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glück­auf

Die Zei­tung für Mit­ar­bei­ter, Kun­den und Freun­de der GMH Gruppe

3/2017

Die modernisierte Stranggießanlage erscheint in vollem Glanz.

Foto: Oliver Pracht

Positiv.

Wie verläuft 2017 bislang für die GMH Gruppe? Die Antwort von Thomas Löhr (Mitglied der Geschäftsführung GMH Holding) ist Erfolg versprechend. >>> auf Seite 3

Produktiv.

Neue Ideen fallen nicht vom Himmel – sondern eher beim Gespräch mit Kollegen an. Diesen Austausch soll eine InnovationsCommunity fördern.

>>> auf Seite 8

Progressiv.

Eine qualitativ hochwertige Weiterbildung wird für Unternehmen immer wichtiger. Die Akademie der GMH Gruppe ist zukünftig dafür zuständig. >>> auf Seite 8

Präventiv. Wer geschäftlich mit dem Flugzeug unterwegs ist, sollte wissen, dass seine Bordkarte Daten speichert, die Gauner leicht missbrauchen können. >>> auf Seite 10

Investigativ.

Schwachstellen aufdecken und ausräumen will gelernt sein. Die Friedrich Wilhelms-Hütte hat sich jetzt um „Low Hanging Fruits“ gekümmert.

Operation am offenen Herzen: Patient wohlauf GMHütte · II von III geschafft: Modernisierung der Stranggießanlage läuft weiter nach Plan.

D

as Wichtigste zuerst: Teil II des Mega-Pro- lende Anlage gefahren – mit Erfolg. Am Ende des jektes „Modernisierung der Stranggießanla- Mammutprojektes, das am 17. Juli begonnen

ge“ wurde erfolgreich und – was noch viel wich- hatte, waren alle Beteiligten zwar glücklich und tiger ist – unfallfrei (!) abgeschlossen. Pünktlich zufrieden – aber auch rechtschaffen erschöpft. zum 14. August 2017 und aufs Äußerste ange- Lesen Sie mehr über das atemberaubende Prospannt hat ein kleiner Kreis von Mitarbeitern, jekt und die daran beteiligten Mitarbeiter in undie am Umbau beteiligt waren, die erste Charge serem Bericht … nach dem Betriebsstillstand durch die neu strah-

R … auf Seite 5

>>> auf Seite 16

AzubiPages

- Beilage für Die Auszubildende der GMH Gruppe

3/2017

Nach der Floß-Rallye wurde auf der Ruhr-Party bei Livemusik gefeiert (von links nach rechts): Götz Lemler, Yarek Gröger, Julian Lemler, Beke Gröger, David Liße, Jannik Lemler und Achak el Mehdi (vorne mit Rückenansicht Toni Teuber und Marvin Holz). Foto: privat

Innovativer Antrieb erregte Aufsehen FWH Eisenguss · Azubis landeten bei „Voll die Ruhr 2017“ im Vorderfeld.

B

ei der diesjährigen Flussfloßfahrt „Voll die Ruhr“ – Schauplatz waren die Schleuseninsel und die Wiesen des Ruhrtals – herrschten beste Wetterbedingungen. Mittendrin waren auch die Auszubildenden der Friedrich Wilhelms-Hütte Eisenguss (FWHE ). Gemeinsam mit 16 anderen Teams trieben sie mit ihrem Floß 4 km lang ruhrabwärts. Das in ihrer Freizeit gebaute Floß war natürlich nach den offiziellen Vorgaben konstruiert. Zudem hatten sie versucht, in den Aufbauten das diesjährige Motto der Floß-Rallye möglichst fantasiereich umzusetzen: „Bunter Ruhrpott“. Das 750 kg schwere Floß war mit einem raffinierten Pedalantrieb bestückt, der im Übrigen auch ausgezeich-

net zu funktionieren schien. Denn das FWH -Team legte als erstes Floß vor dem Schleusenwehr am Wasserbahnhof an. Dort bestaunten zahlreiche Jugendliche den auffälligen und zugleich innovativen Antrieb des Floßes und ließen sich von den Azubis Konstruktion und Wirkungsweise erklären. Doch Geschwindigkeit war bei der Floß-Rallye nicht alles. Die Jury achtete wie jedes Jahr mehr auf das Äußere – und bewertete vor allem die Umsetzung des Mottos. Aber das konnte die Stimmung des FWH -Teams nicht trüben. Schließlich belegte man in der Gesamtwertung den 5. Platz. Rainer Hammelsbrock

Alles klar? Die alten Hasen unter euch wissen natürlich schon Bescheid: Um den Monat August herum beginnen die neuen Azubis in Deutschland mit ihrer Ausbildung. Und wie jedes Jahr starten auch wieder in den Unternehmen der GMH Gruppe jede Menge Jugendliche ihre Berufskarriere. Wie eure zukünftigen Kolleginnnen und Kollegen aussehen, könnt ihr auf den folgenden Seiten begutachten. Ansonsten euch alles Gute – und haut rein! Euer Leo

Kommen und gehen

Nach den Sommerferien ist es meist so weit: Die ausgelernten Azubis absolvieren ihre Abschlussprüfung bei der IHK, die neuen ihre Einführungsveranstaltungen in „ihren“ Unternehmen – auch in der GMH Gruppe.

Nichts ist unmöglich Was gibt es Überzeugenderes als ein Kunde, der dem Lieferanten attestiert, dass seine Produkte qualitativ absolut spitze sind? Und wenn es sich um einen Global Player handelt, erst recht. Mannstaedt weiß, wie sich das anfühlt. Das Unternehmen wurde von Toyota Industries im japanischen Headquarter mit dem „Global Partner Supplier“ ausgezeichnet. Damit verbunden ist auch ein 3-Jahres-Vertrag. R siehe Seite 4

Minister gibt sich die Ehre Was sucht ein Bundesaußenminister in einem Stahlwerk in Niedersachsen? Die Antwort darauf gibt das Thema, über das sich Sigmar Gabriel mit den Spitzen der GMH Gruppe austauschen wollte – nämlich über die Auswirkungen internationaler Handelsbeschränkungen auf die Stahlindustrie. R siehe Seite 2


GMH GRUPPE    STANDORTE DER GMH GRUPPE STANDORTE DER GMH GRUPPE

A U S D E M I N H A LT

GMH Systems · GMH -Unter-

Hamburg

Produktionsstandorte / Repräsentanzen Hamburg

Schaumburg Indianapolis

Indianapolis Genua Georgia

Chesterfield St. Petersburg

Kocaeli Genua

Kocaeli

Peking

Tokio

Peking

Tokio

NIEDERLANDE

NIEDERLANDE

POLEN

Osnabrück

POLEN

Georgsmarienhütte Osnabrück Georgsmarienhütte Burg Dortmund

Dortmund

Zorge Herzberg

Burg

Witten Essen Witten Essen Schwerte Schwerte Hagen Mülheim Hagen Gevelsberg Düsseldorf Mülheim Willich Gevelsberg Düsseldorf Troisdorf Sydney

Sydney

Foto:   panthermedia.net / Randolf Berold

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, es ist Zeit, einmal kurz und vor allem tief durchzuatmen: Die GMH Gruppe schreibt auch im Jahr 2017 wieder Erfolg versprechende Zahlen (siehe Thomas Löhr: „Wieder auf gutem Kurs!“, Seite 3). Das ist beruhigend und gut zu wissen. Aber noch besser und beruhigender ist, was man daraus schließen kann: dass nämlich der neue Weg, den die GMH Gruppe eingeschlagen hat, genau der richtige ist. Also gibt es nur ein einziges Gebot der Stunde: weiter diesen Weg zu gehen – konsequent und mit dem Ehrgeiz, noch besser zu werden. Denn einen Weg, der mehr Erfolg verspricht, den gibt es derzeit nicht.

Gröditz

wurden Aufträge quasi abschnittsweise in den Abteilungen geplant. Jetzt wickelt ein zentrales Auftragszentrum die gesamte Planung ab.

DEUTSCHLAND

BELGIEN LUXEM-

DEUTSCHLAND

BURG

©

Walter Hundhausen · Bislang

Gröditz

Willich Troisdorf

BELGIEN

auf Sei­te 7

Wildau

Zorge Wildau Herzberg

Bous LUXEMBURG

Nürnberg

Kladno

TSCHECHISCHE REPUBLIK

Kladno

auf Sei­te 9

Metz

Stahlwerk Bous · Er galt als

einer der Stillen in der GMH Gruppe – aber auch als einer der Besten: Franz-Josef Schu. Jetzt nimmt er seinen Abschied.

FRANKREICH

Bous

Metz

Krieglach

SCHWEIZ

Judenburg

ÖSTERREICH

GMH Gruppe · Sie haben sich

auf Sei­te 9

GMHütte · Jetzt ist es schon

zum zweiten Mal per Zertifikat bestätigt worden: Das Stahlwerk ist demografiefest aufgestellt. auf Sei­te 8

GMH Gruppe · Neue Ideen ent-

ÖSTERREICH Schwäbisch Gmünd

FRANKREICH

auf Sei­te 3

immer viel zu sagen und können viel voneinander lernen: die Kontroller und Finanzleiter der GMH Gruppe.

TSCHECHISCHE REPUBLIK

Nürnberg

Schwäbisch Gmünd

Stand 09.2017

Georgia

Chesterfield St. Petersburg

Schaumburg

nehmen müssen enger miteinander kooperieren. Voraussetzung: eine gemeinsame IT-Basis. Was sich bereits getan hat, zeigen IT-Managementboard und „Go live“.

Krieglach

SCHWEIZ

Judenburg

GMHütte · Schlacke – ein

Nebenprodukt, das vielseitig verwendet werden kann und so Ressourcen schont. Jetzt droht eine Ersatzbaustoffverordnung, die dazu führen könnte, dass Schlacke zukünftig auf der Deponie landet.

SWG/GMH Blankstahl · Die Möglichkeiten, mit der russischen Wirtschaft in Kontakt zu treten, sollte man natürlich nutzen – so wie bei einem Umformtechnik-Symposium in Moskau anlässlich der Metalloobrabotka.

stehen in vielen Fällen im Austausch miteinander. Deshalb hat die GMH Gruppe eine InnovationsCommunity eingerichtet – leicht zu finden im GMH -Portal.

Stand 09.2017

EDITORIAL

auf Sei­te 8

Stahl Judenburg · Das Stahl-

werk gibt sich die Ehre – und feiert am 30. September sein 111-jähriges Jubiläum. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange. auf Sei­te 10

auf Sei­te 6 auf Sei­te 6

Ihr glückauf-Redaktionsteam

Beim Thema „Schutzzölle“ schmunzelte der Minister GMH Gruppe · Außenminister Sigmar Gabriel zu Gesprächen bei der GMH Gruppe

A

m 18. August traf hoher Besuch in der GMH ütte ein: Bundesaußenminister Sigmar Gabriel kam mit der Geschäftsführung der GMH Gruppe zusammen, um sich über die Auswirkungen internationaler Handelsbeschränkungen auf die Stahlindustrie auszutauschen. Begleitet wurde er vom SPD -Bundestagsabgeordneten Rainer Spiering. Neben Frank Koch (Vorsitzender der Geschäftsführung GMH Holding) und Thomas Löhr (Geschäftsführer Finanzen GMH Holding) nahmen auch Hans Jürgen Kerkhoff (Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl) sowie Vertreter des Betriebsrates und der örtlichen IG Metall an dem Gespräch teil. Im Mittelpunkt des Dialogs standen die Überlegungen zu den von den USA angedrohten Handelsbeschränkungen und deren Auswirkungen auf die deutsche mittelständische Stahlindustrie. Weitere Themen waren die politische Situation in Russland, in der Türkei und das Verhältnis zu China. Zudem nutzte die GMH -Holding-Geschäftsführung das Treffen, um gegenüber dem Bundesaußenminister ein klares Bekenntnis zum Stahlproduktionsstandort Deutschland abzugeben. Frank Koch: „Mit ihm ist auch die Wertschöpfung in den angeschlossenen Industrien Automotive, Energie und Maschinenbau hierzulande untrennbar verbunden.“ Beim Thema Außenhandel bestimmten zunächst die USA als bisher größter Nettoimporteur von Stahl das Gespräch. Auch die Unternehmen der GMH Gruppe liefern in diesen Markt Stahl- und

Thematisierten auch die Handelsbeziehungen zu den USA (von links nach rechts): Fotos: cd Hans Jürgen Kerkhoff, Sigmar Gabriel und Frank Koch.

Schmiedeprodukte für die Bereiche Energie, Automotiv und Flurförderfahrzeuge in einem oberen zweistelligen Millionenbetrag. „Eine auch nur teilweise Abschottung des US -Marktes“, so Frank Koch, „hätte zur Folge, dass Handelsströme auch nach Europa umgeleitet würden. Unter den ohnehin schon erschwerten Wettbewerbsbedingungen, getrieben durch die chinesischen Dumpingpreise für Stahl wie auch durch die im internationalen Vergleich sehr hohen deutschen Anforderungen an die Energiepolitik, hätten zu-

sätzliche Belastungen durch Handelsbeschränkungen spürbare Auswirkungen auf die mittelständische Stahlindustrie. Überkapazitäten und Erlösverfall würden eine nicht mehr zu vertretende Belastung auf das Geschäftsergebnis haben und stellen somit eine existenzielle Bedrohung dar.“ Ebenfalls erörtert wurden wirtschaftliche Auswirkungen eines Handelsstreits zwischen den USA und China auf die deutsche Wirtschaft. Deutschland verbinde mit beiden Ländern ein Handelsvolumen von jeweils fast 170 Milliar-

glück auf · 3/2017 ............. 2

den Euro. Zusammengenommen mache das 15 Prozent des gesamten Außenhandels aus. Mit Blick auf Russland führten Frank Koch und Thomas Löhr aus, dass die GMH Gruppe in der Vergangenheit vielfältige Verbindungen nach Russland aufgebaut habe. Allerdings hätten sich durch die angespannte politische Situation die Gegebenheiten nachteilig verändert, so Frank Koch. Besonders zu den Strafzöllen für deutsche und europäische Stahlhersteller, die immer wieder seitens der Trump-Regierung angekündigt werden, hatte Sigmar Gabriel eine klare Meinung. Dabei zeigte er sich aus seiner Zeit als Bundeswirtschaftsminister als versierter Kenner der Materie: „Wenn US -Präsident Trump tatsächlich ernst machen und europäische Stahlprodukte mit Schutzzöllen belegen sollte, werden wir dagegen vor die Welthandelsorganisation ziehen.“ Beinahe schon amüsiert ging er weiter auf die US -Begründung der

angedrohten Schutzzölle ein: „Das US -Recht gestattet die Erhebung von Schutzzöllen, wenn von den betroffenen Produkten Gefahr für die nationale Sicherheit der USA ausgeht. Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, inwiefern das im Falle von Stahl der GMH Gruppe der Fall sein sollte – zumal ohne deutschen und europäischen Stahl viele weiterverarbeitenden Unternehmen in den USA ihre Produktion einstellen müssten.“ Rund 90 Minuten nahm sich der Politiker Zeit für den intensiven Austausch. Das abschließende Fazit von Frank Koch: „Es war gut, den Außenminister bei uns zu haben. Die Gespräche haben gezeigt, dass es für Politik und die Stahlbranche viele Ansatzpunkte gibt, um für eine gute Zukunft gemeinsam an einem Strang zu ziehen.“ Dass aber auch ein Bundesaußenminister nicht immer Herr über seinen Terminkalender ist, zeigte sich bei der Abreise, die sich ungeplant verzögerte. Gabriel erwies sich als Pragmatiker und nutzte die Wartezeit für einen spontanen Gang in die Kantine – unter sichtlicher Anspannung seiner Sicherheitsbeamten. Umso größer war die Überraschung der Kolleginnen und Kollegen der GMH ütte, die so während ihrer Mittagspause mit einem volksnahen Bundesminister ins Gespräch kamen. cd 

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel legt seinen Standpunkt dar.


GMH

GRUPPE  

 AUS DER GESCHÄFTSFÜHRUNG  

Wieder auf gutem Kurs Auf Herausforderungen des Marktes weiterhin mit richtigen Maßnahmen antworten Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, eine positive Nachricht zu Beginn: Wir sind auch in diesem Jahr wieder auf Kurs. So lässt sich das bisherige Geschäftsjahr 2017 kurz und knapp zusammenfassen. Das 2016 verabschiedete Programm „Zukunft GMH Gruppe“ stützt, wie erwartet, die Entwicklung. Die Maßnahmen werden plangemäß umgesetzt und die Effekte liegen leicht über den Erwartungen. Dies ist nicht selbstverständlich, und ich bedanke mich ausdrücklich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Mitwirkung. Außerdem spüren wir eine leichte konjunkturelle Belebung. Wir dürfen jedoch nicht übersehen, dass die Rahmenbedingungen weiterhin ambitioniert sind. So haben sich z. B. die Elektrodenpreise aufgrund verschärfter chinesischer Umweltgesetzgebung versiebenfacht. Ohne Elektroden können wir keinen Stahl produzieren. Die Energiekosten und die Netzentgelte steigen weiter, und auch bei anderen Kostenpositionen zeigen sich zum Teil deutliche Preissteigerungen. Zur Jahreshälfte weist die GMH Gruppe, sowohl beim Ergebnis wie auch beim Rohertrag, eine leicht positive Abweichung gegenüber Budget aus. Wir werden aber weiterhin hart daran arbeiten müssen, unsere Zielsetzungen für die nächsten Jahre zu erreichen. Als GMH Gruppe stehen wir vor der herausfordernden Aufgabe, uns unter grundlegend veränderten Rahmenbedingungen wettbewerbsfähig und zukunftsfest aufzustellen. Neue global agierende Wettbewerber mit anderen Kostenstrukturen setzen uns in Teilbereichen erheblich zu. Diesem Wettbewerb stellen wir uns. Die weitere Optimierung unserer Kostenstrukturen hat oberste Priorität. Der weltweite Markt in der Stahlindustrie stagniert, es herrscht hoher Kosten- und Konsolidierungsdruck, der in Deutschland – als Hochlohnland – besonders stark spürbar ist. Darauf müssen wir mit den richtigen Maßnahmen antworten. Das Programm Zukunft Gruppe muss dauerhaft etabliert sein und kontinuierlich neue Projekte definieren. Nur neue Ideen sichern die Zukunftsfähigkeit der Gruppe. Deshalb ist es nur folgerichtig, dass wir in unserer neuen Organisationsstruktur die Kräfte der GMH Gruppe dort zusammengeführt haben, wo sie die Kostenstruktur verbessert, die Wege verkürzt sowie Wissens- und Informationsaustausch beschleunigt und Reaktionszeiten verkürzt. Denn kein Standort muss alles zugleich können. Bestimmte Aufgaben können zentral besser und zielgerichteter, und für alle Standorte noch professioneller, erledigt werden – alles zum Nutzen unserer Kunden. Unsere Maxime lautet: so zentral wie nötig, so dezentral wie möglich. Noch arbeiten nicht alle Unternehmen der Gruppe profitabel. Die Kolleginnen und Kollegen arbeiten hart an der

Werksfoto

Thomas Löhr

Restrukturierung, um in den stark umkämpften und wettbewerbsverzerrten Märkten bestehen zu können. Durchaus keine leichte Aufgabe, in die sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Teil mit Zukunftstarifverträgen persönlich eingebracht haben. Das bedarf unser aller Respekt und Anerkennung. Aber: Nur profitable Unternehmen können Wachstum finanzieren. Von daher müssen alle Anstrengungen intensiv weitergeführt werden. Dauerhaft können Verlustsituationen nicht akzeptiert werden. In diesem Jahr werden wir einen dreistelligen Millionenbetrag in neue Maschinen und Anlagen investieren. Diese Investitionen in die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit der GMH Gruppe unterstützen den erfolgreich eingeschlagenen Weg. Werfen wir einen Blick auf die wesentlichen Kennziffern wie Rohertrag, EBITDA und Cashflow, sind wir durch den klaren Fokus auf unser Kerngeschäft, und die Verbesserung unserer

Erfolg ist Teamarbeit Stahlwerk Bous · Franz-Josef Schu geht nach 36 Jahren in den Ruhestand.

E

iner der dienstältesten Geschäftsführer der GMH Gruppe geht zum 1. Oktober in den Ruhestand: Franz-Josef Schu war insgesamt 36 Jahre lang im Stahlwerk Bous tätig, davon 15 Jahre als Geschäftsführer. Bereits 1981 nahm der Diplom-Ingenieur bei der damaligen Röhrenwerke Bous Saar GmbH seine Arbeit auf. Am traditionsreichen Standort Bous wurden bereits ab 1886 nahtlose Rohre nach dem Mannesmann-Schrägwalz- und -Pilgerschrittverfahren gewalzt. 1998 übernahm die Georgsmarienhütte Holding GmbH das saarländische Unternehmen. Das stillgelegte Röhren-Walzwerk wurde damals zwar nicht mehr aktiviert, dafür der Standort Stück für Stück modernisiert. Man hatte sich auf die Produktion von Röhrenvormaterial spezialisiert und richtete die Technik darauf aus. Am 1. Mai 2002 wurde Herr Schu zum Geschäftsführer der Stahlwerk Bous GmbH berufen und hatte damit zahlreiche unternehmerische Mei-

Franz-Josef Schu

lensteine zu verantworten. Nicht nur die technische Weiterentwicklung, der Ausbau der Produktionsmöglichkeiten und die Herstellung von Röhrenvormaterial lagen ihm sehr am Herzen, sondern auch das Schmiedevormaterial sowie die Versorgung der Kunden mit Stahl und deren Bindung an das Unter-

Werksfoto

nehmen. Und so wurden unter anderem im Oktober 2005 zur Optimierung der Sekundärmetallurgie und zur Verbesserung der Flexibilität ein neuer Pfannenofen, Glühöfen und große Sägen in Betrieb genommen. Eine weitere wichtige Investition war 2009 der Bau einer Stranggussanlage, mit der das

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Kostenstrukturen, wieder eine gesunde und starke Gruppe mit klarer Ausrichtung. Die GMH Gruppe ist im Wachstumsmodus. Ein sichtbares Zeichen dafür, dass die Strukturveränderung der Weg in die richtige Richtung ist und bereits erste Früchte trägt. Erfolge können in unserem Markt- und Wettbewerbsumfeld nur gemeinsam erreicht werden. Die Voraussetzungen sind da – packen wir es als GMH Gruppe gemeinsam an. Glück auf!

