollegen. Manchmal entwickeln sich daraus Freundschaften, meistens nicht. Dann schwirrt man halt zurück nach da, wo man hergekommen, ist oder weiter zum nächsten Projekt. „Familie“ bedeutet für mich: meine Frau und meine Kinder. Sie kommen mich auch am Set besuchen. Haben Sie je darüber nachgedacht, Dänemark zu verlassen und mit Ihrer Familie nach Los Angeles zu ziehen, um der Filmindustrie näher zu sein? Klar. Aber es macht keinen Sinn. Bisher hatte ich in meiner ganzen Karriere nur drei Drehtage in L. A. Meistens filme ich in Europa oder Kanada, für „Game of Thrones“ war ich in Belfast. 155


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Sakko und Hose, beides Hermès. T-Shirt, Prada. Sneakers, Sandro

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GAME OF THRONES Wohnen Sie in Dänemark in einem dieser typisch skandinavisch-minimalistischen Häuser? Bei uns ist es eher gemütlich. Und unordentlich. Es steht jede Menge Zeug herum. Wie die meisten Leute nehmen wir uns immer wieder vor, mal gründlich auszumisten. Dazu kam es aber bisher noch nicht. Stimmt es, dass Sie Ihr Haus sehr aufwendig renovieren ließen? Oh ja. Ich hatte anfangs viele tolle Ideen. Daraus wurde eine starke Vision, die von einem großartigen Architekten auf den Punkt gebracht wurde. Von da an ging alles schief. Das Haus wurde 1890 gebaut, und in den 70ern hat man einen komischen Anbau danebengesetzt. Beides sollte nun visuell eins werden. Wie man das halt so macht, haben wir drei Angebote von Bauunter nehmern eingeholt und uns für das günstigste entschieden. Drei Monate sollte das Ganze dauern, meine Familie und ich wurden in einem 35 Quadratmeter großen Wohncontainer untergebracht, der uns aufs Grundstück gesetzt wurde. Campen, das klang erst mal lustig. Bis die provisorische Toilette kaputtging und ich eine ganze Nacht lang Scheiße wegschaufeln durfte. So in etwa lief das ganze Projekt. Ich glaube, meine Frau wollte mich manchmal umbringen. Jahre später sind wir nun fast fertig. Sie können froh sein, dass Sie das als Paar überstanden haben. Bei solchen Traumhaus-Projekten scheitern die glücklichsten Beziehungen. Warum sind so viele Aspekte unseres Alltags optimiert, nur die Sache mit dem Bauen bleibt total chaotisch? Der Stress und die Unwägbarkeiten machen einen wahnsinnig. Je länger es dauert, desto mürber wird man. Ich frage mich, ob überhaupt schon mal irgendwo eine Renovierung reibungslos geklappt hat … Sowohl die Bauzeit als auch die Kosten verdoppeln, verdreiund vervierfachen sich. Ständig soll man Dinge entscheiden, für die man Fachkenntnisse braucht … Am Ende musste eine zweite Baufirma die Fehler der ersten ausbügeln. Glauben Sie, dass Sie das alles so mitgenommen hat, weil Sie sich in Ihrem Job aufs Kreative konzentrieren können? Für unangenehme Verhandlungen ist ja Ihr Agent zuständig. Nein. In der Filmindustrie geht es nicht besser zu. Man muss immer selbst mitdenken, man darf niemandem blind vertrauen. Ich hätte also vorbereitet sein müssen. Das Problem war, dass ich etwas naiv an die Sache herangegangen bin. Noch mal zurück zu „Game of Thrones“. George R. R. Martin, auf dessen Romanen die Serie basiert, hat mal gesagt, dass ihn an der Figur, die 158

