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glück­auf

Die Zei­tung für Mit­ar­bei­ter, Kun­den und Freun­de der GMH Gruppe

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Absolute Weltklasse Foto: Dr. Arne Treppschuh

Stahlwerk Bous · Stahlwerk nimmt neue Filteranlage in Betrieb.

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ie neue Filteranlage/Entstaubungsanlage des Stahlwerkes Bous (SB) steht gleich in dreifacher Hinsicht für ein unternehmenspolitisches Statement: Zum Ersten ist die Anlage in Konzeption und Ausführung die modernste der Welt; zum Zweiten bekennt sich die GMH Gruppe damit klar zum Produktionsstandort Bous; und zum Dritten demonstriert das Stahlwerk, dass in Deutschland die Herstellung hochwertiger Stähle und Umweltschutz auch zukünftig vereinbar sind. Zweifelsohne ist die Investition (sie liegt im niedrigen zweistelligen Millionenbereich) auch Verpflichtung, wie SB-Geschäftsführer Franz Josef Schu weiß: „Es ist ein klares und bewusstes Bekenntnis zur Zukunftsgestaltung und Fortentwicklung unseres Standortes. Wir sind uns unserer Verantwortung für Mensch und Umwelt sehr bewusst – gerade in Zeiten, die von hartem und teils unfairem Wettbewerb in der globalen Stahlindustrie gekennzeichnet sind.“ Um die Nachhaltigkeit am Standort zu sichern, ist man in konstruktivem Austausch mit den zuständigen Gremien, um auch die infrastrukturelle Anbindung an das Werk

noch weiter zu verbessern (unter anderem durch eine bessere Straßenanbindung). In Konzeption und Ausführung gilt die Filteranlage/Entstaubungsanlage als die modernste der Welt – und führt zu einer nicht für möglich gehaltenen Reduktion des Schadstoffausstoßes. Allein schon das Volumen der gefilterten Luft setzt neue Maßstäbe: War die Leistung der alten Anlage mit 560.000 Kubikmeter Abluft pro Stunde schon beeindruckend, so filtert die neue Anlage 1,3 Mio. Kubikmeter pro Stunde – also die doppelte Menge. Doch worauf es vor allem ankommt: Was bleibt in der aufwendig gefilterten Abluft zurück? Wie hoch ist der Staubanteil? Unterm Strich: weniger als 1 Milligramm pro Kubikmeter. Dieser Wert unterschreitet den gesetzlichen Grenzwert um das Fünffache. Der nämlich liegt bei 5 Milligramm pro Kubikmeter. Detailinformationen über die gemessenen Werte gibt es auf der SB-Internetseite (www.stahlwerk-bous.de). In Bous arbeiten rund 350 Beschäftigte. Sie erzielten 2016 einen Umsatz von knapp 217 Mio. Euro. cd 

Ministerpräsident im Landesministerin im Stahlwerk GMHütte Stahlwerk Bous In den meisten Fällen haben Politiker, die zu Besuch ins Stahlwerk kommen, nur einen einzigen Ansprechpartner: die Geschäftsführung nebst Betriebsrat des Unternehmens. Anders der niedersächsische Ministerpräsident Weil. Er nahm sich auch viel Zeit für die Azubis der GMHütte.  R siehe AzubiPages Seite 1

Als Anke Rehlinger, Wirtschaftsministerin des Saarlandes, zu Gast in Bous war, hatte sie eine Reihe von Experten mitgebracht. Einer davon konnte die Frage klären, die für den Standort derzeit besonders wichtig ist: Wie sieht eigentlich der Zeitplan für die Anbindung an die B269 aus?  R siehe Seite 9

Schritt für Schritt mehr Gesundheit Wie viele Schritte machen Sie am Tag? Ab wie vielen Schritten tun Sie etwas für Ihre Gesundheit? Wie könnten Sie „gehend“ mehr für Ihre Gesundheit tun? Wer es genau wissen will, der sollte bei der SchrittzählerAktion der GMH Gruppe mitmachen. 

Azubi-Pages. Neues von den Azubis der GMH Gruppe: Diesmal wird unter anderem von einem Projekt berichtet, das Jung und Alt zu begeistern weiß: das E-Goggo.

