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glückauf 4-2019 Unsere

für unsere Mitarbeiter*innen

Was kommt 2020? Allen Prognosen zum Trotz: Was 2020 wirklich kommt, das weiß keiner! Das gilt auch für die Entwicklung der Stahlindustrie im Allgemeinen und die GMH Gruppe im Besonderen. Dass wir gegen schwere Zeiten gut gewappnet sind, erläutert uns Frank Koch auf Seite 3. Unterm Strich dürfen wir also zum Jahresausklang guter Dinge sein – und mit Optimismus ins neue Jahr starten. Euer Georg Vonnerhütte

NEUTRALE CO2LUTIONS

GMH Gruppe // Digitalisierung

In den Denkzellen tauschten sich die

Talentschmiede

Das Projekt CO LUTIONS bündelt die Initiativen und Projekte zur Dekarbonisierung der GMH Gruppe. Christoph Dransmann erläutert die Hintergründe und Strategie.

Offenheit, Kreativität, Engagement und Denkvermögen sind die besten Voraussetzungen dafür, neue Ideen zu entwickeln – selbst wenn man sich nicht auf seinem ureigenen Fachgebiet bewegt. Den besten Beweis dafür lieferte im November die Talentschmiede der GMH Gruppe. Insgesamt 60 Talente erarbeiteten jede Menge produktiven Input für das so wichtige Projekt „Digitalisierung der GMH Gruppe“. Christoph Dransmann berichtet auf …

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Teilnehmer zu verschiedenen Aspekten der Digitalisierung aus.

Foto: GMH Gruppe

GRÜNER ABSCHLUSS Insgesamt vier Jahre hat es gedauert, bis die Boden- und Bauschuttdeponie Kielmannsegge geschlossen war. Marcus Wolf weiß, weshalb es so lange gedauert hat.

NEW WORK Wie sieht der digitale Arbeitsplatz aus und wie wird er unsere Arbeitsweise verändern? Ein Interview mit Thorsten Bertmer und Christoph Dransmann.

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IDEALE PAARUNG Schön, wenn Ehrenamt und Beruf zusammengehen: Christof Raatz ist bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv und Brandschutzbeauftragter bei Mannstaedt. Monika Hansen hat ihn porträtiert. > Seite 28

90.000 ZAHL DES QUARTALS

45.000 m Profilierungs- und etwa 45.000 m3 Rekultivierungsboden mussten in der ehemaligen Boden- und Bauschuttdeponie Kielmannsegge verbaut sowie 43.800 m2 Kunststoffdichtungsbahnen verlegt und verschweißt werden, um das Areal anschließend renaturieren zu können. 3

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NEUE PRODUKTE

NEUER RAT Mit welcher Strategie sollte man dem aktuellen Nachfragetief begegnen? Ein Interview mit Heiko Reese (IG Metall), dem neuen Aufsichtsratsmitglied der GMH Holding. Foto: Marcus Wolf

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NEUER STIL

In welcher Weise und wie stark hat die GMHütte die Entwicklung höherfester Stähle für bruchtrennbare Pleuel in der Vergangenheit beeinflusst? Ein Interview mit Jan Christoph Florian.

Welche neuen Führungsgrundsätze gelten für die Führungskräfte der GMHütte? Ein Interview mit Peter Mustac und Julia Stegmann.

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Ja war denn schon Weihnachten? Antwort: Im Prinzip „Jein!“. Für alle, die die glückauf noch vor Weihnachten in die Hand bekommen haben: „Nein!“; für alle, die die glückauf nicht vor Weihnachten in die Hand bekommen haben: „Ja!“. Und das kommt so: Viele GMH-Unternehmen haben schon einige Tage vor Weihnachten die Betriebsferien eingeläutet. Und die davon betroffenen Kolleginnen und Kollegen konnten nicht mehr rechtzeitig mit der aktuellen glückauf 4-2019 versorgt werden. Doch ob 2019 oder erst 2020: Viel Spaß beim Lesen unserer glückauf – und Euch allen (je nachdem) „Fröhliche Weihnachten!“ oder „Prosit Neujahr!“.

Euer glückauf-Editorialteam

WÜNSCH DIR WAS ! GMHütte // Text: Marcus Wolf, glückauf-Editorialteam Wie schon im vergangenen Jahr hatten wir auch in diesem Jahr wieder einen „Wunschbaum“ im Bistro Pfannenofen der GMHütte aufgestellt – dieses Jahr für die Aktion „Ein Kinderlächeln zu Weihnachten“ des SKM Osnabrück e. V. Der Verein kooperiert mit evangelischen und katholischen Kirchen, den Kindergärten und Schulen, der Jugendhilfe sowie den karitativen Einrichtungen der Region. So war sichergestellt, dass Kinder und Jugendliche von 0 bis 17 Jahren aus der Region, denen es nicht so gut geht, das Weihnachtsfest etwas versüßt wird. Sie durften einen lang ersehnten Herzenswunsch im Wert bis 20 Euro aufschreiben. Und so reichten die Wünsche von Stramplern für die ganz Kleinen über Holzspielzeug für die Kleinen, ferngesteuerte Autos für die Mittleren bis hin zu Make-up oder Sportschuhen für die Großen. Diese Weihnachtswünsche hingen am Tannenbaum im Pfannenofen und warteten auf hilfsbereite Kolleginnen und Kollegen. Und auch in diesem Jahr dauerte es nur wenige Tage, bis alle Wünsche einen Erfüller gefunden hatten – auch wenn der eine oder andere die 20-Euro-Marke überstieg. Inzwischen wurden alle mit Liebe verpackten Geschenke abgegeben und werden nun vom SKM an die jeweiligen Institutionen und Kinder verteilt. Allen, die sich an der Aktion beteiligt haben, ein herzliches Dankeschön!


INHALT

Unsere

glück auf 4-2019

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 GMH Gruppe Gewinnbeteiligung. Mit der neuen Konzernbetriebsvereinbarung erhalten alle Beschäftigten der GMH Gruppe einen Anteil am jeweiligen Unternehmensgewinn. > Seite 4

Stahlindustrie. Wie steht es um die Zukunft? Drei Fragen an Dr. Martin Theuringer, Geschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung Stahl. > Seite 5

Digitalisierung. Der digitale Arbeitsplatz verändert und optimiert Vernetzung und Informationsfluss – und macht viele E-Mails überflüssig. > Seite 6

Produktion & Innovation Mannstaedt: HD-Ofen. Nach fast 35 Jahren Produktion musste der Blockerwärmungsofen in der kombinierten Grob- und Mittelstahlstraße umgebaut werden. > Seite 7

ETE: Audit. Das gesamte integ-

China treibt mit Macht das Projekt „Seidenstraße“ voran. In diesen Kontext ist auch die 2. CIIE einzuordnen. Die Import-Messe soll vor allem Anrainerstaaten entlang der Seidenstraße dazu animieren, mehr Produkte und Dienstleistungen nach China zu exportieren.

Seite 13

Foto: Vera Loose

GMHütte: Kongress. Ideale

GMH Gruppe: Big-Data. Neue

Plattform für europäische und mexikanische Schmiedetechnik.

Plattform: Datenaustausch und Anomalie-Check in Echtzeit.

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Qualität & Qualifikation

Menschen & Kontakte GMHütte: Blitzer. Tempover-

GMH Akademie: Führung. Annette Ridder ist seit fast einem Jahr als Geschäftsführerin der GMH Akademie tätig. Zeit für ein glückauf-Interview.

rierte Managementsystem musste im Rahmen eines Überwachungsaudits upgedatet werden.

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wird bereits der 1000. Facharbeiter ausgebildet. Schon seit jeher hat die Ausbildung in Judenburg einen sehr hohen Stellenwert.

Gussgruppe: Workshop. Wie die sechs Unternehmen der GMH-Gussgruppe untereinander Best-Practice-Sharing betreiben. > Seite 9

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Viele Jahre schmückte in der Adventszeit ein kleiner, stählerner Weihnachtsbaum das E-Ofen-Gebäude bei der GMHütte. Der war aber in die Jahre gekommen. Und so machten sich im vergangenen Jahr auf Bitte des Stahlwerks vier Schlosser und vier Elektriker daran, eine neue Weihnachtsbeleuchtung zu bauen. Und die dachten gleich in den richtigen Dimensionen: Auf dem E-Ofen-Gebäudedach sitzt jetzt ein fünf Meter hoher Stern mit einer Spannweite von ebenfalls fünf Metern. Beleuchtet werden seine Umrisse energiesparend mit LEDs. Zudem wurde aus einem alten Motor, der eigentlich auf den Schrott sollte, ein Antrieb gebaut und mit dem Stern gekoppelt. Der besondere Effekt: Der Stern leuchtet nun bei Dunkelheit nicht nur, sondern er dreht sich auch noch.

Stahlstandort Gröditz. Auch die Stadt Gröditz samt Einwohnern ist stolz auf ihr Werk. > Seite 27

Mannstaedt: Ehrenamt. Was

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SWG: Arbeitssicherheit. Bei manchem Absturz garantiert die > Seite 20

stöße auf dem Werksgelände haben stark zugenommen. Aus diesem Grund gibt es jetzt Geschwindigkeitskontrollen.

GMHütte // Text: Marcus Wolf

SWG: Jubiläum. 240 Jahre

Judenburg: Azubis. Derzeit

GMHütte: Stähle. Was das Stahl- PSAgA keineswegs das Überleben. werk zur Entwicklung höherfester Stähle für bruchtrennbare Pleuel bislang beigetragen hat – und weiterhin beiträgt.

STERNENHIMMEL

Christof Raatz als Feuerwehrmann weiß, kommt ihm auch bei seinem Job als Brandschutzbeauftragter zugute. > Seite 28

Ungewöhnlich: ein in Vietnam produziertes Auto auf BMW-Fahrzeugplattform. Für den Bereich der Antriebswelle liefert GMH Blankstahl Kurzlängen und CNC-Komponenten. Seite 9

> Seite 10

Judenburg: Präzision. Neues, innovatives optisches Wellenmesssystem hilft, Fertigungsprozesse wirtschaftlich und qualitativ zu optimieren. > Seite 10

Stiftung

Liebe Autorinnen und Autoren, liebe Fotografinnen und Fotografen der glückauf-Ausgaben 2019! Man kann es nicht oft genug betonen: Ohne Ihre Bereitschaft, neben Ihrer „eigentlichen Tätigkeit“ zusätzlich Beiträge für die glückauf beizusteuern, wäre glückauf nicht möglich. Und so kann man Ihnen nicht oft genug dafür danken. Denn Ihr Engagement für die glückauf kommt

  Stiftung: Kultur. Eine Museums-

überdies Ihrem eigenen Unternehmen und vor allem auch der gesamten GMH Gruppe zugute.

Lotsin soll zukünftig in Osnabrück dafür sorgen, dass Menschen ihre Scheu vor Museen verlieren.

Christiane Adam, Sven Alisch, Victoria Apitz, Markus Beckmann, Detlef Beier, Romana Binder, Carsten Blichmann, Joachim Braun, Andrea Bruns , Andrea Busch, Thomas Bußmann, Peter Brüske, Dominik Butter, Fedir Chaykovych, Till Dewitz, Rolf Diedrich, Alexandra Dill, Andreas Donat, Steffen Drechsler, Claudia Drecksträter, Dr. Tobias Dubberstein, Thorben Duda, Stefanie Ehemann, Christian Ernst, Jan Christoph Florian, Carolin Förster, Birgit Frauenheim, Julia Freischlad , Monika Friebe, Christof Fries, Joachim Fröhlking, Wolfgang Galla, Dieter Glasmeyer, Julia Glasmeyer, Stefanie Grafe, Dr. Jürgen Großmann, Heinz Gruber, Marcus Haas, Inge Hegmann, Alexander Hengst, Philipp Henke, Thorsten Henkel, Brigitte Hettwer, Uwe Heuser, Dr. Petr Hlavsa, Maik Höft, Michael Huld, Eva Hüsch, Jens Indrachowicz, Britta Jansen, Lisa Josef, Silas Kaumkötter, Nico Knorr, Anneke Knue, Frank Koch, Stefan Kolassa, Silvio Kopsch, Karin Kriebel, Ralf Kübeck, Reimund Laermann, Claudia Lemm, Vera Loose, Dirk Lutter, Cecile Maret, Philipp Marquardt, Isabell Mindrup, Dirk Möller, Elisa Monecke, Arne Müller, Sandra Ostermann, Dr Deniz Oezcan, Katarina Pashkovskaya, Ute Pellenz, Diana Peter, Michael Pilger, Florian Pörtner, Oliver Pracht, Andreas Rahe, Dominik Rammert, Dirk Raschke, Marc Rohlf, Bernd Romeikat, Frank Rüdiger, Patrick Schenke, Otto Schmitz, Thomas Schmücker, Raphael Schneider, Henrik Schönstedt, Jörg Schulze, Tobias Schwertmann, Kim Seifert, Carsten Seim, Simone Senst, Heike Siebert, Falk Snatkin, Nils Solscheid, Dr. Bernd Sommer, Inka Strothmann, Michael Thamm, Wolfgang Tobias, Felix Treppschuh, Alexander Trost, Beate Uchtmann, M. Unterwieser, Dr. Niels Vieweg, Svenja Vortmann, Thomas Voß, Denis Wachtel, Torsten Wächter, Guido Weber, Niclas Wendt, Lutz Zimmermann, Dr. Michael Zuber

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Partner & Märkte SWG: Hydro 2019. Wenn es um Wasserkraft geht, hat Gröditz dank Freiformschmiedestücken ein Wörtchen mitzureden. > Seite 14

SWG: Metal-Expo. Russische und internationale Stahlverarbeiter präsentierten ihre Produkte und neuesten Errungenschaften. > Seite 15

Ihr glückauf-Editorialteam


GMH GRUPPE

Unsere

glück auf 4-2019

GMH Gruppe // Leitartikel

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Trotz aller Ärgernisse werden wir weiter intensiv mit der Politik reden, um uns Gehör zu verschaffen. Da hilft nur Beharrlichkeit und Überzeugungskraft. Ohne Betriebe wie unsere wird eine Klimawende in der Industrie mit Sicherheit nicht gelingen. Das müssen wir den Entscheidern in Ministerien und Parlamenten immer wieder klarmachen. Wirklich gefreut hat mich etwas ganz anderes in den letzten Wochen. 55 junge Kolleginnen und Kollegen aus unseren Unternehmen kamen Mitte November Wir gehen bislang auf zur Talentsicherem Kurs durch schmiede zusamdiese schwierigen Zeiten, men, um sich für anders als manche Miteinen intensiven bewerber. Tag mit den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung auseinanderzusetzen. Ich möchte allen Teilnehmern bei dieser Gelegenheit für die spannenden und anregenden Diskussionen danken. Das bringt uns wirklich weiter bei einem absolut zentralen Thema für die Zukunft der GMH Gruppe. Es gibt mir die Zuversicht, dass wir auf dem richtigen Weg sind – der aktuellen Wirtschaftslage und Foto: GMH Gruppe manchen politischen Entscheidungen zum Trotz. Ich wünsche Ihnen und Ihren einbezogen, um ihre WettbeFamilien eine schöne und erholwerbsfähigkeit zu schützen und same Weihnachtszeit. Lassen Sie hohe bürokratische Lasten zu uns alle neue Kraft sammeln, vermeiden. Diese Zeiten sind nun bevor wir an die Herausforderunvorbei. Auch die bisher nicht gen des Jahres 2020 gehen. handelspflichtigen Unternehmen der GMH Gruppe werden durch diese mittelstandsfeindlichen Glück auf! nationalen Sonderregelungen in Deutschland belastet und müssen mit millionenschweren Zusatzkosten rechnen. Das ist kein gutes Signal in einer wirtschaftlich so angespannten Zeit.

Wir ziehen alle an einem Strang Frank Koch: „Ich bin zuversichtlich, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, in der letzten Ausgabe habe ich geschrieben, wie wenig Freude es gegenwärtig macht, eine schlechte Wirtschaftsnachricht nach der anderen in den Medien zu lesen. Das hat sich bis heute nicht geändert. Es sind keine klaren Zeichen für eine Besserung unseres wirtschaftlichen Umfeldes zu erkennen. Was ich aber deutlich wahrnehme, ist etwas anderes. Wir gehen bislang auf sicherem Kurs durch diese schwierigen Zeiten, anders als manche Mitbewerber. Die angekündigten industrieweiten Stellenabbauprogramme, von denen man immer wieder lesen muss, bereiten uns Sorgen.

Was unterscheidet uns von den anderen Unternehmen? Vor allem Sie und Ihr Einsatz. Arbeitnehmer und Geschäftsführungen handeln bei uns solidarisch und ziehen an einem Strang, um die GMH Gruppe auf Kurs zu halten. So etwas ist in schwierigen Zeiten wie heute keine Selbstverständlichkeit, und dafür möchte ich Ihnen allen danken! So wie es aktuell aussieht, wird das Jahr 2020 nicht einfacher für uns. Lassen Sie uns daher bitte in den nächsten Monaten mit der gleichen Entschlossenheit die Herausforderungen angehen. Sorgen bereiten uns leider auch manche politische Entscheidun-

Das Klimaschutzpaket Quelle: www.bundesregierung.de/CO2-Bepreisung Herzstück des Klimaschutzprogramms ist die neue CO2-Bepreisung für Verkehr und Wärme ab 2021. Der Preis pro Tonne CO2 ist fix und politisch festgelegt. Dabei werden Zertifikate an die Unternehmen, die Heiz- und Kraftstoffe in Verkehr bringen, verkauft. Die Kosten für die Zertifikate trägt dann der Brenn- und Kraftstoffhandel: Wenn Unternehmen Heizöl, Flüssiggas, Erdgas, Kohle, Benzin oder Diesel verkaufen, benötigen sie für jede Tonne CO2, die die Stoffe im Verbrauch verursachen werden, ein Zertifikat als Verschmutzungsrecht. Der Festpreis startet mit 10 Euro pro Tonne und steigt bis zum Jahr 2025 auf einen Festpreis von 35 Euro pro Tonne CO2. Ab 2026 bildet sich der Preis am Markt, solange er sich zwischen einem festgelegten Mindest- und Höchstpreis bewegt. Die Gesamtmenge an Zertifikaten, die deutschlandweit ausgegeben wird, entspricht dann den Erfordernissen der deutschen und europäischen Klimaziele. Das Bundeskabinett hat am 23. Oktober den Gesetzentwurf für einen nationalen Zertifikatehandel für Brennstoffemissionen beschlossen. Der Deutsche Bundestag hat am 15. November der Einführung der neuen CO2-Bepreisung zugestimmt.

gen. Bundestag und Bundesrat haben Ende November das Klimaschutzpaket verabschiedet. Damit entsteht ein nationales Bepreisungssystem für CO2, wie es in keinem anderen Mitgliedsland der Europäischen Union existiert. Ausländische Wettbewerber sind dadurch im Vorteil, egal wie gut oder schlecht ihre eigene CO2-Bilanz aussieht. Mit Bedacht wurden kleine und mittlere Unternehmen bisher nicht in den europäischen Emissionsrechtehandel

Mannstaedt // Nachruf

Dieter Wilden Ü

berraschend, für alle unfassbar, verstarb am 20. Oktober 2019 der langjährige Geschäftsführer der Mannstaedt GmbH, Dieter Wilden. Mit Übernahme der Geschäftsführung der Mannstaedt GmbH hatte sich Dieter Wilden das Ziel gesetzt, Mannstaedt zu einer langfristigen Erfolgsstory zu machen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Troisdorfer Unternehmens setzten damals große Hoffnungen in ihn und in die GMH Gruppe. Kam man doch aus schwierigen Zeiten in der britisch-niederländischen Unternehmensgruppe CORUS. Dieter Wilden erkannte gleich, dass es viel Potenzial gab. Einerseits die Spezialprofile, die durch ihre außergewöhnlichen Geometrien der USP des Unternehmens sind. Andererseits aber vor allem die überaus motivierte Beleg-

schaft, die in eine vielversprechende Zukunft blicken wollte. Als Geschäftsführer eine angesehene Persönlichkeit, war DIeter Wilden auch ein geradliniger und verantwortungsbewusster Vorgesetzter, der beliebt und geschätzt war. Quirin Großmann erinnert sich gern an seine Besuche in Troisdorf. „Dieter Wilden hat mir eindringlich vermittelt, was bei Mannstaedt von der gesamten Belegschaft geleistet wird. Er hat sich sehr engagiert und darum gekümmert, dass meine Geschwister und ich ein Gefühl und Wertschätzung für Mannstaedt entwickeln konnten. Wir werden ihn vermissen und nie vergessen“, so Quirin Großmann stellvertretend für die Gesellschafterfamilie. „Diese traurige Nachricht hat uns alle sehr betroffen gemacht. Wir verlieren mit Dieter Wilden

Dieter Wilden

einen hochgeschätzten Kollegen, der sich seit 1998 auf vielfältigen Stationen um die GMH Gruppe verdient gemacht hat. Die Mannstaedt GmbH hat er mit seiner

Foto: Carsten Seim

direkten und zupackenden Art deutlich geprägt, und so wird er mir auch in Erinnerung bleiben. Unsere Gedanken sind bei seiner Frau, die viel zu früh von Dieter

Wilden Abschied nehmen muss“, sagt Frank Koch, CEO der Georgsmarienhütte Holding.


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GMH GRUPPE 

Unsere

glück auf 4-2019

GMH Gruppe // Talentschmiede 2019

Kreativer Zeitdruck Digitalisierung der GMH Gruppe: Insgesamt 60 Teilnehmer entwickeln jede Menge Output. Text: Christoph Dransmann, glückauf-Editorialteam

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n der Mehrzweckhalle am Standort Georgsmarienhütte fand am 18. November die Talentschmiede der GMH Gruppe statt. Die Talentschmiede ist Teil des gruppenweiten Talentmanagements und fördert die Vernetzung der Talente in der gesamten GMH Gruppe. „Digitalisierung“ war das Motto der diesjährigen Veranstaltung. Zunächst war es an CHRO Frank Brüggestrat, die anwesenden Talente sowie die ebenfalls geladenen Personalleitungen, Talentpool-Verantwortlichen und Standort-Geschäftsführer zu begrüßen: „Wir sind mitten in einer Zeit fundamentaler Veränderungen. Die Digitalisierung ist dabei für uns eine große Chance“, machte er den Gästen klar und leitete damit direkt zum ersten Vortrag von CEO Frank Koch über.

Der wiederum verdeutlichte die immense Bedeutung, welche die Digitalisierung für eine mittelständische Unternehmensgruppe wie die GMH Gruppe mit sich bringt. Er stellte klar: „Die Zeit von Trial and Error ist vorbei. Wir antizipieren mit Simulationen, was der Kunde von uns braucht und fordert. Die Stahlproduktion der Zukunft in Europa wird auf der Basis von Digitalisierung und Dekarbonisierung erfolgreich sein. Beides können wir als GMH Gruppe!“ Weiteren Input erhielten die Talente im Anschluss von Unternehmensberater Dr. Nils Naujok (strategy&), der die Veränderungen in der Stahlindustrie insgesamt beleuchtete. Ihm folgte Prof. Johannes Henrich Schleifenbaum (Lehrstuhl Digitale Additive Produktion, RWTH Aachen & Fraunhofer-Institut für Lasertechnik/ ILT), der mit seinem Kurzreferat zu Additiver Fertigung und 3-D-Druck ein für die GMH Gruppe auf Basis von Digitalisie-

CHRO Frank Brüggestrat begrüßt die Teilnehmer der diesjährigen Talentschmiede.

rung zentrales Zukunftsthema vorstellte. Die Kollegen Julian Kröger (Leiter Corporate Development), Dr. Jean-Frédéric Castagnet (Leiter OPEX) und Mario Hermeling (Geschäftsführer GMH Systems) nutzten ebenfalls die Gelegenheit und stellten ihr gruppenweites Projekt „Digitalisierung der GMH Gruppe“ vor. Im Rahmen dieses Projektes werden die verschiedensten Digitalisierungspotenziale in der gesamten Unternehmensgruppe untersucht. Eine abschließende Fragerunde mit allen Referenten sorgte dafür, dass die Teilnehmer der Talentschmiede ausreichend Impulse für den weiteren Verlauf des Tages erhielten. Nach der Mittagspause, die zum intensiven Austausch und Netz-

werken genutzt wurde, galt es für die Talente, selbst die Ärmel hochzukrempeln. Aufgeteilt in Arbeitsgruppen warteten fünf Denkzellen auf die Talente: Digitale Produktion und Anlagentechnik (1), Digitale Supply Chain und Vertrieb (2), Daten, Analyse und IT (3), Digitale Administration (4) und Mitarbeiter, Führung und Change (5). Je 20 Minuten bekamen die Talente, um zu diesen Bereichen Ideen, Handlungsfelder und neue Blickwinkel zu erarbeiten. Der Zeitdruck hatte dabei durchaus Methode, zwang sie doch alle, sich klar zu fokussieren. Die anschließende gemeinsame Präsentation der Ergebnisse zeigte dann auch auf, dass dieses Vorhaben glückte und zahlreiche wichtige Aspekte in Bezug auf die

Foto: Vera Loose

Digitalisierung erarbeitet worden waren. Am Ende haben die Teilnehmer in einer Galerie der Veränderung festgehalten, was sie ganz konkret tun werden, um das Thema Digitalisierung am Standort voranzutreiben. Was diese Veranstaltung darüber hinaus besonders auszeichnete: Die in der Talentschmiede erarbeiteten Themen und Handlungsfelder werden maßgeblich in die weitere Umsetzung des Projektes „Digitalisierung GMH Gruppe“ einfließen – was eine weitere, zentrale Kernaussage der Veranstaltung bekräftigte: Ohne den Menschen und die Berücksichtigung seiner Anregungen, Bedürfnisse und Sorgen kann die Digitalisierung nicht gelingen.

GMH Gruppe // Konzernbetriebsvereinbarung

Meinung

Alles Krise oder was?

Gewinnbeteiligung

Wie sich die globale Konjunkturentwicklung auf die GMH Gruppe auswirkt.

Neue Regelung ab Geschäftsjahr 2020 gültig

Text: Christoph Dransmann, glückauf-Editorialteam

D

ie deutsche Stahlindustrie macht derzeit nicht mit Erfolgsmeldungen von sich reden – im Gegenteil: Demonstrationen der Belegschaften für den Arbeitsplatzerhalt sowie gegen Standortschließungen und Entlassungen sind Themen, mit denen derzeit gerade die Großen der Branche in die Schlagzeilen geraten. Und bei uns? Einstellungs- und Investitionsstopp, verkürzte Arbeitszeiten, Verzicht auf Sonderzahlungen – die Anzeichen sind eindeutig: Auch die GMH Gruppe hat in den Krisenmodus geschaltet. Es lohnt sich aber, genauer hinzuschauen, um unsere Situation korrekt einzuschätzen. Unsere Unternehmensgruppe muss ihre Standfestigkeit und Schlagkraft in einer Weltwirtschaft beweisen, die derzeit eine akute Schwächephase durchläuft. Dies ist – neben zyklischen Gründen – in hohem Maße auch eine Folge der hohen wirtschaftspolitischen Unsicherheit. Auslöser waren vor allem die globalen Handelsstreitigkeiten und – mit Blick auf Europa – die Brexit-Diskussion. Der Internationale Währungsfond (IWF) rechnet für 2019 nur noch mit einem weltweiten Wirtschaftswachstum von + 3 Prozent. Damit befindet sich die Weltwirtschaft – nach der Definition des IWF – nahe an einer Rezession, also einer schrumpfenden Wirtschaft. Regional sind die Entwicklungen jedoch sehr unterschiedlich. Die beiden großen Lokomotiven der Weltwirtschaft, China und die USA, sind ins Stocken geraten. Die Ursachen liegen besonders in den Handels- und Zollstreitigkeiten der beiden Staaten miteinander. In China kommen strukturelle Probleme hinzu, in den USA verschärfen die nachlassenden Impulse der letzten Steuerreform die Lage. Die EU verzeichnet zwar mit immerhin noch +1,5 Prozent das siebte Jahr Wirtschaftswachstum in Folge. Die Ungewissheit durch die internationa-

len Handelsstreitigkeiten und das Brexit-Chaos dämpfen jedoch deutlich die Erwartungen an 2020. Wie bei allen globalen Krisen zuvor trifft es auch dieses Mal die Stahlbranche besonders hart, gerade auch in Deutschland. Ein Grund, weshalb die GMH Gruppe ebenfalls besonders betroffen ist: Unsere Hauptabnehmer schwächeln. So steht die Automobilindustrie vor großen Herausforderungen. Im ersten Halbjahr schrumpfte die globale Pkw-Nachfrage um 8 Prozent und die inländische Pkw-Produktion zwischen Januar und August um 11 Prozent. Zumindest dürfte der Tiefpunkt im Konjunkturzyklus allmählich erreicht sein. Darauf deutet auch der Anlauf wichtiger neuer Automodelle 2020 hin. Beim zweiten Hauptabnehmer, dem Maschinenbau, sind die Folgen der globalen Handelsstreitigkeiten immer stärker spürbar. Die Branche leidet besonders unter der global sinkenden Nachfrage nach Investitionsgütern. Im Zeitraum Januar bis August sank die Produktion um 2 Prozent, die Bestellungen fielen preisbereinigt um 9 Prozent, gleichermaßen in In- und Ausland. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) rechnet für 2019/2020 jeweils mit einem Produktionsrückgang von 2 Prozent. Und was bedeutet das konkret für die GMH Gruppe? Genaue Prognosen für das nächste Jahr zu treffen, scheint fast unmöglich und wäre auch unseriös. Umso wichtiger sind die Stärken, welche die GMH Gruppe auch schon durch vergangene Krisen gebracht haben. Sie sind mit dem Programm „Zukunft GMH Gruppe“ weiter verfestigt worden und haben uns gut auf Zeiten wie diese vorbereitet. Allen voran sind dabei die Robustheit und die Flexibilität zu nennen, uns immer wieder auf neue Situationen und Herausforderungen einstellen zu können. Sie werden auch dieses Mal wieder von uns gefordert sein.

