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glückauf 2-2018 Unsere

für unsere Mitarbeiter*innen

Mannstaedt // Kaltsägezentrum

Guter Schnitt Das neue Kaltsägezentrum in Troisdorf hat eine Sägekapazität von fast 90.000 Tonnen fixmaßgesägter Stäbe und ermöglicht immer komplexere Profilgeometrien und Packmuster. Nicht nur Mannstaedt, sondern auch ihre Kunden sind bestens bedient.

Was nun? Deutschlands Fußball am Tiefpunkt. Was nun? Da hilft nur das zu tun, was die GMH Gruppe in den vergangenen Monaten im Rahmen ihrer Restrukturierung getan hat: Gespräche mit allen Beteiligten, schonungslose Analysen, personellen Umbau, intelligente Strategien, neue Begeisterung – und der Wille, wieder die Nummer 1 zu werden. Euer Georg Vonnerhütte

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ERSTMALS EINE FRAU Mit Monika Friebe (Foto) von der GMHütte als Vorsitzende ist eine Frau an der Spitze des neu gebildeten Konzernbetriebsrates der GMH Gruppe – ein weiteres Alleinstellungsmerkmal in der Stahlindustrie. > Seite 5

APFEL UND BIRNE Gesundheit und körperliche Unversehrtheit sind ein hohes Gut. Zwei Unternehmen haben sich etwas einfallen lassen, um beides für ihre Beschäftigten zu schützen. Dafür wurden sie mit dem Roten Apfel bzw. der Grünen Birne ausgezeichnet. > Seite 8

KVP-TAFELN Mitarbeiter mosern gerne, wenn Probleme in der Produktion nicht schnell genug gelöst werden. Jetzt können sie dank KVP-Tafeln selbst daran mitarbeiten. Frank Geißler sagt – wie. > Seite 17

Foto: Oliver Pracht

GMH Gruppe // Innovationstag

GMH Gruppe // Gesundheitstag

Innovativer Spirit Gesundheit ist als Ideen-Treiber nicht alles, aber … Am 20. November ist es so weit: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GMH Gruppe treffen sich zum 2. Innovationstag in Essen. Erneut wird es im Wesentlichen darum gehen, gemeinsam Ideen und innovative Ansätze zu entwickeln – und an seiner innovativen Einstellung zu arbeiten. Und um möglichst viele Kolleg*innen für innovatives Denken zu begeistern, hat die GMH Gruppe ihren 1. Innovationspreis ausgeschrieben. Auszeichnung der Preisträger: natürlich am Innovationstag. > Seite 10

… ohne Gesundheit ist bekanntlich alles nichts.

L

eistungsfähige Unternehmen brauchen leistungsfähige Mitarbeiter*innen. Deshalb spielen die Erhaltung der Gesundheit und Arbeitssicherheit eine zentrale Rolle in den GMH-Unternehmen. Ausdruck dafür ist der jährlich stattfindende Gesundheitstag. Mit vielfältigen, attraktiven Angeboten werden die Beschäftigten animiert, sich gezielt mit ihrer Gesundheit auseinanderzusetzen.

* * * GESUNDHEITSTAG * * *

> ab Seite 19

25 ZAHL DES QUARTALS

25 Jahre glückauf, das sind 25 Jahre Berichterstattung aus den Unternehmen der GMH Gruppe – und das fortwährende Bemühen, die glückauf für ihre Leserinnen und Leser noch attraktiver zu machen. Mehr dazu lesen Sie auf

Neuer Imagefilm über die GMHütte. Dabei wurden auch Aufnahmen verwertet, die man von der neuen Stranggießanlage im Frühjahr gedreht hatte.

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FILM AB …

VORHANG AUF … Ein feines Stahlgewebe, das sich fast wie Stoff verarbeiten lässt, war einer der Gewinner beim StahlInnovationspreis in Berlin. > Seite 15


INHALT

Unsere

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glück auf 2-2018

GMH Gruppe

Höhenrettung. Einsätze müssen

Strafzölle. Wie wirken sich die

geübt werden, um im Notfall sein Bestes geben zu können. Auch bei der Feuerwehr.

US-Strafzölle auf die GMH Gruppe aus? Eine Einschätzung von Dr. Jürgen Großmann.

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Gruppe hat einen neuen Konzernbetriebsrat – mit einer Frau an seiner Spitze.

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Gesunde Stunde. Mit einem

tionale Studententag der Metallurgie bot den Schmiedewerken Gröditz die Gelegenheit, Nachwuchskräfte zu rekrutieren.

Flashmob vor dem Osnabrücker Dom hat die Gesunde Stunde auf ihr 10-jähriges Jubiläum hingewiesen. Zudem war sie Preisträger von Nord-West Award und GesundheitsAward Nordwest.

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Nachwuchskräfte. Romana

 Menschen   &  Kontakte

Studententag. Der 25. Interna-

Konzernbetriebsrat. Die GMH

wandelt wurde. Die Insekten werden es beiden danken.

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Lieferanten-Award. Die GMHütte hat sich einen Lieferanten-Award verdient, der ihr Durchhaltevermögen gefordert hat: fünf Jahre Qualitätsarbeit.

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ZUKUNFT ERP. Das Projekt ZUKUNFT ERP geht auf die Zielgerade. Drei Unternehmen der GMH Gruppe stehen in den nächsten zwei Monaten vor der Migration. > Seite 9

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Synergieeffekte. Kooperation

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ren erschien die erste glückauf. Hartmut Gattmann erzählt von den Anfängen der Werkszeitung.

KVP-Projekt. Die alte Unterpul-

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ver-Schweißanlage Mannstaedts läuft besser denn je – allerdings erst, seitdem man sie im Rahmen des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses analysiert und modernisiert hat.

 Partner   &  Märkte Wire. Es gibt Events, denen kann

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 Produktion   &  Innovation

man sich einfach nicht entziehen. Gutes Beispiel dafür ist die Wire. Die Messe ist für die Stahlindustrie – und somit auch die GMH Gruppe – quasi Pflicht.

VICTAM. Bei der Victam Asia

die Teilnehmer des 2. Innovationstages der GMH Gruppe? > Seite 10

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3-D-Druck. Der 3-D-Druck hat

CastForge. Für beide war es das

auch in der GMH Gruppe Fuß gefasst. Jüngstes Beispiel sind neu entwickelte Kernstützen bei der Friedrich Wilhelms-Hütte Eisenguss.

erste Mal: Auf dem Messegelände in Stuttgart öffnete die CastForge erstmals ihre Pforten. Dort präsentierte sich auch die GMH Gruppe mit einem Messestand.

> Seite 11

> Seite 14

> Seite 19-22

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Grünes Klassenzimmer. Was bietet eine bessere Gelegenheit, Kinder für Natur zu begeistern, als eine Landesgartenschau? > Seite 27

Lernprozessbegleiter. Die Azubis von heute unterscheiden sich in ihrer Mentalität enorm von den Azubis von gestern. Entsprechend müssen sich die Ausbilder den neuen Gegebenheiten anpassen.

Stahlrose. Fünf GMHütte-Azubis

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waren auf der Landesgartenschau, um mit Feile, Hammer und Zange aus vorgefertigten Metallteilen Stielrosen zu fertigen.

glückauf-Jubiläum. Vor 25 Jah-

 Stiftung Stahlwerk  Georgsmarienhütte Calliope. Ein Mini-Computer soll

 Qualität   &  Qualifikation KVP-Tafeln. Frank Geißler hat bei der Wildauer Schmiede- und Kurbelwellentechnik KVP-Tafeln eingeführt. Das bedeutet: mehr Mitspracherecht für die Kollegen. > Seite 17

Schülerinnen und Schüler für IT begeistern. Die Stiftung fördert ein Projekt, das Lehrkräften den Umgang damit vermittelt. > Seite 24

Blühwiese. Die GMHütte hat ein 20.000 m2 großes Gelände zur Verfügung gestellt, das mithilfe der Stiftung zur Blühwiese umge-

Bei der Landesgartenschau in Bad Iburg zeigt(e) auch die GMH Präsenz: mit Azubis und dem Grünen Klassenzimmer. > Seite 27

DARAUF SIND WIR STOLZ

2.500

> Seite 13

wollten die Schmiedewerke Gröditz „nur“ ihren Kundenstamm pflegen. Doch erfreulicherweise gab es auch jede Menge Kontakte und konkrete Nachfragen von potenziellen Neukunden.

Innovationstag. Was erwartet

denn das etwa Stahl sein? Die Firma proMesh hat ein Stahlgewebe entwickelt, das auf Innenarchitekten einen großen Reiz ausübt. Sie hat jetzt damit einen der begehrten Stahl-Innovationspreise in Berlin gewonnen.

zwischen GMH-Unternehmen, so wie sie sein soll: Stahl Judenburg, GMH Blankstahl und GeisslerWista machen gemeinsame Sache.

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Die Wildauer Schmiede- und Kurbelwellentechnik hat als drittes Unternehmen der BU Schmiedetechnik KVPPro-Experten ausbilden lassen.

Stahl-innovationspreis. Soll

das historische Dresden nahmen auch Kolleg*innen der Schmiedewerke Gröditz teil. Bei dem Lauf herrschte im doppelten Sinne des Wortes eine Bombenstimmung.

gemeinsames

UNTERNEHMENS-

KNOW-HOW

7.000

Mitarbeiter

1993 54 STANDORTE

24 Deutschland 71 %

*

Gründung der

FÜNF KONTINENTE

20

TÜRKEI, USA

Amerika 4 %

5%

Ausbildungsquote

Umsatz nach Regionen

230

UNTERNEHMEN

INDIEN, IRAN, ITALIEN, JAPAN, MALAYSIA, MEXIKO, SCHWEIZ, SPANIEN, SÜDKOREA, TAIWAN, THAILAND,

Europa 18 %

Mehr als

Mehr als

FRANKREICH, GROSSBRITANNIEN, HONGKONG, ÖSTERREICH, POLEN, RUSSLAND, SAUDI-ARABIEN,

Asien 7 %

GMH Gruppe

Jahre im Stahlgeschäft

AUSTRALIEN, BRASILIEN, CHINA, DEUTSCHLAND,

Umsatz nach BUSINESS UNITS Stahlerzeugung 57 % Stahlverarbeitung 8% Schmiedetechnik 15 % Lenkungstechnik 3% Guss 17 %

VIER VON FÜNF Autos aus deutscher Produktion beinhalten Stahl der GMH Gruppe

1,97 Milliarden

ZWEITE EURO

Turbo-Generator weltweit läuft mit Stahl der GMH Gruppe

Umsatz in 2017

Die Umsatzzahlen beziehen sich auf das Jahr 2017. | * inkl. Handelsvertreter

Unternehmen der GMH Gruppe sind für Leistungen im Gesundheits- und Arbeitssicherheitsbereich ausgezeichnet worden: mit dem Roten Apfel und der Grünen Birne.

Kaltsägezentrum von Mannstaedt ist schon länger in Betrieb. Doch eine Bewertung, ob sich diese Investition auch gelohnt hat, ergab erst jetzt einen Sinn.

 Dies & Das

LÄNDER*

Gesundheits-Award. Zwei

Kaltsägezentrum. Das neue

Gruppe stand einen Tag lang ganz im Zeichen von Gesundheit und Arbeitssicherheit. Auf vier Seiten berichten wir hier in der glückauf, welche Aktionen in den GMH-Unternehmen gelaufen sind.

Stadtlauf. An einem Lauf durch

Jeder

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Seite 24

Gesundheitstag. Die ganze GMH

Jahre

werk Georgsmarienhütte hat für ihren Kampf gegen ALS dankenswerterweise Verstärkung erhalten: den „Helga Braun Fonds“, den sie zukünftig verwalten wird.

> Seite 18 und 28

Mehr als

ALS-Fonds. Die Stiftung Stahl-

Calliope heißt der Mini-Computer, der den Mädchen allerdings nicht die Augen verschließt, sondern öffnet: für die Programmierung von Computern. Die Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte fördert dessen Einsatz in der Schule.

Mehr als

> Seite 6

Foto: Calliope

Binder skizziert im glückauf-Interview, mit welcher Strategie die Stahl Judenburg ihre Nachwuchskräfte rekrutieren will.


GMH GRUPPE

Unsere

glück auf 2-2018

GMH Gruppe // Aus der Geschäftsführung

„Arbeit muss zum Leben passen – nicht umgekehrt“ Ausbildung in der GMH Gruppe: Eine Entscheidung mit Perspektive. Wer guten Nachwuchs gewinnen will, braucht gute Argumente – und attraktive Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Dass nur zufriedene Mitarbeiter auch produktive Mitarbeiter sind, weiß auch Harald Schartau (Mitglied der Geschäftsführung / Arbeitsdirektor der Georgsmarienhütte Holding). Doch dazu gehört nicht nur, dass Ausbildung und Arbeitsbedingungen stimmen. Wichtig ist auch, dass Beruf und Privatleben gut zusammenpassen. Dass die Bezahlung fair ist. Und dass die Weiterbildungs- und Aufstiegschancen den individuellen Ehrgeiz befriedigen können. Wenn dies alles stimmt, werden die GMH-Unternehmen automatisch zu attraktiven Arbeitnehmern – auch für Nachwuchskräfte. Details dazu erläutert Harald Schartau im glückauf-Interview: glückauf: Ist der viel beschworene Fachkräftemangel inzwischen auch in der GMH Gruppe angekommen? Harald Schartau: Ich bin da für weniger dramatische Untertöne. Aber es zeichnen sich Engpässe ab. Es wird zunehmend schwer, gewerblich-technische Ausbildungsplätze zu besetzen. Weniger Schulabsolventen und der Run ins Studium statt klassischer Berufsausbildung stellen uns vor die Herausforderung, um Talente zu werben. Diesen Rollenwechsel hat die Personalarbeit angenommen, und es werden neue Wege beschritten, Bewerber anzusprechen. Dort, wo sie sich aufhalten. In den Schulen und den sozialen Medien. In der GMH Gruppe gilt der Grundsatz: Unsere Facharbeiter werden von uns selbst ausgebildet, und wer sich für die GMH Gruppe entscheidet, der hat eine Garantie auf unbefristete Übernahme in ein gut und fair bezahltes Arbeitsverhältnis. Voraussetzung: erfolgreicher Abschluss und keine goldenen Löffel geklaut. Damit werden wir bei den Bewerbern punkten, nicht mit schrillen Lockvogelangeboten. Wie ist die Tendenz bei den Ausbildungsquoten? Schartau: Erfreulich jetzt schon: Der rückläufige Trend unserer Ausbildungsquoten in den letzten Jahren wird 2018 gebrochen. Die Quote steigt auf rund fünf Prozent. Langfristig geplante, demografiefeste Ausbildungsquoten sind die richtige Weichenstellung vor dem Eintritt der geburtenstarken Jahrgänge in die Rente. Was bietet die GMH Gruppe, was andere nicht bieten?

Harald Schartau im Gespräch mit der glückauf.

Werksfoto

Schartau: Wissensintensiver technologischer Fortschritt und die Digitalisierung der Arbeitsprozesse verlangen ständige Weiterqualifizierungen. Deshalb belassen wir es auch nicht bei einer guten Ausbildung. Wir haben ein kontinuierliches System der Weiterbildung in der GMH Gruppe aufgebaut, das für jeden die Chance auf lebensbegleitende Weiterbildung erschließt. Ein weiterer Punkt ist mir wichtig – und das ist ein von der Geschäftsführung getragenes Versprechen: Nach der Ausbildung werden wir mit den Berufsstartern einen dauerhaften Dialog führen und besprochene Entwicklungsschritte umsetzen. Für Hochschulabsolventen beziehungsweise Fachkräfte mit Zusatzqualifikation haben wir unsere Talententwicklungsprogramme, in denen es um überfachliche Kompetenzen geht. Unser Metallurgenpool ist ein zusätzliches Angebot für Einsteiger, das exzellente Perspektiven in der GMH Gruppe eröffnet. Auf welchem Feld sehen Sie Handlungsbedarf, um veränderten Ansprüchen an die Arbeit gerecht zu werden? Schartau: Persönliche Werte und Lebensentwürfe wandeln sich. Die Arbeit muss zum Leben passen – und nicht umgekehrt. Wo Sinn in der Arbeit gesehen wird, wird Überdurchschnittliches geleistet. Viele Aspekte machen die Qualität der Arbeit aus: Birgt der Arbeitsplatz Gefahren für die Gesundheit und körperliche Belastungen? Ermöglicht die Arbeit ein ausgewogenes Verhältnis von beruflichen und privaten Aktivitäten? Können die Beschäftigten mit den steigenden Qualifi-

kationsanforderungen Schritt halten? Funktioniert die Zusammenarbeit? Zufriedene Mitarbeiter – dafür braucht man keine wissenschaftlichen Untersuchungen – sind auch produktive Mitarbeiter. Unsere Stärken entfalten sich in einem Arbeitsklima, in dem sich Mitarbeiter aufgehoben und geschätzt wissen, wo Erfolge gemeinsam erreicht und geteilt werden und wo sie sich als Teil des Ganzen betrachten können. Eine solche Unternehmenskultur ist einer der entscheidenden Faktoren für das Kommen und Bleiben von Mitarbeitern. Wie würden Sie das Rollenverständnis des Arbeitgebers GMH Gruppe definieren? Schartau: Wir verstehen unsere Rolle als Arbeitgeber so, dass wir die berufliche Entwicklung begleiten, fördern und individuelle Wünsche berücksichtigen. Unsere Mitarbeiter sollen sich darauf verlassen können, dass berufliche Ziele keine Träume bleiben. Der stärkste Leistungsanreiz ist immer noch eine herausfordernde Aufgabe. Auch die Arbeitszeit sollte flexibel an die aktuellen Bedürfnisse angepasst werden, wenn es betrieblich irgendwie organisierbar ist. Teilzeit steht im Ruf der Karrierefalle – aber auch hier dreht sich der Wind. Im Tarifabschluss Metall wurde arbeitszeitpolitisches Neuland betreten und der Anspruch auf vollzeitnahe Verkürzung der Arbeitszeit für zwei Jahre verankert. Dieses Recht auf Teilzeit ist für uns kein Schrecken, neue gesetzliche Regeln auch nicht. Wir sehen kürzere Arbeitszeiten als mögliche und völlig normale Phase im

Erwerbsverlauf unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Temporäres Arbeiten im Homeoffice unter verbindlichen Rahmenbedingungen ist eine weitere Variante, der wir offen gegenüberstehen. Aber wir sollten auch realistisch bleiben, es geht nicht in jeder Arbeitsumgebung industriell wertschöpfender Betriebe. Mehr Flexibilität brauchen auch die Unternehmen. Lässt sich mehr Zeitsouveränität der Mitarbeiter mit den betrieblichen Anforderungen verbinden? Schartau: Flexibilität ist keine Einbahnstraße, ganz klar brauchen auch unsere Unternehmen flexible Handlungsmöglichkeiten, um auf Marktschwankungen reagieren zu können. Arbeitszeitkonten bringen vielfachen Mehrwert. Das betriebliche Arbeitszeitvolumen kann je nach Auslastungsgrad in der Dauer, Lage und Verteilung variiert werden, und zwar unter dem Dach von Betriebsvereinbarungen. Weitere Instrumente kommen hinzu: Mehrarbeit zur Abfederung von Auftragsspitzen. Der Einsatz befristet beschäftigter Mitarbeiter, Leiharbeit und Werkverträge sind keine Tabus, wenn tarifvertragliche und gesetzliche Spielregeln eingehalten werden. Beide, Unternehmen und Beschäftigte, profitieren davon! Der Betrieb hält eingearbeitete Fachleute und die Arbeitsplatzsicherheit nimmt zu. Atmen können, ohne Hire und Fire, ist die Kunst der Arbeitszeitpolitik. Die in der Gruppe maßgeblichen Tarifverträge haben sich deutlich ausdifferenziert; die Betriebe haben Spielräume hinzugewonnen, betriebsoptimale Arbeitszeitmodelle zu „schneidern“. Kommen wir zurück zum Ausgangspunkt. Was erwarten Sie von frisch ausgebildeten Mitarbeitern in der GMH Gruppe? Schartau: Eine hohe Bandbreite des Arbeitseinsatzes im Team. Das setzt die Aufgeschlossenheit für Neues, die Bereitschaft zum Wechsel und zur Qualifizierung voraus. Teamarbeit bedeutet auch, dass die Mitarbeiter mehr und mehr Verantwortung für die Optimierung der Arbeitsabläufe und Produktqualität im Sinne unseres Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses übernehmen. Natürlich ist aber auch die Arbeit selbst der Lernprozess. Oder auf den Punkt gesagt: Wir sind mit der Weiterbildung auf dem richtigen Weg, wenn sie als Teil der Arbeit verstanden wird. Wenn es heute noch so ist, dass der eine oder die andere sich unwohl fühlt, wenn eine Weiterbildung ansteht, so sollte es zukünftig so sein, dass sich jeder und jede unwohl fühlt, wenn keine Weiterbildung ansteht. Was kann noch unsere Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen? Schartau: Wir wissen: Qualifizierte, leistungsfähige und motivierte

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Mitarbeiter fallen nicht vom Himmel. Die kommen und bleiben nur, wenn die Arbeitsbedingungen stimmen, Potenziale entwickelt und persönliche Lebenssituationen berücksichtigt werden. Deshalb ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein wichtiges Handlungsfeld unserer Personalpolitik. Ich sage zu jeder Geburt: Herzlichen Glückwunsch. Danach wenden wir uns aber nicht ab, sondern sind behilflich, wenn Betreuungsprobleme auftreten. Leider besteht das Leben nicht nur aus glücklichen Momenten. Deshalb stellen wir auch den Anspruch an uns selbst, unsere Mitarbeiter in schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen, zum Beispiel mit anonymen Beratungsangeboten. Zurzeit prüfen wir auch, ob wir unseren Mitarbeitern eine Berufsunfähigkeitsversicherung anbieten können, die um Längen bessere Konditionen hat als alle anderen marktüblichen Versicherungen. Den hohen Stellenwert des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in der GMH Gruppe haben wir mit unserem Health and Safety Day erneut unterstrichen. Investitionen in die Gesundheit der Belegschaft, alternsgerechte Arbeitsgestaltung, das betriebliche Gesundheitsmanagement als integraler Bestandteil der Personalpolitik sind bei uns keine Schönwetterveranstaltung, sondern harte Fakten – betriebswirtschaftlich und in der Außenwirkung. Wir vergessen manchmal, dass Arbeit auch Spaß machen kann und damit eine Quelle für Gesundheit ist. Ich wünsche mir Mitarbeiter, die gesund in Rente gehen können und in ihrer aktiven Zeit sagen: „Wir sind hier auf der Arbeit und nicht auf der Flucht.“ In Summe markiert ein solches Szenario von Personalarbeit den Unterschied zum Feld-Wald-undWiesen-Wettbewerb. Was macht die GMH Gruppe in Ihren Augen so besonders? Schartau: Als familiengeführtes Unternehmen haben wir in Deutschland eine einzigartige Mitbestimmungs- und Unternehmenskultur. Wir stehen zu den Werten Beteiligung und Mitverantwortung – auch und gerade in schwierigen Zeiten. Als Beispiel wertorientierter Unternehmensführung, nicht nur im Sinne notwendiger Rentabilität, nenne ich auch unsere Gewinnbeteiligung, für die ich mir einen gruppeneinheitlichen Rahmen vorstelle. Dass Unternehmen Gewinne erwirtschaften müssen, um zukunftsfähig zu bleiben, stellt wohl niemand infrage. Aber Geld ist nicht alles, was uns hier zusammenhält. In der GMH Gruppe versuchen wir, eine Unternehmenskultur zu leben, die von den Werten Vertrauen, Fairness und gegenseitiger Wertschätzung getragen ist. Das gelingt nicht immer – aber wir arbeiten täglich dran.


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GMH GRUPPE 

Unsere

glück auf 2-2018

GMH Gruppe // Hier spricht der Gesellschafter

er hat seine Drohung wahr gemacht. Um die heimischen Erzeuger zu schützen, belegte US-Präsident Donald Trump zum 1. Juni auch europäische Stahl- und Aluminiumimporte mit zusätzlichen Zöllen. Ob das weitsichtig ist, wird die Zukunft zeigen. Dass durch Stahl- und Aluminiumimporte wirklich die nationale Sicherheit der USA bedroht ist, bezweifele ich. Aber wegen dieser Begründung kann der Präsident nach amerikanischem Recht solche Strafzölle erheben. Über die internationale Rechtmäßigkeit dieses Vorgehens wird die Welthandelsorganisation WTO befinden. Auch dem Argument, die Verkleinerung des US-Handelsbilanzdefizits erfordere dies, kann ich nicht folgen. Eine kürzlich veröffentlichte Studie von Professor Gabriel Felbermayr, Leiter des Ifo Zentrums für Außenwirtschaft, bestätigt den USA zwar ein Defizit in der Handelsbilanz für Industriegüter. Demgegenüber steht aber ein deutlicher Überschuss im Dienstleistungsaustausch und bei Vermögenseinkünften. Vor diesem Hintergrund ist der von Präsident Trump begonnene Zollwettlauf überflüssig. Es bleibt unberücksichtigt, dass heute Güter länderübergreifend produziert werden. Nicht Nationalstaaten konkurrieren miteinander, vielmehr sind es weltweite Wertschöpfungsketten. Insofern ist zu begrüßen, dass nun die WTO in einem ordentlichen Verfahren überprüft, ob und inwiefern dieser handelspolitische Schritt der USA vereinbar ist mit internationalem Recht. Ziel muss ein ausgewogenes, faires und nicht diskriminierendes System mit möglichst niedrigen Sätzen sein. Es liegt mir fern, über Donald Trumps Gewohnheit, via Twitter Politik zu machen, zu urteilen. Ich kann in Teilen sogar für seine kritische Sicht auf internationale Übereinkünfte wie zum Beispiel das Pariser Klimaabkommen Sympathie hegen. Auch die Diskussion über Zölle hat mir persönlich bewusst gemacht, dass die EU diskriminierende Abgaben erhebt. Es ist in der Tat unfair, wenn für amerikanische Autos bei uns höhere Zölle entrichtet werden müssen als zumindest für Pkws in den USA (bei SUVs, die in die USA eingeführt werden sollen, ist das etwas anderes). Gleichwohl: Eine kategorische Schwarz-Weiß-Betrachtung der weltweiten wirtschaftlichen Zusammenhänge schließt Kompromisse aus, die gegensätzliche Interessen ausgleichen. In den langen Jahren seit dem Zweiten Weltkrieg waren die USA verlässlicher Partner an der Seite Europas und besonders auch Deutschlands. Das ist vorbei – zumindest für die Dauer der Trump-Präsidentschaft. Der Vergangen-

Werksfoto

heit nachzutrauern und darauf zu hoffen, dass das Verhalten des amtierenden US-Präsidenten sich ändert, ist keine Option. 1,3 Millionen Tonnen deutscher Walzstahl sind von den US-Zöllen betroffen – bei einer bundesweiten GesamtJahresproduktion von rund 40 Millionen Tonnen. Vielfach entstammt diese Liefermenge aus langjährigen Geschäftsbeziehungen. Kunden dort brauchen höchste Qualität, die sie bisher in den USA nicht finden konnten und die sich nicht von heute auf morgen auf andere Partner übertragen lässt. Deutsche Stahlhersteller haben Hunderte Anträge auf Aussetzung der protektionistischen Zölle für einzelne Produkte gestellt, denen in einigen Fällen hoffentlich auch stattgegeben wird. Dennoch haben die US-Zölle das Potenzial, deutliche Einschnitte für die deutsche Stahlkonjunktur mit sich zu bringen. Neben den Stahl-Lieferungen setzt unsere GMH Gruppe jährlich Waren von rund 70 Millionen Euro in den USA ab, die nach jetzigem Kenntnisstand nicht unter die Regeln der Section 232 des Außenhandelsgesetzes fallen. Sie sollten damit nicht mit den zusätzlichen Zöllen belegt werden. Seit vielen Jahren fertigt das GMH-Gruppenunternehmen MVO in den USA Zahnstangen für automobile Lenk-

GMH Gruppe // Supply-Chain-Management

Das GMH-Liefernetzwerk Was man als Kunde der GMH Gruppe weiß bzw. wissen sollte. Autor ist Ingo Schill (Senior Supply Network Manager).

Z

entraler Bestandteil von „Wir machen eins“ ist das Liefer- und Leistungsnetzwerk der GMH Gruppe. Es koordiniert und steuert durchgängig die gesamte, integrierte Lieferkette (Supply Chain) – vom Kundenauftrag bis zur Lieferung. Grundlage dafür ist unser gruppenweites SupplyChain-Management (SCM), das sich durch ein einheitliches SCM-Verständnis und -Steue-

rungsmodell auszeichnet. Ausgangspunkt ist dabei das einzigartige Produktionsnetzwerk der GMH Gruppe. Es sucht hinsichtlich Breite und Verarbeitungstiefe und dem damit verbundenen Knowhow seinesgleichen. Als Gruppe sind wir mit unseren drei Stahlwerken und zwei ESU-Anlagen in der Lage, das gesamte Spektrum vom unlegierten bis hin zum nicht rostenden Stahl mit höchsten Reinheitsgraden herzustellen. Hierbei nutzen wir auch die GMH Recycling zur kostenoptimalen, qualitativ hochwertigen und sicheren Versorgung mit dem

„ Ausgangspunkt des SupplyChain-Managements ist das einzigartige Produktionsnetzwerk der GMH Gruppe. 

INGO SCHILL

Rohstoff Stahl- und Eisenschrott. In der Weiterverarbeitung zum Halbzeug bieten uns drei Walzwerke sowie zwei Freiformschmieden alle Möglichkeiten, Stabstahl herzustellen. Dazu zählen runde wie rechteckige Formen – angefangen von 18 mm bis hin zu einer Kantenlänge von 1.800 mm. Möglich sind aber auch

systeme. Das dafür benötigte Vormaterial aus Stahl wird in den USA eingekauft. Die Unternehmen der GMH Gruppe sind eher indirekt von den US-Sanktionen betroffen. Die zu erwartende Reaktion von Ländern wie China, Russland, der Türkei oder Südkorea macht Sorge. Es bestehen von dort schon heute gute Handelsverbindungen zum europäischen Markt. Diese Länder werden nun versuchen, ihre eigentlich für die USA bestimmten Mengen zusätzlich in Europa abzusetzen. Das kann zu fallenden Preisen und Marktverschiebungen führen – und das in einem ohnehin schon hart umkämpften Marktumfeld und in einer Konjunktur, die sich wohl nicht weiter verbessert. Die jetzt angelaufenen Maßnahmen der EU, den heimischen Stahlmarkt in einem ordentlichen Verfahren schnell und verlässlich vor zusätzlichen Importmengen und Handelsumlenkungen zu schützen, sind daher unerlässlich. Allerdings: Solche Verfahren brauchen Zeit, die wir nicht haben. Schon heute ist ein wachsender Importdruck spürbar. So belegen die neuesten verfügbaren Zahlen der Wirtschaftsvereinigung Stahl, dass die Importlieferungen in die EU im ersten Quartal um 14 Prozent zugenommen haben – so stark wie in keiner anderen Region der Welt. Erste Anzeichen für Handelsumlenkungen? Bei aller Verantwortung der europäischen und deutschen Politik – die explizit auch den weiteren Dialog mit den USA führen muss – traue ich diesem Allheilmittel nicht. Wir dürfen die Hände nicht beruhigt in den Schoß legen und abwarten, WTO, EU und Bundesregierung werden es schon richten. Am Ende muss es unsere eigene unternehmerische Leistungsfähigkeit sein, die erlaubt, mit veränderten Marktsituationen zurechtzukommen. Unsere GMH Gruppe ist in den letzten Monaten durch strukturelle Veränderungsprozesse gegangen, um genau für solche Anforderungen richtig aufgestellt zu sein. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen, zeigt aber erste Wirkungen. Die deutlich verkürzten Kommunikationswege innerhalb der GMH Gruppe, die verbesserte Transparenz in den internen Lieferströmen wie auch flexible Reaktionen auf Marktveränderungen haben uns noch schneller und wettbewerbsfähiger gemacht. Wir erhöhen unsere Präsenz auf den Märkten der Welt. Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, hoch entwickelte und leistungsfähige Produkte sind Spiegelbild Ihrer persönlichen Arbeit. Ihre Kompetenz und Motivation, Ihr Einsatzwille und Ihr Wunsch, zu den Besten (und selbstverständlich auch Bestbezahlten) in unserer Branche zu gehören, entscheiden über unseren gemeinsamen Erfolg. Wir sind zwar noch nicht am Ziel, aber gemeinsam auf dem richtigen Weg. Glück auf! Ihr

komplexe Profile oder Formteile wie beispielsweise Kurbelwellen. Im nächsten Schritt, der Blankstahlfertigung, bieten unsere fünf Standorte in Europa nicht nur die obligatorischen Schäl-, Schleif- und Wärmebehandlungsaggregate sowie Veredelungen mittels Galvanotechnik. Sie ermöglichen auch, einbaufertige Komponenten wie zum Beispiel Lenk-, Kolben- oder Zahnstangen zu produzieren. Dabei bieten wir ein Höchstmaß an Flexibilität sowohl in technischer als auch in logistischer Hinsicht. Dies liegt daran, dass wir auf viele Möglichkeiten zur Nutzung optimaler oder alternativer Fertigungsaggregate zurückgreifen können – gepaart mit der Verkettung der Produktionsstufen bis hin zur kundenindividuellen Fertigungsroute.

Wir haben zudem jede Menge Erfahrungen mit Märkten, Anwendungen und Produkten. Wir nutzen sie, um innovative und zukunftweisende Logistiklösungen zu realisieren. Zwei Beispiele dafür sind die direkte elektronische Einbindung der Kunden in die Versanddisposition oder die höchst flexible und zuverlässige Belieferung. Unser Ziel ist es, unsere Märkte speziell mittels logistischer Lösungen weiter zu entwickeln. Und wir wollen unseren Kunden den bestmöglichen Lieferservice garantieren. Die tief greifende Zusammenarbeit und Kooperation verzahnt Materialströme vom Schrott bis zu unseren Kunden. Außerdem ermöglicht sie uns individuelle Wege, wo andere vielleicht keine finden.


GMH GRUPPE

Unsere

glück auf 2-2018

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GMH Gruppe // Mitbestimmung

Konzernbetriebsrat reloaded Auch die Arbeitnehmervertretung ist im Wandel: Wenn die Gruppe und ihre Organisationsprinzipien sich wandeln, kann bei den betrieblichen Mitbestimmungsstrukturen nicht alles beim Alten bleiben. Autorin ist Sabine Vogel (Personalmanagement GMH Holding).

E

s war an der Zeit, bestehende Regelungen an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen. Deshalb wurde zwischen der Geschäftsführung der GMH

Reinhard Pilk

lungsfähiger Partner gegenüber, der rechtsverbindliche Rahmenvereinbarungen, die für die gesamte Gruppe wirksam werden, abschließen kann. Die originären Zuständigkeiten und Verhandlungsrechte der örtlichen Betriebsräte bleiben von der Arbeit des Konzernbetriebsrates und der Sparten-Gesamtbetriebs-

Hans-Werner Glauben

den Geschäfte. Die Vorsitzende, ihr Stellvertreter sowie Uwe Jahn (Schmiedewerke Gröditz), HansWerner Glauben (Stahlwerk Bous) und Michail Tsapanidis (Mannstaedt) bilden das Führungsgremium für den Konzernbetriebsrat. Die Geschäftsführung der GMH Gruppe und der Konzernbetriebsrat werden in einem kontinuier-

und die Arbeitnehmervertreter*innen in den Aufsichtsräten der GMH-Unternehmen mit Aufsichtsräten zu einer eintägigen Betriebsrätekonferenz ein. Sie ist die Plattform für einen offenen Informations- und Meinungsaustausch. Ihre weitere wichtige Aufgabe: Sie wählt nach dem Muster des

Monika Friebe ist die neue Vorsitzende

Michail Tsapanidis

Teamseiten angelegt. Mit einem schnellen Zugriff auf wichtige Dateien und Vereinbarungen können sich die KBR-Mitglieder auf dem Laufenden halten und darüber hinaus den Austausch online organisieren. Für die weitere konstruktive Zusammenarbeit zwischen Geschäftsführungen und Arbeit-

Uwe Jahn

des Konzernbetriebsrates

Gruppe und der IG Metall ein neuer Tarifvertrag zur Bildung eines Konzernbetriebsrats (KBR) abgeschlossen. Was sind die wichtigsten Neuerungen? Jeder Betrieb der GMH Gruppe, der einen Betriebsrat gewählt hat, entsendet ein Mitglied des Betriebsrates in den Konzernbetriebsrat. Gruppenunternehmen mit Sitz im europäischen Ausland sind in die verabredete Struktur zur Arbeitnehmervertretung integriert. Der neue KBR umfasst also 20 Mitglieder. Damit steht der Geschäftsführung der Gruppe ein verhand-

räte selbstverständlich unberührt. Der inzwischen konstituierte KBR hat Monika Friebe von der GMHütte zur Vorsitzenden gewählt. Mit einer Frau an der Spitze verfügt die GMH Gruppe über ein weiteres Alleinstellungsmerkmal in der Stahlindustrie. Ihr Stellvertreter ist Reinhard Pilk, der Betriebsratsvorsitzende von Walter Hundhausen.