AUF SOCIAL MEDIA VERZEIHEN DIE LEUTE EINANDER NICHTS. ES GIBT HETZJAGDEN, AUCH FÜR KLEINE VERGEHEN Sie spielen, Jaime Lannister, vor allem interessiert hat, wie er sich menschlich und moralisch entwickelt. Jaime hat Schuld auf sich geladen, wie kann die gesühnt werden? Wie viele gute Taten braucht es, um eine schlechte wiedergutzumachen? Und: Kann es so etwas wie Erlösung geben? Ich glaube, Martin spricht damit ein hochaktuelles Thema an: nämlich wie hart wir uns gerade alle gegenseitig verurteilen, manchmal für Dinge, die jemand vor 20 Jahren gesagt hat und für die er sich schon entschuldigt hat. Obwohl wir alle im Glashaus sitzen, werfen wir mit Steinen aufeinander. Jaime stößt einen kleinen Jungen aus dem Fenster, weil der Zeuge eines Geheimnisses wurde und ihm und seinen Kindern sehr gefährlich werden kann. Könnten Sie sich vorstellen, genauso zu handeln? In so eine Situation will man natürlich nicht geraten. Aber jeder, der selbst Kinder hat, ahnt wahrscheinlich, wie die Sache für den Jungen ausgehen würde, wenn es hart auf hart käme. So sind wir Menschen, triebgesteuert, voller Schattenseiten, wir lassen uns manipulieren und treffen falsche Entscheidungen. Und dennoch verzeihen die Leute auf Social Media einander nichts. Da gibt es Hetzjagden, auch für vergleichsweise kleine oder lang zurückliegende Vergehen. Es gibt kein Vergeben und kein Vergessen. Säßen sich die Leute direkt gegenüber, wäre das ganz anders. Im direkten Kontakt, vor allem wenn man sich gut kennt, will man einander verstehen und verzeihen. Ihr Vater war Alkoholiker und hat sich kaum um Sie gekümmert. Haben Sie ihm vergeben? Es gibt nichts zu verzeihen, er tat mir einfach nur leid. Er hat sich totgesoffen. Was für ein verschwendetes Leben. Aber obwohl er Alkoholiker war und sein Leben ruiniert hat, hatte ich keine schlechte Kindheit, weil ich eine wunderbare Mutter habe. Der Alkohol hat meinem Vater alles genommen, Familie, Arbeit, Gesundheit. Er war kein guter Vater. Aber ich habe es nicht auf mich bezogen, dass er diese furchtbare Krankheit hatte,

und ich habe mich auch nicht dafür verantwortlich gefühlt. Konnten Sie für sich irgendeine Art von Lehre daraus ziehen? Was immer einem wichtig ist, es gibt kein richtig oder falsch, solange man andere mit Respekt behandelt. Für mich ist es am allerwichtigsten, nicht die Beziehungen und Dinge zu zerstören, die das Leben für mich lebenswert machen. Gibt es etwas, das Sie von Ihren beiden Töchtern gelernt haben? Warum müssen wir eigentlich ständig etwas voneinander lernen? Das klingt so nach Profitdenken: Was kannst du mir geben, das mir nutzt? Die Liebe zu Kindern sollte bedingungslos sein, und auch mit guten Freunden möchte ich nur um ihrer selbst willen Zeit verbringen, nicht weil dabei etwas für mich herausspringen könnte. Natürlich hätte ich das jetzt diplomatischer ausdrücken können. Ich hätte sagen können, dass ich durch meine Kinder das Leben und die bedingungslose Liebe noch viel mehr wertschätzen kann. Wer undiplomatisch ist, geht das Risiko ein, sich unbeliebt zu machen. Damit haben Sie kein Problem, oder? Soll man denn nur noch Sätze sagen, die auf Twitter nicht anecken? Die vielen Populisten – das ist wahrscheinlich eine Gegenbewegung zur strengen Gedankenpolizei, die ja nun nicht wirklich demokratisch oder liberal rüberkommt. Das eine Extrem bedingt das andere. Wenn wir aufeinander losgehen, schafft das den Nährboden, auf dem Angst und Misstrauen wachsen. Wir müssen aufhören, alles in monströse Proportionen zu verzerren. Mit der Regie-Legende Brian De Palma haben Sie jüngst den Film „Domino“ gedreht. Von De Palma stammt die Aussage, dass Künstler ihre wegweisenden Werke in der ersten Lebenshälfte abliefern. Ist da was dran? Sie werden nächstes Jahr 50… Mir fallen so viele Gegenbeispiele ein. Martin Scorsese, Meryl Streep, Judi Dench und mein Jugendidol Robert De Niro. Ich habe ihn in den New-York-Gangsterfilmen der 70er geliebt, und seither wurde er immer nur noch besser. GQ. M ÄR Z 201 9


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STYLING: Grant Woolhead GROOMING: Barbara Guillaume/

Forward Artists using Recipe for Men DIGITAL-OPERATOR: Mike B. FOTO-ASSISTENZ: Jacob Messex & Jacquelinne Cingolani STYLING-ASSISTENZ: Michael Cook PRODUKTION: Frank Roller & Jonathan Bossle/Glam PR

Anzug und T-Shirt, alles Giorgio Armani

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GAME OF THRONES

FOTOS

MATTHEW BROOKES

GAME OF THRONES

RICHARD

MADDEN

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Styling: Luke Day; Grooming: Charley McEwen using Tom Ford and Elemis; Digi-Operator: Brian Cleaver; Foto-Assistenz: Chris Greenaway, Joe Murphy, Fred Valezy; Styling-Assistenz: Anfelo Mitakos

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kierender früher Tod treibt das „Game of “ immer noch an: Wird nun endlich das legend Wedding“-Gemetzel gerächt? Wird Robb noch einmal zu sehen sein, in Visionen oder den? Wir halten den Atem an. Richard Madnzwischen höchst erfolgreich von „King in the u Bodyguard umgeschult – und könnte bald Job-Angebot als Geheimgent bekommen ...

