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GRUPPE  

„Schlacke, der noch unbekannte Wertstoff“ GMHütte · Symposium: Wie man das Nebenprodukt einsetzen kann und wie die geplante Ersatzbaustoffverordnung zur Umweltbelastung werden könnte.

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u einem besonderen Symposium hatte die GMH ütte Anfang August eingeladen. Unter dem Motto „Schlacke, der noch unbekannte Wertstoff“ waren rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Einladung nach Georgsmarienhütte gefolgt. Dort konnten sie in unterschiedlichen Vorträgen mehr über Schlacke, deren Entstehung und Zusammensetzung sowie deren Nutzungsmöglichkeiten erfahren – aus Sicht des Erzeugers, aus Sicht des Verarbeiters und aus Sicht der Behörde. „Die Stahlindustrie in Deutschland produziert als Nebenprodukte Eisenhüttenschlacken – mineralische Baustoffe mit hervorragenden bautechnischen Eigenschaften und guter Umweltverträglichkeit“, erklärte Henning Schliephake, Projektleiter NoWASTE bei der GMH ütte. In den letzten Jahrzehnten seien insgesamt mehr als 900 Millionen Tonnen dieser Baustoffe in den verschiedenen Anwendungsfeldern eingesetzt worden. Schliephake weiter: „Damit konnte der Abbau natürlicher Gesteinsrohstoffe nachhaltig verringert werden. Aber: Noch immer werden Schlacken im Hinblick auf ihren nachhaltigen Beitrag zur Ressourcenschonung im politisch-gesellschaftlichen Umfeld nur unzureichend wahrgenommen.“ Deshalb habe man Schlackenerzeuger ebenso eingeladen wie Schlackenverarbeiter, Politiker

und Behördenvertreter. Ihnen stellte beispielsweise Prof. Rüdiger Deike (Institut für Technologien der Metalle an der Universität Duisburg-Essen) die Bedeutung der

energieintensiven Industrie für die Kreislaufwirtschaft vor. Thomas Reiche (Geschäftsführer des FE hS – Institut für Baustoff-Forschung e. V.) referierte über die politische

Informierten über den Wertstoff Schlacke (von links nach rechts): Prof. Rüdiger Deike (Institut für Technologien der Metalle an der Universität Duisburg-Essen), Henning Schliephake (Projektleiter NoWASTE der Georgsmarienhütte GmbH), Thomas Reiche (Geschäftsführer des FEhS – Institut für Baustoff-Forschung e.  V.), Bernd Steinweg (Abteilungsleiter Abfall, Bodenschutz, Altlasten, Amt für Technischen Umweltschutz und Kreisstraßen, Kreis Viersen), Torsten Zeller (Abteilungsleiter Ressourcentechnik der Clausthaler Umwelttechnik-Institut GmbH – CUTEC) und Johannes Firck (Leiter Umweltmanagement der BENTELER Steel/Tube GmbH). Foto: Michael Münch

Gemeinsame „Duftnote“

KURZNEWS

GMH Gruppe · 4. Umformtechnik-Symposium in Moskau: Fachsymposium bot Möglichkeit, sich der russischen Schmiede-Industrie zu präsentieren.

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MH Blankstahl und Schmiedewerke Gröditz haben in Russland gemeinsame Sache gemacht. Sie nutzten ein Fachsymposium für die russische Schmiede-Industrie, um dort ihre Kompetenzen und Lösungsansätze entlang des Schmiedeprozesses zu präsentieren. Das Symposium fand auf der Metalloobrabotka in Moskau statt, einer internationalen Branchenausstellung für Ausrüstungen, Geräte und Werkzeuge für die Metall bearbeitende Industrie. Ins Leben gerufen hat das Symposium die eidgenössische Hatebur Umformmaschinen AG. „Ziel unserer Teilnahme war es, dem Fachpublikum speziell die Walz-, Blank- und Werkzeugstahl-Kompetenz der GMH Gruppe näher vorzustellen“, erklärte Marco Altenhöfer, Vertriebsleiter der GMH Blankstahl. Zu diesem Zweck hatten Andreas Renze (Vertrieb der GMH Blankstahl) und Carsten Wolf (Technische Kundenberatung Schmiedewerke Gröditz) eine Präsentation vorbereitet – und gemeinsam vorgetragen. Die 150 Konferenzteilnehmer – überwiegend aus der russischen Schmiede-Industrie – zeigten großes Interesse, wie Wolf bestätigte:

Situation der Schlacken. Johannes Firck (Leiter Umweltmanagement der BENTELER Steel/Tube GmbH) warf unter dem Titel „Das Elektrostahlwerk – viel mehr als nur Stahl!“ einen Blick auf die Herausforderung durch steigende umweltgesetzliche Anforderungen. Abschließend beleuchtete Bernd Steinweg (Abteilungsleiter Abfall, Bodenschutz, Altlasten vom Amt für Technischen Umweltschutz und Kreisstraßen des Kreises Viersen) die Eisenhüttenschlacke im Spannungsfeld zwischen Ressourcenschonung und Vorsorge aus bodenschutzrechtlicher Sicht. Torsten Zeller (Abteilungsleiter Ressourcentechnik der Claustha-

