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 GMH

GRUPPE  

 AUS DER GESCHÄFTSFÜHRUNG  

Wieder auf gutem Kurs Auf Herausforderungen des Marktes weiterhin mit richtigen Maßnahmen antworten Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, eine positive Nachricht zu Beginn: Wir sind auch in diesem Jahr wieder auf Kurs. So lässt sich das bisherige Geschäftsjahr 2017 kurz und knapp zusammenfassen. Das 2016 verabschiedete Programm „Zukunft GMH Gruppe“ stützt, wie erwartet, die Entwicklung. Die Maßnahmen werden plangemäß umgesetzt und die Effekte liegen leicht über den Erwartungen. Dies ist nicht selbstverständlich, und ich bedanke mich ausdrücklich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Mitwirkung. Außerdem spüren wir eine leichte konjunkturelle Belebung. Wir dürfen jedoch nicht übersehen, dass die Rahmenbedingungen weiterhin ambitioniert sind. So haben sich z. B. die Elektrodenpreise aufgrund verschärfter chinesischer Umweltgesetzgebung versiebenfacht. Ohne Elektroden können wir keinen Stahl produzieren. Die Energiekosten und die Netzentgelte steigen weiter, und auch bei anderen Kostenpositionen zeigen sich zum Teil deutliche Preissteigerungen. Zur Jahreshälfte weist die GMH Gruppe, sowohl beim Ergebnis wie auch beim Rohertrag, eine leicht positive Abweichung gegenüber Budget aus. Wir werden aber weiterhin hart daran arbeiten müssen, unsere Zielsetzungen für die nächsten Jahre zu erreichen. Als GMH Gruppe stehen wir vor der herausfordernden Aufgabe, uns unter grundlegend veränderten Rahmenbedingungen wettbewerbsfähig und zukunftsfest aufzustellen. Neue global agierende Wettbewerber mit anderen Kostenstrukturen setzen uns in Teilbereichen erheblich zu. Diesem Wettbewerb stellen wir uns. Die weitere Optimierung unserer Kostenstrukturen hat oberste Priorität. Der weltweite Markt in der Stahlindustrie stagniert, es herrscht hoher Kosten- und Konsolidierungsdruck, der in Deutschland – als Hochlohnland – besonders stark spürbar ist. Darauf müssen wir mit den richtigen Maßnahmen antworten. Das Programm Zukunft Gruppe muss dauerhaft etabliert sein und kontinuierlich neue Projekte definieren. Nur neue Ideen sichern die Zukunftsfähigkeit der Gruppe. Deshalb ist es nur folgerichtig, dass wir in unserer neuen Organisationsstruktur die Kräfte der GMH Gruppe dort zusammengeführt haben, wo sie die Kostenstruktur verbessert, die Wege verkürzt sowie Wissens- und Informationsaustausch beschleunigt und Reaktionszeiten verkürzt. Denn kein Standort muss alles zugleich können. Bestimmte Aufgaben können zentral besser und zielgerichteter, und für alle Standorte noch professioneller, erledigt werden – alles zum Nutzen unserer Kunden. Unsere Maxime lautet: so zentral wie nötig, so dezentral wie möglich. Noch arbeiten nicht alle Unternehmen der Gruppe profitabel. Die Kolleginnen und Kollegen arbeiten hart an der

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Thomas Löhr

Restrukturierung, um in den stark umkämpften und wettbewerbsverzerrten Märkten bestehen zu können. Durchaus keine leichte Aufgabe, in die sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Teil mit Zukunftstarifverträgen persönlich eingebracht haben. Das bedarf unser aller Respekt und Anerkennung. Aber: Nur profitable Unternehmen können Wachstum finanzieren. Von daher müssen alle Anstrengungen intensiv weitergeführt werden. Dauerhaft können Verlustsituationen nicht akzeptiert werden. In diesem Jahr werden wir einen dreistelligen Millionenbetrag in neue Maschinen und Anlagen investieren. Diese Investitionen in die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit der GMH Gruppe unterstützen den erfolgreich eingeschlagenen Weg. Werfen wir einen Blick auf die wesentlichen Kennziffern wie Rohertrag, EBITDA und Cashflow, sind wir durch den klaren Fokus auf unser Kerngeschäft, und die Verbesserung unserer

Erfolg ist Teamarbeit Stahlwerk Bous · Franz-Josef Schu geht nach 36 Jahren in den Ruhestand.