Produktspektrum und der Kundenstamm des Stahlwerks noch einmal erweitert werden konnten. Ganz aktuell wurde 2017 nun die neue Entstaubungsanlage des Werks in Betrieb genommen – in Konzeption und Ausführung die modernste der Welt. Aber nicht nur auf der technischen Seite, sondern auch im Kontakt mit den Kunden hat das Stahlwerk Bous seinem scheidenden Geschäftsführer viel zu verdanken. Auch durch die Vertragsverlängerung mit dem Kunden Vallourec wurde die Zukunft des Stahlstandortes im Saarland für die nächsten Jahre gesichert. Aber das ist kein Grund, sich zurückzulehnen. Es zeichnet Franz-Josef Schu zudem aus, dass er immer ein starkes unternehmerisches Verantwortungsgefühl für den Standort und die dort arbeitenden Menschen hat. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge verlässt Herr Schu nun das Stahlwerk. „Es hat immer viel Freude bereitet, aber nun ist auch mal Zeit für etwas anderes“, ist sich der scheidende Geschäftsführer sicher. Eines ist ihm bei seinem Abschied aber besonders wichtig: „Der Erfolg am Standort Bous ist nie die Leistung eines Einzelnen gewesen – das war, ist und bleibt immer Teamarbeit!“ ikw

Versorgung aus einer Hand

D

ie drei Recycling-Unternehmen der GMH Gruppe schließen sich zur GMH Recycling GmbH zusammen. Kräfte bündeln und Synergien nutzen – unter diesem Motto haben sich nun im Zuge der organisatorischen Neuausrichtung der GMH Gruppe die Unternehmen Rohstoff Recycling Osnabrück GmbH (RRO ), Rohstoff Recycling Dortmund GmbH (RRD ) und Adolf Ellermann GmbH zur GMH Recycling GmbH zusammengeschlossen. „Wir folgen damit der strategischen Zielsetzung, die Kräfte innerhalb der Unternehmensgruppe besser zu bündeln und die Prozessund Verwaltungsabläufe sowie den Wissens- und Erfahrungsaustausch untereinander zu optimieren“, erklärt Knut Schemme, Geschäftsführer der GMH Recycling GmbH. Das „neue“ Unternehmen mit Hauptsitz in Osnabrück verfügt weiterhin über die bekannten Betriebsstandorte und bietet seinen Kunden und Lieferanten selbstverständlich den gewohnten Service. Ebenso stehen die vertrauten Ansprechpartner nach wie vor unter den bekannten Kontaktdaten an den jeweiligen Standorten zur Verfügung.  mw


GMH

GRUPPE  

 HIER SPRICHT DER GESELLSCHAFTER   Drittens: Das Gerangel um die Grenzwerte hat mehr mit Voodoo zu tun als mit Wissenschaft: Warum sind an Industriearbeitsplätzen 950 Mikrogramm Stickoxide pro Kubikmeter Luft erlaubt, im Büro 60, auf der Straße 40? Flatulenzen von Rindviechern, Grills und Kleinfeuer, das seien schlimmere Luftverschmutzer als deutsche Diesel – sagt der Risikoforscher Gerd Gigerenzer. Viertens: Das Elektroauto ist nicht perfekt. Die Batterie, das Laden, der Strom, Rohstoffe, Entsorgung – allenthalben ungeklärte Fragen. Trotz großzügiger Kaufanreize bleiben die Stromer auf dem Hof. Weil deutsche Autokäufer, wohl die kritischsten Kunden der Welt, von der Gesamtbilanz des E-Mobils nicht überzeugt sind.

als ich in den 80er Jahren zur GMHütte kam, da ging unsere Welt auch schon unter. Schienen seien tot, so raunte man in der Stahlszene, die Eisenbahn sei am Ende, denn nun rausche der Transrapid heran. Den Ausgang der Geschichte kennen wir. Derzeit erleben wir den nächsten Weltuntergang: Der Diesel soll beerdigt werden.

Weder Käufer noch Industrie, weder Weltmarkt noch Arbeitnehmer wollen Entweder-oder-Dirigismus. E-Mobilität bietet sich für Ballungsräume an, sofern der Strom sauber ist. Auf Langstrecken dürfte der Diesel noch eine Weile sinnvoller sein. Womöglich erweisen sich in ein paar Jahren Brennstoffzelle oder neue Hybrid-Strategien als bessere Lösung. Auch gut. Kein Antrieb ist alternativlos. Es geht nicht um Stahl oder Karbon, Diesel oder E-Auto, sondern um die schlaueste, effektivste und umweltschonendste Kombination bewährter und neuer Technologien.

Wenn Radfahrer zu Antriebsexperten werden und Hysteriker zu Feinstaubfachleuten, dann ist nur eines sicher: eine entgleiste Debatte, getrieben von Halbwissen und Falschfakten. Deswegen bitte Ruhe bewahren und die Sachlage ordnen. Erstens: Offenbar ist bei den Emissionsmessungen bestimmter Modelle geschummelt Wie auch immer die worden. Hier klären Gerichte schonungslos die Zukunft aussieht: Die Sachlage. Eines steht jetzt schon fest: Es wird Firmen der GMH Gruppe teuer. sind vorne mit dabei.

Und weil die GMH Gruppe innovative Lösungen für einen Werkstoff mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten bietet, sind wir für unsere Kunden in der Mobilität ein guter Partner. Wie auch immer die Zukunft aussieht: Die Firmen der GMH Gruppe sind vorne mit dabei.

Zweitens: Der Dieselmotor stößt weniger klimaschädliches CO2 aus als ein Benziner – bei einem Selbstzünder liegt der Verbrauch niedriger. Das war politisch gewollt. Zwar produziert der Diesel mehr Stickoxide, aber weil die Motoren immer sauberer werden, sinken die Emissionen kontinuierlich. Dieser Trend wird sich fortsetzen.

Ihr Werksfoto

Global Partners – Global Leaders Mannstaedt · Mehr als Trophäe und Händedruck: Toyotas Auszeichnung zum „Global Partner Supplier“ beinhaltet auch einen 3-Jahres-Vertrag.

E

ine besondere Ehre wurde Mannstaedt zuteil. Im japanischen Headquarter von Toyota Industries erhielt das Unternehmen die Auszeichnung „Global Partner Supplier“. Überreicht wurde der Preis von Toru Inagawa, Einkaufsvorstand der Toyota Material Handling Group (TMHG ). Für Mannstaedt entgegengenommen haben ihn Guido Glees (Leiter Vertrieb Material Handling) sowie die beiden Area Sales Manager Erk

Lehmler und Peter Himmelstein. Zu den Gratulanten zählten auch Takehiko Oishi (TMHG Deputy Chief Purchasing Officer), Kengo Imaeda ( CPO aller asiatischen und südamerikanischen Werke) sowie Kevin Alexander und Giorgio Polonio

Auszeichner und Ausgezeichnete hatten allen Grund, sich zu freuen (hintere Reihe von links nach rechts): Ryoii Kito (TMHG), Giorgio Polonio (CPO Europa-Werke), Takehiko Oishi (Deputy CPO TMHG), Kevin Alexander (CPO nordamerikanische Werke) und Kengo Imaeda (CPO Brasilien und asiatische Werke). Vordere Reihe von links nach rechts: Peter Himmelstein (Area Sales Manager Mannstaedt), Toru Inagawa (Einkaufsvorstand TMHG), Guido Glees (Leiter Vertrieb Mannstaedt) und Erk Lehmler (Area Sales Manager Mannstaedt).

glück auf · 3/2017 ............. 4

( CPO s der nordamerikanischen und europäischen Werke). Der „Global Partner Supplier“ wurde bis dato nur dreimal vergeben – und Mannstaedt ist der einzige Lieferant aus dem Stahlbereich, der diese Auszeichnung erhalten hat. Voraussetzung dafür ist: Der Lieferant muss alle Standorte der Toyota Material Handling Group beliefern und einen entsprechend hohen, für Toyota strategisch wichtigen Lieferanteil abdecken. Mit über 42 Prozent sind die Troisdorfer der mit Abstand größte Lieferant von Spezialprofilen in die Toyota-Gruppe. Umgekehrt sind die Japaner inzwischen der größte Kunde des Unternehmens. Die engen Beziehungen zu Toyota Industries – der globalen Nr. 1 unter

den Flurförderzeug-Herstellern – bestehen schon seit Jahrzehnten. Und gerade bei der Toyota-Gruppe konnte man in den letzten Jahren Absatz und Umsatz kontinuierlich steigern. Verbunden mit der Auszeichnung ist übrigens ein 3-Jahres-Vertrag. Er sichert Mannstaedt nicht nur den derzeitigen Lieferanteil, sondern eröffnet auch Optionen für eine Vielzahl neuer Projekte – und damit für eine weitere Vertiefung der Zusammenarbeit in wirtschaftlicher und technischer Hinsicht. Mannstaedt ist im Übrigen der führende Hersteller von Hubmastprofilen für die Flurförderzeug-Industrie. Das Unternehmen beliefert weltweit nahezu alle führendenden Hersteller von Gabelstaplern. Die Absatzmenge konnte in den letzten Jahren massiv auf mittlerweile 100.000 t Spezialprofile gesteigert werden. Guido Glees 

Toru Inagawa (Einkaufsvorstand TMHG) und Guido Glees (Leiter Vertrieb Material Handling Mannstaedt)

Werksfotos


GMH

GRUPPE  

Alle sind glücklich – und erschöpft

„Aber machen wir uns an dieser Stelle nichts vor“, so Oliver Brune, „jeder, der schon einmal ein Projekt mitbegleitet hat, weiß, dass selbst die besten Pläne nicht funktionieren und das Schicksal auch manchmal gegen einen spielt.“ Und entsprechende Herausforderungen gab es reichlich. Da war zum Beispiel die Tatsache, dass es neben dieser Stranggießanlage kein Reserveaggregat gab. Und da war

„Wir haben ein neues Instrument bekommen. Aber nicht jeder, der ein Klavier zu Hause stehen hat, kann es auch perfekt spielen!

THOMAS WURM

entstanden ist, auch in der Praxis funktioniert, ist großartig und eine riesige Bestätigung für alle BeteiGMHütte · Modernisierung Phase II: Optimierung qualitativer Eigenschaften. ligten.“ In der Tat war es wichtig, dass die GMH -Stahlwerker ihr ganz eigenes GMH -Know-how in das s war schon vor meiner Zeit klar, dass etwas getan werden Projekt einfließen lassen konnten – Neue Schaltpulte sorgen auch im Brennerleitstand für neuen muss.“ Michael Merz, Leiter der zusammen mit den Anlagenbauern Glanz. Business Unit Stahlerzeugung und der externen Dienstleister. Foto: Oliver Pracht Technischer Geschäftsführer der Das Novum der Anlage sind die GMH Gruppe, weiß genau, weshalb Kaltstrangsysteme. Denn die neudie Investition unumgänglich war: en starren Kaltstränge ersetzen das „Die Anforderungen der Kunden alte horizontale System. Ab sofort aus der Automobilindustrie werden schweben sechs Stränge beim Animmer größer, und der Einfluss aus gießen einer neuen Sequenz bis zu China ist mittlerweile auch spür30 m hoch unter der Hallendecke – ein Bewegungsablauf, der an eine bar. Themen wie Elektromobilität Ballett-Choreografie erinnert. und Leichtbau sind bei den AutoVorteil des starren Systems: Es mobilherstellern omnipräsent. Das sitzt rein räumlich gesehen vor bedeutet für uns Stahlhersteller: den Brennschneidmaschinen und Wir müssen uns mehr denn je auf erfordert weniger Rüstzeiten. Auch das Thema Qualität konzentrieren, für den Anlagenbauer sind starum den Ansprüchen unserer Kunden gerecht zu werden. Die GMH re Kaltstränge mit diesem Radius, Gruppe muss sich in diesem wandieser Länge und dieser Dicke ein Novum. Und Kunden können hier delnden Umfeld weiter an der Poleeine bessere Qualität erwarten. position behaupten.“ Neues auch aus dem Brennerleitstand. Dort gibt es zu einer Seite schon eine neue SteuerungselekMit anzusehen, dass das, was tronik inklusive Schaltpulte. Die in der Theorie in all unseren damit betrauten Kollegen wurden Köpfen entstanden ist, auch beim Dienstleiter vor Ort geschult. in der Praxis funktioniert, ist Sie ließen aber auch gleichzeitig ihr großartig und eine riesige dieser unfassbare Zeitdruck. Zudem Fachwissen aus vielen Jahren StahlBestätigung für alle Beteiligten. wollte man die örtlichen Gegeben- erzeugung mit in die Programmieheiten bestmöglich ausnutzen. rungen einfließen. „Ein Greenfield-Projekt wäZukünftig muss sich der MitarGUIDO WENDLANDT re weitaus einfacher gewesen“, so beiter immer häufiger auf die techBrune „aber das war hier am Stand- nischen Angaben im Steuerungsort halt nicht möglich. Bis auf programm verlassen. Denn ein Für das führende Projektteam 6 Zentimeter haben wir die Fläche, direkter Blick auf die vergossenen war es eine riesige Herausforde- die zur Verfügung stand, optimal Stränge wie früher ist nicht mehr rung, alle Teilprojekte mit ihren ausgenutzt. Eine passgenaue Maß- möglich. Stattdessen wird an dieser Stelle nun moderne Kameratechnik jeweiligen Zeitplänen miteinander anfertigung.“ zu koordinieren. Projektleiter OliNeben den Kaltstrangwippen eingesetzt. Aber es kommt noch viel ArKalt-Stränge beim Angießen: bis zu 30 m hoch unter der Hallendecke. Foto: Oliver Pracht ver Brune (Leiter Neubau, Planung waren die Treibergrundrahmen, und Konstruktion): „Bei vergleich- die zu Beginn der Aufbauarbeiten beit auf die GMH ütte zu. Thomas Im letzten Jahr wurde Phase I geht es an die alte Substanz: Bin- baren Projekten hat man für ge- eingesetzt wurden, mit mehr als 50  Wurm, Leiter der technischen Kunder Modernisierung umgesetzt, nen einer Woche ist von dem alten wöhnlich ein Projektteam von 20 Tonnen Gewicht die größten Bau- denberatung, bringt es auf den in diesem Jahr Phase II. Dabei lag „Schätzchen“ fast nichts mehr üb- bis 30 Personen. Bei uns waren es teile. Sie waren bereits montiert Punkt: „Wir haben ein neues Insder Fokus auf der Optimierung der rig – außer einer tiefen schwarzen nur acht Mann. Vorteil: kurze Ab- und wurden mit dem Kran (eben- trument bekommen – aber nicht qualitativen Eigenschaften – eine Grube. Die Anlage wird bis auf die stimmungsprozesse. Aber wehe, es falls im Sommerstillstand neu ins- jeder, der ein Klavier zu Hause hat, Optimierung mit Vorgeschichte: Fundamente entkernt und bringt so fällt mal einer aus …!“ talliert) auf den Zehntelmillimeter kann es auch perfekt spielen.“ Die Bereits vor Jahren hatte man ei- manchen Mitarbeiter ins Staunen: kommende Zeit wird genau zeigen, Deshalb gab es morgens und genau auf Position gebracht. Auch Guido Wendlandt, Lei- welche qualitativen Fortschritte nen Versuchsstrang installiert, um „Die nehmen das ganze Stahlwerk nachmittags Abstimmungs- und Erkenntnisse zu gewinnen, die jetzt auseinander!“, hört man an vielen Koordinationsrunden. So war man ter Gießbetriebe für Blockguss die GMH ütte mit den neuen Ander Optimierung der sechs neuen Stellen – was durch die gleichzei- über den aktuellen Stand bestens und Strangguss, ist euphorisch: lagenkomponenten erzielen kann. Stränge zugute kamen. Ziel war, ei- tig abgewickelten Großreparaturen informiert und konnte auf Unvor- „Mit anzusehen, dass das, was in In den kommenden Modernisieder Theorie in all unseren Köpfen rungsphasen während der nächsne State-of-the-Art-Anlage zu bau- auch nicht ganz falsch war. hergesehenes sofort reagieren. ten Stillstände will die GMH ütte en, um die Kundenanforderungen der nächsten 10 bis 20 Jahre abdie Logistik verbessern, u. a. den Abtransport der Stränge. Zudem zudecken. So ging es u. a. um die steht im kommenden SommerstillMinimierung von Seigerungen und möglichen Porositäten und Rissen. Wenn man sieht, was hier im stand auch der Formatwechsel von Schon vor dem SommerstillStahlwerk geleistet wurde, dann 240² auf 245² auf dem Plan. kommt großer Stolz auf – und Aber für den Moment sind alle stand wurden wichtige Aggregate, auch die Gewissheit, bei etwas glücklich – und erschöpft zugleich. die nicht direkt die laufende ProBesonderem dabeigewesen zu sein. Die Gießer und Instandhalter duktion beeinflussen, aufgebaut sind zufrieden. Und auch Tim – darunter die neue WasserwirtRekersdrees (Leiter Stahlwerk), TIM REKERSDREES schaft vor der Stahlwerkshalle; spricht von Zufriedenheit und die neue Produktkühlung und die Glück, das Projekt ohne Unfälle Kaltstrangwippen, die als besondeabgewickelt zu haben: re Neuerung die Anlage am deut„Wenn man sieht, was hier lichsten optisch verändern; oder im Stahlwerk geleistet wurde, die klimatisierte Einhausung des kommt großer Stolz auf – und Verteilerleitstands der Kollegen. auch die Gewissheit, bei etwas Um mögliche Herstellungsfehler Besonderem dabeigewesen zu sein. frühzeitig zu erkennen und ausDie Eindrücke, die wir während zuschließen, wurden bei den Herdieser Zeit gewonnen haben, sind stellern Integrationstests durchgeabsolut vielfältig. Das Ergebnis ist führt, um alle Komponenten und eine Stranggießanlage, in der die Anlagengruppen auf Funktionsaktuelle Technologie im Bereich tüchtigkeit zu testen. der Stahlherstellung verbaut Am Montag, den 17. Juli 2017, wurde – teilweise einzigartig in fiel der Startschuss für das zeitdieser Konstellation. Danke an lich sehr eng getaktete Projekt: Als alle beteiligten Kollegen und die letzte Charge die 30 Jahre alte Dienstleister, die dafür gesorgt Stranggießanlage verlässt, beginhaben, dass ein Zahnrad in das nen etwa 150 externe Mitarbeiter andere gegriffen hat.“ von rund 40 Fremdfirmen mit den Foto: Thomas Schmücker massiven Abrissarbeiten. Zunächst Nach der geglückten Wieder-Inbetriebnahme der Anlage gab es überall erleichterte und stolze Gesichter. mm 

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„Schlacke, der noch unbekannte Wertstoff“ GMHütte · Symposium: Wie man das Nebenprodukt einsetzen kann und wie die geplante Ersatzbaustoffverordnung zur Umweltbelastung werden könnte.

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u einem besonderen Symposium hatte die GMH ütte Anfang August eingeladen. Unter dem Motto „Schlacke, der noch unbekannte Wertstoff“ waren rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Einladung nach Georgsmarienhütte gefolgt. Dort konnten sie in unterschiedlichen Vorträgen mehr über Schlacke, deren Entstehung und Zusammensetzung sowie deren Nutzungsmöglichkeiten erfahren – aus Sicht des Erzeugers, aus Sicht des Verarbeiters und aus Sicht der Behörde. „Die Stahlindustrie in Deutschland produziert als Nebenprodukte Eisenhüttenschlacken – mineralische Baustoffe mit hervorragenden bautechnischen Eigenschaften und guter Umweltverträglichkeit“, erklärte Henning Schliephake, Projektleiter NoWASTE bei der GMH ütte. In den letzten Jahrzehnten seien insgesamt mehr als 900 Millionen Tonnen dieser Baustoffe in den verschiedenen Anwendungsfeldern eingesetzt worden. Schliephake weiter: „Damit konnte der Abbau natürlicher Gesteinsrohstoffe nachhaltig verringert werden. Aber: Noch immer werden Schlacken im Hinblick auf ihren nachhaltigen Beitrag zur Ressourcenschonung im politisch-gesellschaftlichen Umfeld nur unzureichend wahrgenommen.“ Deshalb habe man Schlackenerzeuger ebenso eingeladen wie Schlackenverarbeiter, Politiker

und Behördenvertreter. Ihnen stellte beispielsweise Prof. Rüdiger Deike (Institut für Technologien der Metalle an der Universität Duisburg-Essen) die Bedeutung der

energieintensiven Industrie für die Kreislaufwirtschaft vor. Thomas Reiche (Geschäftsführer des FE hS – Institut für Baustoff-Forschung e. V.) referierte über die politische

Informierten über den Wertstoff Schlacke (von links nach rechts): Prof. Rüdiger Deike (Institut für Technologien der Metalle an der Universität Duisburg-Essen), Henning Schliephake (Projektleiter NoWASTE der Georgsmarienhütte GmbH), Thomas Reiche (Geschäftsführer des FEhS – Institut für Baustoff-Forschung e.  V.), Bernd Steinweg (Abteilungsleiter Abfall, Bodenschutz, Altlasten, Amt für Technischen Umweltschutz und Kreisstraßen, Kreis Viersen), Torsten Zeller (Abteilungsleiter Ressourcentechnik der Clausthaler Umwelttechnik-Institut GmbH – CUTEC) und Johannes Firck (Leiter Umweltmanagement der BENTELER Steel/Tube GmbH). Foto: Michael Münch

Gemeinsame „Duftnote“

KURZNEWS

GMH Gruppe · 4. Umformtechnik-Symposium in Moskau: Fachsymposium bot Möglichkeit, sich der russischen Schmiede-Industrie zu präsentieren.