Text: Henrik Schönstedt, Personalleiter GMH Holding

M

it der neuen Konzernbetriebsvereinbarung erhalten erstmals alle Mitarbeitenden der GMH Gruppe einen Anteil am jeweiligen Unternehmensgewinn, und zwar nach einheitlichen und transparenten Regeln. Nach Abschluss des Geschäftsjahres wird das Ergebnis festgestellt. Aus diesem Ergebnis schüttet das Unternehmen 10 Prozent abzüglich Sozialversicherungsabgaben als Gewinnbeteiligung an seine Mitarbeitenden aus. Voraussetzung: sechs Monate Betriebszugehörigkeit. Die Gewinnbeteiligung wird anhand der Anwesenheitszeit unter den Mitarbeitenden und Leiharbeitnehmern verteilt. Die Vereinbarung in Stichworten:

„Erfolge feiern wir ge-

meinsam! Wir sind froh, dass wir unseren Mitarbeitenden weiterhin einen angemessenen Anteil am Unternehmensgewinn ausschütten, und das nach gruppenweit einheitlichen Regeln. Die neue Gewinnbeteiligung wird den Zusammenhalt und die Motivation unserer Belegschaften fördern.

“FRANK BRÜGGESTRAT

„Mit der neuen Vereinbarung

haben wir eine freiwillige, außertarifliche Leistung des Unternehmens für alle Mitarbeitenden in der GMH Gruppe abgesichert – mit einer beachtlichen Höhe und klaren Regeln.

MONIKA FRIEBE

Wer? Alle Mitarbeitenden und Leiharbeiter mit einer Betriebszugehörigkeit von mindestens sechs Monaten. Wer allerdings freiwillig das Unternehmen verlässt oder aber „goldene Löffel gestohlen“ hat, erhält die freiwillige Sonderzahlung nicht. Wann? Nach Feststellung des Jahresabschlusses. Was? 10 Prozent des Unternehmensgewinns abzüglich Sozialversicherungsabgaben. Wie? Verteilung nach Anwesenheit im jeweiligen Geschäftsjahr. Maximal: ein Bruttomonatsgehalt (Durchschnitt im Unternehmen). Und? Im Einvernehmen mit dem örtlichen Betriebsrat kann die Gewinnbeteiligung bei außergewöhnlichen, zukunftsweisenden Investitionen ganz oder teilweise als Mitarbeiterbeitrag verwendet werden. Sind Sie an weiteren Infos interessiert? Dann sprechen Sie bitte Ihre Personalabteilung oder Ihren Betriebsrat an.


GMH GRUPPE

Unsere

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GMH Gruppe // CO2-Bilanz

Die Zukunft ist elektrisch Klimaneutrale Industrie: Wie sich die GMH Gruppe positioniert. Text: Christoph Dransmann, glückauf-Editorialteam

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n Deutschland bezeichnet man Chemie-, Zement- und Stahlindustrie zusammen als Grundstoffindustrie. Sie gilt als zentraler Pfeiler unseres volkswirtschaftlichen Wohlstandes und sorgt für über 550.000 hochwertige Arbeitsplätze. Made in Germany steht im Ausland nach wie vor für höchste Qualität und Innovationsdynamik. Und dennoch: Trotz Effizienzsteigerung sind die Emissionen der Industrie in den letzten Jahren nicht gefallen – obwohl durch die nationalen und internationalen Klimaschutzziele der Druck auf die Unternehmen immens steigt. Die zentrale Frage lautet daher: Wie kann sich die deutsche Grundstoffindustrie bis spätestens 2050 klimaneutral – also frei von klimaschädlichen Emissionen – aufstellen und gleichzeitig ihre starke Stellung im internationalen Wettbewerb behalten? Diese Frage hat gerade in der Stahlindustrie ein Rennen um die richtigen Antworten ausgelöst: • Auf der einen Seite stehen die großen Stahlkonzerne aus der klassischen Primärroute (Hoch-

ofen-Konverter-Route). Sie werben derzeit mit großem medialen Echo vor allem um die Gunst und Aufmerksamkeit der Politik. Die soll sie auf ihrem mitunter langen Weg zur CO2-freien Stahlproduktion im Jahr 2050 unterstützen. • Auf der anderen Seite stehen mittelständisch geprägte Akteure wie die GMH Gruppe als Vertreter der sogenannten Sekundärroute. Sie produzieren ihren Stahl mittels Elektrolichtbogenofen und der Verschmelzung von Stahlschrotten. Auf den ersten Blick ein ungleicher Kampf, obwohl hinsichtlich einer CO2-freien Stahlproduktion schon heute die Zahlen klar für

CO2LUTIONS bündelt die Initiativen und Projekte zur Dekarbonisierung der GMH Gruppe.

„Mit grünem Strom und Bio-

masse (als biogenem Kohlenstoffträger) ist die Sekundär-Route und damit Stahl der GMH Gruppe perspektivisch nahezu CO2-neutral.

CHRISTOPH DRANSMANN

die Sekundärroute sprechen: 2016 war die Produktion von Eisen und Stahl in Deutschland für direkte Emissionen in Höhe von 52,3 Mio. Tonnen CO2 verantwortlich. Der Großteil dieser Emissionen, rund 50 dieser 52,3 Mio. Tonnen, lässt sich auf die Primärroute zurückführen. Auch deren Energiebedarf – in Form von Kohle – ist um ein Vielfaches höher (siehe Tabelle).

Das wird auch in Zukunft so bleiben. Selbst wenn 2050 die Direktreduktion auf reiner Wasserstoffbasis gelingen sollte (was ja die Primärroute mehrheitlich anstrebt): Im Vergleich damit würden unser Bedarf an erneuerbaren Energien 5-mal und die CO2-Vermeidungskosten 3-mal geringer ausfallen. Doch welche Herausforderungen ergeben sich daraus für die GMH Gruppe? Die GMH Gruppe muss aufzeigen, welche großen Vorteile die Sekundärroute schon heute gegenüber der konventionellen Stahlproduktion bietet. Schließ-

Verschiedene Stahlherstellungsverfahren im Vergleich (Deutschland 2016)

Stahlherstellungsroute

Anteil an Stahlproduktion

Jährliche Produktion von Rohstahl

Vorwiegend genutzter Energieträger

Energiebedarf pro t Rohstahl

Direkte CO₂Emissionen pro t Rohstahl

Hochofen-Konverter-Route*

70 %

29,5 Mio. t

Kohle

14 GJ*

1,7 t*

50 Mio. t

Elektrolichtbogenofen-Route**

29 %

12 Mio. t

Strom

2 GJ

0,3 t

2 Mio. t

1%

0,6 Mio. t

Erdgas, Strom

13 GJ*

0,5 t*

0,3 Mio. t

Erdgasbasierte Direktreduktion*

Quelle: World Steel, 2018 und eigene Berechnungen des Wuppertal Instituts, 2019

*Primärstahlrouten, jeweils 12 % Schrott angenommen **Sekundärstahlroute, > 95 % Schrottverwendung

Die Daten der Primär- und Sekundärroute im Vergleich

GMH Gruppe // Krisen-Kurzanalyse

Ungewissheit bleibt: Gefahr immer noch nicht gebannt

Quelle: Agora Energiewende

Businessknigge // von Marcus Wolf

Diesmal: Indien Wer geschäftlich im Ausland zu tun oder ausländische Geschäftsleute zu Gast hat, sollte den jeweiligen Verhaltenscodex kennen.

Wie steht es aktuell um die Aussichten der Stahlindustrie? Drei Fragen an Dr. Martin Theuringer, Geschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung Stahl. Ein Interview von Klaus Schmidtke, glückaufEditorialteam

glückauf: Weshalb hat sich das Umfeld für die Stahlindustrie stark verschlechtert? DR. MARTIN THEURINGER: Die derzeit sehr schwierige Lage in der Stahlindustrie ist auf mehrere Ursachen zurückzuführen: Zum einen die rezessive Entwicklung im exportorientierten und stahlintensiven verarbeitenden Gewerbe, allen voran in der Automobilindustrie, inzwischen aber auch im Maschinenbau. Die Abschwächung des Welthandels auch in Folge der globalen Handelskonflikte spielt hierbei eine gewichtige Rolle. Hinzu kommen mit Blick auf die Stahlkonjunktur lagerzyklische Effekte, die auch eine Folge nicht wirksam ausgestalteter Schutzmaßnahmen sind. Denn der hohe Importdruck hatte zu einem übermäßigen Lageraufbau beigetragen, der nun die Stahlnachfrage belastet.

Direkte CO₂Emissionen gesamt

Gibt es schon einen LichtDR. THEURINGER: streif am Horizont? Es ist gerade auch DR. THEURINGER: Die für die Stahlindustrie aktuellen Konjunkturindieine wichtige Nachkatoren deuten noch auf richt, dass es vorerst keine feste Bodenbildung keine Strafzölle im der deutschen Industrie Automobilbereich im hin. Die meisten Institute Rahmen der US-Secerwarten für 2020 trotz Dr. Martin Theuringer, tion 232 geben wird. des deutlichen Einbruchs Geschäftsführer der Am 14. November im Jahr 2019 einen eher Wirtschaftsvereini2019 ließ der US-Prägung Stahl flachen Produktionsversident Donald Trump Foto: WV Stahl lauf für die deutsche Indie gesetzliche Frist dustrie in Summe. Für eine spürfür seine Entscheidung verbare Erholung fehlt es an überstreichen. Allerdings kann nicht zeugenden positiven Impulsen. damit gerechnet werden, dass Mit Blick auf die Stahlkonjunktur sich in den USA in der Zwiwird zudem viel davon abhängen, schenzeit ein Meinungswechsel ob zeitnah eine erneute Übervollzogen hat. So bestehen für prüfung der Schutzklauselverden US-Präsidenten weiterhin ordnung auf den Weg gebracht verschiedene Möglichkeiten, werden kann. Die Maßnahmen gegen US-Automobilimporte müssen dringend so ausgestaltet vorzugehen. Die Gefahr einer werden, dass sie die veränderten gravierenden Eskalation in den konjunkturellen Realitäten wider- Handelsstreitigkeiten zwischen spiegeln und dass sie Schutz vor den USA und der Europäischen Umleitungseffekten bieten. Union ist also noch nicht gebannt. Wird es noch zu den angedrohten Autozöllen aus den USA kommen?

lich ist sie im Vergleich verhältnismäßig CO2-arm und benötigt zudem relativ wenig Energie in Form von Strom. Die weiteren Potenziale lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: Wenn grüner Strom und Biomasse (als biogener Kohlenstoffträger) ausreichend zur Verfügung stehen, ist die Sekundärroute und damit Stahl der GMH Gruppe perspektivisch nahezu CO2-neutral. Mit dieser Botschaft startet unsere Unternehmensgruppe auf verschiedenen Ebenen eine Kommunikations- und Informationskampagne. Dabei werden enge Kontakte zu Vertretern der Politik geknüpft. Unter dem neuen Label „CO LUTIONS“ bewerben wir im Markt unsere Aktivitäten hinsichtlich der CO2-neutralen Produktion von Hochqualitätsstählen – ein zukunftsträchtiges Kriterium, das zunehmend von den Kunden nachgefragt wird. Fest steht für uns: Die Zukunft der Stahlproduktion ist elektrisch – und die GMH Gruppe bietet dafür schon heute beste Voraussetzungen.

• Z  ur Begrüßung üblich ist der Handschlag – aber nicht zu fest. Denn kräftiges Händedrücken ist in Indien unhöflich. Die traditionell wie zum Gebet aneinandergelegten Handflächen werden zum Gruß nicht erwartet. Visitenkarten werden direkt nach der Begrüßung ausgetauscht. Übergeben Sie die Karte nur mit der rechten Hand und nehmen Sie sie nur mit der rechten entgegen. Die linke ist unrein. Wichtig ist der Titel auf der Karte: Wer nicht wenigstens „Vice President“ oder „Director“ draufstehen hat, wird kaum ernst genommen. Denn indische Unternehmen sind strenger hierarchisch aufgebaut als deutsche, das bedeutet: Mittlere Ebenen können kaum etwas entscheiden. Dass Inder keine Kritik vertragen, stimmt nicht. Sie wird nur nie direkt geäußert. Wer unzufrieden ist, fragt besser, ob es auch anders geht. Auch ein „Nein!“ ist unhöflich. Das entspricht fast einer Ohrfeige. Über Gastgeschenke freut man sich immer. Aber bitte beachten Sie: Es ist empfehlenswert, keine alkoholischen Getränke als Geschenke in einem ersten Meeting zu überreichen. Indien ist eine farbenfrohe Kultur. Bitte Geschenke nicht in schwarzes Papier eingepackt überreichen! Als deutscher Unternehmer hat man grundsätzlich gesehen keine schlechten Karten. Denn „Made in Germany“ ist in Indien nach wie vor eine geschätzte Marke. Grafik: Adobe Stock


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GMH GRUPPE 

Unsere

glück auf 4-2019

GMH Gruppe // Digitaler Arbeitsplatz 2

Arbeiten „ohne E-Mails“?! Neue Herausforderungen erzwingen auch neue IT-Lösungen. Der digitale Arbeitsplatz verändert und optimiert Vernetzung und Informationsfluss. Ein Interview von Peter Karl Müller, pkm-text

Digitaler Arbeitsplatz, neue Arbeitsweisen, New Work – immer häufiger hört man diese und ähnliche Schlagworte. Sie umschreiben, wie sich die Arbeitswelt und der eigene Arbeitsplatz in einer immer stärker digitalisierten und schneller getakteten Welt verändern wird. Rund zwei Jahre hat das Projektteam um Thorsten Bertmer (GMH Systems) und Christoph Dransmann (Unternehmenskommunikation) nach passenden Lösungen und Vorgehensweisen für die GMH Gruppe gesucht, um auf diese Veränderungen zu reagieren und sie zu gestalten. Inzwischen sind erste Pilotgruppen mit den neuen Möglichkeiten vertraut gemacht worden, erste Testphasen laufen an. Welche Erfahrungen dabei gewonnen werden, schildern die beiden Projektleiter im glückauf-Interview: glückauf: Was ist Ziel des Projektes „Digitaler Arbeitsplatz“? CHRISTOPH DRANSMANN: Unsere Kunden, der Markt allgemein, verlangen, dass wir als Gruppe stärker zusammenwachsen, um optimale Produkte und Prozesse anzubieten. Deshalb müssen wir uns über Unternehmens- und Abteilungsgrenzen hinweg stärker miteinander vernetzen, schneller abstimmen und unser vorhandenes Wissen effektiver miteinander teilen.

Für den Austausch gibt es Telefon und E-Mail. Wo liegt das Problem? DRANSMANN: Sie waren ohne Zweifel lange Jahre das Maß der Dinge für die Arbeits-, Projektund Kommunikationsorganisation. In diesen neuen Zeiten kommen sie aber an ihre Grenzen. Die IT-Technik bietet uns heute dafür neue Möglichkeiten, und genau die wollen wir finden und für eine bessere Vernetzung und Zusammenarbeit nutzbar machen. Das klingt nach einem sehr großen und allumfänglichen Ansatz. Wie geht das Projekt da vor? THORSTEN BERTMER: Natürlich haben wir inzwischen eine recht genaue Vorstellung, mit welchen neuen Tools wir diesen Wandel hin zum digitalen Arbeitsplatz gestalten können. Und die wäre? BERTMER: Grundlage dafür ist das Tool „Microsoft Teams“ aus dem Office365-Baukasten. Dennoch gehen wir nicht hin und rollen einfach eine neue Software aus. Unser Ansatz mit den Pilotgruppen besteht darin, zunächst die Bedarfe der Kolleginnen und Kollegen abzufragen. Was läuft gut im Arbeitsalltag, welche Prozesse sind eher nervig, fehleranfällig und kosten Zeit? Hier erarbeiten wir dann gemeinsam mit den Pilotgruppen Lösungsmöglichkeiten mittels neuer digitaler Arbeitsmethoden. Arbeitet ihr denn schon damit? BERTMER: Natürlich. Wir wollten

Christoph Dransmann Thorsten Bertmer

ja mit gutem Beispiel vorangehen. Damit wir auch wissen, wovon wir sprechen, wenn wir auf die Mitarbeiter zugehen. Und wenn ich so darüber nachdenke: Die E-Mails, die im Rahmen dieses Projektes geschickt wurden, kann ich an einer Hand abzählen. Ein Projekt dieses Umfangs ohne E-Mails? Wie soll das denn gehen? DRANSMANN: Das Tool bietet den Nutzern unter anderem ein Dokumenten- und Projektmanagement aus einer Hand. Konkret: Der Nutzer kann jederzeit auf alle für sein Projekt relevanten Daten und Dateien direkt zugreifen. Sie sind für ihn immer in der aktuellen Version verfügbar. Also kein Hin- und Herschieben per Mail mehr? DRANSMANN: E-Mails mit Dateianhängen, wo niemand am Ende weiß, welche Version jetzt gerade gefordert ist, entfallen somit. Gleichzeitig bietet das Tool auch Kommunikationsfunktionen wie Chats oder Telefon- und Videokonferenzfunktionen oder auch die Möglichkeit, dass mehrere Personen Dateien gleichzeitig bearbeiten. All das auf einer klar strukturierten Oberfläche, auf der alles stattfindet. Microsoft Teams

GMH Gruppe // Neues Aufsichtsratsmitglied

Klima- und Industriepolitik müssen Hand in Hand gehen Neues Gesicht im Aufsichtsrat der GMH Holding: Heiko Reese (IG Metall) will sich für Arbeitsplätze mit gute Arbeitsbedingungen stark machen. Ein Interview von Klaus Schmidtke, glückaufEditorialteam

Heiko Reese leitet das Zweigbüro des Vorstands der IG Metall in Düsseldorf. Dort kümmern er und sein Team sich um die Branchenarbeit für Stahl, Schmieden und Gießereien – was ihn für seinen Job als Mitglied des Aufsichtsrates der GMH Holding geradezu prädestiniert. glückauf: Wie erleben Sie Ihre ersten Schritte als neues Aufsichtsratsmitglied der GMH Holding? HEIKO REESE: Für mich geht es jetzt erst mal darum, die GMH Gruppe in allen Bereichen ken-

Heiko Reese, IG Metall

Foto: IG Metall

nenzulernen. Gute Arbeit im Aufsichtsrat sollte auf detaillierten Kenntnissen der einzelnen Bereiche beruhen. Gibt es aus Ihrer Sicht Besonder-

heiten gegenüber anderen Unternehmen der Branche? REESE: Die Besonderheit in der GMH Gruppe sehe ich in der breiten Aufstellung, die es so, im Vergleich zu anderen Stahl-Unternehmen, nur bei GMH gibt. In Düsseldorf kümmern wir uns ja um die Branchenarbeit für Stahl, Schmieden und Gießereien – drei Branchen, die sich in der GMH Gruppe ebenfalls wiederfinden. Somit passt das gut zusammen, und ich freue mich auf meine neue Aufgabe. Welches Ziel ist Ihnen besonders wichtig? REESE: Arbeitsplätze mit guten Arbeitsbedingungen zu sichern. Aus meiner Erfahrung geht das

wird definitiv eine zentrale Rolle für den digitalen Arbeitsplatz der GMH Gruppe spielen. Das hört sich nach etwas gänzlich Neuem an. Ist euch die Umstellung leichtgefallen? BERTMER: Es hat von Anfang an Spaß gemacht. Wie bei allen neuen Sachen: Man musste sich natürlich darauf einlassen, aber die Vorteile überwiegen eindeutig. Aufgaben und offene Fragen können schnell zugewiesen und erledigt werden, man ist deutlich agiler unterwegs. Die Frage ist ja immer: Welche Leitplanken setzt und welche Freiräume eröffnet ein neues Tool? BERTMER: Natürlich braucht es Regeln und Guidelines, wie man damit umgeht. Beispiel: Nur, weil ich mit so einem Tool die Chance habe, mich enger mit meinen Kollegen in Echtzeit zu vernetzen, habe ich ja im Umkehrschluss nicht das Anrecht, dass jede meiner Fragen und Aufgaben auch immer sofort bearbeitet wird. Dann wäre digitaler Stress vorprogrammiert. Im Rahmen unseres Projektes erarbeiten wir entsprechende Richtlinien, die für alle gelten. Und die Freiräume? BERTMER: Das Tool bietet ausreichend Freiraum, das bedeutet: Jede Abteilung kann sich im Tool so organisieren, wie es individuell am besten passt. Was sind die nächsten Schritte? Wie geht es 2020 weiter? BERTMER: Das Projekt hat eine hohe Abhängigkeit von unserer IT-Infrastruktur, die sich derzeit im Umbau befindet. Da gilt es derzeit unter anderem, offene Fragen in Hinsicht auf Datensicherheit und Datenschutz zu klären. Wenn wir die Möglichkeiten

nur in einem wirtschaftlich stabilen Unternehmen. An beidem möchte ich als Aufsichtsratsmitglied arbeiten. Sie kennen ja sehr gut das politische Umfeld der Stahlindustrie. Welche Themen werden uns im nächsten Jahr ganz besonders beschäftigen? REESE: Das politische Umfeld war in den vergangenen Jahren sehr wichtig und wird es auch in Zukunft sein. Denken wir nur an den Emissionsrechtehandel oder die Strompreiskompensation als zwei entscheidende Faktoren für die Entwicklung der GMH Gruppe. Im nächsten Jahr wird es insbesondere für die Elektroofen-Route darum gehen, bezahlbaren grünen Strom zur Verfügung zu haben, um damit schon in naher Zukunft die Klimaziele zu 100 Prozent umsetzen zu können. In der Hochofen-Route wird es da viel schwieriger werden. Deswegen steht für mich auch an erster Stelle, immer wieder deutlich zu machen: Klimapolitik ist sehr wichtig, muss aber immer gemeinsam mit Industriepolitik gedacht werden.

Suchen Testteams! Neugierig geworden? Abteilungen oder Teams, die auf das neue Tool neugierig geworden sind, können sich zu Testzwecke gern an Herrn Bertmer wenden: thorsten.bertmer@ gmh-gruppe.de

der neuen Tools vollumfänglich nutzen wollen, sprechen wir auch von cloudbasierten Diensten. Das bedeutet? BERTMER: Zumindest Teile unserer Daten lägen nicht mehr auf unseren eigenen Servern, sondern beim Anbieter der Tools. Das ist per se kein Problem. Vielfach ist es sogar der sicherere Weg. Aber es muss geregelt sein, was eine sehr detailreiche und zeitintensive Arbeit ist. DRANSMANN: Gleichzeitig suchen wir weitere Anwendungsfälle, bei denen wir die neuen Tools gewinnbringend einsetzen können. Das hilft uns, mit dem Tool zu lernen und das Optimum herauszuholen und dabei gleichzeitig Vorbereitungen für die Zeit zu treffen, in der wir die neuen Tools flächendeckend in der GMH Gruppe ausrollen. Das wird aufgrund der hohen Abhängigkeit von der IT-Infrastruktur aber noch eine Zeit brauchen. Und wer nicht ganz so lange warten möchte oder jetzt schon neugierig geworden ist? DRANSMANN: Abteilungen oder Teams, die jetzt schon glauben, das könnte eine spannende Sache für sie sein, können sich zu Testzwecken gerne schon jetzt an uns wenden. Vielen Dank für das Gespräch.

Was ist für Sie als neues Aufsichtsratsmitglied angesichts der Stahlkrise besonders wichtig? REESE: Es geht jetzt darum, eine Phase der konjunkturellen Stagnation mit sinnvollen Instrumenten zu überstehen. Hierzu bieten die Tarifverträge der IG Metall ein paar Instrumente an. So zum Beispiel den Tarifvertrag Beschäftigungssicherung mit einer vorübergehenden Arbeitszeitabsenkung. Und welche Risiken sehen Sie in der aktuellen Phase? Worauf kommt es Ihrer Meinung nach an? REESE: Man sollte jetzt nicht in Panik verfallen, sollte insbesondere dringend notwendige Investitionen auch weiterhin tätigen. Denn sie bilden die Grundlage für die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens in Zukunft. Viel zu oft habe ich in der Branche erlebt, dass Investitionen verschoben wurden, um das Ergebnis zu verbessern. Das holt man dann nur sehr schwer wieder auf. Vielen Dank für das Gespräch.


PRODUKTION & INNOVATION Stahlerzeugung // Mannstaedt

Facelifting am HD-Ofen Kombinierte Grob- und Mittelstraße: Nach fast 35 Jahren Produktion musste der Blockerwärmungsofen umgebaut werden.

Sönke Lange (oben) und Björn Krieger Fotos: Monika Hansen

Unsere

glück auf 4-2019

Ein Interview von Monika Hansen, glückaufEditorialteam

1985 heißt Mannstaedt noch Klöckner Stahl GmbH. In der kombinierten Grob- und Mittelstahlstraße (KGM) geht ein neuer Blockerwärmungsofen in Betrieb. Der „Neue“ soll die Straßenausbringung verbessern, den Energieverbrauch reduzieren, Emissionen (Luft/Lärm) verringern und die Instandhaltungskosten senken. 2019: Der Ofen wird umgebaut. Wie vor 35 Jahren will man Emissionen reduzieren, Energie einsparen und die Leistung des Ofens weiter steigern. Details von Sönke Lange und Björn Krieger im glückauf-Interview. glückauf: Wie haben Sie überhaupt festgestellt, Herr Lange, dass der HD-Ofen schwächelt? SÖNKE LANGE: Wegen Temperaturabsenkungen. Bei zwei Schleppversuchen mit einem Messblock war unter anderem deutlich zu erkennen, dass es an der Geometrie der Ofendecke im Block lag. Die Zonen 1 bis 3 wurden mit je fünf Nackenbrennern befeuert, angeordnet in Brennerbrücken quer über den Ofen. Unterhalb dieser Brennerbrücken kam es zur Temperaturabsenkung im Messblock. Die konnte zwischen den Zonen 3 und 4 nicht immer mehr ausgeglichen werden. Folge war eine Ziehzeiterhöhung bis hin zum Aufheizen. Welche Konsequenzen haben Sie daraus gezogen? LANGE: Wir haben 2017 eine Ofenstudie in Auftrag gegeben um auszuloten, ob es möglich wäre, mit einem entsprechenden Umbau Energie einzusparen, Emissionen zu reduzieren und die Leistung um zehn Prozent zu steigern. Und natürlich wie dieser Umbau aussehen müsste. Nach einer Angebotsvergleichsrunde gemäß GMH-Richtlinien haben wir uns dann für die thermo system technik entschieden. Was hat bei deren Umbauvorschlag überzeugt? LANGE: Eine gerade Decke von Zone 1 bis 3 einzuziehen und mit 50 Low-NOx-Deckenbrennern zu bestücken. Die Zone 4 mit ihren Deckenbrennern sollte wegen der knappen Umbauzeit unverändert bleiben – vorerst zumindest. Eine spätere Nachrüstung auf LowNOx-Brennern wurde jedoch mit berücksichtigt.

EN81346 Industrielle Anlagen benötigen einheitliche und umfassende Beschreibungen ihrer Teile/Systeme (Referenzkennzeichensystem). Dazu gehören eindeutige Benennungen (Namen der Teile/des Systems), Funktionsbeschreibungen (Was tut das Teil/System?), Produktaspekte (Wie ist das Teil/System zusammengesetzt?) oder auch Ortsaspekte (Wo befindet sich das Teil/System?). So können alle Beteiligten während Planung, Entwurf, Realisation, Betrieb, Instandhaltung und Demontage unmissverständlich miteinander über die Anlage sprechen. Die Norm EN 81346 hilft dabei, das einheitliche Beschreiben zu erleichtern.

Die vormontierten Brennersegmente wurden durch eine speziell konstruierte Dachöffnung, die bei Schlechtwetter schnell geschlossen werden konnte, in die Halle gehievt.

Sie hatten für den Umbau nur drei Wochen Zeit. Wie sind Sie damit zurecht gekommen? LANGE: Genau. Startschuss war der 27. Juli 2019. Und es begann mit der kompletten Demontage der gesamten Elektrik, der Medienleitungen wie Gas und Verbrennungsluft, der Brennertechnik und der Feuerfestzustellung.

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Dann folgte der spektakuläre Teil. LANGE: Genau. Denn danach wurden die beiden seitlichen Ofenwände auf das neue Höhenniveau eingekürzt und statisch verstärkt. Auf dieser neu geschaffenen Höhe konnten dann die fünf im Vorfeld vormontierten Brennersegmente montiert werden. Ein zentraler Umbau wirkt sich meist auf die gesamte Infrastruktur aus. Auch beim HD-Ofen? BJÖRN KRIEGER: Wir haben die Gelegenheit genutzt, die gesamte Prozessleit- und Sicherheitstechnik auf den neuesten Stand zu bringen. Unter anderem wurde im Umfeld des Prozessleitsystems der KGM-Straße eine neue CPU410 mit fehlersicherer Peripherie und Profinet verbaut. Eine CPU410 ist Bestandteil des Leitsystems und soll Produktionsausfälle reduzieren – richtig? KRIEGER: So könnte man es vereinfacht ausdrücken. Gleichzeitig wurde auch die virtuelle Materialverfolgung der Blöcke auf PCS7-Basis realisiert. Und für jede Zone gibt es jetzt einen Schaltschrank, wo die Elektronik für Brennerventile, Stellantriebe und Messungen untergebracht ist. Zudem wurden die Anlagenkennzeichen – angelehnt an die EN 81346 – für den kompletten Beheizungsbereich angepasst und vereinheitlicht. Wie lange hat der Umbau gedauert und wie sieht es jetzt im neu geschaffenen Ofeninnenraum aus? KRIEGER: Nach nur 25 Tagen Umbauzeit konnte der Ofen planmäßig gezündet und aufgeheizt werden. Wir haben jetzt eine neue Ofenatmosphäre mit neuer Temperaturschichtung und Druckverhältnissen etc. Die genauen Werte wurden über Messreihen – unterstützt durch einen bereits erfolgten Schleppversuch – neu ausgewertet. Die Ergebnisse fließen derzeit in die Fahrweise des neuen Ofenführungssystems mit ein. Ziel ist, die Temperatursteuerung in Zukunft allein über das Ofenführungssystem zu regeln. Und was bringt diese Maßnahme? LANGE: Dreierlei: dass die optimale Blockerwärmung reproduzierbar, das maximale Einsparpotenzial im Produktionsbetrieb ausgeschöpft und die Zahl der Anlagenstillstände oder auch Störungen minimiert wird. Und die Emissionen? LANGE: Bei den Stickstoffoxiden erkennen wir jetzt schon eine drastische Reduzierung: An der alten Anlage lagen die NOx-Werte bei der letzten Überprüfung gerade noch so unter dem Grenzwert von 500 mg/m³. Die ersten Messreihen ergaben jetzt einen Wert von kleiner 160 mg/m³ – und dies trotz alter Deckenbrenner in Zone 4. Vielen Dank für das Gespräch.