Diese Seite Outfit Boss

Linke Seite Hemd und Hose Giorgio Armani Unterhemd Sunspel

In Hotels sieht Richard Madden immer als Erstes nach, wo die Feuerleiter ist: Irgendwie, scheint es, braucht der 32-Jährige einen Notausgang. Das war schon so, als er Robb Stark war. Nachdem er seine letzte GoTSzene abgedreht hatte, setzte er sich in den nächsten Flieger – sein blutverschmiertes Kostüm hatte er noch an. Einfach, um sich nicht verabschieden zu müssen. Jetzt, wo er in „Bodyguard“ die Hauptrolle in der erfolgreichsten BBC-Serie aller Zeiten spielt, ist ihm wieder nach Ausstieg zumute: „Auf meine Serienfigur wurde geschossen, sie dachte über Selbstmord nach – während des gesamten Drehs, fünf Monate, sechs Tage die Woche“, sagt Richard Madden zu GQ. „Am Ende des Drehs wollte ich nie wieder als Schauspieler arbeiten.“ Immerhin hat sich der Stress gelohnt: Für seine Darstellung des Sergeant David Budd erhielt er nicht nur einen Golden Globe. Er empfahl sich auch als sehr heißer James-Bond-Kandidat. Indizien dafür, dass Madden in der engeren Auswahl für die Daniel-Craig-Nachfolge steht, gibt es: Der Dreh von „Bodyguard“-Staffel 2 wurde verschoben. Und der Schotte gibt auffällig oft und gern zu Protokoll, dass er ein riesiger Sean-Connery-Fan sei und alle BondBücher gelesen habe. Außerdem ist er mit seinem F-TypeJaguar in einem ziemlich bondmäßigen Auto unterwegs. Sollte es mit Bond nichts werden, hat er bestimmt einen Fluchtweg parat. Zur Not könnte er sich auch an seinen Vater wenden – der ist nämlich Feuerwehrmann. —Ingo Kleefeld

Rechts: Fan-Favorit Robb Stark mit seinem kleinen Bruder Bran (Isaac Hempstead-Wright), hinter ihnen Halbbruder Jon Snow (Kit Harington)

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Jeansjacke, Levi’s T-Shirt, Ann Demeulemeester Hose und Schuhe, beides Dolce & Gabbana

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TEXT

TOM LAMONT


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GAME OF THRONES

KIT

H ARINGTON „YOU KNOW NOTHING, JON SNOW“? VON WEGEN! IN GQ SPRICHT DER BRITE ÜBER DIE ROLLE SEINES LEBENS UND VERRÄT, WARUM ER VON EINEM NINE-TO-FIVE-JOB TRÄUMT

FOTOS MATTHEW BROOKES

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GAME OF THRONES

Nach neun Jahren, mehr als 30 Duellen, 67 Folgen durchchoreografierter Schlachtszenen, die es problemlos mit den größten Hollywood-Produktionen aller Zeiten aufnehmen können, nach zwei epischen Sexszenen, einem Leinwandtod, einer Leinwandwiederauferstehung und insgesamt über 100 abgeschlachteten Komparsen hat Kit Harington es geschafft: sein letzter Tag am „Game of Thrones“-Set.

Jacke und Pullover, beides Dolce & Gabbana

Verbündete with benefits: Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) und Jon Snow (Kit Harington)

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Foto: Courtesy of 2017 Home Box Office, Inc.

Im vergangenen Juli war das. Er gesellte sich an jenem Tag für eine letzte Zigarette zu den Kollegen, mit denen er beinahe ein Jahrzehnt lang gemeinsam gequalmt hatte. Und dann, passend zum Ende einer Ära, gab er das Rauchen auf. Bei unserem Treffen in einem altehrwürdigen Londoner Hotel registriert er sofort die Schilde und Hirschgeweihe an den Wänden und findet den Ort angemessen für eines seiner letzten Interviews zu „Game of Thrones“. Allerdings hat man den Eindruck, dass er auch froh ist, wenn er solchen Mittelalterkram jetzt mal eine Weile nicht mehr sehen muss. „Die letzte ‚Game of Thrones‘-Staffel“, sagt er, „hatte es darauf angelegt, uns kleinzukriegen.“ Die Dreharbeiten für die acht letzten Episoden, die ab 14. April auf Sky