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MH Blankstahl und Schmiedewerke Gröditz haben in Russland gemeinsame Sache gemacht. Sie nutzten ein Fachsymposium für die russische Schmiede-Industrie, um dort ihre Kompetenzen und Lösungsansätze entlang des Schmiedeprozesses zu präsentieren. Das Symposium fand auf der Metalloobrabotka in Moskau statt, einer internationalen Branchenausstellung für Ausrüstungen, Geräte und Werkzeuge für die Metall bearbeitende Industrie. Ins Leben gerufen hat das Symposium die eidgenössische Hatebur Umformmaschinen AG. „Ziel unserer Teilnahme war es, dem Fachpublikum speziell die Walz-, Blank- und Werkzeugstahl-Kompetenz der GMH Gruppe näher vorzustellen“, erklärte Marco Altenhöfer, Vertriebsleiter der GMH Blankstahl. Zu diesem Zweck hatten Andreas Renze (Vertrieb der GMH Blankstahl) und Carsten Wolf (Technische Kundenberatung Schmiedewerke Gröditz) eine Präsentation vorbereitet – und gemeinsam vorgetragen. Die 150 Konferenzteilnehmer – überwiegend aus der russischen Schmiede-Industrie – zeigten großes Interesse, wie Wolf bestätigte:

Situation der Schlacken. Johannes Firck (Leiter Umweltmanagement der BENTELER Steel/Tube GmbH) warf unter dem Titel „Das Elektrostahlwerk – viel mehr als nur Stahl!“ einen Blick auf die Herausforderung durch steigende umweltgesetzliche Anforderungen. Abschließend beleuchtete Bernd Steinweg (Abteilungsleiter Abfall, Bodenschutz, Altlasten vom Amt für Technischen Umweltschutz und Kreisstraßen des Kreises Viersen) die Eisenhüttenschlacke im Spannungsfeld zwischen Ressourcenschonung und Vorsorge aus bodenschutzrechtlicher Sicht. Torsten Zeller (Abteilungsleiter Ressourcentechnik der Claustha-

„Mit der Teilnahme haben wir erste Kundenkontakte geknüpft. Vor allem aber können wir nun die Bedürfnisse des russischen Marktes besser einschätzen. Hier gilt es nun, Absatzpotenziale zu identifizieren und die entstandenen Kontakte zu intensivieren.“

Bei diesem so wichtigen Schritt wird man – wie übrigens bereits im Vorfeld und während des gesamten Symposiums in Moskau – von den Mitarbeitern der Repräsentanz der GMH Gruppe in Sankt Petersburg unterstützt. Andreas Renze 

Reduzieren Die Hälfte der entlang der Wertschöpfungskette eingesetzten Rohstoffe einsparen? Das zumindest ist die Zielvorgabe eines wissenschaftlichen Projektes, an dem sich Stahl Judenburg beteiligt hat. >>> auf Seite 14

Optimieren Bei der Beleuchtung Kosten sparen und dennoch mehr und besseres Licht erzeugen? Stahl Judenburg setzt innen wie außen konsequent auf LED-Beleuchtungssysteme. >>> auf Seite 14

Profilieren Können auch weniger spektakuläre Produkte eine Schlüsselrolle spielen? Sie können – wie die HP-Profile von Mannstaedt beweisen, die z. B. im Schiff- und Waggonbau eine tragende Rolle spielen. >>> auf Seite 15

Reanimieren Andreas Renze bei seinem Vortrag

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Sollte man jede verworfene Idee gleich ad acta legen? Besser nicht, wie das Beispiel Monoblock-Wal-

ler Umwelttechnik-Institut GmbH – CUTEC ) stellte zudem die Ergebnisse der Studie „Bewertung der Substitution von industriellen Nebenprodukten der Stahl- und Kupfererzeugung durch Primärrohstoffe beim Einsatz im Straßenbau“ vor. Diese Studie beleuchtet die Auswirkungen einer derzeit diskutierten Einführung einer bundeseinheitlichen Ersatzbaustoffverordnung für Hamburg und Niedersachsen. Sie kommt zu dem Ergebnis: Kommt es zur Einführung der Ersatzbaustoffverordnung, dann wird es auch zu Nutzungseinschränkungen oder gar Nutzungsverboten von Schlacken kommen. Nicht nutzbare Schlacke müsste dann auf Deponien abgelagert und durch Primärrohstoffe (sprich: neu in Steinbrüchen abgebautem Material) ersetzt werden. Dies würde allein für Hamburg und Niedersachsen zu einem Flächenmehrverbrauch von etwa 220 Hektar pro Jahr und zu Zusatzemissionen von rund 10.000 Tonnen CO2 pro Jahr führen. Daraus würde resultieren: Das bestehende Deponievolumen würde schneller ausgeschöpft, Primärlagerstätten schneller ausgebeutet. „Gerade durch die grundsätzliche Beleuchtung des Wertstoffes Schlacke in den Vorträgen wie auch deren Verwendungsmöglichkeiten sowie das Aufzeigen der Folgen bei einer gesetzlichen Einschränkung in den Verwendungsmöglichkeiten hat bei so manchem Teilnehmer zu einem Aha-Erlebnis geführt“, fasst Schliephake die Reaktionen des Auditoriums zusammen. Und auch im Nachgang des Symposiums habe es einen angeregten Austausch in kleineren Gesprächsrunden gegeben. „Nun hoffe ich, dass das Thema Schlacke endlich auch einmal positiv besetzt werden kann“, zieht der Projektleiter sein positives Resümee. mw 

zen bei Mannstaedt zeigt. Was gestern technisch unmöglich war, um Kosten zu senken, macht heute Sinn: Mantelwalzen. >>> auf Seite 15

Minimieren Ist das ein Zeichen von Faulheit? Überhaupt nicht. Es war einfach nur clever von der Friedrich Wilhelms-Hütte, sich bei der Schwachstellensuche (zwecks Minimierung des Aufwands) zunächst um die „Low Hanging Fruits“ zu kümmern. >>> auf Seite 16

Professionalisieren Wer weiß schon genau, wie man gute Ideen entwickelt? Mitarbeiter der Wildauer Schmiede- und Kurbelwellentechnik sind zumindest schon etwas schlauer – dank einer professionellen KVP-Schulungsreihe mit Professor Murat Mola. >>> auf Seite 16

Trainieren Wie bleibt man fit im Kopf? Mithilfe eines effizienten Trainingsprogramms der Universität Bonn, das jetzt einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Mannstaedt durchlaufen haben. >>> auf Seite 17


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Ohne IT keine Zukunft GMH Systems · IT-Managementboard: „Fürstentümer“ sind unzeitgemäß. GMH Gruppe benötigt professionelle IT-Strukturen, um Innovation zu fördern. INTERVIEW In der letzten glückauf (2/2017) wurde die neue IT-Organisation vorgestellt. Demnach gibt es in jeder Business Unit einen Ansprechpartner für alle IT-Fragen und -Anforderungen: den IT-Business-Partner. Alle IT-Business-Partner bilden zusammen das IT-Managementboard. Dieses Board bereitet die IT-Entscheidungen für den CFO Thomas Löhr vor. Ein Interview mit den IT-Business-Partnern Iris Kurzbuch und Mario Hermeling:

Was ist Ihr übergeordnetes Ziel? Hermeling: „Professionell in die Zukunft“ lautet unser Motto. Die Digitalisierung unserer Arbeitswelt ist dabei der Treiber. Denken Sie nur an Amazon und Quelle, an Apple und Nokia. Wer zu langsam ist, den bestraft der Markt. Wir müssen eine flexible Organisation schaffen, damit die Unternehmen der GMH Gruppe auf die Herausforderungen der weltweiten Märkte schneller reagieren können. Also müssen wir uns so aufstellen, dass wir neue Anforderungen schnell und effizient bewerten und über die weitere Vorgehensweise entscheiden können. Außerdem brauchen wir ein gruppenweites Konzept, um den IT -Betrieb in Zukunft sicher, kostengünstig und in einer hohen Qualität zu haben. Ohne IT läuft also gar nichts mehr? Hermeling: Genau. Das muss auch allen Führungskräften der GMH Gruppe klar sein: Ohne eine professionelle IT als strategischer Partner können die Innovationen von morgen nicht erfolgreich sein.

Frau Kurzbuch, jetzt mal kritisch. Bisher gab es überall kleine Fürstentümer mit eigener IT. Alle wissen, dass das nicht sinnvoll und wirtschaftlich ist. Spüren Sie Widerstände in Ihrer neuen Funktion? Kurzbuch: Zurzeit Ohne eine herrscht natürlich professionelle IT noch viel Skepsis. als strategischer Partner kann kein Unternehmen mehr Was ist denn die größte innovativ sein. Befürchtung? Kurzbuch: Im Bereich Mario Hermeling Foto: Michael Münch der Technik „entmündigt“ zu werden. haben unabgestimmt und nur auf sich fokussiert IT -Leistungen auf Ist diese Befürchtung berechtigt? dem Markt eingekauft. Kurzbuch: Ich sehe das genau andersrum: Es sind gerade wir vom IT -Managementboard, die auf die Und das ist nicht mehr so? Kurzbuch: In jüngster Zeit kam Mitarbeit der Kollegen vor Ort andurch Themen wie Effizienz, Ver- gewiesen sind. Wir brauchen das netzung und Sicherheitsstandards Know-how, die vielen guten Ideen, ein Umdenken in Gang. Der Mehr- die auf Fachmessen oder im Auswert der neuen IT -Organisation tausch mit Lieferanten gesammelt wird darin liegen, für punktgenau- werden. Hier möchten wir gerne en und kostengünstigen Service von Anfang an mit eingebunden zum Ausbau der Marktposition werden. Ein sicher noch holpriger und der Wettbewerbsfähigkeit zu Weg. Aber ich hoffe, die Bedenken sorgen. Wir erreichen das durch über erste Erfolge nach und nach „Innovationsteams“, die abseits abzubauen. Auch unsere IT -Kollevom Tagesgeschäft zusammen mit gen an den Standorten haben Zuexternen Dienstleistern und inter- kunftssorgen. Aber die Geschäftsnen Experten Lösungen und Stra- führung hat klar signalisiert, dass wir deren Expertenwissen brautegien für die Zukunft entwickeln. chen und sie uns in den Business Herr Hermeling, die Neu-Organisation Units im operativen Geschäft unist Folge des Projektes „Zukunft GMH terstützen sollen. Gruppe“. Was erwartet die Geschäftsführung von der Umstrukturierung? Herr Hermeling, Sie haben sich im Hermeling: Dass wir die IT-Organi- IT-Managementboard für ein Erklärvisation fit für die Zukunft machen. deo entschieden, um die neue IT-OrgaWir werden daran gemessen, ob nisation zu kommunizieren. Warum? wir eine gruppenübergreifende Hermeling: Per Video können wir IT -Strategie basierend auf den Ge- in kurzer Zeit mehrere Tausend schäftsanforderungen entwickeln Mitarbeiter erreichen. Denn um können. Durch Harmonisierung die neue IT -Organisation umzusetvon IT -Wildwuchs wollen wir die zen, brauchen wir das Verstehen Effizienz und Wirtschaftlichkeit und die Unterstützung der gesamerhöhen und die IT -Risiken insge- ten GMH Gruppe. Und wir können samt reduzieren. Dazu müssen wir damit die Herausforderungen der Zukunft einfach und interessant neu denken!

Foto: privat

Iris Kurzbuch

glückauf: Herr Hermeling, Sie sind Sprecher des IT-Managementboards. Womit befasst sich das Board aktuell? Mario Hermeling: Im Moment geht es darum, die neue IT -Organisation in der GMH Gruppe zu etablieren. Danach beginnen wir, die bisherigen IT -Prozesse zu professionalisieren.

Mal provokant gefragt: Haben Sie denn alles, was Sie dazu benötigen? Hermeling: In der Tat brauchen wir selbst hoch spezialisiertes IT -Wissen für die Arbeit von morgen. Deshalb müssen wir auch unser internes Wissen besser vernetzen, um den rasanten Veränderungen durch die Digitalisierung zu begegnen. Wir sind gerade dabei, uns im IT -Managementboard für diese Aufgaben richtig aufzustellen. Denn bald müssen wir die ersten Erfolge vorweisen.

Frau Kurzbuch, als IT-Business-Partner im Bereich Guss haben Sie es mit einer sehr heterogenen IT-Welt zu tun. Iris Kurzbuch: Das kann man so sagen. Jedes Guss-Unternehmen hat im Laufe der Jahre seine eigene IT-Welt entwickelt. Wir müssen sie davon überzeugen, sich von ihren Eigenlösungen zu trennen. Wir müssen hinkommen zu einer harmonisierten Standardsoftware SAP. Mit dem Projekt „Guss Best Practice“ wollen Sie Stück für Stück diese IT -Welten zusammenführen. Wie hilft Ihnen die neue IT -Organisation dabei? Kurzbuch: Die neue IT -Organisation beziehungsweise wir als IT -Business-Partner ermöglichen kurze Kommunikationswege und organisieren den Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit zwischen den Standorten. Davon kann das Projekt „Guss Best Practice“ sehr profitieren. Denn dieser Austausch wird dazu beitragen, Bedenken abzubauen und das Lernen vom Besten zu fördern. Bleiben wir bei der IT-Organisation: Wo sehen Sie die Vorteile gegenüber früher? Kurzbuch: In den letzten Jahren hat man die IT -Abteilungen immer häufiger als bürokratisch, wenig flexibel und nicht auf Augenhöhe wahrgenommen. Fachbereiche

Hier finden Sie zur neuen IT-Organi­sation ein Erklär-Video: https://team.gmh-group. de/teamseiten/IT_MB darstellen und gut erklären, warum sich die Rolle der IT zukünftig so stark und rasant verändern wird. Frau Kurzbuch, Sie sprachen einmal davon, dass das IT-Managementboard so etwas wie ein Gütesiegel sein kann. Wie haben Sie das gemeint? Kurzbuch: In GMH -Unternehmen arbeiten viele kleine IT -Mannschaften mit einer Vielzahl von unterschiedlicher Hard- und Software, die nicht immer optimal funktioniert. Entsprechend besteht ihr normaler Arbeitstag aus reaktiver „Feuerwehrarbeit“. Hier möchten wir die Kollegen entlasten, indem wir ihnen einen Warenkorb an geprüfter Hard- und Software an die Hand geben, aus dem sie bedenkenlos bestellen können. Hard- und Software mit Gütesiegel?! Kurzbuch: Genau. Dadurch wollen wir die Risiken durch fehlende Sicherheitsstandards minimieren. Und wir können die Entscheidungsfindung beschleunigen, wenn es um IT -Investitionen geht. Herr Hermeling, eine Frage zur IT -Sicherheit: Im Dezember 2014 haben Hacker die Steuerung des Hochofens eines deutschen Stahlkonzerns übernommen. Kann uns das beispielsweise auf der Hütte auch passieren? Hermeling: Schwierige Frage. Einerseits sind wir nicht offen wie ein Scheunentor. Andererseits muss man sich angesichts vieler Cyber-Angriffe immer die Frage stellen, ob wir allesamt genügend für die IT -Sicherheit tun. Als Informatiker muss man leider feststellen, dass Cyberkriminelle und Hacker immer professioneller werden. Was heißt professioneller? Hermeling: Unvorstellbar, aber wahr: Man kann von Cyber-Kriminellen schon Schadsoftware mieten – mit Erfolgsversprechen und Geld-zurück-Garantie. Was schließen Sie daraus? Hermeling: Eine 100-prozentige IT -Sicherheit kann und wird es nie geben – leider! Vielen Dank für das Gespräch. 

Gastbeitrag zum Thema: ZUKUNFT ERP

Go-live steht kurz bevor Z

UKUNFT ERP – das ist das größte SAP -Veränderungsprojekt, das es in der GMH Gruppe je gab.“ Thomas Löhr, Chief Financial Officer der GMH Holding, wird nicht müde, diese Botschaft immer wieder zu wiederholen. Ab 2019 – so das Ziel des Projektes – werden alle Gesellschaften der GMH Gruppe nur noch auf einem einzigen SAP -System arbeiten. Die ersten 14 Gesellschaften setzen bereits Mitte Oktober im ausgewählten S A P -Zukunftssystem den sogenannten Go-live um, nehmen also mit Verbesserungen in verschiedenen Modulen den Echtbetrieb auf. Und wie reagieren die Kolleginnen und Kollegen darauf? „So hoch motivierte Key User in den einzelnen Testphasen wie bei diesem Projekt habe ich in meiner Karriere noch nicht erlebt“, freut

„Eine solch hohe Motivation

der Key User in den einzelnen Testphasen wie bei diesem Projekt habe ich in meiner Karriere noch nicht erlebt

D A N I E L K O T T E , Projektleiter

sich Projektleiter Daniel Kotte – und er hat schon viele Projekte geleitet. „Seit Mitte Juli“, ergänzt Modulleiter Dominik Niemann (verantwortlich für das Kontierungshandbuch), „haben wir über 100 Key User aus den 14 Gesellschaften in den Veränderungen von Kontenrahmen und Kostenrechnung geschult. Damit haben wir ein gutes Fundament für den Echtbetrieb schaffen können.“

Erklär-Videos helfen den Usern zusätzlich, verschiedene Handhabungen im SAP schnell und sicher durchzuführen (zum Beispiel das Anlegen von Stammdaten). Naturgemäß lief in den ersten beiden Testphasen nicht alles fehlerfrei. Dennoch: „Wir fühlen uns für die Umstellung gut gerüstet“, erklärt Martin Nadler von der GMH Recycling, „und wir hoffen, dass wir in den Tests die allermeisten Fehler korrigieren konnten.“ Gespannt auf den Go-live ist auch Thomas Löhr. Er weiß, welch große Belastungen das Projekt für die beteiligten Mitarbeiter mit sich gebracht hat, neben dem Tagesgeschäft und neben weiteren Parallelprojekten: „Wir werden die 14 Gesellschaften beim Go-live im Support nach Kräften unterstützen. Das große Engagement zeigt mir,

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Es gibt viel Neues zu lernen: erste Trainingseinheit Finanzen.

dass alle Beteiligten verstanden haben, worum es geht: Wir schaffen mit ZUKUNFT ERP das Fundament für die erfolgreiche Zukunft der GMH Gruppe.“ Projektleiter Daniel Kotte ist indes in Gedanken bereits beim nächsten Schritt: „Nach dem Go-live ist vor dem Golive!“ Denn sein Projektteam hat

Foto: Inge Hegmann

bereits im August damit begonnen, die Migration der Systeme von GMHütte, Mannstaedt und Gröditz voranzutreiben – damit 2019 alle Gesellschaften auf einem gemeinsamen SAP -System arbeiten. Torsten Wächter  custos consulting


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Online-Plattform mit Leben füllen GMH Gruppe · Jeder Mitarbeiter sollte täglich 5 Minuten mit InnovationsCommunity verbringen.

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n letzter Zeit war der Bereich Innovation intensiv mit der Entwicklung einer Online-Plattform zur Kommunikation, Diskussion und Zusammenarbeit beschäftigt. Der Wunsch danach war ein Ergebnis des Innovationstages 2016. Nachdem die Online-Plattform entwickelt worden war, wurde sie von dessen Teilnehmern getestet. Jetzt ist die Plattform im GMH -Portal freigeschaltet. Entstanden ist ein Ort der Kommunikation für alle – eine freie und offene Umgebung, die es KollegInnen aus allen Unternehmen der G M H   Gruppe ermöglicht, Ideen ungezwungen miteinander auszutauschen oder auch gemeinsam Projekte zu entwickeln. Jetzt sollen möglichst viele diese Plattform nutzen und mit Leben füllen. Denn nur so kann eine fruchtbare InnovationsCommunity entstehen und zusammenwachsen. Die Plattform selbst bietet ein breit gefächertes Spektrum an informativen und abwechslungsreichen Themen. Zu lesen sind aufschlussreiche Artikel und spannende Diskussionen über neueste

Herzlich willkommen

Die Community erreichen Sie über das Portal der GMH Gruppe (hier: Kachel Innovationscommunity) oder über den Link: https://team.gmh-group.de/teamseiten/innovation

Trends. Und jeder kann sich mit Ideen, Artikeln und Vorschlägen an bereits laufenden Diskussionen beteiligen oder selbst ein Diskussionsthema anstoßen – ganz nach dem Motto: „Keine Idee ist zu doof.“ Ein nutzerfreundliches Design, eine gute Übersicht und unterschiedliche Hilfsfunktionen erleichtern das Mitmachen. Übergeordnetes Ziel ist es, gemeinsam in der GMH Gruppe Synergieeffekte zu generieren – und durch Wissensaustausch die notwendigen Innovationen voranzutreiben, die notwendig sind, um die Zukunft der GMH Gruppe zu sichern. Dr. Zeljko Cancarevic 

Schauen Sie doch mal rein!

Lassen Sie sich von den Themen inspirieren und fühlen Sie sich frei, eigene Beiträge zu erstellen oder Diskussionen zu initiieren. Sobald Sie einen Kommentar beitragen, werden Sie als Mitglied geführt. Diskussionen können Sie selber erstellen und einer Kategorie zuordnen. Finden Sie keine passende Kategorie? Dann speichern Sie die Diskussion unter „Offene Diskussionsrunde“. Bei Fragen und Anregungen wenden Sie sich gerne an das Innovationsteam. Ansprechpartner sind Nicolas Kardalo und Daniel Meyer. Wir freuen uns auf Ihre Ideen, Meinungen und Vorschläge. Dr. Zeljko Cancarevic 

Die Zukunft hat schon begonnen GMHütte · Stahlwerk wurde bereits zum zweiten Mal wegen Demografie-Festigkeit ausgezeichnet.

Nahmen die Auszeichnung für das vorbildliche und zukunftsweisende Engagement der GMHütte entgegen (von links nach rechts): Ralf Kübeck (Personalabteilung), Ludwig Sandkämper (Betriebsratsvorsitzender) und Ralf Cordes (Leiter Personalservice) bei der Foto: Jelca Kollatsch Zertifikatsübergabe.

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inerseits Fachkräfte gewinnen, halten und qualifizieren, andererseits für ältere Arbeitnehmer lange attraktiv bleiben – vor diesen

Herausforderungen stehen Betriebe und Unternehmen, Institutionen und Verwaltungen gleichermaßen. Gefragt ist deshalb eine sozialpart-

GRUPPE  

BGG ist jetzt GMH Akademie Passgenaue Angebote für die Unternehmen der GMH Gruppe – den zukünftigen Erfolg der Business Units am Markt. Der zweitägige Workshop richtet sich insbesondere an die erste Führungsebene unterhalb der Geschäftsführung der Gruppenunternehmen. Es geht bei den Workshops neben dem kollegialen Austausch um die Erarbeitung von umsetzungsorientierten Modellen und die aktive Wahrnehmung der eigenen Rolle innerhalb des Veränderungsprozesses.