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PRODUKTION & INNOVATION

Schmiedetechnik // Energietechnik Essen

Kollegen standen mit Erfolg Rede und Antwort Das gesamte integrierte Managementsystem musste sich einem Überwachungsaudit unterziehen. Dabei galt es auch für die Belegschaft, ein Upgrade zu meistern – von BS OHSAS 18001 auf ISO 45001. Text: Inka Strothmann (Qualitäts-, Umwelt-, Energiemanagementbeauftragte) und Detlef Beier (FASI, Schmiedag, ETE)

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m Vergleich zur OHSAS 18001 waren die Anforderungen des neuen Standards ISO 45001 ungleich anspruchsvoller. Zum Ersten beanspruchte er einen erhöhten Aufwand an Dokumentation, z. B. die Bestimmung der Forderungen und Erwartungen von Interessenspartnern und die

Zertifikat-Nr.: 10000298008-MSC-DAkkS-DEU

Datum der Erstzertifizierung: 09. Oktober 2019

Umsetzung der daraus folgenden Maßnahmen in unserem Unternehmen. Zum Zweiten mussten auch die Risiken und Chancen bei der täglichen Arbeit ermittelt werden. In Teamarbeit haben wir die bestehenden Strukturen untersucht und an die umfangreichen Norm-Anforderungen angepasst.

Und nachdem der erste Audittag erfolgreich beendet war, ging es am zweiten und dritten Tag in die Betriebe. Dort standen die Anforderungen des neuen Standards in der Praxis auf dem Prüfstand – und damit jede Menge Fragen, darunter zum Beispiel: Wurden risikoreiche Tätigkeiten nach dem STOP-Prinzip, wie es

Gültig: 09. Oktober 2019 - 21. Dezember 2021

Hiermit wird bescheinigt, dass das Unternehmen

Energietechnik Essen GmbH Westendstr. 15, 45143 Essen, Deutschland

ein Managementsystem für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit in Übereinstimmung mit dem folgenden Standard eingeführt ist und angewendet wird:

ISO 45001:2018

Dieses Zertifikat ist gültig für die folgenden Produkt- oder Dienstleistungsbereiche: Werkstoff- und Produktentwicklung, Herstellung, Vertrieb und Kundendienst für die Produktbereiche: Kappenringe für Turbogeneratoren, Schmiedestücke für die Stromerzeugung, Stickstofflegierte Stähle, ESU/DESU-Blöcke, Stäbe, Lohnarbeiten

Ort und Datum: Essen, 10. Oktober 2019

Zertifizierungsstelle: DNV GL - Business Assurance Schnieringshof 14, 45329 Essen, Germany

Thomas Beck Leiter Zertifizierungsstelle

Bei Verstoß gegen die im Zertifizierungsvertrag genannten Bedingungen kann das Zertifikat seine Gültigkeit verlieren. AKKREDITIERTE STELLE: DNV GL Business Assurance Zertifizierung & Umweltgutachter GmbH, Schnieringshof 14, 45329 Essen, Germany. TEL:+49 201 7296-555. www.dnvgl.de/assurance

Rechts: Die IMS-Beauftragte Inka Strothmann (links) mit einigen Kollegen, die ebenfalls in das Audit involviert waren (von links nach rechts): Orhan Eyioglu (BR-Vorsitzender), Holger Buchecker (Meister TWBA), Arkadiusz Karwot (MA TWBA), Berhan Alacam (MA TWBA), Volker Rüssmann (Betriebsleiter TWBA), Damian Hadam (BR) und Detlef Beier (FASI).

Foto: Frank Rüdiger

Schmiedetechnik // Wildauer Schmiede- und Kurbelwellentechnik

Mehr Effizienz bei weniger CO2 Text: Stefan Kolassa (Leiter Instandhaltung und Managementsystembeauftragter)

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ie Einsparung entspricht – bezogen auf das Basisjahr 2018 – etwa 320.000 kWh. Mit der Maßnahme können somit jedes Jahr 100 t CO2 (313 g/kWh) eingespart werden. Um dieses Ergebnis zu erreichen, wurden in der vorhandenen Anlage mehrere neue hocheffiziente Kompressoren mit einer Leistung von 590 kW installiert. Zudem haben wir die vorhandene Infrastruktur modernisiert. Dazu zählt die Installation zweier moderner Kältetrockner und einer zeitgemäßen Steuerung zur Regelung der kompletten Anlage. Zusätzlich wurde im ersten Schritt an einem der vorhandenen Kompressoren ein Wärmetauscher installiert. Dadurch können wir die Abwärme nutzen, um das darüberliegende Archiv zu beheizen. Weiteres Feature: ein zusätzlicher Taster zur Druckabsenkung zwischen 7,5 und 6 bar zur weiteren Energieeinsparung außerhalb der Schmiedezeiten. Durch diese Maßnahme können wir zukünftig jährlich zusätzlich sechs Prozent Energie einsparen.

Eine schematische Zeichnung der neuen Anlage Grafik: GMH Gruppe

Unsere

glück auf 4-2019

die ISO 45001 explizit fordert, analysiert und bewertet (STOP-Prinzip = Substitution, Technische Maßnahmen, Organisatorische Maßnahmen, Persönliche Maßnahmen)? Werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in sicherheitsrelevanten Fragen miteinbezogen, was ihr Arbeitsumfeld angeht? Und haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ein sicheres Arbeiten ausreichend Informationen erhalten und Schulungen absolviert? Alle diese Fragen und mehr haben die Kolleginnen und Kollegen vor Ort gut gemeistert. So konnten die Auditoren auch an diesen beiden Tagen eine gute Umsetzung der erweiterten Anforderungen aus der ISO 45001 bestätigen.

Hätten Sie’s gewusst?

ISO 45001 Am 12. März 2018 wurde der neue internationale Standard zur Bewertung und Zertifizierung des Managementsystems für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (SGA) als ISO 45001 veröffentlicht. Er löst den bisher angewendeten Standard BS OHSAS 18001 ab

Insgesamt verliefen die drei Tage bezogen auf die Überprüfung des gesamten IMS-Systems positiv. Für den Aufwand wurde die ETE schließlich als erstes Unternehmen der GMH Gruppe mit dem Zertifikat der ISO 45001 belohnt.


PRODUKTION & INNOVATION

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Stahlverarbeitung // GMH Blankstahl

Newcomer vertraut auf GMH Blankstahl Der junge vietnamesische Autobauer Vinfast startet nach nur 21 Monaten Vorlauf die Produktion – auf einer BMW-Fahrzeugplattform. Verbauen wird er unter anderem GMH-Komponenten im Bereich der Antriebswelle.

marienhütte liefert Kurzlängen und CNC-Komponenten, die im Bereich der Antriebswelle zum Einsatz kommen. Grundlage für diese Geschäftsverbindung war zum einen die bekanntermaßen hohe Expertise der GMH Blankstahl im Bereich Zerspanung und CNC-Bearbeitung. Eine kurzfristige Bemusterung tat ihr Übriges. Schon im April wurden die ersten Probemengen an einen namhaften Automobilzulieferer ausgeliefert, über den sich die GMH-Produkte den Weg in die Vinfast-Modelle bahnen. Ein Geschäft mit Potenzial: Immerhin ist Vinfast der erste echte Autobauer in Vietnam, einem 100-Millionen-Einwohner-Staat. Dort kommen auf 1.000 Menschen derzeit kaum mehr als 20 Autos. Als Vergleich: Im nahe gelegenen Thailand ist die Fahrzeugdichte bereits rund zehnmal so groß (und in den USA

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Für alle ein Ge(win)n! Win-win nennt man das Ganze, wenn zwei miteinander kooperieren und jeder was davon hat. Das gilt nicht nur für Vinfast (siehe links), sondern auch für die Gussunternehmen der GMH Gruppe (siehe unten). Da an dem Projekt allerdings sechs Unternehmen beteiligt waren, redet man vermutlich von Win-winwin-win-win-win … :–) Euer Georg Vonnerhütte

sind rund 35-mal so viele Fahrzeuge auf der Straße). Aktuell sind es nur rund 300.000 Autos, die pro Jahr in Vietnam neu zugelassen werden. Diese Zahl soll sich bis Mitte der 2020er Jahre verdreifacht haben.

Fest im Griff – eine CNCKomponente

Foto: GMH Gruppe

Text: Claudia Greßl, glückauf-Editorialteam

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ls „BMWs aus Vietnam“ werden die Vinfast-Modelle liebevoll bezeichnet. So weit ist die Bezeichnung allerdings nicht hergeholt. Denn als man bei Vinfast nach einem Kooperationspartner suchte, wurde man in

Bayern fündig: Rund 250.000 Fahrzeuge sollen auf der technischen Fahrzeugplattform des ausgelaufenen Modells BMW X5 produziert werden – jährlich, wohlgemerkt. Auch die Stahlprodukte für die eleganten Fahrzeuge mit dem markanten „V“-Emblem am Kühlergrill kommen aus Deutschland: Die GMH Blankstahl aus Georgs-

Der Neuaufsteiger vertraut auf Blankstahl der GMH Blankstahl

Foto: Vinfast

GMH Gruppe // Business Unit Guss

Auf dem Weg zum Leuchtturmprojekt Crossmediale Kommunikation zahlt sich aus: Die sechs Unternehmen der GMH-Gussgruppe betreiben untereinander Best-Practice-Sharing. Text: Guido Weber (Geschäftsführer GMH Guss und Leiter Business Unit Guss)

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nsgesamt 14 Mitarbeiter hatten sich Mitte September bei Harz Guss Zorge zum „AZ-Werkleiter-Treffen“ eingefunden: die Produktionsleiter und Auftragsplanungsleiter der sechs Gießereien der GMH-Gussgruppe sowie Joachim Funk (Leiter OPEX Guss) und Guido Weber (Geschäftsführer GMH Guss und Leiter Business Unit Guss). Hintergrund des Treffens: Bei einem Business-Unit-Tag der GMH-Gussgruppe im Dezember 2018 (siehe glückauf 4-2018)

hatte man vereinbart, die Zusammenarbeit zwischen den sechs Guss-Standorten zukünftig zu intensivieren. Man wollte den Gruppengedanken stärken und erreichen, dass die Standorte gegenseitig von ihren Erfahrungen profitieren. Zu diesem Zweck sollten sich die Führungskräfte aus den Standorten zusammenschließen und eine gemeinsame Vorgehensweise entwickeln. Ihr erstes Ziel: die Optimierung der crossmedialen Kommunikation untereinander – eine Vorgabe, die auch recht schnell in die Praxis umgesetzt wurde. Denn die Teilnehmer kamen alles andere als unvorbereitet zum „AZ-Werkleiter-Treffen“.

Arbeiten heißt auch, Erfahrungen sammeln. Und von denen sollen zukünftig auch andere Unternehmen der GMH-Gussgruppe profitieren.

„Es war sichtbar, dass sich

unsere Leute gemeinsam unterhaken.

GUIDO WEBER

Schon im Vorfeld des Meetings hatten sich zwei Teams gebildet – mit den sechs Produktionsbzw. Auftragsplanungsleitern – und Schwerpunktthemen aus ihrem operativen Tagesgeschäft diskutiert. Als Mitte September dann beide Teams zum ersten Mal

Foto: GMH Gruppe

zusammentrafen, war man bestens vorbereitet: Alle Kollegen konnten relevante Erfahrungen aus ihren Unternehmen einbringen, gemeinsam Lösungsansätze für konkrete Probleme diskutieren, Best-Practice-Beispiele für ihr eigenes Unternehmen mit nach Hause nehmen und konkret die weitere Vorgehensweise festlegen, kurz und gut: Der Nachmittag endete mit sehr guten Ergebnissen.

Gegen Abend ging es zunächst zur Werksführung in die Betriebe der Harz Guss Zorge. Danach besuchte man ein bereits seit 50 Jahren stillgelegtes Eisenerzwerk. Die Führung durch das Bergwerk vermittelte einen plastischen Eindruck davon, unter welchen harten Bedingungen die Menschen damals das Eisenerz abbauen mussten (und ließ die Work-Life-Balance von heute in einem ganz anderen Licht erscheinen). Tagesbilanz: Das „AZ-Werkleiter-Treffen“ erwies sich als sehr fruchtbarer Austausch. Der Gruppengedanke wurde deutlich gestärkt. Das Best-Practice-Sharing unter den sechs Unternehmen der Gussgruppe ist auf dem besten Weg, Allgemeingut zu werden. Und alle Unternehmen werden konkret von dem Treffen profitieren. Diese Erfahrung macht Mut zu mehr Kooperation und crossmedialer Kommunikation: Zukünftig sollen sich auch andere GussFachbereiche derart zusammenschließen.


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PRODUKTION & INNOVATION

Unsere

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Stahlerzeugung // GMHütte

höher beanspruchte Pleuelstangen seit Jahren ebenfalls bei mehreren europäischen Motorenherstellern im Einsatz.

Pionierarbeit Über die Geschichte höherfester Stähle für bruchtrennbare Pleuel: Stahlwerk war bei ihrer Entwicklung von Anfang an mit vorne dabei. Ein Interview von Melanie Moschner, glückaufEditorialteam

Seit Jahren ist die GMHütte ein gefragter Entwicklungspartner für ihre Kunden aus der Automobilindustrie. Nicht zuletzt aus diesem Grund gehört das Stahlwerk zu den weltweit wichtigsten Lieferanten insbesondere für Pleuelstähle. Dank geeigneter Werkstoffe, optimaler Materialausnutzung und effizienter Fertigungstechnologie konnten unsere Kunden gewichtsoptimierte Pleuel mit deutlichen Kostenvorteilen auf den Markt bringen. Technisch gesehen tragen diese Pleuel zur Effizienz der Motoren bei – und somit auch zur CO2-Reduzierung. Wie sich der Werkstoff für die Pleuel-Fertigung in den letzten Jahrzehnten verändert hat, erläutert Jan Christoph Florian (Technische Kundenberatung und Anwendungsentwicklung) im glückauf-Interview: glückauf: Was hat sich auf dem Gebiet der Pleuelfertigung in den letzten Jahrzehnten verändert? Welche innovativen Entwicklungen gab es? JAN CHRISTOPH FLORIAN: Mitte der 1980er Jahre wurden mikrolegierte ausscheidungshärtende ferritisch-perlitische-Stähle – sogenannte AFP-Stähle – eingesetzt. Man wollte dadurch Kosten

reduzieren und gleichzeitig einen Werkstoff mit ausreichender Festigkeit verwenden. Ein typischer KurJan Christoph Florian belwellen- und Pleuelwerkstoff war die Güte 38MnSiVS5. Sie hat damals Vergütungsstähle wie den 42CrMo4 ersetzt. Was war dabei der wesentliche wirtschaftliche Vorteil? FLORIAN: Dass das Vergüten entfallen konnte – was durch eine geregelte Abkühlung aus der Schmiedehitze möglich wurde. Im gleichen Zeitraum hat sich auch die Bruchtrenntechnologie von aus Stahl geschmiedeten Pleueln weiterentwickelt. Woher kam diese Innovation? FLORIAN: Aus den USA. Ein großer amerikanischer Automobilkonzern hatte bereits 1986 eine neue Bruchtrenneinrichtung entwickelt. Allerdings wurde das Verfahren nur in der Serienproduktion von Sinter- und Gusspleuelstangen eingesetzt. Was war denn der große Vorteil dieses Bruchtrennverfahrens? FLORIAN: Dass einzigartige Bruchflächen entstanden, die exakt zueinander passten. Damit entfiel die Bearbeitung der Trennflächen. Zudem wurde die

2010 hat die GMHütte mit einem Kunden dann einen weiteren Werkstoff entwickelt? FLORIAN: Genau, den 46MnVS5 beziehungsweise 46MnVS6 mod. Er war die Alternative für den damals von einem Stahlwerk patentierten 36MnVS4. Der 46MnVS5 enthält neben Vanadium auch noch Niob – und erreicht dadurch hervorragende Festigkeitswerte. Leichtbau-Pleuel

Foto: GMH Gruppe

Schraubenlochbearbeitung erheblich vereinfacht. Dieses Verfahren funktionierte mit Stahl noch nicht? FLORIAN: Nein. Weil Stahl ja im Gegensatz zu Gusswerkstoffen die Eigenschaft hat, dass es beim Bruchtrennen zu plastischen Verformungen kommen kann. Das kannte man damals bei Schmiedestahl nicht anders. Also musste ein Schmiedestahl für das Bruchtrennverfahren erst entwickelt werden. Mit welchen Anforderungen? FLORIAN: Gefordert waren eine möglichst hohe Streckgrenze, eine gute Bearbeitbarkeit trotz hoher Festigkeit – und es durfte natürlich zu keiner plastischen Verformung beim Bruchtrennen kommen. Bei ersten Bruchtrennversuchen hatte sich auch im praktischen Versuch gezeigt: Konventionelle Pleuelstähle waren aufgrund ihrer Duktilität dafür ungeeignet. Also hat man eine Entwicklungsgemeinschaft mit Schmiedeunternehmen und Maschinenherstellern gebildet.

Mit dabei war auch die GMHütte. Gemeinsam wurde dann 1992 ein bruchtrennbarer Stahl entwickelt, der alle Anforderungen erfüllt hat: der C70S6. Die GMHütte war also maßgeblich an den Versuchen zur Herstellung der ersten bruchgetrennten geschmiedeten Stahlpleuelstangen für Pkw und Lkw beteiligt. FLORIAN: So ist es. Und seit Mitte der 1990er Jahre steht dieser C70S6 für Serienanwendungen zur Verfügung. Das neue Fertigungsverfahren in Kombination mit dem neuen Werkstoff ermöglichte den Stahlherstellern und -verarbeitern, die an den Guss verloren gegangenen Mengen zurückzuholen – aufgrund der Wirtschaftlichkeit des Ganzen. Was kam nach dem C70S6? FLORIAN: 70MnVS4. Diese Stahlgüte enthält mehr Mangan und zudem auch Vanadium, damit es zur Bildung feiner Ausscheidungen kommt. Diese feinen Partikel verbessern durch Ausscheidungshärtung die Festigkeit deutlich. Das Material ist in der Serie für

… was es ermöglicht hat, mit weniger Material bei der Fertigung auszukommen. Mit wie viel weniger? FLORIAN: Verglichen mit dem C70S6 realisieren wir mit dem 46MnVS5 mehr als zehn Prozent Gewichtseinsparung im Pleuel. Die Nachfrage für diesen Werkstoff steigt immer noch. Und er ist mittlerweile weltweit fester Bestandteil in zahlreichen Kunden- und Materialspezifikationen. Wie geht es jetzt weiter? FLORIAN: Wir arbeiten in Kundenprojekten an der nächsten Generation von bruchtrennbaren, hochfesten AFP-Stählen. Die Entwicklung in einem Kooperationsprojekt mit einem unserer Kunden für die nächste Generation ist bereits abgeschlossen. Das ist die beste Voraussetzung, dass die GMHütte auch in Zukunft die besten Werkstoffe für bruchtrennbare Pleuel liefert – und den Anforderungen an Leichtbau, höhere Belastbarkeit und gute Verarbeitbarkeit gerecht wird. Vielen Dank für das Gespräch.

Stahlverarbeitung // Stahl Judenburg

Innovatives System für smarte Automatisierung Ein neues, innovatives optisches Wellenmesssystem hilft, Fertigungsprozesse wirtschaftlich und qualitativ zu optimieren. Text: Claudia Greßl, glückauf-Editorialteam

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räzise und schnell, hohe Messgenauigkeit, kein Einfluss des Bedieners auf die Ergebnisse – mit diesen wenigen Worten sind die Stärken umrissen, die das seit wenigen Monaten eingesetzte optische Wellenmesssystem auszeichnen. Das können auch Johannes Maier und Helmut Wolfger, Qualitätstechniker im Bereich Kolbenstange und Komponentenfertigung, bestätigen: „Die Anlage ist ein qualitativer Quantensprung. Die Wellenmesssysteme überzeugen durch kurze Messzyklen von unter 60 Sekunden. So kann die Fertigung effizient überwacht

werden, und wir produzieren weniger Ausschuss.“ Konkret kommt die Technologie etwa in der Qualitätskontrolle der Komponenten- und Spindelrohlingsfertigung zum Einsatz: „Die Anlage ist auch ein wichtiger Baustein für die Weiterentwicklung der Werkerselbstkontrolle von einbaufertigen Teilen“, so Maier und Wolfger unisono. Der technische Vorteil der innovativen Technologie: Nicht nur Messungen wie Länge, Durchmesser, Radius und Winkel (Dimensionen) sind möglich, sondern auch Gewinde- (Dimension und Form) und Formmessungen (Geradheit, Rundheit, Zylinderform, Konizität und Ebenheit). „Darüber hinaus können auch Profilform und Lagemessungen

„Das neue System

ist ein wichtiger Baustein zur Qualitätssicherung in der Produktion, da es zahlreiche Einsatzgebiete und Auswertungsmöglichkeiten bietet.

MICHAEL ZUBER

erfasst werden“, sagt Maier. Und für Michael Zuber, den Technischen Leiter der Stahl Judenburg, ist das optische Wellenmessgerät darüber hinaus „ein wichtiger Baustein zur Qualitätssicherung in der Produktion, nicht zuletzt, weil das System zahlreiche Einsatzgebiete und Auswertungsmöglichkeiten bietet“.

Hilft, Fertigungsprozesse noch smarter zu machen: das innovative Wellenmesssystem der Stahl Judenburg. Foto: GMH Gruppe


STIFTUNG

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STAHLWERK GEORGSMARIENHÜTTE

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Gesundheit fördern // 4. BoGeTi-Tag

Ganz großes Kino Große Preisverleihung mit 47 Gewinnern: Mehr als 1.600 Eltern und Kinder hatten am BoGeTi-Tag im Osnabrücker Zoo teilgenommen.

Text: Heike Siebert, Verwaltung und Assistenz

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ernstück des BoGeTi-Tages ist eine Rallye durch den gesamten Osnabrücker Zoo. Er bot für das Großereignis den idealen Rahmen: An insgesamt 41 Stationen konnten Kinder mit ihren Müttern und Vätern ihr Wissen und ihre Geschicklichkeit zu den Themen

Botanik, Gesundheit und Tiere (kurz: BoGeTi) unter Beweis stellen. Gibt es einen Schokoladenbaum? Wie gut funktionieren deine Ohren? Hat der Tausendfüßer wirklich tausend Füße? Diesen und vielen weiteren spannenden Fragen sind die Teilnehmenden auf den Grund gegangen. Sie haben vieles gewusst, manches geraten, jede Menge experimentiert, balanciert, geschaukelt,

ihre Sinne getestet und noch vieles andere mehr. Und wer mindestens zwölf Stationen erfolgreich absolviert hatte, durfte am Ende seinen BoGeTi-Pass in die Lostrommel werfen. Daraus wurden dann 47 Gewinner gezogen. Sie alle waren zwei Wochen nach dem BoGeTi-Tag zur großen Preisverleihung in das Museum am Schölerberg eingeladen. Nacheinander wurden sie aufgerufen, um ihre Preise ent-

Machten gemeinsame Sache: Preisträger und Veranstalter. Foto: Zoo Osnabrück

gegenzunehmen. Da gab es vom Gesellschaftsspiel bis zum Kindergeburtstag vieles zu gewinnen, was die Augen zum Leuchten brachte. Dass der BoGeTi-Tag in Osnabrück so gut ankommt und sich im Laufe der Jahre immer weiter entwickelt hat, ist auch auf das Engagement der „Gesunden Stunde“ zurückzuführen. „Eingeladen waren Familien der 17 Kooperationsgrundschulen und

vier Kindergärten der Gesunden Stunde“, erklärt dazu Silke Tegeder-Perwas, Koordinatorin des Projektes. Es war bereits der vierte BoGeTi-Tag, zu dem die Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte und ihre inzwischen elf Partner eingeladen hatten. Das gelungene Gemeinschaftsprojekt wird von der Stiftung finanziell mit 4.500 Euro unterstützt.

Die Kooperationspartner des BoGeTi-Tages Die folgenden drei Förderprojekte wurden von der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte in den letzten Jahren finanziell stark gefördert. Denn seit über zehn Jahren unterstützt die Stiftung Projekte, die die Vernachlässigung junger Menschen verhindern, deren Bildung fördern und die soziale Integration stärken sollen. • Die Gesunde Stunde ist ein Familienprojekt. Ihr Ziel ist es, in Familien das Bewusstsein für eine gesunde Lebensweise zu fördern. • Die Grüne Schule Osnabrück will den unterschiedlichen Besuchergruppen des Botanischen Gartens der Universität die enorme Pflanzenvielfalt veranschaulichen und biologische Zusammenhänge lebendig vermitteln. • Das Projekt Deutsch lernen im Zoo im Zoo Osnabrück ermöglicht Grundschülern kostenlose Zoobesuche zur Sprachförderung.

• Weitere Projektpartner des BoGeTi-Tages sind: • Kubikus steht für „kreative Umweltbildung für alle Generationen“ im Wittlager Land. Hier kann man spielerisch und kreativ mit Umwelt und Natur in Kontakt treten. • Das Museum Industriekultur Osnabrück ist in Gebäuden der ehemaligen Steinkohlezeche am Piesberg untergebracht. • Das Museum am Schölerberg beschäftigt sich mit den Themen Natur und Umwelt und ist bereits seit 1997 als regionales Umweltbildungszentrum anerkannt. • Die Niedersächsischen LandFrauenVerbände Hannover und Weser-Ems setzen das Projekt

„Kochen mit Kindern“ in ganz Niedersachsen um. Qualifizierte LandFrauen veranschaulichen die Produktion von Lebensmitteln und bereiten gemeinsam mit den Kindern gesunde und schmackhafte Gerichte zu. Das Motto des Natur- und Geoparks TERRA.vita lautet: „Ich mag draußen!“. Eine seiner selbstauferlegten Kernaufgaben ist es zu zeigen, welche Besonderheiten es in der Tier- und Pflanzenwelt sowie in der kulturellen Tradition der Region zu entdecken gibt. Das WABE-Zentrum Klaus Bahlsen der Hochschule Osnabrück mit seinem Werkstattcharakter verfolgt einen ganzheitlichen und prozesshaften Anspruch in der ökologischen Lebensmittelproduktion: von der Urproduktion zur Speisenherstellung, vom Naturschutz zur Nachhaltigkeit. Die Kinder-Bewegungsstadt Osnabrück hat sich zum Ziel gesetzt, möglichst vielen Kindern – unabhängig von ihrer sozialen Herkunft – den Zugang zu Sportangeboten zu ermöglichen. Zudem will man ein Netzwerk der Gesundheitsförderung für Kinder zwischen 0 und 10 Jahren und deren Familien aufbauen. Die Nackte Mühle ist der technisch-ökologische Lernort im Norden Osnabrücks. Hier werden mit der Umweltbildung, Spaß, Abenteuern und Erlebnissen Naturzusammenhänge nähergebracht. Kitas, Schulklassen, Familien erforschen und entdecken die Lebensräume um den wasserbetriebenen Mühlenkomplex.

DIE MAGISCHE 7 Foto: Svenja Vortmann

Gesundheit fördern // Text: Heike Siebert Insgesamt 7.000 Euro konnte der 7. Zoo-Lauf verbuchen – mit einer Rekordbeteiligung von insgesamt 750 Läuferinnen und Läufern. Die Gelder kamen wie jedes Mal zu gleichen Anteilen dem Verein „Sportler 4 a childrens world“ und dem Sprachförderprojekt „Deutsch lernen im Zoo“ zugute. Die Startgebühren hatten einen Reinerlös von 4.960 Euro ergeben. Den stockte die Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte wie jedes Jahr auf – diesmal um 2.040 Euro. Somit hat sie in den letzten Jahren bereits über 24.000 Euro rund um den Zoo-Lauf gesponsert. // Freuten sich über das gute Ergebnis (von links nach rechts): John McGurk (Sportler 4 a childrens world), Andreas Busemann (Geschäftsführer Zoo), Michael Wendt (Schatzmeister Zoogesellschaft), Heike Siebert (Stiftung) und Margarita Weißbäcker (Veranstaltungskauffrau Zoo).


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STIFTUNG STAHLWERK GEORGSMARIENHÜTTE

mit (von links) Museums-Lotsin Laura Hartmann, Heike Siebert (Stiftung Stahlwerk Georgs-

Ein Museum für alle! Museumsquartier Osnabrück: Auf Laura Hartmann wartet eine spannende Aufgabe. Sie soll mehr Menschen für Kunstausstellungen interessieren. glückauf-Editorialteam

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ie lockt man Menschen ins Museum, die bisher noch nicht zu den regelmäßigen Besuchern gehören: Alte wie Junge, Alteingesessene wie neu Zugewanderte? Denn bei vielen ist der Zugang zu kulturellen Angeboten eines Museums durch Sprachund Kulturgrenzen erschwert oder versperrt.