„Mit der Teilnahme haben wir erste Kundenkontakte geknüpft. Vor allem aber können wir nun die Bedürfnisse des russischen Marktes besser einschätzen. Hier gilt es nun, Absatzpotenziale zu identifizieren und die entstandenen Kontakte zu intensivieren.“

Bei diesem so wichtigen Schritt wird man – wie übrigens bereits im Vorfeld und während des gesamten Symposiums in Moskau – von den Mitarbeitern der Repräsentanz der GMH Gruppe in Sankt Petersburg unterstützt. Andreas Renze 

Reduzieren Die Hälfte der entlang der Wertschöpfungskette eingesetzten Rohstoffe einsparen? Das zumindest ist die Zielvorgabe eines wissenschaftlichen Projektes, an dem sich Stahl Judenburg beteiligt hat. >>> auf Seite 14

Optimieren Bei der Beleuchtung Kosten sparen und dennoch mehr und besseres Licht erzeugen? Stahl Judenburg setzt innen wie außen konsequent auf LED-Beleuchtungssysteme. >>> auf Seite 14

Profilieren Können auch weniger spektakuläre Produkte eine Schlüsselrolle spielen? Sie können – wie die HP-Profile von Mannstaedt beweisen, die z. B. im Schiff- und Waggonbau eine tragende Rolle spielen. >>> auf Seite 15

Reanimieren Andreas Renze bei seinem Vortrag

Werksfoto

glück auf · 3/2017 ............. 6

Sollte man jede verworfene Idee gleich ad acta legen? Besser nicht, wie das Beispiel Monoblock-Wal-

ler Umwelttechnik-Institut GmbH – CUTEC ) stellte zudem die Ergebnisse der Studie „Bewertung der Substitution von industriellen Nebenprodukten der Stahl- und Kupfererzeugung durch Primärrohstoffe beim Einsatz im Straßenbau“ vor. Diese Studie beleuchtet die Auswirkungen einer derzeit diskutierten Einführung einer bundeseinheitlichen Ersatzbaustoffverordnung für Hamburg und Niedersachsen. Sie kommt zu dem Ergebnis: Kommt es zur Einführung der Ersatzbaustoffverordnung, dann wird es auch zu Nutzungseinschränkungen oder gar Nutzungsverboten von Schlacken kommen. Nicht nutzbare Schlacke müsste dann auf Deponien abgelagert und durch Primärrohstoffe (sprich: neu in Steinbrüchen abgebautem Material) ersetzt werden. Dies würde allein für Hamburg und Niedersachsen zu einem Flächenmehrverbrauch von etwa 220 Hektar pro Jahr und zu Zusatzemissionen von rund 10.000 Tonnen CO2 pro Jahr führen. Daraus würde resultieren: Das bestehende Deponievolumen würde schneller ausgeschöpft, Primärlagerstätten schneller ausgebeutet. „Gerade durch die grundsätzliche Beleuchtung des Wertstoffes Schlacke in den Vorträgen wie auch deren Verwendungsmöglichkeiten sowie das Aufzeigen der Folgen bei einer gesetzlichen Einschränkung in den Verwendungsmöglichkeiten hat bei so manchem Teilnehmer zu einem Aha-Erlebnis geführt“, fasst Schliephake die Reaktionen des Auditoriums zusammen. Und auch im Nachgang des Symposiums habe es einen angeregten Austausch in kleineren Gesprächsrunden gegeben. „Nun hoffe ich, dass das Thema Schlacke endlich auch einmal positiv besetzt werden kann“, zieht der Projektleiter sein positives Resümee. mw 

zen bei Mannstaedt zeigt. Was gestern technisch unmöglich war, um Kosten zu senken, macht heute Sinn: Mantelwalzen. >>> auf Seite 15

Minimieren Ist das ein Zeichen von Faulheit? Überhaupt nicht. Es war einfach nur clever von der Friedrich Wilhelms-Hütte, sich bei der Schwachstellensuche (zwecks Minimierung des Aufwands) zunächst um die „Low Hanging Fruits“ zu kümmern. >>> auf Seite 16

Professionalisieren Wer weiß schon genau, wie man gute Ideen entwickelt? Mitarbeiter der Wildauer Schmiede- und Kurbelwellentechnik sind zumindest schon etwas schlauer – dank einer professionellen KVP-Schulungsreihe mit Professor Murat Mola. >>> auf Seite 16

Trainieren Wie bleibt man fit im Kopf? Mithilfe eines effizienten Trainingsprogramms der Universität Bonn, das jetzt einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Mannstaedt durchlaufen haben. >>> auf Seite 17

glueckauf-3-2017  

glückauf 3-2017 – die Zeitung für Mitarbeiter, Kunden und Freunde der GMH Gruppe.