INTERVIEW Anfang des Jahres wurde aus der Berufsbildungsgesellschaft Georgsmarienhütte mbH (BGG ) die GMH Akademie. Damit wechselt der Bildungsdienstleister nicht nur von einem komplizierten zu einem eingängigen Namen, sondern richtet auch seine Arbeit neu aus. glückauf sprach darüber mit Geschäftsführer Christian Bloom. glückauf: Herr Bloom, was steckt hinter dem Namenswechsel und der neuen Ausrichtung? Christian Bloom: Nun, mit dem Namenswechsel machen wir deutlich, dass wir als Akademie heute deutlich mehr anbieten als die frühere Berufsbildungsgesellschaft. Entstanden war die BGG , um die Ausbildung der Georgsmarienhütte GmbH und später weiterer GMH -Unternehmen wie auch externer Partner zu organisieren und durchzuführen. Später kamen Weiterbildungsangebote dazu. Und jetzt? Bloom: Jetzt organisieren wir als Dienstleister alle Aktivitäten der GMH Gruppe rund um das Thema Weiterbildung und machen passgenaue Angebote zum jeweiligen Weiterbildungsbedarf. Ein Schwerpunkt sind neben Präsenzschulungen in Georgsmarienhütte dabei Schulungen vor Ort in den Gruppenunternehmen sowie Lernformen wie E-Learning und Blended Learning. Können Sie hierfür ein paar Beispiele nennen? Bloom: Gern. Da ist zum Beispiel aktuell die Compliance-Schulung, an der derzeit viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den

nerschaftliche, demografiebewusste Personalpolitik. Mithilfe der „Demografieagentur für die Wirtschaft“ haben sich in Niedersachsen bereits zahlreiche Arbeitgeber gemeinsam mit ihren Belegschaften auf den Weg dorthin gemacht. Einer von ihnen ist die GMHütte. Sie gehörte 2015 zu den ersten Unternehmen, die als „demografiefest“ ausgezeichnet worden sind. Nun wurde das Unternehmen mit Erfolg rezertifiziert und mit dem Zertifikat „Demografiefest. Sozialpartnerschaftlicher Betrieb“ ausgezeichnet. Die Zertifizierung ist Baustein der „Fachkräfteinitiative Niedersachsen“, die vom Land und den niedersächsischen Arbeitsmarkt-Akteuren getragen wird. Weshalb ein Engagement Sinn ergibt, erklärte der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies während der feierlichen Verleihung der Zertifikate vor etwa 200 Gästen aus Politik und Wirtschaft im Alten Rathaus Hannover: „Die Arbeitswelt wandelt sich immer schneller und macht auch vor den niedersächsischen Unternehmen nicht halt. Schon heute besteht in vielen Branchen ein echter Konkurrenzkampf um begehrte Fachkräfte. Hierbei sind eindeutig die Unternehmen im Vorteil, die sozialpartnerschaftlich eine demografiebewusste Personalpolitik betreiben und sich attraktiv für Beschäftigte aller Altersgruppen aufstellen.“

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Christian Bloom

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Unternehmen der GMH Gruppe teilnehmen. Diese wurde von uns zusammen mit einem externen Dienstleister und der rechtlichen Beratung aus der Holding erstellt und über unsere E-Learning-Plattform zur Verfügung gestellt. Die Schulung kann dann bequem und ohne Reisekosten von den entsprechenden Kolleginnen und Kollegen am PC durchgeführt werden. Aber auch Schulungen zum ERP -Projekt werden von uns begleitet. Hierzu haben wir extra zwei neue PC-Schulungsräume eingerichtet. Und gibt es auch besondere Workshop-Angebote? Bloom: Hier möchte ich den Workshop „Zukunft GMH Gruppe – aktiv mitgestalten“ hervorheben: Führungskräfte spielen in unserer Unternehmensgruppe gerade bei den aktuellen Veränderungsprozessen eine Schlüsselrolle. Sie gestalten – zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

Aber können ältere und jüngere Beschäftigte überhaupt gemeinsam den Arbeitsalltag und die Arbeitsabläufe verbessern und voneinander profitieren? Dass und wie dies in der Praxis erfolgreich funktioniert, zeigen die ausgezeichneten Unternehmen. Mittlerweile haben 34 Institutionen und Betriebe in Niedersachsen die Chance ergriffen, sich nachweislich demografie- und zukunftsfest aufzustellen.

Wie sind die Erfahrungen? Bloom: Durchweg positiv. Insbesondere der angebotene direkte Austausch mit Geschäftsführern der Holding wurde von allen als sehr hilfreich empfunden. Die Teilnehmer der ersten vier Workshops waren so begeistert, dass wir nun noch einen weiteren planen. So können auch die Unternehmen Führungskräften die Teilnahme ermöglichen, bei denen es zeitlich noch nicht passte. Vielen Dank für das Gespräch. 

Hätten Sie’s gewusst? E-Learning

Elektronisch unterstütztes Lernen. Wenn man beim Lernen elektronische oder digitale Medien nutzt.

Blended Learning

„Gemischtes Lernen“. Hier werden die Vorteile von Präsenzveranstaltungen und E-Learning kombiniert.

Compliance

Regeltreue. Unternehmen achtet darauf, dass bei ihm nicht gegen Gesetze, Richtlinien, freiwillige Kodizes, Unternehmensgrundsätze o. Ä. verstoßen wird.

Einige wie die GMHütte sogar zum zweiten Mal. Dies betonte auch Lutz Stratmann, Geschäftsführer der Demografieagentur: „Ich freue mich besonders, dass in diesem Jahr neben den neu prämierten Unternehmen erstmals auch Zertifikatsträger aus dem Jahr 2015 ihre Rezertifizierung für die erfolgreiche Umsetzung ihrer Ziele erhalten.“ mw 

DemografieFest Das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr zeichnet seit 2015 gemeinsam mit der Demografieagentur Betriebe aus, die sich unter Beteiligung der Sozialpartner zukunftsfest aufstellen und diesen Weg nachhaltig verfolgen wollen. Die Zertifizierung ist als Prozess angelegt, der nachhaltige Impulse für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen setzt. Dazu entwickeln beide Betriebsparteien gemeinsam Ziele, deren Umsetzung innerhalb von zwei Jahren für die Rezertifizierung des Betriebes maßgeblich ist. Mitarbeiterbedürfnisse werden ebenso berücksichtigt wie Unternehmensinteressen. Die Auszeichnung erfolgt im Rahmen einer festlichen Veranstaltung, dem jährlichen DemografieFest. Die „Demografieagentur für die Wirtschaft“ wurde vom Arbeitgeberverband NiedersachsenMetall und vom DGB Niedersachsen am 1. April 2012 gegründet. Einzigartig in Deutschland: Arbeitgeber und Gewerkschaften tragen gemeinsam eine Beratungsgesellschaft, die Unternehmen bei der Bewältigung des demografischen Wandels und des sich immer schneller vernetzenden und digitalisierenden Arbeitsumfelds unterstützt. Mittlerweile umfassen Gesellschafter- und Aufsichtsratskreis weitere namhafte Institutionen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Die Demografieagentur unterstützt Betriebe, Institutionen und Verwaltungen bei der Bewältigung aktueller und kommender Anforderungen durch eigene und geförderte Beratungsangebote (www.demografieagentur.de).


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Wissensinput kompakt GMH Gruppe · Die Controller- und Finanzleiter­ tagung fand in diesem Jahr bei der MVO Metall­ verarbeitung Ostalb in Schwäbisch Gmünd statt.

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uch in diesem Jahr trafen sich Controller und Finanzleiter in der GMH Gruppe zu einer Tagung. Sie bot den Kollegen aus den Finanzbereichen erneut die Gelegenheit, neue Erkenntnisse und Erfahrungen untereinander auszutauschen. Wie jedes Jahr wurde die Tagung bei einer Tochtergesellschaft abgehalten – was den Teilnehmern ermöglichte, ein weiteres Unternehmen der GMH Gruppe näher kennenzulernen. Diesjähriger Gastgeber war die MVO Metallverarbeitung Ostalb in Schwäbisch Gmünd. Zu Beginn der Tagung referierte Stefan Brunn (Leiter Finanzen) mit seinen Mitarbeitern zu den Themen Risikomanagement und Treasury, im Anschluss Martin Westerkamp (Leiter Rechnungswesen) über die Neuerungen im Kontenplan und der Kostenrechnung. Und nach einem Vortrag von Daniel Kotte (GMH Systems) stellte Thorsten Ehle (MVO -Geschäftsführer Finanzen) kurz die MVO Metallverarbeitung Ostalb vor. Im Anschluss ging es zur Betriebsbesichtigung. Aufgeteilt in zwei Gruppen konnten sich die Gäste ein Bild von der Produktion und den Fertigungsweisen vor Ort machen. Anschließend fuhr man mit dem Bus zurück zum Hotel Fortuna in Schwäbisch Gmünd, wo die Tagung stattfand. Hier berichtete

Thomas Löhr (Geschäftsführer Finanzen der GMH Gruppe) zunächst über die aktuelle Lage der GMH Gruppe. Tagesabschluss war ein gemeinsames Abendessen. Hier bot sich allen Kollegen die Chance, Networking zu betreiben, zu fachsimpeln oder auch Erfahrungen und Meinungen zu unterschiedlichen Themen auszutauschen. Am zweiten Veranstaltungstag erwarteten die Teilnehmer weitere Vorträge: Am Anfang referierte Thorsten Spree (PWC) zu den Themen Jahresabschluss und latente Steuern, danach nochmals Martin Westerkamp mit seinen Mitarbeitern zu den Themen Verrechnungspreise, Kontierungshandbuch und Reisekostenabrechnung. Nach diesem letzten Informationsinput war die zweitägige Konferenz beendet und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten sich nach einem kleinen Imbiss wieder auf den Heimweg. Fazit: Auch in diesem Jahr profitierten die Teilnehmer von einem großen Info-Input, konnten viele Erfahrungen austauschen und in großer Runde Fachprobleme diskutieren und klären. Somit schaut man dem Jahr 2018 und der nächsten Controller- und Finanzleitertagung erwartungsvoll entgegen. Jens Indrachowicz

Die Teilnehmer

Foto: Rolf Bader

Die Kunden werden noch zufriedener sein Walter Hundhausen · Neues Auftragszentrum vereinfacht Planung.

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alter Hundhausen hat eine neue Abteilung geschaffen: das Auftragszentrum. Ziel war es, aus einer fragmentierten Planung eine zentral gesteuerte ganzheitliche Rückwärtsterminierung zu realisieren. Denn davor hatte man am Standort Schwerte abteilungsbezogen die einzelnen Fertigungsschritte geplant. Aus diesen lokalen Planungen mit unterschiedlichen Zuständigkeiten ergaben sich Schnittstellenprobleme und Informationsverluste. Unterschiedliche IT-Lösungen erschwerten darüber hinaus eine ganzheitliche, übergeordnete Bestandsübersicht.

Im nächsten Schritt wurde der „Bestand Rohgusslager“ von der Planung im Verantwortungsbereich der Endfertigung gesteuert. Neben den vorhandenen Kapazitäten der eigenen Putzerei verputzen auch mehrere externe Dienstleister den Guss von Hundhausen. Die fertigen Gussteile wurden abschließend in den Versandlagerbestand gebucht und waren somit versandbereit. Die Disposition unter der Leitung der Vertriebsabteilung konnte nach erfolgter Vereinnahmung in den Versand die Teile disponieren und zu den Kunden bzw. Bearbeitern versenden.

Fragmentierte Planung

Auftragszentrum

Formanlage und Kernmacherei wurden in Verantwortung der Werksleitung von den Mitarbeitern der Planung mit einer eigenen Software verplant – wobei man eine optimale Anlagenausnutzung zu erreichen versuchte und viele technische Abhängigkeiten berücksichtigen musste. Die Planung basierte auf den Kundenaufträgen und den hinterlegten Durchlaufzeiten. Die gegossenen Teile wurden danach ins Rohgusslager gebucht.

Die Mitarbeiter der Planung und Disposition waren bislang organisatorisch und räumlich getrennt – was zu lange Kommunikationswege und viele Telefonate zwischen den Abteilungen zur Folge hatte. Jetzt sind sie im „Auftragszentrum“ sowohl organisatorisch wie auch räumlich vereint. Sie können nun alle Planungen zentral und abteilungsübergreifend mittels Rückwärtsterminierung durchführen. Standortübergreifend können sie zudem die

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aktuellen Kapazitäten berücksichtigen und Ecksteine zur Termineinhaltung definieren. Hilfreich ist dabei auch, dass die Software vereinheitlicht wurde. Sie besteht nur noch aus SAP und MES . Eine einheitliche EDV -Plattform ermöglicht u. a. eine laufend aktuelle Bestandsübersicht, die nicht erst zwischen mehreren Programmen aktualisiert werden muss. Da die Mitarbeiter in direkt benachbarten Büros arbeiten, sind die Kommunikationswege kurz. Kommt es zu Kundenversorgungsengpässen, kann sich die Dispositionsabteilung, die den Kontakt zum Kunden pflegt, direkt mit den Planern der Kernmacherei, der Formanlage und der Fertigung abstimmen. So kommt der Kunde schnell und verbindlich zu aktuellen Informationen. Schon nach wenigen Monaten kann man hier von einem richtigen und wichtigen Schritt sprechen. Die Abteilung wird weiter zusammenwachsen, die Kundenzufriedenheit wird steigen. Daraus resultierend erwartet Walter Hundhausen, dass die Liefertermintreue stetig verbessert wird. Dr. Axel Justus und Maik Lücke


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Judenburg feilt an Feierlichkeiten

Barcode ist offenes Buch

Stahl Judenburg · Stahlwerk begeht 111-Jähriges.

Weshalb Ihre Bordkarte zum Sicherheitsrisiko werden kann. Weshalb Sie

REISETIPP

mehr Zeit beim Fliegen einplanen müssen. Weshalb China noch näher rückt.

Werksfoto

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m österreichischen Unternehmen der GMH Gruppe laufen die Vorbereitungen für die 111-Jahr-Feier bereits auf Hochtouren. Daran beteiligt sind viele Beschäftigte – von der Lehrlingswerkstatt bis hin zur Verwaltung. Überall arbeitet man akribisch und mit Nachdruck am Mitarbeiterfest, das am 30. September stattfinden soll. „Unsere Azubis feilen seit geraumer Zeit an einem Erinnerungsgeschenk für alle teilnehmenden Mitarbeiter und die zahlreichen Ehrengäste, auf die wir uns schon sehr freuen“, verrät Geschäftsführer Thomas Krenn. Doch das Geschenk der Auszubildenden wird nicht die einzige Überraschung an diesem Tag bleiben. Krenn weiter: „Gemeinsam wollen wir unter Kollegen feierliche Stunden mit musi-

kalischer Umrahmung verbringen. Und wir wollen einen Blick in die Vergangenheit, aber auch einen Blick in die Zukunft unseres Standortes werfen.“ Die politische Spitze des Landes hat sich ebenfalls für die Veranstaltung angekündigt – darunter der Landeshauptmann des Bundeslandes Steiermark, Hermann Schützenhöfer: „Die Stahl Judenburg ist für die gesamte Obersteiermark ein bedeutendes Unternehmen, das wertvolle Arbeitsplätze bietet und damit wesentlich zur wirtschaftlichen Belebung der Region beiträgt. Mit seiner beeindruckenden Geschichte und herausragenden Qualität ist es auch beispielhaft für die Steiermark als führende Innovationsregion Europas.“ rb 

Bordkarte: Wegwerfen oder vernichten? Airline-Bordkarten enthalten – gespeichert im Barcode – die Login-Daten eines Fluggastes und damit viele persönliche Daten, die missbraucht werden können. Deshalb: Stellen Sie nie ein Foto davon ins Netz! Werfen Sie nach der Reise keine Bordkarte einfach in den Papierkorb! Vernichten Sie Ihre Bordkarte gründlich! Worin besteht das Risiko? Der Barcode auf einer Bordkarte kann dazu verwendet werden, Ihre zukünftigen Reisepläne auszuspähen – wegen einer kaum zu glaubenden Unbekümmertheit vieler Airlines. Denn auf deren Webseiten reichen bereits Nachname und Buchungsnummer aus, um – als Username und Passwort eingesetzt – Flüge zu stornieren oder umzubuchen. Um die Barcodes auf den Bordkarten auszulesen, genügt ein 20 Euro teures Barcode-Lesegerät – und schon liegen die in den Bordkarten gespeicherten Informationen im Klartext vor. Lufthansa: Einchecken auf den letzten Drücker? Flugpassagiere der Lufthansa müssen sich darauf einstellen, am Flughafen nicht mehr auf den letzten Drücker einchecken zu können. Grund sind verschärfte Sicherheitskontrollen der US-Behörden (intensivere Inspektion von elektronischen Geräten wie Laptops

30 Minuten). Die neuen Check-inZeiten gelten auch für Passagiere, die bereits online eingecheckt haben, aber noch Gepäck aufgeben möchten.

Finnair:

Finnair baut seine Asien-Verbindungen stetig weiter aus und fliegt ab 13. Mai 2018 auch in die frühere Hauptstadt Chinas: das am Jangtse gelegene Nanjing. Im Sommer soll die Stadt dreimal und im Winter zweimal wöchentlich angeflogen werden. Nanjing wäre die siebte Finnair-Destination in der Region China/Hongkong. Auf der neuen Route kommen Airbus-A-330-Flugzeuge zum Einsatz. Jennifer Geson 

Foto: Senator Reisen

Jennifer Geson

und Tablets). Die Lufthansa hat bereits das Check-in-Zeitfenster für alle Langstreckenflüge geändert: Kunden der Economy- und der Premium-Economyclass müssen ab sofort ihr Gepäck spätestens 60 Minuten vor dem geplanten Abflug am Schalter abgegeben haben (bislang 40 Minuten), Reisende der Business- und First Class spätestens 40 Minuten davor (bislang

3 x die Woche 2 x die Woche

Nanjing

CHINA

GASTKOLUMNE: ROBERT HARTING

„Lassen Sie uns wieder Bester sein!“ Weshalb es sich lohnt, für die Nachwelt Spuren zu hinterlassen.

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ch habe das Gefühl, dass es gegenwärtig uncool ist, der Beste zu sein. Es ist einfach uncool, sich die größte Mühe zu geben. Und es ist vor allem uncool und auch absolut peinlich, beim Versuch, der Beste zu sein, zu scheitern. #yousucked. Ich verstehe nicht, wann unser Land und die arbeitenden Menschen vergessen haben, es zu „versuchen“. Der Beste zu sein, heißt natürlich auch, Risiken einzugehen (siehe meine Kolumne: Risiko). Der Beste zu sein, heißt auch, derjenige zu sein, der den unangenehmen Moment des Scheiterns als Erster durchlebt (siehe meine Kolumne: Scheitern). Der Beste zu sein, heißt aber auch, der Erste zu sein, der Zweifel abgelegt hat, der Angst abgelegt hat, der vorangeht und für seine Gattung eine Veränderung herbeiführen möchte. Jemand, der sich traut, Gefühle zu zeigen, der es wagt, Neues zu entdecken. Und vor allem: jemand, der Mut hat, eine Veränderung anzuschieben. Geht Sie nichts an? Ich frage Sie: Waren Sie noch nie Erster? Nein? Ich bezweifle das. Jeder war schon mal als Erster auf der Arbeit oder im Geschäft. Diese Ruhe … Heute war noch niemand hier … Hach, ist das schön … Heute gehe ich als Erster über den Gang … Der Weg zur Arbeit kann genauso interessant sein, wenn die Straßen leer sind. Sehen Sie: Ich meine mit Erster nicht immer Erster über allen anderen, sondern vor allen anderen. Also auch und vor allem „zeitlich“. Im Alltag gibt es viele Beispiele dafür: Wir würden gewisse Dinge einfach nicht so ausführen oder über gewisse Dinge nicht so denken, wie wir es tun, wenn es nicht Menschen gegeben hätte, die es vor uns anders gemacht bzw. gedacht haben. Ich empfinde große Demut für Menschen, die es gewagt haben, Erste zu sein. Besser als die anderen. Vor allen anderen.

Nicht wegen des Konkurrenz-Gedankens. Wegen des Gedankens und Glaubens nach dem Ereignis und an den Moment danach. Dieser Mensch – ob Mann oder Frau – glaubt an sich, an die Menschheit und daran, als Erster eine Handlung auszuführen, die

etwas verändert. Was erhielten sie als Dank? Millionen durchaus gar nichts, vielleicht einen Eintrag in die Geschichtsbücher. Aber selbst wenn es „nur“ einen Eintrag gibt, hat es einen gewaltigen Vorteil: Die Anzahl der Menschen, über die man nach dem Tod redet, weil sie als Mythos oder Legende gelten, ist sehr, sehr klein. Sie wollen das nicht? Nicht schlimm, hier kommt noch ein Argument: Innerhalb von Familien entsteht ein Sog des Stolzes. Söhne und Töchter, Enkel und Enkelinnen erben vielleicht nicht Millionen, aber sie erben auf jeden Fall Geschichte. Sie sind etwas Besonderes. Und sie können sich entlang der Kraft, die ihre Vorfahren hinterlassen haben, durch das Leben hangeln. Sie zehren davon. Sie entwickeln auf dieser Basis eine Persönlichkeit. Sie entwickeln dadurch mehr Wirkung auf das umgebende Umfeld, als sie es sonst getan hätten. Als Mitläufer. Ich finde, der Beste oder der Erste zu sein, ist etwas sehr Starkes. Es ist das, was die Menschheit weitergebracht hat. Genau diese Gedanken sind es, die Spuren hinterlassen. Wenn wir an etwas glauben sollten, dann ist es die Energie, die in uns Menschen steckt. Ich will Vorbild sein. Ich möchte den Menschen nach mir eine bessere Welt hinterlassen. Ich möchte Fußspuren hinterlassen, damit die Nachkommen auf diesem Weg weitergehen können. Ihr

Foto: Management Robert Harting

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GMH

Auf Motivjagd mit Bleistift und Papier

GRUPPE  

kunstimwerk FLEYE

Harald Pichler ist seit seiner frühen Kindheit vom Zeichnen fasziniert. Was die meisten nicht wissen werden: Er ist auch „Vater“ von „Georg“ im GMHSystems-Video „Wie erklärt man die neue IT-Organisation der GMH-Gruppe?“. Der „Georg“:

  D E R K Ü N S T L E R 

Foto: Bianca Steinberger

Harald Pichler

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W

ährend des Gesprächs für diesen Artikel spürte man förmlich: Harald Pichler ist äußerst glücklich darüber, dass er neben seiner Tätigkeit im Controlling bei der Stahl Judenburg auch seine kreativen Fähigkeiten ausleben kann. Kunst als Broterwerb – dafür hat er sich zum Glück nie entscheiden müssen. Seit 1989 ist Harald Pichler bei der Stahl Judenburg beschäftigt, ist – wie er selbst sagt – in diesem GMH -Unternehmen „ein alter Hase“: „Das Zeichnen, meine Familie und die Liebe zur Natur sind der perfekte Ausgleich zu meinem ,Zahlenjob‘“. Auf die Frage, woher wohl seine Leidenschaft für das

Zeichnen käme, muss er nicht lang überlegen. Inspiriert wurde er von seinem Vater. Senior Pichler zeichnete über Jahre gern „realistisch“, mit Vorliebe österreichische Landschaften, ausschließlich mit Bleistift. Sein Sohn betont das Wort „realistisch“, weil die Zeichnungen seines Vaters nur ausnahmsweise mal ein wenig „spaßig“ waren. Nur Zeichnungen, die für die Familie bestimmt waren, waren eher humorvoll als „realistisch“. Mittlerweile ist es schon 40 Jahre her, dass ihn im österreichischen Fernsehen der seinerzeit sehr berühmte Karikaturist IRONIMUS tief beeindruckt hat. Jedes Jahr am 31. Dezember zeichnete dieser Ka-

rikaturist live die Höhepunkte des jeweiligen Jahresrückblickes. Und der „kleine“ Harald saß fasziniert vor dem Fernsehgerät und zeichnete („kritzelte“, wie er selbst sagt) parallel mit. Diese Sendungen seien für ihn „Schlüssel-Erlebnisse“ seiner damals aufkeimenden Zeichen-Leidenschaft gewesen. Wie schon damals zeichnet er oft spontan auf irgendwelche Notizzettel. Diese Zettel vergrößert er mit einem Kopierer, zeichnet sie mit Tusche nach, digitalisiert sie anschließend per Scan, bearbeitet und koloriert sie mit einem Bildbearbeitungsprogramm, um sie schließlich auf hochwertigem Künstlerleinen drucken zu lassen. Schaut man sich die Zeichnungen von Harald Pichler an, zaubern sie dem Betrachter sofort ein Lä-

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Geboren 1970 in Judenburg (Steiermark, Österreich), verheiratet, zwei Kinder (Klara 10, Jakob 7). Er wohnt im steierischen Murtal. Seit 1989 bei der Stahl Judenburg als Controller beschäftigt. Harald Pichler hat schon mit Erfolg an Kreativwettbewerben teilgenommen. Zahlreiche Arbeiten wurden bereits in Zeitungen und Zeitschriften abgedruckt, bei Ausstellungen gezeigt, auf Postkarten und T-Shirts gedruckt oder auch in Büchern veröffentlicht. Aktuell gibt es ein Projekt, das ihm besonders am Herzen liegt. Im Oktober wird das von ihm gestaltete Kinderbuch „Klara, Jakob und der Weihnachtstanz der Tiere“ (inkl. CD & Liedern) in 2. Auflage gedruckt. Tiefe Freude empfindet Harald Pichler darüber nicht nur, weil die Namen seiner beiden Kinder im Buchtitel vorkommen, sondern auch, weil 2 Euro je verkauftem Buch an die St.-Anna-Kinderkrebsforschung in Wien gehen (www.klara-jakob.at). Im Handel erhältlich sind auch die Bücher „Flötenmichls supercoole Flötenschule“, „Latz die Fledermaus im Bergwerk“, „Solistenzeit“ (Musik- und Notenheft) und „Paul der Mops“. *Guillermo Mordillo (* 4. August 1932 in Buenos Aires) ist ein argentinischer Cartoonist.

cheln ins Gesicht. Und der Autor dieses Textes fühlte sich sogleich an Zeichnungen von Mordillo* erinnert. Am liebsten interpretiert Harald Pichler die Werke berühmter Maler oder Fotografen auf seine humorvolle Art und Weise. Zwei Beispiele dafür sind „Der Kuss“ von Gustav Klimt oder die berühmte Fotografie „Skyscraper“, fotografiert von Charles C. Ebbels (Arbeiter bei der Mittagspause auf einem Wolkenkratzer aus dem Jahr 1932). Es gibt übrigens ein Stilelement, das auf jeder Comic- und Cartoon-Zeichnung von Harald Pichler zu finden ist: Es ist das Augenpaar einer Fliege. Er selbst nennt es

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„FLEYE “ [flai], ein Wortspiel, eine Wortverbindung aus Fliege und Auge. Mittlerweile sind dies sein Logo und gleichzeitig sein künstlerisches Pseudonym geworden. Auch auf seiner Homepage www. fleye.at sind einige „FLEYES “ zu entdecken. Erst kürzlich hat er die Fortsetzung des GMH -Holding-Videos „Wie erklärt man die neue IT-Organisation der GMH Gruppe?“ mit seinem Protagonisten „Georg“ gezeichnet. Kolleginnen und Kollegen der GMH Gruppe, die diese Filme anschauen, wissen nun, von wem „Georg“ geschaffen wurde (lesen Sie auch Interview auf Seite 7). mk 

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1. „Adam und Eva“ (nach Gustav Klimt) 2. „Der Kuss“ (nach Gustav Klimt) 3. Skyscraper 4. Wahres Lächeln der Mona Lisa

Quelle: Harald Pichler

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DIE ETWAS ANDERE SEITE  

glückauf möchte hier Kolleginnen und Kollegen aus der GMH Gruppe vorstellen, die sich ehrenamtlich enga­gieren und für andere einsetzen – in Hilfsorganisationen, Initiativen, karitativen Einrichtungen, sozialen Vereinen und Verbänden.