Wie schwierig die Aufgabe ist, neue Besuchergruppen für die Museen zu erschließen, weiß auch Nils-Arne Kässens, Direktor Museumsquartier Osnabrück: „Es reicht nicht mehr einfach, die Museumstür für Besucher zu öffnen. Für viele Menschen sind Museen nicht attraktiv genug. Deshalb müssen wir auf diese Leute zugehen und ihnen ermöglichen, an der Museumskultur mitzuwirken. Trotz guter Ansätze in den vergangenen Jahren, wie das

glück auf 4-2019

Sind gespannt auf die Ergebnisse: Nils-Arne Kässens (Direktor Museumsquartier Osnabrück)

Bildung fördern // Museums-Lotsin

Text: Marcus Wolf,

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Forum Migration 2010, sind weitere Projekte dazu erforderlich.“ Mögliche Barrieren soll jetzt in Osnabrück eine Museums-Lotsin aufspüren und möglichst ausräumen: Laura Hartmann. Denn auch wenn die Museumsarbeit bereits von vielfältigen offenen Angeboten geprägt ist, sollen auch die diversen Zugänge plural gestaltet werden. Für ihre Aufgabe benötigt Laura Hartmann zunächst einmal jede Menge Input. Deshalb muss sie

marienhütte) und Patricia Mersinger (Fachbereichsleiterin Kultur, Stadt Osnabrück). Foto: Claudia Drecksträter

kontinuierlich die Meinungen von Menschen in Osnabrück, Vereinen und Kultureinrichtungen der Stadt sammeln – und natürlich von den Kolleginnen und Kollegen im Museumsquartier. Die Quintessenz soll dann in die Entwicklung neuer Angebote fließen.

Hätten Sie's gewusst?

Museen in Deutschland In Deutschland gibt es etwa 6.800 Museen mit jährlich rund 114 Millionen Besuchern und 470 Ausstellungshäuser mit jährlich rund 6,2 Millionen Besuchern.

Laura Hartmann ist hochmotiviert und sprüht vor Ideen: „Es ist eine spannende Aufgabe, die mich erwartet. Museen sind Orte der Begegnung, Orte, die die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vereinen. Zudem kann die Kultur in Museen einen Weg bilden, trotz Sprach- oder Altersbarrieren in Kontakt zu kommen. Unsere Aufgabe ist es nun, Projekte auszuarbeiten, die das Interesse der Bevölkerung wecken.“ Die Museums-Lotsin wird von der Stiftung Niedersachsen und der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte gefördert.

Bildung fördern // Grünes Klassenzimmer

Preiswürdige Naturforscher Nationalpark Harz: Schulklassen-Wettbewerb stieß auf hervorragende Resonanz. Neben Pokalen gab es auch Geldgewinne für die Klassenkasse. Text: Marcus Wolf, glückauf-Editorialteam

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nter dem Motto „Entdeckt die Wildnis im Grünen Klassenzimmer des Nationalparks Harz!“ fand im Herbst 2018 und Frühjahr 2019 für Schulen des Süd- und Oberharzes ein Wettbewerb statt. Die speziellen Themen, mit denen sich die Schülerinnen und Schüler befassen mussten, waren dabei „Wildnis entdecken“ und „Biologische Vielfalt“. Die Federführung des Wettbewerbs hatte das Nationalpark-

Besucherzentrum TorfHaus. Seine Kooperationspartner waren die Harz Guss Zorge (HGZ) und die Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte, die das Projekt darüber hinaus maßgeblich finanziert hat. Kürzlich hat die offizielle Preisverleihung bei dem Guss-Unternehmen stattgefunden. Nachdem HGZ-Geschäftsführer Torsten Stein das Guss-Unternehmen kurz vorgestellt hatte, kam es zur Preisverleihung. Die drei Gewinnerklassen präsentierten zunächst ihre spannenden Wettbewerbsbeiträge und nahmen anschließend erfreut ihre

Preise entgegen. Neben Pokalen gab es Geldgewinne für die Klassenkasse: 500 Euro für den ersten, 300 Euro für den zweiten und 100 Euro für den dritten Platz. Mit dabei waren natürlich die ausgezeichneten Schulklassen und Lehrer, aber auch Ernst Schwanhold (Mitglied des Vorstandes der Stiftung), Jörg Brille und Jens Besser (HGZ-Prokuristen) sowie Vertreter des Nationalparks Harz und des Besucherzentrums TorfHaus. Die Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte und Harz Guss Zorge

Alle Schülerinnen und Schüler waren sehr stolz auf ihre Auszeichnungen.

fördern und unterstützen das Projekt „Grünes Klassenzimmer“ . Sie wollen mit ihrem Engagement das Zusammenwirken zwischen

Foto: Elisa Monecke

Industrie, Natur und nachhaltigem Handeln ins Bewusstsein der Jugendlichen rücken.


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Jörg Schulze (ETE, Vertriebsleiter) und Carsten Hellwig (ETE, Qualitätsleiter) gemeinsam mit dem Messe-Maskottchen Fotos: GMH Gruppe

Kundenkontakt (von links nach rechts): Dr.-Ing. Hui Xie (KIngstein Industries), Pearl Xie (KIngstein Industries), Carsten Hellwig (ETE, Qualitätsstellenleiter), Jörg Schulze (ETE, Vertriebsleiter), Dennis Hao und Max LV (Zianjin Zhuoge Technology Co, Ltd.).

Schmiedetechnik // ETE + SWG

Schöne Grüße von der Seidenstraße China veranstaltet 2. Internationale Importmesse. Bildmitte: Dr.-Ing. Hui Xie (KIngstein Industries), einer der ETE-Repräsentanten in China

Text: Jörg Schulze (Vertriebsleiter, ETE)

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ie China International Import Expo – kurz CIIE – fand in diesem Jahr Anfang November und nicht ohne Grund in Schanghai (China) statt. Denn die Stadtregierung Schanghais ist neben dem chinesischen Handelsministerium der zweite Veranstalter der sechstägigen Veranstaltung. Die Messe, die das Thema Import in den Fokus nimmt, war in China die erste ihrer Art. Sie soll Anrainerstaaten entlang der Seidenstraße dazu bringen, mehr Produkte und Dienstleistungen nach China zu exportieren. Auf der diesjährigen CIIE haben sich insgesamt 3.800 Austeller aus über 180 Ländern präsentiert, darunter namhafte international tätige Konzerne und Unternehmen. Frequentiert wurden die

Messehallen von rund 1.600.000 Fachleuten, die ebenfalls aus aller Herren Länder kamen. Diese Zahlen belegen, dass die CIIE schon jetzt eine der größten Messen der Welt ist. So kann es nicht verwundern, dass sie von Chinas Präsident Xi Jinping im Rahmen großer Feierlichkeiten und weiterer Ansprachen offiziell eröffnet wurde. An der Eröffnungszeremonie nahmen auch mehrere ausländische Spitzenpolitiker teil. Die Messe verdankt ihren Zuspruch unter anderem einer sehr breiten Themenpalette. Sie umfasst Bereiche wie Sci-Tech Life (smarte Lösungen rund um Haus und Heim), Automobile, Maschinelle Ausstattung, Medizinische Ausrüstung und Produkte für die Gesundheitspflege, Lebensqualität, Handel mit

Dienstleistungen sowie Nahrungsmittel und Agrarprodukte. Auch wir von den Schmiedewerken Gröditz und der Energietechnik Essen nahmen an der Messe teil, und zwar im Bereich „Maschinelle Ausstattung“ (Equipment). Dort standen Industrieprodukte im Mittelpunkt (Stichwort: B2B, siehe unten). Mit mir auf

Hätten Sie’s gewusst?

B2B oder B2C? B2B ist die Abkürzung für: Business-to-Business. Bezeichnet werden damit Geschäftsbeziehungen zwischen zwei Unternehmen – im Unterschied zu Beziehungen zwischen Unternehmen und Privatpersonen (Kunden bzw. Konsumenten). Da wäre dann die Abkürzung B2C = Business-to-Customer.

unserem Messestand waren Andreas Bruntsch (SWG, Vertriebsleiter Engineering), Thomas Merkewitz (SWG, Technische Kundenberatung) und Carsten Hellwig (ETE, Qualitätsstellenleiter). Wir konnten viele Gespräche mit langjährigen ETE-Kunden führen, darunter mit Vertretern von Harbin Electric Machinery, Dongfang Electric Machinery Company und Shanghai Electric Power Generation Equipment. Die waren sehr erfreut darüber, dass wir auf der Messe vertreten waren. Mit der Shanghai Electric Power Generation Equipment konnten wir sogar einen Auftrag über Kappenringe abschließen. Ein weiterer Zweck der Messebeteiligung war natürlich, neue Interessenten und wenn möglich Kunden zu finden. Unser Fazit:

Das Interesse an Cronidur 30 und P2000, den hochstickstofflegierten Spezialstählen von ETE, war sehr groß. Gerade für Anwendungen in der Medizintechnik (speziell Knie- und Hüftgelenke sowie Stents) gab es reges Interesse von chinesischen Herstellern. Beindruckend war auch die reibungslose Organisation. Der Einlass zur Messe wurde beispielsweise mithilfe automatischer Gesichtserkennung geregelt. Und ob mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Taxi oder Pkw: Die Anund Abreise von der bzw. zur Messe verlief zügig und mit geringen Wartezeiten. Die Ausstellerplätze der Messe sind sehr begehrt. Die Anmeldung für 2020 hat bereits begonnen!


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Schmiedetechnik // Schmiedewerke Gröditz

Mal Pelton, mal Francis Wenn es um Wasserkraft geht, hat Gröditz dank Freiformschmiedestücken ein Wörtchen mitzureden. Umso wichtiger war es, an der „Hydro 2019 International Conference and Exhibition“ in Porto (Portugal) teilzunehmen. Text: Alexandra Dill (Vertrieb Schmiede) und Christof Fries (Vertrieb Ringe)

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ie Hydro ist eine internationale Fachmesse und Branchentreffpunkt für Unternehmen, Organisationen und Fachleute rund um das Thema Wasserkraft. Bei der Messe präsentierten Experten das Innovations- und Zukunftspotenzial, das in dieser zukunftsträchtigen Technologie

steckt. Schließlich zählt Wasserkraft bei der Stromerzeugung weltweit zu den wichtigsten regenerativen Energiequellen. Die Messe wurde von einem abwechslungsreichen Programm flankiert: Auf Konferenzen und Workshops gab es viele technische Vorträge und Diskussionsrunden – mit tiefen Einblicken in Wasserkraftprojekte, die derzeit in Planung, im Bau oder bereits

umgesetzt sind. Zudem konnten sich die Teilnehmer über ihre Erfahrungen, neue Entwicklungen, Produkte und Services austauschen. Wir von den Schmiedewerken Gröditz liefern die Herzstücke eines jeden Wasserkraftwerkes: die Freiformschmiedestücke und nahtlos gewalzten Ringe für den Einsatz als Pelton- oder Francis-Laufräder. Als Lieferant mit

Alexandra Dill und Fachbesucher

Wasserkraft

Standbesetzung: Julia Nitzsche (Technische Kundenberatung Ringe) und Christof Fries (Vertrieb Ringe).

Weichenstellung für 2020 Gezielter Ehrgeiz führt zum Ziel: Zukunftsorientiertes Meeting in China Tool Steel Global)

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amit das neue Geschäftsjahr ein umsatzstärkeres Jahr wird, reicht es nicht aus, ehrgeizige Ziele zu setzen. Gefragt sind vielmehr Reflexion und Kundenanalyse. Beides ist Voraussetzung, um professionell durchzustarten. Genau darum ging es vom 22. bis 24. November in Shenzhen (China). Dort trafen sich Torsten Niemann (Geschäftsführer SWG/ GVG), Otto Schmitz (Vertriebsleiter Tool Steel Global) und Alexander Hengst (Technische Kundenberatung) mit den 13 chinesischen Distributoren der Schmiedewerke Gröditz. Zentrale Fragestellung war, weshalb und wie die Ergebnisse im abgelaufenen Geschäftsjahr zustande gekommen sind: Woran hat es gelegen – im Positiven wie im Negativen? Welche Produkte bzw. Werkstoffe waren Hauptumsatztreiber? Was

verlangt der Markt? Welche Herausforderungen gibt es? Welche Chancen und Risiken? Welche

Kunden haben sich besonders gut entwickelt? Welche sind abgesprungen? Welche will ich zurück-

Ein fruchtbares Meeting, bei dem auch die Arbeitsatmosphäre stimmte

dem nötigen Know-how, was die verwendeten Stähle betrifft, sind wir ein wichtiger Bestandteil dieser Branche. An den drei Messetagen konnten wir unsere Marktposition bei den Kunden festigen. In den vielen Gesprächen standen vor allem Aspekte wie Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Versorgungssicherheit, aber auch wirtschaftliche und technische Umweltaspekte im Vordergrund. Diese positive Bilanz hat uns dazu bewogen, auch an der Hydro 2020 in Straßburg teilzunehmen.

gewinnen? Welche sind neu hinzugekommen? Wie binde ich meine Top-Kunden? Was lerne ich von den Mitbewerbern? Und last, but not least: Welche Schlüsse müssen wir aus den Antworten ziehen? Wie sehen die gemeinsamen Ziele für 2020 aus? Der konstruktive Austausch unter den insgesamt 30 Teilneh-

mern fand in großer Runde, aber auch bilateral in Einzelgesprächen statt. Damit sollte auf dieser Ebene alles getan sein, um die Voraussetzungen schaffen, unsere ehrgeizigen Ziele für das Geschäftsjahr 2020 umzusetzen.

Fotos: GMH Gruppe

Schmiedetechnik // Schmiedewerke Gröditz

Text: Otto Schmitz (Vertriebsleiter

Regenerative Energiequelle. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts nutzte man Wasserkraft hauptsächlich für Wassermühlen. Heute wird damit fast immer elektrischer Strom mithilfe von Generatoren erzeugt. Der Anteil von Wasserkraft an der weltweiten Energieerzeugung liegt bei etwa 2,5 Prozent; in Deutschland sind es rund 3 Prozent, die vor allem in Süddeutschland erzeugt werden. Die Bedeutung von Wasserkraft als erneuerbare Energiequelle ist allerdings weitaus höher: Ihr Anteil liegt weltweit bei etwa 16 Prozent.

Foto: GMH Gruppe


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Schmiedetechnik // Schmiedewerke Gröditz

Russischkenntnisse empfehlenswert Metal-Expo feierte 25. Jubiläum. Russische und internationale Stahlverarbeiter präsentierten ihre Produkte und neuesten Errungenschaften. Text: Brigitte Hettwer (Key-AccountManager Nahtlos gewalzte Ringe) und Fedir Chaykovych (Key-Account-Manager, Engineering Europa)

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itte November fand in Moskau die Industrieausstellung Metal-Expo 2019 statt. Rund 600 Aussteller aus 34 Ländern präsentierten sich und ihre Produkte auf einer Ausstellungsfläche von mehr als 27.000 m². Während der vier Messetage besuchten mehr als 28.000 Fachleute die Veranstaltung. Auch die GHM Gruppe war in diesem Jahr wieder vertreten: mit einem Stand der Schmiede-

werke Gröditz. Anders als in den vergangenen Jahren haben wir unseren Stand den Erfordernissen angepasst und kleiner gehalten. Als großer Vorteil erwies sich, dass wir unser Fachwissen auf Russisch austauschen konnten. Deshalb stand einem fruchtbaren Dialog nichts im Wege: • Im Engineering/Energy-Bereich haben wir sowohl mit Neu- als auch mit Bestandskunden Gespräche geführt. Ebenso mit vielen wichtigen russischen Kunden im Bereich Gasturbinen, Dampfturbinen und Generatoren. Mit einigen Kunden wurde über konkrete Bedarfe

Der SWG-Messestand auf der Metal-Expo war kompetent besetzt mit (von links nach rechts) Lukas Stefl (Key-Account-Manager, Nahtlos gewalzte Ringe), Fedir Chaykovych (Key-AccountManager, Engineering Europa) und Brigitte Hettwer (Key-Account-Manager, Nahtlos gewalzte Ringe). Ebenfalls mit im Messeteam (aber nicht auf dem Foto): Igor Karasevich (Technische Kundenberatung Ringe) und Maxim Korzhov (Key-Account-Manager, GMH International).

gesprochen; hier erwarten wir neue Bestellungen. • Es gab ebenfalls Gespräche mit Neukunden aus dem Bereich Geschmiedete Walzen, wobei hier der Wettbewerb sehr stark ist. Mit weiteren potenziellen Kunden haben wir uns intensiv über verschiedene geschmiedete Teile ausgetauscht. • Im Ringbereich konnten wir ebenfalls interessante Gespräche mit Bestandskunden führen – unter anderem über mögliche Aufträge im kommenden Geschäftsjahr. Hier wird das Preisthema eine entscheidende Rolle spielen, wobei vor allem deutsche und chinesische Firmen zu starken Wettbewerbern geworden sind. • Ein für uns noch neuer Kunde hat uns spontan zu einer Betriebsbesichtigung eingeladen – eine Einladung, der wir gerne gefolgt sind. Aus diesem Kontakt könnten sich möglicherweise bereits neue und zusätzliche Geschäfte entwickeln. Eine erste, kurzfristige Anfrage wurde anlässlich des Betriebsrundganges zugesichert. Interesse bestand zudem an der Fertigung von Flanschrohlingen, wozu ebenfalls eine Anfrage in Aussicht gestellt wurde. Da diese

Schmiedetechnik // Schmiedewerke Gröditz

Mal schauen, was Sache ist 27. IHK-Ausbildungsmesse: Sich flächendeckend zu präsentieren, ergibt Sinn – vor allem, wenn man so gute „Werbeträger“ (Azubis) bei sich hat. Text: Ina Klix, glückauf-Editorialteam

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as hält der Ausbildungsmarkt eigentlich alles so bereit? Diese Frage beantwortete Ende September die Industrie- und Handelskammer Dresden bei ihrem Aktionstag Bildung. Dort präsentierten sich zum 27. Mal in Folge 365 regionale Firmen mit ihren Ausbildungs- und Karrierechancen. Im Fokus hatten sie Jugendliche, deren Eltern und andere Interessierte. Die konnten sich an den Ständen der Unternehmen von Ausbildern und Lehrlingen erläutern lassen, was die jeweiligen Betriebe und Branchen an Berufsausbildungsmöglichkeiten

Angeregte Unterhaltung vor dem Exponat des Messestandes.

Fotos: GMH Gruppe

Firma auf Bearbeitung ausgerichtet ist, sollten im Gegenzug Bearbeitungsmöglichkeiten für unsere Ringe und Schmiedeteile geprüft werden Beim Rundgang über die Messe wurde übrigens deutlich: Die russische Stahlindustrie wird immer mehr den Anforderungen auf dem Weltmarkt gerecht. Wir müssen sie als Wettbewerber ernst nehmen. Unser Fazit: Unsere Entscheidung, an der Messe in einem klei-

nen, angepassten Rahmen teilzunehmen, war durchaus sinnvoll – nicht zuletzt, um den hohen Reiseaufwand, den das riesige Land mit sich bringt, zu minimieren. Das gilt sowohl für unsere bestehenden als auch für unsere kommenden Geschäfte in Russland. Ob wir 2020 ebenfalls an der Metal-Expo teilnehmen, werden wir allerdings kurzfristig entscheiden.

zu bieten haben. Auch wir waren wieder mit einem Team vertreten. Dort, wo wir seit vielen Jahren den gleichen Standplatz haben, bauten Ausbilder Andreas Donat und seine Auszubildenden zunächst unseren mobilen Messestand auf. Danach platzierten sie

das Informationsmaterial und kleine Give-aways. Gut gelaunt begrüßte die fast schon gestandene Standbetreuerin Marie Krätzschmar (2. Ausbildungsjahr, Zerspanungsmechanikerin ZM) gemeinsam mit Paul Schulz, Pablo Jurgk und Tim Schurig (alle Verfahrenstechnologen, 1. Ausbildungsjahr) die meist jugendlichen Interessenten. Vor Kurzem selbst noch Schüler, waren sie mit ihnen auf Augenhöhe. Bei den Beratungsgesprächen haben sie ihre eigenen Erfahrungen in Sachen Ausbildung im Allgemeinen und ih ihrem Ausbildungsberuf im Speziellen eingebracht. So konnten sie authentisch aus eigenem Erleben Rede und Antwort stehen. Bei den Schmiedewerken stehen derzeit 51 gewerbliche Auszubildende unter Vertrag, darunter 36 VT-Azubis und sieben ZM-Azubis. Im Gespräch (von links): die Azubis Paul Schulz, Pablo Jurgk, Tim Schurig und Marie Krätzschmar mit drei Interessenten. Foto: Andreas Donat


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Fit for Purpose: Thomas Rinke referiert über neue Produktionsprozesse und Produkte vor dem überwiegend mexikanischen Auditorium.

Stahlerzeugung // GMHütte

Der ideale Partner für künftige Megatrends Erfolg des ersten Kongresses zog den zweiten automatisch nach sich: Ideale Plattform für europäische und mexikanische Schmiedetechnik. Text: Melanie Moschner, glückauf-Editorialteam

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m 7. November fand in Santiago de Querétaro die 2. Euro-Mexican Forging Conference (EMFC) statt – mit mehr Besuchern als im Jahr 2017. Vertreten waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von namhaften europäischen und mexikanischen Schmieden sowie Lieferanten und Dienstleister der Schmiedeindustrie. Eingeladen hatte wie schon im Vorjahr Fernando Cardozo, Repräsentant der Firma Hatebur und der Georgsmarienhütte GmbH in Mexico (siehe dazu auch InfoBox: Fernando Cardozo). Mit dem Kongress bot er den Teilnehmern eine Plattform, ihre Netzwerke auszubauen und gleichzeitig Kundenakquisition zu betreiben. Insgesamt gab es neun Vorträge aus der Schmiedeindustrie, darunter war auch ein Beitrag der GMHütte. Sie zeigte auch in diesem Jahr wieder ihr Gesicht

als Vormateriallieferant für die mexikanischen Schmieden. Thomas Rinke, technischer Kundenberater, referierte über optimierte Produktionsprozesse und Produkte. Dabei präsentierte er sowohl die GMH Gruppe als auch den Produktionsstandort Georgsmarienhütte. Am Beispiel der modernisierten Stranggießanlage veranschaulichte er, wie es am Standort gelungen ist, Kernprozesse zu optimieren und Stahlprodukte weiter zu verbessern. Denn mit der Investition, die in den Jahren zwischen 2016 und 2019 getätigt wurden, konnte das

Hätten Sie’s gewusst?

Fernando Cardozo In Mexiko ist es nicht unüblich, dass kompetente Ruheständler z.B. die örtliche Repräsentanz mehrerer ausländischer Unternehmen übernehmen. Fernando Cardozo ist sowohl Hatebur- als auch GMHütte-Repräsentant.

Stahlwerk ein neues Verfahren realisieren – die sogenannte „Mechanical Soft Reduction“. Das Verfahren ermöglicht, beim Gießen ein optimiertes Erstarrungsprofil und homogeneres Gefüge mit weniger Seigerungen im Kern herzustellen. Der Vorteil für Kunden: Mit der Verarbeitung von GMHütte-Material kann er Verzug an seinem Produkt reduzieren. Thomas Rinke kombinierte seine Ausführungen mit Hinweisen auf unsere Werkstoffentwicklungen 16MnCrV7-7 und 16MnCrV7-7 carb. So signalisierte er dem mexikanischen Publikum: Die GMHütte ist hinsichtich Megatrends der Zukunft bereit, auch weiterhin der ideale Partner für die Mobilität der Zukunft zu sein. „Die nächste Euro-Mexican Forging Conference ist reine Formsache. In jedem Fall sind wir gerne wieder mit dabei“, so Thomas Rinke.

Foto: Pressefotos EMMFC / Hatebur

Stahlverarbeitung // GMH Blankstahl

Unternehmen drückt im „Land der Zaren“ aufs Gas Text: Claudia Greßl, glückauf-Editorialteam

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ie langfristig angelegten Bemühungen der GMH Blankstahl am russischen Markt zeigen Wirkung: Nun wird die erste Probemenge an die Automotive-Industrie ausgeliefert. Langer Atem, Beharrlichkeit und Ausdauer waren im „Land der Zaren“ Voraussetzung für diesen Erfolg. Nun münden die langfristig angelegten Akquise-Bemühungen in erste Aufträge. „Das Durchhaltevermögen wurde belohnt. Im Spätherbst haben wir die ersten Probemengen nach Russland ausgeliefert“, bestätigt Andreas Renze, Key-Account-Manager der GMH Blankstahl. Gemeinsam mit Maxim Korzhov von der GMH International hat man sprachliche und kulturelle Hürden aus dem Weg geräumt – und so nun den ersten Erfolg verbuchen können. „Konkret liefern wir der Automotive-Industrie zu“, erklärt Renze. Kollege Maxim Korzhov ergänzt: „Der russische Kunde strebt eine langfristige Lieferbeziehung an. Ganz aktuell haben wir die ersten Serienaufträge für 2020 erhalten.“ Als Anhaltspunkt: Für die Automobilindustrie war Russland zuletzt äußerst lukrativ. Allein 2018 sind mehr als 1,8 Millionen Personenwagen verkauft worden – ein sattes Plus von 12,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

2018 12,8 %


QUALITÄT & QUALIFIKATION

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Stahlverarbeitung // Stahl Judenburg

Dauerbrenner „Nachwuchs“

Im Gespräch mit den Lehrlingen der Stahl Judenburg: WirtschaftskammerPräsident Josef Herk (Bildmitte) und Geschäftsführer Thomas Krenn (links). Foto: Katarina Pashkovskaya

Derzeit wird bereits der 1000. Facharbeiter ausgebildet. Schon seit jeher hat die Ausbildung in Judenburg einen sehr hohen Stellenwert. Text: Claudia Greßl, glückauf-Editorialteam

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in Quintett aus Zerspanungstechnikern und ein Trio aus Maschinenbautechnikern haben bei der Stahl Judenburg in diesem Jahr ihre Ausbildung begonnen. Einer dieser acht „Newcomer“ ist der 1000. Lehrling, der von der Stahl Judenburg am Standort ausgebildet wird. „Die Ausbildung von jungen Fachkräften“, so Stahl-Judenburg-CEO Thomas Krenn, „hat hier in Judenburg lange Tradition und genießt höchsten Stellenwert. Mit der eigenen Ausbildung von Facharbeitern nehmen wir die Zukunft selbst in die Hand. Denn bereits jede fünfte Führungsposition im Unternehmen ist mit einem ehemaligen Lehrling besetzt.“ Die zukunftsorientierte Ausrichtung – im Moment werden insgesamt 26 Lehrlinge ausgebildet – wurde in den letzten Jahren stets nachjustiert: „Für uns ist entscheidend, dass unsere Lehrlinge unter modernen Bedingungen die hochtechnologischen Prozesse kennenlernen“, präzisiert Heinz Gruber, Leiter der Lehrlingsausbildung. Zudem entstehe mit jeder Aufwertung in der Lehrlingswerkstatt eine echte Wertschöpfungssteigerung, da die

Lehrlingswerkstatt auch für die Instandhaltung und Ersatzteile am Standort zuständig sei. Zu den Entwicklungen am Standort gratulierte auch Josef Herk, Wirtschaftskammer-Präsident der Steiermark: „Mit insgesamt 450 Mitarbeitern und dem 1000. Auszubildenden ist die Stahl Judenburg nicht nur einer der größten Arbeitgeber im Murtal, sondern ein zentraler Impulsgeber in Sachen Lehrlingsausbildung für die gesamte Region.“ Der größte Anteil der insgesamt 1000 ausgebildeten Lehrlinge geht auf die Siebziger und Achtziger zurück. Damals erlernten zwischen 200 und 300 Jugendliche Lehrberufe. Geschäftsführer Krenn: „Viele von ihnen sind hier in Pension gegangen oder heute noch am Standort. Allein unter unserer Arbeiterschaft sind aktuell fast 70 Mitarbeiter, die mehr als ein Vierteljahrhundert im Betrieb sind.“ Nur als Vergleich: Die durchschnittliche Verweildauer in einem Beruf – auch bei unterschiedlichen Arbeitgebern – beträgt in Österreich 6,23 Jahre. Die Judenburger „Dauerbrenner“ mit ihren mehr als 25 Jahren suchen damit hierzulande ihresgleichen.

Stahlverarbeitung // Stahl Judenburg

Ganz im Zeichen der Praxis EU-Fachkräfteinitiative „TakeTech“: Schülerinnen und Schüler zu Gast. Text: Claudia Greßl, glückauf-Editorialteam

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eim Besuch der 16 Schülerinnen und Schüler der Neuen Mittelschule Obdach in der Stahl Judenburg herrschte unlängst Praxis statt Theorie vor. Denn er stand ganz im Zeichen der EU-Initiative

„TakeTech“, die technische bzw. naturwissenschaftliche Berufsfelder attraktiver machen will. Deshalb standen Stahlverarbeitung, CNC-Anlagen und hochtechnologische Prozesse auf dem Stundenplan. Warum sich die Stahl Judenburg an einem derartigen Vorhaben beteiligt? „Das Projekt gibt uns die Möglichkeit, uns als

Die Schülerinnen und Schüler beim Anfertigen eines Schlüsselanhängers Foto: GMH Gruppe

attraktiver und zukunftssicherer Arbeitgeber mit zahlreichen Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten zu präsentieren“, betont Stahl-Judenburg-Lehrlingsausbilder Heinz Gruber und erläutert einen weiteren Vorteil der Initiative: „TakeTech ist eine gute Möglichkeit, gegenseitige Vorurteile und herrschende Hemmnisse nachhaltig aufzulösen.“ Besonders in Zeiten des Fachkräftemangels – so der Lehrlingsausbilder weiter – sei dies eine „wesentliche Gelegenheit, mit potenziellen Fachkräften von morgen schon jetzt in Kontakt zu treten und sie möglicherweise für eine Laufbahn in der Stahl Judenburg zu begeistern.“ Das Konzept der Lehre ist in Judenburg bestens etabliert: Bereits 1000 Lehrlinge sind in der Historie des Unternehmens ausgebildet worden. Darüber hinaus ist jede fünfte Führungsposition mit einem ehemaligen Auszubildenden besetzt. „Die Lehre ist ein strategischer Eckpfeiler“, betont auch Stahl-Judenburg-CEO Thomas Krenn. Das Projekt wird von der Europäischen Kommission co-finanziert.