R siehe Seite 7

Foto: © panthermedia.net/bizoo_n

Foto: Oliver Wolf

Österreichs Bundeskanzler

Christian Kern war zu Besuch bei der Stahl Judenburg (Steiermark, Österreich). Erklärtes Ziel seines umfangreichen Besuchsprogramms war, nicht nur das Unternehmen näher kennenzulernen. Er wollte auch mit den Azubis und den Mitarbeitern des Stahlwerkes ins Gespräch kommen. Zudem blieb noch Zeit für eine ausgedehnte Führung durch die Produktion, bei der er von zwei Geschäftsführern begleitet wurde (von links nach rechts): Ewald Thaller, Bundeskanzler Christian Kern und Thomas Krenn. R siehe Seite 9


GMH GRUPPE   

STANDORTE DER GMH GRUPPE

EDITORIAL

Produktionsstandorte / Repräsentanzen

A U S D E M I N H A LT

GMH Gruppe · Zurzeit haben die Europa-Kritiker zumindest medial ein leichtes Übergewicht. Aber es gibt auch Europa-Befürworter. Zu ihnen gehören Jürgen Großmann und United Europe.

Hamburg

Japan

China

Kocaeli Russland

Indianapolis

POLEN

Osnabrück Georgsmarienhütte Burg

Japan

China

Kocaeli

NIEDERLANDE

Zorge Herzberg

Dortmund Witten Essen Mülheim

Foto: @ fotolia.de/mophoto

Produktionsstandorte Produktionsstandorte

Repräsentanzen (GMH Holding)

Repräsentanzen (GMH Holding)

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, Panta rhei („Alles fließt“) resümierte der griechische Philosoph Heraklit vor etwa 2.500 Jahren seinen Blick auf die Welt. Alles bewegt sich fort und nichts bleibt, wie es war. Wo konnte man diese Wahrheit in den letzten Jahren besser nachverfolgen als in der GMH Gruppe? Von der dezentralen Organisation musste man sich verabschieden. Es hieß Kräfte bündeln, Synergien heben, Kosten sparen. Mit der Neustrukturierung will man sich zukünftig Erfolg versprechender den globalen Märkten stellen. Dies gelingt allerdings nur, wenn eins trotz aller Veränderungen unverändert bleibt: Ihr Engagement und Ideenreichtum.

BELGIEN

DEUTSCHLAND

LUXEMBURG Nürnberg

Bous Homburg

GMHütte · Was tun mit den Ergebnissen des ersten Innovationstages? Die Flut der Ideen, Impulse und Denkanstöße war so riesig, dass man sie erst einmal mit einer frei verfügbaren Visualisierungssoftware ordnen musste.

auf Sei­te 6

GMH Gruppe · Teamwork ist das Gebot der Stunde. Voraussetzung dafür ist auch eine gemeinsame IT-Basis. Die GMH Gruppe arbeitet daran, die allzu üppige IT-Vielfalt zu „harmonisieren“.

Gröditz

Troisdorf Sydney Sydney

auf Sei­te 4

Wildau

Schwerte Hagen Gevelsberg

auf Sei­te 6

TSCHECHISCHE REPUBLIK

FRANKREICH Schwäbisch Gmünd

ÖSTERREICH Krieglach

SCHWEIZ

Mannstaedt · Dieser Informati-

Judenburg

onsservice ist ein Traum: Mitarbeiter, die etwas über ihre aktuellen Arbeitsaufträge wissen müssen, holen sich ihre Infos am Info-Terminal – direkt am Arbeitsplatz, per Touchscreen und immer aktuell.

Kunst im Werk · Wer seine diversen künstlerischen Aktivitäten im Laufe der letzten Jahrzehnte verfolgt hat, darf ihn durchaus – und dieser Kalauer sei erlaubt – als umtriebig bezeichnen: Volker-Johannes Trieb aus Osnabrück. Matthias Krych hat den Künstler für Kunst im Werk porträtiert.

auf Sei­te 8

auf Sei­te 11

Stand 01.2017

Russland

Indianapolis

GMH Gruppe · Gemeinsam ist man stärker. Deshalb wird der zentral organisierte Gruppeneinkauf zukünftig eine Reihe von Warengruppen, die gruppenübergreifend benötigt werden, beschaffen. auf Sei­te 6