Kennen Sie eine Kollegin oder einen Kollegen, der mit seinem Ehrenamt vorgestellt werden sollte? Oder sind Sie selbst freiwillig engagiert? Dann mailen Sie uns einfach: redaktion@glueckauf-online.de

Manchmal kommt es auf jede Sekunde an Sinnvolle Freizeitbeschäftigung: Christiane Altena engagiert sich seit früher Jugend bei der DLRG als Rettungsschwimmerin und in der Jugendarbeit.

Foto: ik

Name: Christiane Altena Alter: 35 Jahre Beruf: Vertriebsassistentin Betrieb: Gröditzer Vertriebs­gesellschaft

Tipps für alle Nehmen Sie im Wasser Rücksicht auf andere Menschen (z. B. beim Reinspringen ins Wasser) | Überschätzen Sie nicht Ihre eigene Kraft und Ihr Können | Schwimmen Sie nicht in Flüssen mit Schiffsverkehr (z. B. im Rhein) | Machen Sie keine Mutproben unter Drogeneinfluss | Gehen Sie nur schwimmen, wenn Sie auch körperlich fit sind.

Tipps für Eltern Lassen Sie Ihre Kinder im Wasser nicht aus den Augen | Bleiben Sie in ihrer Nähe | Schwimmhilfen (Schwimmflügel etc.) geben keine Sicherheit vor dem Ertrinken | Gehen Sie mit den Kindern nicht zu tief ins Wasser (besser Kinderbecken oder Nichtschwimmerbereich nutzen) | Wenn die Kinder vor Kälte anfangen zu zittern: Raus aus dem Wasser!

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ein Name ist Christiane Altena. Ich bin Vertriebsassistentin in Willich im Bereich nahtlos gewalzter Ringe. Seit 2010, dem Gründungsjahr der damaligen Ringvertriebsgesellschaft – heute: Gröditzer Vertriebsgesellschaft –, gehöre ich zum Team. Nach dem Büroalltag widme ich mich meinem ehrenamtlichen Hobby bei der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG ) in der Ortsgruppe Angerland. Meine Eltern haben mich mit sieben Jahr dort angemeldet, weil sie wollten, dass ihre Tochter schwimmen lernt. Und ich habe dann ja auch erfolgreich die Jugendschwimmabzeichen Bronze bis Gold absolviert. Das hat mir alles so viel Spaß gemacht, dass ich über die (Schwimm-)Wettkampfschiene und Jugendfahrten bei der DLRG geblieben und groß geworden bin. Später habe ich dann meine Prüfung zur Rettungsschwimmerin gemacht. Heute bin ich in meiner Funktion als Rettungs-

schwimmerin meist im örtlichen Schwimmbad „im Einsatz“. Aber wir sind auch vor Ort bei Drachenbootrennen, Segelregatten, Kanurennen, Behindertenwettkämpfen oder sonstigen Veranstaltungen im und am Wasser oder an Badeseen. Oder wir werden im Notfall gerufen, zum Beispiel bei Badeunfällen an umliegenden Seen oder bei Hochwasser. Es kommt immer wieder mal vor, dass ich im Schwimmbad Personen aus dem Wasser retten muss. Sobald die Kinder beim Tauchen oder Reinspringen nach wenigen Sekunden nicht auftauchen, muss ich sofort handeln. Nur so kann ich rechtzeitig Kinder aus dem Wasser holen, um das Untergehen bzw. Ertrinken zu verhindern. Letztes Jahr musste ich auf einer Regattabahn eine hilflose Person aus dem Wasser retten. Ein Paralympic war während des Rennens mit seinem Kanu umgekippt. Er konnte sich selber nicht mehr aus der Lage befreien.

Vorausschauend und immer drohende Gefahren im Blick.

„Es kommt immer wieder mal vor, dass ich im Schwimmbad Personen aus dem Wasser retten muss. Zum Glück musste ich noch keinen Menschen wiederbeleben.

Meine Kollegen haben das Kanu wieder aufgerichtet, den Kanuten ins Rettungsboot und dann an Land gebracht. Er stand durch den Sturz unter Schock und hatte sich drei kleinere Wunden zugezogen. Bei Menschen mit Behinderungen – er hatte eine Beinprothese – wird die Wasserrettung durch die Einschränkung zusätzlich erschwert. Aber zum Glück musste ich bis heute noch keinen Menschen wiederbeleben. Natürlich gibt es auch weniger spektakuläre Momente: Zum Beispiel bin ich schon seit dem Teenageralter aktiv in unserer Jugendarbeit tätig. Ich begleitete die Kids und Jugendlichen mit auf die Fahrten und durfte den Erwachsenen als Helferlein mit über die Schulter schauen, wie diese abends den Kindern (wie auch mir damals) das Schwimmen beibrachten.

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Foto: Dirk Frohnert

Schnell merkte ich, dass mir diese Arbeit mit den Kindern viel Spaß bereitete. Mit meiner Volljährigkeit und einigen Schulungen bot sich mir die Möglichkeit, eigenverantwortlich eine Schwimmgruppe zu

leiten. So entwickelten sich über die Jahre bis heute mein Hobby und die ehrenamtliche Tätigkeit bei der DLRG. Einmal in der Woche bereite ich die Schwimmstunden für die Kinder entsprechend vor. Abgesehen von dieser Schwimmausbildung bin ich auch im Vorstand unserer Ortsgruppe tätig und leite unseren Erste-Hilfe-Bereich. Abschließend muss ich nach über 20 Jahren DLRG sagen: Das Ehrenamt ist einfach ein schönes und außergewöhnliches Hobby. Wer sich mit dem Element „Wasser“ identifizieren kann, dem kann ich die DLRG nur ans Herz legen. Ob Arbeit im Vorstand, Taucher, Schwimmlehrer, Einsatzleiter, Bootsführer, Sanitäter, Ausbilder in verschiedenen Bereichen und anderes mehr: Es gibt viele Möglichkeiten, sich aktiv einzubringen.

IMPRESSUM Den­ken Sie da­ran: Ih­re Le­ser­brie­fe, Ar­ti­kel, An­re­gun­gen und Kri­tik für die nächs­te Aus­ga­be müs­sen recht­zei­tig bei Ih­ren An­sprech­part­nern vor­lie­gen. Letz­ter mög­li­cher Ter­min ist der:

27.10.2017 He­raus­ge­ber: Ge­orgs­ma­ri­en­hüt­te Hol­ding GmbH Neue Hüt­ten­stra­ße 1 49124 Ge­orgs­ma­ri­en­hüt­te www.gmh-gruppe.de V.i.S.d.P.: Iris-Kath­rin Wil­ckens

Re­dak­ti­ons­team: Romana Binder (rb), Bianca Deck (bd), Christoph Dransmann (cd), Monika Hansen (mha), Markus Hoffmann (mh), Ina Klix (ik), Matthias Krych (mk), Dr. Ulrike Libal (li), Ve­ra Loo­se (vl), Melanie Moschner (mm), Iris-Kath­rin Wil­ckens (ikw) und Marcus Wolf (mw) Pro­duk­ti­on und Gra­fik: elemente designagentur, www.elemente-designagentur.ms Text­be­ar­bei­tung: Pe­ter Karl Mül­ler (pkm) Lektorat: Dorothea Raspe, Münster Her­stel­lung: STEIN­B A­C HER DRUCK GmbH, Os­na­brück; auf 100% Re­cy­cling­pa­pier Die glückauf erscheint viermal im Jahr.


glück­auf

Berichte aus den Unternehmen

3/2017

Schön!!

Zeigten sich von der Varini-Ausstellung im Kirchenschiff des ehemaligen Dominikanerklosters beeindruckt (von links): Heike Siebert (Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte), Julia Draganovic (Direktorin Osnabrücker Kunsthalle), Beate-Maria Zimmermann (Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte) und Valerie Schwindt-Kleveman (Galeristin). >>> auf Seite 23

Foto: Norbert Meyer

Judenburg: Mehr Licht!

Mannstaedt: Weniger Kosten!

Walter Hundhausen: Mehr Taktgefühl!

GMHütte: Mannstaedt: Weniger Denglish! Mehr Fitness!

Grippe: Mehr Vorsorge!

Summiert sich mit der Zeit: Judenburg stellt gesamtes Werk auf LED -Beleuchtung um – mit einer Menge von Vorteilen.

Hätte gestern noch nicht funktioniert: Mannstaedt ersetzt Monoblockwalzen durch Mantelwalzen – und reduziert Kosten.

War bislang zu „holprig“: Beim Modellwechsel fehlten Präzision und Tempo – jetzt wird beim Wechsel die Taktzeit eingehalten. >>> auf Seite 16

Übung macht den Meister: Dennis Michalski perfektionierte sein Sprach- und Sachwissen – bei GMH-Repräsentanzen in den USA . >>> auf Seite 17

Manchmal endet sie auch tödlich: Mit der Grippe (Influenza) sollte man nicht spaßen – besser ist es, rechtzeitig vorzusorgen.

>>> auf Seite 14

>>> auf Seite 15

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Auch im Kopf jung bleiben: Flexibles und kreatives Denken kann man üben – am besten ganzheitlich und in der Gruppe. >>> auf Seite 17

>>> auf Seite 22


PRODUKTION & INNOVATION   

„Wir haben unser Netzwerk wesentlich vergrößert und konnten verwandte Projekte initiieren. Speziell für die Zukunft haben sich neue Türen aufgetan.“ M I C H A E L K O L L E N Z Stahl Judenburg

Jetzt geht’s in die heiße Phase

Projektleiter Michael Kollenz

Werksfotos

Stahl Judenburg · Ein millionenschweres Forschungsprojekt mit Judenburger Beteiligung

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ehr als die Hälfte der eingesetzten Rohstoffe in der industriellen Produktion einsparen – an diesem Ziel tüfteln seit etwas über zwei Jahren internationale Kooperationspartner und Hochschulen gemeinsam mit der Stahl Judenburg. Kooperiert wird im Rahmen des EU -Horizon2020-Projekts MEMAN (Material and Energy Flow Management). Die Ambitionen sind groß, die anvisierte Wirkung wohl noch beträchtlicher: Rund die Hälfte der eingesetzten Energie, des verwendeten Stahls und der genutzten Betriebsstoffe wie Schmiermittel, Öl und Werkzeuge sollen künftig entlang der industriellen Lieferkette eingespart werden. Das internationale Forschungsprojekt soll Möglichkeiten und Potenziale ausloten. Vereinfacht ausgedrückt: Im Rahmen der Forschung wird vor allem die Lieferkette vom Zulieferer zum Enderzeuger detailliert analysiert. „Hier sind die größten Einsparungspotenziale vorhanden“, erläutert Stahl-Judenburg-Geschäftsführer Thomas Krenn das Forschungsprojekt. Vorrangige Auswirkung bei der Realisierung: ein besserer ökologischer Fußabdruck. Weitere Vorteile seien eine höhere Qualität durch Prozessoptimierung und eine damit verbundene längere Produktlebenszeit. Stahl-Judenburg-Projektleiter Michael Kollenz setzt ebenfalls hohe Erwartungen in das Projekt: „Vom Vormaterial über Betriebsstoffe wie Öl und Schmiermittel bis hin zu ideal abgestimmten Produktionsschritten: Wir haben hier viele Möglichkeiten, den gesamten Prozess bis zum Endprodukt zu verbessern.“

Hochschulen, Universitäten und Branchengrößen aus sechs europäischen Ländern arbeiten für das Projekt zusammen. Dabei profitieren alle Teilnehmer vom intensiven Austausch zwischen Experten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Als Produktionsbetrieb sorgt die Stahl Judenburg dafür, dass das Projekt auf einem realistischen Bezugsrahmen basiert. Michael Kollenz: „Wir stellen die Prozessdaten aus unserer Fertigung für das Forschungsprojekt zur Verfügung. Auch Versuche werden bei uns durchgeführt.“ MEMAN ist bereits in der Endphase: Nachdem der Ist-Zustand der Zulieferkette erhoben war, hat man alle Daten und Prozesse untersucht. „Aktuell“, so Michael Kollenz, „machen wir eine Fehleranalyse und eruieren, wo die Ineffizienz der Ströme am höchsten ist.“ Doch er weiß auch, dass das Projekt in gewisser Hinsicht bereits jetzt als Erfolg verbucht werden darf: „Wir haben unser Netzwerk wesentlich vergrößert und konnten verwandte Projekte initiieren. Speziell für die Zukunft haben sich neue Türen aufgetan.“ rb 

Stahlwerk erstrahlt innen wie außen in neuem LED-Glanz Stahl Judenburg · Immer wieder, wenn das Licht angeht, heißt es: Kampf den hohen Energiekosten. Stahlwerk setzt innen wie außen auf innovative LED-Beleuchtungssysteme – und hebt massive Einsparpotenziale.

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er Edelbaustahlverarbeiter Stahl Judenburg rückt die Nachhaltigkeit ins rechte Licht: Das Unternehmen wechselt sukzessive die Beleuchtung im Innenund Außenbereich aus – mit nachhaltiger Wirkung. Denn die neu installierten LED s sind weitaus energieeffizienter als herkömmliche Leuchtmittel (Gasentladungslampen, Leuchtstofflampen, Glühbirnen etc.). Sie verbrauchen bis zu 75 Prozent weniger Strom – bei besserer Leistung. Jährlich spart Stahl Judenburg auf diese Weise etwa 23 Tonnen CO2 ein. Nur zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Kleinwagen könnte mehr als 150.000 Kilometer zurücklegen, um diesen Wert zu verbrauchen. Stahl-Judenburg-Geschäftsführer Thomas Krenn weiß, dass sich die Investition in einem überschaubaren Zeitraum nicht nur finanziell rechnet: „Sie trägt wesentlich dazu bei, den CO 2-Ausstoß zu senken und die Nachhaltigkeit unseres Werks weiter auszubauen.“ Weiterer Vorteil der bereits eingesetzten modernen LED -Außenbeleuchtung: Sie minimiert Blendung und Streulicht, was Mensch und Umwelt zugutekommt. Erreicht wird dies durch ein ausgeklügeltes optisches System aus

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Hell wie der Tag: LED-Beleuchtung auf dem Werksgelände.

Linsen und lichttechnischer Abdeckung. Zudem erhöht eine bessere Lichtqualität und Ausleuchtung aller Gebäudebereiche die Arbeitsplatzsicherheit im Werk. Große Hallen inklusive Umfeld wurden bereits in den letzten Jahren mit dem neuen LED -System bestückt. Derzeit wird die Beleuchtung im Ost- und Westwerk und im Außenbereich adaptiert und ausgetauscht. Damit ist in Sachen Modernisierung aber längst nicht Schluss, erklärt Krenn: „Auch der Einbau von Lichtsteuerungssyste-

Werksfoto

men soll mittel- bis langfristig diskutiert werden.“ So kommen im Außenbereich Westwerk bereits LED -Leuchten mit integrierter und programmierbarer DALI -Lichtsteuerung zum Einsatz. Sie senken das Beleuchtungsniveau selbstständig ab, um weitere Energie zu sparen. Im Bedarfsfall (beispielsweise beim Schichtwechsel) arbeiten die Leuchten dann wieder mit 100  Prozent – zur Sicherheit der Mitarbeiter. rb 


PRODUKTION

& INNOVATION  

Ein Profil für viele Kunden Mannstaedt · HP-Profile sind nicht nur im klassischen Schiffbau eine unverzichtbare Komponente.

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ulstflach-Profile – meist bekannt als Schiffbau-Profile oder Holland-Profile (HP-Profile) – sind auf den ersten Blick einfache warmgewalzte Stahlprofile nach DIN-Norm. Sie gelten nicht nur als günstig, sondern auch als universell einsetzbar. Die Hauptanwendung liegt, wie der umgangssprachliche Name sagt, im Schiffbau. Dort werden sie als Aussteifungsprofil eingesetzt, beispielsweise im Schiffskörper oder im Decksaufbau. Aber auch beim Bau von Waggons im Schienenverkehr kommen die bewährten Mannstaedt-Profile zum Einsatz – beispielsweise unter anderem bei der Konstruktion von Autotransport-Waggons. Ein weiterer Einsatzbereich sind klassische Stahlbrücken und der Stahl-Wasserbau (zum Beispiel bei Schleusentoren). Ein besonderer Fall ist das Doppeltwulstflach-Profil (DHP). Diese Profile werden wegen ihrer Größe allerdings zurzeit nicht als Doppeltwulst gewalzt. Mannstaedt hat dafür zusammen mit einem nach DB-Norm klassifizierten Schweißfachbetrieb die Doppelwulstflach-Profile neu aufgelegt. Diese Profile können in allen Längen bis 24 m in einem Stück gewalzt und

aktuell im Abmessungsbereich bis DHP 480 (Breite 480 mm) gefertigt werden. Mannstaedt-(Doppelt-)Wulstflach-Profile haben eine hohe Oberflächen-Güte. Zudem kann Mannstaedt kundenspezifische Forderungen nach engeren Toleranzen, als die DIN-Norm vorgibt, erfüllen. Ulrich Klein

Hätten Sie’s gewusst? HP-Profil

Normen und Abmessungen

Prüfender Blick auf ein Doppelwulstflach-Profil

Werksfoto

Neben den klassischen Schiffbau-Güten stellt Mannstaedt Wulstflach-Profile auch in Güten nach DIN EN 10.025 (allgemeiner Stahlbau) oder nach DIN EN 10.225 (Offshorebereich) her. Die Abnahmen können nach DNV-GL, LR, BV oder RINA vorgenommen werden. Eine CE-Ausweisung mit Leistungserklärung nach EU-Bauproduktenverordnung Nr. 305/2011 (EU-BauPVO) ist für die Baustahl-Güten freigegeben. Zur sicheren Kennzeichnung können alle Profile eindeutig und dauerhaft markiert werden. Aktuell fertigt Mannstaedt die Wulstflach-Profile im Bereich HP 80-240. Weitere Abmessungen sowie spezielle Maße, Toleranzen und Sondergüten sind auf Anfrage möglich.

Das Holland-Profil (Formbuchstabe HP) ist ein flaches Stahlprofil, das am Rand einer Flachseite eine Verdickung (Wulst) hat. Sie läuft über die gesamte Profillänge. Aufgrund des Wulstes bezeichnet man das Holland-Profil auch als Wulstprofil bzw. Wulstflachstahl.

Ring frei Mannstaedt · Der Kontinuierliche Verbesserungsprozess, wie er leibt und lebt: Bei der Suche nach einer Reduzierung ihrer Werkzeugkosten stießen die Mannstaedter auf einen großen Optimierungshebel – Walzen für Spezialprofile.

THEMA

INTERVIEW Vor drei Jahren hat Mannstaedt ein ehrgeiziges KVP-Projekt gestartet. Ziel war, für Neuprofile die Werkzeugkosten zu senken und dadurch wettbewerbsfähiger zu werden. Im Laufe des Projekts wurden viele Optimierungsmöglichkeiten gefunden – wobei das größte Einsparpotenzial erwartungsgemäß bei den Walzen lag. Denn die machen rund 70 Prozent der gesamten Werkzeugkosten für Spezialprofile aus. Details erläutern Dr. Christian Trappmann (Leiter Kalibrierung) und Peter Pfeil (Technischer Einkauf) im glückauf-Interview:

Tolles Ergebnis erzielt: Peter Pfeil (links) und Christian Trappmann.

Peter Pfeil: Die Idee stieß aber zunächst auf Skepsis. Wir hatten nämlich vor vielen Jahren bereits einen ähnlichen Versuch gestartet – ohne Erfolg.