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QUALITÄT  &  QUALIFIKATION

Unsere

glück auf 4-2019

GMH Gruppe // GMH Akademie

talentierte Führungskräfte – besonders im Blick. Dazu zählen dann Angebote wie Management Development, Potenzial- und Performance-Management oder auch Talentmanagement und Nachfolgeplanung. Aber wir wollen natürlich alle Unternehmensebenen mit einbeziehen. Und wir sehen uns darüber hinaus als Unterstützer der einzelnen Personalentwickler in den GMH-Unternehmen.

Gute Führung im Fokus Annette Ridder ist seit fast einem Jahr als Geschäftsführerin der GMH Akademie tätig. Seither hat sich dort vieles getan. Foto: GMH Gruppe

Viele haben Annette Ridder bereits als pragmatische Personalentwicklerin kennengelernt, die schnell funktionierende Lösungen findet und zielstrebig umsetzt – die strategische Ausrichtung dabei stets im Fokus. Welche Funktion die GMH Akademie künftig erfüllen soll, erläutert sie im glückauf-Interview:

lesen in der glückauf 2-2019. Dort steht nicht nur, dass wir in Zukunft in der Stahlbranche Spitzenreiter sein wollen. Dort steht auch, dass es darauf ankommt, bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Potenziale zu erkennen sowie eine qualifizierte Personal- und Nachfolgeplanung zu betreiben.

glückauf: Unmittelbar vor Ihrem Engagement bei der GMH Gruppe waren Sie ebenfalls im Personalbereich tätig? ANNETTE RIDDER: Richtig. Davor war ich zwei Jahre in der Gauselmann Gruppe verantwortlich für den Ausbau der Personal- und Organisationsentwicklung.

Was heißt das für Ihre konkrete Arbeit? RIDDER: Dass sich die Akademie als Dienstleister für die GMH Gruppe begreift. Dabei müssen wir die Handlungsbedarfe der ganzen Gruppe aufnehmen und umsetzen, damit wir für die ganze Gruppe Mehrwerte schaffen – was voraussetzt, dass wir den Fokus stärker auf eine ganzheitliche und nachhaltige Managemententwicklung legen.

Die GMH Akademie hat sich mit Ihnen sozusagen neu aufgestellt. Managemententwicklung und Aufgaben der Akademie liegen jetzt in einer Hand bei Ihnen. Welche Ziele sind denn mit dieser Neuausrichtung verbunden? RIDDER: Wir müssen natürlich an das anknüpfen, was Frank Brüggestrat, Geschäftsführer CHRO der GMH Holding, als Rahmen für die Personalpolitik der GMH Gruppe skizziert hat – nachzu-

Was sind aktuell die größten Herausforderungen für die GMH Akademie? RIDDER: Vor allem die Digitalisierung der Arbeitswelt mit ihren unabsehbaren, plötzlichen Veränderungen von außen. Oder denken Sie an Megatrends wie VUCA …

Beeindruckende Berufsvita Annette Ridder hat als Bankerin gearbeitet, in Münster und Rotterdam europäische BWL studiert, Konzernerfahrung bei der Deutschen Bank gesammelt sowie viele Jahre in der genossenschaftlichen Gruppe und selbstständig als Unternehmensberaterin für Vertriebs- und Prozessoptimierung gearbeitet. Dabei hat sie Unternehmen bei der Umsetzung von Personal- und Organisationsentwicklungsthemen begleitet. Daneben war sie fast 15 Jahre als Dozentin für Managemententwicklung und Führung an der Genossenschaftsakademie tätig. Annette Ridder hat zudem eine Ausbildung als Organisationsberater, Trainer und Coach.

… also die zunehmende Komplexität und Schnelligkeit der Businesswelt und die damit verbundenen Unsicherheiten für Unternehmen … RIDDER: Aber auch interne Veränderungsprozesse bedingen neue Qualifikationsanforderungen für Führungskräfte und Mitarbeiter. Hier wie dort müssen wir bedarfsorientiert agieren. Wie werden wir zukünftig Bildung erleben? Wie werden wir uns neue Kenntnisse aneignen? RIDDER: Wir werden auf eine etwas andere Art und Weise lernen als früher. Denn neue Lernformen fördern den Praxistransfer in den Arbeitsalltag – wozu auch digitale

Formate gehören. Nicht zuletzt deshalb wollen wir das digitale Lernen mit direktem Bezug zur Praxis fördern. Und was zukünftig ebenfalls wichtiger wird, ist das sogenannte Learning on the Job. GMH Akademie – das klingt so „akademisch“. Bedeutet das, dass vor allem die Management-Ebene in den Genuss Ihrer Angebote kommt? RIDDER: Unser Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass die GMH Gruppe die besten Führungskräfte in der Metallindustrie hat. Natürlich haben wir deshalb das Management und unsere Talente – also junge

Personalentwicklungsinstrumente

GF Seminare

Gilt dieses Interesse auch im Privaten? RIDDER: Ja, und es bereichert mich auch dort – beispielsweise beim Singen im Chor, beim gemeinsamen Kochen oder auch bei Begegnungen mit neuen Menschen beim Reisen. Vielen Dank für das Gespräch!

Hätten Sie’s gewusst?

VUCA VUCA steht für V wie Volatility (Volatilität = Unbeständigkeit, Schwankungsintensität), Uncertainty (Unsicherheit), Complexity (Komplexität) und Ambiguity (Mehrdeutigkeit). Bezieht sich auf die Folgen, die eine zunehmend digitalisierte Welt mit sich bringt (Stichwort: Industrie 4.0 und andere kommende Entwicklungen). Neue Technologien werden immer schneller entwickelt. Läuten Revolution von Wirtschaft und Gesellschaft ein. Noch ist völlig unklar, welche Rolle Menschen und Unternehmen dabei spielen werden.

Geschäftsführer

Learning on the Job

Management Audit

Impulse im Management

Schlüsselfunktion

Management Audit

Führungskräfteprogramm

In Ihrem Job sind oft in kurzer Zeit gute Lösungen zu entwickeln. Wie machen Sie das? RIDDER: Mich interessieren Menschen, und ich bin neugierig auf ihre Themen. Beruflich hilft mir dieses Interesse, mich schnell in Situationen einzufinden und gemeinsame Lösungen zu finden, die zu den Menschen und zum Unternehmen passen.

Entwicklungs-Check

Führungskräfte

Benennung als Führungskraft

Eine Art „Learning by Doing“ unter Anleitung eines Trainers, eines erfahreneren Kollegen oder einer Führungskraft. Der Lernende bearbeitet konkrete Aufgaben und kann bei Schwierigkeiten bzw. Fragen direkt Feedback bzw. Informationen einholen. Trainer/Kollege/Führungskraft wiederum kann beobachten, korrigierend eingreifen oder auch motivierend einwirken. Ermöglicht intensives und praxisorientiertes Lernen.

Digitales Lernen Talentprogramm

TalentSchmiede

Talentpool Treffen

BUKonferenz

Perspektivwechsel

Benennung durch die Gesellschaft / Personal Business Partner Die Pyramide der Personalentwicklung

Projektarbeit

Talente

Web- und computerbasiertes Lernen über Lernprogramme (Datenträger, online), Podcasts, Videos, Foren, Chats, Videokonferenzen, Webinare oder Apps (z.B. per SmartPhone).


QUALITÄT  &  QUALIFIKATION

Unsere

glück auf 4-2019

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Stahlverarbeitung // Stahl Judenburg

Meisterhafte Erfolgsstorys „Lehrlingstag“ und Ehrung der neuen Meister: 69 Lehrlinge, 18 Referate und sieben Meister. Text: Claudia Greßl, glückauf-Editorialteam

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ltern, Verwandte, Unternehmensverantwortliche und natürlich die Auszubildenden selbst – sie alle kamen Ende September ganz gespannt zum 11. „Lehrlingstag“ der Stahl Judenburg. Aus gutem Grund. Denn bei den mittlerweile traditionellen Präsentationen der Lehrlinge waren echte Erfolgsgeschichten zu bewundern. „Rund 69 Lehrlinge der Stahl Judenburg sind seit 2008 zur Lehrabschlussprüfung angetreten – jede einzelne von ihnen wurde bestanden“, freut sich Lehrlingsausbilder Heinz Gruber. Besonders: Fast die Hälfte der StahlJudenburg-Schützlinge erreichte einen „ausgezeichneten Erfolg“, ein weiteres Drittel einen „guten Erfolg“. Auch die aktuelle Generation gibt Anlass zum Optimismus.

Das bewiesen vor allem die 18 Lehrlingsreferate, welche die Auszubildenden aus dem zweiten bis vierten Lehrjahr zum Besten gaben. Heinz Gruber: „Die Ausbildung von jungen Fachkräften erfolgt sehr praxisnah. Rhetorische Kompetenzen und Präsentationsfähigkeiten sind aber ebenso entscheidend.“ Das gilt nicht nur für die Lehrlinge, sondern auch für noch höhere Qualifikationen: Das Quartett René Assigal, Michael Kos, Michael Unterwieser und Manfred Kaltenbrunner hat in diesem Jahr seine Meister- und Befähigungsprüfung abgeschlossen. Helmut Macher, Markus Keller und Stefan Wilding konnten die Prüfung bereits im Vorjahr absolvieren. Auch Annette Ridder, Geschäftsführerin der GMH Akademie, gratulierte den Absolventen zum Erfolg.

Die jahresbesten Lehrlinge (2. – 4. Lehrjahr) des letzten Jahres 2018/2019 Fotos: GMH Gruppe

Gratulanten und neue Meister (von links nach rechts): Mathias Hölscher, Michael Zuber, Annette Ridder, Stefan Wilding, Markus Keller, Helmut Macher, Michael Unterwieser, René Assigal, Michael Kos, Manfred Kaltenbrunner und Thomas Krenn.

Leon Gassner (Zerspanungstechniker 3. Lehrjahr) bei seiner Präsentation

GMH Systems // Ausbildung

Duales Studium

Kein Spaziergang

Das duale Studium verbindet Theoriestudium mit praktischer Ausbildung. Im Fall von Silas Kaumkötter war es die Kombination eines Bachelor-Studiums zum Wirtschaftsinformatiker und einer Ausbildung zum IT-Systemkaufmann bei der GMH Systems.

Silas Kaumkötter hat sein duales Studium „Wirtschaftsinformatik“ erfolgreich abgeschlossen. Silas hat sein duales Studium an zwei Orten absolviert: den Theorieteil am Campus Lingen der Hochschule Osnabrück, die praktische Ausbildung bei der GMH Systems. Diese Verbindung von Theorie und Praxis hat einen großen Vorteil: Theoretisch Gelerntes kann auf die Praxis angewendet und praktisch Gelerntes auf die Theorie bezogen werden:

I

n den dreimonatigen Praxisphasen habe ich alle Bereiche der GMH Systems kennengelernt – vom First-Level-Support über den Infrastruktur-Bereich bis hin zu meinem aktuellen Einsatzgebiet, dem SAP-Support. Dadurch erhält man neben dem theoretischen Wissen ein breit gefächertes Praxiswissen, kann Schnittmengen zwischen den Bereichen entdecken und verschiedene Bereiche miteinander verknüpfen. Zudem fördert die GMH Systems das eigenständige Arbeiten. Ergeben sich

Silas Kaumkötter

Foto: GMH Gruppe

irgendwelche Fragen, wird man von den Kolleginnen und Kollegen umfangreich unterstützt. Dabei kann man sich nicht nur fachlich, sondern auch persönlich weiterentwickeln. Das duale Studium war für mich eine große Herausforderung. Denn für ein vollständiges Studiensemester inklusive aller Prüfungen gab es nur etwa drei Monate Zeit. Zudem hatte ich in den Praxisphasen bei der GMH Systems sogenannte Praxis-

transferprojekte zu bearbeiten. Dadurch sollten die erlernten theoretischen Inhalte mit der Praxis verknüpft werden. Nach zwei Jahren musste ich dann die IHK-Abschlussprüfung quasi „nebenbei“ zum Studium absolvieren – Auszubildende arbeiten auf diese Prüfung drei vollständige Jahre hin. Auch die Bachelorarbeit, für die nur acht Wochen Zeit blieb, war alles andere als ein Spaziergang. Möglicherweise werde ich in Zukunft einen Master-Studiengang oder andere Weiterbildungen in Angriff nehmen. Zunächst möchte ich mich allerdings in meinen aktuellen Tätigkeitsbereich umfänglich einarbeiten.

GMH Systems // Ausbildung

Endlich am Ziel Text: Philipp Henke

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ndlich bin ich am Ziel. Drei Jahre hat meine Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung gedauert. Jetzt, nach der erfolgreichen Abschlussprüfung, kann ich entspannt auf meine Ausbildung zurückblicken. Highlight der Ausbildung war für mich das Gesamtpaket, das bei der GMH Systems geboten wird. Schon früh kann man eigenständig Projekte und somit Verantwortung übernehmen. Trotzdem habe ich mich nicht allein gelassen gefühlt. Denn alle Kolleginnen und Kollegen haben mir ihre Hilfe angeboten. Besonders herausfordernd war, dass ich recht schnell große und größere Programmierprojekte alleine planen und durchführen durfte. Dabei hat mich vor allem das Arbeiten an Lösungen für den SharePoint und die Netzwerkautomatisierung gefesselt. Heute arbeite ich in diesen Bereichen. Jetzt möchte ich erst einmal weiterarbeiten und eventuell im nächsten Jahr ein berufsbegleitendes Studium beginnen.


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QUALITÄT  &  QUALIFIKATION

Unsere

glück auf 4-2019

Schmiedetechnik // Schmiedewerke Gröditz

Präventive Maßnahmen helfen Risiken minimieren Bei manchem Absturz garantiert die PSAgA keineswegs das Überleben. Entscheidend ist, wie schnell der Gestürzte geborgen werden kann. Text: Silvio Kopsch (Projektingenieur Instandhaltung) und Dirk Raschke (Leiter mechanische Instandhaltung)

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as passiert, wenn was passiert? Können wir als Mitarbeiter einen abgestürzten Kollegen, der in seiner PSAgA hängt, in absehbarer Zeit retten? Diese Frage hat sich bei uns vor etwa zwei Jahren ein Arbeitskreis gestellt. Rückblickend muss man einräumen: Damals hatten wir keine konkrete Vorstellung, was wir in solch einem Fall tun müssen. Aber was ist überhaupt so gefährlich, wenn ein Mitarbeiter abstürzt und dabei von seiner PSAgA aufgefangen wird? Schließlich trägt er doch seine Schutzausrüstung! Es besteht immer die Gefahr eines sogenannten Hängetraumas. Dabei sackt das Blut in die Beine. Die Folgen können fatal sein: Schon nach kurzer Zeit werden Organe und Gehirn nicht mehr mit Blut versorgt. Denn etwa acht Minuten nach dem Absturz kommt es erfahrungsgemäß zu einer Ohnmacht oder Bewusstseinseintrübung. Und nach spätestens 20 Minuten drohen irreparable Schäden – bis hin zum Tod des Verletzten. Um dies im Ernstfall zu verhindern, wollten wir ein Rettungskonzept erstellen – wobei vorab viele Fragen zu klären waren. Unter anderem:

Sind alle Mitarbeiter im richtigen Umgang mit der PSAgA geschult? Haben wir überhaupt das Equipment, das zum Sichern beziehungsweise Retten benötigt wird? Ist die freiwillige betriebseigene Feuerwehr auf eine solche Situation vorbereitet? Kann man im Notfall auf die Ortsfeuerwehr zurückgreifen? Um diese Fragen zu klären, wurde die Firma 3M zurate gezogen. Sie unterstützte uns dabei, ein Rettungskonzept zu erstellen, das nötige Equipment zu finden und die rechtlichen Vorschriften einzuhalten. Zudem inspizierten 3M-Mitarbeiter einige exemplarische kritische Höhenarbeitsplätze, die unsere Instandhalter regelmäßig aufsuchen müssen. Sinn und Zweck war, für diese Stellen dauerhafte Sicherungspunkte zu schaffen bzw. im Idealfall die Absturzgefahr sogar auszuräumen.

Hätten Sie’s gewusst?

PSAgA PSAgA ist die Abkürzung für „Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz“. Berufsgenossenschaftlich Versicherte müssen bei Arbeiten mit Absturzgefahr eine PSAgA tragen, wenn eine technische oder organisatorische Absturzsicherung nicht möglich ist.

Zu den größten Einzelinvestitionen zählte eine TeleskophubArbeitsbühne. Mit ihr kann man nahezu alle Höhenarbeitsplätze erreichen, die unsere Instandhalter regelmäßig aufsuchen müssen. Zudem wurde Equipment angeschafft, um temporäre Anschlagpunkte einzurichten bzw. die Begehung beengter Räume (Kessel, Pumpensümpfe etc.) sicherer zu machen. Eine der herausforderndsten Aufgaben allerdings war, die etwa 100 Kollegen, die regelmäßig mit der PSAgA umgehen müssen, im richtigen Umgang mit eben dieser zeitnah zu schulen. Diese Schulungen wurden ebenfalls in Zusammenarbeit mit der Firma 3M durchgeführt. Derzeit erarbeiten wir ein Konzept, wie wir die notwendigen jährlichen Nachschulungen organisieren. Zudem wollen wir die Kameraden der freiwilligen Werksfeuerwehr befähigen, Rettungen in Höhe ohne direkten Zugang selbständig zu tätigen. Zudem entwickeln wir aktuell eine Checkliste für die Baustellenverantwortlichen. Sie können daraus ersehen, ob und welches Equipment für die Absicherung bei hoch gelegenen Arbeitsplätzen einzusetzen ist und welche organisatorischen Belange vor Beginn der Arbeiten umzusetzen sind. Eine grundlegende Erkenntnis unseres Arbeitskreises ist: Die

Nico Ander (Betriebsfeuerwehr) bei einer Abseilübung unter Anleitung der Trainer (3M) Foto: GMH Gruppe

Themen PSAgA und Höhenrettung sind nie abgeschlossen. Wir müssen die erarbeiteten Konzepte regelmäßig überprüfen und ggf. anpassen – und bei der techni-

Stahlerzeugung // GMHütte

Deutschlands beste Ausbilder Stahlwerk ist top: Wirtschaftsmagazin Capital veröffentlicht zum dritten Mal eine Studie zu den besten Ausbildungsbetrieben Deutschlands.

BESONDERE FEIER

Text: Dominik Rammert (Territory Embrace) Foto: Monika Hansen

Mannstaedt // Text: Ute Pellenz (Leitung Ausbildung) Auch in diesem Jahr hatten einige Auszubildende allen Grund, sich über ihre erfolgreich beendete Ausbildung zu freuen. Traditionell wurden sie zu einer Feierstunde eingeladen. Gemeinsam mit Geschäftsführer Dieter Wilden und Personalleiterin Simone Rojahn freuten sich die frischgebackenen Facharbeiter über außerordentlich gute Prüfungsergebnisse und blickten mit Stolz auf ihre Ausbildung zurück. Spürbar war auch die Freude, mit der sie jetzt ihre Fachabteilungen unterstützen. Dieter Wilden und Simone Rojahn gratulierten ihnen herzlich zu ihrem erfolgreichen Abschluss. Herr Wilden wünschte ihnen zudem alles Gute für ihren weiteren Berufsweg. Dass diese guten Wünsche durch seinen plötzlichen Tod (siehe dazu Seite 3) eine ganz besondere Bedeutung bekommen würden, war bei dieser schönen Feierstunde nicht erdenklich.

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it 5 von 5 möglichen Sternen gehört die GMHütte zu den besten Ausbildungsbetrieben deutschlandweit. Das geht aus der Studie „Deutschlands beste Ausbilder“ hervor, die das Wirtschaftsmagazin Capital (Ausgabe 11/2019) zum dritten Mal durchgeführt hat – gemeinsam mit der TalentPlattform Ausbildung.de und den Personalmarketing-Experten von Territory Embrace. Die Studie zeigt deutlich, vor welchen Herausforderungen viele Unternehmen stehen:

Mehr als die Hälfte klagen über zurückgehende Bewerberzahlen bei Auszubildenden, und 70 Prozent stellen eine abnehmende Qualität der Bewerber fest. „Die weiter steigende Zahl unbesetzter Ausbildungsplätze und offener Fachkräftestellen zeigt, wie hoch für viele Unter-

Infoquelle Die Studie bietet eine Übersicht über die „Besten Ausbilder“ aufgeteilt nach Regionen und Berufsgruppen. Detaillierte Analysen finden sich auf www. capital.de/Beste-Ausbilder.

schen Ausrüstung die weiteren Entwicklungen und den Stand der Technik im Auge behalten.

nehmen der Handlungsdruck ist, sich am Personalmarkt noch besser zu positionieren“, sagt Capital-Chef Horst von Buttlar. „Die Herausforderungen der Unternehmen führen aber auch zu besonders guten Bedingungen für Auszubildende“, so Gero Hesse, Geschäftsführer von Territory Embrace. Die Unternehmen achten genau darauf, was die jeweiligen Auszubildenden benötigen, und bieten ihnen entsprechend individuelle Unterstützung an. Für die einen sind dies Hilfsangebote wie Nachhilfe, für andere wiederum finanzielle Hilfen in Form von Fahrtkosten- oder Wohnungszuschüssen. Wieder andere werden mit Weiterbildungen und Wettbewerben in der Ausbildung gefördert. Insgesamt wurden bei der Studie 600 Unternehmen aus ganz Deutschland berücksichtigt. Übrigens: In Deutschland nimmt die Anzahl der Azubis seit zehn Jahren leicht ab. 2008 lag sie noch bei etwa 1,6 Millionen – und im Jahr 2018 bei rund 1,33 Millionen.


QUALITÄT  &  QUALIFIKATION

Unsere

glück auf 4-2019

GMH Gruppe // Nachwuchsförderung

Einzigartige Chance nutzen Wie fühlt man sich eigentlich als Trainee in der GMH Gruppe? Ein Interview von Heike Werner, glückauf-Editorialteam

Die GMH Gruppe hat ein Traineeprogramm aufgesetzt mit dem Ziel, eigene Nachwuchskräfte für Fach- oder Führungsaufgaben auszubilden. Dabei durchlaufen die Trainees verschiedene Fachbereiche (Finanzen, Rechnungswesen und Controlling) in verschiedenen GMH-Unternehmen. Eng begleitet werden sie dabei von Mentoren. Zudem profitieren sie von unterstützenden Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen. Doch wie erleben die Trainees selbst ihre Ausbildung? Zwei der aktuellen Trainees in der GMH Gruppe sind Christina Morasch und Alexander Hessel. Heike Werner hat sie nach ihren Erfahrungen befragt:

der GMH Holding im Bereich Finanzen, Rechnungswesen und Controlling. Und welche Ausbildung habt ihr? ALEXANDER HESSEL: Wir haben bereits gemeinsam eine Bankausbildung absolviert und an der Universität Osnabrück Betriebswirtschaftslehre studiert. Zufällig

kreuzten sich unsere Wege erneut bei der GMH Holding. Was schätzt ihr an dem 18 Monate laufenden Traineeprogramm besonders? MORASCH: Dass es uns die einzigartige Chance bietet, die Holding und die einzelnen Gesellschaften, in denen wir eingesetzt

sind, kennenzulernen. Wir wollen im Laufe dieser Zeit dabei natürlich möglichst viel lernen – und unsere Kolleginnen und Kollegen vor Ort unterstützen. Wie erlebt ihr bislang eure Trainee-Ausbildung? Was fällt besonders auf? HESSEL: Was wir vor allem erleben, ist die Veränderung von Aufgaben und Tätigkeiten im Zuge der Digitalisierung – beispielsweise durch die Umstellung auf ein einheitliches ERP-System, die Finanz- und Bilanzplanung in LucaNet und das neue BI-Tool Board. Und wie wirken sich diese Veränderungen eurer Beobachtung nach aus? HESSEL: Sie vereinfachen die Arbeit im Bereich Finanzen, stellen die Kolleginnen und Kollegen aber gleichzeitig vor Herausforderungen. MORASCH: Denn neben dem regulären Tagesgeschäft müssen sie sich natürlich auf den Einsatz beziehungsweise den Umgang mit den neuen Tools vorbereiten. Damit diese auch den Nutzen erbringen, den sie haben sollen. Umso spannender, dass wir genau diese Phase miterleben und mitgestalten können.

Christina Morasch und Alexander Hessel Foto: GMH Gruppe

glückauf: Wie lange seid ihr schon als Trainee bei der GMH Gruppe? CHRISTINA MORASCH: Wir arbeiten seit diesem Jahr bei

GMH Gruppe // GMH Systems

IT-Sicherheit im Alltag: Wie schütze ich mich? Immer noch sind viele User zu nachlässig, wenn es um IT geht – spätestens bis der erste Hacker das Passwort geknackt und Schaden angerichtet hat. und Dr. Deniz Oezcan (IT-Beraterin)

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oran denken Sie bei dem Begriff Sicherheit? Jeder von Ihnen wird ein subjektives Empfinden haben, wenn es um Ihre eigene, sprich persönliche Sicherheit geht. Ob gesundheitliche, wirtschaftliche, soziale oder politische Sicherheit – sie alle gehen von einer potenziellen Bedrohung aus, die einen bestimmten Bereich gefährdet, der ihnen schützenswert erscheint. Auch Informationstechnologien können eine Gefahr darstellen. Die Nutzung von Smartphones, PC, Online-Shopping, Streaming-Diensten und Co. gehört längst zum Alltag vieler Menschen.

Ohne Netz läuft nichts mehr Laut einer ARD/ZDF-Onlinestudie nutzten im Jahr 2018 rund 63 Millionen Personen in Deutschland das Internet. Dies entspricht 75 Prozent der Einwohner. Die IT ist fester Bestandteil von Wirtschaft und Gesellschaft geworden. Ob Kommunikation via E-Mail oder elektronische Rechnungsbearbeitung: Unsere Abhängigkeit von IT-Systemen und damit natürlich auch deren Verfügbarkeit und Sicherheit wächst stetig. Im nachfolgenden Text möchten wir auf mögliche Risiken bei der

So schützen Sie Ihr Passwort „Ihr Passwort ist abgelaufen, bitte wählen Sie ein neues“ – wer kennt diesen Satz nicht? Aber gibt es überhaupt das „perfekte“ Passwort? Diese Frage lässt sich mit einem klaren „Jein“ beantworten. Aufgrund der Schnelllebigkeit der Technik kann auch ein perfektes Passwort theoretisch in absehbarer Zeit geknackt werden. Trotzdem sollte man es einem Hacker oder Angreifer so schwer wie möglich machen, an die begehrten Daten zu kommen. Sowohl im beruflichen als auch im privaten Umfeld. So lassen Sie

sicherlich auch nicht jede Person in Ihre Wohnung, nur weil jemand bei Ihnen klingelt und in Ihre Wohnung will. Sofern es Hinweise gibt, dass jemand den Versuch unternommen hat, Ihr Passwort zu knacken oder es sogar in die Hände von unbefugten Dritten gelangt ist, sollten Sie es auf jeden Fall ändern. Hier ein paar Tipps zum Umgang mit Passwörtern: • Aktivieren Sie die Passwort-/ Pin-Abfrage auf Ihren Geräten. • Wählen Sie ein ausreichend langes und komplexes Passwort aus (mit Sonderzeichen, Groß-/ Kleinschreibung, Ziffern etc.). • Vermeiden Sie Passwort-Kombinationen aus Ihren persönlichen Daten wie z. B. Geburtstag, Handynummer, Name und Vorname. Foto: Adobe Stock

Trainee Laut Duden versteht man unter „Trainee“ eine Person, die „innerhalb eines Unternehmens eine praktische Ausbildung in allen Abteilungen erhält und dadurch für ihre spätere Tätigkeit vorbereitet wird“. Oft sind es Hochschulabsolventen, die direkt nach ihrem Studium als Trainee einsteigen. Aber auch für Berufserfahrene und Quereinsteiger ist dieser Einstieg ideal, beispielsweise wenn sie sich beruflich umorientieren wollen.

Was gibt es sonst noch Spannendes zu berichten? HESSEL: Darüber hinaus haben wir die Gelegenheit, ein Netzwerk im Unternehmen aufzubauen, das uns auf unserem zukünftigen Weg in der Gruppe begleiten wird. MORASCH: Daher freuen wir uns auf alle künftigen Begegnungen in der Gruppe und bedanken uns bei den Kolleginnen und Kollegen, die wir bereits kennenlernen durften. Vielen Dank für das Gespräch.

So bleiben Sie cool Wussten Sie schon, dass Ihr Kühlschrank auch mit weniger Strom kühl bleibt?

GhioW3aeh{4 Internetnutzung hinweisen und Ihnen ein paar Tipps zum sicheren Umgang online mit auf den Weg geben.

Hätten Sie’s gewusst?

Energiespartipps // von Reimund Laermann

Seid achtsam und wachsam! Text: Anneke Knue (Beraterin Datenschutz)

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• Benutzen Sie in keinem Fall ein- und dasselbe Passwort für alle Ihre Dienste. • Wird eine Zwei-Faktor-Authentifizierung bei OnlineDiensten angeboten, nutzen Sie diese. • Notieren Sie niemals Ihre Passwörter auf Zetteln (die „verschwinden“ gerne ;–). Es ist wirklich wichtig, dass Sie nicht dasselbe Passwort für mehrere Konten verwenden. Denn wenn Hacker die Zugangsdaten erbeutet haben, versuchen sie fast immer, sich damit auch bei anderen Seiten einzuloggen. So käme auch sicherlich niemand auf die Idee, nur einen Schlüssel für Haustür, Tresor, Fahrradschloss und Auto zu verwenden.

Weitere Tipps Freuen Sie sich auf die nächste glückauf. Dort werden Sie noch weitere Tipps für mehr IT-Sicherheit finden. Dann beschäftigen wir uns mit der Frage, ob bzw. inwieweit Applikationen (sogenannte Apps) unsere (Daten-)Sicherheit gefährden.