Auch Ausschuss gewählt Der KBR hat außerdem einen Konzernbetriebsausschuss (KBA) gewählt, der aus fünf Mitgliedern besteht. Dieser führt die laufen-

Betriebsratswahlen: Meist über 80 Prozent GMH Gruppe // Text: Sabine Vogel Die Betriebsratswahlen in der GMH Gruppe sind abgeschlossen und alle Gremien haben sich neu konstituiert. 6.569 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 18 Betrieben der GMH-Gruppe waren aufgerufen, ihre Interessenvertreter zu wählen. In 13 Betrieben wurde die 80-Prozent-Marke der Wahlbeteiligung überschritten. 157 Mandate wurden vergeben. Kontinuität war Trumpf: Alle Vorsitzenden, die sich zur Wahl gestellt hatten, wurden wiedergewählt. Zwei Vorsitzende sind neu in der Runde: Siegfried Gervelmeyer hat die Führung im Gremium der Georgsmarienhütte GmbH übernommen. David Hehemann wurde zum Vorsitzenden bei der GMH Recycling, Osnabrück gewählt. Mehr Wechsel gab es im Amt der Stellvertreter. Zwei Frauen, Eva Hüsch (Energietechnik Essen) und Verena Michaelis (Pleissner Guss), sind in Spitzenpositionen gekommen. Insgesamt sind 23 Frauen in den Betriebsräten vertreten. Besonders gut repräsentiert sind die weiblichen Mitglieder mit jeweils 3 Vertreterinnen an den Standorten Gröditz und in den Recyclingbetrieben.

lichen Dialog das Zusammenwachsen der Gruppe begleiten. Informieren, beraten und gemeinsam Verantwortung tragen – das ist die Grundlage einer vernünftigen Zusammenarbeit zum Wohle der Gruppe und ihrer Mitarbeiter. Zunehmend werden auch Konzernvereinbarungen abgeschlossen.

Montanmitbestimmungsgesetzes die innerbetrieblichen und außerbetrieblichen Arbeitnehmervertreter*innen in den Aufsichtsrat der Georgsmarienhütte Holding. Die Runderneuerung des KBR hat auch das unternehmenseigene Portal erreicht. Für den KBR und den IT-Ausschuss wurden eigene

nehmervertretern sind die Weichen neu gestellt. Und – um es anlässlich des Jahres der Weltmeisterschaft mit der großen Trainerlegende Sepp Herberger zu sagen: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“

Partner auf Augenhöhe Immer dann, wenn Sachverhalte zu regeln sind, die alle Unternehmenseinheiten unter dem Dach der GMH Gruppe gleichermaßen betreffen, kommt der KBR als Verhandlungspartner auf Augenhöhe zum Zuge. Gemeinsam genutzte IT-Systeme und -Anwendungen sind hier ein klassisches Betätigungsfeld, das mit innovativen Methoden einer agilen Betriebsratsarbeit 4.0 bearbeitet wird. Wesentliches Element des Vertrages ist auch, dass zweimal im Jahr die Geschäftsführung der Gruppe den Betriebsausschuss über die wirtschaftliche Situation, die strategische Ausrichtung, wesentliche Investitionsplanungen der Unternehmensbereiche sowie die Entwicklungen in der Belegschaft informiert.

Eine Einladung pro Jahr Der KBR lädt einmal pro Kalenderjahr alle Betriebsratsmitglieder in der GMH Gruppe, die Konzern-Schwerbehindertenvertretung, die Konzern-JAV

Metallurgie: Auf „Kandidatenjagd“ GMH Gruppe // Text: Heike Werner (Personalentwicklerin GMH Holding) Die GMH Gruppe ist durchgängig auf der Suche nach MetallurgieAbsolventen. Deshalb wird man regelmäßig an ausgesuchten Universitäten aktiv, um die Aufmerksamkeit potenzieller Nachwuchskräfte auf sich zu ziehen. Zwei aktuelle Beispiele dafür betreffen die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH Aachen). Im Rahmen einer Vorlesung über „Neue Entwicklungen der Umformtechnik“ hatte Alfred Weiß (Leiter Walzwerk/Finalbetrieb GMHütte) im Mai die Gelegenheit, dort einen Vortrag zu halten. Passend zur Vorlesung beschrieb er einen speziellen Praxisfall inklusive Lösungsansätzen. Dabei ging es um den sogenannten digitalen Zwilling im Rahmen von Industrie 4.0*. Weiß präsentierte zudem die GMH Gruppe als attraktiven Arbeitgeber. Im selben Monat besuchten rund 30 Studierende der RWTH Aachen (Studienrichtung Werkstoffingenieurwesen) die GMHütte, um die Produktion bei einer Werksführung näher kennenzulernen. *Zum Hintergrund: In einer Simulationssoftware werden Produktionsmaschinen nachgebildet. Anschließend werden echte Daten aus dem Betrieb dieser Simulation zugeführt. Daraus resultiert ein annähernd gleiches digitales Gegenstück, ein sogenannter „digitaler Zwilling“. Diese realitätsnahe Produktionssimulation ermöglicht eine vorausschauende sowie stetige Optimierungen in der Praxis. So können z. B. Versuche oder Maschinenparameter vorab digital geprüft werden.


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Zylinderkurbelgehäuse Foto: Wolfgang Tobias

FWH Eisenguss // Dieselmotoren

Großauftrag aus Augsburg Eisengießerei fertigt Zylinderkurbelgehäuse für MAN: Bahnanschluss ermöglicht umweltfreundliche und verkehrstechnisch ideale Lieferkette. Autor ist Eduard Fuchs (Key-AccountManager).

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AN Diesel & Turbo SE ist ein weltweit agierender Konzern mit dem Schwerpunkt Großdieselmotoren und Turbomaschinen. Seit 2017 ist die MAN-Großdieselmotorensparte aus Augsburg

wieder ein Kunde der Friedrich Wilhelms-Hütte Eisenguss (FWH EG) und gibt die Möglichkeiten, am Standort weiter zu wachsen. Im letzten Jahrzehnt hat FWH EG für MAN Augsburg die L–58/64-Zylinderkurbelgehäuse (ZKG) aus GJL-350Cu gefertigt

und somit die eigene MAN-Eisengießerei bei den Auftragsspitzen unterstützt. Diese positive Zusammenarbeit war auch ausschlaggebend für die erneute Lieferantenbeziehung. Heutige Großdieselmotoren werden nicht mehr ausschließlich als Antriebsaggregate in Hochsee-

GMHütte // JTEKT-Award

Fünf Jahre lang top Leistung abgeliefert Stahlwerk verdient sich Lieferanten-Auszeichnung durch dauerbewährte Qualität und Flexibilität.

schiffen verbaut, sondern überwiegend als hocheffiziente und emissionsarme Kraftwerkssegmente mit einer Gesamtleistung von 100 Megawatt und mehr eingesetzt. In diesem Zusammenhang kommt zunehmend neben Diesel auch Gas als Brennstoff zum Einsatz. Besondere Einsätze sind der Aufbau von modularen Kraftwerken in den entlegensten Orten der Welt. Der von FWH EG gegossene Zylinderkurbelgehäuse-Rohling wird bei MAN zu einem Generator-Set mit einer Leistung von ca. 21 MW montiert. Im Herbst 2017 wurden alle notwendigen Verträge unterschrieben und die aktive Phase des Projekts konnte beginnen. Eine besondere Herausforderung für die FWH-Eisengießerei war die bereits vorhandene und von mehreren Modellbauern in Europa gebaute Einrichtung. Doch dank der guten Ausstattung unserer QS-Abteilung mit optischen 3-D-Vermessungssystemen konnten alle maßgeblichen Abweichungen an den Kernkästen beziehungsweise Kernen vor dem Abguss erkannt und behoben werden. Der Abguss des Erstmusters mit über 100 t Flüssigeisen erfolgte im ersten Quartal des Jahres 2018. Das Zylinderkurbelgehäuse wiegt als Rohteil etwa 88.800 kg. Dieser Schwertransport aus dem

Ruhrgebiet über die Rheinbrücken nach Augsburg ist eine Herausforderung für alle Speditionen. Deshalb wurde mit MAN an einer umweltfreundlichen Transportmöglichkeit gearbeitet. Bei diesem Problem konnte FWH EG mit dem vorhandenen Bahnanschluss ein Alleinstellungsmerkmal vorweisen und in die Lösungsfindung einbringen. Ab dem Erstmuster hat MAN sich für den Abtransport der Blöcke mit der Bahn entschieden. Somit wurde eine umweltfreundliche und verkehrstechnisch ideale Lieferkette zwischen Mülheim a. d. R. und Augsburg bzw. zum Bearbeiter nach Finnland geschaffen. Der weltweite Energiemarkt braucht neue kostengünstige Lösungen für viele Schwellenländer. Ein Großmotor mit einem Generator und angetrieben mit Diesel, Schweröl oder Gas ist eine abgeschlossene Energiemaschine mit einem überschaubaren Investitionsvolumen im Vergleich zu einem konventionellen Kraftwerk. Auch die Möglichkeit, die vorhandene Leistung um ein weiteres Segment zu erweitern, bringt große Vorteile für diese Art der Energieerzeugung. Somit rechnen wir bei der FWH, dass der Bedarf auch in den nächsten Jahren auf einem hohen Niveau bleiben wird.

„Quality Performance for our Bearing Activity Award“, erhielt in diesem Fall die GMHütte, da sie die Qualitätsanforderungen über die vergangenen fünf Jahre konstant eingehalten hat. Ergänzend wurde erwähnt, dass bei einer rasant ansteigenden Bedarfssituation im Jahre 2017 die GMHütte in bester partnerschaftlicher Weise dabei geholfen hat, diese terminlichen Herausforderungen gemeinsam zu meistern.

Jörg Multhaupt (Mitte) mit dem JTEKT-Top-Management-Team bei der Preisverleihung

Autor ist Jörg Multhaupt (Vertrieb Export Key-AccountLeiter).

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m 20. März hatte die JTEKT-Gruppe zu einer Zusammenkunft mit ihren wichtigsten Lieferanten eingeladen. Dieser Tag wurde primär dafür genutzt, über neue Entwicklungen innerhalb der JTEKT-Organisation zu berichten und aktuelle Trends in der Automobilindustrie zu durchleuchten. Gleichzeitig wurden Einflüsse der kommenden Elektromobilität und des autonomen Fahrens auf die eigene Geschäftstätigkeit gespiegelt, um auf künftige Herausforderungen mit entsprechenden Neuentwicklungen reagieren zu können. Das Highlight zum Ende der offiziellen

Veranstaltung war die Auszeichnung der besten Lieferanten der vergangenen Jahre. Es wurden insgesamt acht Firmen in den folgenden Kategorien ausgezeichnet: - Service Innovation - Industry 4.0 Partnership - Logistics Performance - Project Support Reactivity - Quality Performance Den Hauptpreis für die wichtigste Rubrik „Qualität“, den

Werksfoto


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Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte // ALS

„Der Fonds ist in guten Händen“ Dr. Horst Braun will, dass Gelder ausnahmslos der Grundlagenforschung zugutekommen. Seit 2011 unterstützt die Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte Projekte im Kampf gegen ALS (Amyotrophe Lateralsklerose). So hat sie bereits die klinische ALS-Forschung an der Berliner Charité und ein sehr erfolgreiches bundesweites Versorgungsnetzwerk finanziell gefördert. Dadurch konnte man über sechs Jahre mehr als 8.000 Patientinnen und Patienten sowie pflegenden Angehörigen helfen. Doch der Stiftung liegt auch an der ALS-Grundlagen- und Therapieforschung. Umso zufriedener ist man nun über den „Helga Braun Fonds“ von Dr. Horst Braun. Die Stiftung hat die Aufgabe übernommen, diesen Fonds zu verwalten, seine Mittel zweckgebunden bereitzustellen und deren effektiven Einsatz zu kontrollieren. glückauf: Wie kam es zum „Helga Braun Fonds“, Herr Dr. Braun? Dr. Horst Braun: Aus persönlicher Betroffenheit. Meine Frau Helga erhielt Anfang 2014 eine Diagnose, die einem Todesurteil gleichkam: ALS, also Amyotrophe Lateralsklerose. Nach einem besonders schweren Krankheitsverlauf verstarb sie noch im gleichen Jahr – ein für mich bis heute unfassbares Unglück. Was hat Ihnen die Kraft gegeben, diese harte Zeit zu ertragen? Dr. Braun: Wenn der liebste Mensch, den man hat, von so

etwas vorher Unvorstellbarem betroffen ist, gibt man alles, was man hat, und fragt nicht, ob die Kraft reicht. Was hat Sie besonders betroffen gemacht? Dr. Braun: Dass es bei ALS noch keine Therapie gibt, die eine Verlangsamung, einen Stillstand oder gar eine Heilung erreicht. Die medizinische Forschung steht am Anfang. Es fehlt einfach an Geld. Deshalb Ihr Engagement? Dr. Braun: Richtig. Ich habe mich entschlossen, mit Spenden, die meinen Möglichkeiten entsprechen, und einem Vermächtnis die Grundlage für den „Helga Braun Fonds“ zu schaffen. Wie sollen die Mittel des Fonds verwendet werden? Dr. Braun: Ausschließlich und vollständig für die ALS-Ursachenund Heilungsforschung. Es soll eine stärkere Fokussierung auf die vor allem an der Charité in Berlin vorhandenen Ansätze zur Analyse der Wirkungsmechanismen dieser furchtbaren Krankheit erreicht werden. Was erhoffen Sie sich von diesen Forschungsergebnissen? Dr. Braun: Einen zumindest kleinen Beitrag zu leisten, dass diese Krankheit eines Tages als heilbar gilt. Dann sind die Mittel sinnvoll eingesetzt.

WAS GUCKST DU …?

Gibt es von Ihnen Vorgaben, auf welchen Feldern geforscht werden soll? Dr. Braun: Über die Gesamtzielsetzung hinaus weitere Vorgaben zu machen, ist für Laien wohl unmöglich. Umgekehrt versucht aber Prof. Dr. Meyer – er ist Leiter der Neurologischen Klinik an der Charité in Berlin –, die von ihm und seinen Mitarbeitern verfolgten Wege und Ziele den Spendern verständlich zu machen, und schafft damit die Vertrauensbasis für die weitere Zusammenarbeit. Werden Sie in die Entscheidung eingebunden sein, welche konkreten Projekte vom Fonds gefördert werden? Dr. Braun: Das beanspruche ich nicht, solange diese Vertrauensbasis besteht. Weshalb haben Sie Ihren Fonds gerade der gemeinnützigen Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte anvertraut? Dr. Braun: Herr Prof. Dr. Meyer hatte mich darauf hingewiesen, dass Herr Dr. Großmann und seine Stiftung sich schon seit Jahren auch für ALS engagieren.  Was gab dann endgültig den Ausschlag? Dr. Braun: Erste Gespräche mit der Stiftung, die eine große Übereinstimmung in den Zielsetzungen ergaben. Und weil die Stiftung über die notwendige Erfahrung und Professionalität beim Einsatz der Stiftungsmittel verfügt und weil von Beginn an eine gute Zusammenarbeit bestand, bin ich mir sicher: Der Fonds ist dort in guten Händen. Vielen Dank für das Gespräch.

GMHütte // Text und Foto: Stefanie Ehemann (Unternehmenskommunikation)

Neuer Standortfilm über die GMHütte. Er soll in erster Linie Besuchern vor einer Führung einen optimalen Überblick über den Standort Georgsmarienhütte vermitteln. Es gibt ihn sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch. Die Dreharbeiten begannen am 21. März am frühen Morgen bei Außentemperaturen von minus 3 Grad. Im Fokus standen die Schrotthalle am Stahlwerk, der Finalbetrieb, das Walzwerk – und natürlich die GMH-Mitarbeiter vor Ort. Wie der Film belegt, war das komplette Team einschließlich aller Kollegen bester Laune und hoch motiviert. Komplettiert wurde das Filmmaterial mit tollen Motiven, die bereits während der Dreharbeiten an der Stranggießanlage im Sommer 2017 entstanden waren.

Der Link dazu: bit.ly/gmhmovie

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DRITTE RUNDE GMH Gruppe // Text: Heike Werner (Personalentwicklerin GMH Holding), Werksfoto

Die 32 Teilnehmer*innen des Programms „Talententwicklung I“ der GMH Gruppe (siehe glückauf 1-2018, Seite 6: „Talente effektiv fördern“) kamen im Rahmen des 3. Moduls ihrer Weiterbildung erneut zusammen. Stattgefunden hat der Workshop Anfang Mai in Much (Rhein-Sieg-Kreis). Dabei standen die beiden Fragen „Wie kommuniziere ich richtig?“ und „Wie gehe ich mit Konflikten um?“ im Mittelpunkt. Vermittelt wurden Grundlagen der Kommunikation und wie man Feedback- bzw. Konfliktgespräche führt. Programmpunkt war auch eine Fahrt ins etwa 30 km entfernte Troisdorf, um Mannstaedt zu besichtigen. Dort wurden die GMH-Talente von Geschäftsführer Dieter Wilden persönlich begrüßt. Das Foto zeigt eine Kommunikationsübung.

Einloggen – und günstig shoppen GMH Gruppe // Text: Fabian Lippold (Personalreferent GMH Holding) Zukünftig können Mitarbeiter*innen der GMH Gruppe von Rabatten vieler unterschiedlicher Anbieter profitieren – unter der Voraussetzung, dass sie über eine Website namens Corporate Benefits einkaufen. Corporate Benefits ist eine Internet-Plattform für Mitarbeiter-Angebote. Dort wird eine spezielle Seite für die GMH Gruppe eingerichtet. Mit einem entsprechenden Passwort haben dann GMH-Beschäftigte Zugriff auf etwa 480 Anbieter, die auf dieser Website ihre Produkte und Dienstleistungen zu Sonderkonditionen anbieten. Die Website wird voraussichtlich am 1. September freigeschaltet werden. Alle GMH-Beschäftigte werden noch exklusiv und ausführlich über Corporate Benefits und den Zugang zur Website informiert.

Linktipp Wer schon jetzt allgemein etwas über Corporate Benefits wissen möchte, findet entsprechende Informationen unter: www.corporate-benefits.de

Wechsel bringt neue Einsichten GMH Gruppe // Text: Heike Werner (Personalentwicklerin GMH Holding) Personalentwickler wissen: Wer sich beruflich weiterentwickeln will, sollte auch mal über den eigenen Tellerrand schauen. Die Nachwuchstalente der GMH Gruppe haben jetzt Gelegenheit dazu. Denn im Rahmen der Personalentwicklung haben sie erstmals die Möglichkeit, in ein anderes GMH-Unternehmen zu wechseln und dort zwei bis vier Wochen im Tagesgeschäft mitzuarbeiten. Der Einsatz erfolgt nach einem vorab festgelegten Plan, den die Nachwuchstalente maßgeblich mitgestalten dürfen. In der Zeit ihres „Gastspiels“ können sie ihr bestehendes Fachwissen vertiefen, neues Fachwissen erwerben und ihre Netzwerke zu Kolleg*innen und Entscheidern weiter ausbauen.


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Gesundheits-Award 2017: Schmiedewerke Gröditz und GMHütte freuen sich über die Auszeichnung. Foto: Vera Loose

GMH Gruppe

Roter Apfel und Grüne Birne Zwei Unternehmen der GMH Gruppe mit dem Gesundheits-Award ausgezeichnet.

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er Steuerkreis Gesundheitsmanagement der GMH Gruppe hat die Gesundheits-Awards vergeben. Er prämierte für das Jahr 2017 die Sicherheitsinseln bei den Schmiedewerken Gröditz mit dem Roten Apfel und die Betriebliche Sozialberatung bei der GMHütte mit der Grünen Birne. Beide Preise werden bereits seit 2012 ausgelobt. Die Schmiedewerke Gröditz konnten sich nach 2015 schon zum zweiten Mal auszeichnen.

Schmiedewerke Gröditz // Roter Apfel

Sicherheitsinseln für den Ernstfall Die Idee, Sicherheitshilfen in der Produktion zentral zu bündeln, begeistert die Kollegen. Autor ist Ronny Käppler (KVP-Manager SWG).

W

as haben Sicherheit und eine Insel miteinander zu tun? Auf den ersten Blick erst einmal gar nichts. Laut Wikipedia ist eine „Insel eine in einem Meer oder Binnengewässer liegende, auch bei Hochwasser über den Wasserspiegel hinausragende Landmasse, die vollständig von Wasser umgeben, jedoch kein Kontinent ist.“ Gunter Apitz (Bereichstechnologe) und Markus Kühnert (Betriebsleiter) waren die Ersten, die eine Insel der besonderen Art in Gröditz installierten: eine Sicherheitsinsel. Das die Insel umgebende „Meer oder Binnengewässer“ war die mechanische Bearbeitung. Jetzt haben die Kollegen dort einen Anlaufpunkt, an dem sie alles finden, was für die schnelle Hilfe im Unglücksfall gebraucht wird: Telefon, Feuerlöscher, Krankentrage, Defibrillator und anderes mehr. Geboren

wurde die Idee bei der 6-S-Schulung mit Prof. Dr. Murat Mola. Daran sieht man: Die Definitionen von Insel und Sicherheitsinsel liegen doch ziemlich nah beieinander. Es ist ein Ort, der von Produktion umgeben ist und an dem eine herausragende Landmasse

„Auch hier zeigt sich – kleine

Schritte führen zum Erfolg. Und: Danke an dieser Stelle für das Engagement von Markus Kühnert und Gunter Apitz.

RONNY KÄPPLER

Sicherheit bietet. Heute gehören die Inseln fest zur Arbeitssicherheitskultur. Sie sind in jedem Produktionsbereich und in der Instandhaltung zu finden. Das Feedback ist durchgehend positiv. Diese Idee war dem Steuerkreis Gesundheitsmanagement der Rote Apfel wert.

GMHütte // Grüne Birne

Sozialberatung für die Psyche Wer auf psychosoziale Beratung angewiesen ist, erhält Hilfe – schnell und anonym. Autor ist Henrik Schönstedt (Personalleiter GMH Holding).

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sychisches Wohlbefinden rückt immer stärker in den Fokus des Gesundheitsmanagements. Bereits heute ist der Hauptgrund für eine Erwerbsminderungsrente eine psychische Erkrankung. Um diesem Phänomen gerecht zu werden, kooperiert die GMHütte mit dem Diakonischen Werk in Stadt und

Diakonisches Werk

Insel der besonderen Art: Gunter Apitz (links) und Markus Kühnert vor der ersten Sicherheitsinsel der SWG.

Foto: Ronny Käppler

Inzwischen ist es ein Fakt: Gerade Berufstätige sind heute psychisch stärker belastet als früher und benötigen immer häufiger Unterstützung, um psychisch gesund zu bleiben. Die Betriebliche Sozial- und Gesundheitsberatung des Diakonischen Werkes hat dafür die idealen Ansprechpartner.

Landkreis Osnabrück. Deren Experten wissen: Gerade Menschen, die im Berufsleben stehen, benötigen immer häufiger Unterstützung, um ihre psychische und körperliche Gesundheit zu erhalten und leistungsfähig zu bleiben. Und so können GMHütte-Mitarbeiter*innen über eine TelefonHotline jederzeit einen Diakonie-Berater anrufen – natürlich absolut anonym und kostenfrei. Spätestens 72 Stunden nach der ersten Kontaktaufnahme erfolgt eine qualifizierte Beratung – je nach Thema durch einen Sozialpädagogen, Diplompsychologen oder Therapeuten. Denn das Beratungsspektrum umfasst alle Facetten des Lebens: Ob Erziehungsberatung, Eheberatung, Schuldenberatung, Pflegeberatung, Stressberatung – Be­­ schäftigte der GMHütte erhalten schnelle Hilfe. Dieses Angebot war dem Steuerkreis Gesundheitsmanagement die Grüne Birne wert.


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Wildauer Schmiede- und Kurbelwellentechnik // Zertifizierung

Der Tag der Tage KVPPro-Experten: Bereits der dritte Standort der BU Schmiedetechnik erfolgreich zertifiziert. Donnerstag, 17. Mai, 8 Uhr und 5 Minuten. Der Beratungsraum in der Schmiede der Wildauer Schmiede- und Kurbelwellentechnik ist noch leer. Nicht mehr lange. So wie in den letzten zwölf Monaten wird sich der Raum nach und nach mit Menschen füllen. Doch heute steht für Mitarbeiter und Projektleiter kein normaler Schulungstag mit Prof. Dr. Murat Mola auf dem Programm. Zwar geht es wieder um KVP (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess). Aber heute ist der Tag aller Tage. Der Tag mit zahlreichen geladenen Gästen. Der Tag, auf den alle gemeinsam hingearbeitet haben. Der Tag der Zertifizierung. Was ihn so besonders macht, erläutert Ronny Käppler (KVP-Manager BU Schmiedetechnik) im glückauf-Interview: glückauf: Schulungen gibt es an vielen Standorten der GMH Gruppe, Herr Käppler. Was war das Besondere an der KVP-Schulung? Ronny Käppler: Intensität und Dauer. Fast alle unsere Produktionsmitarbeiter haben sich zwölf Monate lang intensiv mit KVP befasst – sowohl mit dem Grundgedanken als auch mit den Methoden. Und vor allem: mit den Verschwendungsarten. So eine hohe Durchdringung mit Schulungen haben wir in der Business Unit Schmiedetechnik bisher nur am Standort Wildau erreicht. Das hört sich intensiv an.

Käppler: Und die zweite Besonderheit war: die praktischen Auswirkungen, also die konkreten positiven Verbesserungsmaßnahmen, die bereits während der Schulung erarbeitet wurden. War das denn ebenfalls geplant? Käppler: Von Anfang an. Wir hatten sogar festgelegt, welche Felder zu beackern waren. Waren von der Präsentation überzeugt (von links): Frank Ledderbohm, Dr. Jean-Frédéric Castagnet und Christian Dinter.

Nämlich? Käppler: Wir wollten erstens die Instandhaltungsplanung für die Werkzeugaufbereitung in der Schmiede verbessern, zweitens an den Gegenschlaghämmern die Rüstzeiten und Nebenzeiten minimieren, drittens beispielhaft an der Kurbelwelle 18V46 die Bearbeitungszeiten optimieren und schließlich die Chargierfähigkeit von Abgratschrotten erhöhen. Und wie wurden Lösungen erarbeitet? Käppler: In der Hauptsache bei monatlichen Präsenzveranstaltungen. Die haben zugegebenermaßen den Teilnehmern manches graue Haar gekostet. Aber was die Projektleiter und ihre Teams unter Anleitung von Prof. Dr. Murat Mola erreicht haben, ist beachtlich. Die Ergebnisse haben sie jetzt am Tag der Zertifizierung präsentiert.

Wem? Käppler: Der Geschäftsführung der Business Unit und der Holding. Können Sie ein Beispiel nennen? Käppler: Wir konnten an einer Bearbeitungsmaschine die Werkzeugwechselzeit um etwa vier Stunden reduzieren, indem wir die Kurbelwelle gedreht haben. Die Idee dazu ergab sich durch die konsequente Anwendung der Methoden aus dem KVP-Werkzeugkasten. Diese strukturierte Arbeitsweise hilft, auch bereits über Jahre etablierte Prozesse sinnvoll kritisch zu hinterfragen. Was hat denn dieser KVP-Werkzeugkasten Besonderes zu bieten? Käppler: Beispielsweise eine 360-Grad-Kamera und eine VR-Brille*, wenn man mit konven-

tionellen Methoden einmal nicht weiterkommt. Mit diesen Hilfsmitteln kann man den kompletten Prozess des Rüstens im Bereich der Schmiede durchleuchten und Verbesserungsmaßnahmen ableiten – sorgfältig und Schritt für Schritt. Ganz getreu dem KVP-Motto: Verbesserung in kleinen Schritten.

Hätten Sie’s gewust?

VR-Brille VR = Virtuelle Realität. Vom Computer simulierte Wirklichkeit. Eine VR-Brille vermittelt eine künstliche, computergenerierte virtuelle Umgebung in Echtzeit, in die man eingreifen kann.

Foto: Sylvia Groth

Und wie ist die Präsentation angekommen? Käppler: Bestens. Dr. Klaus Harste, Bernd Rimann, Dr. Jean-Frédéric Castagnet und Dr. Karsten Schulte zollten den Kollegen Respekt und Anerkennung. Sie ermunterten sie, genauso engagiert weiterzumachen. Wie ging es danach weiter? Käppler: Mit einem gemeinsamen Imbiss. Dabei konnten Geschäftsführung und Projektleiter noch tiefer in die Details der Projekte einsteigen. Ein Highlight war dabei auch die Anwendung der VR-Brille, mit der man in die Welt der Schmiede abtauchen konnte. Und am Ende gab es noch einen gemeinsamen Betriebsrundgang. Vielen Dank für das Gespräch.

GMH Gruppe // ZUKUNFT ERP

Die heißesten zwei Monate Endspurt SAP-Migration: Alle drei Teilprojekte laufen jetzt gleichzeitig. Autor Torsten Wächter (Inhaber custos consulting) begleitet das Projekt ZUKUNFT ERP als externer Berater.

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it dem Projekt ZUKUNFT ERP wird das Fundament für zahlreiche Verbesserungen gelegt. Eine erhöhte Transparenz soll bessere und schnellere Entscheidungen in der GMH Gruppe ermöglichen. Es schafft die Basis für die zukünftigen internen wie externen Anforderungen an digitalisierte Prozesse. „Im Moment laufen alle drei Teilprojekte aus Sicht der Projektleitung wie ein Uhrwerk“, so Daniel Kotte, Gesamtprojektleiter für ZUKUNFT ERP. „Aber die Belastungen zahlreicher Akteure sind derzeit sehr, sehr hoch.“ Die Migration der Unternehmen GMHütte, GMH Blankstahl, GMH Holding und GMH Akademie auf dem SAP-System GMH wird am letzten Juli-Wochenende mit dem

Key User Mitarbeiter des Unternehmens, das die Software einführt. Der Key User speziaisiert sich in seinem Bereich auf die dort eingesetzte Software bzw. entsprechende Software-Module, unterstützt den Ausbau und die Integrationstiefe und vertritt die fachlichen Interessen des Fachbereiches im Projektteam. Er fungiert zudem als Ansprechpartner für die Kollegen in der eigenen Abteilung, den Software-Anbieter und die Projektleiter. Ein Key User kann eigenverantwortlich erforderliche Schulungen für seine Kollegen durchführen.

CFO Chief Financial Officer (Chef Finanzen, Geschäftsführungsmitglied). Entspricht in Deutschland etwa dem Kaufmännischen Geschäftsführer.

Go-live abgeschlossen werden. Mannstaedt befindet sich derzeit auf dem SAP-System MSP/MHP und hat den Abnahmetest (UAT) bereits Ende August vor sich. Das Unternehmen wird mit einem Zeitversatz von nur drei Monaten zur Migration des GMH-Systems Ende Oktober in den Echtbetrieb wechseln. Die Unternehmen der Schmiedetechnik arbeiten derzeit noch auf dem Gröditzer SAP-System P01. Sie werden im August die Detaillierungsphase abschließen und als letztes Teilprojekt der Migration in die Umsetzungsphase starten. „Die Key User haben sehr professionell getestet und dabei viel vom gegenseitigen Lernen in den gemeinsamen Testräumen profitieren können“, erklärt Christoph Schmitz, Teilprojektleiter der GMH Systems für die GMH-Migration. „Wir fühlen uns gut aufgestellt für den Go-live“, bestätigen Martin Westerkamp (GMH Holding),

Learning by doing: Mitarbeiter im Testraum.

Christian Bloom (GMH Akademie), Peter Müller (GMHütte) und Stefan Niendorf (GMH Blankstahl), verantwortliche Koordinatoren der beteiligten Unternehmen vor Ort. „Die Unternehmen der beiden letzten Migrationsprojekte profitieren von den Erfahrungen aus den ersten beiden Teilprojekten“, ergänzen die verantwortlichen CFOs Thomas Friedrich (Mann­ staedt) und Bernd Rimann (BU Schmiedetechnik). „Wir setzen

Foto: Inge Hegmann

immer mehr ‚Lessons learned‘ erfolgreich in unseren Teilprojekten um!“ „Alle Beteiligten in allen Unternehmen haben die große Bedeutung des Projektes ZUKUNFT ERP für die Weiterentwicklung der GMH Gruppe verstanden“, freut sich auch Thomas Löhr, CFO der GMH Holding und Projektsponsor. „Daher läuft das sehr mächtige und komplexe Projekt bisher vorbildlich. Weiter so!“


PRODUKTION & INNOVATION

Unsere

glück auf 2-2018

GMH Gruppe // Innovation

kontinuierlicher Verbesserungsprozess. Hier liegen keine konkreten Probleme vor, aber es geht darum, bestehende Prozesse immer wieder und weiter zu optimieren, um sie Schritt für Schritt effizienter zu machen. Eine Innovation dagegen ist etwas wirklich Neues, etwas, das vorher nicht da war und einen echten Sprung nach vorne bedeutet, beispielsweise in Bezug auf die Produktivität oder eine Technologie.

Raus aus dem Schneckenhaus Innovatives Denken als Schlüssel zum Erfolg: Was hat sich inzwischen getan in der GMH Gruppe? Und was bringt der zweite Innovationstag?

glückauf: Seit dem ersten Inno­ vationstag sind fast zwei Jahre vergangen. Welche Resultate haben sich daraus ergeben? Und wie haben sich seitdem das Innovationspotenzial und die entsprechende Mentalität in der GMH Gruppe entwickelt? Dr. Jean-Frédéric Castagnet: Wir können durchaus feststellen, dass der erste Innovationstag im Jahr 2016 ein Stück weit zu einer Änderung der Mentalität geführt hat. Vielfach konnten wir seitdem beobachten, wie die Bereitschaft und der Wille, neue Wege zu gehen, sich auszutauschen und über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen, gestiegen sind. Das funktioniert noch nicht überall gleich gut. Aber ein positiver Trend ist gruppenweit eindeutig zu erkennen. Wir haben auch vielfach gespiegelt bekommen, dass die Kolleginnen und Kollegen genau diesen gruppenweiten Austausch und diese übergreifende Transparenz einfordern – was eine ganz entscheidende Voraussetzung für einen Mentalitätswandel hin zu mehr Innovationsfähigkeit ist. „Raus aus dem Schneckenhaus und sich miteinander vernetzen“, lautet die Devise. Dr. Zeljko Cancarevic: Neben dem Mentalitätswandel haben wir das Thema natürlich auch strukturell vorangetrieben. Mit zahlreichen Innovationsaudits haben wir uns einen Überblick verschafft, welche Infrastrukturen zur Verfügung stehen, um innovativ agieren zu können. Ebenso haben wir einen Überblick über bestehende Patente und die Budgets für Forschung und Entwicklung gewonnen. Als weiteres, konkretes Resultat aus unserem ersten Innovationstag

Dr. Jean-Frédéric Castagnet Fotos: Oliver Pracht

ist die Innovationscommunity im Portal entstanden. Sie kann zum Austausch und zur Diskussion von Fragestellungen genutzt werden. Das ist gut gestartet, mittlerweile aber ein wenig ein-

geschlafen. Hier müssen wir neue Impulse setzen. Dr. Castagnet: In der Tat kann die Nutzung der Innovationscommunity den gruppenweiten Austausch noch beflügeln. Wir sehen ja, dass dies gefordert ist und auch funktioniert. Konkret zu nennen wäre das Thema 3-D-Druck: Hier haben unterschiedliche Unternehmen zusammengearbeitet und sich gegenseitig unterstützt. Die Fachabteilung Simulation und Innovation der Georgsmarienhütte ist verschiedene Kooperationen mit anderen Unternehmen aus der Gruppe eingegangen und hat verschiedene Projekte unterstützt. Nun bedeutet das Simulieren eines Prozesses nicht immer automatisch das Entstehen einer neuen Innovation. Es kann aber ein entscheidender Schritt auf dem Weg dorthin sein. Ideenmanagement, KVP, Inno­ vationen: Nicht selten ist für

Dr. Zeljko Cancarevic

die Beschäftigten nicht ganz klar, was denn genau eine Innovation ist und was sie von einer guten Idee oder einem Ver­ besserungsvorschlag unterscheidet. Wo liegen die Unterschiede? Dr. Castagnet: Auch in der Praxis begegnet uns diese Frage immer wieder. Die Grenzen sind in Teilen auch fließend. Eine grobe Unterteilung kann daher wie folgt lauten: Im Ideenmanagement beschäftigen wir uns mit einem konkreten Problemfall in einem bestehenden Prozess, für den es einen gezielten Lösungsvorschlag gibt. Wenn alles passt, kann das Problem behoben werden und das Thema ist erledigt. Beim KVP liegt die Erklärung im Grunde in der Bedeutung der Abkürzung:

Foto: © Shutterstock

Innovationsfähigkeit und innovatives Denken sind zwei entscheidende Faktoren für den wirtschaftlichen Erfolg. Das gilt selbstverständlich auch für unsere GMH Gruppe. Der Startschuss, um sich diesem Thema auch zunehmend gezielt und strukturiert zu widmen, fiel 2016 am ersten Innovationstag der GMH Gruppe. Ihm wird im November ein zweiter folgen. Was sich in der Zwischenzeit getan hat und wie es um die Innovationsfähigkeit der GMH Gruppe bestellt ist, erklären Dr. Jean-Frédéric Castagnet (Leiter Operational Excellence, OPEX) und Dr. Zeljko Cancarevic (Leiter Simulation und Innovation) im glückauf-Interview.