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ausgestrahlt werden, waren brutal anstrengend. Für alle, die wie Kit Harington von Anfang an mitgespielt hatten, waren die vergangenen neun Drehmonate wie eine Art Aversionstherapie. „Am Ende waren wir völlig kaputt und konnten nur noch heulen. Keine Ahnung, ob das war, weil wir traurig waren, dass es vorbei ist, oder ob wir geheult haben, weil alles so irrsinnig kräftezehrend war. Wir litten alle an Schlafmangel. Ich weiß noch, dass am Ende das gesamte Team mit der Einstellung durch die Gegend lief: Jetzt reicht’s. ‚Game of Thrones‘ war toll, das Beste, was mir je passiert ist, und eines Tages werde ich es sicher vermissen – aber gerade bin ich einfach durch damit.“ Kit Harington, inzwischen 32, trägt seine Frisur immer noch so wie damals, als er für den Part des Jon Snow gecastet wurde: lange Locken und Zottelbart, beides Markenzeichen seiner Rolle. Während unseres Interviews wirkt er fröhlich und energiegeladen. Er erinnert ein wenig an einen Gefangenen, der ein knappes Jahrzehnt abgesessen hat und vor seiner Entlassung im Morgengrauen Zivilkleidung in die Hand gedrückt bekam. Statt Mantel und Degen trägt er einen taubenblauen Blazer, ein dunkles T-Shirt, derbe Leder-Boots und Jeans und hat eine stylische Umhängetasche dabei („die perfekte Schauspielertasche, dieses Ding“), die er liebevoll streichelt, und dann verrät er, dass sich ein Textbuch darin befinde für ein Theaterstück von Sam Shepard mit dem Titel „True West“. (Das Stück ist noch bis 23. Februar im Vaudeville Theatre in London zu sehen.) Er könne es kaum erwarten, endlich loszulegen, sich wieder auf der Bühne auszuprobieren, sagt er. Weil er nämlich etwas gutmachen müsse: Vor zwei Jahren, direkt nach dem Ende der Dreharbeiten zu der berüchtigten „Game of Thrones“-Folge „Die Schlacht der Bastarde“ aus der sechsten Staffel – inklusive eines blutigen Kampfs im Schlamm, der auf dem Bildschirm eine halbe Stunde dauerte und wochenlange Dreharbeiten erforderte –, wusch er sich das Kunstblut ab und begab sich direkt vom fiktiven Westeros ins reale West End, um in einer viel beachteten Londoner Theaterproduktion von „Doctor Faustus“ mitzuspielen. „Rückblickend“, sagt Harington, „war ich innerlich gar nicht bereit dafür. Ich bin mit einer fast wahnsinnigen Energie an die Rolle herangegangen, weil die Welt der Mega-Serien so durchgeknallt ist. Buchstäblich zwei Tage nach dem Ende von ‚Die Schlacht der Bastarde‘ legte ich mit ‚Doctor Faustus‘ los. Keine Atempause – und das für eine der größten Rollen in der Theatergeschichte!“ Das sei ganz schön arrogant gewesen, sagt er. Er hat daraus gelernt: Für „True West“ zog er sich einige Wochen zurück und verreiste, um den Kopf frei zu bekommen, bevor er anfing, sich ernsthaft mit dem Textbuch zu beschäftigen. Ein anderer Grund, warum er den Theaterjob so spannend findet: die geregelten Arbeitszeiten. Tagsüber in die Arbeit gehen und abends wieder nach Hause kommen können. Ein Jahrzehnt lang verbrachte er den Großteil seiner Zeit in der verrückten Scheinwelt des Fernsehens. Aber ganz gleich, wie sehr man dort gepampert wird, ganz gleich, wie viele Möglichkeiten sich dadurch auftaten: „Man hört deswegen nicht auf, sich die Sicherheit eines Angestellten-Lebens zu wünschen.“ Es ist ein verrücktes Bild, das er da malt: Die Cast-Mitglieder der beliebtesten Fernsehserie der Welt stehen in ihren Raucherpausen in ihren Kostümen herum und fantasieren von Normalo-