W

ie optimal managen Sie Ihren Kühlschrank? Wollen Sie Strom und Geld sparen? Dann sollten Sie Folgendes beachten: • Spart satte 10–15 Prozent Energie: Eis im Gefrierfach maximal 1 cm dick werden lassen (Gefrierfach regelmäßig abtauen). • Sie benötigen keine TiefstTemperaturen: 7 Grad reichen zum Kühlen, minus 18 Grad zum Gefrieren aus. • Kühlschränke brauchen 10 cm Abstand von der Wand. Nur so können sie optimal arbeiten. • Kühlschrank fast leer oder halb voll? Bunkern Sie Flaschen und Tetra Paks. Die wirken als Kältespeicher und bremsen die Erwärmung, wenn der Kühlschrank offen ist – was Energie spart. • Kühlschrank nur so kurz wie möglich öffnen, damit möglichst wenig kalte Luft entweicht. Wer Ordnung hält und weiß, wo was steht, kann schneller zugreifen!


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QUALITÄT  &  QUALIFIKATION

Unsere

glück auf 4-2019

Dienstleistung // GMH Systems

ware-gesteuerten „AnomalieCheck“ zur Verfügung. Das Resultat bzw. der Anlagenzustand wird dem Anlagenbediener über ein Dashboard kontinuierlich grafisch angezeigt, und zwar in Form einer Ampel. Im Normalfall steht sie auf „grün“. Kommt es zu einer Anomalie, wird je nach Schwere eine „gelbe“

Datenaustausch und Anomalie-Check in Echtzeit Data Streaming Plattform für Industrie 4.0 für die GMH Gruppe

Echtzeit Sicherheit Langzeitarchivierung

Verarbeitung

Anomalieerkennung in Echtzeit

OPC-UA Sensordaten Fertigrichtmaschine

Data Streaming Plattform

D

ie Digitalisierung aller Prozessbereiche in der GMH Gruppe schreitet fort. Es ist nur konsequent, den dabei entstehenden riesigen Datenschatz zu heben und die unterschiedlichen Datenquellen intelligent miteinander zu verknüpfen. Damit verbunden sind nicht nur Herausforderungen, sondern auch Potenziale im Hinblick auf prozessübergreifende Anwendungen der nächsten Generation. Sie mündeten in dem von OPEX initiierten Projekt „Data Streaming Plattform“. Zusammen mit spezialisierten Partnerunternehmen und einem interdisziplinären Team aus der GMH Gruppe wurde ein erster Prototyp umgesetzt. Er führt unterschiedliche Datenquellen aus der Produktion zentral auf einer Plattform zusammen und untersucht sie auf Anomalien – ganz nebenbei in Echtzeit. Doch wie Daten aus den unterschiedlichsten fachlichen und technischen Bereichen in Echtzeit zuverlässig verarbeiten? Die bisherigen punktuellen Lösungsansätze in der GMH Gruppe kommen bereits heute häufig an ihre Leistungsgrenzen – und können vor allem die Anforderung der Echtzeitverarbeitung nicht erfüllen. Zudem sind diese Lösungen aus Gruppensicht nur sehr schwer und mit hohen Kosten zu warten, zu erweitern oder zu verknüpfen. Wie aber kann man die Anwendungen von morgen mit angemessenem Aufwand und beherrschbarer Komplexität betreiben? Dazu bedarf es eines soliden und wiederverwendbaren technologischen Fundamentes auf Basis aktuellster Technologien aus dem Bereich Big-Data – eben unsere „Data Streaming Plattform“.

Datenquelle

und Peter Brüske

Steuerung Optimierung

Text: Maik Höft, Dirk Lutter

DB Fertigungsaufträge Schematischer Aufbau der Anomalieerkennung mithilfe der Data Streaming Plattform.

Zusammen mit dem 11. Dezember 2019 Fachbereich des Finalbetriebs der GMHütte wurde ein erster Anwendungsfall identifiziert, der auf dieser neuen Infrastruktur implementiert werden sollte: die Drehmomente der Walzen an der Fertigrichtmaschine. Sie wollte man in Verbindung mit dem gerade verarbeiteten Fertigungsauftrag (Abmessung, Werkstoff)

dazu nutzen, um Anomalien im Produktionsprozess zu erkennen. Umgesetzt wurde das Ganze wie folgt: Zur gleichen Zeit werden sowohl die Sensordaten als auch die Änderungen an den Fertigungsauftragsdaten in die Plattform gestreamt (siehe auch InfoBox: Mehrwert durch Event-Streaming). Auf der Plattform stehen dann diese Live-Daten zum soft-

Mehrwert durch Event-Streaming Die Vorteile des Event-Streamings waren im Laufe des Projektes sehr schön zu beobachten: Ein Beispiel ist eine Anlage im Finalbetrieb der GMHütte. Sie hat eine variierende Stabdurchlaufzeit von mehreren Minuten. Während dieser Stabreise werden unterschiedliche Arbeitsschritte vollzogen, zu denen jeweils eine Vielzahl an Sensordaten anfallen. Problem ist jedoch, dass lediglich der Beginn und das Ende einer jeden Stabreise protokolliert wird. Dadurch ist ein Bezug zwischen konkretem Stab und konkreten Sensordaten mit einer gewissen Unschärfe verbunden. Die Lösung: das hochauflösende Streamen jeder Datenbankänderung zu einem Stab in die Plattform. Mit dem Wissen, dass pro Arbeitsschritt neue Informationen zu dem Stab vorliegen, ist es nun möglich, den Zeitpunkt zu ermitteln, an dem der Stab jeden Arbeitsschritt passiert hat. Darauf aufbauend können die Sensordaten den einzelnen Stäben viel genauer zugeordnet werden, und zwar ohne Eingriff in die laufenden Altsysteme.

Grafik: GMH Gruppe

oder „rote“ Warnung ausgelöst. Warnungen werden in einem Log aufgezeichnet und enthalten eine Beschreibung, die den Verursacher-Sensor enthält. Dieser Anwendungsfall ist jedoch nur einer von vielen, der auf einer solchen Plattform laufen kann und soll. Denn die Idee hierbei ist: Diese Plattform soll eine flexible und leistungsstarke Laufzeitumgebung für viele Anwendungen bieten und dabei State-of-the-Art-Technologien aus dem Bereich Big-Data verwenden (siehe auch InfoBox: Kafka, Container und Kubernetes). Auch sollen die unterschiedlichen Akteure in ihrer Zusammenarbeit unterstützt werden, sodass jeder von den Ergebnissen der anderen profitiert und sich gleichzeitig auf seine Kernaufgabe konzentrieren kann. Das Motto ist: „Zusammen erreichen wir mehr – intern und extern in der GMH Gruppe.“ So soll sich der jeweilige Mitarbeiter auf die Analyse der Daten und die Modellerstellung konzentrieren können. Falls die

Rollenverteilung: Wer macht

- Ermöglicht Datenzugriff

- Analysiert Daten

was bei Projekten mit der

- Steuert Freigabe

- Erstellt Modelle

Data Streaming Plattform?

- Gewährleistet Schnittstelle Datenquellen - Verantwortlicher

Grafik: GMH Gruppe

Datascientist

- Erhält Einblick in laufenden Betrieb - Wird zeitnah über Ereignisse informiert Anwender - Gewährleistet Betrieb - Skaliert Plattform

Plattform - Betreiber

Kafka, Container und Kubernetes Die zentrale Komponente der Datenstromplattform basiert auf der Open-Source–Software Apache Kafka, einer skalierbaren und robusten Lösung zu Empfang, Sicherung und Verteilung von Datenströmen. Anwendungen können über Kafka Datenströme abonnieren, die empfangenen Daten miteinander verknüpfen und die Ergebnisse wiederum als neuen Datenstrom zur Verfügung stellen. Schließlich können die Daten über verschiedenste Schnittstellen zur Verfügung gestellt werden. Kafka kann horizontal skalieren, d. h. einem Kafka-System kann Rechenund Speicherkapazität im laufenden Betrieb hinzugefügt oder entzogen werden. Dadurch ist es möglich, auch sehr große Datenmengen kosteneffizient, schnell und ausfallsicher zu verarbeiten. Um eine solche Plattform zu verwalten und abzusichern, wird eine Containerplattform mit Kubernetes eingesetzt. Innerhalb von Kubernetes werden die als Container verpackten Anwendungen automatisiert nach definierten Regeln aus einer internen und sicheren Registry geladen, gestartet und überwacht.

Daten auf der Plattform noch nicht verfügbar sind, werden sie aus dem Betrieb über Schnittstellen zur Verfügung gestellt. Sind für bestimmte rechenintensive Arbeiten erhöhte Ressourcen notwendig, so werden diese vom Plattformbetreiber zur Verfügung gestellt. Sowohl im Betrieb als auch auf Management-Ebene können somit Anwendungen realisiert werden, die aktuelle Einblicke in den laufenden Betrieb ermöglichen. Wie geht es weiter? Die bisherigen Ergbnisse und Erfahrungen zeigen: Die echtzeitfähige Verarbeitung von großen Datenmengen ist eine Chance, Prozesse zu optimieren, die Produktqualität zu verbessern und die Kostenreduzierung signifikant voranzutreiben – und das Ganze nicht nur innerhalb eines Unternehmens. Wenn wir die Prozesse unternehmensübergreifend innerhalb der Gruppe oder darüber hinaus betrachten wollen, benötigen wir eine zentrale Lösung. Diese Aufgabe kann kein Unternehmen alleine stemmen, sondern erfordert die Zusammenarbeit aller.

Und Ihre Meinung? Wenn Sie Fragen haben, Anregungen oder konkrete Anwendungsfälle besprochen haben möchten, können Sie sich gerne per E-Mail an die Autoren dieses Artikels wenden.


QUALITÄT  &  QUALIFIKATION

Unsere

glück auf 4-2019

Stahlerzeugung // GMHütte

Von der Deponie zum Pflanzen- und Tierparadies Schließung der Boden- und Bauschuttdeponie Kielmannsegge nach vier Jahren endlich umgesetzt. GMHütte dankt den Anwohnern für ihre Geduld.

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Boden- und Bauschuttdeponie „Kielmannsegge“ In die Boden- und Bauschuttdeponie „Kielmannsegge“ in Hasbergen-Ohrbeck wurden bis 1994 Erdaushub und Bauschutt eingebracht, um dort eine durch den Bergbau entstandene Senke zu verfüllen. Bei ihrer Gründung hat die GMHütte dann die Deponie von der Klöckner Edelstahl GmbH übernommen – und die Verfüllung eingestellt.

Text: Marcus Wolf, glückauf-Editorialteam

Die Kielmannsegge im Juni 2017: Inzwischen wird der angelieferte

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ie Maßnahmen zur Schließung der ehemaligen Bodenund Bauschuttdeponie „Kielmannsegge“ in Hasbergen-Ohrbeck sind abgeschlossen. Nach vier Jahren endet auf der rund 45.000 Quadratmeter großen Fläche eines der größten Bauprojekte in Hasbergen. Grund genug, um den Nachbarn des Geländes für ihre Geduld zu danken. Um diesen Dank persönlich zum Ausdruck zu bringen, hatte die GMHütte die Anwohner eingeladen. Zudem bot sie ihren Gästen die Möglichkeit, das Gelände abschießend zu begehen. „Wir wissen“, so Dietmar Hemsath, Geschäftsführer Finanzen und Controlling der GMHütte, „dass die Stilllegung mit Unannehmlichkeiten und Einschränkungen verbunden war – insbesondere im direkten Umfeld der Abladestelle und des Transportweges. Daher danken wir Ihnen herzlich für Ihr Verständnis, Ihre Geduld und den konstruktiven Dialog, den wir mit Ihnen führen durften.“ Insgesamt habe man sich immer darum bemüht, im gegenseitigen Austausch zu sein und über die Maßnahmen kurzfristig zu informieren. „Ich hoffe, das ist uns auch gelungen“, so der Geschäftsführer. Vom Projektablauf her sei die Schließung problemlos und ohne größere Verzögerungen abgelaufen. Nun gelte es, in der Nachsorge für eine vielfältige Flora und Fauna zu sorgen. „Wir haben einiges getan, damit die Natur das Gelände erobern kann“, berichtet Dr. Klaus Schulbert, Umweltbeauftragter der GMHütte. So habe man mit den Behörden eine Reihe von Rekultivierungs- und Artenschutzmaßnahmen abgestimmt. Auf dem Gelände finden sich jetzt sechs Zauneidechsen-Biotope inklusive Ästeauftrag zum Schutz vor Beutegreifern, zehn Fledermaus-Kästen, zehn Brutkästen für Höhlenbrüter sowie drei tempo-

Rekultivierungsboden aufgehäuft und gelagert, während die Profilierungsarbeiten weiter voranschreiten.

Die Kielmannsegge vor Beginn der Maßnahmen Fotos: SchlarmannFilm

Sanierung in drei Phasen

Phase 3

Die Stilllegung der Boden- und Bauschuttdeponie „Kielmannsegge“ in Hasbergen-Ohrbeck wurde in drei Phasen umgesetzt.

Rekultivierung der Deponieoberfläche. Hierzu mussten noch einmal etwa 45.000 Kubikmeter Rekultivierungsboden antransportiert werden. Nach Abschluss aller Arbeiten wird die Fläche vollständig rekultiviert und begrünt sein. Allerdings werden zum Schutz der Kunststoffdichtungsbahnen – auch wenn sie dann in einem Meter Tiefe liegen – auf der Fläche keine wurzelnden Bäume angepflanzt. Für die Rekultivierung wurde magerer Boden verwendet, um durch eine anschließende naturnahe Gräser-Kräuter-Saatgutmischung optimale Voraussetzungen zur Entwicklung einer möglichst hohen Artenvielfalt an Pflanzen zu schaffen. Zielbiotop ist ein mageres, mesophiles* Grünland, das beispielsweise durch Schafbeweidung gepflegt werden soll. Damit sich Flora und Fauna ungestört entwickeln können, wird die Fläche weiterhin gesperrt sein. Wanderwege führen wie bereits gegenwärtig um das Areal herum.

Phase 1 Die Deponieoberfläche, die kein definiertes Gefälle aufwies, musste profiliert werden, um Oberflächenwasser (zum Beispiel Regen) gezielt zu der im Norden vorhandenen Vorflut zu leiten. Dazu wurde das Gelände zunächst gerodet (ausgenommen die Eingrünung am Rande der Fläche). Das auf der Deponie vorhandene Bodenmaterial war aufgrund seiner bodenmechanischen Eigenschaften nicht für die Profilierung tauglich. Deshalb mussten etwa 45.000 Kubikmeter Profilierungsmaterial antransportiert werden.

Phase 2

* Speziell für Lebewesen, die am besten bei Temperaturen zwischen

Um die Oberfläche der Deponie abzudichten, wurden 43.800 Quadratmeter Kunststoffdichtungsbahnen verlegt und verschweißt und ebenso viele Quadratmeter Kunststoffdränage-Elemente darauf verlegt (sie sind inzwischen mit Rekultivierungsboden bedeckt, siehe Phase 3) – ergänzt durch sechs Entwässerungsschächte und 400 Meter Entwässerungsleitungen. Dieses System verhindert, dass zukünftig Oberflächenwasser (zum Beispiel Regen) im Boden versickert, bzw. sorgt dafür, dass Oberflächenwasser künftig gezielt abgeleitet wird.

räre Wassermulden, eine Versickerungsmulde und eine Erdwallschüttung. Schulbert: „Der aufgebrachte magere Boden und die ausgestreute naturnahe Gräser-Kräuter-Saatgutmischung sorgen für optimale Voraussetzungen zur Entwicklung einer möglichst hohen Artenvielfalt an Pflanzen. Allerdings wurden zum Schutz der Kunststoffdichtungsbahnen – auch wenn sie in einem Meter Tiefe liegen – auf der Fläche keine wurzelnden Bäume angepflanzt.“ Als Ausgleich gibt es auf 2,4 Hektar Ersatzaufforstungen.

Im Frühjahr wird es noch den Zuzug „alter“ Bewohner geben. „Auf der Kielmannsegge“, so der Umweltbeauftragte weiter, „wurden bei 29 speziellen Begehungen bis Oktober 2016 insgesamt 102 geschützte Zauneidechsen aus dem Eingriffsraum abgesammelt und in ein spezialisiertes Freilandterrarium gebracht. Dort konnten sie sich prächtig entwickeln und haben nun einen Bestand von rund 170 Tieren. Diese werden Anfang kommenden Jahres wieder auf der Kielmannsegge ausgesetzt.“ Und noch eine positive Nachricht gibt es:

Die Kielmannsegge im September 2019: Das Gelände ist umzäunt, die Rekultivierungs- und Artenschutzmaßnahmen sind weitgehend abgeschlossen.

Dr. Klaus Schulbert, Umweltbeauftragter der GMHütte (rechts), erklärt den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Treffens die Rekultivierungs- und Artenschutzmaßnahmen. Foto: Marcus Wolf

etwa 20 und 45 Grad gedeihen.

Die Kielmannsegge im Juni 2018: Die Abdichtungsmaßnahmen erreichen den vorderen Bereich.

Mit Ende der Baumaßnahmen ist auch der gemeinde- bzw. werkseigene Betriebsweg zum Gelände der ehemaligen Deponie wieder zugänglich. Zum Schutz der sich entwickelnden Flora und Fauna wird das Gelände selbst allerdings weiterhin gesperrt sein.

Das Projekt im Hüggel hatte gewaltige Dimensionen: So mussten über einen Zeitraum von zwei Jahren rund 45.000 Kubikmeter Profilierungsmaterial und weitere rund 45.000 Kubikmeter Rekultivierungsboden angeliefert werden. Sie wurden vom Werksgelände der GMHütte aus zunächst zur Abladestelle auf dem werkseigenen Grundstück neben dem Parkplatz der Gedenkstätte Augustaschacht transportiert – mit dem Zug. Dies ersparte Tausende von Lkw-Fahrten und damit zusätzlichen Straßenverkehr und Lärm über Holzhausen und Hasbergen. Erst vom Parkplatz aus kamen auf dem letzten Kilometer Lkw zum Einsatz.


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QUALITÄT  &  QUALIFIKATION

Unsere

glück auf 4-2019

Stahlerzeugung // GMHütte

Neue Führungskultur Selbst erarbeitete Führungsprinzipien sollen einheitlich gelebt werden. Ein Interview von Marcus Wolf, glückauf-Editorialteam

2017 hatte die GMH Gruppe eine gruppenweite Mitarbeiterbefragung durchgeführt. Sie lieferte viele wertvolle Erkenntnisse sowohl für die gesamte GMH Gruppe als auch für einzelne GMH-Unternehmen. Wie andere auch hat sich die GMHütte mit ihren Standort-Ergebnissen befasst – und erste Konsequenzen gezogen. glückauf: Herr Mustac, was hat die Befragung insgesamt, also für die GMH Gruppe, ergeben?

PETER MUSTAC: Dass für die Kolleginnen und Kollegen der GMH Gruppe vor allem das Thema „Psyche und Stress“ sehr wichtig war. Darauf hat die GMH Holding bereits reagiert: Im April dieses Jahres ging allen Kolleginnen und Kollegen die Broschüre „Kein Stress mit dem Stress“ zu. Außerdem übernimmt sie die Kosten für Stress-Präventionskurse. Auch die GMHütte hatte eine Standort-Auswertung erhalten – mit der Aufgabe, auffallende Punkte genauer unter die Lupe zu nehmen, Probleme zu analysieren und nach Lösungen zu suchen. Wie sind Sie dabei vorgegangen? MUSTAC: In Einzelworkshops

sind wir mit Kolleginnen und Kollegen aus allen Bereichen unsere Ergebnisse durchgegangen, haben weitergeforscht. Dabei sind wir auf einen Punkt gestoßen, der in allen Workshops zur Sprache kam. Und der wäre? MUSTAC: Auf der Hütte wird nicht einheitlich geführt! JULIA STEGMANN: Für manche macht sich das in unterschiedlichem Führungsverhalten von Vorgesetzten bemerkbar. Andere fühlen sich bei der Leistungsbewertung unterschiedlich oder gar ungerecht behandelt. Wieder andere bemängeln den täglichen Umgang und ein schlechtes Mitei-

Führungsprinzipien Rahmenbedingungen schaffen ...

Menschen wertschätzen ...

Konsequent handeln ...

Verbindlich führen ...

Vorbild sein ...

für klare Strukturen und Zuständigkeiten

indem wir Mut fördern

indem wir Kurskorrekturen zulassen

indem wir Zusagen und Termine einhalten

um Richtung zu geben

um Zeit für Führung zu haben

indem wir Verantwortung übergeben

indem wir Mitarbeitende gerecht bewerten

indem wir klare Erwartungen kommunizieren

im Umgang mit Regeln

um Komplexität zu reduzieren

indem wir uns Zeit nehmen für Mitarbeitende

indem wir nach dem Gesagten handeln

um so zu führen, wie ich selbst geführt werden möchte

Und wie wollen Sie das erreichen? STEGMANN: Erste Handlungsfelder haben wir bereits definiert: So hat sich eine Arbeitsgruppe gebildet, die das aktuelle Bewer-

um Eigeninitiative zu fördern

GMH Gruppe // Menschenführung

lem befasst (moderiert von Klaus Dürrbeck, Leadership Group München). Gemeinsam wurde erarbeitet, welche Rolle sie bei Changeund Veränderungsprozessen spielen können – und sollen. Ausgangspunkt war, sich darüber klar zu werden, wie Veränderungsprozesse ablaufen. Dabei kam man auf die sieben Phasen

Personaler als Navigatoren in Veränderungsprozessen In Zeiten großer Unsicherheit: Wenn es zu tiefgreifenden Veränderungen in Unternehmen kommt, brauchen Kolleginnen und Kollegen Orientierung.

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b Einführung neuer IT-Systeme, Prozessanpassungen oder Mitarbeit in umorganisierten Teams: Veränderungen jeder Art spielen seit Jahren eine große Rolle im Alltag jeder GMH-Personalabteilung. Doch getrieben von Marktveränderungen und ökonomischen Zwängen wird der Zeitraum, der für Veränderungsprozesse bleibt, immer kleiner. Hinzu kommt ein Phänomen, das nicht nur unseren privaten, sondern vor allem auch unseren beruflichen Alltag beeinflusst und zuweilen dominiert. Es kursiert derzeit unter dem Stichwort VUKA. Gemeint ist ein weit verbreitetes Gefühl von Unsicherheit, weil sich die Welt so schnell verändert und immer komplexer und schwerer interpretierbar zu werden scheint.

Die Veränderungskurve: 7 Phasen des psychologischen Veränderungsprozesses 7. Integration…

Wahrgenommene persönliche Kompetenz

glückauf-Editorialteam

nander einzelner Führungskräfte. MUSTAC: Deshalb haben wir uns auf den Weg gemacht, ein neues Fundament für Führung auf der Hütte zu legen. Die Führungskräfte haben ein Selbstverständnis und ein Rollenbild der einzelnen Führungsebenen erarbeitet und gemeinsame Führungsprinzipien entwickelt. Was passiert mit diesen Führungsprinzipien? MUSTAC: Wir wollen die Führungsprinzipien nicht einfach als Plakate aufhängen – dann wären sie das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt sind. Wir wollen in Zukunft Rahmenbedingungen schaffen, damit diese Führungsprinzipien gelebt werden.

in denen sich Mitarbeitende weiterentwickeln

Text: Dr. Ulrike Libal,

Personalleiter Peter Mustac und Projektleiterin Julia Stegmann

…der erfolgreichen Prozesse und Verhaltensweisen in das aktive eigene Verhaltensrepertoire

2. Leugnung

Falsches Gefühl von Sicherheit, überzogene Sicht der eigenen Prozessund Verhaltenskompetenz

3. Rationale Einsicht… …dass neue Prozesse und Verhaltensweisen nötig sind

6. Erkenntnis…

…warum bestimmte/s Prozesse und Verhalten erfolgreich sind und andere nicht

1. Schock / Irritation

5. Trial & error …

Große Diskrepanz zwischen eigenen bzw. externen Erwartungen und der eigentlichen Realität

PLANUNG

4. Emotionale Akzeptanz … …der Realität, Loslassen der alten Prozesse und Verhaltensweisen

Neue Prozesse und Verhaltensweisen ausprobieren, Erfolge – Misserfolge – Irritationen - Frustration

REALISIERUNG

VERÖFFENTLICHUNG

EINFÜHRUNG

Die sieben Phasen des psychologischen Veränderungsprozesses © Munich Leadership Group | www.munichleadership.com | All rights reserved

Unter solchen Bedingungen fällt es Belegschaften immer schwerer, sich Veränderungsprozessen zu stellen, die unerlässlich sind. Fragt sich nur, wie die Personalabteilungen mit diesem Pro-

blem umgehen sollen. Wie sie dazu beitragen können, den Wandel leichter zu vollziehen. Um das herauszufinden, haben sich Personalleiter der GMH Gruppe in einem Workshop mit dem Prob-

Zeit Quelle: Munich Leadership Group 05.09.2019 | 11

des psychologischen Veränderungsprozesses. Darauf aufbauend konnte man analysieren, in welchen Phasen Kolleginnen und Kollegen wie reagieren und Hilfe benötigen.

Foto: Marcus Wolf

tungssystem anschaut und überarbeitet. Wieder andere werfen einen Blick auf die Möglichkeiten der Personalentwicklung. Einige Kollegen machen einen „Regelputz“ und überprüfen, welche Regeln überhaupt noch sinnvoll sind. Welche Regeln sind das? STEGMANN: Regeln, die zigmal in unterschiedlicher Form aufgeschrieben wurden – und längst aus der Zeit gefallen sind. MUSTAC: Gleichzeitig werden alle Führungskräfte noch einmal an Workshops teilnehmen, um sich ihrer Rolle bewusst zu werden. Sie sollen dabei die neuen Führungsprinzipien mit konkreten Ableitungen für ihr Handeln versehen. Die Ergebnisse werden wir dann transparent machen, um die Verbindlichkeit sicherzustellen. Vielen Dank für das Gespräch.

Hätten Sie’s gewusst?

Change Management Vielen Menschen und Unternehmen fällt es schwer, sich zu verändern. Dieses Beharrungsvermögen ist bei Menschen oft genetisch bedingt.

Fazit: Um sich Veränderungen anzunähern, brauchen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Unterstützung und Begleitung. Ihre Unsicherheit, die der Wandel in Organisation und Strategie auslösen, kann nur mit einer entsprechenden Unternehmenskultur stabilisiert und aufgefangen werden. Hier kommen die Personalabteilungen ins Spiel. Denn sie können als Navigator diese Prozesse aktiv begleiten. Sie können dafür sorgen, dass der Faktor Mensch neben dem Faktor Technik gleichberechtigt behandelt wird. Im Ergebnis können Veränderungsprozesse dadurch reibungsloser, effizienter und vor allem mit größerer Akzeptanz in der Belegschaft realisiert werden. Für die Personaler war es spannend, gemeinsam ihre Rolle als Navigator im Veränderungsprozess zu erarbeiten. Die Umsetzung an ihren Standorten wird sie allerdings stark fordern.


MENSCHEN & KONTAKTE

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Stahlerzeugung // Mannstaedt

1.100 Grad trieben so manchem Gast die Röte ins Gesicht Beeindruckende Vorstellung: 60 Gäste hatten bei der „1. Nacht der Technik“ die Gelegenheit, einen Blick hinter die Werksmauern zu werfen – auf die faszinierende Welt der Walzwerkstechnologie.

Text: Monika Hansen, glückauf-Editorialteam

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rganisiert hatten die „1. Nacht der Technik“ die Kölner Bezirksvereine des VDI und VDE in der Region Bonn/ Rhein-Sieg – eine Premiere mit durchschlagendem Erfolg: Bei frischem Herbstwetter besuchten rund 3.500 Gäste die 32 Technikunternehmen, öffentlichen Institutionen und Wissenschaftseinrichtungen, die ihre Türen geöffnet hatten. Die drei Führungen, die man bei Mannstaedt belegen konnte, waren laut Veranstalter im Nu ausverkauft. Geworben hatten wir mit der Aussicht, auf einem Rundgang zu erleben, wie robuste Stahlindustrie und moderne Präzisionstechnologie Hand in Hand gehen – und dabei exzellente Produkte entstehen. Um 18 Uhr kamen die ersten Gäste mit gespannten Gesichtern ins Louis M., unser Werksrestaurant. Dort gab es eine kurze Unternehmenspräsentation inklusive Überblick über unsere Aus-

bildungsberufe. Nachdem sie die nötige persönliche Schutzausrüstung angelegt hatten, machten sich die Gäste mit ihrem jeweiligen Werksführer auf den Weg. Begleitet wurde jede Gruppe auch von zwei Azubis, die den Gästen ganz nebenbei ihre Ausbildungs-

berufe und ihre Erfahrungen bei Mannstaedt erläuterten. Über die im Abendlicht liegenden Werksstraßen ging es in die große Walzwerkshalle. In der Steuerbühne des HD-Ofens erklärte man ihnen den komplexen Umformungsprozess. Und auf

Auf der Besucherbrücke über der KGM-Straße wurde es den Gästen kurzfristig sehr warm. Fotos: Monika Hansen

der Besucherbrücke der KGMStraße bekamen sie den etwa 1.100 Grad heißen Stahl auch körperlich zu spüren: Als die heißen Stäbe unter ihnen durchliefen, leuchteten ihre Gesichter rötlich auf und die Füße wurden warm. Vorbei an den sechs Robotern, die nach der Richtmaschine die Stäbe stapeln, ging es in das Kaltsägezentrum. Dort erlebten die Besucher hautnah modernste Säge- und Lasermesstechnik. Nach einem Blick in das riesige Logistikzentrum, in dem die Spezialprofile auf ihren Versand warten, ging es dann wieder zurück ins Louis M.