Wittenberg· Dass die Lutherstadt im

Lutherjahr im Fokus der Gläubigen steht, kann nicht verwundern. Eine Ausstellung mit international renommierten Künstlern hat ausreichend künstlerische Brisanz, dass Wittenberg auch in den Fokus der Kunstund Kulturwelt geraten wird. auf Sei­te 4

Ihr glückauf-Redaktionsteam

Ein Herz aus Stahl Schmiedewerke Gröditz · 39 Schmiedewerker bekennen zusammen mit rund 15.000 Kolleginnen und Kollegen beim Stahlaktionstag in Brüssel Farbe. AUGENZEUGENBERICHT Rund 15.000 Arbeitnehmer aus zehn europäischen Ländern waren Ende letzten Jahres nach Brüssel gekommen, um am Stahlaktionstag gegen den Import von Billigstahl und für faire Wettbewerbsbedingungen in der EU zu demonstrieren. Unter den Teilnehmern befanden sich auch 39 Kolleginnen und Kollegen von den Schmiedewerken Gröditz, die die Geschäftsführung für diese Fahrt freigestellt hatte, darunter Carolin Förster (Qualitätswesen). Hier ihr Erfahrungsbericht: Unsere Fahrt begann am Vorabend gegen 22 Uhr am Ost-Tor der Schmiedewerke in zwei Bussen, zur Verfügung gestellt von den Schmiedewerken Gröditz. Das Unternehmen hatte auch gemeinsam mit der IG Metall für Reiseproviant gesorgt. Am nächsten Vormittag kamen wir gegen 10 Uhr am Jubelpark in Brüssel an. Schon von Weitem sah man rings um den Park eine Vielzahl von Bussen anderer angereister Teilnehmer stehen. Die Kundgebung begann um 12 Uhr mit einem Musikvideo der „Henningsdorfer“ (Kollegen der Henningsdorfer Elektrostahlwerke GmbH). Sie sollten ihre Songs später auch noch live performen. Danach sprachen unter anderem Heiko Reese (Leiter des IG -Metall-Stahlbüros in Düsseldorf), Luc Triangle (Generalsekretär von IndustriAll Europe) und Jörg Hofmann (Erster Vorsitzender der IG Metall), der auch solidarische Grüße vom damaligen Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD ) übermittelte.

Alle Anwesenden machten ordentlich Stimmung. Es war eine Atmosphäre, die einem das Gefühl vermittelte, dass man zusammengehört – und erahnen ließ, was man gemeinsam erreichen könnte. Wir sind eins und halten zusammen! Trotz des ernsten Themas und des schlechten Wetters waren alle Teilnehmer optimistisch, und die

Stimmung war ausgelassen. Die Kolleginnen und Kollegen taten ihren Unmut mit Pfeifen, Trompeten, lauten Rufen, Gesängen, Knallern und Rauchbomben kund. Einige hatten sich einiges einfallen lassen, um auf ihr Anliegen (die Not der europäischen Stahlindustrie) auch visuell-symbolisch aufmerksam zu machen. So sah man in der Menschenmenge einen „chinesischen Krieger“ mit einem „Europaritter“ kämpfen oder auch eine „chinesische Firma“, aus der dich-

ter Rauch trat, und einen „Stahlarbeiter“ (Puppe), der auf einer Trage lag. Unser Demonstrationszug führte nach der Kundgebung durch den Triumphbogen im Park, quer durch das EU -Viertel von Brüssel, vorbei am Sitz der ARD und des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses. Der Zug endete dann im Park, wo wir in die Busse stiegen und die Heimfahrt antraten. Angekommen sind wir am 10. November gegen 2 Uhr in der Früh. Ich würde mir für die Zukunft wünschen, dass sich noch mehr Kolleginnen und Kollegen vom Standort Gröditz an solchen Aktionen beteiligen. Vielleicht auch mal eine Führungsperson, denn das würde richtige Zeichen setzen. Schließlich ging diese Aktion in Brüssel nicht nur die Arbeitnehmer etwas an.