Jobs. Vom Teekochen in der Büroküche und Podcasthören auf dem Heimweg in der Rushhour. „Ich glaube, Leute, die außerhalb der Filmbranche arbeiten, können sich gar nicht vorstellen, wie verstörend es sein kann, die ganze Zeit weit weg von zu Hause zu sein“, sagt Kit Harington. „Heute, auf meinem Weg zu unserem Interview, sah ich Leute mit dem Rad zur Arbeit fahren, und das kam mir vor wie der reinste Luxus. Das mag jetzt verrückt klingen, aber zur Arbeit zu gehen, einen Tag mit Kollegen zu verbringen, nach Hause zu seiner Familie zurückzukehren, zu kochen, den Kühlschrank voll Essen zu haben … Das liebe ich, auch wenn das sicher schräg klingt. Nach neun Jahren bin ich jetzt angekommen.“ Der junge Kit, so wie der erwachsene Kit ihn beschreibt, war ein „ziemlicher Arsch“. Aufsässig. Ein Aufreißer. Ein Typ, der auf seiner vornehmen Schule in den West Midlands alle Nachsitzrekorde brach. „Ich kam nicht gut mit Autorität klar, weil meine Eltern nie autoritär waren.“ Der Harington-Clan ist zwar alt und adlig (die Haringtons versorgten England generationenlang mit Heerführern), das direkte Umfeld des als Christopher Catesby Harington geborenen Kit war aber weniger konventionell. Seine Mutter Deborah schrieb Gedichte, sein Vater David war Unternehmer. Kit packte das Schauspielfieber, nachdem er an seiner Schule in einem Beckett-Stück mitmachte. Nach dem Abschluss besuchte er drei Jahre lang die Londoner Royal Central School of Speech and Drama. Was auch immer danach noch von dem „Arsch“ übrig war, wurde während seines ersten richtigen Thetar-Jobs endgültig eliminiert: Kit spielte zwar eine Hauptrolle in „War Horse“. In mehr als nur einer Zeitungskritik wurde jedoch betont, dass das menschliche Ensemble von der Titelfigur Joey, einer PferdeMarionette, in den Schatten gestellt wurde – oder wie Harington selbst sagt: „Das Pferd bekam immer den meisten Applaus.“ Damals hätte er vermutlich behauptet, dass er allein für die Kunst lebe, gibt er zu: „Aber welcher junge Schauspieler träumt nicht insgeheim davon, Teil von etwas zu sein, das ihn berühmt macht?“ Lange musste er nicht auf diese Chance warten: Mit 22 Jahren sprach er für „Game of Thrones“ vor. Eine dramatisch und sexuell aufgeladene Szene – typisch „Game of Thrones“: Jon Snow muss seine Freundin Ygritte überreden, einen geplanten militärischen Feldzug zu verwerfen … gleichzeitig einen Geheimplan verschweigen, der einen Verrat an Ygritte bedeuten würde … und ganz nebenbei auch noch überzeugend darstellen, dass er sich in sie verliebt hat. Dass diese Casting-Szene erst in der dritten Staffel relevant werden würde, lässt vermuten, dass die Produzenten sich ziemlich sicher waren, dass die Serie ein langfristiger Erfolg werden würde. Selbst nachdem er die Rolle bekam, war Kit Harington da ganz anderer Meinung. Am Set war er der Schwarzmaler vom Dienst: „Nach der ersten Staffel sagte ich zu meinen Kollegen: ‚Eine zweite bekommen wir garantiert nicht!‘, und nach der zweiten Staffel: ‚Aber eine dritte auf gar keinen Fall.‘ Doch die anderen meinten bloß: ‚Willst du uns verarschen, Kit? Natürlich geht es weiter!‘“ Und sie behielten recht. Millionen Menschen wurden süchtig nach „Game of Thrones“. Staffel um Staffel trug Kit Harington dazu bei, den Ruhm und Erfolg von „Game of Thrones“ zu mehren, und absolvierte dabei so viele PRTouren entlang der London-New-York-L. A .-Achse, dass er irgendwann nicht mehr wusste, in welcher Zeitzone er sich gerade befand.

AM ENDE WAREN WIR ALLE VÖLLIG KAPUTT UND KONNTEN NUR NOCH HEULEN GQ. M ÄR Z 201 9

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GAME OF THRONES

Jacke, Ermegildo Zegna T-Shirt, Dolce & Gabbana Jeans, Boss

In den ersten Jahren war „Game of Thrones“ eine wirkliche Ensembleserie und Kit Harington nur eine von über einem Dutzend Hauptfiguren. Doch je mehr von ihnen starben oder sonstwie verschwanden, desto mehr rückte Jon Snow in den Fokus. Kits Screen-Time wuchs und wuchs. Gelegentlich ließen die Produzenten sogar ganze Handlungsstränge pausieren, um ihm ganze Folgen widmen zu können. Kit Harington wurde immer mehr zum Gesicht von „Game of Thrones“. Ein paar Mal, in den Drehpausen zwischen zwei Staffeln, drehte er Spielfilme: 2014 einen Actionfilm („Pompeii“), im gleichen Jahr ein Kriegsdrama („Testament of Youth“) und im Jahr darauf einen Spionagethriller („Spooks“). Keiner dieser Filme hatte auch nur ansatzweise die Durchschlagskraft von „Game of Thrones“. Was Harington durchaus selbstkritisch sieht: „Du weißt, da wartet ein Job auf dich. Du weißt, du machst in einer extrem erfolgreichen Fernsehserie mit. Du weißt, das dient eher nur der Imagepflege. Daher hast du nicht ganz diesen Hunger, diesen nötigen Ehrgeiz.“ In der zweiten Staffel kam die schottische Schauspielerin Rose Leslie zum „GoT“-Ensemble – und in Kits Leben. Sie spielte Jon Snows mar166