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iner der dienstältesten Geschäftsführer der GMH Gruppe geht zum 1. Oktober in den Ruhestand: Franz-Josef Schu war insgesamt 36 Jahre lang im Stahlwerk Bous tätig, davon 15 Jahre als Geschäftsführer. Bereits 1981 nahm der Diplom-Ingenieur bei der damaligen Röhrenwerke Bous Saar GmbH seine Arbeit auf. Am traditionsreichen Standort Bous wurden bereits ab 1886 nahtlose Rohre nach dem Mannesmann-Schrägwalz- und -Pilgerschrittverfahren gewalzt. 1998 übernahm die Georgsmarienhütte Holding GmbH das saarländische Unternehmen. Das stillgelegte Röhren-Walzwerk wurde damals zwar nicht mehr aktiviert, dafür der Standort Stück für Stück modernisiert. Man hatte sich auf die Produktion von Röhrenvormaterial spezialisiert und richtete die Technik darauf aus. Am 1. Mai 2002 wurde Herr Schu zum Geschäftsführer der Stahlwerk Bous GmbH berufen und hatte damit zahlreiche unternehmerische Mei-

Franz-Josef Schu

lensteine zu verantworten. Nicht nur die technische Weiterentwicklung, der Ausbau der Produktionsmöglichkeiten und die Herstellung von Röhrenvormaterial lagen ihm sehr am Herzen, sondern auch das Schmiedevormaterial sowie die Versorgung der Kunden mit Stahl und deren Bindung an das Unter-

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nehmen. Und so wurden unter anderem im Oktober 2005 zur Optimierung der Sekundärmetallurgie und zur Verbesserung der Flexibilität ein neuer Pfannenofen, Glühöfen und große Sägen in Betrieb genommen. Eine weitere wichtige Investition war 2009 der Bau einer Stranggussanlage, mit der das

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Kostenstrukturen, wieder eine gesunde und starke Gruppe mit klarer Ausrichtung. Die GMH Gruppe ist im Wachstumsmodus. Ein sichtbares Zeichen dafür, dass die Strukturveränderung der Weg in die richtige Richtung ist und bereits erste Früchte trägt. Erfolge können in unserem Markt- und Wettbewerbsumfeld nur gemeinsam erreicht werden. Die Voraussetzungen sind da – packen wir es als GMH Gruppe gemeinsam an. Glück auf!

Produktspektrum und der Kundenstamm des Stahlwerks noch einmal erweitert werden konnten. Ganz aktuell wurde 2017 nun die neue Entstaubungsanlage des Werks in Betrieb genommen – in Konzeption und Ausführung die modernste der Welt. Aber nicht nur auf der technischen Seite, sondern auch im Kontakt mit den Kunden hat das Stahlwerk Bous seinem scheidenden Geschäftsführer viel zu verdanken. Auch durch die Vertragsverlängerung mit dem Kunden Vallourec wurde die Zukunft des Stahlstandortes im Saarland für die nächsten Jahre gesichert. Aber das ist kein Grund, sich zurückzulehnen. Es zeichnet Franz-Josef Schu zudem aus, dass er immer ein starkes unternehmerisches Verantwortungsgefühl für den Standort und die dort arbeitenden Menschen hat. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge verlässt Herr Schu nun das Stahlwerk. „Es hat immer viel Freude bereitet, aber nun ist auch mal Zeit für etwas anderes“, ist sich der scheidende Geschäftsführer sicher. Eines ist ihm bei seinem Abschied aber besonders wichtig: „Der Erfolg am Standort Bous ist nie die Leistung eines Einzelnen gewesen – das war, ist und bleibt immer Teamarbeit!“ ikw

Versorgung aus einer Hand

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ie drei Recycling-Unternehmen der GMH Gruppe schließen sich zur GMH Recycling GmbH zusammen. Kräfte bündeln und Synergien nutzen – unter diesem Motto haben sich nun im Zuge der organisatorischen Neuausrichtung der GMH Gruppe die Unternehmen Rohstoff Recycling Osnabrück GmbH (RRO ), Rohstoff Recycling Dortmund GmbH (RRD ) und Adolf Ellermann GmbH zur GMH Recycling GmbH zusammengeschlossen. „Wir folgen damit der strategischen Zielsetzung, die Kräfte innerhalb der Unternehmensgruppe besser zu bündeln und die Prozessund Verwaltungsabläufe sowie den Wissens- und Erfahrungsaustausch untereinander zu optimieren“, erklärt Knut Schemme, Geschäftsführer der GMH Recycling GmbH. Das „neue“ Unternehmen mit Hauptsitz in Osnabrück verfügt weiterhin über die bekannten Betriebsstandorte und bietet seinen Kunden und Lieferanten selbstverständlich den gewohnten Service. Ebenso stehen die vertrauten Ansprechpartner nach wie vor unter den bekannten Kontaktdaten an den jeweiligen Standorten zur Verfügung.  mw

glueckauf-3-2017  

glückauf 3-2017 – die Zeitung für Mitarbeiter, Kunden und Freunde der GMH Gruppe.