„Nur Stahl ist härter als wir.“ HENNINGSDORFER

Mitarbeiterinnnen und Mitarbeiter der Schmiedewerke Gröditz beim Stahlaktionstag in Brüssel

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Foto: Patrick Schenke

Umfirmierung

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ach 13 Jahren der rechtlichen Trennung sind die Gröditzer Kurbelwelle Wildau GmbH und die Wildauer Schmiedewerke GmbH & Co. KG wieder unter einem Dach zusammengeführt worden. Das operative Geschäft der Wildauer Schmiedewerke GmbH & Co. KG ist mit einer Vermögensübertragung auf die Gröditzer Kurbelwelle Wildau GmbH übergegangen. Diese Übertragung erfolgte zum 1. Januar 2017. Die Gröditzer Kurbelwelle Wildau GmbH firmiert nunmehr als Wildauer Schmiede- und Kurbelwellentechnik GmbH – WSK (www. wildauer-skt.de). Ziel ist es, durch eine Bündelung der Stärken des Standortes eine hohe Kunden- und Marktorientierung zu gewährleisten. Prozesse und Teilprozesse werden sinnvoll aufeinander abgestimmt und ermöglichen durch die Nutzung von Synergien gleichzeitig eine Kostenreduzierung. Die Kernkompetenz der Wildauer Schmiede- und Kurbelwellentechnik GmbH liegt in den Bereichen große Gesenkschmiedeteile bis 3,5  t, Kurbelwellentechnik für 4-Takt-Großmotoren sowie Pumpen und Kompressoren bis zu einer Maximallänge von 12.000 mm und einem Gewicht von 25 t. Die Wildauer Schmiedewerke GmbH & Co. KG wird zukünftig ausschließlich als Grundstücksverwaltungsgesellschaft unter dem Namen Wildauer Immobiliengesellschaft  mbH &  Co.  KG fungieren. Sie wird kein operatives Geschäft mehr betreiben. Seit 1997 ist der Standort Wildau ein fester Bestandteil der GMH Gruppe. Insgesamt sind hier etwa 200 Mitarbeiter beschäftigt. Die WSK gehört zur GMH Schmiedetechnik GmbH und arbeitet eng mit den anderen Unternehmen der Business Unit Schmiedetechnik zusammen. Simone Senst 


AUS

DER GESCHÄFTSFÜHRUNG  

 LEITARTIKEL  

Aktiv gestalten – statt nur reagieren Frank Koch: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen.“ Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, als der neue Vorsitzende der Geschäftsführung der GMH Gruppe wende ich mich heute erstmals auf diesem Weg an Sie. „Neu“ bezieht sich allerdings nur auf die Funktion. Seit über neun Jahren bin ich bei der GMH Gruppe beruflich zu Hause. Die Schwerpunkte meiner Arbeit lagen in der Vergangenheit im Stahlwerk Georgsmarienhütte und in der Stahlverarbeitung. Für uns alle stand das Jahr 2016 im Zeichen der organisatorischen Neuausrichtung unserer Unternehmensgruppe. Die Märkte, in die wir unsere Produkte liefern, haben sich weit über Europas Grenzen hinaus entwickelt. Wir stehen, wie unsere Wettbewerber, unter starkem internationalen Wettbewerbsdruck, die Kundenanforderungen werden komplexer – und damit einher gehen stetig steigende technische Anforderungen an unsere Anlagen und Produkte. Um auf diese Entwicklung nicht nur zu reagieren, sondern sie auch vorausschauend mit unserer gruppenweiten Leistungsfähigkeit abzugleichen, haben wir als Ergebnis der Analyse unsere internen Strukturen an das veränderte Anforderungsprofil angepasst. Wir haben die Unternehmen der GMH Gruppe organisatorisch enger miteinander verzahnt – oder dort standortübergreifend aufeinander verschmolzen, wo es von den Prozess- und Verwaltungsabläufen, vom Wertstrom und vom Wissensaustausch sinnvoll war. Als Beispiele seien hier die Zusammenlegung zweier Schmiedeunternehmen zur Wildauer Schmiede- und Kurbelwellentechnik GmbH oder auch die Verschmelzung von drei Recyclingunternehmen zur GMH Recycling GmbH genannt. Das Ergebnis: Dadurch haben wir Synergien gehoben, Kosten reduziert und damit unsere Wettbewerbsfähigkeit verbessert. Von der einstmals dezentralen Organisation, in der jedes Unternehmen eigenständig am Markt agierte, mussten wir uns verabschieden. Die heutige Zeit erfordert, unsere Kräfte zielgerichtet in der GMH Gruppe zu bündeln, ohne dass der einzelne Standort seine Identität verliert. So treten wir mit gemeinsamer Stärke, mit einem Gesicht und unter einem Namen leistungsfähiger am Markt und bei unseren Kunden auf. Zusätzlich profitieren wir alle von einem aktiven Wissens- und Erfahrungsaustausch, der in die gesamte GMH Gruppe getragen wird. Neue Formen der Zusammenarbeit werden erdacht, ausprobiert und gelebt, verbunden mit frischem Denken über Grenzen hinweg. Das setzt Ideen und Visionen frei, die weit über die Werkstore hinausreichen. Der erstmalig im vergangenen Herbst ausgerichtete Innovationstag hat schon nach kurzer Zeit gewirkt und zu neuen Sichtweisen, denkbaren Geschäfts-