tialische Freundin Ygritte, die beiden verliebten sich am Set und wurden ein Paar. Wie im Rausch sei diese Anfangszeit gewesen, erinnert er sich. Beide hätten das Gefühl gehabt, sich „auf dem absoluten Gipfel“ zu befinden: „Wir waren an diesem Wahnsinnserfolg beteiligt und fanden dann auch noch diese eine Person, in die wir uns verliebten.“ Ygritte starb in der vierten Staffel einen „Game of Thrones“-typischen Serientod: Pfeil in den Rücken samt qualvollem Ableben in den Armen ihres Geliebten. Im darauffolgenden Jahr gaben Kit und Rose in der Londoner „Times“ offiziell ihre Verlobung bekannt, im Sommer 2018 heirateten sie. Die Hochzeit wurde zu einer Art Betriebsfeier, auf der es vor „GoT“-Stars nur so wimmelte. „Es lernen doch viele Leute ihre bessere Hälfte bei der Arbeit kennen. Bei uns sind das eben Kollegen aus einer Kultserie.“ Anders als so oft in der Serie wurde die Feier zwar nicht zum blutigen Gemetzel, aber immerhin zur Konfettischlacht: „Man ahnt es nicht, aber es gibt nichts Schlimmeres als Konfetti! Das war wie eine Attacke von wild gewordenen Menschen, das ist echt kein Spaß.“ Eine halbe Ewigkeit habe es gedauert, alle Papierfetzen aus seiner langen Zottelmähne zu friemeln, sagt er. GQ. MÄR Z 201 9


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Styling: Dan May, Duft: „The One Grey“ von Dolce & Gabbana; Foto: hgm Press

ICH BIN DER SERIE FÜR VIELES DANKBAR. VOR ALLEM DAFÜR, DASS ICH ROSE KENNENGELERNT HABE Kurz nach der Hochzeit erfuhr Kit, Einen Augenblick lang fragt sich Kit Harington, wie es wohl wird, wenn er in den nächsten Monaten eine Bar betritt – mit Kurzhaardass seine Rolle in „True West“ kurze Haare erforderte. Als der letzte Drehschnitt, bartlos. „Werden die Leute noch wissen, wer ich bin? Was für tag für „Game of Thrones“ vorbei war, ein Gefühl wird das sein? Wissen Sie, ich bin Schauspieler, ich habe landeten Haringtons berühmte Loein großes Ego. Wenn man sich vor einer Menge Leute auf eine Bühcken auf dem Boden eines Friseursane stellen will, muss man ein großes Ego haben. Ein Teil von mir mag lons. Er wusste, dass dies ein bedeues also, irgendwo aufzutauchen und erkannt zu werden, alles andere tender Moment war, eine Befreiung, wäre gelogen.“ „Game of Thrones“ sei großartig gewesen, sagt er, aber auch beein Neustart. Einer, wie ihn Daniel Radcliffe lastend: „Und diese Last ist jetzt von mir abgefallen. Es ist vorbei. Ich und Robert Pattinson aus den Tiefen kann stolz darauf sein. Wir haben acht Staffeln gedreht, und die könihrer langjährigen „Harry Potter“nen auf DVD bei mir zu Hause im Regal stehen bis ans Ende aller Zeiund „Twilight“-Rollen auftauchtend ten.“ Harington hat die sympathische Angewohnheit vieler Frischhinlegten: Beiden gelang es, ihr verheirateter, mit dem Ehering herumzuspielen. Ihn zu berühren, als Image behutsam zu verändern, indem würde es ihn immer wieder überraschen, dass er an seinem Finger sie naheliegende Mainstream-Rollen steckt. Auch jetzt dreht er ihn wieder gedankenverloren und hängt einen Moment lang dem Bild vom Regal in seinem Wohnzimmer nach, ausschlugen. Radcliffe leistete Bestarbeit am Theater, Pattinson in Indedas für die zukünftige, große „Game of Thrones“-Box reserviert ist. pendent-Filmen. Nachdem sie erlebt „Vor Kurzem fiel mir etwas ein“, sagt Kit. „Keine Ahnung, ob es hatten, was es heißt, für ein weltweimal so weit kommt, aber falls Rose und ich je Kinder haben sollten, tes, euphorisches Publikum zu arbeidann können sie sich irgendwann diese Serie anschauen und verfolten, widmeten sich beide Superstars gen, wie es dazu kam, dass ihre Eltern zusammen sind.“ Projekten, bei denen es fraglich war, Er lächelt. ob sie überhaupt ein Publikum finden „Ich bin der Serie für vieles dankbar. Vor allem aber dafür, dass würden. Es scheint, dass Kit Haringich Rose kennengelernt habe.“ ton einen ähnlichen Weg einschlägt. 2017 bereits versuchte er sich als Produzent und arbeitete mit einem Freund an „Gunpowder“, einem BBCDrama über den legendären Guy Fawkes, der 1605 King James VI. und das englische Parlament in die Luft jagen wollte. „Ich wusste vorher nie so recht, was Produzenten eigentlich machen, jetzt kann ich verstehen, warum sie ihren Beruf so lieben.“ Abgesehen vom Independent-Film „The Death and Life of John F. Donovan“ mit Natalie Portman, der nächstes Jahr erscheinen soll, und dem ein oder anderen PR-Termin als Testimonial für den Dolce & Gabbana-Duft „The One Grey“, ist in seinem Kalender seit „True West“ kein nennenswerter neuer Job eingetragen: „Als Nächstes könnte alles Mögliche kommen“, sagt er. „Im Augenblick erfahre ich die große Befreiung. Etwas, was viele Schauspieler nie erleben. Die meisten von ihnen jagen dem Ruhm hinterher, ganz egal was sie behaupten. Sie wollen bekannt werden. Denn darum geht es schließlich, oder? Dass man es auf den roten Teppich schafft. Dass man an den Preisverleihungen teilnimmt. Dass man bei etwas mitmacht, wegen dem man dann auf der Straße angesprochen wird. Das alles hatte „GoT“-Paar auf ich die vergangenen neun Jahre lang. Und ich Shopping-Tour: glaube, irgendetwas würde mit mir nicht stimRose Leslie und men, wenn ich diesem Zirkus immer noch hinKit Harington in New York City terherjagen würde.“ GQ. M ÄR Z 201 9