Ring

Achse

Woran ist es damals gescheitert? Trappmann: Bei unseren asymmetrischen Profilen traten unerwartet hohe Axialkräfte auf, die die damaligen Mantelwalzen nicht auffangen konnten. Pfeil: Wir haben dennoch Kontakt mit einem renommierten deutschen Walzenlieferanten aufgenommen. Und siehe da: Die Verbindungstechnik hatte sich weiterentwickelt.

Trennstelle vom Schrumpfabsatz

glückauf: Welche Idee war denn besonders Erfolg versprechend? Dr. Christian Trappmann: Eine Idee für die Universalgerüste. Das Projektteam hatte vorgeschlagen, dort anstelle der Monoblock-Walzen sogenannte Mantelwalzen einzusetzen, weil die kostengünstiger sind. Was ist der Unterschied zwischen einteiligen Monoblock-Walzen und Mantelwalzen? Trappmann: Eine Mantelwalze besteht aus zwei Teilen – einer wiederverwendbaren Achse und einem Ring, dem sogenannten Mantel. Miteinander verbunden werden beide Teile per Schrumpfsitz.

KVP

Inwiefern? Trappmann: Bei der neuen Verbindung handelt es sich nicht mehr um einen rein kraftschlüssigen, sondern auch um einen formschlüssigen Sitz. Dadurch lassen sich die Axialkräfte auffangen.

Werksfoto

glück auf · 3/2017 ........... 15

Wie ging es dann weiter? Pfeil: Zunächst wurden acht Mantelwalzen für eine Testreihe bestellt. Die nötigen Achsen hatten

Foto: mha

wir aus Altwalzen gedreht. Diese Testwalzen wurden zunächst für symmetrische Profile mit geringen Axialkräften und danach gezielt bei unsymmetrischen Profilen mit hohen Axialkräften eingesetzt. Ergebnis? Pfeil: In allen Tests gab es keine Ausfälle. Die Mantelwalze war bei allen Profilformen einsetzbar. Wie ist der Stand der Dinge heute? Pfeil: Inzwischen wurden bereits 140 Mantelwalzen eingesetzt – wodurch wir die Werkzeugkosten deutlich senken konnten. Trappmann: Auch die Umwelt profitiert davon. Wir verbrauchen bei der Herstellung von Mantelwalzen rund 60 Prozent weniger Energie. Pfeil: Diese Energieeinsparung summiert sich inzwischen auf 186.200 kWh. Damit könnten 36 Einfamilienhäuser ein Jahr lang mit Strom versorgt werden. Trappmann: Manchmal lohnt es sich eben, alte Zöpfe abzuschneiden! Vielen Dank für das Gespräch.


PRODUKTION

Mehr Tempo und Präzision

„Low Hanging Fruits“ gepflückt FWH Eisenguss · Bei der Suche nach offensichtlichen Schwachstellen

Walter Hundhausen · Oberkastenmodell kann in Taktzeit wechseln. Unterkasten kommt noch nach. INTERVIEW Im Zuge des KVP-Projektes „Betriebliche Unterbrechungen“ wurde bei Walter Hundhausen auch der Modellwechsel an der Formanlage untersucht: Man wollte wissen, ob hier die Kastenleistung verbessert werden könnte (durch technische und organisatorische Optimierungen). KVP-Beauftragter Steffen Freerksema berichtet über die Ergebnisse, die das KVPTeam um Thomas Gräfe, Lars Thöle und Dirk Henneboele entwickelt hat: glückauf: Was heißt „Modellwechsel“? Wozu ist er erforderlich, Herr Freerksema? Steffen Freerksema: Beim Modellwechsel wird die Formanlage so umgerüstet, dass ein anderes Gussteil abgegossen werden kann. Dafür müssen natürlich die Modellplatten für den Ober- und Unterkasten aus der Anlage gefahren und durch andere Modellplatten ersetzt werden. Dieser Wechselvorgang soll in Taktzeit ablaufen, also innerhalb von etwa 24 Sekunden. Was bislang nicht der Fall war. Freerksema: Aber möglich gewesen wäre – wie eine Störzeitenanalyse des KVP-Teams ergab. Entsprechendes Potenzial war vorhanden. Und weshalb hat der Wechsel länger als 24 Sekunden gedauert? Freerksema: Wir haben uns zunächst auf den Wechsel des Oberkastens konzentriert. Und dort machte eine Videoaufnahme vor allem einen Schwachpunkt erkennbar: Die Modellwechselwagen waren für die Kollegen zu schwer zu bedienen und zu positionieren. Was Zeit gekostet hat … Freerksema: Genau. Also haben

& INNOVATION  

wir uns zusammengesetzt, um praktikable Lösungen zu finden, die Wechselwagen innerhalb der Taktzeit genauer und schneller zu positionieren. Wie sieht Ihre Lösung aus? Freerksema: Eine Kombination aus neuer Positionierung und geändertem Antrieb. Die Position des Wechselwagens wird nun mit einem Laser statt mit Endschaltern überwacht beziehungsweise gesteuert. Dies ermöglicht, den Wagen millimetergenau an die Wechselpositionen zu fahren. Um die höherbelastete Achse anzutreiben, mussten wir allerdings den Antrieb verstärken. Das funktioniert? Freerksema: Nach einigen Einstellversuchen und Korrekturen konnten die Produktionsmeister der Formanlage melden: „Das System funktioniert!“ Die Modellwechsel in Taktzeit sind machbar. Wie gut funktioniert es? Lässt sich das in Zahlen ausdrücken? Freerksema: Die ersten Auswertungen zeigen: Beim Wechsel des Oberkastenmodells werden etwa 60 Minuten pro Monat an Wartezeiten eingespart. Daher wird als Nächstes der Wechselwagen für den Unterkasten umgebaut, um auch hier die Wartezeiten zu verkürzen beziehungsweise zu eliminieren. Wie geht es danach weiter? Was nehmen Sie als Nächstes in Angriff? Freerksema: Danach will das KVPTeam untersuchen, wie die Kollegen an der Formanlage besser unterstützt werden können, um die Wechselzeiten noch effektiver zu gestalten.

stieß man auf die allzu aufwendige Nachbearbeitung von Werkstücken. INTERVIEW Aller Anfang, sagt man, ist schwer. Wo soll man beispielsweise mit KVP -Projekten anfangen, wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht? Diese Frage stellten sich auch die Kollegen der Friedrich Wilhelms-Hütte Eisenguss (FWHE ). Für sie ging es darum, den Aufwand für Nacharbeit an großen Gussteilen zu vermindern. „Bei welchem Teil sollen wir anfangen?“, gab F W H E -Gießereileiter Thomas Handke dem KVP -Beauftragten Jürgen Senf zu bedenken. Seine Antwort? glückauf: Wie sind Sie vorgegangen, Herr Senf? Jürgen Senf: Zunächst mussten wir den Anteil der Nacharbeitsstunden feststellen und bewerten. Also hat das KVP -Team alle Gussteile untersucht, die FWHE in den letzten drei Jahren produziert hat – immer auf der Suche nach den „Low Hanging Fruits“. Grundlage für eine belastbare Aussage war der Zugriff auf jede Menge aussagekräftiger EDV -Daten. Und wo hingen die „Low Hanging Fruits“? Senf: Bei zwei Teilen aus dem Bereich Antriebstechnik, die immer wieder hohe Nacharbeitsstunden aufwiesen. Das größere Teil wiegt 28 Tonnen, das kleinere fünf Tonnen. Und wie haben Sie die „Low Hanging Fruits“ gepflückt? Senf: Kollegen aus Formerei, Kernmacherei, Putzerei und Modellbau haben zunächst einmal zwei KVP Teams gebildet, die sich mit diesen beiden Gussteilen beschäftigten. Jedes Team wurde von einem Meister aus dem Bereich Formerei geleitet. In mehreren Sitzungen wurden dann immer

Vielen Dank für das Gespräch. 

Wildau war der Dritte im Bunde ach Gröditz (SWG) und Essen (ETE) war jetzt die Wildauer Schmiede- und Kurbelwellentechnik (WSK) an der Reihe: Dort haben in den beiden Betriebsteilen Kurbelwelle und Schmiede die Schulungen zum Thema „Kontinuierlicher Verbesserungsprozess“ (KVP) begonnen. Neben den jeweiligen Betriebsleitern nahmen auch KVP-Verantwortliche, der KVP-Koordinator und die Geschäftsführung teil. Wie bereits in Gröditz und Essen, den beiden anderen Standorten der Business Unit Schmiedetechnik, führt Prof. Murat Mola von der Hochschule Ruhr West (HRW) die Schulungen durch. Er gilt als ausgewiesener KVP-Experte. Insgesamt durchlaufen die Mitarbeiter eine Schulungsreihe,

„Die Schulung war sehr praxisnah

und hatte einen sehr guten Bezug zum eigenen Betrieb. Aus den Übungen sind Handlungsfelder entstanden, welche die Durchlaufzeiten reduzieren und die Kommunikation verbessern werden.

Ronny Käppler (KVP-Manager)

Werksfoto

wieder kleinere Verbesserungen auf den Tisch gebracht, diskutiert und beschlossen. Das Fachwissen der Kollegen vor Ort konnte also einfließen. Senf: Genau. So wurden Überlegungen und Hinweise aus der Praxis in die Diskussion gebracht, die Simulationsbetrachtungen ergänzten und verbesserten. Kommen wir zu dem Ergebnis! Senf: Schnell stellte sich heraus: Wir können nicht nur die Nacharbeiten reduzieren. Wir können auch den Aufwand für die vorgelagerten Prozesse reduzieren – also für Schmelzbetrieb, Formerei und Kernmacherei. Sie alle profitierten von den Überlegungen. Auch bei ihnen konnten Arbeitsprozesse optimiert werden. Können Sie dafür einige Beispiele nennen? Senf: Arbeiten wie Anschnittsrohre schneiden, Kühlsteine anlegen oder Putzgrate bearbeiten wurden verringert oder entfielen sogar.

KVP

THEMEN

WSK · Schulungen: Kontinuierlichen Verbesserungsprozess kann man lernen.

N

Auch die Kollegen vor Ort konnten ihr Fachwisssen in den Optimierungsprozess einbringen. Auf dem Foto diskutieren sie gerade Überlegungen und Hinweise, die die präsentierWerksfoto ten Simulationsbetrachtungen ergänzen und verbessern sollen.

die ein Jahr intensive praktische und theoretische Arbeit mit sich bringt. Am Ende sollen sie über eine KVP-Methodenkompetenz verfügen, die ihnen mit einem KVP-Pro-Expert-Zertifikat bescheinigt wird. Die Agenda der ersten Schulungswoche war straff. Von Montag 9 Uhr bis Freitag 17 Uhr wurde jedes Tool theoretisch vermittelt und praktisch vertieft. Dass dabei auch der Spaßfaktor nicht zu

glück auf · 3/2017 ........... 16

kurz kam, zeigte ein nach der Mittagspause chaotisch umgestalteter Seminarraum, der zur Verdeutlichung der 6-S-Prinzipien diente. In Gröditz, Essen und Wildau wurden die KVP-Grundlagen nach derselben Methode vermittelt. Daher kann man von einem gemeinsamen Standard untereinander ausgehen. Dies fördert nicht nur ein gemeinsames Grundverständnis über die Herangehensweise beim KVP. Es kommt auch einem betriebsübergreifenden Erfahrungsaustausch entgegen. „KVP stellt eine Einstellung zur Veränderung in kleinen Schritten dar, mit der Bereitschaft, jeden Prozess zu hinterfragen“, so WSK-Geschäftsführerin Simone Senst bei der Eröffnungsveranstaltung Ende Juli. „Er wird dauerhaft zu einer Veränderung in der Unternehmenskultur sorgen. Davon sind alle Beteiligten überzeugt.“ Wildau hat sich für 2017 ehrgeizige Ziele gesetzt: Mit sechs KVP-Projekten, die Prof. Murat Mola begleiten wird, will man über 300.000 Euro einsparen – und so nachhaltig das Ergebnis des Unternehmens verbessern helfen und

Wie geht es weiter? Was sind die nächsten Schritte? Senf: Zunächst einmal müssen wir die Erfolge der bisherigen Maßnahmen bewerten. Nur so können wir wenn nötig die Ergebnisse weiter verbessern oder korrigieren. Und wir werden mit diesen KVP -Teams weitere Teile untersuchen. Vielen Dank für das Gespräch. 

Low Hanging Fruits Low Hanging Fruits = tief hängende Früchte. In der Betriebswirtschaft versteht man sinngemäß darunter Aufgaben bzw. Probleme, die schnell erledigt werden können, einen überschaubaren Aufwand bei der Lösung erfordern und im Ergebnis sehr effizient sind. Oder auch Aufgaben bzw. Probleme, die sich aufgrund ihrer Offensichtlichkeit besonders aufdrängen.

dessen Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Doch nach der Schulung ist vor der Schulung. Jetzt heißt es, das erworbene Wissen des ersten Workshops vor allem in den Schulungsprojekten konsequent anzuwenden. Der nächste Termin steht ebenfalls schon fest: Im Oktober gehen die Schulungen weiter. Auch wenn die Zeit intensiver Schulungen nicht einfach war (und den Teilnehmern das eine oder andere graue Haar gekostet haben dürfte): Am Ende konnte Detlef Angermang (KVP-Verantwortlicher Schmiede) eine positive Resonanz ziehen. Ronny Käppler

Darum ging es Die konsequente Vermittlung von Grundlagenwissen aus dem KVP-Toolset orientiert sich an den Anforderungen des jeweiligen Standortes. Dazu zählten SIPOC, Wertstromanalyse- und Design, FMEA, Ishikawa und Poka Yoke genauso wie die K.-o.-Analyse oder die Nominalgruppentechnik.


QUALITÄT & QUALIFIKATION    Bei den Strategieaufgaben war hohe Konzentration gefragt!

Foto: Lena Stahlhofen

Wie man im Kopf fit bleibt Mannstaedt · Effektives Trainingsprogramm, um beruflichen Belastungen entspannter zu begegnen. Mannstaedt wurde direkt hellhörig, als eines Tages ein spannendes Angebot der Universität Bonn hereinflatterte: „Fit bleiben im Beruf.“ Gedacht war es vor allem für erfahrenere Mitarbeiter (zunächst aus kaufmännisch orientierten Bereichen), die bereits ihren 50. Geburtstag feiern durften. Personalentwicklerin Ute Pellenz berichtet: Wann haben Sie Ihren letzten Fitnessjoghurt aus dem Kühlregal gegessen? Und – hat er fit und idealerweise auch glücklich gemacht? Wohl eher nicht, oder?

Dabei überraschte, wie schnell kleine Übungen die Konzentrationsfähigkeit auffrischen können. Ein bunter Reigen aus Befragungen, kniffligen Denk- und Strategieaufgaben, kleinen Projekten und moderaten Gleichgewichts-Übungen machten das Programm zum vollen Erfolg. Dazu trug sicher auch der rege Erfahrungsaustausch untereinander bei. Zudem wurden die persönlichen Kompetenzen reflektiert. Dabei war es für alle Teilnehmer erstaunlich, wie viele Kompetenzen (vor allem außerhalb des Berufes) man im Laufe des Lebens doch erworben hatte – Kompetenzen, über die bislang noch niemand so intensiv nachgedacht hatte. Nach dem intensiven Programm war den 13 Teilnehmern der ersten Gruppe klar: Zum „alten Eisen“

Der Balance-Akt sieht leichter aus, als er ist!

Sprung ins kalte Wasser GMHütte · Dennis Michalski: Auslandserfahrung in US-GMH-Repräsentanzen.

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in Semester in Paris, ein Praktikum in den Staaten, Schafe scheren in Australien, Bäume pflanzen in Bolivien oder Englisch lernen in Schottland – mittlerweile legt mehr als jeder dritte deutsche Student eine Station im Ausland ein. Tendenz: steigend. Vor fünf Jahren nicht mal jeder Vierte. Ein Praktikum, am besten sogar eines, das zu den beruflichen Plänen passt, ist dabei die Königsklasse. Hier ist man einem Kulturschock näher als im geschlossenen Uni-Campus mit den zahlreichen internationalen Studenten. In das Abenteuer „Auslandserfahrung on the Job“ stürzte sich auch Dennis Michalski von der GMH ütte. Der 24-Jährige hat 2015 seine Ausbildung zum Industriekaufmann bei der GMH ütte vorzeitig abgeschlossen und

Foto: mha

Dennis Michalski

Beruf: Verkäufer Walzstahl International, GMHütte Alter: 24 Jahre Bei der GMH Gruppe seit: 9/2012 Mein USA-Highlight: Ganz klar die Zeit bei AMS. Ich habe mich gleich zu Beginn wohlgefühlt, als wenn ich schon ewig hier wäre.

Hannah Huxholl von der Uni Bonn illustriert, wie sich Erschöpfung mit und ohne Pausen entwickelt.

Das hat mich überrascht: Die amerikanische Mentalität – und das sich bewahrheitende Klischee vom Smalltalk.

Foto: mha

Dass Fitness viel mehr bedeutet, als dem schillernden Fitnesstrend mancher Industrien zu folgen, weiß man schon seit Langem. Was zählt, ist ein ganzheitlicher Ansatz, der auch die „Fitness von innen“ mit berücksichtigt. Das Programm der Uni umfasste weit mehr als ein paar Fitnesstipps für die „geistige Fitness“. Vielmehr durften sich die 13 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den 15 Terminen auf unterschiedlichste Strategien freuen – Methoden, um sich geistig fit zu halten und den richtigen Umgang mit Stress zu erlernen. Zudem wurden effiziente Entspannungs- und Gedächtnisübungen vermittelt.

ist seitdem im Bereich „Verkauf Walzstahl International“ tätig. Er weiß, was es heißt, Kunden Tag für Tag auf Englisch zu betreuen: „Meine Sprachkenntnisse zu verbessern war meine größte Motivation für den Auslandsaufenthalt. Aber unterm Strich habe ich noch viel mehr bekommen.“ In den insgesamt 16 Wochen (inkl. zwei Wochen Urlaub) hat Dennis viel erlebt. Die ersten zehn Wochen verbrachte er in Mecklenburg County bei Barbara Andersson / AMS Specialty Steel. Sie vertritt die USA-Belange der GMH ütte und hat in den letzten Jahrzehnten ein gutes Netzwerk an US -Interessenten aufgebaut.

Das ist mal richtig schief gegangen: Von insgesamt zwölf Flügen in dieser Zeit war die Landung in Charlotte bei Unwetter eine Erfahrung, die ich lieber nicht gemacht hätte. Der Mehrwert für mich: Eigenständigkeit, sprachliche Weiterentwicklung und mehr Selbstbewusstsein. Der Mehrwert für die Gruppe: Weiterentwicklung und Motivation eines jungen Mitarbeiters, Vernetzung in der Gruppe.

gehören wir noch lange nicht! Inzwischen hat bereits eine zweite Gruppe das Programm durchlaufen. Auch hier wurde wieder getüftelt, balanciert, sich ausgetauscht und natürlich auch viel gelacht. Schließlich ist Lachen – ganz nebenbei bemerkt – ein kostenloses und besonders wirkungsvolles Fitness-Elixier.

Dennis Michalski vor einer beeindruckenden Skyline

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Foto: privat

„ Es war eine großartige Zeit bei den Kollegen der GMH Gruppe. An allen Standorten herrschte eine familiäre Atmosphäre. Ich bin sehr froh und allen Kollegen dankbar, dass ich diese Erfahrungen machen durfte.

DENNIS MICHALSKI

Dennis: „Bei der Telefon-Kaltakquise wird man so richtig ins kalte Wasser geworfen. Besonders Gesprächspartner aus den Südstaaten konnte ich anfangs am Telefon nur sehr schlecht verstehen. Aber schon nach kurzer Zeit war ein fließender Dialog kein Problem.“ Danach wechselte Dennis zu den Kollegen von Mannstaedt USA in Peachtree City. Insgesamt sechs Inlandsflüge standen auf dem Programm. Dabei konnte er auch mehrere Produktionen (z. B. für Gabelstapler-Anwendungen) besichtigen und an vielen Kundengesprächen teilnehmen: „Mein Aufenthalt wurde von den Kollegen vor Ort super organisiert. Besonders interessant war der Besuch auf der Brücke eines Containerschiffs im Hafen in Philadelphia.“ Letzter GMH -Standort war Indianapolis. „In zwei Wochen bei der MVO habe ich erfahren, wie komplex das Thema der Lenkungssysteme sein kann. Vor allem hinsichtlich der Toleranzen werden dort höchste Ansprüche von den Kunden erfüllt. Dr. Vieweg war zu diesem Zeitpunkt ebenfalls vor Ort und gab mir einen Einblick in die aktuellen Projekte. Danach konnte ich die Mitarbeiter Tammy Borden und Jason Craw unterstützen und lernte schnell neues Fachvokabular kennen.“ Nach 14 Wochen Arbeit krönte Dennis seinen Auslandsaufenthalt mit einer zweiwöchigen Rundreise von San Francisco über Las Vegas nach Los Angeles. mm


MENSCHEN & KONTAKTE   

Der Bereich vor der 2.000-t-Presse

„Wir sind gern beim nächsten Mal

wieder dabei! Ein tolles Erlebnis für uns und ganz gewiss auch für unsere Besucher. Ein besonderes Lob an die Mitarbeiter der laufenden Produktion, die unter strenger Beobachtung eine volle Schicht abgeleistet haben – was dank der momentanen Auftragslage auch wichtig und notwendig war.

SIMONE SENST

Immer wieder gerne WSK · Lange Nacht der Wirtschaft in Wildau – ein besonderes Erlebnis für Gäste und Gastgeber.