1. Innovationspreis

der GMH Gruppe

Ab sofort sind Sie gefordert! Insgesamt 60.000 Euro Preis­ gelder zu vergeben. Wir aus der Stahlbranche wissen: Stahl ist der Konstruktionswerkstoff Nummer 1 und ein Hightech-Produkt mit enormem Potenzial. In diesem Potenzial liegt der Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg unserer GMH Gruppe: nämlich in der Entwicklung immer neuer Stähle und Produkte mit Eigenschaften, die perfekt auf heutige und zukünftige Anforderungen unserer Kunden passen. Deshalb vergeben wir einen Innovationspreis:

Solche Innovationen suchen wir! Die Innovation kann ein neues Produkt, ein neues Verfahren, eine neue Dienstleistung, ein neuer Prozess, eine neue Geschäftsidee sein. Haben Sie allein oder im Team eine gute Idee gehabt? Haben Sie Ihre Idee weiterentwickelt und daraus ein Projekt gemacht, das auch wirtschaftlich gesehen einen echten Mehrwert bieten kann?

Darüber wollen wir mehr erfahren! Bewerben Sie sich für den Innovationspreis 2018 der GMH Gruppe. Die zu vergebenen Preise sind mit insgesamt 60.000 Euro dotiert, um die Siegerprojekte weiterzuentwickeln.

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Vergeben werden sie während unseres zweiten Innovationstages am 20. November in Essen.

Und so können Sie sich bewerben! Nutzen Sie die Innovationscommunity im Portal der GMH Gruppe. Sie haben noch keinen Zugriff auf die Community? Auch den können Sie dort beantragen. https://team.gmh-group. de/teamseiten/innovation. Fragen richten Sie bitte an: innovation@gmh-gruppe.de

Wir freuen uns auf Ihre Einsendungen! Einsendeschluss für Ihre Beiträge ist der 30. September 2018.

Erstmals wird 2018 der Innovationspreis der GMH Gruppe verliehen. Wer kann teilnehmen und welche Beiträge werden dafür gesucht? Dr. Cancarevic: Wir suchen genau diese Beiträge, die uns einen echten Sprung nach vorne bringen – egal, ob sie schon umgesetzt wurden, sich in der Umsetzung befinden oder erst in der Theorie bestehen. Es kann sich dabei um neue Produkte, Prozesse, Dienstleistungen oder Geschäftsideen handeln. Da gibt es keine Einschränkungen. Entscheidend ist der innovative Ansatz und das bedeutet: Es muss sich um etwas wirklich Neues handeln, das in der Praxis umsetzbar ist, das den Markt durchdringen und somit auch wirtschaftlichen Erfolg haben kann. Verliehen wird der Preis auf unserem zweiten Innovationstag am 20. November in Essen. Worauf können sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer freuen? Dr. Castagnet: Wie bereits 2016 wollen wir die Teilnehmer des diesjährigen Innovationstages in eine besondere Umgebung einladen, in der sie sich miteinander vernetzen und austauschen können und sollen. Das hat 2016 schon sehr gut funktioniert und darauf können wir aufbauen. Inhaltlich werden wir konkreter: Haben wir uns 2016 noch sehr übergeordnet mit den sogenannten Megatrends unserer Zeit beschäftigt, werden wir uns in diesem Jahr Themen widmen, mit denen die GMH Gruppe auch im Alltagsgeschäft konfrontiert ist. Dr. Cancarevic: Es wird Workshops zu den Bereichen Additive Fertigung, 3-D-Druck, Industrie 4.0, Sensorik, Big Data und Künstliche Intelligenz geben. Angeregt durch Impulse von externen Experten und Partnern wollen wir uns konkreten Fragestellungen und Anforderungen aus der GMH Gruppe widmen und diese diskutieren. Vielleicht kommt es dabei schon zu innovativen Lösungsansätzen, vielleicht entstehen diese aber auch erst im Nachhinein. Entscheidend ist, dass wir den Willen und die Befähigung zum innovativen Denken und Handeln in der GMH Gruppe weiter stärken. Darin liegt der Schlüssel zum Erfolg! Vielen Dank für das Gespräch.


PRODUKTION & INNOVATION

Unsere

glück auf 2-2018

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ZUFRIEDENE KUNDEN Stahl Judenburg // Text: Romana Binder, Werksfoto

Die neu entwickelte Kernstütze hat eine Tragfähigkeit von 1.500 kg. Werksfoto

Höchste Anforderungen an die Prozessqualität – das steht für uns an erster Stelle. Das gilt auch für die Komponentenfertigung, die für uns immer wichtiger wird. Da hatten wir in den letzten Jahren einen starken Wachstumsschub, der sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen soll. Deshalb haben wir uns ein Schäl-Aggregat zugelegt. Für Franz Klingsbigl (Leiter Kolbenstangen und Komponenten) steigert die Anlage vor allem unsere Prozessqualität: „Wir haben die gesamte Prozesskette vollständig im Griff – vom Walzen über Stabstahl geschält, Wärmebehandlung, Schleifen und Verchromen bei unserem Tochterunternehmen VTK Veredelungstechnik Krieglach bis hin zur abschließenden Bearbeitung.“ Mit der neuen Anlage haben wir zunächst einmal auf die zuletzt gestiegene Marktnachfrage reagiert. Aber sie ermöglicht uns auch, unsere Qualität zu verbessern – und dadurch die Kundenzufriedenheit zu steigern.

FWH Eisenguss // Neue Produktionsformen

Stützen verdampfen – fast ohne Rest Qualitätsverbesserung von Gussoberflächen: 3-D-Druck ermöglicht ganz neue Formen. Autor ist Wolfgang Tobias (Arbeitsvorbereitung Eisengießerei).

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er 3-D-Druck hat mittlerweile auch in der GMH Gruppe neue Fertigungswege eröffnet. Er vereinfacht den Arbeitsablauf, senkt die Kosten und steigert deutlich die Qualität. Zudem ermöglicht er eine neue Welt der Formenvielfalt. Ein Beispiel dafür haben wir bei der FWH Eisenguss erprobt. Denn wir haben vergasbare Kernstützen aus einem neuen Material entwickelt und mit einem 3-D-Drucker produziert. Vorteil des neuen Materials: Es hinterlässt erheblich weniger Rückstände als vergasbarer Schaumstoff. Das liegt daran, dass im Vergleich zu Schaumstoff um bis zu 75 Prozent weniger Material benötigt wird. Funktion der Kernstützen ist es, die Kerne so lange in Position zu halten, bis der Oberkasten aufgesetzt wird und die Kerne

daran befestigt werden. Man muss den Oberkasten danach nicht nochmals anheben, um die Stützen zu entnehmen. Sie lösen sich beim Abguss wie bei einem Vollformverfahren quasi (fast vollkommen) in Luft auf (siehe dazu unten).

Die 3-D-Drucktechnologie ermöglicht eine freie Formgebung. So konnten wir sogar höhenverstellbare Stützen entwickeln bzw. realisieren, die für viele andere Produkte verwendbar sind. Übrigens: Für den 3-D-Druck werden biologisch abbaubare Materialien verwendet.

Was passiert, wenn Schaum verdampft? Lost Foam (deutsch: Gießen mit verlorenem Schaum) ist ein Gießverfahren, bei dem ein Positivmodell (Schäumling) aus Polystyrol (Styropor) oder Polymethylmethacrylat (Acrylglas) in einen Formstoff (meist Quarzsand) eingebettet wird. Beim Gießen wird durch die Hitze der Metallschmelze der Schäumling zersetzt, vergast, löst sich quasi in Luft auf (lost foam) – wobei der dabei entstehende Hohlraum mit flüssigem Metall aufgefüllt wird. Beim Gießen braucht man also für jedes Gussteil ein entsprechendes Positivmodell, das nach dem Gießvorgang nicht mehr existiert (verlorenes Modell). Ein ähnliches Verfahren ist das Vollformgießen. Der Hauptunterschied ist, dass beim Vollformgießen Sand mit Bindemittel und beim Gießen in verlorenem Schaum Sand ohne Bindemittel verwendet werden. Beide Verfahren gehören zum Gießen mit verdampfenden Modellen. Der Schäumling kann aus mehreren Teilen zusammengesetzt sein – was komplexe Formen ermöglicht (auch solche mit Hinterschneidungen). Die Konturen der Gussteile müssen nach dem Gießen wenig nachbearbeitet werden, weil sie ihrer endgültigen Kontur schon sehr nahekommen.

VIEL 3-D-BAURAUM GMH Gruppe // Text: Nicolas Kardalo (OPEX), Werksfoto Der 3-D-Druck nimmt an Bedeutung zu. Viele Forschungsinstitute und Unternehmen ergründen die neuen Materialeigenschaften, Designfreiheiten und Gewichteinsparpotenziale, die sich daraus ergeben. Auch die Unternehmen der GMH Gruppe. Obwohl die additive Fertigung noch in den Kinderschuhen steckt, gibt es schon jetzt erste erfolgreiche wirtschaftliche Ansätze. Anfang des zweiten Quartals hat die GMH Gruppe in einen PLA-Kunststoff-Drucker von Makerbot investiert (www.makerbot.com/replicator-z18). Seine Besonderheit: ein großer Bauraum. Gleich zu Beginn hat der sich als nützlich erwiesen. In Kooperation mit den Kollegen Holthoff und Ehmann bei der MVO wurde eine 362 mm lange Prüflehre entworfen. Mit dem Werkzeug soll der DM-Code der Zahnstange auf Positionierung und Richtigkeit geprüft werden. Gefertigt wurde die Prüflehre dann mit dem neuen 3-D-Drucker. Denn aufgrund der speziellen Form wäre eine Fertigung bei einem Dienstleister sehr teuer geworden. Bauraumgröße und Designfreiheit des 3-D-Druckers haben sich bei diesem Projekt bereits bestens bewährt.

3-D-Drucker für alle Der 3-D-Drucker steht allen Unternehmen der GMH Gruppe zur Verfügung. Wir unterstützen Sie gerne bei Ihren Vorhaben. Kontaktieren Sie: Nicolas Kardalo, Nicolas.Kardalo@gmh-gruppe.de


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PRODUKTION & INNOVATION

Mannstaedt // Großprojekt

„Einfach tolle Arbeit“ Neues Kaltsägezentrum erweist sich als Meilenstein. Fazit nach sechs Jahren Aufbauzeit: Es war der richtige Schritt in die richtige Richtung. Das neue Kaltsägezentrum steht. Doch macht sich die Investition auch bezahlt? Zeit, mit Björn Wieschendorf (Betriebsleiter Weiterverarbeitung) eine Zwischenbilanz zu ziehen. glückauf: Was meinen Sie, Herr Wieschendorf: Hat sich die Investition gelohnt? Björn Wieschendorf: Da gibt es keine Zweifel: Wir haben für unsere Kunden unterm Strich eine Sägekapazität von fast 90.000 Tonnen fixmaßgesägten Stäben aufgebaut. Die Mengenentwicklungen der letzten Jahre und auch die Prognose für die Zukunft zeigen eindeutig: Das war die richtige Entscheidung. Skizzieren Sie mal den Aufbau. Wieschendorf: Also der Aufbau aller drei Sägezentren ist fast identisch. Das Kernaggregat besteht aus einer Hochleistungs-Kaltkreissäge. Ihre Materialzuführung kann jeweils bis zu 24 Meter lange Walzprofile verarbeiten – was zu weiteren positiven Effekten bei der Ausbringensverbesserung führt.

Hinter jeder der drei Sägen gibt es eine Geradheitsvermessungsanlage, das heißt: Jeder Björn Wieschendorf Stab wird gemäß den vereinbarten Kundenanforderungen vermessen.

einheit, die ein sicheres Wenden ermöglicht. Dies vergleichbar einfache Konzept ist extrem störunanfällig und sehr gut zu warten. Das Stapelportal der ersten und zweiten Säge haben Sie ebenfalls ersetzt! Womit? Wieschendorf: Durch einen Industrieroboter. Wieso?

Unsere

glück auf 2-2018

Wieschendorf: Die zusätzlichen Achsen des Roboters ermöglichen zusätzliche Bewegungsvarianten, will sagen: Der Roboter kann Profilbereiche anfahren, die mit Stapelportalen so nicht möglich gewesen wären. Dadurch können wir individueller auf produktspezifische Eigenschaften eingehen. Was wird dadurch ermöglicht? Wieschendorf: Immer komplexere Profilgeometrien und Packmuster. Hinzu kommt erstmals ein halb automatischer Packplatz. Er gestattet, Fixlängen zu sägen und zu stapeln, die nicht automatisch umreift werden können – und deshalb von Hand umreift werden müssen. Das Stapeln war bisher nur komplett von Hand möglich und hat sehr viel Perso-

Wie geht der Prozess weiter? Wieschendorf: Dahinter erwarten die Stäbe dann Stapeleinheiten und entsprechende Fördertechniken. Die sorgen für das vollautomatische Erstellen kundenspezifischer Packmuster. Dazu gehören sogar eingebundene Hölzer und die Etikettierung.

Was war vorher möglich? Wieschendorf: Automatisch bis zu 985 Millimeter, ab dann nur noch per Hand – aber nur mit sehr viel Personaleinsatz. Die „letzte Säge“ sollte schon im Frühjahr stehen. Wieschendorf: Wir mussten die Aktion in den Herbst verschieben wegen einer stark gestiegenen Nachfrage bei zeitgleich knappen Sägekapazitäten während der Umbauphase. Um Nachfragen auch in der Umbauzeit bedienen zu können, wurde auf den restlichen Sägen des Werkes im Vollkontibetrieb gearbeitet. Wie lange dauerten Umbau und Inbetriebnahme der letzten Säge? Wieschendorf: Inklusive aller Mess- und Fördertechniken lediglich neun Wochen. Die Hochfahrkurve verlief beachtlich schnell. Weshalb? Wieschendorf: Weil alle beteiligten Fachkräfte und Partner ein hohes Engagement und auch ihren großen Erfahrungsschatz aus den vorherigen Projekten gewinnbringend eingebracht haben. Das war einfach tolle Arbeit.

Also eine hochflexible Umsetzung der Kundenanforderungen. Wieschendorf: Genau. Und wo liegen die Unterschiede zwischen den drei Anlagen? Wieschendorf: Bei der zuletzt aufgebauten wurde der Mittelteil komplett neu konzipiert. Er besteht aus einer Trommelwende-

nal gebunden. Die Sägelinie ist damit in der Lage, Profile bis zu einer minimalen Länge von 500 Millimetern zu bearbeiten.

Vielen Dank für das Gespräch. Betriebsleiter, Meister und Mitarbeiter vom Kaltsägezentrum

Fotos: Monika Hansen

BU Stahlverarbeitung // Kooperation

Mannstaedt // KVP

Lohnenswerte Nord-Süd-Allianz

Mit System Schritt für Schritt Ideen entwickelt

GeisslerWista, Stahl Judenburg und GMH Blankstahl profitieren seit über 15 Jahren voneinander – weil sie sich regelmäßig treffen.

Alles eine Frage der richtigen Perspektive: Gerade bei älteren Anlagen lohnt sich der analytisch-konstruktive Blick durch die KVP-Brille.

Autorin Romana Binder (Personalleiterin Stahl Judenburg) ist Mitglied der glückauf-Redaktion.

E

s sind vermeintlich unscheinbare Treffen, die Führungskräfte von GeisslerWista, GMH Blankstahl und Stahl Judenburg regelmäßig abhalten. Doch das täuscht. Denn der „Blankstahl-Treff“ ist in den vergangenen 15 Jahren zur fixen Größe im Kalender der Protagonisten avanciert. Es wird gefachsimpelt, Knowhow ausgetauscht und es werden gemeinsame operative Herausforderungen angepackt. Konkretes Beispiel: das Ersatzteilmanagement, das dabei neu aufgestellt und verbessert wurde. Ingo Glane, technischer Geschäftsführer von GMH Blankstahl und Mitinitiator des Treffs: „Zahlreiche Ersatzteile für Anlagen – nehmen wir beispielweise Schälaggregate – werden nicht an allen Standorten angeschafft. Das bringt weniger logistischen und operativen Aufwand sowie am

Ende des Tages Einsparungen für die gesamte Gruppe.“ Für Heinz Kettner, Blankstahl-Betriebsleiter in der Stahl Judenburg, ist das nur einer von vielen positiven Aspekten der Kooperation: „So können etwa Erfahrungswerte von Maschinen und Komponenten untereinander mit hoher Effizienz ausgetauscht werden.“ Auch in Zukunft, so betont der technische BU-Leiter Michael Zuber, will die Business Unit so weitere Verbesserungen und Optimierungen anstreben.

„Auch außer-

halb unserer Treffen wollen wir die Kooperation vertiefen, um uns künftig noch schneller und enger abstimmen zu können.

MICHAEL ZUBER Technischer BU-Leiter

Autoren sind René Kremer (Projektingenieur Technik) und Martin Schütt (Betriebsingenieur Walzwerk).

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er Kontinuierliche Verbesserungsprozess (KVP) ist auch bei Mannstaedt eine bewährte Methode, Produktionsprozesse zu verbessern. Dabei lohnt sich der intensive Blick durch die KVP-Brille vor allem bei älteren Anlagen. Jüngstes Beispiel: eine Unterpulver-Schweißanlage. Dort werden jeweils zwei nebeneinanderliegende Profilstangen mit zwei 12 m langen Schweißnähten zu einem komplexen Spezialprofil zusammengeschweißt. Der eigentliche Schweißprozess ist aus physikalischen Gründen nicht zu beschleunigen. Anders die Dauer der Totzeiten: Umbauzeiten, Störzeiten etc. Sie lagen sehr hoch und sollten deshalb reduziert werden. Also hat das KVP-Team die Abläufe inklusive Totzeiten untersucht und Verbesserungsvorschläge erarbeitet. Die meisten wurden mittlerweile umgesetzt.

Trugen Verantwortung (von links): Torsten Nanz, Martin Schütt und René Kremer.

Eine wesentliche Maßnahme beispielsweise war, die beiden Schweißaggregate näher zusammenzustellen. Dies verkürzt zeitraubende Wege für die Mitarbeiter. Zudem wurden Handlingshilfen eingebaut, Werkzeuge ausgetauscht, Arbeitsgänge ausgelagert bzw. parallelisiert und die Lagerflächen neu gestaltet. Ohne große Kosten wurde so der komplette

Werksfoto

Arbeitsbereich neu gestaltet. Unterm Strich ergab sich eine deutliche Leistungssteigerung – ohne die Mitarbeiter mehr zu belasten. Im Gegenteil: Einige Maßnahmen trugen sogar dazu bei, Arbeitssicherheit und Ergonomie an den Arbeitsplätzen zu verbessern.


PARTNER & MÄRKTE

Unsere

GMH Gruppe // Wire 2018

Impressionen von unserem Messestand auf

Da kommt man nicht drum herum Bedeutsames Stelldichein für Abnehmerbranchen von der Automobil- bis hin zur Elektroindustrie Autorin ist Stefanie Ehemann (Unternehmens­ kommunikation Stahl­­­­­­er­zeugung).

D

ie Wire ist der absolute „place to be“ (der Ort, an dem man sein muss). Genauer gesagt: Für die Abnehmerbranchen von der Automobilbis zur Elektroindustrie ist sie quasi Pflicht. Und auch für die Stahlhersteller hat sie sich im Laufe der Jahre als bedeutsame Messe etabliert. Folgerichtig hat sich in Düsseldorf vom 16. bis 20. April auch

die GMH Gruppe präsentiert – vertreten durch GMHütte, GMH Blankstahl, GeisslerWista und Stahl Judenburg. Unser gemeinsames Ziel: mit einem Gruppenauftritt unsere Präsenz am Markt verstärken. Platziert war unser Messestand in Halle 12. Dort waren alle nationalen und internationalen Unternehmen der Stahlerzeugung zu finden. Die Messe war ein voller Erfolg. Nicht nur viele Bestandskunden haben uns auf dem Stand besucht. Auch viele Interessenten wollten mehr über uns wissen. So fand ein reger Austausch statt – wobei

glück auf 2-2018

unser neues, digitales Exponat zum Einsatz kam. Hier konnte man sich rund um die GMH Gruppe über den Bereich Automotive, die GMH in Zahlen und unsere Wertschöpfungskette „vom Schrott zur Komponente“ informieren. Dass die Wire von Jahr zu Jahr internationaler wird, beweist nicht zuletzt ein Blick auf die Nationalität der Besucher – was im Übrigen auch nicht zu überhören war: Etwa die Hälfte der Gespräche fand auf Englisch statt. Insofern lagen wir mit der Entscheidung, unseren Stand englischsprachig zu gestalten, goldrichtig.

„Die Wire war für mich ein

super Einstiegsprojekt hier bei der GMHütte. Die Organisation und die Betreuung vor Ort waren sehr spannend, lehrreich und haben mir außerdem extrem viele Einblicke in die gesamte Gruppe verschafft. So eine Messe kostet natürlich auch das eine oder andere graue Haar. Doch das lässt sich beim nächsten Friseurbesuch schnell wieder richten. Es war ein wirklich tolles Projekt und hat vor allem im Messe-OrgaTeam sehr viel Freude bereitet. Zudem hatte ich so die Möglichkeit, die Kolleg*innen vieler Standorte innerhalb kürzester Zeit persönlich kennenzulernen und weiter in die Branche hereinzuwachsen.

STEFANIE EHEMANN

Foto: Andrea Busch

der Wire 2018

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Fotos: Stefanie Ehemann

MESSE-VORSCHAU GMHütte // Text: Stefanie Ehemann (Referentin Unternehmenskommunikation) Die GMHütte wird vom 13. bis 15. November an der erstmals stattfindenden conFair* EUROFORGE im ESTREL Congress Center in Berlin teilnehmen. Geplant sind Workshops und Plenarvorträge entlang der Wertschöpfungskette (vom Stahl bis zur einbaufertigen Komponente). EUROFORGE wurde speziell für die Schmiedeindus­ trie entwickelt. Sie bietet die Chance, Produkte zu promoten und über technologische Entwicklungen zu sprechen. Die GMHütte wird sich sowohl präsentieren als auch einen Vortrag im Plenum halten. * conFair: Kombination aus Konferenz (engl.: conference) und Messe (engl.: fair)

MESSE-RÜCKSCHAU Schmiedetechnik // Text: Ina Klix (Unternehmenskommunikation) Die Unternehmen der GMH Gruppe haben im Juni erneut bei wichtigen Messen Flagge gezeigt: So waren die Schmiedewerke Gröditz und die Energietechnik Essen in Frankfurt am Main auf der ACHEMA. Sie gilt als Weltforum und Internationale Leitmesse der Prozessindustrie. Was sich dabei ergeben hat, darüber werden wir in der nächsten glückauf berichten. Die Unternehmen der Business Unit Schmiedetechnik und der Gussgruppe waren in Stuttgart auf der CastForge, der Fachmesse für Guss- und Schmiedeteile mit Bearbeitung. Ein Bericht darüber erwartet Sie auf Seite 14.


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PARTNER  &  MÄRKTE

Unsere

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Schmiedewerke Gröditz // VICTAM Asia

Nachfrage erfreut – und überrascht Teilnahme erweist sich als äußerst erfolgreich. Noch während der Messe wurden erste Angebote erstellt und Musterlieferungen vereinbart. Autor ist Dominik Butter (Division Manager Nahtlos Gewalzte Ringe/ Radreifen).

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om 27. bis 29. März fand in Bangkok die VICTAM Asia statt. Sie ist die weltweit führende Messe für Maschinen und Anlagen zur Herstellung von Pellets, die in der Futtermittelindustrie oder auch bei der Energieerzeugung (Biomasse/Holz-Pellets in Heizkraftwerken) benötigt werden. Mit dabei waren mehr als 200 Aussteller und 6.500 Besucher aus 68 Ländern. Die alle zwei Jahre stattfindende Messe wurde erneut ihrem Anspruch als internationale Fachmesse gerecht (hier sei vor allem die regional überdurchschnittlich große Reichweite der Messe erwähnt). Wir von den Schmiedewerken Gröditz waren nach 2014 und 2016 bereits zum 3. Mal mit einem eigenen Messestand dabei.

Schließlich sind wir führender europäischer Hersteller für nahtlos gewalzte Ringe, die als Rund-/ Ringmatrizen in Pelletpressen eingesetzt werden. Bereits im Rahmen der letzten Messeteilnahmen konnten wir unseren Weltmarktanteil weiter festigen und ausbauen. Er liegt unserer Einschätzung nach mittlerweile bei über 35 Prozent. Diese Größenordnung entspricht bereits einer sehr guten Marktdurchdringung. Deshalb hatten wir bei dieser Messe weniger das Ziel, neue Kunden zu akquirieren. Wir wollten eher bestehende Kundenkontakte intensivieren und ausbauen. Doch bereits am ersten Messetag wurden wir eines Besseren belehrt. Vor allem potenzielle Neukunden aus China und Indien zeigten großes Interesse an unseren Produkten. Daraus ergaben sich noch während der Messe erste Angebote – bis hin zur Vereinbarung von Musterlieferungen nach Indien und Singapur.

Mehr Nachfragen von potenziellen Neukunden als erwartet: Christof Fries (Key-Account-Manager, Gröditzer Vertriebsgesellschaft) im Gespräch mit Interessenten.

In intensiven Gesprächen mit den maßgeblichen Anlagen- und Matrizenherstellern wurde erneut deutlich: Die SWG wird niemals die Kostenführerschaft in diesem Segment beanspruchen können. Wir müssen vielmehr mit Qualität, Lieferverfügbarkeit, Lieferflexibilität oder auch der Optimierung der Rohteilfertigung punkten (Beispiel: konturnahe Fertigung).

Foto: Dominik Butter

Die ersten „zaghaften“ Lagerkonzepte, die wir mit einzelnen Kunden in den letzten Jahren erfolgreich etabliert haben, haben sich durchaus bewährt. Doch auch wir mussten aus Fehlern lernen und können jetzt die Anforderungen des Marktes besser erfüllen. Beispiele dafür sind die Auswahl der notwendigen Lagerabmessungen und die entsprechenden Men-

gen. Unterm Strich haben sich die erarbeiteten Konzepte durchaus ausgezahlt. Trotz zunächst höherer Lagerbestände haben wir am Ende dank optimierter Fertigung auch einen leicht positiven Ergebniseffekt erzielt (und dies neben der Erhöhung der Lieferverfügbarkeit/-flexibiliät). Solche Lösungsansätze sollten dazu beitragen, dass wir in diesem Produktsegment auch weiterhin am Wachstum partizipieren, das Experten für die kommenden Jahre prognostiziert haben. Bereits in den letzten Wochen konnten wir zudem feststellen: Wir profitieren nicht nur von der positiven Resonanz aufgrund unserer Messeteilnahme. Auch die Erfahrung einzelner Kunden mit unserer sehr guten Liefer- und Qualitätsperformance spielt eine nicht unwesentliche Rolle. Da der Markt überschaubar ist, spricht sich so etwas natürlich auch herum. So stehen wir derzeit in Verhandlung mit einigen größeren bereits bekannten Kunden, die ihre Teile bisher hauptsächlich preisorientiert (zumeist in China) gekauft haben. Bereits heute steht fest: Wir werden auch im Jahre 2020 auf der VICTAM Asia in Bangkok und 2019 auf der VICTAM International in Köln mit einem eigenen Messestand vertreten sein.

GMH Gruppe // CastForge 2018

Zweifacher Einstand Neue Fachmesse und GMH-Messestand kommen gut an. Autoren sind Kevin Petrus (Vertrieb, Pleissner Guss) und Bernd Romeikat (Vertrieb, GVG).

M CEMAT HAT SICH GELOHNT Mannstaedt // Text: Guido Glees (Vertriebsleiter), Werksfoto Wir von Mannstaedt präsentierten uns Ende April zum fünften Mal seit 2008 auf der CeMAT (Centrum für Materialflusstechnik). Sie ist Teil der Hannover-Messe und gilt weltweit als bedeutendste Messe für Intralogistik und Material-Handling. Neben Kunden aus Europa konnten wir vor allem hochrangige Besucher aus den USA und Asien begrüßen. Besonderes Highlight: der Besuch einer Delegation der Toyota Material Handling Group, unseres größten Kunden. Bei uns zu Gast waren die CPOs (Chief Purchasing Officer) aus Japan, Amerika und Europa. Wir nutzten natürlich die Gelegenheit, unser neues PAT-Verfahren* vorzustellen. Bei den Gesprächen wurde eine Absichtserklärung (Letter of Intent) vereinbart. Sie sieht vor, dass wir unsere Liefermenge um weitere 6.000 Jahrestonnen steigern. Nicht zuletzt deshalb konnten wir die CeMAT als vollen Erfolg verbuchen – und werden 2020, bei der nächsten CeMAT, wieder am Start sein. Das Foto zeigt das Messeteam mit (von links) Standhostess Emily Schröder, Area Sales Manager Peter Himmelstein, Vertriebsleiter Guido Glees, Area Sales Manager Erk Lehmler und Alan Evans von der Mannstaedt Inc. aus den USA. * PAT steht für Profile Advanced Technology. Das PAT-Verfahren ist ein von Mannstaedt patentiertes Produktionsverfahren zur Herstellung von kalibrierten Profilen. Ende 2018 wird Mannstaedt damit in Serie gehen.

it Spannung erwartete Premiere in Stuttgart: Vom 5. bis 7. Juni öffnete erstmals die CastForge ihre Pforten. Der Fokus der Fachmesse liegt auf Guss- und Schmiedeteilen und deren Bearbeitung. Sie bringt Angebot und Nachfrage zusammen und thematisiert die Wertschöpfungskette vom Gussoder Schmiederohling über die maschinelle Bearbeitung bis hin zum finalen Bauteil. Insgesamt konnte die Messe rund 3.700 Besucher verzeichnen – Fachpublikum aus dem Maschinen- und Anlagenbau, der Fahrzeug- und Antriebstechnik, der Baumaschinen-, Pumpen-, Hydraulik- und Zulieferindustrie. Ihnen präsentierten etwa 150 nationale und internationale Aussteller aus insgesamt 18 Nationen ihr umfangreiches Leistungs- und Produktspektrum. Darüber hinaus konnten Aussteller und Besucher von einem weiteren Umstand profitieren: Zeitgleich zur CastForge fanden weitere Branchenmessen auf dem Messegelände statt – „Global Automotive Components

Stete Nachfrage auf dem GMH-Messestand

and Suppliers Expo“, „Engine Expo“, „Automotive Interiors Expo“, „Automotive Testing Expo“, „Autonomous Vehicle Technology World Expo“, „Surface Technology Germany“ und „LASYS – Internationale Fachmesse für Laser-Materialbearbeitung“. Für die Unternehmen der GMH Gruppe aus den Business Units Schmiedetechnik und Guss hieß das vereinte Motto: „Alles auf einer Messe!“ Denn die CastForge bot ihnen gute Chancen, sich auf einem Gemeinschaftsstand ihren Bestands- und Neukunden zu präsentieren und Erfolg versprechende Kontakte zu knüpfen. Für den Gießerei-Bereich waren Dieckerhoff Guss, Friedrich Wilhelms-Hütte Eisenguss, Friedrich

Werksfoto

Wilhelms-Hütte Stahlguss, Harz Guss Zorge, Pleissner Guss und Walter Hundhausen vor Ort vertreten, für die Schmiedetechnik Energietechnik Essen und Schmiedewerke Gröditz. Die GMH-Unternehmen waren sich am Ende darüber einig: Die Produktkomplexität und die Anforderungen an Guss- und Schmiedeteile steigen. Die Abnehmer erwarten qualitativ hochwertige und einbaufertige Produkte. Und: Es war eine gelungene Messe-Teilnahme, weil man sich eindrucksvoll gegenüber den Marktbegleitern präsentieren konnte. Die CastForge soll zukünftig im 2-Jahres-Rhythmus stattfinden.


DIES & DAS GMH Gruppe // Kunst im Werk

Dieser Stoff ist kein Textil

Unsere

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SEDA ist so fein, dass es auch in Innenräumen als Vorhang fungieren kann. Foto: Dietmar Strauss

Fernsehmoderatorin Dunja Hayali im Gespräch mit dem Schirmherrn des Stahl-Innovationspreises Arndt G. Kirchhoff (links) und proMesh-Geschäftsführer Armin Fehr. Foto: © Wirtschaftsvereinigung Stahl / Dirk Heckmann

Linktipp Wer mehr über den Stahl-Design-Preisträger wissen will: www.alphamesh.de

Verleihung des „Stahl-Innovationspreises“ in Berlin: proMesh aus Mühlacker gewinnt den ersten Preis in der Kategorie „Stahl-Design“. Autor Matthias Krych (Händler GMH Recycling) ist Mitglied der glückaufRedaktion.

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ittlerweile zum elften Mal wurde am 13. Juni im Rahmen des „Berliner Stahldialoges“, den die Wirtschaftsvereinigung Stahl veranstaltet, einer der renommiertesten Preise seiner Art verliehen: der Stahl-Innovationspreis. Aus 561 Einreichungen, die den Ideenreichtum und die Innovationskraft rund um den Werkstoff Stahl verkörpern, wählte eine mit 20 Experten besetzte Jury aus Wirtschaft, Wissenschaft, Design und Architektur 13 Preisträger aus. Kategorien waren „Produkte aus Stahl“, „Stahl in Forschung und Entwicklung“, „Stahl im Bauwesen“, „Klimaschutz und Ressourceneffizienz“ (Sonderpreis) und „Stahl-Design“. Zu der Veranstaltung waren etwa 600 Gäste geladen. Moderiert wurde sie nach der Eröffnungsrede Hans Jürgen Kerkhoffs (Präsident Wirtschaftsvereinigung Stahl) von der Journalistin und Fernsehmoderatorin Dunja Hayali auf eine wunderbar kurzweilige Art und Weise. Direkt zu Anfang bat sie ihre Interviewpartner herzlich darum, komplexe Themen rund um den Werkstoff Stahl ihr doch bitte so zu erklären, als sei sie erst sechs Jahre alt. Somit war die Atmosphäre der Veranstaltung von Anfang an angenehm aufgelockert und trotz der komplexen Themen für alle Anwesenden auch unterhaltsam. Zunächst wurden die Preise in den Kategorien „Produkte aus Stahl“ (Gewinner: das Unternehmen „turbonik“ mit einer neuartigen Mikro-Dampfturbine) und „Stahl in Forschung und Entwicklung“ (Gewinner: Institut für Fahr-

zeugkonzepte des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt mit „Next Generation Train“) vergeben. Danach sprachen der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier und der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart. Sie beleuchteten Themen, die derzeit die Stahlindustrie bewegen. Nun wurde es für die Nominierten der Kategorie „Stahl-Design“ spannend. Die Jury konnte zwischen drei Einreichungen wählen: Die Firma „höfats“ aus Unterthingau hatte eine großartige Idee, die schmunzeln lässt – und bei einer Fußballweltmeisterschaft sicherlich gut zum Einsatz kommen könnte: Sie haben den Bierkasten neu erfunden. Ihre „BEER BOX“ ist aus 2 mm starkem wetterfesten Baustahl und mehr als eine Getränkekiste. Sie lässt sich auch als Grill, Tisch, Feuerkorb, Flaschenöffner oder Hocker verwenden. Da fiel einem spontan der Satz ein: „Stahl kann auch sexy sein.“ Ebenfalls in der Endrunde: die von Paul Kruse Product Design und manroland sheetfed GmbH entwickelte „Druckmaschine Roland 700“. Sie ist eine der

SEDA: seidig, knitternd, ästhetisch ansprechend.

