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GMH GRUPPE

Unsere

glück auf 4-2019

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GMH Gruppe // CO2-Bilanz

Die Zukunft ist elektrisch Klimaneutrale Industrie: Wie sich die GMH Gruppe positioniert. Text: Christoph Dransmann, glückauf-Editorialteam

I

n Deutschland bezeichnet man Chemie-, Zement- und Stahlindustrie zusammen als Grundstoffindustrie. Sie gilt als zentraler Pfeiler unseres volkswirtschaftlichen Wohlstandes und sorgt für über 550.000 hochwertige Arbeitsplätze. Made in Germany steht im Ausland nach wie vor für höchste Qualität und Innovationsdynamik. Und dennoch: Trotz Effizienzsteigerung sind die Emissionen der Industrie in den letzten Jahren nicht gefallen – obwohl durch die nationalen und internationalen Klimaschutzziele der Druck auf die Unternehmen immens steigt. Die zentrale Frage lautet daher: Wie kann sich die deutsche Grundstoffindustrie bis spätestens 2050 klimaneutral – also frei von klimaschädlichen Emissionen – aufstellen und gleichzeitig ihre starke Stellung im internationalen Wettbewerb behalten? Diese Frage hat gerade in der Stahlindustrie ein Rennen um die richtigen Antworten ausgelöst: • Auf der einen Seite stehen die großen Stahlkonzerne aus der klassischen Primärroute (Hoch-

ofen-Konverter-Route). Sie werben derzeit mit großem medialen Echo vor allem um die Gunst und Aufmerksamkeit der Politik. Die soll sie auf ihrem mitunter langen Weg zur CO2-freien Stahlproduktion im Jahr 2050 unterstützen. • Auf der anderen Seite stehen mittelständisch geprägte Akteure wie die GMH Gruppe als Vertreter der sogenannten Sekundärroute. Sie produzieren ihren Stahl mittels Elektrolichtbogenofen und der Verschmelzung von Stahlschrotten. Auf den ersten Blick ein ungleicher Kampf, obwohl hinsichtlich einer CO2-freien Stahlproduktion schon heute die Zahlen klar für

CO2LUTIONS bündelt die Initiativen und Projekte zur Dekarbonisierung der GMH Gruppe.

„Mit grünem Strom und Bio-

masse (als biogenem Kohlenstoffträger) ist die Sekundär-Route und damit Stahl der GMH Gruppe perspektivisch nahezu CO2-neutral.

CHRISTOPH DRANSMANN

die Sekundärroute sprechen: 2016 war die Produktion von Eisen und Stahl in Deutschland für direkte Emissionen in Höhe von 52,3 Mio. Tonnen CO2 verantwortlich. Der Großteil dieser Emissionen, rund 50 dieser 52,3 Mio. Tonnen, lässt sich auf die Primärroute zurückführen. Auch deren Energiebedarf – in Form von Kohle – ist um ein Vielfaches höher (siehe Tabelle).

Das wird auch in Zukunft so bleiben. Selbst wenn 2050 die Direktreduktion auf reiner Wasserstoffbasis gelingen sollte (was ja die Primärroute mehrheitlich anstrebt): Im Vergleich damit würden unser Bedarf an erneuerbaren Energien 5-mal und die CO2-Vermeidungskosten 3-mal geringer ausfallen. Doch welche Herausforderungen ergeben sich daraus für die GMH Gruppe? Die GMH Gruppe muss aufzeigen, welche großen Vorteile die Sekundärroute schon heute gegenüber der konventionellen Stahlproduktion bietet. Schließ-

Verschiedene Stahlherstellungsverfahren im Vergleich (Deutschland 2016)

Stahlherstellungsroute

Anteil an Stahlproduktion

Jährliche Produktion von Rohstahl

Vorwiegend genutzter Energieträger

Energiebedarf pro t Rohstahl

Direkte CO₂Emissionen pro t Rohstahl

Hochofen-Konverter-Route*

70 %

29,5 Mio. t

Kohle

14 GJ*

1,7 t*

50 Mio. t

Elektrolichtbogenofen-Route**

29 %

12 Mio. t

Strom

2 GJ

0,3 t

2 Mio. t

1%

0,6 Mio. t

Erdgas, Strom

13 GJ*

0,5 t*

0,3 Mio. t

Erdgasbasierte Direktreduktion*

Quelle: World Steel, 2018 und eigene Berechnungen des Wuppertal Instituts, 2019

*Primärstahlrouten, jeweils 12 % Schrott angenommen **Sekundärstahlroute, > 95 % Schrottverwendung

Die Daten der Primär- und Sekundärroute im Vergleich

GMH Gruppe // Krisen-Kurzanalyse

Ungewissheit bleibt: Gefahr immer noch nicht gebannt

Quelle: Agora Energiewende

Businessknigge // von Marcus Wolf

Diesmal: Indien Wer geschäftlich im Ausland zu tun oder ausländische Geschäftsleute zu Gast hat, sollte den jeweiligen Verhaltenscodex kennen.