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GAME OF THRONES

Jaqen H'ghar (Tom Wlaschiha) und sein „Lehrling“ Arya (Maisie Williams)

TOM

WLASCHIH A Der Deutsche wurde als mysteriöser Killer Jaqen H’ghar zum Star. Hier verrät er, wer seine Lieblingsbösewichte in der Serie sind „YOU WIN OR YOU DIE!“

CERSEI & JAIME

Was bisher geschah – und wie es für die Hauptfiguren nun weitergehen könnte

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Können Sie die bisherige Handlung von „Game of Thrones“ in drei, vier Sätzen zusammenfassen? (lacht) Nächste Frage! Die Serie geht jetzt zu Ende, welche Gefühle löst das bei Ihnen aus? Gemischte Gefühle. Ich hatte immer eine tolle Zeit am Set, und eine Rolle in „Game of Thrones“ zu bekommen ist eine einmalige Chance für jeden Schauspieler. Auf der anderen Seite denke ich, dass alles Schöne auch mal zu Ende gehen muss. Es ist besser, die Serie auf dem Höhepunkt zu beenden, als wenn sie irgendwann niemanden mehr interessiert hätte. Außerdem kündigte HBO ja schon an, dass es ein Prequel geben wird. Das „Game of Thrones“Universum wird den Fans also definitiv erhalten bleiben. Was war in all den Jahren das außergewöhnlichste Erlebnis am Set? Wir drehten eine Szene für die sechste Staffel, ein Stockkampf zwischen Arya und Waif. Meine Aufgabe war es, kurz zur Tür reinzuschauen und zu nicken. Wir haben diese Szene vier Tage

REDAKTION

Sie verbündet sich mit Jon Snow und Daenerys, eröffnet ihrem Bruder aber, dass sie sich nicht an dieses Versprechen halten wird. Der verlässt Cersei daraufhin – wohl gen Norden, um Jon und Daenerys zu unterstützen. CHRISTOPH EISENSCHINK

lang gedreht! Vier Tage lang bin ich immer wieder durch eine Tür gegangen und habe genickt. Das zeigt natürlich, auf welchem Level von Perfektionismus diese Serie gedreht wurde. Sie haben als Lehrmeister aus dem wilden Mädchen Arya, gespielt von Maisie Williams, eine erbarmungslose Killerin gemacht. Sind Sie stolz darauf? Na klar! Ich würde sagen: mission accomplished! Sie hat auf alle Fälle etwas gelernt bei mir. Wenn man so viel Zeit beim Dreh miteinander verbringt wie Sie und Maisie Williams, hat man da auch privat Kontakt? Wir folgen uns auf Instagram. Aber wir telefonieren jetzt nicht täglich. Sie hat sozusagen ihre Lehre bei mir beendet. (lacht) Wie schauen Sie selbst eigentlich „Game of Thrones“? Grundsätzlich bin ich BingeWatcher. Alle Folgen auf einmal, weil ich nicht warten will. Leider ist es natürlich für mich nur halb so spannend! (lacht) Aber auch wenn ich die Handlung kenne, will ich natürlich wissen, wie sie erzählt und filmtechnisch umgesetzt wird.

DAENERYS & JON Drachen verloren, Sex gewonnen: Die beiden reisten zuletzt nach Winterfell und machten ihr Schiff zum Love Boat. Werden nun erfahren, dass sie, ähm, Tante und Neffe sind. Glückwunsch!