Kleid von Paco Rabanne aus einem Schuppengeflecht-Titan-Gewebe, einer weiteren Produktlinie von proMesh Foto: © DAN & CORINA LECCA

modernsten und effizientesten Druckmaschinen für den BogenOffset-Druck, die vor allem ihre Ergonomie auszeichnet. Visueller Anstoß war ein Stapel Druckbögen, der über eine Tischkante hängt und mit seiner Biegung

Foto: Holger Knauf

einen bestimmten Radius bildet. Dieser Radius wurde zum prägenden Gestaltungselement dieses hochwertigen Designs aus Stahl. Aber „the winner is“: die proMesh GmbH aus Mühlacker mit SEDA, einem Gewebe aus Edelstahl. Es hat Einsatzmöglichkeiten, die den meisten bisher so nicht bekannt waren, weil aus Stahl üblicherweise Bleche oder Profile hergestellt werden. SEDA erinnert visuell und haptisch an textile Stoffe. Die Eigenschaften sind aber die von Edelstahl. Es ist widerstandsfähig, formstabil und unempfindlich. Gewicht: 250 g pro Quadratmeter. Es lässt sich schneiden, nähen, aufhängen oder spannen wie jedes andere textile Gewebe. „Es kommt nicht selten vor“, so proMesh-Geschäftsführer Armin Fehr im glückauf-Gespräch, „dass Messebesucher etwas ratlos an unserem Stand stehen, weil sie nicht verstehen, was sie dort sehen. Sie fragen: Was ist das? Euer Material sieht aus wie Seide, hat die Haptik von Seide, soll aber aus Edelstahl sein?“ Anfangs war SEDA nur für technische Anwendungen vorgesehen, vor allem für die Filtration von Flüssigkeiten oder Gasen. Aber die seidige, knitternde, ästhetisch ansprechende Oberfläche ist so attraktiv, dass das Gewebe bereits in der Innenarchtiektur Anwendung fand. Als klassischer Vorhangstoff wird SEDA bereits in öffentlichen Gebäuden verwendet. Ebenso werden formstabile Deckenelemente bereits heute mit dem Gewebe bespannt Und so wird das neu entwickelte Gewebe aus Edelstahl produziert: Dazu wird Edelstahldraht der Sorte 1.4301 zunächst im klassischen Drahtherstellungsverfahren gezogen. Durch einen Ziehstein gezwungen, wird der ursprüngliche Draht immer dünner und länger, ohne dass Mate-

rial verloren geht. Am Ende des Ziehprozesses haben die Drähte für das SEDA-Gewebe einen Durchmesser von nur noch 0,05 mm – was etwa der Dicke eines menschlichen Haares entspricht. Aus diesen Fäden wird dann wie bei textilen Stoffen mit Kette und Schuss ein metallisches Gewebe hergestellt. Die gewebten Bahnen sind 1,5 m breit und haben eine Dicke von rund 0,1 mm. 2007 entstand die proMesh GmbH durch ein Spin-off. Die Mutterfirma ist seit über 100 Jahren ein Familienunternehmen, das Schutzkleidung aus Edelstahl herstellt und weltweit vermarktet (zum Beispiel Schutzhandschuhe für Metzger, Schutzwesten für Polizei und Militär). „Die Gründung einer neuen Firma war einfach schon deshalb sinnvoll, weil Kunden und Ansprechpartner sich grundlegend unterscheiden. Bei proMesh geht es nicht um Sicherheit, sondern um schöne Dinge, die den Kreativen freien Raum geben. Ein Faible für Architektur ist für uns Grundvoraussetzung für erfolgreiches Arbeiten.“ Armin Fehr ist weder Architekt noch Künstler. Er ist Betriebswirtschaftler, der den Sinn für Schönes im Schmuck-Design entdeckt hat. Sein Credo: „Die einfachsten Dinge sind die besten.“ Als Beispiel fällt ihm der Ring einer renommierten französischen Firma ein, der aus drei ineinandergeflochtenen Ringen besteht. Abschließend wurde der Preisträger in der Kategorie „Stahl im Bauwesen“ (Gewinner: SEH Engineering aus Hannover mit dem Infrastrukturprojekt: U- und S-Bahnhaltestelle aus Stahl und Glas am östlichen Hafen von Hamburg) prämiert. Der Sonderpreis im Bereich „Klimaschutz und Ressourceneffizienz“ ging an das Institut für Turbomaschinen und Fluid-Dynamik der Leibniz Universität Hannover. Sie haben eine Turbinen-Generatoren-Einheit entwickelt, die in Lkws die Nutzung der im Abgas enthaltenen Restwärme ermöglicht.


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DIES  &  DAS

Unsere

glück auf 2-2018

Liebe glückauf-Leser ! W

So fing 1993 alles an:

ie die Zeit vergeht! 25 Jahre ist es her. 1993 erschien mend auf Englisch. Damals war glückauf das einzige periodidie erste glückauf, die sogenannte O-Nummer. Umfang: glückauf sche Medium, das die wachsende GMH Gruppe nach außen eine Seite. Spaßvögel sprachen von einer „recht hin repräsentierte; heute ist glückauf eines von einseitigen“ Berichterstattung ;–) vielen Instrumenten im Kommunikations-Orchesglückauf Irgendwie hatten sie sogar recht. Von Berichtglückauf ter der GMH Gruppe, die sich zunehmend auch glückauf erstattung konnte in der ersten Ausgabe noch digitaler Instrumente bedient. keine Rede sein. Vielmehr war auf Vorder- und glückauf glückauf wurde im Laufe der 25 Jahre kontidie fachleute von morgen glückauf Rückseite nachzulesen, wie man als GMHütter nuierlich weiterentwickelt. Tief greifende die fachleute von morgen bei der glückauf mitarbeiten konnte – inklusive Erneuerungen im gesamten Erscheinungsbild Fototipps. Denn Maxime war: glückauf ist eine wie auch bei der journalistischen Darstellung gab Zeitung von Mitarbeiter*innen für Mitarbeiter*innen – auch es in der Zeit dreimal. Eine große Arbeitserleichterung kam wenn man im Verteilerkreis Kunden, Lieferanten, Medien mit dem Wechsel vom Fax-/E-Mail-Modus auf die webgeebenfalls im Blick hatte. Dies gilt auch heute noch. Doch was stützte Online- und Print-Produktion. Seitdem wird die Prohat sich wesentlich verändert im Laufe der 25 Jahre? duktion der glückauf digital abgewickelt. Und immer wieder Damals war glückauf lediglich die Zeitung des Stahlwerkes gibt es externe Journalisten, die der glückauf Respekt zollen GMHütte; heute ist glückauf die Zeitung der GMH Gruppe und – obwohl die meisten Autor*innen und Mitglieder der glückberichtet aus allen Unternehmen. Damals kümmerten sich auf-Redaktionskonferenz keine Medienprofis sind. Die Zeisechs Kolleg*innen der GMHütte um die Zeitung; heute gehö- tung kann sich also auch in der Medienwelt sehen lassen. ren dem Redaktionsstab 16 Kolleg*innen aus allen Bereichen Respekt vor „25 Jahren glückauf“ zollt auch Hartmut Gattder GMH Gruppe an (inkl. Auslandsvertretungen). Damals mann im glückauf-Interview. Er erzählt über die Anfänge der war man über jeden Artikel froh, den man kriegen konnte; Zeitung. In den nächsten Ausgaben werden wir einen weiteheute werden Artikel systematisch generiert und spiegeln ren Blick auf „25 Jahre glückauf“ werfen. die Leistungsfähigkeit der GMH Gruppe in der Marke wider. Damals tauschte man sich auf Deutsch aus; heute zunehIris-Kathrin Wilckens 1/2003

Die Zeitung für Freunde, Kunden und Mitarbeiter der Georgsmarienhütte Unternehmensgruppe

Editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Blockstraße und Straße 2 stellen Betrieb ein

besteht Grund zur Hoffnung? Laut ifo-Wirtschaftsinstitut hat sich das Weltwirtschaftsklima im Januar leicht verbessert – wenn man den befragten Experten aus multinationalen Unternehmen und international agierenden Institutionen GMHütte · Große Ereignisse, so an den Gerüsten und am UmGlauben schenken darf. Also sagt man, werfen ihre Schatten feld verbessert und moderniallen Miesepetern zum Trotz: voraus. Es gibt aber auch die siert. Ein Beispiel dafür sind die „Think positive“. Und vor stillen Momente, die sich fast Kanter an der Straße 2 und die allem: Selbst dazu beitragen, unbemerkt ereignen und den- elektrische Anstellung am Fertigdass positiver Input den eigenoch Firmengeschichte schrei- gerüst der Straße 2. Deshalb war nen Betrieb beflügelt – indem ben. Wie an jenem Donnerstag, die Anlage bis zuletzt auf dem man am Arbeitsplatz sein Besden 27. März 2003 um 11.45 erforderlichen Stand der Techtes gibt. Zuversicht wünscht Uhr. Soeben hatte man an der nik. Überflüssig wurde sie ledigIhnen Blockstraße und an der Straße 2 lich, weil Blockguss als Vormatein aller Ruhe den allerletzten rial für die Straßen nicht mehr Ihr Redaktionsteam Block gewalzt, 170 rund in C 60 benötigt wird. für Voest Alpine – und damit fast Obermeister Jacob Klein war 100 Jahre 1. Hitze zu den Akten 42 Jahre seines Berufslebens an Die Zeitung für Freunde, Kunden und Mitarbeiter der GeorgsmarienhütteAzubi-Ausbildung Unternehmensgruppe der Blockstraße beschäftigt – gelegt. Was ist auf diesen Straßen und denkt schon jetzt mit Wehnicht alles gewalzt worden? Knüppel von 60 bis 230 mm Dicke genauso wie Rundstahl von 80 bis 370 mm Durchmesser. GMHütte · Mit dem neuen Die Anlage galt in ihrer fast 100-jährigen Schienenbahnmaterial für ziem„Haus der Auszubildenden“ an Geschichte immer als besonders „zuverläslich alle Bahn- und Straßender Malberger Straße hat die siger Arbeiter“. bahn-Gesellschaften, ob bunGMHütte ein Ausbildungszentdes-, europa- oder weltweit. Die trieben neue Aufgaben überneh- rum der Extra-Klasse geschaffen. Editorial leichteste Schiene wog dabei 27 men. „Die Straße hat“, so weiß In den großzügig und technisch kg/m, die schwerste 127 kg/m – Jacob Klein zu berichten, „im- gut ausgestatteten RäumlichkeiLiebe Kolleginnen mer zuverlässig gearbeitet – bis ten sollen nicht nur Jugendliche hergestellt für Verladebrücken schwerer Krane. zum letzten Tag. Und die Mann- aus den eigenen Reihen undausgeKollegen, Die Blockstraße wurde bereits schaft hat ihr treu die Stange ge- bildet und geschult werden. Wie 1907 installiert, in einem Jahr, halten. Auch der letzte Block ist bisher auch verstehtbesteht sich Grund das zur Hoffnung? Laut ifo-Wirtschaftsinstitut mit Anstand gewalzt worden.“ in dem der erste Hubschrauber Zentrum als eine überregionale hat sich das Weltwirtschaftserfolgreich seinen ersten TestDie Bagger stehen bereits vor Einrichtung, in der auch andere im Januar leicht verbesflug absolvierte. Im Jahre 1923, Haben bis zum Schluss der Anlage die Treue gehalten und auch den letzten Block mit der Tür, um Hallen und Anlagen Unternehmen einenklima Teil ihrer – wenn man den befragten in dem Gustav Stresemann als Anstand gewalzt: die Mannschaft von Blockstraße und Straße 2. abzureißen. Was dabei an Azubi-Ausbildung sert abwickeln aus multinationalen Schrott anfällt, wird an den können. Im Januar Experten neuer Reichskanzler und Außenwurde das Unternehmen minister vereidigt wird, beginnt mut daran zurück: „So etwas ben. Seine Kollegen werden zum E-Ofen „verfüttert“ – ausrei- Zentrum im Beisein vieler hoch- und internationaleröffnet agierenden Institutionen · Große so an den Umauf der Straße 2 die GMHütte Produktion. haktEreignisse, man natürlich nicht so Gerüsten ein- Teilund überam Altersteilzeit ausschei- chend Material, um ihn eine rangiger Gäste offiziell werfen felder verbessert und moderniNatürlich wurde sagt von man, damals fachihre ab.“Schatten Zuletzt hatte mit 15 den oder in der Zurichterei, an Woche lang auszulasten. (siehe auch Seite 6). Glauben schenken darf. Also allenpkm Miesepetern zum Trotz: siert. Ein Beispiel sind die in anderen Bevoraus. Es gibtMitarbeitern aber auch die dieAnlagen bis heute immer wieder einiges betriederdafür Straße 6 und pkm „Think positive“. Und vor stillen Momente, die sich fast Kanter an der Straße 2 und die allem: Selbst dazu beitragen, unbemerkt ereignen und den- elektrische Anstellung am Fertigdass positiver Input den eigenoch Firmengeschichte schrei- gerüst der StraßeAUS 2. Deshalb war INHALT DEM nen Betrieb beflügelt – indem ben. Wie an jenem Donnerstag, die Anlage bis zuletzt auf dem man am Arbeitsplatz sein Besden 27. März 2003 um 11.45 erforderlichen Stand der Techgibt. Zuversicht wünscht Uhr. Soeben hatte man an der nik. zur Überflüssig wurde sie ledigd i tist,o r i adatenkreis. l HOLDING Die internationale Jetzt soll eintesüberzeusie auf dem richtigeneWeg Schwachstellen werden Zeit Ihnen Blockstraße undausgemerzt. an der Straße 2 lich, weil Blockguss als VormateZulassung ihrer Vollräder der gendes Angebot den Auftrag wenn es darum geht, beim auf Seite 8 nicht304 mehr in aller Ruhe den allerletzten rial für die Straßen Ihr Redaktionsteam DB-Bauart und 004 ist für Neue Aufsichtsräte bringen. Einkauf Kosten zu sparen. auf Seite 22 Liebe Kollegin nen und Kollegen, Block gewalzt, 170 rund in C 60 benötigt wird. die RAFIL nur noch Formsache. wurden sowohl für die GMHauf Seite 19 – und damit fast Jacob Klein war Die vorangegangene Bewertung Holding als auch fürfür dieVoest AlpineSchneller, besser, Obermeister kostendas renommierte ifo Institut für WirtschaftsKünftige Hochschulabsolventen Jahre 1. Hitze zu denund Akten 42 Jahre seinesist Berufslebens an bereits erfolgreich abgeGMHütte ernannt –100 darunter Kehr-, Ingünstiger vor allem automaforschung ist, wasSchneepflug, die Entwicklung der nächsten derScantrolBlockstraße beschäftigt – Azubi-Ausbildung schlossen. auch viele bekanntegelegt. Gesichter. standsetzungsPflegematisch arbeitet das neue Monate angeht, optimistisch – eineund Vorherauf Seite 17 Was ist 3auf System, diesen mit Straßen denkt schon jetzt mit Wehschine in einem ist die Speziallok und 250 Studentinnen und dem dasund Stahlwerk auf Seite ANLAGENBAUsage, die gute Laune macht. Wirtschaftlich nicht alles gewalzt worden? 100 vonalso Windhoff. Was sie Bous seinen Ofen wartet. Zudem gesehen scheinen OB die Zeichen nicht auf Studenten kamen Mitte Knüppel von 60sank bis 230 mm Dileisten vermag, steht März beim 15. internationalen die Arbeitsbelastung für die Das lange Warten STAHL Jubiläum für Kranbau Kö-stehen. alles Sturm zu Dass zu es dagegen im globalen cke genauso wieMitarbeiter. Rundstahl von then. Seitdem sie zur Georgsma- knirscht, hat Emma bewiesen hat sich für die Schmiedewerke Klimagetriebe – auf Seite 14 auf Seite 25Studententag der Metallurgie in 80 bis 370 mm Durchmesser. GMHütte · TU MitFreiberg dem zusammen, neuen rienhütte Unternehmensgruppe Gröditz gelohnt. Denn die geDas Geschäftsjahr wenn auch weniger spektakulär als Kyrill vor der um Die Anlage galt in ihrer fast Schienenbahnmaterial für ziemAuszubildenden“ an unterbrauchte Karusselldrehmaschine, gehört, hat sie 100 Krane der GMHütte endete mit einer einem Jahr. Genießen wir100-jährigen die Ruhe nach„Haus dem dersich fachlich auszutauschen und Geschichte besonders „zuverläslich haben alle Bahn-SCHMIEDE und Straßender Malberger Straße hat diekennenschiedlichster Bauweise entworauf die man geduldig gewartet „schwarzen Null“. Dazu Sturm. Werimmer weiß,alswann die nächsten dunklen potenzielle Arbeitgeber siger Arbeiter“. bahn-Gesellschaften, ob bunGMHütte zulernen. ein Ausbildungszentfen, gebaut und ausgeliefert. hatte, passt 100-prozentig auch die Investitionen beigetraROHSTOFF-RECYCLING (Wirtschafts-) Wolken aufziehen … Auch die georgsmarides-,positiv europa- oder weltweit. Die trieben neue Aufgaben überneh- rum der Extra-Klasse geschaffen. enhütte Unternehmensgruppe Wir gratulieren ins Produktionskonzept der gen, die sich allmählich Das ERP-System der leichteste Schiene wog dabei 27 men. „Die Straße Inteam den großzügig und teil technisch Ihrso Reweiß daktions nahm daran – und engagierGröditzer. in der Bilanz des Unternehmens Wildauer Kurbelwelle wurde Fürhat“, die Schlackenwirtschaft auf Seite 18 auf Seite 21 kg/m, die schwerste 127 kg/m Jacob Klein zuder berichten, gut ausgestatteten besonderem Maße: Sie niederschlagen. up-gedatet und –mit Oracle Stahlwerk„imBous GmbH ist te sich in Räumlichkeiauf Seite 8 mer zuverlässig gearbeitet bis tenRecycling hergestellt für kombiniert. Verladebrücken sollen unterstützte nicht nur Jugendliche das internationale Die „Rundumseit Januar die– Rohstoff schwerer Krane.Erneuerung“ macht sich zum letzten Tag. die verantwortlich. aus den Reihen ausgeTreffen als Sponsor und war inDortmund Die eigenen GUSS An einem Offshore-Winda U s d eihrmtreu i Und ndie ha ltManneingebunden. DieGMH Blockstraße wurde bereits schaft hat Stange ge- bildet undhaltlich geschult werden. Wie bereits in allen Abteilungen Arbeit der Dortmunder konnte park in England mitzubauen – Zusammen mit der abwechselnd 1907 installiert, in Unternehmens einem Jahr, positiv halten. Auch der letzte Block ist dass bisher auch die versteht sich dasvon den des derart überzeugen, sie bediese Chance will WeserWind Die Key-Buyer der GussBlankstahl hat die GMHütte ihr Technischen Universitäten der sehr gut. die Besten hatten die Chanmit Anstand worden.“ in dem der erste Hubschrauber Zentrum als eine überregionale bemerkbar reits weitere Aufgaben übernombeim Schopf packen. Nach einerNurgewalzt Gruppe können zufrieden sein. erstes Periodisches Audit erfolgMetallurgie ausgerichtete ce, von einem zu profitieren, erfolgreich Die BaggerStipendium stehen bereits vor Einrichtung, in der auch andere Fachmen haben. gelungenen Bewerbung gehört Erste Erfolge der neuen Einreich absolviert. Zwei von den seinen ersten Testauf Seite 17 veranstaltung dient das Jürgen acht algerische der Anlage die Treue gehalten und auch den letzten Blockzum mit engeren flug absolvierte. Im Jahre 1923, Haben bis zum Schluss derDr. Tür, um Großmann Hallen undfürAnlagen Unternehmen einen Teil ihrerauch als man schon Kandikäufer-Organisation zeigen, dass Auditoren offen gelegte kleine auf für die MitarbeiStudenten ausgeschrieben hatte. Was in Seite 26Kontaktbörse in dem Gustav Stresemann als Anstand gewalzt: die Mannschaft von Blockstraße und Straße 2. abzureißen. Was dabei an sieAzubi-Ausbildung abwickeln ter von morgen. Und so warben Deutschland erwartete, schildert Melanie Arlt Schrott anfällt, wird an den neuer Reichskanzler und Außenkönnen. Im Januar wurde das neben dervieler gMh-gruppe vereidigt wird, mutfür daran zurück: „So etwas ben. Seine Kollegen werden zum E-Ofen „verfüttert“ – ausrei-auf Sei Zentrum im Beisein hoch- rund te 5 dasminister renommierte ifobeginnt Institut Wirtschafts20 Firmen aus der Stahl- und Eiauf der Straße 2 die Produktion. hakt man natürlich nicht so ein- Teil über Altersteilzeit ausschei- chend Material, um ihn eine rangiger Gäste offiziell eröffnet senbranche um die angehenden forschung was Entwicklung der hatte nächsten Natürlichist, wurde vondie damals fach ab.“ Zuletzt er mit 15 den oder in der Zurichterei, an Woche lang auszulasten. (siehe auchMetallurgen. Seite 6). als Mutterland bis heute immer wieder einiges Mitarbeitern die Anlagen betrie- der Straße 6 und in anderen Be- Very British. England giltpkm pkm

Abschied auf leisen Sohlen

1/2003

Viel versprechend

Blockstraße und Straße 2 stellen Betrieb ein

Abschied auf leisen Sohlen

Die Zeitung für Freunde, Kunden und Mitarbeiter der Georgsmarienhütte Unternehmensgruppe

1/2008

Die Zeitung für Freunde, Kunden und Mitarbeiter der Georgsmarienhütte Unternehmensgruppe

die fachleute von morgen

1/2008

1/2008

editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das renommierte ifo Institut für Wirtschaftsforschung ist, was die Entwicklung der nächsten Monate angeht, optimistisch – eine Vorhersage, die gute Laune macht. Wirtschaftlich gesehen scheinen die Zeichen also nicht auf Sturm zu stehen. Dass es dagegen im globalen Klimagetriebe knirscht, hat Emma bewiesen – wenn auch weniger spektakulär als Kyrill vor einem Jahr. Genießen wir die Ruhe nach dem Sturm. Wer weiß, wann die nächsten dunklen (Wirtschafts-) Wolken aufziehen … Ihr Redaktionsteam

a U s d e m i n h a lt

sehr gut.

Nur die Besten hatten die Chance, von einem Stipendium zu profitieren, das Dr. Jürgen Großmann für acht algerische Studenten ausgeschrieben hatte. Was sie in Deutschland erwartete, schildert Melanie Arlt

auf Seite 5

Very British. England gilt als Mutterland der Eisen- und Stahlindustrie. Dort wurden bahnbrechende Verfahren wie die Eisenverhüttung mit Koks oder das Bessemer-Verfahren erfunden. Die GMHütte hat jetzt einen Mehrheitsanteil an einer kleinen englischen Firma erworben. Näheres berichtet Paul Wright auf Seite 7

sehr gesund.

Was ist die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wert? Der GMH-Holding jede Menge. Deshalb hat sie das Betriebliche Gesundheitsmanagement in der GMH-Gruppe auf den Weg gebracht. Auch RAFIL und BTBED haben sich damit auseinandergesetzt. Wie dort die ersten Hürden genommen wurden, schildert Holger Mex

auf Seite 18

sehr heiß.

Auf den ersten Blick sieht es brandgefährlich aus, was sich in der Eisengießerei von Walter Hundhausen abspielt: ein Feuerwerk mit „Querschlägern“. Und mittendrin bewegen sich Mitarbeiter – natürlich in geschützten Schwerlaststaplern. Weshalb sie sich vor nichts fürchten müssen, beschreibt Alexander Bock auf Seite 21

sehr kurz.

Alle Kunden fordern einen Service der kurzen Wege. Windhoff hat ihn jetzt für die Westfalenbahn eingerichtet. Denn das Bahnunternehmen erledigt Wartung und Instandsetzung ihrer Triebwagenzüge auf dem Windhoff-Gelände. Näheres darüber weiß Joke von Royen auf Seite 26

sehr familiär. „Familienzuwachs“ für Rohstoff-Recycling. Mit der Hittmeyer Rohstoffe GmbH will man u. a. seinen Aktionskreis im Ruhrgebiet ausweiten. Weshalb der Name Hittmeyer übernommen wurde und welche Potenziale die neue Firma birgt, beschreibt Dr. Knut Schemme auf Seite 30

sehr hilfreich. Wenn es darum ging, dem potenziellen Nachwuchs auf die Sprünge zu helfen, hat die BGG so manche Partnerschaft geschmiedet – z. B. auch mit MaßArbeit, dem AusbildungsService des Landkreises Osnabrück. Näheres dazu im glück auf-Interview auf Seite 32

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Die Zeitung für Freunde, Kunden und Mitarbeiter der Georgsmarienhütte Unternehmensgruppe

das renommierte ifo Institut für Wirtschaftsforschung ist, was die Entwicklung der nächsten Monate angeht, optimistisch – eine Vorhersage, die gute Laune macht. Wirtschaftlich gesehen scheinen die Zeichen also nicht auf Sturm zu stehen. Dass es dagegen im globalen Klimagetriebe knirscht, hat Emma bewiesen – wenn auch weniger spektakulär als Kyrill vor einem Jahr. Genießen wir die Ruhe nach dem Sturm. Wer weiß, wann die nächsten dunklen (Wirtschafts-) Wolken aufziehen …

editorial

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Ihr Redaktionsteam

Künftige Hochschulabsolventen und Unternehmen redeten über gemeinsame Zukunft.

die fachleute von morgen Künftige Hochschulabsolventen und Unternehmen redeten über gemeinsame Zukunft.

r

und 250 Studentinnen und Studenten kamen Mitte März beim 15. internationalen Studententag der Metallurgie in der TU Freiberg zusammen, um sich fachlich auszutauschen und potenzielle Arbeitgeber kennenzulernen. Auch die georgsmarienhütte Unternehmensgruppe nahm daran teil – und engagierte sich in besonderem Maße: Sie unterstützte das internationale Treffen als Sponsor und war in-

r

Nur die Besten hatten die Chance, von einem Stipendium zu profitieren, das Dr. Jürgen Großmann für acht algerische Studenten ausgeschrieben hatte. Was sie in Deutschland erwartete, schildert Melanie Arlt

Technischen Universitäten der Metallurgie ausgerichtete Fachveranstaltung dient auch als Kontaktbörse für die Mitarbeiter von morgen. Und so warben neben der gMh-gruppe rund 20 Firmen aus der Stahl- und Eisenbranche um die angehenden Metallurgen. „Für uns ist es wichtig, schon frühzeitig mit den Studierenden zu sprechen und sie über die Berufsmöglichkeiten in unserer Unternehmensgruppe zu informieren“, kommentierte Peter van hüllen. Auch er besuchte die Veranstaltung, um mit den jungen leuten zu sprechen. Metallurgen seien zurzeit gesuchte Mitarbeiter, so van hüllen weiter: „Bei einem guten Examen sind sie in der glücklichen lage, sich ihren Arbeitgeber aussuchen zu können. deshalb legt es jedes Unternehmen darauf an, sich bestmöglich zu präsentieren.“ Vertreten war die gMhgruppe mit den geschäftsbereichen Stahlerzeugung, Freiformschmiede, Stahlguss-Automotive, Eisenguss-Automotive

und 250 Studentinnen und Studenten kamen Mitte auf Seite 5 März beim 15. internationalen Studententag der Metallurgie Very British.in England gilt als Mutterland der Eisen- und Stahlindustrie. Dort wurden der TU Freiberg zusammen, um bahnbrechende Verfahren wie die Eisenverhüttung mit Koks oder das Bessemer-Verfahren sich fachlich auszutauschen und erfunden. Die GMHütte hat jetzt einen MehrWerksfoto potenzielle Arbeitgeber kennenheitsanteil an einer kleinen englischen Firma erworben. Näheres berichtet Paul Wright Fachsimpeleien: Dr. Robert Kühn mit einem interessierten Studenten vor dem VW-Motor-Anschauungsmodell. zulernen. Auch die georgsmariauf Seite 7 und Eisenguss-Maschinenbau. ihren möglicherweise zukünf- anstaltungen. letztere wurden enhütte Unternehmensgruppe Auf einem gemeinschaftsstand tigen Arbeitgebern knüpfen. von der gMh-gruppe als Sponnahm daran teil – und engagierinnerhalb der Firmenkontakt- „Besonders die nachfrage nach sor mit ausgerichtet – was ein sehr gesund. Was ist die Gesundheit der messe in der „neuen Mensa“ diplomarbeiten, Traineeplätzen dezent platziertes rotes Signet Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wert? Der te sich in besonderem Maße: Sie stellten sich Techniker und und offenen Stellen war groß“, verdeutlichte. Auch hier präGMH-Holding jede Menge. Deshalb hat sie Personaler den Fragen der Stu- betonte Bernhard lüttmann sentierten sich die geschäftsdas Betriebliche Gesundheitsmanagement unterstützte das internationale denten. highlight und Anzie- von der georgsmarienhütte bereiche mit Vorträgen, Messein der GMH-Gruppe auf den Weg gebracht. Treffen als Sponsor und warundinhungspunkt war ein VW-Motor, holding gmbh. Zudem waren ständen und informationsmaAuch RAFIL BTBED haben sich damit ausan dem die Unternehmen zei- die gespräche nicht nur für die terial. einandergesetzt. Wie dort die ersten Hürden haltlich eingebunden. Um nach einer „langen nacht gen konnten, welche Bauteile Studenten, sondern auch für die genommen wurden, schildert Holger Mex aus Werkstoffen und Werkstü- Zukunftsplanungen der Unter- mit intensiven gesprächen“ die abwechselnd von den auf Seite 18 nehmen von großer Bedeutung. mit ausreichend Energie in den cken der gMh-gruppe sind. Technischen Universitäten der Begleitet wurde die Kon- neuen Tag zu starten, verteilte dabei erfuhren die nachwuchsakademiker alles über die taktmesse von Fachvorträgen, die Standcrew am nächsten sehr heiß. Auf den ersten Blick sieht es Metallurgie ausgerichtete Facheinzelnen geschäftsbereiche Exkursionen in regionale Un- Morgen Traubenzucker. brandgefährlich aus, was sich in der Eisengieveranstaltung dientßereiauch als und konnten erste Kontakte zu ternehmen und zwei Abendvervon Walter Hundhausen abspielt: ein ikw Feuerwerk mit „Querschlägern“. Und mittenKontaktbörse für die drinMitarbeibewegen sich Mitarbeiter – natürlich in Schwerlaststaplern. Weshalb sie ter von morgen. Undgeschützten so warben sich vor nichts fürchten müssen, beschreibt neben der gMh-gruppe rund Alexander Bock auf Seite 21 20 Firmen aus der Stahl- und Eisehr kurz. Alle Kunden fordern einen senbranche um die angehenden Service der kurzen Wege. Windhoff hat ihn Metallurgen. jetzt für die Westfalenbahn eingerichtet. Denn Leitbildpräsentation Sekundärmetallurgie das Bahnunternehmen erledigt Wartung und „Für uns ist es wichtig, schon Instandsetzung ihrer Triebwagenzüge auf nter dem Motto „Wir maJanuar wurde er offiziell dem Windhoff-Gelände. Näheres darüber Stahl mit Profil“ hat genommen und U chen e inndeBetrieb frühzeitig mit den Studierenden weiß Joke von Royen die Mannstaedt gmbh seiner hat bislang alle Erwartungen erauf Seite 26 zu sprechen und sie über die BeBelegschaft das neue leitbild füllt: der neue Pfannenofen der präsentiert. Erarbeitet haben es gMhütte. dies bestätigt auch rufsmöglichkeiten sehr in unserer die Mitarbeiterinnen und Mitdr. luka Velikonja,Werksfoto leiter der familiär. „Familienzuwachs“ für arbeiter des Unternehmens selSekundärmetallurgie, in einem Rohstoff-Recycling. Unternehmensgruppe zu infor- Mit der Hittmeyer Rohfoto: Vera loose ber. die Präsentation war alles stoffe GmbH will man u. a. seinen Aktionskreis glück auf-interview: „Alter und mieren“, kommentierte Peter Fachsimpeleien: Robert einem interessierten Studenten vor dem VW-Motor-Anschauungsmodell. als Kühn trocken.mit Emotional im Ruhrgebiet ausweiten. Weshalb der Name Dr.andere neuer Pfannenofen ergänzen unterstützt durch licht- und Hittmeyer übernommen wurde und welche sich wunderbar. Wir sind rundMinisterpräsident Christian Wulff (CDU) war van hüllen. Auch er besuchte Besuch: bei Soundeffekte wurden die acht Potenziale die neue Firma birgt, beschreibt um zufrieden.“ Erwähnenswert der GMHütte zu Gast. Trotz engem Zeitanstaltungen. letztere ihren möglicherweise zukünfdie Veranstaltung, um mit den und Eisenguss-Maschinenbau. Thesen des leitbildes unter anDr. Knut Schemme ist für ihn vor allem diewurden Vielfalt plan warf er einen Blick auf den E-Ofen. Im Anschluss traf er sich auf Seite 30 derem von den Mitarbeitern der positiven Auswirkungen, mit Geschäftsführung und Betriebsrat zu einem kurzen Gespräch. von der gMh-gruppe als Spontigen Arbeitgebern knüpfen. jungen leuten zu sprechen. Me- Auf einem gemeinschaftsstand präsentiert und interpretiert. die sich aus der 18-MillionenDabei wurde der Wunsch nach einer besseren Anbindung an die deutlich wurde dabei, dass die Euro-investition für die ge-ein B51 geäußert, um Anwohner zu entlasten. sehr hilfreich. Wenn es darum ging, dem sor mit ausgerichtet – was „Besonders dieGeorgsmarienhütte nachfrageundnach innerhalb der Firmenkontakttallurgen seien zurzeit gesuchte leistungskraft von Mannstaedt samte Produktion ergibt. die Wulff seinerseits lobte vor allem die hohe Ausbildungsquote und potenziellen Nachwuchs auf die Sprünge zu dezent platziertes rotes diplomarbeiten, Traineeplätzen messe in der „neuen Mensa“ Mitarbeiter, so van hüllen weiaus dem individuellen Profil jegrößten Vorteile ergebenSignet sich die Gewinnbeteiligung des Unternehmens. Hier ist er (Bildmitte) helfen, hat die BGG so manche Partnerschaft des Mitarbeiters und jeder Mitaber für Qualität und Quantiim Gespräch mit (von links) Dr. Henning Schliephake (Geschäftsgeschmiedet – z. B. auch mit MaßArbeit, dem Auch hier präoffenen Stellen war groß“, verdeutlichte. und undführer ter: „Bei einem guten Examen stellten sich Techniker arbeiterin resultiert. lesen Sie tät der Stahlerzeugung. lesen GMHütte) und Peter van Hüllen (Vorsitzender GeschäftsfühAusbildungsService des Landkreises Osnaden Bericht Seite 14. betonte dazu interview und Bericht rung GMH-Holding) – „belauscht“ von mitgereisten Journalisten. brück. Näheres dazu im Personaler glück auf-Interviewden dazu sentiertenSiesich die geschäftsBernhard lüttmann Fragen deraufStusind sie in der glücklichen lage, auf Seite 8. vl auf Seite 32 Messehighlight und Anzie-pkm von der georgsmarienhütte bereiche mit Vorträgen, pkm sich ihren Arbeitgeber aussu- denten. chen zu können. deshalb legt hungspunkt war ein VW-Motor, holding gmbh. Zudem waren ständen und informationsmaes jedes Unternehmen darauf an dem die Unternehmen zei- die gespräche nicht nur für die terial. Um nach einer „langen nacht an, sich bestmöglich zu präsen- gen konnten, welche Bauteile Studenten, sondern auch für die aus Werkstoffen und Werkstü- Zukunftsplanungen der Unter- mit intensiven gesprächen“ tieren.“ nehmen von großer Bedeutung. mit ausreichend Energie in den Vertreten war die gMh- cken der gMh-gruppe sind. Begleitet wurde die Kon- neuen Tag zu starten, verteilte dabei erfuhren die nachgruppe mit den geschäftsbereichen Stahlerzeugung, Frei- wuchsakademiker alles über die taktmesse von Fachvorträgen, die Standcrew am nächsten formschmiede, Stahlguss-Auto- einzelnen geschäftsbereiche Exkursionen in regionale Un- Morgen Traubenzucker. motive, Eisenguss-Automotive und konnten erste Kontakte zu ternehmen und zwei Abendverikw

kraft aus dem profil

Vielfalt aus der pfanne

kraft aus dem profil

Vielfalt aus der pfanne

Leitbildpräsentation

Sekundärmetallurgie

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nter dem Motto „Wir machen Stahl mit Profil“ hat die Mannstaedt gmbh seiner Belegschaft das neue leitbild präsentiert. Erarbeitet haben es die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens selber. die Präsentation war alles andere als trocken. Emotional unterstützt durch licht- und Soundeffekte wurden die acht Thesen des leitbildes unter anderem von den Mitarbeitern präsentiert und interpretiert. deutlich wurde dabei, dass die leistungskraft von Mannstaedt aus dem individuellen Profil jedes Mitarbeiters und jeder Mitarbeiterin resultiert. lesen Sie dazu den Bericht auf Seite 14. pkm

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foto: Vera loose

Besuch:

Monate angeht, optimistisch – eine Vorher„Für uns ist es wichtig, schon der Eisen- und Stahlindustrie. Dort wurden frühzeitig mit den Studierenden bahnbrechende Verfahren wie die Eisenverhütsage, die gute Laune macht. Wirtschaftlich und 250 Studentinnen und zu sprechen und sie über die Betung mit Koks oder das Bessemer-Verfahren AUSStudenten DEM INHALT rufsmöglichkeiten in unserer erfunden.Mitte Die GMHütte hat jetzt einen Mehrgesehen scheinen die Zeichen also nicht auf kamen Unternehmensgruppe zu inforheitsanteil an einer kleinen englischen Firma Sturm zu stehen. Dass es dagegen im globalen März beim 15. internationalen mieren“, kommentierte Peter erworben. Näheres berichtet Paul Wright HOLDING Die internationale datenkreis. Jetzt soll ein überzeusie auf dem richtigen Weg ist, Schwachstellen werden zur Zeit van hüllen. Auch er besuchte Klimagetriebe knirscht, hatausgemerzt. Emma bewiesen – Studententag ingeht, beim auf gendes Seite 7 Angebot Zulassung ihrer Vollräderder der Metallurgie den Auftrag wenn es darum auf Seite 8 die Veranstaltung, um mit den DB-Bauart 304Freiberg und 004 ist für Neue Aufsichtsräte bringen. jungen leuten Einkauf Kosten auf Seite 22 zu sprechen. Mewenn auch weniger spektakulär als Kyrill vor der TU zusammen, umzu sparen. die RAFIL nur noch Formsache. sehr gesund. Was ist wurden sowohl für die GMHaufdie Seite 19 tallurgen seien zurzeit gesuchte Gesundheit der Die vorangegangene Holding als auch für die Schneller, besser,dem kosteneinem Jahr. Genießen wir die Ruhe nach sich fachlichBewertung auszutauschen und Mitarbeiter, so van hüllen weiMitarbeiterinnen und Mitarbeiter wert? Der GMHütte ernannt – darunter günstiger und vor allem automa- ist bereits erfolgreich abgeter: „Bei Kehr-, einem Inguten Examen GMH-Holding jede Menge. Deshalb hatSchneepflug, sie Sturm. Werbekannte weiß,Gesichter. wann dietisch nächsten dunklen potenzielle Arbeitgeber kennenschlossen. auch viele arbeitet das neue Scantrolstandsetzungssind und sie inPflegemader glücklichen lage, auf Seite 17 das Betriebliche Gesundheitsmanagement System, mit schine in einem die Speziallok auf Seiteaufziehen 3 (Wirtschafts-) Wolken …dem das Stahlwerk zulernen. Auch die georgsmarisich ist ihren Arbeitgeber aussuinANLAGENBAU der GMH-Gruppe auf den Weg gebracht. enhütte Unternehmensgruppe

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STAHL

a U s d e m i n h a lt haltlich eingebunden. Künftige Hochschulabsolventen und Unternehmen redeten über gemeinsame Zukunft. die abwechselnd von den sehr gut.

Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) war bei der GMHütte zu Gast. Trotz engem Zeitplan warf er einen Blick auf den E-Ofen. Im Anschluss traf er sich mit Geschäftsführung und Betriebsrat zu einem kurzen Gespräch. Dabei wurde der Wunsch nach einer besseren Anbindung an die B51 geäußert, um Georgsmarienhütte und Anwohner zu entlasten. Wulff seinerseits lobte vor allem die hohe Ausbildungsquote und die Gewinnbeteiligung des Unternehmens. Hier ist er (Bildmitte) im Gespräch mit (von links) Dr. Henning Schliephake (Geschäftsführer GMHütte) und Peter van Hüllen (Vorsitzender Geschäftsführung GMH-Holding) – „belauscht“ von mitgereisten Journalisten. vl

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editorial

Die Zeitung für Freunde, Kunden und Mitarbeiter der Georgsmarienhütte Unternehmensgruppe

1/2008

und Unternehmen redeten über gemeinsame Zukunft.

nde Januar wurde er offiziell in Betrieb genommen und hat bislang alle Erwartungen erfüllt: der neue Pfannenofen der gMhütte. dies bestätigt auch dr. luka Velikonja, leiter der Sekundärmetallurgie, in einem glück auf-interview: „Alter und neuer Pfannenofen ergänzen sich wunderbar. Wir sind rundum zufrieden.“ Erwähnenswert ist für ihn vor allem die Vielfalt der positiven Auswirkungen, die sich aus der 18-MillionenEuro-investition für die gesamte Produktion ergibt. die größten Vorteile ergeben sich aber für Qualität und Quantität der Stahlerzeugung. lesen Sie dazu interview und Bericht auf Seite 8. pkm

Bous seinen Ofen wartet. Zudem sank die Arbeitsbelastung für die

Das lange Warten

OBaus100 vonchen Windhoff. Was siedeshalb legt zu können. Auch RAFIL und BTBED haben sich damit alles zu leisten vermag, steht Jubiläum fürWieKranbau es jedes Unternehmen darauf einandergesetzt. dort dieKöersten Hürden

Werksfoto

Fachsimpeleien: Dr. Robert Kühn mit einem interessierten Studenten vor dem VW-Motor-Anschauungsmodell.

und Eisenguss-Maschinenbau. Auf einem gemeinschaftsstand innerhalb der Firmenkontaktmesse in der „neuen Mensa“ stellten sich Techniker und Personaler den Fragen der Studenten. highlight und Anziehungspunkt war ein VW-Motor, an dem die Unternehmen zei-

ihren möglicherweise zukünftigen Arbeitgebern knüpfen. „Besonders die nachfrage nach diplomarbeiten, Traineeplätzen und offenen Stellen war groß“, betonte Bernhard lüttmann von der georgsmarienhütte holding gmbh. Zudem waren die gespräche nicht nur für die

anstaltungen. letztere wurden von der gMh-gruppe als Sponsor mit ausgerichtet – was ein dezent platziertes rotes Signet verdeutlichte. Auch hier präsentierten sich die geschäftsbereiche mit Vorträgen, Messeständen und informationsmaterial.

Mitarbeiter. then. Seitdem sie zur Georgsmahat sich für die Schmiedewerke Um nach einer „langen nacht an, sich bestmöglich genommen wurden, schildert Holger Mex auf Seite 14 auf Seite 25zu präsen- gen konnten, welche Bauteile Studenten, sondern auch für die Ihr Redaktions team nahm daran teil – und engagierrienhütte Unternehmensgruppe Gröditz gelohnt. Denn die geDas Geschäftsjahr aus Werkstoffen und Werkstü- Zukunftsplanungen der Unter- mit intensiven gesprächen“ tieren.“ hat sie brauchte Karusselldrehmaschine, der GMHütte endete mit einer te sich in besonderemgehört, Maße: Sie100 Krane unter-auf Seite 18 nehmen von großer Bedeutung. mit ausreichend Energie in den Vertreten war die gMh- cken der gMh-gruppe sind. schiedlichster Bauweise entworauf die man geduldig gewartet „schwarzen Null“. Dazu haben SCHMIEDE Begleitet wurde die Kon- neuen Tag zu starten, verteilte dabei erfuhren die nachgruppe mit den geschäftsbeunterstützte das internationale fen, gebaut ausgeliefert. hatte, passt 100-prozentig auch die Investitionen beigetrareichen Stahlerzeugung, Frei- wuchsakademiker alles über die taktmesse von Fachvorträgen, die Standcrew am nächsten sehr heiß. und Auf den ersten Blick siehtROHSTOFF-RECYCLING es Wir gratulieren insTreffen Produktionskonzept der gen, die sich allmählich positiv Das ERP-System der formschmiede, Stahlguss-Auto- einzelnen geschäftsbereiche Exkursionen in regionale Un- Morgen Traubenzucker. brandgefährlich aus, was sich in der Eisengieals Sponsor und war inGröditzer. Für motive, Eisenguss-Automotive und konnten erste Kontakte zu ternehmen und zwei AbendverainUdersBilanz ddes e Unternehmens m i n h aWildauer lt Kurbelwelle wurde abspielt: ein die Schlackenwirtschaft ikw auf Seite 18 ßerei von Walter Hundhausen auf Seite 21 haltlich eingebunden. Feuerwerk mit „Querschlägern“. Und mittenniederschlagen. up-gedatet und mit Oracle der Stahlwerk Bous GmbH ist auf Seite 8 drin bewegen sich Mitarbeiter – natürlich kombiniert. Die „RundumseitinJanuar die Rohstoff Recycling die abwechselndgeschützten von Schwerlaststaplern. den sie Erneuerung“ macht sich Dortmund verantwortlich. Die GUSS An einem Offshore-Wind-Weshalb sich vorinnichts fürchten müssen,–beschreibt Technischen Universitäten der Arbeit der Dortmunder konnte park England mitzubauen Alexander Bock will WeserWind auf Sei des Unternehmens positiv derart diese Chance Die Key-Buyer ausgerichtete der GussBlankstahl hat die GMHütte ihr te 21 überzeugen, dass sie beMetallurgie Fachce, von einem Stipendium zu profitieren, bemerkbar beim Schopf packen. Nach einer reits weitere Aufgaben übernomGruppe können zufrieden sein. erstes Periodisches Audit erfolgmen haben. Bewerbung gehört Erste Erfolge der neuen Ein-dient gelungenen von den auf Seite 17 veranstaltung auch als das reich Dr. absolviert. Jürgen Zwei Großmann für acht algerische kurz.zum Alle engeren Kunden fordern man schon Kandi- einen käufer-Organisation zeigen, dass sehr Auditoren offen gelegte kleine auf Seite 26 der kurzen Wege. Windhoff hat ihn Kontaktbörse für dieService MitarbeiStudenten ausgeschrieben hatte. Was sie in jetzt für die Westfalenbahn eingerichtet. Denn Leitbildpräsentation Sekundärmetallurgie ter von morgen. Unddas soBahnunternehmen warben erledigt Wartung und Deutschland erwartete, schildert Melanie Arlt Instandsetzung ihrer Triebwagenzüge auf nter dem Motto „Wir maJanuar wurde er offiziell neben der gMh-gruppe rund auf Seite 5 dem Windhoff-Gelände. Näheres darüber Stahl mit Profil“ hat genommen und U chen e inndeBetrieb 20 Firmen aus der Stahlund Eiweiß Joke von Royen die Mannstaedt gmbh seiner hat bislang alle Erwartungen erauf Seite 26 Belegschaft das neue leitbild füllt: der neue Pfannenofen der senbranche um die angehenden präsentiert. Erarbeitet haben es gMhütte. dies bestätigt auch die Mitarbeiterinnen und Mitdr. luka Velikonja, leiter der sehr familiär. „Familienzuwachs“ für Metallurgen. Very British. England gilt als Mutterland arbeiter des Unternehmens selSekundärmetallurgie, in einem Rohstoff-Recycling. Mit der Hittmeyer Rohfoto: Vera loose „Für uns ist es wichtig, schon der Eisen- und Stahlindustrie. Dort wurden ber. die Präsentation war alles stoffe GmbH will man u. a. seinen Aktionskreis glück auf-interview: „Alter und andere als trocken. Emotional im Ruhrgebiet ausweiten. Weshalb der Name neuer Pfannenofen ergänzen frühzeitig mit den Studierenden bahnbrechende Verfahren wie die Eisenverhütunterstützt durch licht- und Hittmeyer übernommen wurde und welche sich wunderbar. Wir sind rundMinisterpräsident Christian Wulff (CDU) war Besuch: bei Soundeffekte wurden die acht Potenziale die Beneue Firma birgt, beschreibt um zufrieden.“ Erwähnenswert der GMHütte zu Gast. Trotz engem Zeitzu sprechen und sie über die tung mit Koks oder das Bessemer-Verfahren Thesen des leitbildes unter anDr. Knut Schemme ist für ihn vor allem die Vielfalt plan warf er einen Blick auf den E-Ofen. Im Anschluss traf er sich auf Seite 30 rufsmöglichkeiten in unserer erfunden. Die GMHütte hat jetzt einen Mehrderem von den Mitarbeitern der positiven Auswirkungen, mit Geschäftsführung und Betriebsrat zu einem kurzen Gespräch. Werksfoto präsentiert und interpretiert. die sich aus der 18-MillionenDabei wurde der Wunsch nach einer besseren Anbindung an die Unternehmensgruppe zuhilfreich. infor- Wenn es darum ging, dem deutlich heitsanteil an einer kleinen englischen Firma wurde dabei, dass die Euro-investition für die geB51 geäußert, um Georgsmarienhütte und Anwohner zu entlasten. sehr von mit Mannstaedt samte Produktion ergibt. die Wulff seinerseits lobte vor allem die Ausbildungsquote und potenziellen NachwuchsFachsimpeleien: auf die Sprünge zu mieren“, kommentierte Peter erworben. Näheres berichtet Paul Wright Dr.leistungskraft Robert Kühn einem interessierten Studenten vorhohe dem VW-Motor-Anschauungsmodell. aus dem individuellen Profil jegrößten Vorteile ergeben sich die Gewinnbeteiligung des Unternehmens. Hier ist er (Bildmitte) helfen, hat die BGG so manche Partnerschaft van hüllen. Auch er besuchte des Mitarbeiters und jeder Mitaber für Qualität und Quantiim Gespräch mit (von links) Dr. Henning Schliephake (Geschäftsgeschmiedet – z. B. auch mit MaßArbeit, dem auf Seite 7 arbeiterin resultiert. lesen Sie tät der letztere Stahlerzeugung. lesen führermöglicherweise GMHütte) und Peter van Hüllen (Vorsitzender GeschäftsfühAusbildungsService Landkreises Osnaanstaltungen. wurden ihren zukünfEisenguss-Maschinenbau. die Veranstaltung, um mit den des und dazu den Bericht auf Seite 14. Sie dazu interview und Bericht rung GMH-Holding) – „belauscht“ von mitgereisten Journalisten. brück. Näheres dazu im glück auf-Interview auf Seite 8. als Spongemeinschaftsstand tigen Arbeitgebern knüpfen. von vlder gMh-gruppe jungen leuten zu sprechen. Me- Auf einem auf Seite 32 pkm ein tallurgen seien zurzeit gesuchte innerhalb der Firmenkontakt-pkm „Besonders die nachfrage nach sor mit ausgerichtet – was sehr gesund. Was ist die Gesundheit der Mitarbeiter, so van hüllen wei- messe in der „neuen Mensa“ diplomarbeiten, Traineeplätzen dezent platziertes rotes Signet Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wert? Der ter: „Bei einem guten Examen stellten sich Techniker und und offenen Stellen war groß“, verdeutlichte. Auch hier präGMH-Holding jede Menge. Deshalb hat sie sind sie in der glücklichen lage, Personaler den Fragen der Stu- betonte Bernhard lüttmann sentierten sich die geschäftsdas Betriebliche Gesundheitsmanagement sich ihren Arbeitgeber aussu- denten. highlight und Anzie- von der georgsmarienhütte bereiche mit Vorträgen, Messein der GMH-Gruppe auf den Weg gebracht. chen zu können. deshalb legt hungspunkt war ein VW-Motor, holding gmbh. Zudem waren ständen und informationsmaAuch RAFIL und BTBED haben sich damit auses jedes Unternehmen darauf an dem die Unternehmen zei- die gespräche nicht nur für die terial. einandergesetzt. Wie dort die ersten Hürden Um nach einer „langen nacht an, sich bestmöglich zu präsen- gen konnten, welche Bauteile Studenten, sondern auch für die genommen wurden, schildert Holger Mex aus Werkstoffen und Werkstü- Zukunftsplanungen der Unter- mit intensiven gesprächen“ tieren.“ auf Seite 18 nehmen von großer Bedeutung. mit ausreichend Energie in den Vertreten war die gMh- cken der gMh-gruppe sind. Begleitet wurde die Kon- neuen Tag zu starten, verteilte dabei erfuhren die nachgruppe mit den geschäftsbereichen Stahlerzeugung, Frei- wuchsakademiker alles über die taktmesse von Fachvorträgen, die Standcrew am nächsten sehr heiß. Auf den ersten Blick sieht es formschmiede, Stahlguss-Auto- einzelnen geschäftsbereiche Exkursionen in regionale Un- Morgen Traubenzucker. brandgefährlich aus, was sich in der Eisengiemotive, Eisenguss-Automotive und konnten erste Kontakte zu ternehmen und zwei Abendverßerei von Walter Hundhausen abspielt: ein ikw Feuerwerk mit „Querschlägern“. Und mittendrin bewegen sich Mitarbeiter – natürlich in geschützten Schwerlaststaplern. Weshalb sie sich vor nichts fürchten müssen, beschreibt Alexander Bock auf Seite 21

sehr gut. Nur dieGMH Besten hatten Chanbereits in allendie Abteilungen Zusammen mit der

sehr kurz. Alle Kunden fordern einen Service der kurzen Wege. Windhoff hat ihn jetzt für die Westfalenbahn eingerichtet. Denn das Bahnunternehmen erledigt Wartung und Instandsetzung ihrer Triebwagenzüge auf dem Windhoff-Gelände. Näheres darüber weiß Joke von Royen auf Seite 26

sehr familiär. „Familienzuwachs“ für Rohstoff-Recycling. Mit der Hittmeyer Rohstoffe GmbH will man u. a. seinen Aktionskreis im Ruhrgebiet ausweiten. Weshalb der Name Hittmeyer übernommen wurde und welche Potenziale die neue Firma birgt, beschreibt Dr. Knut Schemme auf Seite 30 sehr hilfreich.

Wenn es darum ging, dem potenziellen Nachwuchs auf die Sprünge zu helfen, hat die BGG so manche Partnerschaft geschmiedet – z. B. auch mit MaßArbeit, dem AusbildungsService des Landkreises Osnabrück. Näheres dazu im glück auf-Interview auf Seite 32

kraft aus dem profil

Vielfalt aus der pfanne

kraft aus dem profil

Vielfalt aus der pfanne

Leitbildpräsentation

Sekundärmetallurgie

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nter dem Motto „Wir machen Stahl mit Profil“ hat die Mannstaedt gmbh seiner Belegschaft das neue leitbild präsentiert. Erarbeitet haben es die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens selber. die Präsentation war alles andere als trocken. Emotional unterstützt durch licht- und Soundeffekte wurden die acht Thesen des leitbildes unter anderem von den Mitarbeitern präsentiert und interpretiert. deutlich wurde dabei, dass die leistungskraft von Mannstaedt aus dem individuellen Profil jedes Mitarbeiters und jeder Mitarbeiterin resultiert. lesen Sie dazu den Bericht auf Seite 14. pkm

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foto: Vera loose

Besuch:

Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) war bei der GMHütte zu Gast. Trotz engem Zeitplan warf er einen Blick auf den E-Ofen. Im Anschluss traf er sich mit Geschäftsführung und Betriebsrat zu einem kurzen Gespräch. Dabei wurde der Wunsch nach einer besseren Anbindung an die B51 geäußert, um Georgsmarienhütte und Anwohner zu entlasten. Wulff seinerseits lobte vor allem die hohe Ausbildungsquote und die Gewinnbeteiligung des Unternehmens. Hier ist er (Bildmitte) im Gespräch mit (von links) Dr. Henning Schliephake (Geschäftsführer GMHütte) und Peter van Hüllen (Vorsitzender Geschäftsführung GMH-Holding) – „belauscht“ von mitgereisten Journalisten. vl

nde Januar wurde er offiziell in Betrieb genommen und hat bislang alle Erwartungen erfüllt: der neue Pfannenofen der gMhütte. dies bestätigt auch dr. luka Velikonja, leiter der Sekundärmetallurgie, in einem glück auf-interview: „Alter und neuer Pfannenofen ergänzen sich wunderbar. Wir sind rundum zufrieden.“ Erwähnenswert ist für ihn vor allem die Vielfalt der positiven Auswirkungen, die sich aus der 18-MillionenEuro-investition für die gesamte Produktion ergibt. die größten Vorteile ergeben sich aber für Qualität und Quantität der Stahlerzeugung. lesen Sie dazu interview und Bericht auf Seite 8. pkm

GMH Gruppe // 25 Jahre glückauf

Der Mann der ersten Stunde Hartmut Gattmann erinnert sich: Der ehemalige Personaler der GMHütte war die ersten Jahre Leiter der glückauf-Redaktionskonferenz. der Zeitung zu Beginn nur sechs Seiten betrug. E-Mail war ja noch nicht überall angesagt. Daher mussten die Artikel per Post oder Fax übermittelt werden. Digitale Fotos gab es für den Massenmarkt ebenfalls noch nicht. Und so mussten Fotoabzüge ebenfalls per Post nach Münster.

1993, nach der Übernahme der GMHütte, war für den Gesellschafter Dr. Jürgen Großmann von vornherein klar: Das Stahlwerk sollte eine eigene Werkszeitung bekommen. Kein Sprachrohr der Geschäftsführung, sondern eine Zeitung, die von Kolleginnen und Kollegen für die Kolleginnen und Kollegen gemacht wird. glückauf: Weshalb sollten gerade Sie den Job übernehmen, Herr Gattmann? Hartmut Gattmann: Der Vorschlag, mich damit zu betrauen, kam von dem damaligen Arbeitsdirektor Hermann Cordes. Er wusste ja, dass ich zuvor gelegentlich Beiträge über das Stahlwerk für die Klöckner-Werkszeitungen beigesteuert hatte – also für „Pütt und Hütte“ beziehungsweise „KW heute“ mit ihrer Beilage „aktuell: wir von der Hütte“. Die Beilage war speziell für das Stahlwerk. Bis zur Insolvenz der Klöckner-Werke Ende 1992 war ja die GMHütte Teil der Klöckner-Werke und trug zuletzt den Namen „Klöckner Edelstahl“. So gesehen war glückauf der Nachfolger von „aktuell: wir von der Hütte“? Gattmann: Könnte man so sagen. Wie kam es überhaupt zu dem Namen „glückauf“? Gattmann: Die Belegschaft wurde aufgefordert, einen Namen zu finden. Unter den vielen Vorschlägen wurde der Titel „glückauf“ ausgewählt. Sie waren aber mit glückauf nicht allein. Gattmann: Nein, die Geschäfts-

Hartmut Gattmann

Foto: privat

führung hatte die Aufgaben einem Team übertragen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus verschiedenen Betriebsbereichen. So wollte man sicherstellen, das Betriebsgeschehen mit unterschiedlichen Themen möglichst vielfältig abzubilden. Sie waren als Mann der ersten Stunde hauptverantwortlich für die glückauf? Gattmann: Aber nicht als Einziger. Da gab es ja auch die Frau der ersten Stunde, Dr. Beate-Maria Zimmermann. Sie war damals für die Öffentlichkeitsarbeit der GMHütte zuständig und hat die Zeitung vor allem in der Anfangsphase sehr entscheidend mitgeprägt. Und es gab externe professionelle Hilfe: ein Textbüro und eine Grafikagentur aus Münster. Bis eine neue Zeitung reibungslos produziert werden kann, vergehen erfahrungsgemäß einige Ausgaben. Was waren für Sie die größten Probleme? Gattmann: In den ersten Jahren war die Kommunikation untereinander und mit Münster sehr aufwendig – obwohl der Umfang

Und intern? Gattmann: Wir mussten die Belegschaft davon überzeugen, eigene Beiträge beizusteuern. Und wir mussten ihnen nach dem Erscheinen der Zeitung klarmachen, weshalb ihre Texte weder im Original noch in voller Länge abgedruckt werden konnten. Weshalb nicht? Gattman: Vor allem, weil sie ins Layout passen mussten und journalistischer formuliert sein sollten. Diese Überzeugungsarbeit hat sich über sehr lange Zeit hingezogen und war bei fast jeder Ausgabe nötig. Was ist Ihnen als Highlight in Erinnerung geblieben? Gattmann: Beispielsweise der Gastauftritt von Rolf Zuckowski im ehemaligen Kraftwerk 2 der Hütte. Das war ein schönes

Konzert mit Kindern der GMHütte-Beschäftigten. Und glückauf konnte sehr ausführlich darüber berichten. Oder auch das tolle Fest anlässlich der 150-Jahr-Feier der Hütte und die köstliche Rubrik „Wollis Welt“ von Wolfgang Eichhorst, dem Fahrer von Dr. Großmann. Und was hat Ihnen im Rückblick bei der Redaktionsarbeit am besten gefallen? Gattmann: Das große Maß an Selbstständigkeit, das dem Redaktionsteam eingeräumt wurde. Will sagen, es gab von der Geschäftsführung kaum Vorgaben, welche Art von Beiträgen veröffentlicht oder nicht veröffentlicht werden durften oder über die inhaltliche Textgestaltung. Das Redaktionsteam konnte konstruktiv und autark arbeiten. Für Sie als Personaler war Zeitungsmachen ja etwas Fremdes. Konnten Sie dennoch etwas für Ihre Arbeit mitnehmen? Gattmann: Ich habe natürlich einen guten Einblick in den Produktionsprozess einer Zeitung bis hin zum Druck bekommen. Und ich habe mir vom Grafiker einiges abgeguckt, was mir bis heute bei meinen privaten Fotoarbeiten – Collagen, Fotobüchern, Fotoshows – hilft, sie abwechslungsreich und interessant zu gestalten. Wie beurteilen Sie die Entwicklung der Zeitung? Gattmann: Also Layout und Text wurden im Laufe der Jahre

Danke schön! Nach 25 Jahren darf man auch etwas pathetisch werden: Ohne euch, die vielen Kolleg*innen aus eurer Mitte, die immer wieder an glückauf mitarbeiten, für glückauf schreiben oder fotografieren, könnte glückauf nicht existieren. Denn wie gesagt: glückauf ist eine Zeitung von und für Kolleg*innen. Will sagen: Die meisten Artikel wurden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vorgeschlagen, recherchiert und vorformuliert. Dafür vielen, vielen Dank – verbunden mit der Hoffnung, dass ihr auch weiterhin an der glückauf mitarbeiten werdet. Euer glückauf-Redaktionsteam

immer den sich ändernden Anforderungen angepasst. Deshalb ist die Zeitung auch aktuell gut aufgestellt. Das neue Element, die Artikel mehr zu personalisieren … … also die direktere Leseransprache und die Fotos der Autoren … Gattmann: … diese Personalisierung finde ich gelungen. Zum einen bekommt nun die Leserschaft ihre Autoren „zu Gesicht “, und zum anderen bringt es mehr Anerkennung für die Autoren mit sich, als nur mit einem Kürzel vertreten zu sein. Die Zeitung ist heute zudem „handlicher“ und nicht mehr so seitenstark. Was wünschen Sie sich von der glückauf in Zukunft? Gattmann: Eine hohe Themenbandbreite mit abwechslungsreicher Berichterstattung. Dazu gehört sicher auch mal ein kritischer Beitrag. Gerne würde ich auch mehr über Betriebsrats-Angelegenheiten oder auch Aktivitäten des Pensionärsvereins lesen. Manchmal wird auch diskutiert, ob glückauf nicht besser im Netz aufgehoben wäre. Wäre das für Sie auch eine Option? Gattmann: Klares Nein! Meiner Erfahrung nach wird eine Papierzeitung intensiver gelesen als eine „Bildschirm-Zeitung“. Mag sein, dass ich da etwas altmodisch bin. Aber die Zeitung auf einem bequemen Stuhl oder Sofa zu lesen, anstatt auf den Bildschirm zu starren, sie zur Seite zu legen, um sie bei nächster Gelegenheit weiterzulesen oder interessante Artikel aufzubewahren – das macht für mich nach wie vor den Reiz eines Printmediums aus. Was wünschen Sie der glückauf für die Zukunft? Gattmann: Weiterhin eine treue und interessierte Leserschaft. Vielen Dank für das Gespräch.


QUALITÄT & QUALIFIKATION WSK // KVP-Tafeln

Das Team ist der Boss Mitarbeiter gehen in die Verantwortung.

etwa zehn Monaten nahezu alle 200 Mitarbeiter sehr intensiv geschult wurden. Jetzt wurden in Wildau KVP-Tafeln eingeführt. Bevor Sie diese Tafeln etwas genauer erläutern: Was war der Auslöser, diese Tafeln einzuführen? Geißler: Während der intensiven Schulungen in Wildau haben die Kollegen viele Probleme angesprochen, die in der Produktion auftreten. Um genau diese zu lösen, arbeiten wir jetzt mit der KVP-Tafel. Die Kollegen auf dem Hüttenflur stecken eben mittendrin. Geißler: Es gibt in der Tat keinen im Unternehmen, der Verschwendung und Probleme in der Produktion besser beurteilen kann. Aber die Kollegen haben auch kritisiert, dass es in der Regel zu lange dauert, bis Lösungen für diese Probleme umgesetzt werden können. Und dass solche Maßnahmen oft im Tagesgeschehen untergehen. Was absolut frustrierend und demotivierend sein kann. Geißler: Deshalb haben sie gefordert, ihre Probleme effektiver zu lösen.

Werksfoto

Frank Geißler hat einen interessanten Job: Seit 2017 arbeitet er unter anderem für die Wildauer Schmiede- und Kurbelwellentechnik. Dort ist er zuständig für KVP-Projekte und -Koordination (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess). Jetzt hat er, um Problemen in der Praxis schneller mit Lösungen beizukommen, in Wildau KVP-Tafeln eingeführt. Wel-

che Vorteile sie bringen, erläutert er im glückauf-Interview: glückauf: Welchen Stellenwert hat KVP in Wildau, Herr Geißler? Frank Geißler: Einen großen. In Wildau gab es übers Jahr insgesamt 39 Beratungstage von Prof. Dr. Mola von der Hochschule Ruhr West wie bereits vorher in Gröditz und Essen – wobei in

Und sind die KVP-Tafeln Teil dieser Lösung? Geißler: Meine Erfahrung zumindest ist: KVP-Tafeln schaffen Transparenz, reduzieren die Problemlösungszeit. Und vor allem: Die Mitarbeiter wechseln von einer passiven in eine aktive Rolle. Jetzt erklären Sie mal: Wie sehen diese KVP-Tafeln aus? Und welche Rolle spielen die Kollegen?

Stahlwerk Bous // Feuerwehr-Übung

In 35 Meter Höhe auf Leben und Tod Alles für den Ernstfall: Feuerwehrleute bergen einen „verletzten Kollegen“ mithilfe der Höhenrettungseinheit der Dillinger Hütte. Autor ist Rainer Wolf (Leiter der Werkfeuerwehr).

R

und 50 m hoch ist der Kamin der neuen Entstaubungsanlage, die 2017 in Betrieb genommen wurde. Sicherheitsgutachten und Gefährdungsbeurteilung ergaben: Wir müssen in der Lage sein, im Notfall Mitarbeiter aus einer Höhe von 35 m (Messplattform) bergen zu können. Deshalb haben wir schon 2017 die Höhenrettungseinheit der Dillinger Werkfeuerwehr kontaktiert. Gemeinsam wurden Einsatzpläne und Standard-Einsatzregeln für Rettung und Versorgung erarbeitet. Im selben Jahr haben wir den Einsatz erstmals geübt. Nun fand

am 19. April am Kamin die erste Einsatzübung statt, bei der die Kollegen unangekündigt in Aktion treten mussten.

14.25 Uhr Alarm! Unsere Werkfeuerwehr und die Höhenrettungseinheit der Dillinger Werkfeuerwehr werden zeitgleich alarmiert. Den öffentlichen Rettungsdienst hat man bereits alarmiert.

Rettung aus 35 m Höhe

Foto: Armin Hans

14.30 Uhr Unser erstes Fahrzeug rückt aus. Eine Minute später ein zweites. Zu diesem Zeitpunkt haben die Kollegen aus Dillingen bereits über Digitalfunk unserem Einsatzleiter bestätigt: Ihre Höhenret-

tungseinheit mit einer Stärke von 1/4 (Einheitenführer plus vier Höhenretter) ist ausgerückt. An der Einsatzstelle erkundet der Einsatzleiter zunächst die Lage und schickt zwei Feuerwehrleute

Unsere

glück auf 2-2018

Geißler: Die Kollegen nehmen die Dinge selbst in die Hand. Sie kommen zu sogenannten Stehungen zusammen, bringen dabei aktuelle Probleme zur Sprache, ordnen die Probleme nach Wichtigkeit und Dringlichkeit, beraten sich und beschließen dann erste Gegenmaßnahmen. Was in aller Welt sind „Stehungen“? Geißler: Jedes Kind braucht eben einen Namen. „Stehung“ bedeutet ganz einfach: Die Kollegen sitzen bei dieser Besprechung nicht irgendwo am Konferenztisch. Die Kollegen stehen in der Produktion gemeinsam an einer Tafel, einer sogenannten KVP-Tafel, auf der man die Ergebnisse und Vereinbarungen des Treffens festhält. Dazu gehören auch die Maßnahmen, die umgesetzt werden sollen, um die diskutierten Probleme zu lösen. Und wer kümmert sich um die Umsetzung? Geißler: Die Mitglieder der Stehung. Sie übernehmen die Verantwortung dafür, dass die Maßnahme umgesetzt wird. Sie stimmen sich mit den Kollegen, die die Maßnahme umsetzen sollen, ab. Dazu gehört auch der voraussichtliche Fertigstellungstermin. Umgesetzt wird je nach Problem

Der nächste Schritt Als Nächstes will man in Verbindung mit den KVP-Tafeln ein ShopFloorManagement einführen (Führen auf Produktionsebene.) Ziel ist auch hier: Prozessverbesserung am Ort der Wertschöpfung.

zur Versorgung des Verletzten auf die Plattform. Der hat – so ein Gespräch mit dem vor Ort befindlichen Erhaltungspersonal – vermutlich einen Stromschlag erlitten. Jetzt liegt er in 35 m Höhe bewusstlos auf der Plattform. Nach Rücksprache wird dem Einsatzleiter mitgeteilt, dass alle relevanten Stromleitungen abgeschaltet sind. Nachdem das zweite Fahrzeug eingetroffen ist, werden vier weitere Feuerwehrmänner mit Material hochgeschickt. Sie sollen die Rettung des verletzten Mitarbeiters unterstützen. Die beiden Feuerwehrmänner, die als Erstes auf der Plattform waren, haben den Verletzten erstversorgt und in die stabile Seitenlage verbracht. Sie überwachen weiterhin seinen Zustand. Die vier nachgekommenen Feuerwehrmänner bereiten die Schleifkorbtrage und die Rettungswindel vor. Danach wird der Verletzte gemeinsam in die Schleifkorbtrage umgelagert und dort gesichert.

14.50 Uhr Die alarmierte Einheit der Dillinger Hütte trifft an der Einsatz-

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„Frau Senst (WSK-Geschäftsführung) hat sehr schnell das Potenzial der KVP-Tafeln erkannt. Sie hat den Piloteinsatz in der Schmiede und der Kurbelwellenfertigung beschlossen.

