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GMH GRUPPE

Unsere

glück auf 3-2019

GMH Gruppe // Leitartikel

Stärken ausspielen – Abschwung trotzen „Wir bleiben trotz aller Herausforderungen bei wichtigen Themen wie der Internationalisierung unseres Geschäfts und der Digitalisierung am Ball.“

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wie ging es Ihnen, wenn Sie in den letzten Monaten die Wirtschaftsnachrichten verfolgt haben? Mir macht es jedenfalls gerade immer seltener Freude, morgens die Zeitung aufzuschlagen oder das Tablet einzuschalten. Die negativen Meldungen häufen sich – von den großen Themen der Weltwirtschaft um Brexit, Trump und China bis hin zu regionalen Berichten über Unternehmen, die sich gegen den konjunkturellen Einbruch stemmen. Das Geschäftsklima wird schlechter und die Anzeichen für eine Rezession nehmen zu. Die Automobilproduktion schwächelt zusehends, und das besonders in Deutschland. Die Stahlindustrie war schon immer ein empfindlicher Sensor für konjunkturelle Schwankungen. Und so spüren auch wir deutlich die zunehmenden Warnsignale. Darauf stellen wir uns mit der Flexibilität ein, die wir schon bei früheren konjunkturellen Einbrüchen unter Beweis gestellt haben. Belegschaften und Geschäftsfüh-

rungen der Unternehmen ziehen da auch heute wieder an einem Strang. Das habe ich auf der Betriebsrätekonferenz Mitte September deutlich gespürt. Auch weiß ich, dass die GMH Gruppe auf eine solche Herausforderung grundsätzlich vorbereitet ist. Wir haben seit dem tief greifenden Einschnitt der Finanzkrise vor 10 Jahren viele Hausaufgaben erledigen können. Die Gruppe ist heute wesentlich stringenter ausgerichtet. Und gerade auch dank „Zukunft GMH Gruppe“ haben wir es in den letzten Jahren immer besser geschafft, Synergien zu heben und Verbesserungsideen aus der Gruppe in andere Unternehmen zu übertragen. Das hat uns zum Beispiel sehr dabei geholfen, dem Guss-Bereich wieder Perspektiven zu eröffnen. Auch wenn jetzt natürlich auch dieser Bereich die schwächer werdende Wirtschaft zu spüren bekommt. Doch allein mit diesen Hausaufgaben ist es nicht getan. Der kon-

junkturelle Einbruch ist auch ein Gradmesser dafür, wie gut die Geschäftsmodelle der einzelnen

Werksfoto

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CO2LUTIONS ist unser Weg zu grünem Stahl

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Mit Dekarbonisierungsprogramm Schritt für Schritt treibhausgas-neutral. nellen integrierten Hüttenwerken mit ihren Hochöfen – ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz und zugleich eine Chance im Wettbewerb um Kunden, denen eine nachhaltige Produktion in ihrer Lieferkette immer wichtiger wird. Um unsere CO2-Emissionen dauerhaft auf NULL zu senken,

glückauf-Editorialteam

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ine zukünftige treibhausgasneutrale Gesellschaft wird weiterhin Stahl und Eisen benötigen. Hier sind wir schon jetzt richtig aufgestellt: Die GMH Gruppe versteht sich als Speerspitze bei der Dekarbonisierung der Stahlindustrie in Deutschland. Viele unserer Prozesse beruhen auf elektrischen Schmelzverfahren, die keinen fossilen Energieträger benötigen. Alle wichtigen nachfolgenden Bearbeitungsschritte erfolgen mit elektrischen Antrieben. Aber ohne fossile Energieträger wie z. B. Erdgas oder Diesel kommen auch wir derzeit noch nicht aus. Um hier schrittweise immer klimaneutraler zu werden, haben wir bereits einige Projekte angestoßen, die wir in unserem langfristig angelegten Dekarbonisierungsprogramm CO2LUTIONS