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In der Serie gibt es immer wieder Szenen, in denen ein Bösewicht bekommt, was er verdient. Gab es eine, die Sie besonders gefreut hat? Ich sehe das aus Sicht eines Schauspielers, und da sind die richtigen Bad Boys die interessantesten Charaktere. King Joffrey und Ramsay Bolton gehörten zu meinen Lieblingsfiguren – ich hätte mir gewünscht, dass die noch länger ihr Unwesen treiben. Es ist ja ein großes Geheimnis, ob Ihre Figur in der letzten Staffel dabei ist. Wir wissen es auch nicht. Was wir wissen: Sie wurden in Sevilla gesichtet, als dort gedreht wurde. Zufall? (lacht) Sevilla ist eine wunderschöne Stadt – immer eine Reise wert!

Kurz vor Ende steigt noch ein deutscher Schauspieler ein – in einer entscheidenden Rolle …

In der Nacht 14./15. April ab ca. 3 Uhr auf Abruf verfügbar über Sky Ticket, Sky Go und On Demand. Am 15. April gibt es um 20.15 Uhr auch die lineare Ausstrahlung über Sky Atlantic HD.

ONLINE SPECIAL

Fotos: Till Brönner, Courtesy of 2017 Home Box Office, Inc. (6), Crush Agency

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IM TV

Bis es im April endlich losgeht, können Sie sich auf gq.de die Wartezeit vertreiben – mit allen wichtigen News, Trailern, Interviews und Hintergrund-Artikeln! gq.de/game-of-thrones

SANSA & ARYA Littlefinger, der größte Strippenzieher in Westeros, wollte die beiden gegeneinander aufbringen – sie murksten ihn dafür ab. Warten jetzt wieder schwesterlich vereint in Winterfell auf Jon und Dany.

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MARC

ie wirklich Coolen erkennt man daran, dass sie sich leisten können, als Letzter bei einer Party aufzukreuzen. Marc Rissmann ist so einer. Kurz vorm Finale mischt er „Game of Thrones“ auf. Aufgeregt war der 39-jährige Berliner natürlich trotzdem, auch wenn er sich mit internationalen Serien („The Last Kingdom“, „The Man in the High Castle“) auskennt. Aber „Game of Thrones“, das ist eben noch mal eine ganz andere Hausnummer: „Am ersten Tag am Set dachte ich die ganze Zeit nur: ‚Passiert das gerade wirklich?‘“ Rissmann spielt Harry Strickland, den zaghaften, unsicheren und nicht wirklich kampferprobten Kommandanten der Golden Company – jener Söldnerarmee aus Essos, die Cersei anheuert, um dem Bündnis zwischen Jon und Daenerys gegen den Night King in den Rücken zu fallen. Es heißt, die Golden Company habe noch nie einen Vertrag gebrochen. Mal sehen, ob das unter Marc Rissmann alias Harry Strickland so bleibt…

TYRION & VARYS Tyrion überzeugte Cersei (vermeintlich) vom Bündnis mit Daenerys. Doch seine eigene Treue zur Drachenkönigin könnte bröckeln. Varys und er diskutieren schon länger Daenerys’ grausame Art.

NIGHT KING Hat ’nen Lauf: tötete einen von Daenerys’ Drachen, ließ ihn auferstehen und zerstörte mit dessen Feuer die Mauer. Marschiert jetzt mit seiner Armee gen Süden. Next stop: Winterfell!

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P.S.

RAMI MALEK

REDEN WIR MAL ÜBER STYLE W

as zeichnet diesen Ausnahme-Schauspieler aus? Ernsthaftigkeit und Fokus auf die Sache. Dank dieses Schauspielstils bekam er den Emmy für „Mr. Robot“ und vor wenigen Wochen den Golden Globe für seine fulminante Performance als Freddie Mercury in „Bohemian Rhapsody“ – der Oscar könnte nun am 25. Februar folgen. Fokussierte Ernsthaftigkeit beschreibt auch seinen Modestil: keine Gimmicks. Meist kombiniert er gut geschnittene Hosen mit einem (!) Statement-Piece. „Mode ist für mich eine Kunstform“, sagte Rami Malek uns, als wir ihn das letzte Mal trafen. „„Was beispielsweise p Christian Dior für Mode g geschaffen hat! Das ist für mich ein n Werk, das es verdient hat, in einem m ehrwürdigen Museum gezeigt zu w werden.“ In unserer hyperhysteriischen Zeit wirkt so eine ernsthaftte, tiefgehende Liebe zur Modesc chöpfer-Kunst sehr erfrischend d. Um es mit Rami Malek zu sagen: „Ein schönes Paar Aben ndschuhe. Und ein schöner Gürtel. Das ist alles, was man n braucht.“ So entwaffnen d unprätentiös kann gute er Stil sein.

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ANDREW WOFFINDEN

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Kkkkkkkkkkkuilkkqkqiq  

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