FRANK GEISSLER

im Team, teamübergreifend oder auch mithilfe Externer. Wenn nötig, unterstützt das übergeordnete Lenkungsteam mit Ressourcen oder Entscheidungen. Und wenn die Maßnahme umgesetzt ist? Geißler: Erfolgskontrolle. Die Kollegen beraten bei einer weiteren Stehung, ob die Maßnahme den erhofften Erfolg gebracht hat. Also die Kollegen entscheiden? Geißler: Genau. Das Team der Stehung ist der Boss. Die Kollegen entscheiden, wann welches Problem angegangen wird und wann und ob das Problem gelöst ist. Dabei begrenzt man sich auf wenige Maßnahmen, die umgesetzt werden. Das hält den Prozess übersichtlich und erhöht automatisch die Umsetzungsgeschwindigkeit. Fallen da nicht auch Probleme unter den Tisch? Geißler: Dafür gibt es eine Sammelbox. Dank ordnungsgemäßer Beschriftung der Problemlösungskarten ist die Maßnahmenumsetzung jederzeit für alle Betrachter sehr transparent. Ist ein Problem erfolgreich gelöst, ist Platz für die nächste Maßnahme. Vielen Dank für das Gespräch.

stelle ein. Der Einsatzleiter informiert sie über die Lage.

14.55 Uhr Voll ausgerüstet steigen die Kollegen den Turm zur Plattform hoch. Als sie oben sind, ziehen sich die beiden Trupps von uns zunächst auf die darunterliegende Plattform zurück: Trupp 1 bleibt zur Unterstützung vor Ort; Trupp 2 steigt dann ab. Die Höhenrettungseinheit wählt zwei unterschiedliche Sicherungspunkte und bereitet die Rettungsmaßnahme vor (sogenanntes Aufseilen).

15.08 Uhr Einer der Höhenretter übersteigt mit der Schleifkorbtrage und dem verunglückten Mitarbeiter das Geländer und beginnt mit dem Abseilen.

15.12 Uhr Höhenretter und verunfallter Mitarbeiter werden am Boden in Empfang genommen. Der Verletzte wird dem Rettungsdienst zur medizinischen Versorgung übergeben.


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QUALITÄT  &  QUALIFIKATION

Unsere

glück auf 2-2018

Das SWG-Messeteam (von links nach rechts): Julia Bachmann, Falk Snatkin, Matthias Helbig und Karl Dietrich.

Werksfoto

25-mal Studententag 1993 fand der erste Studententag der Metallurgie statt – auf Initiative von Metallurgie-Studenten der deutschsprachigen Universitäten (RWTH Aachen, TU Berlin, TU Clausthal, GMU Duisburg, TU BA Freiberg und MU Leoben). Die Tagung wuchs im Laufe der Jahre, weil viele Universitäten als Teilnehmer hinzukamen. So ist allmählich ein Forum für Ideen und Diskussionen entstanden, deren Austragungsort jährlich zwischen den verschiedenen Universitäten wechselt. Da der Fachkräftemangel auch in der Metallbranche spürbar ist, bot der Studententag eine gute Möglichkeit auch für die Unternehmen der GMH Gruppe, sich als potenzieller Arbeitgeber bei den Studenten vorzustellen.

GMH Gruppe // Perspektivsuche  

Von Studenten für Studenten Ein Treffen mit Tradition: 25 Jahre regelmäßig Austausch und Kontakt.

Autorin ist Julia Bachmann.

D

ie 25. Auflage des Internationalen Studententags der Metallurgie (ISDM) fand dieses Mal Anfang April – und wieder einmal an der TU Bergakademie Freiberg – statt. Ziel der Tagung ist der wissenschaftliche Austausch zwischen verschiedenen Universitä-

ten. Außerdem ermöglichte sie in diesem Jahr den Studierenden, ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt auszuloten. Begrüßt werden konnten etwa 200 Studenten und Doktoranden der Metallurgie sowie angrenzender Fachrichtungen aus verschiedenen europäischen Universitäten. Sie nutzten erneut die Gelegenheit, thematisch vielseitige Vortragsreihen zu besuchen und

eigene Forschungsarbeiten zu präsentieren und zu diskutieren. Auf dem Programm standen auch Exkursionen zu Unternehmen aus der Region und eine zweitägige Firmenkontaktmesse im Haus Formgebung der TU Bergakademie Freiberg. Dort waren auch die Schmiedewerke Gröditz und die GMH Gruppe mit einem eigenen Stand vertreten. Viele Studierende nutzten die

Möglichkeit, sich mit den Vertretern der GMH-Unternehmen auszutauschen. Gesprächspartner waren dort Ingenieure aus verschiedenen Fachbereichen und Personaler. Sie beantworteten viele große und kleine Fragen rund um die Themen Praktikum, Abschlussarbeit und Einstieg in das Unternehmen und die GMH Gruppe. Dies verhalf den angehenden

Metallurgen, ihre Zukunftsperspektiven konkret und realistisch einzuschätzen. Komplettiert wurde die dreitägige Veranstaltung in der Silberstadt Freiberg von zwei gelungenen Abendveranstaltungen. Dort war ein zwangloses Kennenlernen zwischen den Studenten und Unternehmensvertretern möglich.

Stahl Judenburg // Nachwuchswerbung

Im Kampf um die Talente muss man Akzente setzen Zur rechten Zeit am rechten Ort: In Zeiten massiven Fachkräftemangels nutzt man jede Gelegenheit, um auf sich aufmerksam zu machen.

GRIFF NACH DEN STERNEN Stahl Judenburg // Text: Romana Binder (Personalleiterin), Foto: WKO Beim renommierten „Stars of Styria“-Wettbewerb sicherte sich ein Azubi-Trio der Stahl Judenburg (STJ) die begehrten Trophäen für ausgezeichnete Leistungen. Die Ausbildung von jungen Mitarbeitern genießt seit jeher höchste Priorität in der Stahl Judenburg. Mehr als 50 Führungspositionen des GMH-Unternehmens sind mit ehemaligen Auszubildenden besetzt. „Die Lehrlingsausbildung“, betont STJ-Geschäftsführer Thomas Krenn, „ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor unseres Betriebs und sichert die innovative Zukunft unseres Unternehmens. Wir freuen uns sehr mit unseren Preisträgern und auch unseren Lehrlingsausbildnern. Diese leisten hervorragende Arbeit, die landesweit Beachtung findet.“ Gerade in schwierigen Phasen des Recruitings wie im Moment sei die Lehrlingsausbildung ein Garant für hoch qualifizierte Mitarbeiter auch in den nächsten Jahren. Die „Stars“ von links nach rechts: Daniel Uwe Paulitsch, Philipp Eichberger und Thomas Leben.

In Österreich hat der Fachkräftemangel drastische Ausmaße angenommen. Bereits mehr als die Hälfte der heimischen Unternehmen hat massive Probleme, offene Stellen mit entsprechendem Personal zu besetzen. Besonders gravierend ist der Mangel im technischen Bereich, wie Personalleiterin Romana Binder weiß. glückauf: Der „War of Talents“ – also der Kampf um jedes einzelne Talent – ist längst zwischen den Unternehmen entbrannt. Weshalb ist es so schwer, an Nachwuchs zu kommen? Romana Binder: Das hat vor allem mit dem demografischen Wandel zu tun, aber auch mit einem Wertewandel in unserer Gesellschaft. Für junge Menschen ist längst nicht nur das Gehalt ein wichtiges Motiv bei der Berufswahl.

Was bedeutet das für die Nachwuchsarbeit von Unternehmen? Binder: Einerseits müssen wir mit neuen Argumenten locken, beispielsweise mit Karriere-Perspektiven und spannenden Qualifizierungsmaßnahmen. Und gleichzeitig müssen wir neue Plattformen erschließen, um zu den jungen, hochtalentierten Menschen Kontakt zu finden. Welche Plattformen meinen Sie? Binder: Das beginnt beim Auftritt in sozialen Medien und geht bis hin zur Präsentation auf Jobmessen. Wir waren beispielsweise im vergangenen Monat im Schulungszentrum Fohndorf auf einer Jobmesse, wo wir uns potenziellen Mitarbeitern präsentiert haben.

Gute Nachrichten! Unser Nachwuchs ist in einer beneidenswerten Situation: Mit einer vernünftigen Ausbildung finden sie sicher einen Job. Wenn sie besonders gut ausgebildet sind, sogar mit Handkuss. Irgendwie ist das beruhigend zu wissen. Es gibt eben auch Dinge, die besser werden. Euer Georg Vonnerhütte Und wie ist Ihre Bilanz? Binder: Das Feedback unserer Stand-Besucher stimmt uns sehr zuversichtlich. Ich bin sicher, dass wir hier die richtigen Akzente setzen, um potenzielle Mitarbeiter für die GMH Gruppe begeistern zu können. Vielen Dank für das Gespräch.


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Es geht um eure Gesundheit

Foto: © stockfoto

Lasst euch nicht irremachen: Die einen nennen es Health & Safety Day, die anderen safetyDay der World Steel Association und wieder andere einfach nur Gesundheitstag. Dahinter steckt auf jeden Fall immer was Gutes: ein Tag, an dem es einzig und allein und intensiv um eure Sicherheit und Gesundheit geht. Auch in diesem Jahr organisierte die GMH Gruppe am 28. April solch einen Tag. Und wie unsere folgenden Berichte zeigen: Die Verantwortlichen in den GMHUnternehmen lassen sich jede Menge einfallen, um den Kolleg*innen etwas Interessantes zu bieten. Allen, die den Gesundheitstag in ihrem Unternehmen organisieren, sei gesagt: Lasst euch von dem, was in anderen GMH-Unternehmen gemacht wird, einfach inspirieren. Vielleicht könnt ihr das eine oder andere für euren Gesundheitstag 2019 gebrauchen.

GMHütte // Gesundheitstag

nicht zu helfen. Und mit wenigen Grundkenntnissen in „Notruf absetzen“, „stabile Seitenlage“ und „Herz-Lungen-Wiederbelebung“ ist in den meisten Situationen schon viel geholfen.

Atemlos

Ein Tag nur für Gesundheit und Sicherheit. Und indirekt war sogar Helene Fischer mit dabei. Mindestens vor der Führerscheinprüfung hat den Kurs wohl jeder schon einmal absolviert: „Lebensrettende Sofortmaßnahmen“. Doch wer weiß noch, was bei einem Unfall zu tun ist? Wie bringe ich den Verletzten in eine stabile Seitenlage? Wie häufig pro Minute muss ich bei einer Herz-Lungen-Wiederbelebung auf den Brustkorb drücken? Deshalb hat die GMHütte beim Gesund-und-Sicher-Tag zusammen mit der Johanniter-Unfall-Hilfe den Auffrischungskurs „Fresh-up – Lebensrettende Sofortmaßnahmen“ angeboten. 124 Kolleginnen und Kollegen absolvierten den theoretischen Teil und setzten das Erlernte auch gleich in praktischen Übungen um. Doch wie im Notfall Leben retten? glückauf sprach darüber mit Norbert Kölker (Leiter Arbeitssicherheit GMHütte) und Jan Hendrik Lucas (Johanniter-Unfall-Hilfe): glückauf: Herr Kölker, kann denn ein 90-minütiger Auffrischungskurs dazu beitragen, effektiv in Notsituationen zu helfen? Norbert Kölker: Auf jeden Fall! Ziel der Schulung war es, den Kolleginnen und Kollegen die wichtigsten Elemente einer Erstversorgung zu vermitteln. Damit sie effektiv und sicher in einer Notsituation helfen können. Dabei ging es nicht um einen umfassenden Erste-Hilfe-Kurs. Wir wollten eher ihre Kenntnisse etwas auffrischen und ihnen ein

bisschen mehr Selbstvertrauen geben. Aber Sie haben natürlich recht: Ein kompletter Erste-HilfeKurs würde natürlich noch mehr bringen.

Norbert Kölker

Es heißt immer: „Jeder kann helfen.“ Dennoch haben Menschen in Notsituationen häufig Angst zu helfen. Warum? Jan Hendrik Lucas: Weil sie glauben, sie könnten etwas falsch machen. Aber: Schlimmer als falsch zu helfen ist, überhaupt

Und warum haben Sie im Kurs den Schwerpunkt auf die Herz-Lungen-Wiederbelebung gesetzt – und nicht etwa auf das Verbinden von Verletzungen? Lucas: Die häufigste Todesursache in Deutschland ist der plötzliche Herztod. Es kann jeden treffen. Und es kann überall passieren – im Bus, in der Fußgängerzone, im Büro: Ein Mensch bricht auf einmal zusammen und atmet nicht mehr. Plötzlicher Herzstillstand! Jetzt ist schnelle Hilfe wichtig. Überlebenswichtig. Eine sofortige Herzdruckmassage verdoppelt bis verdreifacht die Überlebenschance des Patienten. Und die ist eigentlich ganz einfach. ... und geht wie? Lucas: Wenn Sie feststellen, dass Atmung und HerzJan Hendrik Lucas vom Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., der die Kurse durchführte und zusammen mit seinen Kollegen auch die Sanitätsstelle des Stahlwerks betreut, erklärt den Kollegen die

Wie oft pro Minute?

100- bis 120-mal pro Minute – das ist die Frequenz, mit der Sie das Brustbein bei einer Herzdruckmassage drücken sollen. Aber wie oft ist das? Orientieren Sie sich einfach an „Atemlos“, dessen Rhythmus dieser Frequenz in etwa entspricht.

schlag ausgesetzt haben, machen Sie den Brustkorb des Patienten frei. Legen Sie Ihre Handballen auf die Mitte der Brust. Verschränken Sie am besten die Finger. Halten Sie die Arme gerade und gehen Sie mit den Schultern senkrecht über den Brustkorb des Betroffenen – so können Sie viel Kraft ausüben. Drücken Sie das Brustbein fünf bis sechs Zentimeter tief nach unten. Drücken Sie fest und schnell, circa 100- bis 120-mal pro Minute. Hören Sie nicht auf, bis professionelle Hilfe eintrifft.

Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Und wie merke ich mir den richtigen Druck-Rhythmus? Lucas: Mit einem einfachen Trick. Der Schlüssel zum Erfolg ist Musik: Es gibt einige bekannte Songs, die jeweils etwa 100 Schläge pro Minute haben. Wenn man also bei einer Herzdruckmassage im Rhythmus eines dieser Songs in den Brustkorb drückt, ist das die ideale Frequenz. Wie zum Beispiel „Atemlos” von Helene Fischer. Helfen die Tipps nur für die Arbeit oder auch in der Freizeit? Kölker: Die Kollegen haben auf dem Werksgelände einen immensen Vorteil: Sie können jederzeit über die interne Notrufnummer die Sanitäter der Sanitätsstelle bzw. der Werkfeuerwehr rufen. Aber auch die brauchen Zeit, bis sie am Einsatzort sind. Für die ersten Maßnahmen sollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nun gerüstet sein. Und das gilt sowohl für die Arbeit als auch für unterwegs oder zu Hause. Und vielleicht macht der eine oder andere ja nun auch noch einen kompletten Erste-Hilfe-Kurs. Vielen Dank für das Gespräch.

Überlebenswichtig: der richtige Rhythmus. Gemeinsam und im Gleichtakt üben die Kollegen die Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Fotos: Vera Loose


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QUALITÄT  &  QUALIFIKATION

Unsere

glück auf 2-2018

WSK // Gesundheitstag

Die Qual der Wahl Eine gute Vorbereitung zahlt sich aus: Die Beschäftigten konnten sich aus breiter Angebotspalette ihr individuelles Programm zusammenstellen.

… die gehören ebenfalls zur Business Unit Schmiedetechnik der GMH Gruppe. Stahl: Genau – und sind bei uns auf einem Gelände vis-à-vis angesiedelt. Insofern hat sich das angeboten.

Gesundheitstag bei der Wildauer Schmiede- und Kurbelwellentechnik. Ziel der Veranstaltung war auch hier, die Kolleg*innen zu motivieren, gesünder und bewusster zu leben – mit einem außergewöhnlich attraktiven und umfangreichen Programm (siehe Infobox). Entsprechend aufwendig war der lange Prozess von der Planung bis zur Nacharbeit. Dass er gut strukturiert und gut organisiert ablief, ist Ralf Stahl (Fachkraft für Arbeitssicherheit) und Sandra Ostermann (Standortpersonalreferentin) zu verdanken. Sie hatten in Wildau die Federführung. Und ihr Engagement hat den Gesundheitstag zu einem Erfolg werden lassen. glückauf: Wie haben Sie die Planung angepackt? Was waren die ersten Schritte? Sandra Ostermann: Unser Programm sollte das breite Spektrum der Präventions- und Gesundheitsvorsorge umfassen. Dementsprechend haben wir im Vorfeld geeignete Partner und qualifizierte Dienstleister gesucht und angesprochen. Mit deren Unterstützung konnten wir dann unserer Belegschaft erneut ein attraktives Programm bieten – mit vielen Stationen zu den Themen Bewegung, Ernährung und Stress.

entsprechende Teilnehmerliste eintragen. Ralf Stahl: Das Angebot richtete sich zudem nicht nur an unsere Kolleginnen und Kollegen. Eingeladen war auch die Belegschaft SMB Schwermechanik.

Wie war denn so die Resonanz der Kolleginnen und Kollegen auf den

Anregungen für Ihren Gesundheitstag 2019

Jede Menge gesunder Getränke, die auch noch zu schmecken scheinen.

Mussten denn alle Beschäftigte sämtliche Stationen durchlaufen? Ostermann: Nein, mussten sie nicht. Jede Mitarbeiterin und je-

Werksfoto

der Mitarbeiter konnte sich selbst sein beziehungsweise ihr individuelles Angebot zusammenstellen. Sie mussten sich nur in eine

Der Gesundheitstag in Wildau befasste sich mit folgenden Themen: AOK Nordost: Nordic Walking · Fußdruckanalyse per Footscan-System · Infostand für allgemeine Gesundheitsinformationen Barmer: Balance-Check · Regenerationsfähigkeit des Herzens in Stress-Situationen · Smoothie-Station: Infostand BGHM: Hörtest Qualitrain: Angebot Fitnesscard: Abfrage, inwieweit die Beschäftigten in Wildau daran interessiert wären. Piel: Hautschutzcreme Erste-Hilfe-Refresh: Wie setzt man einen Defibrillator ein? care diagnostica: Informationen zur Darmkrebsvorsorge Ganztägig: Frisches Obst in allen Pausenräumen

* * * GESUNDHEITSTAG * * *

Gesundheitstag? Ostermann: Wir hatten viele Angebote in petto, die in der Belegschaft auf besonders großes Interesse stießen. Entsprechend waren die Teilnehmerlisten wie schon im Vorjahr gut gefüllt. Was kann solch ein Gesundheitstag überhaupt leisten? Was bleibt letzten Endes zurück? Ostermann: Also, Gesundheitstage müssen gut organisiert und attraktiv zusammengestellt sein. Dann können sie sehr konzentriert und positiv auf das Gesundheitsbewusstsein der Beschäftigten einwirken. Der richtige Angebots-Mix hilft dabei, Gesundheit erlebbar zu machen. Stahl: Und die vielen wertvollen Tipps vermitteln konkret mehr Wohlbefinden bei den Kolleginnen und Kollegen. Wenn man sich so in der Belegschaft umhört, ist das in Wildau gut gelungen. Stahl: Und nicht zu vergessen: das gruppenweite Umweltquiz. Wir drücken die Daumen! Vielen Dank für das Gespräch.

MVO // Gesundheitstag

Etwa 25 % waren mit von der Partie Dritter Gesundheitstag bringt Gesundheitsindex. Autor ist Dr. Eric Schillinger (Arbeitssicherheit und Umweltmanagement).

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ie Metallverarbeitung Ostalb produziert an zwei unterschiedlichen Standorten. Und so fand der Gesundheitstag donnerstags in Schwäbisch Gmünd (Gügling) und freitags in Böbingen statt. Insgesamt haben rund 25 Prozent der Kolleg*innen daran teilgenommen. Es waren vor allem Angestellte – und weniger die Kolleg*innen aus der Produktion. Einige hatten mit den Anbietern (siehe: Anregungen für Ihren Gesundheitstag 2019) vorab einen Termin vereinbart, andere entschieden sich spontan am Gesundheitstag, eines der Angebote (Beratungen, Messungen u. a. m.) wahrzunehmen. Die Ergebnisse der Untersuchungen bzw. Messungen wurden übrigens ausgewertet – anonym natürlich. Aus den Daten konnte dann ein sogenannter Gesund-

heitsindex errechnet werden. Er steht quasi für den durchschnittlichen Gesundheitszustand der MVO-Belegschaft. Erfasst werden dabei Körperfett, Muskelmasse, Wasseranteil etc. im Körper (InBody), Zustand des Rückens (Back-Check), Herz (CardioScan) sowie Gleichgewicht, Stabilität, Reaktionsfähigkeit des Körpers (S-3-Check). Der MVO-Index kann jetzt verglichen werden mit einem Referenz-Gesundheitsindex, der für den durchschnittlichen Gesundheitszustand der Belegschaften der Branche steht. Den MVO-Gesundheitsindex einzuführen, hat übrigens gleich zwei positive Auswirkungen: Zum einen kann man im Laufe der Jahre beobachten, in welche Richtung sich der Gesundheitszustand der Belegschaft bewegt (und alles dafür tun, damit er sich positiv entwickelt). Zum anderen ruft der Vergleich immer wieder ins Bewusstsein der Belegschaft, wie wichtig Gesundheit ist.

Foto: Dr. Eric Schillinger

Anregungen für Ihren Gesundheitstag 2019 Der Gesundheitstag der MVO befasste sich mit folgenden Themen: • Bei der Barmer Krankenkasse konnte man sein Lungenvolumen und seine Handkräfte messen lassen. • Die Variable Individuelle Prävention bot einen Körperstabilitätstest (MFT S-3-Check). Dabei musste man sich auf eine Messdisc stellen (diskusähnliche Scheibe), die ständig in Bewegung war, und sein Gleichgewicht halten. Dabei wurde gemessen, inwieweit die unterschiedlichen Muskelgruppen stabil, ausgeglichen und reaktionsfähig waren, um den Körper im Gleichgewicht zu halten. Und ob es Schwachstellen gab. • Meisterleistung (Institut für Sportwissenschaft der Universität Stuttgart): Persönliche Beratung mit Analyse der Körperzusammensetzung (Verteilung der Muskelmasse, Anteil des Körperfettes u. a. m.) und Rücken-Screening. Hier wurden u. a. analysiert, wie kräftig bzw. ausgebildet die unterschiedlichen Muskelgruppen sind und ob es irgendwelche Schwachstellen oder auch Ungleichgewichte zwischen linker und rechter Körperhälfte gibt. Dann bekamen die Testpersonen – abgestimmt auf die Messergebnisse – individuelle Empfehlungen, Tipps und Informationen rund um die Themen Bewegung, Ernährung und Körperzusammensetzung. • Der externe Betriebsarzt Dr. Tiedemann stand für Beratungsgespräche bereit. • Das Deutsche Rote Kreuz bot Erste-Hilfe-Kurse an.


QUALITÄT  &  QUALIFIKATION

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Stahl Judenburg // Gesundheitstag

Gesund und fit bleiben ist eine Lebensaufgabe Von der Muttermal-Kontrolle über den Lungenfunktionstest bis hin zum Erste-Hilfe-Kurs: Körperliche und geistige Fitness stand im Mittelpunkt. Autorin Romana Binder (Personalleiterin Stahl Judenburg) ist Mitglied der glückauf-Redaktion.

Ü

ber 220 Teilnehmer, Dutzende Stationen und viele Erkenntnisse: Einen Tag verschrieb sich die Stahl Judenburg bei der GMH-Gesundheitswoche ganz der geistigen und körperlichen Fitness. „Nur fitte Mitarbeiter sind leistungsstarke und motivierte Mitarbeiter. Aus diesem Grund haben wir diese Aktion mit viel Leidenschaft vorangetrieben“, betont Stahl-Judenburg-Geschäftsführer Thomas Krenn. Dazu setzt das österreichische GMH-Unternehmen auf geballte wissenschaftliche und medizinische Kompe-

Wie macht man es richtig? Siehe „Atemlos“ auf Seite 19.

tenz: So informierten Experten des Medizinischen Laboratoriums MTZ über die Auswirkungen feh-

Werksfoto

lender Bewegung – und zeigten Übungen, die man auch kurzfristig im Berufsalltag anwenden

Es gab unterschiedliche Angebote, seine Fitness, seinen Gleichgewichtssinn …

kann. Spezialisten des Bildungsund Rehabilitationszentrums Kapfenberg (BBRZ) verdeutlichten, dass man Stress und psychische Belastungen ernst nehmen muss und wie man damit umgeht. An anderen Stationen wurde geradelt, Blutdruck gemessen, über Erste Hilfe informiert, der Rauchentzug in Angriff genommen und die innere Uhr neu gestellt – keine Facette des Themas Gesundheit kam zu kurz. „Das immense Interesse, das dem Schwerpunkt-Tag entgegengebracht wurde, zeigt die hohe Bedeutung des Themas im Berufskontext“, erklärten die Betriebsrats-Vorsitzenden Reinhold Sprung und Michael Kollenz, die Mit-Initiatoren der Veranstaltung. Gemeinsam mit dem Team der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) und dem Betriebsrat ist nun das erklärte Ziel, Akzente im Bereich der körperlichen und geistigen Fitness zu setzen. „Der Gesundheitstag war ein Startschuss, der vielen bestimmt als Inspiration in unterschiedlichste Richtungen diente. Wir versuchen, diesen Themen im BGF nun auch Nachhaltigkeit zu verleihen“, betonte der BGF-Ver-

Ein Schlag kann Leben retten Verdammt lang her: Kolleg*innen konnten ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse auffrischen und Wiederbelebung mit Defibrillatoren üben. Autor ist Azubi Eric Nagel.

K

ann ein Schlag Leben retten? Jedenfalls ein elektrischer, falls er von einem AED (Automatisierter Externer Defibrillator) kommt und bei Herzkammerflimmern eingesetzt wird. Aber wie benutzt bzw. bedient man einen Defibrillator? Eine Antwort darauf gab es am Gesundheitstag von Pleissner Guss. Der verlief allerdings in

diesem Jahr anders als vom letzten Jahr gewohnt. Grund war die hohe Auslastung in der Produktion. So gab es diesmal keine verschiedenen Stände auf dem Werksgelände. Stattdessen wurden in den Abteilungen vor Ort 30-minütige Erste-Hilfe-Crashkurse angeboten. Zuständig dafür war Oliver Blake aus Bockenem (Geschäftsführer einer Sanitätsschule). Mit im Gepäck hatte er vier Erste-Hilfe-Puppen, Defibrillatoren und

* * * GESUNDHEITSTAG * * *

antwortliche Rene Stranimaier. Schon am Gesundheitstag wurde diesem Ziel mit tollen Preisen und Prämierungen Rechnung getragen – etwa mit Gutscheinen für Thermenbesuche und sportliche Schnupperkurse. So wollte man erste Anreize schaffen, damit die Kolleg*innen dem Thema auch über den Gesundheitstag hinaus mehr Aufmerksamkeit schenken. Auch innerbetrieblich soll die Gesundheit weiterhin eine primäre Rolle spielen. Bedingung: Wie bisher müssen auch zukünftig alle Hände zusammengreifen: „Veranstaltungen wie diese leben vom Engagement aller Beteiligten – das macht den entscheidenden Erfolg aus“, sind sich Sprung, Kollenz und Stranimaier einig.

… und seinen körperlichen Zustand testen zu lassen.

Pleissner Guss // Gesundheitstag

Foto: © panthermedia/Baloncici

viel Verbandsmaterial. Er erklärte in einer kurzen Einführung, wie wir einen Defibrillator benutzen und wo wir ihn auf dem Firmengelände finden können. Dann kam der praktische Teil: Jeder Mitarbeiter musste das Gerät an einer Puppe üben. Dies nimmt einem die Angst vor dem

Gerät, denn: „Das Einzige“, so Oliver Blake, „was man verkehrt machen kann, ist, ihn nicht zu benutzen!“ Auch die Wundversorgung bei Verletzungen war Thema. Viel zu schnell vergisst man, wie so etwas geht. Denn bei vielen war der letzte Erste-Hilfe-Kurs ver-

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Fotos: Gerd Griesenauer

dammt lang her – meist bei der Führerscheinprüfung. Also wurde fleißig verbunden und geübt. Lebensmittelfarbe machte die Wunden noch authentischer, und man sah, was man gemacht hatte. Oliver Blake ging natürlich auch auf die Besonderheiten der einzelnen Abteilungen ein: Im Schmelzbetrieb übten die Kollegen den Umgang mit Brandwunden. In der Putzerei standen Verätzungen im Fokus. Und in der mechanischen Bearbeitung konzentrierte man sich auf Augenverletzungen. Die Instandhaltung wiederum schaffte es, trotz Stromunfall in weniger als einer Minute einen Elektroschock mit einem Defibrillator zu ermöglichen. Alles in allem konnte jeder etwas „mitnehmen“. Denn gerade weil die Kurse so kurz waren, mussten wir alle mal ran.


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QUALITÄT  &  QUALIFIKATION

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* * * GESUNDHEITSTAG * * *

KAMPF DEM STRESS GeisslerWista // Text: und Foto Jessica Steidten Unterstützt wurden wir in diesem Jahr von der Einrichtung „Psychologie Ruhr“ und von den Arbeiter-Samaritern. Der Diplom-Psychologe Niermarkt (Psychologie Ruhr) stellte die Programme „Endlich Nichtraucher“ und „Gelassen und sicher im Stress“ vor. Interessierte Mitarbeiter*innen können übrigens über den Gesundheitstag hinaus diese Kurse belegen, die von der Krankenkasse gefördert werden. Eine Mitarbeiterin der Arbeiter-Samariter vermittelte, welche Sofortmaßnamen bei einem Arbeits-

unfall angeraten sind. Bei gleicher Gelegenheit konnten die Kolleg*innen ihr Wissen über Inhalt und Umgang mit Erste-Hilfe-Kästen auffrischen. GeisslerWista hatte zudem für alle frisches Obst und Gemüse spendiert und Rezepte für besonders gesunde Mahlzeiten zum Mitnehmen ausgelegt. Krönender Abschluss des Gesundheitstages: der AOK-Firmenlauf, der am nächsten Abend am Hengsteysee (Hagen/Herdecke) standfand. Hier gingen auch einige Kolleg*innen an den Start.

Harz Guss Zorge // Gesundheitstag

Kernmacherei ist spitze bei Arbeitssicherheit

Information, Mitmach-Aktionen und Prävention. Prämierung für die „sicherste“ Abteilung. Belohnung für Beschäftigte ohne Fehlstunden. Autor*innen sind Andreas Glaßmeyer (Leiter WD und SIFA) und Laura Genne (Projektmitarbeiterin).

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nser Programm war eine abwechslungsreiche Mischung aus Information, Mitmach-Aktion und Prävention. Dabei wurden wir von 14 Firmen und Organisa-

Werksfoto

tionen unterstützt, die unterschied­ liche Stände aufgebaut hatten. Dieses Angebot wusste zu überzeugen. Denn über 300 Betriebsangehörige nahmen am Gesundheitstag teil. Die Berufsgenossenschaft Holz und Metall und das Gewerbeaufsichtsamt informierten darüber, welchen Gefahren Mitarbeiter*innen bei der Arbeit ausgesetzt sind. An ihrem Stand konnte man zudem Sehkraft und Gehör testen lassen. Der BAD (Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik) war gleich mit vier Stationen vertreten: Flugsimulator, Stresstest, Venencheck und Gesundheitsberatung. Die Lieferanten für persönliche Arbeitsschutzkleidung beließen es nicht bei reiner Information. Sie hatten auch gute Gründe zur Hand, weshalb es Sinn ergibt, seine Schutzausrüstung zu tragen. Weitere Angebote waren Hautscreening, Fußvermessung und 3-D-Arbeitssimulation. Unser Brandschutzbeauftragter Dino Rollet führte zusammen mit der Firma Minimax Löschübungen durch. Hier konnten die Kolleg*innen die Hitze, die bei einem Brand entsteht, hautnah miterleben. Die Hauptkrankenkassen wiederum checkten mithilfe

unterschiedlicher Geräte, wie es um die Gesundheit (Rückencheck AOK) und Kondition (Fitnessparcours Knappschaft) unserer Kolleg*innen bestellt ist. Weiteres Highlight: die wie immer sehr gute Verpflegung der Firma Bischof. Für die süßen Sünden war das Team Personalbüro/Kantine zuständig. Krönender Abschluss der Veranstaltung aber war die Prämierung der Abteilung mit den sichersten Arbeitsplätzen (Zeitraum: 2014–2017). Gewinner war die Kernmacherei. Zudem wurden Sachpreise verlost – zum einen unter den Teilnehmer*innen des HGZGewinnspiels und zum anderen unter den Mitarbeiter*innen, die 2017 mit überdurchschnittlich hoher Anwesenheit vertreten waren.

PROGRAMMVIELFALT Stahlwerk Bous // Text: Jennifer Treib (Arbeitssicherheit/Umweltschutz), Foto: Armin Hans

Unser Gesundheitstag im Stahlwerk Bous wurde von den Kolleg*innen gut angenommen. Wir hatten sogar mehr Nachfrage als in den Vorjahren. Unser Angebot – Themenschwerpunkt waren Stress und Gehörschutz – konnte sich auch sehen lassen: Um den individuellen Stresspegel zu ermitteln, führte Margit Loew vom Gesundheitsmanagement Saar eine sogenannte Herzraten-Variabilitätsmessung (HRV-Messung) durch. Zu diesem Thema passte auch sehr gut der Vortrag „Achtsam durch den Alltag“ von der BBB Consulting. Die Firma Piel informierte über Gehör- und Hautschutz, die Barmer bot ein Bewegungsprogramm mit Faszienrolle (spezielle Massagerolle) für den Rücken an, Helmut Schuh vom Gesundheitsmanagement Saar prüfte Koordinations- und Gleichgewichtssinn, die Firma BS Wilhelm unterwies zum Thema Brandschutz. Bei der HRV-Messung wurde übrigens bei einigen Kolleg*innen ein erhöhter Stresspegel festgestellt. Wir wollen den Betroffenen zeitnah ein Angebot zur Stressbewältigung anbieten. Zudem wollen wir auf Wunsch einiger Kollegen die Firma Piel kontaktieren und die Möglichkeiten für neue Otoplastiken (individuell angepasster Gehörschutz) ausloten. Übrigens: Auch in diesem Jahr hat die ganzheitliche Gesundheits- und Ernährungsberaterin Sabine Schneider-Porr (Iss dich fit) wieder leckere gesunde Snacks zum Gesundheitstag beigesteuert. Auf dem Foto informiert eine Mitarbeiterin der Firma Piel zum Thema Gehör- und Hautschutz.

Gehörte fast in jedem GMH-Unternehmen während der Gesundheitstage zur „Grundversorgung“: frisches Obst.

Foto: © stockphoto


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GMH Akademie // Weiterbildung

Der Weg ist das Ziel Vom Ausbilder zum Lernprozessbegleiter: Wissen, wie Azubis ticken. Ausbilder schließen ihre Weiterbildung mit einem IHK-Zertifikat ab.

MEET-UP Schmiedewerke Gröditz // Text und Foto: Ausbilder Andreas Donat Wissen nun, wie sie den Lernprozess von Azubis unterstützen können: die neuen Lernprozessbegleiter zusammen mit ihren Dozenten. Foto: Michael Münch

Autor Marcus Wolf (Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit GMHütte) ist Mitglied der glückaufRedaktion.