Nicht nur bunt! Auf den folgenden glückauf-Seiten des glückauf-Ressorts „Menschen & Kontakte“ gibt es wie immer jede Menge Beiträge zu lesen, die sich mit sogenannten „bunten Themen“ befassen. Das klingt ein wenig nach „Ist nicht ganz so wichtig“ – ist aber alles andere als so gemeint. Denn Brandschutz, Kontaktpflege, Jubiläen oder auch Ehrenämter betreffen zwar Dinge, die keine direkten Umsätze erwirtschaften – aber ungeheuer wichtig sind für unseren Zusammenhalt. Und der ist superwichtig! Euer Georg Vonnerhütte

Dort erwartete die begeisterten Besucher ein kleiner Imbiss. Bevor der Bus die Gäste wieder abholte, um sie an die nächste Station zu fahren, wurde noch ein wenig geplaudert. Um 23.30 Uhr, als die letzte Gruppe schließlich in den Bus gestiegen war, hatten wir das sichere Gefühl: Unsere Werksmauern mögen ja nichtssagend sein. Aber dafür ist der Blick in unsere Welt der Spezialprofile umso faszinierender. Bei der Werksführung gab es für die Gäste nicht nur jede Menge Informationen, sondern auch reichlich Anschauungsmaterial – und Erfrischungsgetränke.


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MENSCHEN  &  KONTAKTE

Stahlerzeugung // GMHütte

Vorsicht: „Flitzer-Blitzer“ „Tempodelikte“ haben auf dem Werksgelände stark zugenommen. Aus diesem Grund führt das Stahlwerk Geschwindigkeitskontrollen durch.

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glück auf 4-2019

40 km/h) gemessen. Spitzenreiter war ein Fahrzeug mit einer Geschwindigkeit von 61 km/h – also mehr als doppelt so schnell wie erlaubt. Alle „Erwischten“ erwartet nun eine Strafe. Den Strafenkatalog (siehe Infokasten) hatten im Vor-

Text: Thomas Schmücker (Leiter der Werksicherheit)

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eider sind auf dem Gelände der GMHütte Autofahrer häufig zu schnell unterwegs. Eigentlich gilt auf den Werkstraßen grundsätzlich Tempo 30. Und an besonderen Stellen muss sogar deutlich langsamer gefahren werden. Gerade im Bereich der Verwaltungsgebäude kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen, wenn zum Beispiel ein zu schnell fahrender Kollege rückwärts ausparkende Fahrzeuge erst sehr spät erkennt. Doch trotz Verkehrsschildern, Anzeigedisplays mit der aktuell gefahrenen Geschwindigkeit, Hinweisen im Besuchermerkblatt und Thematisieren auf der Betriebsversammlung: Es hat sich nichts geändert. Alle Versuche waren gescheitert, das zu schnelle Fahren einzudämmen. Deshalb hatten sich Geschäftsführung und Betriebsrat darauf verständigt, mit Unterstützung der Werksicherheit eine Blitzeraktion durchzuführen. Und so wurden Anfang Oktober einige Kolleginnen und Kollegen überrascht, als sie beim zu schnellen Befahren der Werkstraße ein roter Blitz aus ihren Gedanken

GMHütte // Post

Post, die (wer hätte das gedacht) ankommt!

Auch wenn Schilder auf die Geschwindigkeitsbegrenzung aufmerksam machen, wurde doch so mancher Fahrer durch den Flitzer-Blitzer erwischt.

riss. Die Werksicherheit hatte ein externes Unternehmen mit der Kontrolle beauftragt. Eingesetzt wurden geeichte Geräte, die auch im öffentlichen Raum benutzt werden. Kontrolliert wurde zunächst an drei Tagen an immer unterschiedlichen Straßenabschnitten und zu unterschiedlichen Zeiten (z. B. Schichtwechsel,

Büroanfangs- und -endzeiten). Dabei wurde jedes Mal gleich in beide Richtungen kontrolliert. Dass ein „Flitzer-Blitzer“ auf dem Werksgelände unterwegs ist, machte schnell die Runde. Und so nahm die Zahl der gemessenen Übertretungen von Tag zu Tag ab. Trotzdem wurden insgesamt 152 Überschreitungen (schneller als

Foto: Marcus Wolf

feld Geschäftsführung und Betriebsrat festgelegt. Und um Gerüchten vorzubeugen: Auch Fahrer von Firmenwagen werden bei einer Überschreitung bestraft. Externe Lkws und Fremdfirmen werden bei einer Überschreitung durch ein Schreiben informiert. Bleibt zu hoffen, dass die Aktion einen bleibenden Eindruck

pronovaBKK // Beipackzettel

Wie heißt es immer? „Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!“ Manche halten diesen Tipp für überflüssig – und gehen ein großes Risiko ein.

Text: Marcus Wolf, Text: Britta Jansen

S

I

eit 1993 ist die Georgsmarienhütte GmbH selbstständig und gehört nicht mehr zum Klöckner-Konzern. Seit 1994 befinden sich die Büros nicht mehr in den alten Verwaltungsgebäuden an der Klöcknerstraße, sondern direkt auf dem Werksgelände – mit der Postanschrift Neue Hüttenstr. 1. Trotz „altertümlicher“ Klöckner-Adresse hat das aktuelle (!) Magazin eines Fachverlages den richtigen Weg in die Marketingabteilung gefunden. Was lernen wir daraus: Auch nach 25 Jahren holt einen die Vergangenheit immer wieder ein.

n der Regel bespricht der Arzt mit Ihnen, wie und wann und wie oft Sie die verordneten Arzneimittel einnehmen sollen. Bei Bedarf informiert er Sie auch über mögliche Risiken und Nebenwirkungen. Sie tun gut daran, seine Hinweise ernst zu nehmen. Nehmen wir beispielsweise den richtigen Einnahmezeitpunkt – also morgens, mittags oder abends. Er gewährleistet, dass Ihr Körper die Wirksubstanz des Medikamentes optimal aufnimmt. Aber auch andere Dinge sollten Sie beachten: • Alle Medikamente am besten mit Leitungswasser einnehmen. Die Kombination mit Grapefruitsaft, Milch, Kaffee oder gar Alkohol beeinträchtigt viele Medikamente in ihrer Wirksamkeit: Grapefruit kann Medikamente verstärken, Bestandteile aus Milch oder Kaffee bilden unlösliche Komplexe mit Wirksubstanzen,

Bei Geschwindigkeitsüberschreitung auf dem Werksgelände der GMHütte drohen den „Verkehrssündern“ Strafen. Erarbeitet und abgestimmt wurde der Strafenkatalog von Personalabteilung, Betriebsrat und Werksicherheit. Erstmessung 30 – 40 km/h keine Maßnahme 40 – 50 km/h ermahnendes Gespräch bei der Werksicherheit mit Dokumentation, um bei Wiederholung reagieren zu können, Löschung nach Folgemessung, spätestens aber nach einem Jahr 50 – 70 km/h Entzug der Einfahrgenehmigung für 14 Tage 70 – 100 km/h schriftliche Verwarnung durch Personalabteilung und 4 Wochen Entzug der Einfahrtgenehmigung ab 100 km/h Abmahnung und 3 Monate Entzug der Einfahrtgenehmigung Wiederholungsmessung 40 – 50 km/h nachgewiesener Wiederholungstäter: 14 Tage Entzug der Einfahrtgenehmigung 50 – 70 km/h nachgewiesener Wiederholungstäter: 4 Wochen Entzug der Einfahrtgenehmigung

hinterlässt. Und dass in Zukunft die Geschwindigkeitsbegrenzung eingehalten wird. Kontrolliert wird dies auf jeden Fall ab jetzt – und immer wieder.

Beipackzettel

Erst lesen. Dann schlucken.

glückauf-Editorialteam

Strafenkatalog

Erst lesen – dann schlucken.

Gegenanzeigen In bestimmten Lebenssituationen dürfen manche Arzneien nicht eingenommen werden. Zum Beispiel bei einer Schwangerschaft. Oder bei bereits bestehenden Erkrankungen oder Empfindlichkeiten gegen bestimmte Stoffe. Nebenwirkungen Medikamente haben erwünsch­te Wirkungen, manchmal aber auch darüber hinaus uner­ wünschte (sogenannte Nebenwirkungen). Manche treten häufig, andere nur selten auf. Wenn Sie Nebenwirkungen beobachten, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Wechselwirkungen Medikamente können in ihrer Wirkung durch andere Arzneien oder durch bestimmte Lebensmittel verstärkt werden oder aber an Wirksamkeit einbüßen.

Foto: pixabay

Alkohol verlangsamt den Abbau lang und schwer verständlich. von Arzneistoffen. Und mit den darin angespro• Nehmen Sie wegen chronischer chenen möglichen NebenwirErkrankungen regelmäßig Präkungen möchte man sich oft parate? Dann sollten Sie – wenn gar nicht belasten. Lesen Sie Sie frei verkäufliche Mittel ihn dennoch. erwerben – immer mit Ihrem • Reaktionen auf Arzneistoffe Apotheker Rücksprache halten können mitunter gefährlich sein und nach möglichen Wechsel– und sollten immer dem wirkungen fragen. behandelnden Arzt gemeldet • Der Beipackzettel ist mitunter werden.

Sind Sie unsicher, was die Einnahme bestimmter Medikamente betrifft? Dann sollten Sie unbedingt noch einmal nachfragen. Gern und jederzeit auch bei der pronova BKK. Sie erreichen unsere Gesundheitsberatung unter der Nummer 0621.533914911. Rufen Sie uns an. Tag und Nacht. An 365 Tagen im Jahr.


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Dr. Klaus Harste (Vorsitzender der Geschäftsführung)

Schmiedetechnik // Schmiedewerke Gröditz

Gröditzer sind stolz auf ihr Werk 240 Jahre Stahlstandort Gröditz: Es gibt nur wenige Unternehmen, die auf eine so lange Unternehmensgeschichte zurückblicken können. Text: Carolin Förster, Assistentin des Betriebsrats

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uch Gröditz hat mit schwankenden Märkten, politischen Einflüssen und Konkurrenzdruck zu kämpfen. Dennoch wurde das 240-jährige Jubiläum Ende September mit einem kleinen Mitarbeiterfest gewürdigt. Die Verantwortlichen hatten die firmeneigene ITER-Halle in eine Location mit gemütlicher Atmosphäre verwandelt. Dort konnten Kolleginnen und Kollegen bei Speis und Trank über alte und neue Zeiten sinnieren. Offiziell eröffnet hatten den Abend Uwe Jahn (Betriebsratsvorsitzender) und Dr. Klaus Harste (Vorsitzender der Geschäftsführung). Eine Dia-Show mit Fotografien aus der Geschichte des Unternehmens lief den ganzen Abend am Rande – und inspirierte den einen oder anderen zu Fachsimpelei, Rückblicken oder Anekdoten aus der Vergangenheit. Musikalisch untermalt wurde der Abend von der Band „The New Hornets“ und einem DJ, die die Kolleginnen und Kollegen zum Tanz animierten.

Doch nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind auf ihr Unternehmen stolz. Auch die Stadt Gröditz. Sie hatte Anfang Oktober in den Dreiseithof zur Plauderei über „240 Jahre Stahlstandort Gröditz“ eingeladen. Im Zentrum stand dabei ein Vortrag, unterlegt mit vielen Bildern aus

hieß die Kolleginnen und Kollegen herzlich willkommen. Fotos: Nico Knorr

Ein Blick zurück 240 Jahre sind eine beachtliche Zeit, worauf der Standort Gröditz als Stahlstandort zurückblicken kann. 1779 von Graf Detlev Carl von Einsiedel gegründet, ging das Unternehmen durch viele Höhen und Tiefen. Es überstand den Ersten Weltkrieg, die Wirren des Zweiten Betriebsratsvorsitzender Uwe Jahn Weltkrieges und die daraus folgende bei der offiziellen Eröffnung Demontage des fast gesamten Produktionsund Verwaltungskomplexes. 1954, nach erfolgreichem Wiederaufbau des Werkes, konnte die Produktion wiederaufgenommen werden. In der Folgezeit Unter den Gästen waren unter wurde das Unternehmen stets erweitert und modernisiert. Nach anderem Bernd Rimann (Mitglied Neugründung zur Wende 1990 gelang dem Unternehmen der Sprung SWG-Geschäftsführung) und der in die Privatisierung. Seit 1997 ist es ein Teil der Georgsmarienhütte Gröditzer Bürgermeister Jochen Holding GmbH. Reinicke.

Die Band „The New Hornets“ heizte tüchtig ein – während die Diashow die Werksgeschichte Revue passieren ließ.

Tanzerprobte Kolleginnen und Kollegen

der Geschichte des Unternehmens. Vortragender war der Orts-Chronist Paul Namyslik, der selbst einmal Mitarbeiter des Werkes war. Diese Veranstaltung besuchten nicht nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Werkes, sondern auch viele Ehemalige und interessierte Bürgerinnen und Bürger.

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MENSCHEN  &  KONTAKTE

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glück auf 4-2019

Stahlerzeugung // Mannstaedt

Von Freud und Leid im Einsatz Ehrenamtliches Engagement: Was Christof Raatz als Feuerwehrmann weiß, kommt ihm auch bei seinem Job als Brandschutzbeauftragter zugute. Ein Interview von Monika Hansen, glückauf-Edito-

Die dauern jeweils etwa zweieinhalb Stunden.

rialteam

Christof Raatz engagiert sich für die Allgemeinheit. Dafür opfert er einen Teil seiner Freizeit und nimmt sogar persönliche Risiken auf sich. Denn Christof Raatz gehört zur Freiwilligen Feuerwehr in Eitorf. Dienstgrad: Brandmeister. In dieser Funktion trägt er als Gruppenführer auch die Verantwortung für neun Feuerwehrmänner bzw. -frauen, die er am Einsatzort koordinieren muss. Hierarchisch kommt er direkt nach dem Einsatzleiter. Und bei kleineren Einsätzen übernimmt er die Einsatzleiterfunktion. Monika Hansen befragte ihn zu Parallelen zwischen seinen Aufgaben als Brandmeister der Freiwilligen Feuerwehr und seinem Job als Brandschutzbeauftragter von Mannstaedt: glückauf: Kürzlich war zu lesen, dass die Freiwilligen Feuerwehren Nachwuchsprobleme haben. Ist die Belastung inzwischen so groß? CHRISTOF RAATZ: Neben der regulären dauerhaften Einsatzbereitschaft müssen die Gruppenführer bei uns drei geplante Bereitschaftsdienste leisten. Daraus werden aber in der Regel eher fünf, was es schwierig macht, die Freizeit fest zu verplanen.

Foto: Adobe Stock

Was bedeutet Bereitschaftsdienst? RAATZ: Wir bekommen ein Fahrzeug gestellt und müssen bei einem Alarm direkt zur Einsatzstelle, um eine erste Lageerkundung durchzuführen. Dies hat den Zweck, die erforderlichen Maßnahmen ohne weiteren Zeitverlust einzuleiten, sobald das erste Einsatzfahrzeug ankommt. Unter der Woche bedeutet das 12 Stunden Bereitschaft, also die ganze Nacht über. Am Wochenende sogar 24 Stunden, in denen wir das Gemeindegebiet nicht verlassen dürfen. Und natürlich muss sich auch ein Feuerwehrmann kontinuierlich weiterbilden – was bedeutet: zusätzlich zwei Übungsdienste im Monat.

Wenn man den Medien glauben darf, werden die Einsätze der Feuerwehr immer mehr von „lieben Mitmenschen“ behindert. Wie erlebst du das? RAATZ: Mein Einsatzgebiet ist eher ländlich, und da ist die Welt weitestgehend in Ordnung. Hier kennt jeder jeden und man respektiert die Anweisungen der Feuerwehrleute. Also ganz so extrem scheint es dann auf dem Land nicht zuzugehen. RAATZ: Wir erleben natürlich auch, dass es Leute gibt, die zum Beispiel bei einem Verkehrsunfall den Einsatz mit ihrem Handy filmen wollen. Da muss man für Sichtschutz sorgen und die Verunfallten schützen. Besonders

Hat sein Hobby zum Beruf gemacht: Brandschutzbeauftragter Christof Raatz (28 Jahre), Familienstand: ledig (aber fast verheiratet). Foto: Monika Hansen

nervig sind allerdings Verkehrsteilnehmer, die Absperrungen missachten wollen. Die beschweren sich dann lautstark darüber, dass sie nicht weiterfahren können, sondern einen Umweg einschlagen müssen.

Sind diese Einsätze dann dennoch befriedigend? RAATZ: Befriedigend ist ein Einsatz immer dann, wenn er erfolgreich war und wenn das Schadensmaß gering gehalten werden konnte.

Den Ernstfall verhüten Christof Raatz ist nicht nur Brandschutz-, sondern auch Umwelt- und Abfallbeauftragter. Diesen Fulltime-Job erledigt er dann am besten, wenn er keine Negativ-Schlagzeilen produziert. Prävention ist alles. Text: Monika Hansen

E

s gibt manche Leute, die den Job des Brandschutzbeauftragten belächeln. Wahrscheinlich, weil sie nicht wissen, wofür er alles die Verantwortung trägt. Zur Erinnerung: Mangelhafter Brandschutz kann Kolleginnen und Kollegen das Leben kosten. Oder aber sehr viel Geld. Christof Raatz ist dafür zuständig, dass es erst gar nicht zu einem Brand kommt beziehungsweise im Brandfall der Schaden möglichst klein bleibt. Ein Ziel, das er nur erreicht, wenn er alle Eventualitäten berücksichtigt und alles für den Ernstfall gut organisiert. Dafür erarbeitet er ein Brandschutzkonzept (gemeinsam mit der Stadt und der Feuerwehr). Dabei kommt ihm und damit auch Mannstaedt zugute, dass er gleichzeitig Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in Eitorf ist (siehe Interview). Er muss Prioritäten setzen, was wirklich notwendig ist, um mögliche Brände bzw. Schadensfälle zu verhindern, muss die Balance zwischen dem Nötigen und dem Möglichen finden. Er bestimmt die Reihenfolge, wann welche Maßnahmen umgesetzt werden – darf aber dabei Dauer und Kosten nicht aus den Augen verlieren. Eine andere Seite seines Jobs macht ihm ebenfalls viel Freude: sein Wissen weiterzugeben. Denn er muss zudem Brandschutzhelfer aus-

bilden und darüber hinaus auch Auszubildende unterrichten. Bislang – toi, toi, toi – gab es, seit er Brandschutzbeauftragter ist, bei Mannstaedt noch keine wirklich gefährliche Situation. Was es allerdings immer wieder gibt, sind Situationen, in denen etwas passieren könnte! Situationen, in denen sich entscheidet, ob etwas gerade noch gut geht – oder ob es letzten Endes zum Brand, zur Explosion, zum Worst Case kommt. Oft sind es vermeintliche Kleinigkeiten, die Risiken in sich bergen. Beispielsweise, wenn Kollegen Heißarbeiten (Schweißbrennen, Winkelschleifen o. Ä.) ausführen und zuvor im Umfeld nicht Papier oder Holz wegräumen. Da kann der Funke schnell mal überspringen. Als Brandschutzbeauftragter kann man sich auch unbeliebt machen, beispielsweise wenn man den Kollegen mit Vorschriften kommt – die, wie sie meinen, vermeintlich unnötig sind. Denn solche Vorschriften können den Arbeitsalltag mitunter anstrengender oder gar stressiger machen. Dann wird auch schon mal gemault. Aber das muss ein Brandschutzbeauftragter aushalten können. Doch obwohl Kollegen die Brandgefahr oft unterschätzen: Kooperativ sind sie meist. Und pflegt man zu ihnen eine gute Beziehung und ist ansonsten ein umgänglicher Typ, ist die schlechte Stimmung schnell verraucht. Denn prinzipiell verstehen die Kollegen, dass der Brandschutz sein muss und auch ihr Leben schützt. Wie gesagt: Es gibt manche Leute, die den Job des Brandschutzbeauftragten belächeln. Spätestens bis zu dem Tag, an dem der Ernstfall eintritt – und die weitsichtige Arbeit eines Brandschutzbeauftragten das Schlimmste verhütet.

Hilft dir dein Einsatz bei der Feuerwehr auch bei deinem Job als Brandschutzbeauftragter? RAATZ: Auf jeden Fall. Denn das Wissen um baulichen und organisatorischen Brandschutz hilft mir natürlich, wenn ich das Brandschutzkonzept erstelle. Außerdem habe ich Insiderkenntnisse. Ich weiß, wie die Feuerwehr arbeitet und agiert, wenn es mal zu einem Einsatz bei uns im Werk kommen sollte. Ich weiß auch: Was wird im Notfall seitens der Feuerwehr benötigt? Wie sind die Fluchtwege optimal gestaltet? Was braucht die Feuerwehr vor Ort? Helfen dir deine Erfahrungen auch beim Thema Umweltschutz? RAATZ: Auf jeden Fall. Auch da kommt mir mein Wissen aus der Feuerwehr-Arbeit zugute. Und das ist nicht unerheblich. Die Feuerwehr wird ja auch oft für den Schutz der Umwelt bei Unfällen gerufen. Kannst du dafür ein paar Beispiele nennen? RAATZ: Zum Beispiel das Entfernen von Ölspuren und sonstigen Giftstoffen, die die Umwelt belasten könnten. Auch das Wissen darum, dass die Kleidung der Feuerwehrleute oder anderer Personen mit giftigen Stoffen kontaminiert werden kann. Und dass es dafür extra Dekontaminierungscontainer bei der Feuerwehr gibt. Das ist ein wichtiger Faktor. Was ist dir als Feuerwehrmann bislang besonders angenehm in Erinnerung geblieben? RAATZ: Das Schönste für mich war ein Dankesbrief von einem Unfallopfer, das aus seinem Auto befreit werden musste und gerettet wurde. Und fast hätte ich sogar mal eine Geburt miterlebt – aber da war der Rettungswagen schneller vor Ort als erwartet. Vielen Dank für das Gespräch.


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Präventiv im Einsatz: Die Betriebsfeuerwehr unterstützt auch die Kollegen bei routine-

Stahlverarbeitung // Stahl Judenburg

mäßigen Höhenrettungs-Simulationen.

Fotos: GMH Gruppe

Engagement pur: Seit 50 Jahren Feuer und Flamme Die 34 Freiwilligen der Betriebsfeuerwehr haben allen Grund zu feiern. Text: Claudia Greßl, glückauf-Editorialteam

L

eidenschaft“, lacht Christian Koini. Der Kommandant der Betriebsfeuerwehr der Stahl Judenburg muss nicht weit ausholen, um zu erklären, warum er vor 28 Jahren für die Feuerwehr zu brennen begann. Seit genau einem halben Jahrhundert sorgt die Betriebsfeuerwehr dafür, dass es im Werk nicht (zu) heiß hergeht – mit Erfolg: 2019 gab es noch keinen einzigen Brandeinsatz. Und seit 2017 ist der passionierte Feuerwehrmann als Hauptbrandinspektor für die Betriebsfeuerwehr im Einsatz: „Unser Fokus liegt auf vorbereitenden Brandschutzmaßnahmen. Dazu unternehmen wir wöchentliche Inspektionen bzw. Rundgänge und verhindern schon im Vorfeld potenzielle Gefahrenherde.“

Ein Konzept mit Erfolg: Zwar musste die Betriebsfeuerwehr der Stahl Judenburg im aktuellen Jahr schon zehnmal ausrücken, aber „kein einziges Mal aufgrund eines Feuers“, erklärt Koini, der als Maschinist im Blankstahlbetrieb der Stahl Judenburg arbeitet. Ölbindeund Auspumparbeiten

sowie Unwettereinsätze stünden eher auf der Agenda des 34-köpfigen Teams. Es besteht aus Freiwilligen der Stahl Judenburg und des Unternehmens Hendrickson, das ebenfalls auf dem Werksgelände angesiedelt ist. Ein besonderer Schwerpunkt der Judenburger Betriebsfeuerwehr liegt auf der Atemschutztechnik. Seit 1976 bildet die Unternehmensfeuerwehr das Kompetenzzentrum der sicherheitsrelevanten Schutztechnologie. „Wir verfügen nicht nur über das notwendige Wissen“, erklärt Koini, „sondern auch über die entsprechenden Geräte.“ Anlässlich des aktuellen Jubiläumsjahres – 1969 wurde die Feuerwehr am Unternehmensstandort gegründet – wünscht sich der Feuerwehr-Chef naturgemäß eines: dass seine Passion ihn und sein Team auch künftig nicht zwingen wird, für andere durchs Feuer zu gehen. Brennt für die Betriebsfeuerwehr der Stahl Judenburg: Kommandant Christian Koini.

LETZTER ABSTICH

Fotocollage: Dieter Glasmeyer

GMHütte // Text: Dieter Glasmeyer (Finalbetrieb) Nicht nur die glückauf hat sich an „25 Jahre E-Ofen“ erinnert. Auch einige Kollegen der GMHütte. Denen ist speziell der 26. Mai 1994 im Gedächtnis geblieben. An diesem Tag gab es nämlich den letzten Abstich am damaligen Hochofen (bevor er stillgelegt wurde und dem E-Ofen weichen musste). Michael Bersterman und ich hatten die Idee, die damaligen Kollegen der Kontischicht 3 für ein Wiedersehen zu mobilisieren. Dieses Unterfangen war nicht einfach. Denn wir mussten zunächst detektivisch die Adressen der Ehemaligen recherchieren. Bei der Suche hat sich herausgestellt: Viele der damaligen Kollegen waren leider schon verstorben. Aber einige sind immer noch unter uns. Alle, die zugesagt hatten, haben dann das Treffen im Kolpinghaus in Georgsmarienhütte sehr genossen. Nicht nur, weil man Erinnerungen austauschen konnte. Viele, die sich in den letzten 25 Jahren aus den Augen verloren hatten, freuten sich einfach darüber, die ehemaligen Kollegen nach so langer Zeit wiederzusehen.


30 

MENSCHEN  &  KONTAKTE

GMHütte // IdeenExpo

Dem Varusfluch auf der Spur „Ich bin kein Star – holt mich trotzdem raus!“ Einladung in den Escape-Room als kleines Dankeschön für großes Engagement. Text: Marcus Wolf, glückauf-Editorialteam

W

enn man etwas gut gemacht hat, wird man ja normalerweise nicht eingesperrt. Normalerweise. Anders erging es den

Auszubildenden und Ausbildern der GMHütte, die sich im Sommer auf der IdeenExpo in Hannover engagiert hatten. Weil sie dort die GMH Gruppe so gut gegenüber Kindern und Jugendlichen repräsentiert hatten, wurden sie gleich ganze 60 Minuten eingesperrt. Natürlich war alles nur ein Spiel: Als Dankeschön für ihr Engagement hatte Frank Brüggestrat, Geschäftsführer Personal der GMH Holding, alle Beteiligten zu einem Escape-Room-Spiel in Osnabrück eingeladen. Hier mussten Ausbilder und Auszubildende in vier Teams und nur 60 Minuten die Rätsel der unterschiedlichen

Unsere

glück auf 4-2019 Räume erkunden und lösen: Im Raum „Verbotene Entdeckung“ machten die Teams eine Zeitreise zurück in die 1950er Jahre. Hier mussten sie den geheimen Plänen eines Karmann-Ingenieurs auf die Schliche kommen, der einen neuen Treibstoff entwickelt hatte. Es galt, Fragen zu beantworten und Rätsel zu lösen, um letztlich die gesuchte Treibstoff-Formel zu finden und zurück in die Zukunft zu bringen. Im Raum „Varusfluch“ mussten die Teams herausfinden, ob der Archäologe Prof. Armin wirklich verrückt geworden ist, wie die

Ärzte glaubten. Oder ob doch ein Fluch hinter seinem merkwürdigen Verhalten steckt? Erster Anhaltspunkt für die Lösung dieses Rätsels war eine Videobotschaft auf seinem Computer – und die führte über immer weitere Rätsel schließlich zur Lösung. Alle Teams hatten sehr viel Spaß im Escape-Room. Und sie konnten (wenn auch teilweise sehr knapp) die Räume vor Ablauf der 60 Minuten mit der Lösung im Gepäck wieder verlassen.

Nach erfolgreicher „Selbstbefreiung“ waren sich alle einig: Das hat Spaß gemacht. Foto: GMH Gruppe

Personalia // 4. Quartal 2019

Betriebsjubiläen Geschäftsführungen und Betriebsräte gratulieren den Jubilaren und sagen Dank für die langjährige Betriebstreue. glückauf wünscht alles Gute für die Zukunft, beste Gesundheit und viel Erfolg.

 Stahlerzeugung Georgsmarienhütte GmbH

MIT MAX & MORITZ Foto: Dr. Ulrike Libal

Pleissner Guss // Text: Dr. Ulrike Libal Pleissner hat zehn Jubilare des Jahres 2019 bei einer gemeinsamen Feier geehrt. Treffpunkt war die Wilhelm-Busch-Mühle in Ebergötzen, wo man Leben und Werk des weltbekannten Schöpfers von „Max und Moritz“ nacherleben kann. Bei der Führung zeigte sich, dass die Welt von Max und Moritz viele Gemeinsamkeiten mit unserer heutigen Arbeitswelt hatte. Die Technik des Mahlwerkes und der vor- und nachgelagerten Bereiche zeigte auch im Zeitalter der Digitalisierung eine bisher unbekannte Kostprobe der Frühindustrialisierung. Anschließend ging es zum gemeinsamen Mittagessen. Ich berichtete aus der Historie der Jahre 1979 und 1994 und erinnerte an die Veränderungen, die die Jubilare im Laufe ihrer langen Betriebszugehörigkeit erlebt haben. Geschäftsführer Dr. Peter Busse schloss die Ehrungen mit einem Ausblick auf die Herausforderungen der nächsten Jahre für die Pleissner Guss ab. // Vor der WilhelmBusch-Mühle in Ebergötzen: Für 40 Jahre wurden geehrt Birgit Burmester, Thomas Beckmann, Wolfgang Gastel, Harry Schmidt, Hans-Bernd Sommer und Tacettin Yilmaz; für 25 Jahre wurden geehrt Kai-Uwe Große, Michael Klapprodt, Olaf Pförtner und Andreas Robles.