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ie Wildauer Kollegen waren sehr beeindruckt: Exakt 1.205 Besucher kamen Ende Juni zur „Langen Nacht der Wirtschaft“ zu der Wildauer Schmiede- und Kurbelwellentechnik (WSK). Sie alle wollten an diesem Abend einen Blick bei laufender Produktion in die Schmiede und Kurbelwelle werfen – und sich ein Bild von den Mitarbeitern, dem Betrieb und der Produktpalette machen. Publikumsmagnet war der große Hammer in der Schmiede, dicht gefolgt von den 12 m langen Kurbelwellen. Sie konnten bezüglich Dimension, Kraft und Bearbeitungsgenauigkeit punkten. Zusätzlicher Anlaufpunkt, neu im Vergleich zur letzten „Langen Nacht der Indus-

trie“ im Jahre 2015 und ebenfalls stark frequentiert: die Darstellung des kompletten Schmiedeablaufs – mit neuesten Medien, großem Aufwand und viel Engagement der Mitarbeiter anschaulich simuliert. So unterschiedlich das Publikum, so unterschiedlich die Motive für einen Besuch der WSK : Familienmitglieder, die sich für die Arbeitsplätze ihrer Angehörigen interessierten; ehemalige Mitarbeiter, die aus mehreren Generationen stammen; Studenten der benachbarten Technischen Hochschule Wildau; Lieferanten; Besucher mit technischem Interesse und zum Teil sehr detaillierten Fragen; Schüler mit Ausbildungsinteresse oder auch

Studenten auf der Suche nach einem Praktikum. Ein Angebot, das ebenfalls gut angenommen wurde: Um die Fragen der Besucher zu beantworten,

Das SWG-Team (von links nach rechts): Birgit Martin, Katja Rothe, Gerald Senger, Burkhard Herrmann, Tanja Brandes, Manja Malyszczyk, Ralf Stahl, Frank Ledderbohm, Karin Hornung, Jonas Bretschneider, Ellen Hahn, Klaus Füting, Steffen Drechsler, Thomas Senst, Enrico Bartusch, Detlef Kulms und Udo Meinke.

waren überall Mitarbeiter postiert. Sie zeigten sich über das große Interesse überrascht und begeistert zugleich. Das konnte man ihnen ansehen. Die „Dekoration“

mit Feuertonnen ist in der hellen Nacht leider etwas untergegangen und kam erst zum Schluss wirksam zur Geltung. Simone Senst

SCHMIEDEWERKE GRÖDITZ Foto: ik

„Weißt du noch …?“

Man darf schon von einem „historischen Ereignis“ sprechen. Betroffen waren die Lehrlinge 1970 – 1972 (dritter Jahrgang), die damals im Stahlwerk Gröditz eine EDV-Facharbeiter-Ausbildung absolviert hatten. Denn die trafen sich erstmals seit 45 Jahren an ihrer Ausbildungsstätte wieder. Dass inzwischen viel Zeit vergangen ist, lässt sich schon am Vokabular ablesen. Denn wer spricht heute noch von „Lehrlingen“, „EDV“ oder „Stahlwerk Gröditz“? Heute heißt es „Azubis“, „IT“ und „Schmiedewerke Gröditz“. Doch das hinderte die Ehemaligen nicht daran, Erinnerungen an früher aufzufrischen. Dabei durfte auch ein Rundgang durchs „Werk“ nicht fehlen – angeführt von Brigitte Hettwer, die sehr engagiert und emotional durch die noch immer beeindruckenden Produktionsstätten führte. Dabei durften Anmerkungen über alte Ausbildungsplätze und Erstaunen über die Veränderungen natürlich nicht ausbleiben. Und so begannen viele Sätze mit den Worten: „Weißt du noch …?“, „Da stand doch mal …!“ Lothar Weiß Publikumsmagnet: Hammerstrecke 630 kNm

Werksfotos

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Betriebsfest fiel trotz Regen nicht ins Wasser GMHütte · Die Belegschaft hatte sich das Betriebsfest redlich verdient. Versandrekord Und wieder gibt es einen heftigen Regenguss.

und unfallfreie Modernisierung der Stranggießanlage waren Grund zum Feiern.

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s ist inzwischen Tradition, den jährlichen Sommerstillstand bei der GMHütte mit einem Betriebsfest zu beenden. So auch in diesem Jahr. Und wie immer hatten Geschäftsführung und Betriebsrat zu dem Mitarbeiterfest auch die jeweiligen PartnerInnen der Beschäftigten eingeladen. GMHütte-Geschäftsführer Michael Merz begrüßte die Gäste – und schob handfeste Gründe hinterher, weshalb es etwas zu feiern gäbe: „Im ersten Halbjahr 2017 haben wir einen Versandrekord erarbeitet, so viel wie noch nie im vergleichbaren Zeitraum. Dafür danke ich Ihnen allen sehr.“ Zudem wurde während der vierwöchigen Stillstandszeit der mittlere Teil der Stranggießanlage nach Plan erneuert. Damit ist die zweite Phase der „Verjüngungskur“ abgeschlossen, die im nächsten Sommer fortgesetzt wird. Dass alles ohne nennenswerte Zwischenfälle bzw. unfallfrei verlief, freute die Geschäfts­ leitung dabei ganz besonders. Der Festplatz und das Zelt füllten sich zusehends mit Gästen. Draußen konnte sich jeder an den mobilen Imbiss-Ständen nach Geschmack mit Bratwürsten, Pommes, Burgern, kleinen Kartoffeln und Dönern eindecken. Eine Theke im Zelt und ein Getränkewagen

draußen hielten Getränke zur Erfrischung parat. Leider kam die auch von oben. Noch Stunden zuvor waren alle froh gewesen, dass der stundenlang andauernde Regen pünktlich zum Festbeginn aufgehört hatte. Aber im Laufe des Abends zogen erneut dunkle Wolken auf – gefolgt von einem heftigen Platzregen. Die Besucher retteten sich schlagartig ins Zelt. Im Getränkewagen legten die mitfeiernden Geschäftsführer später selbst mit Hand an und bedienten gekonnt den Zapfhahn, um den

Durst der Kolleginnen und Kollegen zu stillen. Die wiederum nahmen gerne ein perfekt gezapftes Pils entgegen. Derweil sorgte im Festzelt die „CJ Systems Mobildiscothek“ für Musik – und wartete lange, bis der Tanzfunke auf die Gäste übersprang. Die fanden sich zu vorgerückter Stunde doch noch auf der Tanzfläche ein. Und so ging das Betriebsfest zur Zufriedenheit aller schwung- und stimmungsvoll zu Ende. vl

Organisatoren und Gewinner nach der Siegerehrung (von links nach rechts): Volker Foto: Thomas Bußmann Glane, Nele Benthe, Ronald Tolk und Hans-Günter Randel.

Spiel, Satz und Sieg GMHütte · Hüttencup 2017: Bei den Frauen setzt Am späteren Abend wagten sich doch noch einige Tanzbegeisterte auf die Fläche.

sich am Ende eine „Nachwuchsspielerin“ durch.

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Schlechtes Wetter hin, schlechtes Wetter her: Es war einfach wieder mal schön, die Kolleginnen und Kollegen in privater Atmosphäre zu treffen. Fotos: vl

GMHütte-Geschäftsführer Michael Merz hatte das Betriebsfest „offiziell eröffnet“.

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m 10. August war es endlich wieder so weit. Das Organisationsteam mit Christel Brinkmann, Hans-Günter Randel und Volker Glane hatte zum jährlich ausgetragenen „Hüttencup“ eingeladen. Um 17 Uhr trafen sich 20 aktive und ehemalige MitarbeiterInnen der GMHütte auf der Tennisanlage des TuS Glane. Auf vier Plätzen wurden die gemäß Spielplan angesetzten „Doppel‘“ ausgetragen. Die Spielzeit betrug jeweils 20 Minuten. Danach wurden die Paarungen neu zusammengestellt. Nach vier teilweise hart umkämpften Spielen konnte der Abend mit Kaltgetränken, Gegrilltem und selbst gemachten Salaten ausklingen. Alles war – wie immer

– perfekt organisiert. Sogar der Wettergott spielte wieder mit. So konnten die Teilnehmer nach einem kurzen Regenschauer den Tag gemütlich auf der Außenterrasse ausklingen lassen. Zum Abschluss fand die Siegerehrung statt. Den Siegerpokal der Frauen bekam in diesem Jahr Nele Benthe, den der Herren Ronald Tolk. Der diesjährige Hüttencup war wieder einmal eine sehr gelungene Veranstaltung, an der gerne auch Neuzugänge im nächsten Jahr teilnehmen können. In erster Linie steht der Spaß im Vordergrund. Höchstleistungen werden nicht erwartet. Thomas Bußmann


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Alles eine Frage der richtigen Perspektive In Osnabrück können Kunstfreunde ihr „blaues Wunder“ erleben.

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er auf der Marktstraße in Osnabrück Richtung Marienkirche geht, sieht links und rechts auf den Außenwänden und auf der Fassade der Kirche ein scheinbar sinnloses Wirrwarr aus blauen Strichen, Linien, Kurven, Kringeln und Häkchen kleben. Was soll das? Des Wirrwarrs Rätsel ist nur an einer ganz bestimmten Stelle zu lösen. Denn wer vom Domhof aus Richtung Marienkirche blickt, sieht plötzlich – eine optische Täuschung. Denn von hier aus fügen sich all diese blauen Versatzstücke wunder-

samer- und überraschenderweise für das Auge zu vier Kreisen zusammen (ähnlich den olympischen Ringen). Sie scheinen zwischen den Häusern über der Straße zu schweben. Eine weitere ähnliche Installation (in Rot) ist im Kirchenschiff der Kunsthalle Osnabrück (ehemaliges Dominikanerkloster) zu sehen. Schöpfer der beiden Installationen ist der Schweizer Künstler Felice Varini. 160.000 Euro haben sie insgesamt gekostet. Ohne die Hilfe von Sponsoren – darunter auch die Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte

– wäre das Varini-Projekt allerdings nicht möglich gewesen. Um das blaugefärbte Aluklebeband an der Marienkirche in mehr als 50 Meter Höhe anzubringen, mussten übrigens Fassadenkletterer mit Bergsteigerausrüstung anrücken. Als „Klebehilfe“ hatte man bei Dunkelheit mithilfe eines Projektors die entsprechenden Linien an die Häuser und Kirchenfassade geworfen. Insgesamt 80 Personen waren unter Anleitung Varinis an dem Aufbau der Installationen beteiligt. Norbert Meyer

Nur wer von einem ganz bestimmten Punkt aus in Richtung Kirche blickt, sieht die Foto: pkm blauen Kreise – und keine Fragmente (noch zu sehen bis zum 31. Oktober).

Sprache ist der Schlüssel Entspannt Deutsch – und noch mehr lernen

Danke!

Auch der 5. Osnabrücker Zoo-Lauf kam wie jedes Jahr zwei Kinderprojekten zugute. Die Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte hatte die Einnahmen, die sich vor allem aus Startund Sponsorengeldern ergeben hatten, großzügig um 3.200 Euro auf 9.500 Euro aufgestockt. Dieser Betrag ging dann je zur Hälfte an das Sprachförderprojekt „Deutsch lernen im Zoo“ und den Verein „Sportler 4 a childrens world“. Walter Roppes, Vorstandsmitglied der Stiftung: „Wir möchten Kindern möglichst früh durch Chancengleichheit einen guten Start ins Leben ermöglichen.“ Bei der Scheckübergabe (von links nach rechts): Heike Siebert (Stiftung), Walter Roppes, Zoopräsident Reinhard Sliwka und John McGurk (Vorsitzender „Sportler 4 a childrens world“). mw Foto: vl

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Über die Lernfortschritte der Feriensprachcamp-Teilnehmer freuen sich (von links nach rechts): Christel Pohlmann (Schullandheim), Stahlwerkstiftung-Vorstandsmitglied Beate-Maria Zimmermann, Anne Ferie von der GMHütter Bildungsgenossenschaft und Anke Foto: vl Lehmann (VHS OS-Land, Koordination Sprachförderung).

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ie Ausgrenzung junger Menschen bekämpfen und die Integration fördern: Das sind beides wichtige Ziele der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte. Deshalb hat die Stiftung mit insgesamt 3.000 Euro ein Feriensprachcamp für junge Flüchtlinge gefördert, die eine neue Heimat in Georgsmarienhütte und Hagen gefunden haben. „Sprache ist der Schlüssel zu Anerkennung in Gesellschaft und Beruf“, begründete der Stiftungsvorsitzende Ernst Schwanhold das Engagement der Stiftung. Das Programm im Feri-

encamp war vielfältig: Es gab Deutschunterricht durch professionelle Lehrkräfte der VHS des Landkreises und Förderunterricht in Mathematik und Englisch, organisiert vom Förderverein des Schullandheims und der Bildungsgenossenschaft Georgsmarienhütte. Die Stadt Georgsmarienhütte übernahm die Fahrtkosten und half bei der Organisation. Neben dem Unterricht gab es zudem Natur- und Umweltworkshops, die ebenfalls pädagogisch betreut wurden. mw


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Minicomputer für die Minis Stiftung will nicht mehr auf die Politik warten: Calliope-Mini-Projekt soll vor allem Grundschüler des Osnabrücker Landes für Technik begeistern.

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ommt der Digitalpakt oder kommt er nicht? Hinter dem Milliardenvorhaben von Bund und Ländern, Deutschlands Schulen digital besser auszustatten, steht weiterhin ein Fragezeichen – während man im Osnabrücker Land Nägel mit Köpfen macht: Bald soll es in einigen Schulen Minicomputer schon für Grundschüler geben – mit finanzieller Unterstützung der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte. „Auf die Politik zu warten, dauert zu lange“, begründete Ernst

Schwanhold, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, das Engagement. Dabei verweist er auf die im Herbst anstehenden Wahlen und die damit verbundenen Unsicherheiten für die digitalen Bildungspläne in Bund und Land. Doch bei Unternehmen bestehe schon jetzt ein Mangel an naturwissenschaftlich versierten Fachkräften. Daher habe die Stiftung ein Projekt angestoßen, bei dem nach entsprechender Lehrerfortbildung jeder teilnehmende Schüler einen eigenen

Calliope Mini Welcher Computer eingesetzt werden soll, führt Michael Brinkmeier im Werkstattraum neben seinem Büro vor. Dort bewahrt der Informatik-Professor den Calliope Mini auf, der in den Schulen eingesetzt werden soll. Er ist etwa handtellergroß, seine Form ähnelt der eines Sheriffsterns. Schüler sollen damit lernen, wie Schaltungen, Software und Sensoren funktionieren. „Wer es darauf anlegt, könnte daraus einen selbstfahrenden Roboter bauen“, heißt es in einem Online-Artikel der „Zeit“ über den Calliope, den auch 33 Grundschulen im Saarland fächerübergreifend einsetzen wollen – sei es für einen Schrittzähler beim Sport-, einen Farbsensor im Kunst- oder eine Tonfolge im Musikunterricht oder ein blinkendes T-Shirt im Fach Textiles Gestalten.

Fotos: Jørn Alraun

Früh übt sich: Das Programmieren macht mit dem Calliope Mini offensichtlich Spaß.

Minicomputer erhalten werde, mit dem er selbst das Programmieren erlernen könne. Das Projekt, an dem möglichst alle Schulformen der Region beteiligt werden sollen, startete offiziell Ende August im Rathaus von Georgsmarienhütte. Projektpartner sind neben der Stiftung die Stadt Georgsmarienhütte, der Landkreis und die Arbeitsgruppe Didaktik der Informatik der Universität Osnabrück. Professor Michael Brinkmeier leitet das Projekt. Er ist sich darüber im Klaren, dass es in Zeiten, in denen Lehrer durch Schulreformen schon stark belastet sind, zunächst vor allem auf deren freiwillige Initiative

und Opferbereitschaft ankommt. Doch er ist optimistisch, dass sich genügend motivierte Pädagogen für das Projekt finden werden. Als Reaktion auf seine Einladung – Adressaten waren Schulleitungen und Lehrer, Fachseminare, spezifisch interessierte Kollegen, der Landesfachberater Informatik und die Vertreter von MINT-Zentren des Landkreises – habe er zumindest „großes Interesse“ registriert. Zunächst sollen zehn Schulen für das Projekt gewonnen werden. Die kindliche Neugier wecken soll der Computer „Calliope Mini“. Man kann ihn relativ leicht programmieren und hat schnell etwas in der

Hand, was man anderen zeigen kann (siehe Kasten: Calliope Mini). Doch Professor Brinkmeier und seine Mitstreiter zielen nicht allein auf die Grundschulen, sondern auch auf die Sekundarstufen 1 und 2: „Wir werden verschiedene Formen des Wissenstransfers ermöglichen und entwickeln. Zum Beispiel könnten auch höhere Klassen in die Grundschulen gehen und den Kindern dort zeigen, wie man mit dem Calliope arbeitet.“ Und ein anderer wesentlicher Aspekt sei die Vernetzung von Lehrkräften aus den verschieden Schulformen. Norbert Meyer

Bürger-Engagement.

Die Bürgerfondsprojekte in Georgsmarienhütte machen gute Fortschritte. Soccerplatz und Felsenmeer an der Harderberger Grundschule, Kunstrasenspielfeld am Harderberg und der Mehrgenerationen-Spielplatz an der Regenbogenschule in Alt-Georgsmarienhütte sind bereits im Bau. Für die Neugestaltung des Schulhofs inklusive Atrium an der Dröperschule fällt bald der Startschuss. Besonderheit der Projekte: Die Gemeinde übernimmt nur einen Teil der Kosten. Die Projektträger – Vereine aus der Bürgerschaft – decken einen Teil der Kosten über Eigenleistungen ab und akquirieren Sponsorengelder. Die Bürgerfondsprojekte in Georgsmarienhütte kosten insgesamt 750.000 Euro. Die Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte wird dazu 15.000 Euro beisteuern. mw

Foto: vl

3 Gänge mit 3 Sternen.

Die Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte hat erneut die Psychosoziale Krebsberatungsstelle der Osnabrücker Krebsstiftung unterstützt – diesmal mit einem ganz speziellen Projekt: Kochen mit einem 3-Sterne-Koch. Gelegenheit dazu hatten Mitte Juni 15 Kinder und Jugendliche, die an Krebs erkrankt sind oder in deren Familien die Eltern bzw. die Geschwister von einer Krebserkrankung betroffen sind. Sie haben unter der fachkundigen Anleitung des 3-Sterne-Kochs Thomas Bühner im la vie (Osnabrück) ein 3-Gänge-Menü zubereitet – und anschließend gemeinsam mit ihren Eltern am schön gedeckten Tisch genossen. Eingeladen dazu hatte die Osnabrücker Krebsstiftung. Thomas Bühner nahm sich gerne die Zeit für sein ehrenamtliches Engagement: „Ich bin von der Arbeit der Krebsberatungsstelle 100-prozentig überzeugt und unterstütze deren Arbeit deshalb sehr gerne!“ Die Idee und die Initiative zu der Aktion kamen übrigens ebenfalls von Thomas Bühner in Kooperation mit der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte. Ziel der Aktion war, den betroffenen Familien etwas zu bieten, was abseits des Alltags Entspannung und Freude vermittelt. Die Stiftung hat das Ganze finanziell unterstützt, sodass für die Familien keine Kosten entstanden. Bereits in den vergangenen Jahren haben la vie und Stiftung Stahlwerk die Psychosoziale Krebsberatungsstelle der Osnabrücker Krebsstiftung mehrfach gefördert. Beate-Maria Zimmermann (Geschäftsführender Vorstand der Stiftung) erläuterte, weshalb: „Die Arbeit der Krebsberatung zu fördern ist uns ein Herzensanliegen. Denn ein wichtiges Ziel unserer Stiftung ist, das Wohlergehen von Kindern und Jugendlichen auf ihrem Lebensweg zu stärken.“ mw

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Foto: vl

Backstage-Umkleide.

Die Waldbühne Kloster Oesede will für ihre Darsteller die Arbeitsbedingungen im Backstagebereich deutlich verbessern. Die Schauspielerinnen und Schauspieler mussten bislang in einem maroden Gebäude und dort in einem provisorisch hergerichteten Bereich bei Wind und Wetter die Kostüme wechseln. Jetzt soll ein zweistöckiges Gebäude mit Umkleideräumen im Erd- und Obergeschoss gebaut werden, das neben einer kleinen Werkstatt auch ein Requisitenlager beherbergen soll. Für den Bau des Gebäudes stellt die Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte der Waldbühne 5.000 Euro zur Verfügung (insgesamt belaufen sich die Baukosten auf 67.850 Euro). pkm


MENSCHEN

& KONTAKTE  

FRIEDRICH WILHELMS-HÜTTE

SCHMIEDEWERKE GRÖDITTZ

Fotos: privat

Kollege in Not.

Unser Kollege David Hennig (Mechanische Bearbeitung) verlor über Nacht sein Hab und Gut: Ein Blitzschlag hatte sein Haus in Brand gesetzt. Der Betriebsrat zögerte nicht lange und rief die Kolleginnen und Kollegen zu Spenden auf. Was sich dann in Bewegung setzte, war einfach großartig. Rund 4.500 Euro und zahlreiche Sachspenden sind zusammengekommen. Immer wieder konnten wir hören: „Ich kenne den Kollegen zwar nicht persönlich, aber es ist ein Kollege unseres Betriebes und ihm muss einfach geholfen werden.“ Das ist bewegend und verdient Respekt. Es ist ein Markenzeichen unserer Belegschaft, auf das wir alle stolz sein können. Wir schauen nicht weg, wenn andere Menschen in Not geraten. Wir packen an und helfen meist ohne große Worte. Auf diesem Weg noch einmal ein herzliches Dankeschön an die Spenderinnen und Spender der SWG und GVG. Wir sind stolz auf euch!

Foto: privat

Mehr Gemeinsamkeit.

20 laufbegeisterte Kolleginnen und Kollegen der Friedrich Wilhelms-Hütte (FWH ) nahmen Anfang Juni am 1. Mülheimer Firmenlauf teil (dem ersten unter neuer Schirmherrschaft, dem 14. insgesamt). Die FWH -Lauftruppe rekrutierte sich aus allen Bereichen des Unternehmens: Werk, Büro, Werksleitung, Betriebsrat und Geschäftsführung. Der herrliche entlang der Ruhr gelegene 5,4-km-Rundkurs und ein ansprechendes Rahmenprogramm hatten über 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Mülheimer Unternehmen angelockt. Auch für die FWH -Lauftruppe war der Firmenlauf eine rundum gelungene Veranstaltung. Das Motto war: „Gemeinsam ist Mehr.“ In diesem Sinne nutzten die FWH -Kollegen die Gelegenheit, jenseits des betrieblichen Alltags ins Gespräch zu kommen bzw. zu bleiben. Und auch sportlich konnte man zufrieden sein. Beim letzten Firmenlauf hatte das FWH -Damenteam auf der 5-km-Strecke den 1. Platz belegt, in diesem Jahr schnitt das FWH -Team ebenfalls respektabel ab. 2018 will man erneut teilnehmen. Götz Lemler 

Betriebsrat Schmiedewerke Gröditz

PRONOVA BKK

Manche Fälle enden tödlich: Mit Grippe ist nicht zu spaßen Grippe ist nicht gleich Grippe. Deshalb: Frühzeitig an den Grippeschutz denken – vor allem Risikogruppen. Gehören Sie dazu? INTERVIEW Jährlich erkranken zwei bis drei Millionen Menschen in Deutschland an einer Virusgrippe. Dabei handelt es sich keinesfalls um eine einfache Er­kältung, die unterschätzt werden sollte. Der beste Grippeschutz ist eine Impfung. Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut empfiehlt die Grippeschutzimpfung vor allem drei Gruppen: älteren Menschen ab 60, Personen mit einer chronischen Vorerkrankung und bestimmten Berufsgruppen (zum Beispiel medizinisches Personal und Mitarbeitende in Einrichtungen mit hohem Publikumsverkehr). Was es sonst noch zu beachten gilt, erläutert pronova-BKK-Pressesprecher Ulrich Rosendahl: glückauf: Wer bezahlt die Impfkosten? Die Krankenkassen? Ulrich Rosendahl: Für die oben benannten Risikogruppen übernehmen alle gesetzlichen Krankenkassen die Impfkosten. Wir, pronova BKK, zahlen diese wichtige Schutzimpfung sogar allen Versicherten. Jetzt ist die beste Zeit, einen Termin in der Hausarztpraxis zu vereinbaren, um rechtzeitig vor der ersten Grippewelle im Herbst geschützt zu sein!