F

olgende Situation: Ein Azubi baut einen Elektromotor falsch zusammen. Als er ihn einschaltet, funktioniert er nicht. Wie reagiert ein „Ausbilder alter Schule“ und wie ein Lernprozessbegleiter? Feedback vom Ausbilder alter Schule: „Du musst das A-Teil vor das B-Teil montieren.“ – Feedback vom Lernprozessbegleiter: „Überlege mal, weshalb das so nicht funktionieren kann. Denke an den Stromfluss!“ Wie man sieht: Der Azubi erhält von einem Lernprozessbegleiter nicht die Lösung, sondern nur einen Hinweis, wie er das Problem lösen könnte. Bereits seit 2013 lassen KME Germany, GMHütte und Stadtwerke Osnabrück einen Teil ihrer Ausbilder diese Weiterbildung zum Lernprozessbegleiter absolvieren. Aktuell haben weitere acht aus diesen Unternehmen ihre Weiterbildung an der GMH Akademie erfolgreich mit einem

IHK-Zertifikat abgeschlossen. Sie wissen nun, wie Azubis ticken. Neu in dem aktuellen Kurs: die Erweiterung des Teilnehmerkreises auf die Ausbildungsbeauftragten. Zudem sind die Themen „Migration und Interkulturalität“ sowie „Digitalisierung“ dazugekommen. Christian Bloom, Geschäftsführer der GMH Akademie: „Hier haben wir auf Rückmeldungen aus den ersten beiden Kursen und aktuelle Entwicklungen im Ausbildungsbereich reagiert.“ Ein neues Dozententeam um Professor Thomas Bals (Fachbereich Berufs- und Wirtschaftspädagogik Uni Osnabrück) übernahm diese Inhalte. „Der Kurs fordert von den Ausbildern eine andere Denkweise: Früher gaben sie den Azubis den Weg vor. Als Lernprozessbegleiter helfen sie ihnen, selbst den richtigen Weg zu finden“, erklärt Bloom den Unterschied. „In den mehrtägigen Seminarblöcken“, so Bloom weiter, „lernen die Ausbilder auch, wie sie Lernprozesse bei Jugendlichen anstoßen und begleiten können. Sie lernen aber auch, wie sie die Lernleistungen,

die innerhalb des neuen Lernprozesses erbracht wurden, bewerten können.“ Auch Felix Osterheider (Arbeitsdirektor und Geschäftsführer Personal GMHütte) weiß: Ausbilder und Ausbildungsmethoden müssen sich der veränderten Lebenswelt der jungen Erwachsenen anpassen: „Der angehende Lernprozessbegleiter lernt beispielsweise auch, Probleme aufzufangen, die früher in der Familie zu Hause diskutiert und bewältigt worden sind. Die Ausbilder müssen heute viel mehr als früher auch als Ansprechpartner bei Fragen außerhalb der eigentlichen Berufsausbildung zur Verfügung stehen.“ Inzwischen sind alle Ausbilder der GMHütte zu Lernprozessbegleitern geworden. DIe GMH Akademie bereitet bereits den vierten Kurs vor. Bloom: „Ihn wollen wir aber nicht nur in unseren drei Unternehmen, sondern auch gerne anderen Unternehmen aus der Region anbieten.“

AUDITS NACH PLAN MVO // Text: Jan Fohlmeister (Leiter Qualitätsmanagement) Metallverarbeitung Ostalb besteht Systemaudit: Wir wurden im Februar erfolgreich nach der neuen IATF 16949 auditiert. Auditor war die Det Norske Veritas. Die neue Norm fasst die allgemeinen Anforderungen an ein Qualitätsmanagement für die Automobilindustrie zusammen. Sie tritt an die Stelle der TS 16949 und basiert auf der DIN EN ISO 9001. Die wiederum gilt als Leitfaden für die Entwicklung eines Managementsystems (high-level structure). Wir haben unser Managementsystem zudem zum Integrierten Managementsystem (IMS) umstrukturiert, da unser Qualitätsmanagement jetzt Teil des IMS ist. In diesem Jahr wollen wir außerdem noch unser Umweltmanagementsystem nach DIN ISO 14001 integrieren und 2019 unser Energiemanagementsystem nach DIN ISO 50001 zertifizieren.  

Auf dem Campus der Studienakademie Riesa kam erstmals zusammen, was zusammengehört – die Bewerber und Interessenten für ein Duales Studium, die Vertreter der in Riesa angebotenen Studiengänge und mehr als 20 Unternehmen, die sich als Praxispartner anbieten. Darunter waren auch wir von den Schmiedewerken Gröditz. Bei dem „Meet-up“ nutzten die jungen Bewerber*innen die Chance, potenzielle Praxispartner kennenzulernen und möglichst von sich zu überzeugen. Wir präsentierten natürlich unsere attraktiven Einstiegsmöglichkeiten. Zudem nutzten wir die Chance, uns vor Ort ein Bild vom Campus sowie den Lehr- und Lernbedingungen zu machen. Dabei kamen wir sowohl mit Dozierenden als auch Studierenden ins Gespräch. Mit dabei in Riesa waren auch Julia Bachmann (Aus- und Weiterbildung) und der Auszubildende Manuel Bönitz (3. AJ Verfahrensmechaniker, siehe Foto).

DEUTSCHLANDSTIPENDIUM Schmiedewerke Gröditz // Text: Julia Bachmann, Werksfoto Zwei neue Stipendiaten: Katharina Dressler (Hauptstudium Werkstoffwissenschaft und -technologie) und Peer Eric Günther (Grundstudium Werkstoffwissenschaft und -technologie) von der TU Bergakademie Freiberg sind unsere beiden neuen Stipendiaten. Seit 2012 unterstützt SWG als Förderer des Deutschlandstipendiums talentierte junge Studierende der TU Bergakademie Freiberg und baut damit einen engen Kontakt zum potenziellen Nachwuchs vor allem im ingenieurwissenschaftlichen Bereich aus. Unsere beiden „Neuen“ lernten wir bei der Urkundenverleihung am 30. Mai in Freiberg kennen. Da wir einen engen Kontakt wollen, haben wir beide zu einer Betriebsbesichtigung eingeladen. Was beim Deutschlandstipendium zählt, sind nicht nur herausragende Leistungen im Studium, sondern auch gesellschaftliches und außeruniversitäres Engagement sowie besondere persönliche oder familiäre Umstände. Von links: Julia Bachmann, Katharina Dressler, Peer Eric Günther und Prof. Dr. Silvia Rogler (Prorektorin für Bildung).


STIFTUNG

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STAHLWERK GEORGSMARIENHÜTTE

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Calliope // Lehrerweiterbildung

Nachhaltigkeit braucht Geduld IT in Schulen: Ein Mini-Computer ist das eine, die Förderung der Lehrer*innen das andere. So sinnvoll Calliope auch ist: Der Einsatz des Mini-Computers steht in keinem Lehrplan. Das Projekt ist auf das freiwillige Engagement von Lehrer*innen angewiesen. Sie müssen zunächst für die Idee begeistert und geschult, danach die Klassen mit dem Mini-Computer ausgestattet werden. Erst dann kann der Unterricht beginnen – ein Prozess, der einen langen Atem braucht. Professor Michael Brinkmeier (Institut für Informatik der Universität Osnabrück) leitet das Projekt: glückauf: Was ist Ihre Aufgabe in diesem Projekt, Professor Brinkmeier? Prof.  Michael Brinkmeier: Unsere Grundidee ist, ein Netzwerk mit Lehrern und Lehrerinnen aus allen Schulformen aufzubauen, die Calliope in ihren Schulen einsetzen. Wie gehen Sie dabei vor? Brinkmeier: Durch diverse Infoveranstaltungen oder auch Calliope-Stammtische, zu denen wir Lehrkräfte beziehungsweise Schulen einladen. Unsere zweite Aufgabe ist der Wissenstransfer. Das heißt: Wir vermitteln den Lehrern, was man mit Calliope im Unterricht alles machen, wie man ihn einsetzen, welche Projekte man damit umsetzen kann etc. Bleiben wir erst mal beim Netzwerk. Wie ist der aktuelle Stand? Brinkmeier: Wir stehen noch am Anfang, in der Findungs- und Aufbauphase. Das heißt in Zahlen? Brinkmeier: Elf Grundschulen haben schon an einer unserer

Veranstaltungen teilgenommen. Mit dabei sind auch neun weiterführende Schulen – also Haupt-, Ober-, Real-, Gesamtschulen und Gymnasien. Und alles in allem sind etwa 30 Lehrkräfte mit uns in Kontakt – wobei wir uns erst einmal auf den Südkreis Osnabrück konzentrieren. Etwa 20 Lehrkräfte haben bereits ein Calliope-Paket zum Testen erhalten. Dieses Netzwerk aufzubauen ist bestimmt nicht einfach. Brinkmeier: Weil wir eine Teilnahme ja nicht erzwingen können. Calliope steht nicht auf dem Lehrplan. Wir brauchen deshalb Lehrer, die sich freiwillig engagieren, sich für die Sache interessieren und selbst kreativ sind. So etwas kann man nicht verordnen. Und wenn sie selbst von dem Projekt überzeugt sind, können sie auch ihre Kollegen dafür begeistern und überzeugen. Interpretiere ich das richtig: Sie geben keine fertigen Materialien für das Arbeiten in den Klassen in die Hand? Brinkmeier: Doch auch, aber nicht nur. Die Lehrkräfte sollen letztendlich selbst kreativ werden und Anwendungen bzw. Projekte entwickeln, die speziell auf die Bedürfnisse ihrer Klasse zugeschnitten sind. Also Sie geben sozusagen Hilfe zur Selbsthilfe. Brinkmeier: Genau. Wir wollen uns nicht auf fertige Lehrmaterialien verlassen. Es sollen Konzepte, Beispiele und Werkzeuge etabliert und entwickelt werden, die Lehrkräfte für die Gestaltung ihres eigenen Unterrichts nutzen

Foto: Calliope

können. Das Ganze ist somit ein offenes Projekt. Auch für die Lehrkräfte. Das braucht Engagement: Verprellen Sie damit nicht Interessenten? Brinkmeier: Das ist natürlich erst einmal mühsam, Lehrkräfte auf diesem Weg zu akquirieren. Und die Reichweite ist anfangs auch nicht so groß. Aber auf Sicht erreichen wir eine größere Nachhaltigkeit – weil wir es letzten Endes nur mit Lehrern zu tun haben, die echt an der Sache interessiert und deshalb dauerhaft engagiert sind. Welche Schulen reagieren am positivsten? Brinkmeier: Realschulen und Oberschulen. Grundschulen sowie Gesamtschulen und Gymnasien weniger. Aber das erklärt sich dadurch, dass in Real- und Oberschulen mehr Technik unterrichtet wird; da kann man Calliope leichter einbinden. In Grundschulen und Gymnasien gehört das weniger zum Lehrstoff. Dort haben die Lehrkräfte zudem auch weniger Erfahrung mit technischen Aspekten und wissen oft nicht, wie man die Arbeit mit dem Computer in den Unterricht einbinden soll. Was ist an Calliope besser als bei Konkurrenzprodukten? Was macht das Produkt so besonders?

Brinkmeier: Dass er von Anfang an eine offene Plattform ist. Softwaretechnisch kann man relativ gut eigene Oberflächen entwickeln. Ein weiterer Vorteil: Der Mini-Computer hat schon viele Komponenten eingebaut, die man bereits nutzen kann. Man kann relativ viel damit programmieren, ohne aufrüsten zu müssen. Und seine Anschlussfähigkeit ist enorm. Das heißt? Brinkmeier: Er ist für alle Altersund Schulformen geeignet – bis hin zu Studierenden, die damit Projekte entwickeln beziehungsweise ihn in Projekten einsetzen. Der Mini-Computer wächst also mit seinen Aufgaben. Brinkmeier: Sozusagen. Er hat einfach viel Potenzial. Was ist das Besondere, das EInmalige an Ihrem Projekt? Brinkmeier: Dass wir versuchen, eine besondere Kultur zu entwickeln: Wir wollen Lehrerinnen und Lehrer aus unterschiedlichen Schulformen an einen Tisch bringen, miteinander vernetzen, zur Zusammenarbeit animieren. Damit sie sich gemeinsam damit befassen, wie man Calliope optimal nutzen kann – und dabei untereinander kooperieren, um ihr eigenes Material und eigene Perspektiven zu entwickeln.

Bildungswerkstatt // Einrichtung erneuert

Zeitgemäß und gesund lernen Bildungswerkstatt erhält 10.000-Euro-Scheck. Autor Marcus Wolf (Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit GMHütte) ist Mitglied der glückauf-Redaktion.

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ie Bildungswerkstatt kümmert sich um benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene mit Integrationshemmnissen

und besonderem Förderbedarf. Ihr Ziel ist, deren berufliche Ausbildung, Eingliederung in die Arbeitswelt und soziale Integration zu fördern. So können die jungen Menschen einen fehlenden Hauptschulabschluss nachholen, sich bei der Berufswahl beraten lassen lassen, Praktika absolvieren,

Ein Scheck für die Einrichtungserneuerung der Bildungswerkstatt (von links nach rechts): Anja Kersten, Andrea Riesopp, Johannes Grolle-Albermann, Ewald Schwebe, Heike Siebert und Dr. Beate-Maria Zimmermann.

berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen durchlaufen oder gar eine außerbetriebliche Ausbil-

Foto: Petra Pieper

dung zum Industriemechaniker, Maschinen- und Anlagenführer oder Teilezurichter abschließen.

Welche Rolle spielt dabei eigentlich die Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte? Brinkmeier: Eine sehr wichtige. Denn sie ist nicht nur einfach Finanzgeber für Personal- und Beschaffungskosten. Sie setzt mit ihrem Engagement auch ein wichtiges politisches Signal für mehr Technikunterricht an den Schulen. Sie ist vor allem aber auch Türöffner. Sie kann uns punktgenaue Kontakte zur regionalen Politik oder auch zu Schulen vermitteln. Und sie leistet praktische Hilfe, stellt zum Beispiel Räume über die GMH Akademie zur Verfügung und anderes mehr. Teilen Sie die bildungspolitische Einschätzung der Stiftung? Brinkmeier: Unbedingt. Auch mir ist es wichtig, dass ein Bereich der Gesellschaft, der in der jüngeren Bildungspolitik vernachlässigt wurde, nachhaltig gestärkt wird: der technisch-informatische Bereich. Wann wird Calliope zum ersten Mal ganz konkret eingesetzt? Brinkmeier: Die Realschule in Georgsmarienhütte will jetzt Calliope im Unterricht und die Sophie-Scholl-Hauptschule in einer AG einsetzen. Vielen Dank für das Gespräch.

Doch alle diese Angebote sind nur gut durchzuführen, wenn die Einrichtung stimmt – und die war in die Jahre gekommen. Um eine gesunde und zeitgemäße Lernumgebung zu schaffen, unterstützte die Stiftung die Bildungswerkstatt dabei mit 10.000 Euro. „Durch die langjährige gute Zusammenarbeit mit der Bildungswerkstatt wissen wir, dass das Geld hier gut angelegt ist“, unterstreicht Dr. Beate-Maria Zimmermann (Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Stiftung). Die Stiftung fördert die gemeinnützige Einrichtung bereits zum dritten Mal (insgesamt seit 2011 mit 35.920 Euro).


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STIFTUNG STAHLWER K GEORGSMA RIENHÜTTE

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Blühwiese // Insektenschutz

Summ, summ, summ … … Bienchen, summ herum: Stiftung ermöglicht auf GMHütte-Gelände die größte Blühwiese im Landkreis Osnabrück.

HERVORRAGENDE ARBEIT Studienpreis // Text: Dr. Beate-Maria Zimmermann, Foto: Christian Ernst.

© panthermedia.net / Tsekhmister

Säen die größte Blühwiese im Landkreis Osnabrück (von links): Dr. Beate-Maria Zimmermann (Stiftung), Dr. Kai Behncke (Umweltschutz und Lebenshilfe), Dr. Klaus Schulbert (GMHütte) und Dr. Peter Borgmann (Botanischer Garten Osnabrück).

Autor Marcus Wolf (Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit GMHütte) ist Mitglied der glückauf-Redaktion.

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s ist alarmierend: In den vergangenen 27 Jahren ist die Biomasse von fliegenden Insekten insgesamt um über 75 Prozent zurückgegangen. Ursachen sind vor allem Pestizide und Monokulturen in der Landwirtschaft, Versiegelung von Flächen, fehlende Überwinterungs- bzw. Bruthilfen oder auch völlig sterile, naturferne Gärten. Insekten sind unverzichtbar – sowohl für die Nahrungskette als auch für die Bestäubung. Ohne Insekten keine heimische Artenvielfalt. Und für den Menschen könnte sich das Nahrungsangebot dramatisch verschlechtern.

Foto: Vera Loose

Zumindest regional gegensteuern will die Initiative „Blumiger Landkreis Osnabrück“. Auf den Weg gebracht wurde sie von Dr. Kai Behncke (Geschäftsführer Meller Verein „Umweltschutz und Lebenshilfe“) und der BUNDKreisgruppe Osnabrück/Bienenbündnis Landkreis OS-Süd. Ihr Ziel: Zum Schutz der bedrohten Insektenwelt sollen insgesamt zwölf Hektar in blühende Wiesen verwandelt werden. Die größte der 40 Teilflächen stellt die GMHütte zur Verfügung – auf einer über zwei Hektar (20.000 Quadratmeter) großen Fläche am Westerkamp. Hier wurden Konverterstäube aus der früheren Hochofen-Stahlproduktion deponiert – unter einer meterdicken Erdschicht und mit Kunststoffbahnen abgedichtet. Hier wurde die zertifizierte

Mischung „Blühende Landschaft Nord“ ausgesät. Sie besteht zu 60 Prozent aus Kulturpflanzen wie Ringelblumen, Mohn, Jungfer im Grünen, Bienenfreund oder Sonnenblumen und zu 40 Prozent aus regionsspezifischen Wildpflanzen wie Borretsch oder Wilder Möhre. Um die Fläche herum gibt es viele Heckensäume, ideal als Brut- und Nistplätze für Wildbienen. Einigen Arten bietet der leicht sandige Boden Nistmöglichkeiten. Totholzbestände in direkter Nähe bilden ein Refugium für viele Insekten. Für die Kosten des Saatguts und eine wissenschaftliche Begleitung durch den Botanischen Garten Osnabrück kommt die Stiftung auf. „Wir haben 5.000 Euro für das Projekt zur Verfügung gestellt“, erläuterte Dr. Beate-Maria Zimmermann (Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Stiftung). „Wir sehen hier eine nachhaltige Entwicklung für die Umwelt, aber auch ein nachahmenswertes Projekt für weitere Städte, Gemeinden und Kreise.“

Gesunde Stunde // Ausgezeichnet

Award belohnt Geburtstagskind

Insgesamt 440 Studierende der Technischen Universität Clausthal haben im vergangenen halben Jahr ihren Abschluss gemacht. Auf einer feierlichen Verabschiedung mit Hunderten von Gästen erhielten sie in der Aula Academica ihre Zeugnisse. Im Rahmen dieser Festveranstaltung wurde auch der Studienpreis der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte übergeben. Die mit 2.000 Euro dotierte Auszeichnung ging an Marcel Leicher, und zwar für seine hervorragende Bachelorarbeit auf dem Gebiet der Materialtechnik. Universitätspräsident Professor Thomas Hanschke forderte die Absolvent*innen in seiner Rede dazu auf, auch im Beruf Kontakt zur Hochschule zu halten: „Der Austausch zwischen Wirtschaft und Wissenschaft ist für beide Seiten förderlich.“ Ein Beispiel für die gute Zusammenarbeit zwischen Universität und Unternehmen sei der Studienpreis der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte. Den Abschluss der akademischen Feier bildete der traditionelle Sektempfang. Ausgezeichnete Arbeit (von links): Prof. Dr. Heinz Palkowski (Leiter der Arbeitsgruppe Werkstoffumformung, Institut für Metallurgie), Preisträger Marcel Leicher und Dr. Jean-Frédéric Castagnet (GMH Gruppe), der die Auszeichnung übergeben hatte.

Bürgerprojekt Regenbogenschule // Text: Peter Karl Müller. Der Schulhof der Regenbogenschule in Georgsmarienhütte wurde zu einem Mehrgenerationen-Spielplatz und Stadtteil-Treff umgestaltet. Initiator war der Förderverein der Regenbogenschule. Entstanden sind unter anderem ein 450 m² großes Kleinspielfeld mit Kunststoffbelag, Fußballtor-Basketball-Kombination, eine Spielgerätefläche, eine Laufbahn mit Kunststoffbelag, Sitzplätze, Mini-Tribüne, Gerätepark für große Kinder bzw. Jugendliche und ein Fahrrad-Parcours. Das gesamte Vorhaben war als sogenanntes Bürgerprojekt angelegt. Von den Gesamtkosten von 192.000 Euro musste der Verein – neben jeder Menge Arbeitsleistung der Mitglieder – 57.000 Euro einbringen. Dabei konnten sie auf die Mithilfe der Stiftung bauen, die das Projekt mit 15.000 Euro unterstützt hat.

Die Gesunde Stunde konnte sich über einen Award freuen und zugleich 10-Jähriges feiern. Autorin Dr. BeateMaria Zimmermann ist geschäftsführender Vorstand der Stiftung.

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Flashmob vor dem Osnabrücker Dom Foto: Andreas Ilsmann

ei einer feierlichen Preisverleihung im Oldenburger Schloss wurden die diesjährigen Preisträger des NordWest Awards und des GesundheitsAwards Nordwest 2018 ausgezeichnet. Zu den Ausgezeichneten gehörte auch die Gesunde Stunde. Als Viertplatzierte von insgesamt acht Prämierten konnte sie von den ausgelobten Preisgeldern (insgesamt 40.000 Euro) profitieren. Insgesamt hatten sich 114 Initiativen um die Awards beworben und Hoffnungen auf die ausgeschriebenen Gelder gemacht. Ein weiterer Grund zu feiern war der 10. Geburtstag des Projektes. Um die Freude darüber auch öffentlich zu machen, hatte

man einen Flashmob vor dem Osnabrücker Dom organisiert, an dem sich mehr als 250 Schüler, Eltern und Lehrkräfte des Projektes „Gesunde Stunde“ beteiligten. Unmittelbar nach dem Glockengeläut zur Marktmesse nahmen zahlreiche Schülerinnen und Schüler ihre Plätze vor dem Dom ein. Nach dem Startschuss schlossen sich mit jeder neuen Musik weitere Schulen an, sodass am Ende mehr als 250 Menschen mittanzten. Auch Besucher des Marktes unterstützten kurzerhand die Aufführung. Gut eine Stunde später wiederholten die Teilnehmer die Aktion. Die Gesunde Stunde spielt auch im Förderkonzept der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte eine wichtige Rolle. Seit 2007 wurde sie von der Stiftung mit 216.500 Euro gefördert.


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WE ARE FAMILY Stahlwerk Bous // Text: Jennifer Treib (Arbeitssicherheit/Umweltschutz), Werksfoto Die drei Teams: Mit dabei waren (in alphabetischer Reihenfolge) Grzegorz Bok, Carolin Förster, Marius Götten, André Günther, André Hirschnitz, Ronny Käppler, Jens Klemm, Markus Kühnert, Marcel Preißel, Michael Reichstädter, Steve Seidel und Lars Steinbrenner. Foto: Falk Snatkin

Schmiedewerke Gröditz // Rewe Team Challenge 2018

Bombastische Stimmung Durch das historische Dresden bis zum Dynamo-Dresden-Stadion: Auf der Strecke mit dem Weltrekordhalter im Rückwärtslaufen. Autoren sind Falk Snatkin (Produktions­ ingenieur Stahlerzeugung) und Marius Götten (Betriebsingenieur ESU-Anlagen).

D

rei Teams von uns hatten sich am 23. Mai unter die 20.000 Teilnehmer der Rewe Team Challenge 2018 gemischt. Sie wollten sich auf der 5-km-Laufstrecke unter anderem mit dem Weltrekordhalter im Rückwärtslaufen messen. Um 20.30 Uhr fiel am Altmarkt der Startschuss: Bei schwülwarmem Wetter setzten sich vor historischer Kulisse die Läuferinnen und Läufer Richtung Sonnenuntergang in Bewegung – laut Moderator die „bestaussehenste Startwelle“. Der Parcours führte zunächst durch historische Kulisse: am Zwinger und danach parallel zur

Elbe an der Brühlschen Terrasse vorbei. Schließlich ging es nach einem Rechtsknick in Richtung des auch unter den Kollegen so beliebten Dynamo-Dresden-Stadions. Nach 24 bis 32 Minuten kamen dort unsere Läufer nach und nach ans Ziel. Von den 4.613 angetretenen Teams erreichten wir die herausragenden Plätze 600, 816 und 872. Doch der bombastischen Leistung zum Trotz: Den Rückwärtsläufer konnten wir nur aus der Ferne und von vorn sehen. Denn der war bereits nach gut 19 Minuten am Ziel. Bombastisch waren an diesem Tag nicht nur die sportliche Leistung unserer Kollegen und das Event an sich. Es lag auch eine „Bombenstimmung“ in der Luft. Denn nur 2 km vom Startplatz

entfernt wurde während des Laufes eine besonders schwierige Bombe entschärft. Die Prozedur fand ihr gutes Ende erst am Folgetag gegen 16 Uhr, nachdem das Weltkriegsrelikt bereits vorher teildetoniert war. Zu dieser Zeit hatten unsere Sportler ihren Muskelkater jedoch größtenteils schon überwunden. Sie blicken bereits auf die 11. Auflage der Challenge im nächsten Jahr – der dem Hörensagen nach größten Laufveranstaltung in Ostdeutschland. Sie hoffen auf weitere Mitstreiter im Kampf um die besten Plätze!

Ein Highlight unseres Gesundheitstages (siehe Seite 22) war die Rezertifizierung als „Familienfreundliches Unternehmen“. Lara Ripplinger von der Servicestelle „Arbeiten und Leben im Saarland“ war extra angereist, um uns die neue Urkunde auszuhändigen. Dazu muss man wissen: 2016 wurde das Stahlwerk Bous erstmals als „Familienfreundliches Unternehmen“ ausgezeichnet. Nun konnten wir die Zertifizierung um weitere drei Jahre fortschreiben. Als „Familienfreundliches Unternehmen“ bieten wir jedes Jahr unter anderem eine Woche Kinderbetreuung in den Sommerferien an. Diesmal wollen wir in dieser Zeit gemeinsam einen Tisch und dazugehörige Bänke bauen. Anja Bettinger wird wieder mit ihren Greifvögeln zu Besuch sein und wir gehen mit Alpakas und Lama wandern. Das Foto zeigt Lara Ripplinger (Dritte von rechts) nach der Urkunden-Übergabe im Kreis der beteiligten Mitarbeiter*innen.

WIR MACHEN EINS Schmiedag // Text und Foto: Karin Kriebel (Sekretariat Technik/Einkauf)

TU-STUDIS AUF STIPPVISITE Schmiedewerke Gröditz // Text und Foto: Julia Bachmann Studenten zu Besuch in Gröditz: Exkursionen gehören für die Studenten des Institutes für Metallformung der TU Bergakademie Freiberg wie selbstverständlich zum Studium. So besuchten am 19. bzw. 20. März gleich zwei Gruppen des Studiengangs Werkstoffwissenschaft und -technologie unsere Schmiedewerke, „angeführt“ von Dr. Christian Schmidt bzw. Dr. Sergey Guk. Die Gäste verbrachten bei uns einen interessanten Vormittag: Gunther Thielemann und Andreas Donat führten sie durch unsere Produktion. Die Studenten waren sichtlich beeindruckt. Nach einem Imbiss machten sie sich zufrieden und mit neuem Wissen „bepackt“ auf die Weiterreise. Auf ihrem Programm standen weitere Unternehmen der Stahl­ industrie in den neuen Bundesländern.

4. Hagener Firmenlauf. Veranstalter waren erneut ortsansässige Unternehmen. Gedacht ist der Lauf aber nicht nur als Sportveranstaltung. Er ermöglicht auch Beschäftigten, die in Hagen und Umgebung bei einem Unternehmen oder einer Firmengruppe an unterschiedlichen Standorten arbeiten, sich persönlich kennenzulernen. Ein schönes Beispiel dafür war die GMH Gruppe. Denn mit dabei waren Kolleg*innen von Schmiedag, GMHütte und GeisslerWista. Nach dem Kennenlernen ging es zum musikunterstützten Warm-up. Pünktlich um 18 Uhr machten sich dann insgesamt 1.411 Läufer/ Walker*innen auf die 7 km lange Strecke. Ein Läufer schaffte es in 25:20 Minuten und gewann zum 3. Mal in Folge. Auch die GMHTeilmehmer*innen wurden von Angehörigen, Kolleg*innen und Publikum am Zieleinlauf mit Applaus und Glückwünschen empfangen. Sie lagen mit Zeiten von 33:21 – 41:38 Minuten im vorderen Mittelfeld. Und unsere Walkerin Almut Mittelbach belegte mit 59:40 Minuten einen guten Platz (von links): Almut Mittelbach (Schmiedag, Rentnerin), Marko Niemeyer (GMHütte), Daniel Kampmann (GMHütte), Volker Berghold (Schmiedag), Janis Thomzig (Schmiedag), Michael Karr (Schmiedag), Sandy Krumnack (GeisslerWista), Sven Disselkamp (GMHütte), Peter Koß (GeisslerWista) und Detlef Beier (Schmiedag). Es fehlen auf dem Foto Martin Westerkamp (GMHütte) und Mathias Hölscher (GeisslerWista).


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Stiftung Stahlwerk // Grünes Klassenzimmer

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GMHütte // Landesgartenschau Foto: LAGA

Kinder mehr für Natur begeistern

Rosen aus Stahl Azubis der GMHütte luden zum Basteln ein – und repräsentierten dabei Stahlwerk und Stadt.

Die Landesgartenschau ist nicht nur für Naturund Blumenfreunde wunderschön anzuschauen, sondern auch außerordentlich lehrreich. Autor Peter Karl Müller (Freier Journalist, Münster) ist Mitglied der glückauf-Redaktion.

D

ie Landesgartenschau in Bad Iburg ist ein spektakuläres Großereignis. Nicht nur für Erwachsene. Ein Beispiel dafür ist das „Grüne Klassenzimmer“ für Kinder und Jugendliche aus Schulen, Kindergärten und Jugendeinrichtungen. Sie können dort die biologische Vielfalt, ökologische Bedeutung und heilende Kraft der Natur kennenlernen

– unter Einbeziehung aller Sinne. Über 40 Referenten gestalten insgesamt über 700 Unterrichts-Einheiten aus den Bereichen Natur, Umwelt und MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik), Gesundheit und Ernährung, Kunst und Kultur sowie Medien und Soziales. Die außerschulischen Lernorte sind auf dem gesamten Gelände verteilt. Übrigens: Die Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte fördert das Projekt, das nach der Landesgartenschau weitergehen soll.

Konzentriert bei der Arbeit: Die Gymnasias-

Autor Marcus Wolf (Leiter Presse- und Öffentlichkeits-

tinnen Maylin (links) und Lea fertigen eine Stahlrose.

Foto: Marcus Wolf

arbeit GMHütte) ist Mitglied der glückauf-Redaktion.

T

INTERVIEW

Da könnt ihr was erleben Das Motto „Stifte, Hefte und Tablet weg – wir erleben was!“ lässt einiges erwarten. Denn im „Grünen Klassenzimmer“ ist vor allem auch naturkundlicher Unterricht im Freien angesagt. Wie vielseitig und spannend das Programm ist, erläutert Katja Petersmann (Grünes Klassenzimmer). glückauf: Was erwartet die kleinen Besucher im Grünen Klassenzimmer, Frau Petersmann? Katja Petersmann: Das Grüne Klassenzimmer hält hier in Bad Iburg vielseitige Angebote für kleine und größere Forscher bereit: Selbstständiges Experimentieren, Erforschen und Tun rund um Natur, Umwelt, Kultur und Gesundheit – wobei Medien- und Sozialkompetenz ebenfalls wichtig sind. Thematisch befassen sich meine Referenten unter anderem mit Wild- und Honigbienen, Fledermäusen, Ameisen und anderen Waldbewohnern. Vegetation und Tierwelt des Waldkurparks sowie längst vergessene Heilpflanzen sind Unterrichtsgegenstand, dazu Bionik, Papierrecycling und Teambuilding-Maßnahmen. Und außerdem kommt ein Waldtheater zu Besuch. Und an wen genau richtet sich dieses Bildungsangebot? Petersmann: An alle Schulformen von der ersten bis zur dreizehnten Klasse, aber auch an Kinder-

gärten, also Vorschulkinder, oder Jugendeinrichtungen. Die Idee ist ja, dass ganze Schulklassen Ihre Kursangebote wahrnehmen. Wie muss man sich das vorstellen? Petersmann: Unter dem Motto „Raus aus dem Klassenzimmer und rein ins Grüne“ können Lehrer bei uns ganz unterschiedliche Kursangebote direkt buchen. Zum Beispiel? Petersmann: Für Grundschüler beispielsweise haben wir eine Unterrichtseinheit zum Thema „Wildbienen suchen ein Zuhause“, die bereits sehr gut nachgefragt wurde. Ebenfalls interessant ist das Thema „Faszinierende Fledermäuse“, da in unserem Waldgebiet sechs verschiedene Fledermausarten gesichtet wurden. In einem interaktiven Rundgang erfahren die Kinder viel Neues über die nachtaktiven Säugetiere. Und speziell für höhere Jahrgänge? Petersmann: Da empfiehlt sich beispielsweise eine Unterrichts­ einheit, bei der es um die Luftund Wasserreinigung durch den Symbiofilter geht – ein sehr innovatives Projekt. Oberstufenschüler können aber auch eine Unterrichtseinheit zum Stressund Projektmanagement besuchen oder nach einer fachkundigen Einführung die Besucher als

Reporter interviewen bzw. die Unterrichtseinheit zum Thema „Was tun, wenn das Geld nicht reicht? Kredite und Verschuldung Jugendlicher“ besuchen. Das klingt nach einem wirklich umfassenden Angebot. Petersmann: Das ist es auch: Alles in allem bieten wir auf dem Landesgartenschaugelände etwa 700 Unterrichtseinheiten an. Vielen Dank für das Gespräch.

auch ein – unter diesem Motto richtet die Stadt Bad Iburg (etwa 10 Kilometer südlich von Georgsmarienhütte gelegen) noch bis zum 14. Oktober die Niedersächsische Landesgartenschau aus. Im Pavillon des Tourismusverbandes Osnabrücker Land präsentiert sich jede Woche eine andere Gemeinde bzw. Stadt der Region – Ende Mai die Stadt Georgsmarienhütte. Und was darf dabei nicht fehlen? Natürlich der Bezug zum Stahlwerk. Deshalb waren fünf Azubis der GMHütte einen Tag lang auf der Laga, um Stahlwerk und Stadt zu repräsentieren: Mirko Brinkmann, Daniel

Petzinger, Jan Wolf, Mathias Vogt und Malte Dierker. Und die zeigten, dass das Stahlwerk durchaus etwas übrig hat für Blumen und Natur. Gemeinsam mit Besuchern fertigten sie nämlich Rosen aus Stahl. Mit Feile, Hammer und Zange wurde aus vorgefertigten Metallteilen eine Stielrose zusammengesetzt. Sie stand ihren blühenden Artgenossen in den Blumenschauen in nichts nach – na gut: bis auf die Farbenpracht und den lieblichen Duft. Von dem Angebot machten auch Maylin und Lea Gebrauch. Die beiden Gymnasiastinnen hatten wegen der Abiturprüfungen schulfrei. Sie nutzten das schöne Wetter für einen Besuch der Landesgartenschau – und fertigten mit viel Spaß ein schönes Andenken an ihren Ausflug. Wer seine Zeit lieber mit echten Blumen verbringen wollte, musste ebenfalls nicht leer ausgehen. Die Azubis hatten einige Rosen vorgefertigt. Sie wurden gegen eine Spende von 5 Euro zugunsten der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte abgegeben. Am Ende kamen über 130 Euro für den guten Zweck zusammen.

Links: Auch RosaLotta, das Maskottchen der Landesgartenschau, erhielt eine Stahlrose, als sie die jungen Azubis am Stand besuchte. In den Anhänger des e-Goggo traute sich das Blumenmädchen jedoch nicht. Hier hätte sie noch virtuell Stahl walzen können. Das Goggomobil aus den 60er Jahren haben Azubis komplett neu auf- und zu einem E-Fahrzeug umgebaut. Dazu gehört auch dieser Anhänger, der innen mit einem Computer bestückt wurde. Mit auf dem Foto (von links nach rechts) die Azubis Jan Wolf, Mirko Brinkmann und Daniel Petzinger. Foto: Imma Schmidt


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Reisetipps

BKA fliegt zukünftig mit Erstattung nach Gepäckverlust: Passagiere können nicht einkaufen, was das Herz begehrt. Autorin ist Jennifer Geson (Senator Reisen).

Foto: Heinz Gruber

Stahl Judenburg // Nachwuchswerbung

Gesucht: Stahlharte Frauen Eine Branche mit zunehmender Magnetwirkung: Immer mehr Frauen und junge Mädchen zieht es in die Stahlbranche. Die freut sich darüber. Autorin Romana Binder (Personalleiterin Stahl Judenburg) ist Mitglied der glückauf-Redaktion.