Wie steht es aktuell um die Aussichten der Stahlindustrie? Drei Fragen an Dr. Martin Theuringer, Geschäftsführer der Wirtschaftsvereinigung Stahl. Ein Interview von Klaus Schmidtke, glückaufEditorialteam

glückauf: Weshalb hat sich das Umfeld für die Stahlindustrie stark verschlechtert? DR. MARTIN THEURINGER: Die derzeit sehr schwierige Lage in der Stahlindustrie ist auf mehrere Ursachen zurückzuführen: Zum einen die rezessive Entwicklung im exportorientierten und stahlintensiven verarbeitenden Gewerbe, allen voran in der Automobilindustrie, inzwischen aber auch im Maschinenbau. Die Abschwächung des Welthandels auch in Folge der globalen Handelskonflikte spielt hierbei eine gewichtige Rolle. Hinzu kommen mit Blick auf die Stahlkonjunktur lagerzyklische Effekte, die auch eine Folge nicht wirksam ausgestalteter Schutzmaßnahmen sind. Denn der hohe Importdruck hatte zu einem übermäßigen Lageraufbau beigetragen, der nun die Stahlnachfrage belastet.

Direkte CO₂Emissionen gesamt

Gibt es schon einen LichtDR. THEURINGER: streif am Horizont? Es ist gerade auch DR. THEURINGER: Die für die Stahlindustrie aktuellen Konjunkturindieine wichtige Nachkatoren deuten noch auf richt, dass es vorerst keine feste Bodenbildung keine Strafzölle im der deutschen Industrie Automobilbereich im hin. Die meisten Institute Rahmen der US-Secerwarten für 2020 trotz Dr. Martin Theuringer, tion 232 geben wird. des deutlichen Einbruchs Geschäftsführer der Am 14. November im Jahr 2019 einen eher Wirtschaftsvereini2019 ließ der US-Prägung Stahl flachen Produktionsversident Donald Trump Foto: WV Stahl lauf für die deutsche Indie gesetzliche Frist dustrie in Summe. Für eine spürfür seine Entscheidung verbare Erholung fehlt es an überstreichen. Allerdings kann nicht zeugenden positiven Impulsen. damit gerechnet werden, dass Mit Blick auf die Stahlkonjunktur sich in den USA in der Zwiwird zudem viel davon abhängen, schenzeit ein Meinungswechsel ob zeitnah eine erneute Übervollzogen hat. So bestehen für prüfung der Schutzklauselverden US-Präsidenten weiterhin ordnung auf den Weg gebracht verschiedene Möglichkeiten, werden kann. Die Maßnahmen gegen US-Automobilimporte müssen dringend so ausgestaltet vorzugehen. Die Gefahr einer werden, dass sie die veränderten gravierenden Eskalation in den konjunkturellen Realitäten wider- Handelsstreitigkeiten zwischen spiegeln und dass sie Schutz vor den USA und der Europäischen Umleitungseffekten bieten. Union ist also noch nicht gebannt. Wird es noch zu den angedrohten Autozöllen aus den USA kommen?

lich ist sie im Vergleich verhältnismäßig CO2-arm und benötigt zudem relativ wenig Energie in Form von Strom. Die weiteren Potenziale lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: Wenn grüner Strom und Biomasse (als biogener Kohlenstoffträger) ausreichend zur Verfügung stehen, ist die Sekundärroute und damit Stahl der GMH Gruppe perspektivisch nahezu CO2-neutral. Mit dieser Botschaft startet unsere Unternehmensgruppe auf verschiedenen Ebenen eine Kommunikations- und Informationskampagne. Dabei werden enge Kontakte zu Vertretern der Politik geknüpft. Unter dem neuen Label „CO LUTIONS“ bewerben wir im Markt unsere Aktivitäten hinsichtlich der CO2-neutralen Produktion von Hochqualitätsstählen – ein zukunftsträchtiges Kriterium, das zunehmend von den Kunden nachgefragt wird. Fest steht für uns: Die Zukunft der Stahlproduktion ist elektrisch – und die GMH Gruppe bietet dafür schon heute beste Voraussetzungen.

• Z  ur Begrüßung üblich ist der Handschlag – aber nicht zu fest. Denn kräftiges Händedrücken ist in Indien unhöflich. Die traditionell wie zum Gebet aneinandergelegten Handflächen werden zum Gruß nicht erwartet. Visitenkarten werden direkt nach der Begrüßung ausgetauscht. Übergeben Sie die Karte nur mit der rechten Hand und nehmen Sie sie nur mit der rechten entgegen. Die linke ist unrein. Wichtig ist der Titel auf der Karte: Wer nicht wenigstens „Vice President“ oder „Director“ draufstehen hat, wird kaum ernst genommen. Denn indische Unternehmen sind strenger hierarchisch aufgebaut als deutsche, das bedeutet: Mittlere Ebenen können kaum etwas entscheiden. Dass Inder keine Kritik vertragen, stimmt nicht. Sie wird nur nie direkt geäußert. Wer unzufrieden ist, fragt besser, ob es auch anders geht. Auch ein „Nein!“ ist unhöflich. Das entspricht fast einer Ohrfeige. Über Gastgeschenke freut man sich immer. Aber bitte beachten Sie: Es ist empfehlenswert, keine alkoholischen Getränke als Geschenke in einem ersten Meeting zu überreichen. Indien ist eine farbenfrohe Kultur. Bitte Geschenke nicht in schwarzes Papier eingepackt überreichen! Als deutscher Unternehmer hat man grundsätzlich gesehen keine schlechten Karten. Denn „Made in Germany“ ist in Indien nach wie vor eine geschätzte Marke. Grafik: Adobe Stock

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glückauf 4-2019. Die Online-Ausgabe der Zeitung für Mitarbeiter, Kunden und Freunde der GMH Gruppe.  

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