Ansprechpartner: Frank Düssler

keit und Einkaufseffekte sind da nur Beispiele. Dabei vergessen wir nicht den Blick in die Zukunft. Wir bleiben trotz aller Herausforderungen bei wichtigen Themen am Ball. Das gilt beispielsweise für die Internationalisierung unseres Geschäfts, durch die wir zunehmend von Wachstumsmärkten profitieren können. Es gilt genauso für die Digitalisierung, mit der wir schneller und transparenter werden. Auch deshalb bin ich überzeugt, dass wir gut durch diesen konjunkturellen Abschwung kommen. Vielleicht erinnern Sie sich noch an meinen Leitartikel aus der letzten glückauf. Darin hatte ich beschrieben, warum wir uns nicht vor einer kritischen Diskussion um Klimafragen verstecken müssen. Das Thema hat noch eine ganz andere Dimension, die uns in einem schwierigeren wirtschaftlichen Umfeld helfen kann: CO2-emissionsarmer Stahl, wie wir ihn produzieren, stößt in den Wertschöpfungsketten langsam auf immer mehr Interesse. Diesen grünen Wettbewerbsvorteil werden wir jetzt neben unseren anderen Stärken zusätzlich ausspielen. Glück auf!

GMH Gruppe // Klimawandel

Text: Klaus Schmidtke,

Unternehmen funktionieren und an welchen Stellen nachgebessert werden muss. Denn jedes Unternehmen der Gruppe muss klar darauf hinarbeiten, positive Ergebnisse zu erzielen und sich damit selbst den Freiraum für Investitionen zu schaffen. Nur auf diese Weise können wir dauerhaft erfolgreich wirtschaften. Auch dafür gehen wir jetzt alle Möglichkeiten an, Kosten zu senken. Verzicht auf Mehrarbeit, veränderte Schichtfahrweisen, Bestandsoptimierung, eine zurückhaltende Investitionstätig-

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müssen wir in dem Übergangszeitraum vorhandene Brennstoffe und Energieträger effizienter einsetzen bzw. emissionsfreie Prozesse ohne CO2 schaffen. Vieles mag noch nach ScienceFiction klingen, 100 Prozent Strom aus regenerativen Quellen und grüner Wasserstoff als Energieträger sind in weiter Ferne. Aber in dreißig Jahren müssen wir entsprechend den Pariser Klimazielen unsere Prozesse nahezu treibhausgas-neutral umgestaltet haben. In dreißig Jahren kann viel passieren. In dreißig Jahren wurden aus schweren Telefonen mit Handkoffern des C-Netzes leichte

Smartphones, die letztendlich leistungsfähige Computer mit Telefonfunktion sind. Bei unseren Prozessen müssen wir fossile Einsatzstoffe einsparen und schließlich ersetzen. Dies betrifft Erd- und andere Brenngase, Einblaskohlen, fossile Treibund Brennstoffe. Der Kraftstoff der Zukunft wird regenerativer Strom sein. Dabei können alle mithelfen. Ihre Ideen sind gefragt! Frank Düssler ist dafür Ihr Gesprächspartner. Sein Tätigkeitsbereich „OPEX Umwelt“ firmiert ab sofort unter der Bezeichnung „OPEX Nachhaltigkeit & Umwelt“.

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bündeln und weiterentwickeln werden. Unter dem Dach von CO2LUTIONS wollen wir unsere gemeinsamen Ideen, Anstrengungen und Weiterentwicklungen zusammenführen und das Knowhow der gesamten GMH Gruppe für alle nutzen. Mit CO2LUTIONS wollen wir unsere CO2-Emissionen dauerhaft senken. Bei unseren Elektrostahlwerken entsteht z. B. fünfmal weniger CO2 als in den traditio-

Foto: Adobe Stock

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glückauf 3-2019  

glückauf 3-2019 – die Zeitung für Mitarbeiter der GMH Gruppe.

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