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om Walzwerk bis hin zu den Führungsetagen der Spitzenkonzerne: Frauen sind dort Mangelware. Eine Initiative in Österreich versucht, dies zu verändern: der österreichische Girls’ Day, das weltweit größte Berufsorientierungsprojekt für Mädchen. Das Projekt wurde vom österreichischen Bundesministerium für Gesundheit und Frauen gerne übernommen. Denn deren Hauptziel ist seit Jahren, jungen Mädchen Tür und Tor zu männerdominierten Branchen zu öffnen. 650 Schülerinnen aus 79 steirischen Schulen haben in diesem Jahr daran teilgenommen – eine beeindruckende Bilanz. Auch an der Stahlbranche lässt sich der Erfolg dieser Initiative sichtbar machen: Der Frauenanteil steigt in der traditionell männerdominierten Branche kontinuierlich. Derzeit erreicht er mit 8,9

Prozent an den Gesamtbeschäftigten einen Höchstwert. 2011 waren es nur sechs Prozent. Seit Beginn an beteiligt sich auch die Stahl Judenburg am Girls’ Day. Mädchen für technische Berufe zu begeistern, macht auch für Stahl-Judenburg-Geschäftsführer Thomas Krenn Sinn: „Damit können wir eine neue Zielgruppe ansprechen, ein Stück weit dem Fachkräftemangel begegnen und neue Perspektiven

Girls’ Day in Österreich Der Girls’ Day kommt aus den USA. An diesem seit 1993 jährlich durchgeführten „Take our daughters to work“-Tag besuchen Schülerinnen ihre Eltern, Verwandten oder Bekannten an deren Arbeitsplatz und bekommen so einen Einblick in deren berufliche Tätigkeit. Diese Idee fand auch in Europa großen Anklang. In Österreich wird der Girls’ Day bzw. Töchtertag in einigen Bundesländern bereits seit 2001 veranstaltet.

und Sichtweisen in unser Unternehmen bringen.“ Allein 2018 haben Dutzende junge Mädchen das GMH-Unternehmen besucht: „Es ist wichtig, gewohnte Rollenbilder zu verlassen – und hier neue Wege zu gehen. So kommen junge Mädchen schon früh mit unserem Unternehmen in Kontakt und erwägen eine Karriere in der Stahlindustrie“, betont Krenn, der die hohen Entwicklungsund Verdienstmöglichkeiten in der Branche hervorhebt. Das gilt für die beliebtesten weiblichen Top-10-Lehrberufe des abgelaufenen Jahres allerdings nicht immer – Einzelhandelskauffrau, Friseurin und Bürokauffrau. Sie zählen immer noch oft zu den einkommensschwachen Klassikern. Technische Berufe tauchen in der Top-10-Statistik noch nicht auf. Geht es nach der Stahl Judenburg, soll sich das künftig ändern. Thomas Krenn: „Dafür werden wir dem Girls’ Day auch künftig treu bleiben.“

ES GEHT AUCH OHNE Leichte Sommer-Alkoholika – oft liegt der Alkoholgehalt bei etwa 6 Prozent – versprechen vor allem Jugendlichen jede Menge Spaß. Denn Mixgetränke mit Wein oder Bier sind bereits ab 16 erlaubt. Viele dieser Getränke sind zucker- und kohlensäurehaltig und geben sich den Anschein fruchtiger Erfrischungsgetränke. Zucker und Kohlensäure verstärken die Alkoholwirkung. Alkohol und Zusatzstoffe können der Gesundheit schaden. Deshalb: Einfach mal alkoholfreie Cocktails ausprobieren! Leckere Rezepte für erfrischende und gesunde Sommergetränke gibt es auf www.pronovabkk.de/sommergetraenkeselbst-mixen.

Foto: ©Stockphoto/ahastudio

pronova BKK // Text: Britta Jansen (Unternehmenskommunikation)

Gepäck weg – was nun? Wenn das Fluggepäck verspätet ankommt, können Reisende sich auf Kosten der Airline mit dem Wichtigsten ausstatten. Aber: Die Airline muss dem Passagier keine luxuriöse Shoppingtour bezahlen. Weil sein Gepäck einen Tag später am Zielort eintraf, hatte ein Mann Kleidung und Kosmetika im Wert von 1.286 Euro gekauft – und der Fluggesellschaft in Rechnung gestellt. Das Amtsgericht Frankfurt hielt den gezahlten Schadenersatz von 300 Euro für ausreichend. Denn: Luxusprodukte sind persönliches Vergnügen. Verspätetes Gepäck nach dem Urlaub verursacht in der Regel keinen Schaden (Voraussetzung für die Erstattung von Ausgaben). Ein Gepäckstück gilt als verloren, wenn es nach 21 Tagen noch

nicht aufgetaucht ist. Bei Kofferverlust bzw. -verspätung werden Passagieren maximal rund 1.350 Euro erstattet. Privat oder Business – BKA fliegt mit! Das Bundeskriminalamt weiß seit Mai genau, wer wann wohin geflogen ist. Sobald ein Flug im Reservierungssystem der Luftfahrtunternehmen gebucht wird, gehen die sogenannten PNRDaten (Passenger Name Record) an das BKA: ausführliche Kontaktangaben, Infos zum Ticket und zur Reiseroute, Reisebüro, Kreditkarteninformationen, Essenswünsche oder auch Hotelbuchungen. Die neuen Bestimmungen gehen auf eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2016 zurück. Sie soll zur Verhütung, Aufdeckung, Ermittlung und Verfolgung von terroristischen Straftaten und schwerer Kriminalität beitragen.

Schmiedewerke Gröditz // Werksfeuerwehr

Der Traum vom Feuerwehrmann Rolf Engl arbeitet in der Adjustage (Schmiede). Autorin ist Ina Klix (Marketing/Kommunikation).

P

ersonen hinterlassen ihre Fußstapfen. Und manchmal treten andere in diese Fußstapfen … Da gab es einen kleinen Jungen, der trat in die Fußstapfen seines Großvaters, eines Feuerwehrmanns. Der Junge war wissbegierig und konnte es kaum erwarten, auch in die Feuerwehr zu kommen. Als es dann 1997 endlich so weit war, gab es für ihn kein Halten mehr. Er absolvierte Lehrgang um Lehrgang, qualifizierte sich ständig weiter. 28 Lehrgänge und 15 Fortbildungslehrgänge später hatte er alle nur möglichen Qualifizierungen erworben – und das ehrenamtlich! Neben seiner Führungsfunktion in der Gröditzer Feuerwehr – jetzt ist er da sogar Chef – widmete er sich von Anfang an auch der Nach-

wuchsarbeit, u. a. als Jugendwart und als Stellvertreter des Kreisjugendfeuerwehrwartes. Für sein Engagement wurde er mehrfach befördert, verdient geehrt und ausgezeichnet. Zum Beispiel mit dem Deutschen Feuerwehrkreuz in Bronze und der Ehrennadel der Deutschen Jugendfeuerwehr. Und ganz nebenbei beschäftigt sich Rolf Engl auch noch mit der Feuerwehrgeschichte als Leiter der Arbeitsgruppe Gröditz in der Arbeitsgemeinschaft Feuerwehrhistorik Riesa. Am 6. Juni wurde Rolf Engl für eben dieses Engagement anlässlich des Bürgermeisterempfangs in seiner Heimatstadt Gröditz mit der Ehrennadel der Stadt geehrt. Dazu beglückwünschten ihn am 8. Juni die Geschäftsführer Bernd Rimann und Karsten Golinske, der Betriebsratsvorsitzende Uwe Jahn, der Betriebsleiter der Schmiede Armin Dürhagen und der Leiter der Betriebsfeuerwehr Friedhelm Pohl. Rolf Engl feierte in diesem Jahr sein 20-jähriges Jubiläum bei der SWG-Betriebsfeuerwehr.


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GMHütte // Jugendzukunftstag

Feuer und Flamme Reizvolle Hütten-Rallye: 48 Kinder beantworten Quizfragen und begeistern sich für Stahlwerk. Autor ist Arne Müller (Familienbeauftragter GMHütte).

A

m bundesweiten Zukunftstag trafen sich 48 Kinder bei der GMHütte. Die 10- bis 15-Jährigen wollten mehr über Unternehmen, Berufe und Ausbildung erfahren. Zu diesem Zweck hatte das Unternehmen eine Hütten-Rallye organisiert. Dabei konnten die Kinder die unterschiedlichsten Bereiche der Hütte besuchen und besichtigen. Gestartet wurde in der Ausbildungswerkstatt. Dort hieß es

„Schutzkleidung anlegen“ (Kittel, Helm, Hörschutz und Schutzbrille). In sechs Gruppen aufgeteilt, startete jede an einer der sechs Stationen, jeweils betreut von einem Auszubildenden und einem Betriebsratsmitglied. Während der Tour erfuhren die Jungen und Mädchen nicht nur einiges über die Stahlerzeugung und -verarbeitung. Sie mussten an den Stationen auch kleine Aufgaben lösen: • Bei der Werksicherheit konnten sie das Löschen mit dem Feuerlöscher üben und am Wasserschlauch des großen Löschfahrzeugs ausprobieren.

• Im Stahlwerk galt es, Schrott zu sortieren und Gewichte zu schätzen. Natürlich warfen sie dort auch einen Blick auf das Herzstück des Werkes: den E-Ofen. • Im Walzwerk lernten sie Walzgerüste und deren Funktionsweise kennen. • Im Finalbetrieb erwartete sie ein „Wer wird Millionär?“Quiz mit Fragen zum Stahl und zum Werk. • In der GMH Blankstahl waren Messaufgaben zu lösen. • In der Ausbildungswerkstatt konnten sie einen Kugelschreiberständer fertigen und als Andenken an ihren Besuch mit nach Hause nehmen. Nachdem die Jungen und Mädchen am Mittag alle Stationen absolviert hatten, war die einhellige Meinung beim Mittagsimbiss: „Das war spitze!“

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MINIMALZIEL: SIEG SWG // Text: Carolin Förster (Assistentin des Betriebsrats), Foto: IG Metall Die Stahlbetriebe aus Riesa und Umgebung waren zum 1. Mai nach Riesa zu einem Fußballturnier geladen. Drei Unternehmen nahmen die Einladung an, darunter auch wir, die Schmiedewerke Gröditz. Wir hatten uns den Sieg als „Minimalziel“ gesetzt. Und tatsächlich: In zwei spannenden Spielen konnten wir das Turnier klar für uns entscheiden und den Siegerpokal nach Gröditz holen. Organisiert hatte das Turnier die IG-Metall-Geschäftsstelle Riesa. Für das leibliche Wohl wurden Gegrilltes, kühle Getränke und frisch gemachtes Popcorn angeboten. Für Unterhaltung sorgte eine Live-Band. Und die kleinen Besucher vergnügten sich mit Hüpfburg und Kinderschminken. Ein großer Dank geht an die Kolleginnen und Kollegen, die nach Riesa gekommen waren, um uns zu unterstützen. Nächstes Jahr wollen wir den Titel verteidigen. Unser SWG-Fußballteam (oben von links): Frank Türnagel, Chris Borchert, Marcus Platz, Mirko Bierbaum und David Schöne. Unten von links: Michael Lösche, Maik Jahn und Carolin Förster.

pronova BKK // Hilfe zur Selbsthilfe

Feuer und Flamme für die GMHütte: 48 Jungen und Mädchen besuchten am bundesweiten Jugendzukunftstag die GMHütte, um mehr über das Unternehmen, die unterschiedlichen Berufe und die Ausbildung zu erfahren.

Personalia // 2. Quartal 2018

Betriebsjubiläen Geschäftsführungen und Betriebsräte gratulieren den Jubilaren und sagen Dank für die langjährige Betriebstreue. glückauf wünscht alles Gute für die Zukunft, beste Gesundheit und viel Erfolg.

 Stahlerzeugung Georgsmarienhütte GmbH

Holger Vandrey (Energiemanagement / ATZ R), Werner Waltermann (Anlagentechnik/ Steuerungsteam Stahlwerk / ATZ R) und Ludwig Winkelmann (Servicebetriebe/Holzwerkstatt)

Dieter Schubert (Mech. Werkstatt) 40 Jahre: Ralf Alschner (Schmiede) und Manfred Güntner (Mech. Werkstatt)

Schmiedag GmbH (Konstruktion)

Mannstaedt GmbH 45 Jahre: Deniz Dursun (Walz-

40 Jahre: Detlef Kulms

werk) und Serafin Lopez-Bugallo (Walzwerk)

(Fertigung)

 Stahlverarbeitung

Gröditzer Werkzeugstahl Burg GmbH 10 Jahre: Marc Kokolowsky (Produktion)

GMH Blankstahl GmbH 25 Jahre: Ingo Glane 45 Jahre: Helmut Schulenburg

 Services GMH Systems GmbH

 Schmiedetechnik Schmiedewerke Gröditz GmbH 10 Jahre: Marcel Lange (Mech. Werkstatt), Michael Pötzsch (Mech. Werkstatt), Silvia Schröter (Auftragszentrum) und Nico Strempel (Mech. Werkstatt) 20 Jahre: Reik Mönner (Auftragszentrum) und

Depressionen? Ängste? Burn-out? Wie Sie mit Online-Programmen das Warten auf den Therapeuten sinnvoll nutzen.

25 Jahre: Bodo Rahner

Wildauer Schmiede- und Kurbelwellentechnik GmbH

25 Jahre: Udo Peters (PSPT/ Prozessoptimierung) 35 Jahre: Friedhelm Apke (Einkauf) 45 Jahre: Martin Flasspöhler (Anlagentechnik/IH-Team Kran), Andreas Hölscher (Anlagentechnik/Anlagenteam Walzwerk/Finalbetrieb), Liam Kuhr (Eisenbahn/Motorfahrzeuge/GET), Herbert Lutze (Werkssicherheit / ATZ R), Karl Neumann (Finalbetrieb), Walter Plogmann (Anlagentechnik/ IH-Team Reserveteilwirtschaft), Ludwig Sandkämper (Betriebsrat / ATZ R), Rainer Schulz (Anlagentechnik/Steuerungsteam Infrastruktur), Hartwig Schwarberg (Werkssicherheit), Paul Steffen (Walzenwerkstatt),

Foto: Vera Loose

10 Jahre: Andreas Albers (Seniorberater SAP HCM / SAP SuccessFactors), Marc Brackmann (IT-Infrastruktur), Michael Gümmer (SAP Seniorberater Logistik), Inge Hegmann (Beratung und Kommunikation), Daniel Kotte (SAP, IT-Projektleiter/IT-Architekt) und Tobias Unland (SAP Berater Business Intelligence)

Autorin ist Britta Jansen (Unternehmenskommunikation pronova BKK).

O

b psychosoziale Konflikte, lebensveränderte Umbrüche oder psychische Beschwerden: Wären Sie psychisch erkrankt, müssten Sie im Schnitt drei Monate warten, bis Sie mit einem Spezialisten sprechen können. Ab sofort bietet die pronova BKK ihren Kund*innen die Möglichkeit, diese Wartezeit sinnvoll zu überbrücken: mit qualitätsgeprüften, kostenlosen novego-Online-Programmen. Diese Programme beinhalten viele Übungen mit Texten, Bildern, Audio- oder Videoelementen. Mit diesem Material können Teilnehmende in kleinen Schritten konkrete Methoden zur Selbsthilfe erlernen. Die Programme sind jeweils modular, schrittig und kursartig aufeinander aufgebaut. Angeboten werden derzeit: „Depressionsprogramm“ bei depressiven Symptomen (Kurs-

Weitere Informationen und Details zum Programmstart finden Sie unter: www.novego.de/pronovabkk

dauer: 12 Wochen), „Raus aus dem Burn-out“ – Erste Schritte aus dem Burn-out (Kursdauer: 4 Wochen) und „Angstprogramm“ für mehr Sicherheit bei Panik und Phobien (Kursdauer: 4 Wochen). Die Angebote sind flexibel nutzbar – jederzeit und an jedem Ort. Internet ist natürlich Voraussetzung. Sie benötigen dann nur noch den kostenfreien persönlichen Zugangscode. Diesen Code bekommen allerdings nur pronova-BKK-Mitglieder – entweder per E-Mail über patientencoaching@pronovabkk. de oder telefonisch (0214.322964919) oder auch über die Online-Geschäftsstelle „meine pronova BKK“.


DIES & DAS

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GMH Gruppe // Fußballweltmeisterschaft

tionen. Wenn man mit dem Schiff nach St. Petersburg kommt, fährt man quasi auf dieses Stadion zu.

„Ganz Russland ist euphorisch“

Wie groß ist es? Dill: Es fasst 68.000 Zuschauer.

Allen politischen Querelen zum Trotz: Während der Fußball-WM zählt auch für viele Russen nur noch eins – Fußball. Und Klaus Dill vom GMHBüro ist in St. Petersburg mittendrin. Am Donnerstag, den 14. Juni, 17 Uhr, kam der Ball ins Rollen: Russland und Saudi-Arabien trennten sich 5:0. Gespielt wurde im größten WM-Stadion Russlands, dem Olympiastadion Luschniki in Moskau. Doch auch in St. Petersburg steht eines der neu erbauten Fußballstadien. Die russische Stadt an der Ostsee ist zudem Standort einer GMH-Vertretung. Leiter ist dort Klaus Dill. Und obwohl er kein ausgewiesener Fußballfan ist, weiß er über das Thema „Fußball in Russland“ hervorragend Bescheid.

Gilt denn die Euphorie für ganz Russland. Dill: Soweit ich das beurteilen kann: Ja! Obwohl ja Russland mehr Eishockey-Land ist, hat das Interesse für Fußball in den letzten Jahren stark zugenommen. Nach dem Ende der Sowjetunion wurde die Premjer-Liga gegründet. Die entwickelt sich ähnlich wie in Europa: Hier verdienen einige Spitzenspieler ebenfalls schon Millionen – darunter auch der Deutsche Kevin Kuranyi, der eine Zeit lang für FK Dynamo Moskau gespielt hat.

glückauf: Herr Dill, wie ist die Fußball-Stimmung in Russland? Klaus Dill: Die Stimmung ist einfach euphorisch. Wahnsinn, was hier los ist. In St. Petersburg wurden riesige Fanmeilen eingerichtet, mitten im Zentrum. Insgesamt sollen 45.000 Leute Platz haben. Überall stehen riesige Bildschirme. Und viele Restaurants und Kneipen haben sich ebenfalls neue Fernseher angeschafft.

Insgesamt gibt es zwölf WMStadien, eines davon steht in St. Petersburg. Haben Sie es schon gesehen? Dill: Das neue Stadion ist eine wahre Perle. Sein Bau hat zwar lange gedauert, aber es ist sehr schön geworden. Es liegt an der Spitze der Krestowski-Insel. Eine Hälfte der Insel ist ein riesiger Erholungspark mit Park, Sportanlagen, Seen, Hotel, Freizeitaktivitäten und zwei neuen Metrosta-

Bei uns gibt es immer wieder Hinweise auf russische Hooligans, speziell wegen der Ereignisse in England und Frankreich. Wie schätzen Sie das aktuelle Risiko ein? Dill: Ich glaube, das wird in der westlichen Presse etwas übertrieben dargestellt. Und ich gehe davon aus, dass die Sicherheitskräfte das Problem während der WM im Griff haben. Sie sagten, die Russen seien euphorisch. Sehen sie sich auch als kommende Weltmeister? Dill: Im Fußball kann natürlich immer Außergewöhnliches passieren. Aber ich glaube, sie sind sehr realistisch in ihrer Einschätzung. Sie sind froh, dass sie mitspielen, und hoffen, dass sie die Vorrunde überstehen. Mal was ganz anderes: Die Vorkommnisse der letzten Jahre haben die Stimmung zwischen Deutschland und Russland zumindest auf politischer Ebene ziemlich aufgeheizt. Was aber denken die Russen, was ihre Geschäftspartner und Kontakte generell über Deutschland? Dill: Die Russen sind nach wie vor deutschfreundlich.

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Qualitätsarbeit und die Tugenden wie Disziplin, Ordnung, Verlässlichkeit, Pünktlichkeit etc. sehr. Und von den schrecklichen Geschehnissen der

Grafik: 

Grafik: © stockfoto/sofiartmedia

© stockfoto/ Daniel Berkmann

täten näher beieinander, als uns heute suggeriert wird.

Weltkriege einmal abgesehen: Deutsche und Russen haben über Jahrhunderte hinweg gute Beziehungen. Viele Adelsgeschlechter beider Länder waren eng miteinander verbunden. Deutsche Firmen, Handwerker, Ingenieure, Wissenschaftler tragen seit Jahrhunderten mit nachhaltigen Projekten zur Entwicklung Russlands bei, was unter der hiesigen Bevölkerung sehr geschätzt wird. Außerdem liegen unsere Mentali-

Was, wenn die deutsche Nationalmannschaft auf die russische trifft? Dill: Dann wird das ein Spiel in freundschaftlicher Atmosphäre geben. Zumindest habe ich das so bei anderen Spielen miterlebt, beispielsweise bei Begegnungen in der Champions League. Auch wenn Sie kein Fußball-Fan sind – um die obligatorische Frage kommen Sie nicht herum: Wer wird Weltmeister? Dill: Ich hoffe, Deutschland. Vielen Dank für das Gespräch.

Woher kommt das eigentlich? Dill: Sie schätzen die deutsche

Eigentlich wollten wir hier über die Flugstrecken berichten, die die deutsche Nationalmannschaft bis ins Finale hätte zurücklegen müssen, aber … Kaliningrad AF St. Petersburg HF

0:1 – 2:1 – 0:2 Aus und vorbei! 2

3

2

Moskau

Irgendwo zwischen „Flasche leer“ und „Lebbe geht weiter“ HF

F

1

Nischni Nowgorod 3

Saransk

Kasan VF

„WM-MARMELADE“

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Rostow am Don Wolgograd Sotschi

VF Samara

:-) AF

Jekaterinburg

GMHütte // Text und Foto: Stefanie Ehemann Auch wenn wir bei der WM ausgeschieden sind: Dieses Marmeladen-Rezept können Sie spätestens bei der nächsten Europa-Meisterschaft gebrauchen – vorausgesetzt, wir schaffen die Qualifikation ;–) Also: Obst in folgender Reihenfolge verarbeiten bzw. schichten – Pfirsiche, Erdbeeren, Brombeeren. Jeweils Obst waschen (Pfirsiche auch entkernen und schälen) und etwas pürieren. Masse mit dem Gelierzucker erhitzen. Während die Marmelade köchelt, unbedingt weiterrühren. In die bereitgestellten Gläser füllen (jeweils ein Drittel). Vorsicht: Die erste Schicht muss vollständig abgekühlt sein, bevor die zweite dazukommen kann. Die Gläser fest fest verschließen, unbedingt im Kühlschrank aufbewahren und möglichst bald verzehren.


DIES  &  DAS

Unsere

glück auf 2-2018

Schmiedewerke Gröditz // Ehrenamt

Von klein auf Christian Hubrig muss es wissen: Als Fußballtrainer für Junioren benötigt man nicht nur Hard und Soft Skills. Man muss auch Mensch bleiben. Bei den Schmiedewerken Gröditz ist Christian Hubrig im Bereich Controlling tätig. Privat widmet er sich zwei- bis dreimal die Woche seinem Hobby als ehrenamtlicher Fußballtrainer einer Juniorenmannschaft beim SV Saxonia Nauwalde. Er selbst spielt Fußball, seit er sechs Jahre alt ist. Wer als Nachwuchsleiter in der Kreisliga trainiert, benötigt zwar keine formale Qualifizierung. Allerdings hat sich Christian mit Unterstützung des Vereins mit 21 Jahren zum B-Lizenz-Trainer ausbilden lassen. glückauf: Kindern das Fußballspielen beizubringen, ist sicher keine kleine Herausforderung. Was muss ein Trainer so alles draufhaben, Christian? Christian Hubrig: Da sind zunächst einmal die Hard Skills wie Trainingslehre, Techniken, Taktiken und Anatomie. Aber fast noch wichtiger sind die Soft Skills wie Teamfähigkeit, Einfühlungsvermögen und Menschenkenntnis. Bis du mehr der autoritäre oder mehr der kumpelhafte Trainertyp? Christian: Also, ich sehe mich in der Rolle eines Psychologen oder Motivators: Ich versuche, stets offen mit meinen Spielern zu kommunizieren. Als Trainer hat man einen kurz- wie auch langfristigen Plan, Ideen und Ziele. Entscheidungen, die man getroffen hat, versuche ich meinen Spielern bis zu einem bestimmten Maß zu erklären. Schließlich erwarte ich von meinen Spielern auch ein bestimmtes Verhalten, um diese Ziele zu erreichen.

Christian: Mit 18 habe ich mit meinem Vater begonnen, eine Bambini-Truppe zu leiten. Eine andere Nachwuchsmannschaft gab es damals nicht im Verein. Bereits im zweiten Jahr erreichten die Nachwuchskicker des kleinen Dorfes den 1. Platz in der damaligen Liga.

hatten, aus deren Schatten treten und sich profilieren. Aber ihr konntet ja die Verluste zumindest ausgleichen. Christian: Weil unser Erfolg im wahrsten Sinne des Wortes weite Kreise zog. Der eine oder andere Verein aus unserer Umgebung hat

„Wer selbst ein Team coacht,

Wie alt sind die? Christian: 16 bis 17 Jahre. Unser großes, schon vor 20 Jahren gestecktes Ziel ist es, in ein paar Jahren aus organischem Wachstum die Männermannschaft mit frischen Kräften zu unterstützen. Denn der Zukauf neuer Spieler wäre auf Dauer utopisch teuer für unsere Vereinskasse. Und egoistische „Söldner“ würden sowieso nicht zu unserem Vereinsstil passen.

CHRISTIAN HUBRIG

Interesse? Weitere Infos? Christian Hubrig ist unter 0176.47182364 oder mail@sv-saxonia.de zu erreichen. Übrigens: Der SV Saxonia Nauwalde würde sich freuen, zum Dorf- und Sportfest (2. – 5. August) das eine oder andere neue Gesicht zu begrüßen.

Christian Hubrig (Controlling) arbeitet bei den Schmiedewerken Gröditz. Er gehört seit 2007 mit Beginn seines dreijährigen dualen Studiums in der Berufsakademie Bautzen zum Team.

Diese Erwartungen auch offen zu kommunizieren, ist also das Beste? Christian: Meiner Erfahrung nach können Trainer, die nur im stillen Kämmerlein ihre Entscheidungen treffen, um Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen, Gift für jedes Team sein. Gerade wenn es kompliziert wird, ist ein kühler Kopf angesagt. Man muss sich der Probleme annehmen, damit Lösungen für das Gemeinwohl entwickelt und umgesetzt werden können. Was war überhaupt deine erste Tätigkeit als Trainer?

GMH Gruppe // Tradition

Bergmann lässt grüßen

Foto: Ina Klix

Donnerwetter! Christian: Aber mit dem Erfolg kamen auch die Scouts von den nahe liegenden Stadtvereinen. Und die haben unsere begabtesten Spieler abgeworben.

nämlich keine Nachwuchsmannschaft. Deren Talente kamen erst mal zu uns, weil wir gut waren. Und sie kamen nicht nur aus dem sächsischen, sondern auch aus dem brandenburgischen Umkreis.

Und wie habt ihr darauf reagiert? Christian: Natürlich ist der gesamte Verein stolz auf die nun höherklassig spielenden Talente, die ihre Grundausbildung in Nauwalde bekommen haben. Aber alle Verbliebenen waren anfangs erst mal traurig. Andererseits konnten die Kinder, die bislang im Schatten der „Stars“ gestanden

Und wie sieht es heute im Verein aus? Christian: Durch den hohen Zuspruch baute Saxonia über die Jahre mehrere Nachwuchsteams mit engagierten Trainern auf. Das geht mittlerweile von der G- bis zur B-Jugend (6- bis 17-Jährige). Wir decken also fast lückenlos alle Altersklassen ab.

So mancher, der den Gruß „Glück auf“ erstmals in der GMH Gruppe hört, wundert sich. Denn den Gruß verbindet man für gewöhnlich nur mit Bergleuten. Zugegeben: In der GMH Gruppe wimmelt es von vielen Berufen. Doch Bergleute? Weshalb es mit dem Gruß dennoch seine Richtigkeit hat, beschreibt Christian Hubrig (Controlling Schmiedewerke Gröditz):

Ende des 16. Jahrhunderts. Das war die Zeit, als die Bergleute noch zu Fuß über Leitern oder mit der Fahrkunst ein- und ausgefahren sind. Das hieß für die Bergleute: Sie hatten nach einer 10-StundenSchicht oft noch eine anstrengende und gefährliche 2-StundenKletterpartie an der Leiter vor sich – ein Aufstieg, bei dem man

G

Foto: © stockfoto/fotografci

Bemerkenswert ist zudem, dass im Kreisliga-Nachwuchs Meißens alle anderen vollwertigen Großfeld-Dorfmannschaften sich mit einem anderen Verein zusammenschließen müssen. Sogar der eine oder andere Stadtverein ist auf eine Spielgemeinschaft angewiesen. Nur so kann er die benötigte Mindestanzahl an Spielern stellen und am Spielbetrieb teilnehmen. Und wie sieht es bei dir persönlich aus? Christian: Zurzeit leite ich die B-Jugend.

kann es nachvollziehen, dass ein Trainer Vorbild und Allroundtalent zugleich sein muss.

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lück auf“ ist ein Bergmannsgruß. Er beschreibt die Hoffnung der Bergleute, „es mögen sich Erzgänge auftun“. Denn beim Abbau von Erzen ließ sich ohne Prospektion nur unsicher vorhersagen, ob die Arbeit der Bergleute überhaupt lohnenswert war. Zudem verbindet sich mit diesem Gruß der Wunsch, man möge nach der Schicht aus dem Bergwerk wieder heil und gesund ausfahren. Entstanden ist der Gruß im sächsischen Erzgebirge

Fahrkunst Der erste „Fahrstuhl“ im Bergwerk. Zwei nebeneinander stehende in den Schacht führende Riesenstelzen mit Trittbrettern hoben und senkten sich abwechselnd. Durch Umsteigen von Brett zu Brett konnte sich der Bergmann nach oben oder unten bewegen. Anschauungsmaterial unter: www.prosieben. de/tv/galileo/videos/die-fahrkunst-in-der-grube-samson-clip

Nachwuchsarbeit ist also wichtig? Christian: Nach dem Rückgang der „Dorfvereine“ im Männerbereich auf jeden Fall. Heute zeigt sich, wie wichtig nachhaltige Nachwuchsarbeit im ländlichen Raum ist. Wer sollte sich im Verein engagieren? Christian: Wer sich nicht nur bei einer EM oder WM mit Fußball identifizieren will, wer das gemütliche Dorfleben schätzt und wer sich gerne aktiv einbringen möchte. Möglichkeiten gibt es dafür bei der Saxonia viele – ob als Spieler, Funktionär, Schiedsrichter oder aber auch als Sponsor. Und sein Nachwuchs ist bei einer unserer Jugendmannschaften immer willkommen. Danke für das Gespräch.

Glück gebrauchen konnte. Hinzu kommt, dass in jener Zeit (16. bis 18. Jahrhundert) tödliche Unfälle sehr häufig waren, nicht nur beim Ein- und Ausfahren. Es kam oft vor, dass Kumpel der nächsten Schicht, die man beim Ausfahren noch gegrüßt hatte, im Berg geblieben sind. Da die Verhüttung der Erze teilweise nahe an den Gruben erfolgte, hat sich dieser Gruß auch bei den Hüttenleuten eingebürgert. Der vielfach beschworene Zusammenhalt von Hüttenund Bergleuten (Kohle und Stahl) hat ein Übriges dazu beigetragen. Der Gruß ist inzwischen auch im Fußballstadion heimisch. Bei Heimspielen des FC Schalke 04 oder von Erzgebirge Aue werden die Zuschauer im Stadion mit dem Bergmannsgruß „Glück auf“ willkommen geheißen. Gleichzeitig wird das Steigerlied („Glück auf, der Steiger kommt“) abgespielt.


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Kombinieren Sie mal!

glückauf // unterwegs

Cecilia Hentrich (GMH Recycling Dortmund) ließ sich von ihrem Lebensgefährten Carlos Peixoto mit der glückauf in welcher europäischen Hauptstadt fotografieren? Tipp: Der Name setzt sich aus drei Silben zusammen: Die ersten zwei Silben klingen fast wie ein deutscher Mädchenname, die dritte Silbe klingt wie die ehemalige deutsche Hauptstadt. Senden Sie die richtige Antwort an matthias.krych@gmh-gruppe.de oder (mit einer Postkarte) an Matthias Krych, GMH Recycling GmbH, Rheinstr. 90-122, 49090 Osnabrück. Einsendeschluss ist der 15. August 2018. Gehen mehrere richtige Antworten ein, entscheidet das Los.

Und wo bleibt Ihr Foto? Möchten Sie auch ein Bilderrätsel einreichen? Machen Sie einfach ein Foto mit der glückauf im Vordergrund. Im Hintergrund sollten genügend charakteristische Details zu erkennen sein, um erraten zu können, wo bzw. in welcher Stadt das Foto geschossen wurde. Mailen Sie Ihr Foto einfach an matthias.krych@gmh-gruppe.de.

Foto: Carlos Peixoto

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Wollen Sie auch einmal einen Artikel für unsere glückauf schreiben? Oder haben Sie ein Thema oder eine Geschichte, die interessant wäre? Haben Sie Kritik oder Anregungen, was man besser machen könnte? In all diesen Fällen wenden Sie sich doch bitte an einen glückauf-Ansprechpartner Ihrer Business Unit. Einfach anrufen oder direkt ansprechen: Er/sie hilft Ihnen gerne weiter.

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Stefanie Ehemann Ingo Schill Themenbereich SCM

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Schmiedetechnik

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ina.klix@gmh-gruppe.de

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Für Ihre Gartenparty! Kommt zur Sommersaison gerade richtig: eine zünftige Grillschürze mit professionellem Grillbesteck aus dem GMH-Fanshop.

Haben Sie’s gewusst?

Foto: privat

Marco Bovenschulte (GMH Recyling) steht vor der „Langen Anna“ auf Helgoland (daneben gibt es ja auch noch die „Kurze Anna“). Richtig erraten hat es Helmut Bußmann, Mitglied des Ehemaligenvereins der GMHütte.

Die nächste glückauf erscheint:

10/2018 He­raus­ge­ber: Ge­orgs­ma­ri­en­hüt­te Hol­ding GmbH Neue Hüt­ten­stra­ße 1 49124 Ge­orgs­ma­ri­en­hüt­te www.gmh-gruppe.de V.i.S.d.P.: Iris-Kath­rin Wil­ckens Leiterin Unternehmenskommunikation G  MH Gruppe

stefanie.ehemann@gmh-gruppe.de

ingo.schill@gmh-gruppe.de

IHR GEWINN?

Pro­duk­ti­on und Gra­fik: elemente designagentur, www.elemente-designagentur.ms Tel.: 02 51.21 07 80 10 Text­be­ar­bei­tung: Pe­ter Karl Mül­ler Tel.: 02 51.4 90 26 41 Lektorat: Dorothea Raspe, Münster Her­stel­lung: Stein­ba­cher DRUCK GmbH, Os­na­brück; auf 100% Re­cy­cling­ pa­pier

HALBER ABSCHIED GMHütte // Text: Peter Karl Müller (glückauf-Redakteur), Foto: Matthias Krych Wohl wenige Beschäftigte der GMHütte kennen die Gesichter ihrer Kolleginnen und Kollegen besser als sie: Vera Loose (Verwaltung Servicebetrieb). Denn schon seit 1994 ist sie für glückauf als Fotografin unterwegs. Ob Ehrungen, Workshops, Werksführungen, Sportevents, Jubiläen oder Betriebsfeste: Vera und ihre Kamera sind stets vor Ort. Und so entstanden Hunderte von Fotos, die ihren Weg in die Werkszeitung fanden. Daneben hat sie jede Menge glückauf-Beiträge verfasst und die Treffen der glückauf-Redaktion dokumentiert. Unter ihren Redaktionskolleg*innen war sie nicht nur ihrer offenen, sympathischen und herzlichen Art wegen beliebt. Sie galt auch als eine „sichere Bank“. Hatte Vera einen Job übernommen, war klar, dass er auch erledigt wurde – engagiert, verantwortungsbewusst, pünktlich. Und auf der Redaktionskonferenz war sie diejenige, die sich am besten in die Mitarbeiter*innen aus der Produktion einfühlen und deren Position vertreten konnte. Seit 1997 war sie festes Redaktionsmitglied der glückauf-Redaktionskonferenz. Jetzt ist sie nach 21 Jahren ausgeschieden. Glücklicherweise wird sie der Werkszeitung erhalten bleiben: als glückauf-Fotografin. Das Foto zeigt Vera mit Iris-Kathrin Wilckens (Leiterin Unternehmenskommunikation GMH Gruppe).

Die glückauf erscheint viermal im Jahr.

glückauf // Zu guter Letzt Guss Dr. Ulrike Libal ulrike.libal@pleissner-guss.de +49.5521.83237

Weitere Fotos und spannende Themen finden Sie auch online unter:

> www.gmh-gruppe.de.

Gesundheitsquiz:

Wer hat wohl den großen Preis gezogen? Über den Sieger, die richtigen Antworten und die Preisübergabe berichten wir in der nächsten glückauf-Aufgabe.

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glückauf 2-2018 – die Zeitung für Mitarbeiter der GMH Gruppe.

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