35 Jahre: Jürgen Apke (Finalbetrieb), Udo Bäumker (Walzwerk), Armin Brune (Finalbetrieb), Ernim Deul (Finalbetrieb), Manfred Frankenberg (Finalbetrieb), Thomas Grass (Finalbetrieb), Wolfgang Hasemeyer (Finalbetrieb), Rainer Kasselmann (Stahlwerk), Martin Kleine-Kohlbrecher (Finalbetrieb), Manfred Sarnowski (Finalbetrieb) und Thomas Tolischus (Service Betriebe/Holzwerkstatt).

Mannstaedt GmbH 35 Jahre: Ibrahim Ajvazi (Walzwerk)

Stahlwerk Bous GmbH 35 Jahre: Andreas Porr (Erhaltung) und Klaus Schneider (Stahlwerk-Versand)

45 Jahre: Guido Goergen (Stahl-

Schmiedag GmbH

werk-Platzbetrieb) und Manfred Kelich (Stahlwerk)

25 Jahre: Thomas Irmscher

GMH Bahn + Service GmbH

SMB Schwermechanik GmbH

35 Jahre: Horst Thiemeier

15 Jahre: Heiko Kieselbach und

 Stahlverarbeitung GMH Blankstahl GmbH

(Werkzeugbau)

Jens Schlawitz (beide Zerspanung/Fertigung)

 Guss

35 Jahre: Klaus Genieser, Peter

Pleissner Guss GmbH

Grosse und Martin Rotthoff

25 Jahre: Olaf Pförtner (Mechanische Bearbeitung)

 Schmiedetechnik

 Service

Schmiedewerke Gröditz GmbH

GMH Systems GmbH

10 Jahre: Thomas Göpel (IT) 30 Jahre: Uwe Hentzschel (IT) 40 Jahre: Klaus-Dieter Damitz

(SAP-Berater)

(Qualitätssicherung/IMS)

15 Jahre: Martin Braunsmann


NACHWUCHS 2019

Unsere

glück auf 4-2019

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Holly Groß. Vater: Jan Ostrzechowski Schmiedewerke Gröditz

Elias Hülsmann. Mutter: Janina Hülsmann und Vater: Thorben Hülsmann,

Mattis Paul Kröger.

GMHütte

Mutter: Julia Kröger, Mannstaedt

Rebecca Parker-Willerton. Mutter: Katie Parker-Willerton, GMH UK

Fiete Stertenbrink. Mutter: Ann-Christin Stertenbrink, GMH Systems

GMH Gruppe // Nachwuchs 2019

Aufheben! Lenox-Milo Benkel. Vater: Raik Benkel, Schmiedewerke Gröditz

G

lückwunsch an alle Mamas und Papas, deren Baby auf diesen drei Seiten zu sehen ist! Und wenn Ihr Baby erwachsen ist und Sie mal fragen sollte, was denn in den ersten Lebensmonaten so alles passiert ist, dann drücken Sie ihm einfach diese glückauf-Weihnachtsausgabe in die Hand.

Mathilda Stahmann. Vater: Daniel Kampmann, GMHütte

Maira Dölling. Mutter: Verena Dölling, GMHütte

Carolin Harvey. Vater: Dominic Harvey, GMH Systems

Frederik Lippold. Charlotte Weller.

Vater: Fabian Lippold,

Bente Pörtner.

Vater: Fabio Weller,

GMH Holding

Vater: Florian Pörtner,

Mannstaedt

GMHütte


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NACHWUCHS 2019

Unsere

glück auf 4-2019

Mika Heinrich.

Martha Rothe.

Mutter: Vicky Greese und

Mutter: Katja Rothe,

Vater: Matthias Heinrich,

Wildauer Schmiede-

Schmiedewerke Gröditz

und Kurbelwellentechnik

Klara Wellendorf. Mutter: Barbara Wellendorf,

Mats Stefl.

GMH Recycling

Vater: Lukas Stefl, Gröditzer Vertriebsgesellschaft

Lio Prätzel. Vater: Mirko Prätzel, Schmiedewerke Gröditz

Amy Kendziora. Vater: Steffen Kendziora, Schmiedewerke Gröditz

Luzi Riese. Vater: Marcel Riese, GMHütte

Alexander Weber.

Santo Bravo Lorenzo.

Vater: Michael Lauchard,

Mutter: Claudia Bartosch,

Stahl Judenburg

Mannstaedt

Carlotta Bollmann. Marie Perchthaler.

Vater: Daniel Bollmann,

Vater: Stephan Perchthaler,

GMH Systems

Stahl Judenburg

Lotta Richter. Vater: Carsten Richter, Schmiedewerke Gröditz

Izel Gültekin.

Isabelle Menski.

Hannah Pagel.

Vater: Cihan Gültekin,

Mutter: Dana Bollmann,

Vater: Michael Lösche,

GMHütte

GMH Systems

Schmiedewerke Gröditz


NACHWUCHS 2019

Unsere

glück auf 4-2019

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David Hübler. Mutter: Saskia Maier, Stahl Judenburg

Anastasia Schymura. Vater: Dr. Michael A. Schymura Energietechnik Essen

Jonas Bierbaum. Mutter: Susann Bierbaum, Schmiedewerke Gröditz

David Maier. Mutter: Galina Maier,

Thea Johanna Hackel.

GMH Systems

Vater: Stefan Hackel, Schmiedewerke Gröditz

Milo Reimer. Vater: Alexander Reimer, Mannstaedt K  yle Zurmühlen. Vater: Marc Zurmühlen, GMHütte

Pauline Abkemeier. Vater: Dennis Abkemeier, GMHütte

Henri Freye. Vater: Mario Freye, GMHütte

Resi Lillith Hofmann.

Paul Armin Lauff.

Vater: Oliver Gräf,

Vater: David Lauff,

Schmiedewerke Gröditz

Mannstaedt

Jibril Acharrouti. Vater: Mourad Acharrouti, Mannstaedt

Jonah Emilian Gessner. Helena Charlotte Rehberg.

Vater: Wolfram Gessner,

Elias Evertz.

Vater: Dr. Geert Rehberg,

Mannstaedt

Vater: Sascha Evertz,

GMH Holding

Mannstaedt


DIES & DAS

Unsere

kunstimwerk // von Matthias Krych

Archaische Maschinen statt liebliche Landschaften Angelika Walter malt wieder im Stahlwerk der GMHütte.

V

or fünf Jahren war Angelika Walter zuletzt im Stahlwerk Georgsmarienhütte, um eine Stahlwerks-Impression in ihrer unnachahmlichen Weise zu malen. Und vor etwa fünf Jahren schrieben wir zuletzt über sie den Artikel „Faszination Technik“ in „kunstimwerk “. Was uns während des aktuellen Gespräches mit ihr auffiel: Angelika Walter trug wie vor fünf Jahren ihr liebstes Schmuckstück: eine „Mutter“, die sie seit vielen Jahren fast täglich an einer gut sichtbaren Halskette trägt. Dieses sechskantige „Symbol“ mit Doppelgewinde signalisiert dem Gegenüber ihre Affinität für alles Technische, was sie schon als Kind faszinierte. Für junge Mädchen war es wohl eher ungewöhnlich, für Angelika Walter damals nicht: Sie baute mit Leidenschaft Maschinen aus Pappe. „Und wie jedes Kind malte ich natürlich auch gerne, hörte damit aber nie wieder auf. Das Malen begleitet mich mein ganzes Leben lang.“ In Münster studierte sie Deutsch und Kunst auf Lehramt. Dem Schuldienst kehrte sie aber

34 

glück auf 4-2019

bereits nach zwei Jahren den Rücken. Seitdem ist sie als freischaffende Malerin tätig. Motiviert, diesen neuen beruflichen Weg zu gehen, war sie seinerzeit durch das Projekt der Stadt Osnabrück „Kunst im öffentlichen Raum“. Eines ihrer ersten Werke für dieses Projekt war

1986 der „Musikexpress“. Dieses überdimensional große Wandbild malte sie damals auf einer Seite der Bahnunterführung in Osnabrück-Wüste. Da das Kunstwerk mit den Jahren etwas verblasste, restaurierte sie es 2004 über mehrere Monate. Erst Jahre später – durch das Engagement des

Bürgervereins Wüste, zahlreichen Spenden und der Genehmigung der Stadt Osnabrück – gestaltete Angelika Walter auch die gegenüberliegende Seite der Bahnunterführung. Das Spannende an den nun zwei „Expresszügen“ ist ihr Gegensatz: Der ursprüngliche Zug zeigt den Blick aus den Waggons auf verschiedene Landschaften. Der neue Zug bildet das Innere der Waggons ab. Musiker wie Tina Turner oder Udo Lindenberg sitzen dort in ihren „Coupés“. Mit den Jahren hat sich der „Musikexpress“ zu einem Wahrzeichen und auch Bürger-Treffpunkt des Stadtteils Wüste entwickelt. Der „Musikexpress“ ist für

Angelika Walter vor ihrem neuen Gemälde

Angelika Walter über viele Jahre ein zentrales Projekt ihres Schaffens. Ihre eigentliche Leidenschaft ist aber das Malen von technischen Gegenständen. In jungen Jahren schon reizte es sie mehr, technische Dinge zu malen als liebliche Landschaften. „Irgendwann wurde ich morgens wach und registrierte, dass in meiner Wohnung alle möglichen technischen Gegenstände herumstehen: die Kaffeemaschine, das Bügeleisen, der Fernseher, das Radio …“ Sie zu malen, war ihr ein starkes Bedürfnis. Nach dem ersten Besuch des Deutschen Museums in München war ihre Faszination für das Malen von technischen Exponaten wie Lokomotiven oder Dampfmaschinen nicht mehr zu bremsen. Mit der Zeit aber vermisste sie bei diesen Arbeiten etwas: Im Museum bewegte sich nichts. Es war ihr zu statisch. Da sie in unmittelbarer Nähe zum Stahlwerk Osnabrück aufwuchs, hatte sie immer einen gewissen Bezug zur Schwerindustrie. Und so entstand irgendwann ihr Wunsch, Szenen in einem Stahlwerk zu malen. Mittlerweile kann Angelika Walter auf zahlreiche produktive Arbeitsaufenthalte im Stahlwerk Georgsmarienhütte und den Gießereien der GMH Gruppe zurückschauen. Das aktuellste Bild von ihr ist nun wieder „Alfred und Mani“ – 2.0 sozusagen.

Foto: Vera Loose

Ein freudiges Wiedersehen mit Alfred und Punk Mani Text: Vera Loose, Verwaltung Servicebetrieb

N

ach fünf Jahren Abstinenz gab es für die Osnabrücker Malerin Angelika Walter ein Wiedersehen mit Alfred und Mani im Stahlwerk. Sie kehrte an ihren bekannten Arbeitsplatz am E-Ofen zurück und fand auch ihre alte robuste Staffelei „Marke Eigenbau GMHütte“ wieder vor. „Es war wie nach Hause kommen“, erzählt sie begeistert. Sie freut sich, dass sie im Laufe der drei Wochen in ihrem „Lieblingsstahlwerk“ auch manch altbekannte Kollegen wiedertraf, die sie herzlich begrüßten. Aber auch viele neue junge Kollegen kreuzten ihren Weg im Besucherleitstand. Wider Erwarten hatte sich an ihrer Wirkungsstätte sehr wenig verändert. Nur das neue dicke Abzugsrohr vom Ofen verlief nun gerade – und nicht mehr so schön geschwungen wie noch vor ein paar Jahren. Eigentlich wollte Angelika Walter schon eher kommen. Aber die Beschaffung des Blechs, das sie bemalt, war dieses Mal nicht so einfach. Die frühere Bezugsquelle war versiegt, da sie das Blech fertig zugeschnitten im passenden Maß benötigt. Andere Firmen verkaufen nur gewerblich, nicht an privat. Aber wozu gibt es das Internet? Leider blieb die Bestellung lange irgendwo bei der Post hängen – und als das gute Stück irgendwann endlich angeliefert wurde, waren alle vier Ecken verbogen. Sie machte sich erneut auf die Suche und fand einen kleinen Händler in Osnabrück. Nun musste die

„Leinwand“ nur noch vorbereitet und grundiert werden und einen Holzrahmen bekommen. Als Motiv wählt die Künstlerin wieder Alfred und Mani, die beiden Manipulatoren vor dem Ofen. Die zwei hat sie zwar schon vor 20 Jahren und auch vor fünf Jahren ins Visier genommen. Aber es ist erstaunlich, wie sich ihr Blick auf die beiden Aggregate mit den Jahren verändert hat – obwohl die Maschinen gleich geblieben sind: Die Bilder unterscheiden sich erheblich. Beispielsweise rechts Mani, der Punk, ist aggressiver, kantiger geworden, hat richtig Biss bekommen. Das betonte (Kabel-)Ohr ist durch den schweren Ketten-Ohrring viel länger und prägnanter geworden. Alfred, links im Bild, hat gerade mit seiner langen, noch glühenden Zunge die „Suppe im Kochtopf“ gekostet, ob die Charge auch schmeckt. Er hat eine tierische Gestalt angenommen, ähnlich einem Dino. Unten auf dem Bild hat die Malerin einen kleinen Eimer untergebracht, um Betrachtern, die noch nie im Stahlwerk waren, die Größenrelation zu verdeutlichen. Und die künstlerische Freiheit lässt es zu, dass das gewaltige Feuer unrealistisch gleichzeitig sowohl oben aus dem Topf als auch unten aus der Luke quillt. Dieser gewaltige Lichtschein und die bebenden knallenden Geräusche beim stündlichen Chargieren des E-Ofens faszinieren Angelika Walter immer wieder aufs Neue.

HEUTE SCHON GELACHT? Foto: Adobe Stock

GMH Gruppe // Text: Peter Karl Müller Hier eine kleine Erläuterung für unser aktuelles glückauf-unterwegsRätsel: Radio Eriwan war ein von irgendwelchen Witzbolden frei erfundener Radiosender, der während des kommunistischen Sowjetregimes fingierte Fragen aus der Bevölkerung beantwortete, und zwar stets nach dem gleichen Muster: „Im Prinzip ja – aber …“ oder „Im Prinzip nein – aber …“. Auf die Schippe genommen wurde dabei die politische Propaganda in der Sowjetunion und den sozialistischen Bruderländern – ohne dass diese indirekte politische Äußerung für den Witzeerzähler gefährlich geworden wäre (zumindest in der Regel). Die Witze waren ein Zeit lang so populär, dass sie auch im Westen kursierten. Zur Erinnerung an Radio Eriwan gibt es inzwischen sogar eine kleine Skulptur in … aber das sollen Sie ja erraten (siehe glückauf-unterwegs-Rätsel auf der nächsten Seite). // Frage an Radio Eriwan: Stimmt es, dass Iwan Iwanowitsch in der Lotterie ein rotes Auto gewonnen hat? – Antwort: Im Prinzip ja. Aber es war nicht Iwan Iwanowitsch, sondern Pjotr Petrowitsch. Und es war kein rotes Auto, sondern ein blaues Fahrrad. Und er hat es nicht gewonnen, sondern es ist ihm gestohlen worden. Alles andere stimmt. (Witz-Quelle: Wikipedia)


DIES  &  DAS

Unsere

glück auf 4-2019

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Es

weihnachtet sehr …

Weihnachten ist nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen – vor allem in der Vorweihnachtszeit. Denn wenn es darum geht, sich Gedanken über Weihnachtsgeschenke zu machen, bricht bei manchen Menschen die blanke Panik aus. Weil ihnen partout nichts einfallen will, entweicht so manchem der Stoßseufzer: „Was, um Himmels willen, soll ich denn dieses Jahr verschenken?“ Ja was wohl? Bücher! Bücher haben noch niemandem geschadet, machen was her, wehren sich nicht dagegen, in Geschenkpapier eingeschlagen zu werden. Und einige werden sogar gelesen! Bleibt nur noch die Frage: Welche Bücher? Einige Kolleginnen und Kollegen haben sich darüber Gedanken Fot o: A dob eS gemacht. Jetzt müssen Sie nur noch to c k das richtige Buch aussuchen:

Das Warten hat ein Ende Ein Buchtipp von Klaus Schmidtke

U

nd so steige ich hinauf, in die Dunkelheit dort drinnen oder ins Licht.“ - Als am Ende vom „Report der Magd“ die Tür des Lieferwagens und damit auch die Tür von Desfreds „Report“ zuschlug, blieb ihr Schicksal für uns Leser ungewiss. Was erwartete sie: Freiheit? Gefängnis? Der Tod? Das Warten hat ein Ende! Mit „Die Zeuginnen“ nimmt Margaret Atwood den Faden der Erzählung fünfzehn Jahre später wieder auf, in Form dreier explosiver Zeugenaussagen von drei Erzählerinnen aus dem totalitären Schreckensstaat Gilead. „Liebe Leserinnen und Leser, die Inspiration zu diesem Buch war all das, was Sie mich zum Staat Gilead und seiner Beschaffenheit gefragt haben. Na ja, fast jedenfalls. Die andere Inspirationsquelle ist die Welt, in der wir leben.“ // Margaret Atwood: „Die Zeuginnen“

Herrlich schräg Ein Buchtipp von Dr. Ulrike Libal

D

ie Flüsse von London“-Reihe des britischen Autors Ben Aaronovitch verbindet die Zauberer-Welt eines Harry Potter mit dem britischen Krimi herrlich schräg und spannend. Der Protagonist Peter Grant arbeitet als Polizist in London, als er während eines Einsatzes einen Geist befragt. Natürlich fühlt er sich dabei komisch. Aber nachdem er seinen Bericht abgegeben hat, wird sein zukünftiger Mentor Thomas Nightingale, letzter aktiver Zauberer der Londoner Polizei, auf ihn aufmerksam. Er landet zur Ausbildung im Fooley, einem sehr alten Gebäude im alten London in einer geheimen Ermittlungsabteilung für Kriminalfälle mit übersinnlichen Akzenten. In den – bis jetzt - sieben Bänden der Reihe geht es kreuz und quer durch London und weitere Teile Englands, je nachdem wo gerade magische mit irdischen Verbrechen vermischt werden. Diese lustige, kapriolenreiche Krimiserie kann ich als Entspannungsmoment nach einem stressigen Arbeitstag nur empfehlen. Ich freue mich auf jeden neuen Band. // Ben Aaronovitch: „Die Flüsse von London“

Für Alterspubertäre Zwei Buchtipps von Matthias Krych

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ieses Buch fiel mir während des Stöberns in einem Buchladen im Herbst dieses Jahres durch Zufall in die Hände. Schon beim „Querlesen“ amüsierte ich mich köstlich. Offensichtlich habe ich das richtige Alter für diese äußerst amüsanten Geschichten. Denn es handelt von Männern und Frauen, die sich in der sogenannten Alterspubertät befinden. Was es doch für skurrile Begebenheiten gibt, wenn man nicht mehr der Jüngste ist: eine Brille tragen? Wieso, ich komme auch ohne zurecht. Junge Leute feiern laut und ausgelassen im Haus eine Party: Wie bekomme ich sie dazu, die Musik leiser zu machen, weil ich meinen Schlaf brauche, ohne spießig zu sein? Wie feiern Männer und Frauen ihren 50sten Geburtstag? Da kann es zur einen oder anderen Peinlichkeit kommen. Die Autoren, beide Kolumnisten bei der „Berliner Zeitung“, beschreiben diese und andere Alltagsszenen über „Alterspubertiere“ einfach wunderbar! // Maxim Leo & Jochen Gutsch: „Es ist nur eine Phase“

Eine Stradivari erzählt Geschichte

E

ine eindrucksvolle Erzählung – nicht nur für Klassik-Liebhaber. Wer hat nicht schon von den berühmten und wertvollsten Geigen der Welt gehört, die Antonio Stradivari im 18. Jahrhundert in Cremona hergestellt hat? Sie tragen Namen wie „Lord Wilton“ aus dem Jahr 1742 (4,3 Millionen Euro wert), „Lady Blunt“ von 1721 (11,6 Millionen Euro wert) oder „ex Szigeti“ von 1724 (auch 4,3 Millionen Euro wert). Wolf Wondratschek nimmt in dieser wunderbaren Erzählung die Perspektive von „Mara“ ein. „Mara“ ist ein Violoncello, das Stradivari 1711 gebaut hat. Der Autor beschreibt, was das Instrument so alles erlebt hat. In wessen Besitz es war, wer es gespielt hat und welche Begebenheiten sich rund um diese Stradivari zugetragen haben: „In der Nacht vom 10. auf dem 11. Juli 1963 wäre es in Südamerika, im Mündungsgebiet des Rio de la Plata, fast ums Leben gekommen. Es hat 300 Jahre auf dem Buckel – und klingt wie am ersten Tag.“ // Wolf Wondratschek: „Mara“

Verrückter Pfau nervt Banker Ein Buchtipp von Monika Hansen

A

us dem Klappentext: „Einer der Pfauen war verrückt geworden.“ Dummerweise geschieht das gerade, als Chefbankerin Liz und ihre vierköpfige Abteilung sich mitsamt einer Psychologin und einer Köchin zum Teambuilding in die ländliche Abgeschiedenheit der schottischen Highlands zurückgezogen haben. Der verrückt gewordene Pfau, das rustikale Ambiente und ein spontaner Wintereinbruch sorgen dafür, dass das Wochenende ganz anders verläuft als geplant. So viel Natur sind die Banker nicht gewohnt. Isabel Bogdan erzählt in ihrem ersten Roman von der pragmatischen Problemlösung durch Lord McIntosh, von der verbindenden Wirkung guten Essens und einer erstaunlichen Verkettung von Ereignissen, die bald keiner der Beteiligten mehr durchschaut. Es handelt sich um eine amüsante Verwicklungsgeschichte. Sämtliche menschliche und tierische Beteiligte, die Beziehungen untereinander, das Landgut und was dort vor sich geht, hat Bogdan sehr ausgefeilt und anschaulich beschrieben. Feinster Humor durchzieht die Handlung wie ein roter Faden und ist an manchen Stellen zum Brüllen komisch. Unbedingt ans Herz gelegt sei auch die dazugehörige Hörbuch-Version, gelesen von Christoph Maria Herbst. Das unerschöpfliche Sprachtalent Herbst gibt der ganzen Geschichte nämlich eine ganz besondere Note. // Isabel Bogdan: „Der Pfau“

Hilfe, die Herdmanns kommen! Ein Buchtipp von Marcus Wolf

D

ie Herdmann-Kinder waren die schlimmsten Kinder aller Zeiten. Sie logen und klauten, rauchten Zigarren (sogar die Mädchen) und erzählten schmutzige Witze. Sie schlugen kleine Kinder, fluchten auf die Lehrer, missbrauchten den Namen des Herrn und setzten den alten, verfallenen Geräteschuppen von Fred Schuhmacher in Brand.“ Diese ersten drei Sätze aus dem Kinderbuch „Hilfe, die Herdmanns kommen!“ von Barbara Robinson lassen eigentlich Schlimmes erahnen. Und trotzdem ist es eines der Bücher, die wir in der Familie gerne zur Adventsund Weihnachtszeit herausholen und lesen – und auch gerne verschenken. Witzig und anschaulich wird von der Autorin erzählt, wie die Herdmanns sämtliche Hauptrollen im Krippenspiel an sich reißen, die Weihnachtsgeschichte völlig unvoreingenommen mit den Augen der Kinder sehen, ganz realistisch in ihr eigenes Leben übertragen und mit ihrem Spiel bei den überraschten Zuschauern ein ganz neues Verständnis für die Weihnachtsbotschaft wecken: „Sie sahen aus wie die Menschen, die man manchmal in der Tagesschau sieht: Flüchtlinge, die irgendwo an einem fremden, kalten Ort wartend herumstehen, umgeben von Pappkartons und Säcken“, stellt die Protagonistin beim Anblick von Maria und Josef fest. „Plötzlich wurde mir klar, dass es der echten Heiligen Familie genauso ergangen sein muss.“ Vielleicht auch für uns einmal der Hinweis, dass Weihnachten nicht wirklich überall auf der Welt auch „heile Welt“ ist. // Barbara Robinson: „Hilfe, die Herdmanns kommen!"


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DIES  &  DAS

Unsere

glück auf 4-2019

glückauf // unterwegs

Jetzt kommt es darauf an, ob Sie ein gründlicher Mensch sind oder nicht. Denn wenn Sie unser gesamtes glückauf-Bilderrätsel wirklich sorgfältig gelesen und studiert haben, dann wissen Sie auch, in welcher Stadt glückauf-Lektorin Dorothea Raspe ihre glückauf gelesen bzw. in die Kamera gehalten hat (siehe dazu auch: Heute schon gelacht? Seite 34). Senden Sie Ihre Antwort an matthias.krych@ gmh-gruppe.de oder (mit einer Postkarte) an Matthias Krych, GMH Recycling GmbH, Rheinstr. 90-122, 49090 Osnabrück. Einsendeschluss ist der 15. Februar 2020. Gehen mehrere richtige Antworten ein, entscheidet das Los (der Rechtsweg ist ausgeschlossen).

Und wo bleibt Ihr Foto? Möchten Sie auch ein Bilderrätsel einreichen? Machen Sie einfach ein Foto mit der glückauf im Vordergrund. Im Hintergrund sollten genügend charakteristische Details zu erkennen sein, um erraten zu können, wo bzw. in welcher Stadt das Foto geschossen wurde. Mailen Sie Ihr Foto einfach an matthias.krych@gmh-gruppe.de.

IHR GEWINN? Gewinnen Sie ein „I LOVE GMH Gruppe“-Shirt (m/w) und eine GMH-Sportjacke aus unserer brandneuen GMH-Fanshop-Kollektion.

Haben Sie’s gewusst?

Gut kombiniert ist halb gewonnen!

Die drei GMHler Marco Bovenschulte (GMH Recycling), Henning Hobelmann und Florian Schröer (beide GMHütte) haben ihren gemeinsamen Urlaub in Neuharlingersiel verbracht. Unser Gewinner ist Eckhard Prause von der GMHütte (Logistik/Planung).

Foto: privat

Foto: Sina Hobelmann

glückauf // Ansprechpartner

glückauf // Impressum

Wollen Sie auch einmal einen Artikel für unsere glückauf schreiben? Oder haben Sie ein Thema oder eine Geschichte, die interessant wäre? Haben Sie Kritik oder Anregungen, was man besser machen könnte? In all diesen Fällen wenden Sie sich doch bitte an einen glückauf-Ansprechpartner Ihrer Business Unit. Einfach anrufen oder direkt ansprechen: Er/sie hilft Ihnen gerne weiter.

Den­ken Sie da­ran: Ih­re Le­ser­ brie­fe, Ar­ti­kel, An­re­gun­gen und Kri­tik für die nächs­te Aus­ga­be müs­sen recht­zei­tig bei Ih­ren An­sprech­part­nern vor­lie­gen.

glückauf // 5-Fehler-Suchbild Es ist gar nicht so leicht: Erkennen Sie die fünf Unterschiede zwischen Original und Fälschung. Was fehlt in der Fälschung? Das Original-Foto ist diesmal bei der GMH Recycling in Dortmund entstanden. Fotografiert und die Fehler eingebaut hat Felix Treppschuh von der GMH Recycling. Und falls Sie nicht alle fünf Fälschungen erkennen sollten: Die Lösung finden Sie auf www.glueckauf-online.de.

Die nächste glückauf erscheint: Holding

Stahlerzeugung

Klaus Schmidtke

Marcus Wolf

klaus.schmidtke@gmh-gruppe.de

marcus.wolf@gmh-gruppe.de

+49.5401.394074

+49.5401.394910

Christoph Dransmann

Monika Hansen

christoph.dransmann@gmh-gruppe.de

monika.hansen@gmh-gruppe.de

+49.5401.3944 66

+49.2241.842011

Nicolas Kardalo (OPEX)

Matthias Krych

nicolas.kardalo@gmh-gruppe.de

matthias.krych@gmh-gruppe.de

+49.151.41877177

+49.541.9 612413

Nils Look (Strategie)

Melanie Moschner

nils.look@gmh-gruppe.de

melanie.moschner@gmh-gruppe.de

+49.5401.394076

+49.5401.394436

Ingo Schill (SCM)

Stahlverarbeitung

ingo.schill@gmh-gruppe.de

Claudia Greßl

+49.151.61383319

claudia.gressl@gmh-gruppe.de +43.3572.701-214

GMH Akademie Heike Werner (Personal)

Lenkungstechnik

heike.werner@gmh-gruppe.de

Bianca Deck

+49.5401.394405

bianca.deck@gmh-gruppe.de

März 2020

ORIGINAL

FÄLSCHUNG

He­raus­ge­ber: Ge­orgs­ma­ri­en­hüt­te Hol­ding GmbH Neue Hüt­ten­stra­ße 1 49124 Ge­orgs­ma­ri­en­hüt­te www.gmh-gruppe.de V.i.S.d.P.: Christoph Dransmann Leiter Interne Kommunikation GMH Gruppe Pro­duk­ti­on und Gra­fik: elemente designagentur, Münster www.elemente-designagentur.ms Tel.: 02 51.21 07 80 10 Text­be­ar­bei­tung: Pe­ter Karl Mül­ler, Münster Tel.: 02 51.4 90 26 41 Lektorat: Dorothea Raspe, Münster

+49.7171.1042424

GMH International Stefano Gobbi

Schmiedetechnik

stefano.gobbi@gmh-gruppe.de

Ina Klix

+39.335.227562

ina.klix@gmh-gruppe.de

Her­stel­lung: Stein­ba­cher DRUCK GmbH, Os­na­brück; auf 100% Re­cy­cling­pa­pier

+49.35263.62606

Olivier Lebrun olivier.lebrun@gmh-gruppe.de

Guss

+49.160.91643100

Dr. Ulrike Libal

Die glückauf erscheint viermal im Jahr.

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Das glückauf-Editorialteam wünscht Ihnen zauberhafte Weihnachtstage, einen guten Rutsch und alles Gute für das neue Jahr 2020!

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glückauf 4-2019. Die Online-Ausgabe der Zeitung für Mitarbeiter, Kunden und Freunde der GMH Gruppe.  

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