Pressesprecher Ulrich Rosendahl

Foto: pronova BKK

„ Jetzt ist die beste Zeit, einen Impftermin zu vereinbaren.“ Vor welcher Erkrankung schützt die Grippeschutzimpfung? Rosendahl: Eine Grippeschutzimpfung schützt vor der echten Virusgrippe, also vor der Influenza, die auch Hongkong- oder asiatische Grippe genannt wird. Diese spezifische Schutzwirkung erstreckt sich allerdings nicht auf andere Erkältungskrankheiten wie beispielsweise Husten, Schnupfen oder fieberhafte Infekte.

Ist eine Grippeschutzimpfung wirklich sinnvoll? Rosendahl: Ja, denn jährlich erkranken zwei bis drei Millionen Menschen in Deutschland an der Virusgrippe (Influenza). Leider verwechseln viele Leute einen „grippalen Infekt“ mit einer „richtigen“ Grippe. Harmlose Erkältungsbeschwerden können mit Medikamenten und ein paar Tagen Bettruhe auskuriert werden. Die echten Influenza-Viren dürfen jedoch nicht unterschätzt werden. Wie äußern sich die Beschwerden beim Grippevirus? Rosendahl: Influenza-Betroffene klagen über plötzlich auftretende Kopf- und Gliederschmerzen, Schnupfen, Halsschmerzen sowie hohes Fieber. Sie fühlen sich oft noch nach Wochen angeschlagen und nicht wenige müssen ins Krankenhaus. Mitunter können Infektionen sogar tödlich verlaufen. Wie hilft die Grippeschutzimpfung? Rosendahl: Der Grippeimpfstoff enthält Antigene für die zu erwartenden Arten der Virusgrippe. Die Impfung ist somit eine wirksame Maßnahme gegen die Krankheit. Sie mildert den Krankheitsverlauf und senkt das Risiko für schwere, bisweilen tödliche Komplikationen. In den meisten Fällen wird sogar ein Vollschutz erzielt.

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Wie oft muss man sich impfen lassen? Rosendahl: Da der Impfstoff jedes Jahr an die aktuellen Erreger angepasst werden muss, ist eine jährliche Impfung erforderlich. Wann soll geimpft werden? Rosendahl: Nach den Erfahrungen des Robert-Koch-Instituts erreicht die jährliche Grippewelle ihren Höhepunkt im Januar und Februar. Da sich ein Schutz gegen die Viren spätestens nach 14 Tagen aufbaut, ist eine Impfung vom Herbst an bis zum Jahresende sinnvoll. Für welche Personengruppen ist eine Grippeschutzimpfung empfehlenswert? Rosendahl: Die Grippeschutzimpfung ist besonders wichtig für Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist oder die unter chronischen Erkrankungen leiden. Hinzu kommen Schwangere ab dem 4. Monat und ältere Menschen im Alter ab 60 Jahren. Auch Personen bestimmter Berufsgruppen sind besonders gefährdet. Diejenigen, die viel Kontakt zu anderen Menschen haben, wie zum Beispiel Lehrer oder medizinisches Personal. Sie sind durch ihre Arbeit in erhöhtem Maße einer Infektion ausgesetzt oder können selbst leicht Infektionen übertragen. Welche Nebenwirkungen können bei der Impfung auftreten? Rosendahl: Die Impfung erfolgt in den Oberarm. Gelegentlich kommt es zu leichten Muskelschmerzen und Hautrötungen im Bereich der

„ Für stillende Mütter gibt es keine Einschränkung.“

„ Mitunter können Infektionen tödlich verlaufen.“ Einstichstelle. Der Impfstoff ist sehr gut verträglich. Selten kann leichtes Unwohlsein auftreten, das jedoch schnell vorübergeht. Nach der Impfung sollten Sie sich für 30 Minuten in der Nähe des Impfortes aufhalten. Wie bei allen Impfungen können in seltenen Fällen Fieber, Nervenentzündungen oder Allergien auftreten. Wer darf sich nicht impfen lassen bzw. kann nicht geimpft werden? Rosendahl: Menschen mit akuten fieberhaften Infekten oder einer Unverträglichkeit gegenüber Hühnereiweiß (Nahrungsmittel-Allergie). Sollten Sie an einer Medikamenten-Allergie leiden oder regelmäßig blutverdünnende Medikamente einnehmen – beispielsweise Marcumar oder Aspirin –, dann sprechen Sie bitte den Arzt oder die Ärztin an. Dürfen Schwangere und stillende Mütter geimpft werden? Rosendahl: Schwangere können grundsätzlich geimpft werden. Allerdings sollte das Risiko einer Grippeerkrankung sorgfältig gegen ein mögliches Impfrisiko abgewogen werden. Bitte sprechen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin an. Für stillende Mütter gibt es keine Einschränkung. Kann es vorkommen, dass ich häufiger krank werde, wenn ich geimpft worden bin? Rosendahl: Nein, hier gibt es keinen Zusammenhang. Vielen Dank für das Gespräch. 


MENSCHEN

& KONTAKTE  

PERSONALIA // 3. Quartal 2017

Vital wie eh und je

BETRIEBSJUBILÄEN

Wachstumsphase: Verein ehemaliger Mitarbeiter

Geschäftsführungen und Betriebsräte gratulieren den Jubilaren und sagen Dank für die langjährige Betriebstreue. glück auf wünscht alles Gute für die Zukunft, beste Gesundheit und viel Erfolg.

STAHLERZEUGUNG Georgsmarienhütte GmbH

25 Jahre: Sven Disselkamp (Energiemanagement), Dimitri Engel (Walzwerk), Mario Franke (Stahlwerk), Dogan Güngör (Stahlwerk), Manfred Kersten (Anlagentechnik/ Team Stahlwerk/Automation Elektrik), Tino Krieg (Finalbetrieb), Katja Lümkemann (Finanzen), Michael Meyerrose (Anlagentechnik/Team Walzwerk/Finalbetrieb Elektrik), Thorsten Raßfeld (Finalbetrieb), Marko Rösner (Anlagentechnik/Team Stahlwerk/Mechanik), Kai Wiebrock (Werkssicherheit) und Michael Wolters (Anlagentechnik/Steuerungsteam Walzwerk/Finalbetrieb Elektrik) 35 Jahre: Klaus Brandebusemeyer (Walzwerk), Olaf Brune (Stahlwerk), Martin Frankenberg (Anlagentechnik/Betriebsbüro), Thomas Grud-Reith (Logistik), Norbert Hagedorn (Controlling), Ansgar Henke (Walzwerk), Martin Hölscher

(Anlagentechnik/Eisenbahn/GET), Heiko Jesse (Walzwerk), Heiko Kleyer (Finalbetriebe), Frank Kriege (Stahlwerk), Uwe Lentz (Finalbetriebe/ Wärmebehandlung), Martin Meyer (Anlagentechnik/Team Medien), Peter Möllenkamp (Anlagentechnik/ Team Walzwerk/Finalbetrieb Mechanik), Thomas Möller (Anlagentechnik/IH-Team/Kran), Peter Ruthemeyer (Anlagentechnik/Team Walzwerk/Finalbetrieb Mechanik), Klaus Schächter (Finalbetrieb), Ralf Spreckelmeyer (Finalbetrieb), Stefan Tillner (Anlagentechnik/IH-Team/ Mechanische Werkstatt), Jens Tonk (Anlagentechnik/Team/Pumpen/ Motoren/Netzwerke), Werner Vinke (Anlagentechnik/Steuerungsteam Service/Mechanische Werkstatt) und Jörg Vinke (Umwelt) 45 Jahre: Werner Guss (Anlagentechnik/Eisenbahn), Franz-Josef Leimkühler (Anlagentechnik/Team Stahlwerk) und Gabriele Nast (Arbeitssicherheit/Werkssicherheit)

Zwischenstopp

Mannstaedt GmbH

25 Jahre: Christof Brandt (Walzwerk), Jakob Jakobi (Walzwerk), Harald Klein (Instandhaltung), Albert Odenthal (Finanzen/Controlling) und Fikret Tastekin (Walzwerk) 35 Jahre: Guido Berg (Walzwerk), Detlef Diesing (Technik), Mathias Fischer (Instandhaltung), Detlef Gross (Zerspanung), Bernd Krist (Instandhaltung), Volker Noeldner (Profilzieherei), Frank Tschierpe (Instandhaltung), Rainer Weller (Walzwerk) und Achim Welteroth (Instandhaltung) 45 Jahre: Karl-Heinz Borchers (Instandhaltung), Rüdiger Gabriel (Instandhaltung), Hans-Richard Lang (Instandhaltung), Christoph Moelders (Vertrieb) und Dieter Tondar (Vertrieb)

Stahlwerk Bous GmbH

25 Jahre: Frank Gorges (Qualitätswirtschaft) und Markus Sauer (Einkauf) 35 Jahre: Roland Fink (Stahlwerk), Ralf Gergen (Stahlwerk) und Andreas Kieren (Stahlwerk) 45 Jahre: Karl Heinz Fahrnow (Magazin) und Martin Ochs (Erhaltung)

GMH Recycling GmbH

GMHütte · So schön ein Rückblick auch sein

35 Jahre: Claus von den Benken

mag: Fokus bleibt weiter nach vorne gerichtet. STAHLVERARBEITUNG GMH Blankstahl GmbH

25 Jahre: Christian Hülsmann und Marko Rolf 35 Jahre: Stefan Schunk

SCHMIEDETECHNIK Energietechnik Essen GmbH

35 Jahre: Birgit Boegel (Büro Geschäftsführung), Sait Inci (Mechanische Bearbeitung) und Martina Schmitz (Vertrieb)

Schmiedag GmbH

25, 35 oder 45 Jahre dem Stahlwerk treu geblieben: 51 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Georgsmarienhütte GmbH begingen im Zoo Osnabrück ihre Betriebsjubiläen.

Foto: vl

A

uf eine kleine „Afrikareise“ gingen 51 langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GMHütte. Das Stahlwerk hatte sie zusammen mit ihren PartnerInnen zu einer Safari in den Osnabrücker Zoo eingeladen. Man traf sich in der Samburu-Lodge. Dort wurden sie bereits von Arbeitsdirektor Felix Osterheider und Betriebsratsvorsitzendem Ludwig Sandkämper erwartet. Die dankten ihnen für ihre lange Firmentreue: 19 Beschäftigte wurden für ihr 25-jähriges, 24 für ihr 35-jähriges und acht für ihr 45-jähriges Betriebsjubiläum geehrt. Felix Osterheider betonte dabei: „Es ist schon etwas Besonderes, dass wir Kolleginnen und Kollegen mit einer so langen Betriebszugehörigkeit heute ehren können. Jeder von Ihnen hat zahlreiche Arbeitsstunden für unsere Unternehmen geleistet. Dafür sagen wir herzlich Danke! Und jeder kann auch manche Anekdote aus der Vergangenheit erzählen und sich heute mit seinen Kollegen dar-

über austauschen.“ Der Arbeitsdirektor mahnte aber auch: „Wir dürfen das Vergangene allerdings nicht glorifizieren und uns golden einrahmen. Zukunft benötigt zwar Herkunft. Aber die Zukunft können wir nur gestalten, wenn wir den Blick nach vorne richten – und nicht nach hinten.“ Dem schloss sich auch der Betriebsratsvorsitzende an: „Die Stahlindustrie und auch unser Unternehmen haben schon manche Höhen und Tiefen erlebt – davon wissen viele von euch zu berichten. Was aber noch wichtiger ist: Wir müssen uns auch auf die Zukunft mit ihren Hochs und Tiefs vorbereiten, damit noch viele heute junge Kolleginnen und Kollegen hier ihr Betriebsjubiläum feiern können.“ Die Jubilare machten sich nach einer Stärkung am Buffet auf den Weg: Sie gingen in kleinen Gruppen mit Guides auf eine Samburu-Safari durch die afrikanische Steppenlandschaft. mw

der GMHütte hat um knapp 20 Prozent zugelegt.

35 Jahre: Waldemar Herwerth (Mechanische Fertigung), Wieslaw Pomierski (Gesenkschmiede), Thorsten Rietz (Werkzeugbau), Karlheinz Stracke (Mechanische Fertigung) und Heinrich Weiner (Mechanische Fertigung) 45 Jahre: Dietmar Engel (Werkzeugbau)

Gröditzer Vertriebsgesellschaft mbH

10 Jahre: Markus Hundshagen, Claudia Lemm und Sigrid Thiveßen

Schmiedewerke Gröditz GmbH

10 Jahre: Max Altmann (Werkserhaltung), Florian Bartels (Qualitätswesen), Christian Bormann (Werkserhaltung), Martin Dittrich (Mechanische Werkstatt), Elisa Dörschel (Elektrostahlwerk), Eric Half (Werkserhaltung), Sarah Hentschel (Ringwalzwerk), Hendrik Johne (Schmiede), Jennifer Lux (Mechanische Werkstatt), Richard Nack (Werkserhaltung), Marco Nagel (Mechanische Werkstatt), Alex Pätzold (Elektrostahlwerk), Tommy Richter (Elektrostahlwerk), Daniel Scholz (Elektrostahlwerk), David Schöne (Schmiede), Diana Stanigel (Werkserhaltung), Oliver Thiel (Datenverarbeitung), Daniel

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Freuten sich über das Geschenk bei der Hauptversammlung: Betriebsratsvorsitzender Ludwig Sandkämper (Mitte) zusammen mit den Vorstandsmitgliedern des Vereins ehemaliger Mitarbeiter der Georgsmarienhütte Friedhelm Brandhorst, Hermann Cordes, Reinhardt Gößmann, Friederich Clausmeyer, Ulrich Pagel, Hans-Günter Elixmann und Foto: vl Hermann Heuer.

A

uch bei der bereits 27. Hauptversammlung des Vereins ehemaliger Mitarbeiter der Georgsmarienhütte gibt es keine Abnutzungserscheinungen“, musste Hans-Günter Elixmann als Vereinsvorsitzender bei der jährlichen Sitzung schmunzelnd feststellen. Rund 100 ehemalige Kolleginnen und Kollegen waren der Einladung ins Kolpinghaus gefolgt, um bei Kaffee und Brötchen nicht nur die klassischen „Vereinsformalitäten“ zu erledigen. Sie konnten auch aus erster Hand Aktuelles von „ihrer Hütte“ erfahren. Denn für die Hauptversammlung hatten sich auch Arbeitsdirektor Felix Osterheider und Betriebsratsvorsitzender Ludwig Sandkämper angekündigt. Sie brachten sogar ein Geschenk für alle Ehemaligen mit: ein Exemplar des Jubiläumsbuchs „Erfolg hat viele Gesichter – 160 Jahre Stahl aus Georgsmarienhütte“.

Wie Elixmann den Anwesenden stolz berichten konnte, ist der Verein im vergangenen Jahr um 75 Mitglieder angewachsen – auf aktuell über 420 ehemalige Kolleginnen und Kollegen. Für ihren Jahresbeitrag von 4 Euro bekommen sie übrigens einiges geboten. Denn neben der Hauptversammlung erwarten die Mitglieder auch im laufenden Jahr einige andere Highlights: So stehen wieder Werksbesichtigungen bei der GMHütte auf dem Programm, Vorträge zu Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen, ein Ausflug ins Tuchmacher-Museum in Bramsche und die Besichtigung des Bergbau-Museums in Ibbenbüren. Zudem landet die glückauf bei den Vereinsmitgliedern druckfisch direkt zu Hause im Briefkasten. Wenn das kein Grund ist, Mitglied zu werden!

Wagner (Ringwalzwerk), Tom Weddin (Ringwalzwerk), Rick Wojtetzka (Elektrostahlwerk) und Jaqueline Wolf (Planung/Steuerung) 20 Jahre: Mario Blochwitz (Ringwalzwerk), Falk Ebben (Schmiede), Sorin Förster (Mechanische Werkstatt), Jochen Janowski (Schmiede), Daniel Kirchner (Schmiede), Bernd Müller (Ringwalzwerk), Bernd Neumann (Ringwalzwerk), Ulrich Rudolph (Ringwalzwerk), Bernd Schäfer (Elektrostahlwerk), Jens Schneider (Ringwalzwerk), Uwe Schneider (Mechanische Werkstatt) und Patricia Teichmann (Mechanische Werkstatt) 30 Jahre: Karsten Häslich (Schmiede), Bernd König (Technologie) und Steffen Schramm (Personal-/Sozialwirtschaft) 40 Jahre: Frank Becker (Ringwalzwerk), Bernd Buhler (Ringwalzwerk), Detlef Dumdey (Schmiede), Volkmar Gürntke (Personal-/ Sozialwirtschaft), Peter Hanel (Elektrostahlwerk), Frank Kaufmann (Auftragszentrum), Andreas Kiefel (Mechanische Werkstatt), Andreas Kremtz (Mechanische Werkstatt), Gerald-Lutz Kretzschmar (Schmiede), Matthias Kunert (Schmiede), Adrian Nitzsche (Schmiede), Andrea Quickert (Qualitätswesen), Franz Schilling (Schmiede), Andreas Schmidt (Transport), Bernd Schumann (Qualitätswesen), Volker Thiere (Mechanische Werkstatt) und Christiane Ulbricht (Elektrostahlwerk)

50 Jahre: Klaus-Dieter Felkel (Transport) und Dietmar Krusch (Personal-/ Sozialwirtschaft)

mw

Wildauer Schmiede- und Kurbelwellentechnik GmbH

10 Jahre: Alexander Mäkel (Schmiede) 40 Jahre: Detlef Feuerherm (Kurbelwelle), Dietmar Moritz (Kurbelwelle) und Christian Sonnenberg (Kurbelwelle)

GUSS Harz Guss Zorge GmbH

25 Jahre: Heiko Burgtorf (Gießerei) und Heike Weiser (Vertrieb)

Pleissner Guss GmbH

25 Jahre: Frank Grossmann (Mechanische Bearbeitung) und Friedel Holland (Putzerei GX)

Walter Hundhausen GmbH

25 Jahre: Dennis Rosenberg (Schmelzbetrieb) 35 Jahre: Christian Berger (Modellbau), Thomas Fietkau (Materialwirtschaft), Andreas Gowin (Modellbau) und Rainer Todtenhoefer (Instandhaltung) 45 Jahre: Karl-Heinz Vogt (Modellbau) und Gabriele Werth (Materialwirtschaft)


DIES & DAS    glück auf unterwegs

Kombinieren Sie mal !

Foto: mk

Diesmal ist es kinderleicht zu erraten, in welcher Stadt Martina Petry die glückauf liest. Sie hat sich nämlich vor der Skulptur „Nuclear Temple“ von Thomas Schütte postiert. Für alle, die noch nicht davor gestanden haben: Vielleicht werden Sie von den beiden Hinweisen auf die richtige Fährte geführt: Erinnert Sie die Form des Tempels eher an einen Googlehupf oder eher an ein Münster? Senden Sie die richtige Antwort an m.krych@rro-gmbh.de oder (mit einer Postkarte) an Matthias Krych, GMH Recycling GmbH, Rheinstr. 90-122, 49090 Osnabrück. Einsendeschluss ist der 14. November 2017. Gehen mehrere richtige Antworten ein, entscheidet wie immer das Los.

Haben Sie’s gewusst? Hartmut Gattmann las seine glückauf in der Wüste Namib (Namibia). Unter den richtigen Einsendungen (vielen Dank für Ihre Teilnahme!) wurde als Gewinnerin Birgit Götschl (Stahl Judenburg) ausgelost. Wir gratulieren! (Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.)

Foto: privat

IHR GEWINN!? Analog und digital Zu gewinnen gibt es dieses Mal eine schwarze Schreibmappe mit DIN-A4-Block und Taschenrechner, einen USB-Stick (4 GB) mit Lasergravur und ein Kugelschreiber-Etui aus Metall (ebenfalls mit Lasergravur).

Und wo bleibt Ihr Foto? Möchten Sie auch ein Bilderrätsel einreichen? Machen Sie einfach ein Foto mit der glückauf im Vordergrund. Im Hintergrund müssen genügend charakteristische Details zu erkennen sein, um erraten zu können, wo bzw. in welcher Stadt das Foto geschossen wurde. Mailen Sie Ihr Foto einfach an m.krych@rro-gmbh.de.

5-FEHLER-SUCHBILD

ZULETZT NOTIERT …

Es ist gar nicht so leicht: Erkennen Sie die fünf Unterschiede zwischen Original und Fälschung. Was fehlt in der Fälschung? Das Original-Foto ist diesmal bei der GMH Recycling, Betrieb Osnabrück entstanden. Fotografiert und die Fehler eingebaut hat Felix Treppschuh von der GMH Recycling. Und falls Sie nicht alle fünf Fälschungen erkennen sollten: Die Lösung finden Sie auf www.glueckauf-online.de.

ORIGINAL

So kommt Ihr Baby in die glückauf !

Der nächste Nachwuchs kommt bestimmt. Auch dieses Jahr wollen wir in der nächsten glückauf den Nachwuchs der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GMH Gruppe den Lesern auf Sonderseiten präsentieren. Ist Ihr Baby ebenfalls 2017 zur Welt gekommen? Schießen Sie von ihm/ihr ein schönes Foto (möglichst im GMH -Strampler). Und schicken Sie das Foto zusammen mit einigen Daten (Wie heißen Sie: Vor- und Nachname? In welchem Unternehmen arbeiten Sie? Wie heißt Ihr Baby?) an redaktion@glueckauf-online.de. pkm 

glück auf · Rät­sel Kappe eines Geistlichen

ugs.: Gewehr

männl. Blutsverwandter

ein Edelmetall

steile, enge Holztreppe

franz. Mehrzahlartikel

aufgebrühtes Heißgetränk

chem. Zeichen: Osmium

unter anderem Namen

Hautpflegemittel

radioaktives Metall

Futterpflanze

sehr sparsam

Fußstoß Haarfarbe im Alter

Eintänzer

FÄLSCHUNG

Mutter der Nibelungenkönige

Buchstabenreihenfolge

Wappentier

USSchauspieler (Richard)

Lebensgemeinschaft

Beiname Dantes Flüssigkeitstropfen am Auge

übel, schlecht

Schmeichelei

Kurort in Graubünden

Wohnzins nordisches Göttergeschlecht

kleine Insel im Wattenmeer schlangenförmiger Speisefisch

nicht mehr aktuell (engl.) Hafenstadt in Südportugal Zwillingsbruder Jakobs weibliche Verwandte

glück auf · 3/2017 ........... 24

das „Baltische Meer“ schweiz. Stadt an der Rhône Fehler beim Tennis (engl.)

englisch: links

glueckauf-3-2017  

glückauf 3-2017 – die Zeitung für Mitarbeiter, Kunden und Freunde der GMH Gruppe.