Werksfoto

Frank Koch

ideen und prozessorientierten Anregungen geführt. Nicht alles lässt sich umsetzen, deshalb ist eine Vielzahl der Anregungen jetzt noch in der Be- und Auswertung. Der in der GMH Gruppe neu aufgebaute Bereich „Simulation und Innovation“ vernetzt und verarbeitet Informationen und Daten, baut und rechnet Modelle, die auf lange Sicht zu verbesserten Prozessen führen. Jeder Standort der GMH Gruppe kann diesen Bereich nutzen, indem er Visionen platziert, Ideen einbringt, sich Anregungen holt oder Lösungen auf Tragfähigkeit und Effizienz überprüfen lässt. Hier entwickeln kluge Köpfe gemeinsam Innovationen – die wir zu neuen Geschäftsmodellen oder Geschäftsfeldern ausbauen. All diese Entwicklungen sind in der Umsetzung und werden im Laufe des Jahres spürbar greifen wie auch im Erscheinungsbild der Gruppe sichtbar. Unsere Herausforderungen von heute sind die Anforderungen von morgen. Darauf bereiten wir uns vor. Deshalb setzen wir uns in verschiedenen Unternehmensbereichen intensiv mit den in unseren Märkten zukunftsbestimmenden Themen auseinander wie Optimierung des Antriebsstrangs, den Elektro-Antrieben und der sich generell verändernden Mobilität von morgen, der digitalen Vernetzung, dem Klimawandel und Wissenstransfer oder auch mit Modellen der Prozesssimulation. Wir vernetzen diese Themen mit den Fähigkeiten in der GMH Gruppe und entwickeln neue Produkte und Dienstleistungen, die sich an den zukünftigen Bedürfnissen unserer Märkte und Kunden ausrichten. Für die nächsten Jahre haben wir uns viel vorgenommen. Wir wollen als Automobil- und Maschinenbauzulieferer auf solider finanzieller Grundlage wachsen, wir wollen investieren und unsere Beschäftigung weiter ausbauen. Das alles auf der

Grundlage technischer und strategischer Exzellenz. Was wir gemeinsam anpacken, machen wir mit dem Ziel, dabei der Beste zu sein. Die Fokussierung auf unser Kerngeschäft Stahl und die strategische Zielsetzung orientieren sich eng an den bestehenden und weiter auszubauenden Wertschöpfungsketten. Wir denken und agieren vom Vormaterial Schrott bis hin zur einbaufertigen Komponente und müssen das besser als der Wettbewerb tun. Wir wollen der erste Ansprechpartner für technische Lösungen aus Stahl in unseren Märkten sein. Oder mit anderen Worten: Wir wollen den Markt gestalten – und nicht auf ihn reagieren. Unsere technische Kompetenz haben wir deshalb direkt in der Leitung der fünf Geschäftsbereiche verankert – nämlich dort, wo sich das operative Geschäft nach vorne entwickelt und verantwortet wird. Das hat unmittelbar zu einer Verschlankung in der Gruppen-Geschäftsführung geführt und die Kraft dort hingelenkt, wo sie am besten eingesetzt, genutzt und in Erfolg umgesetzt wird. Hinter uns liegt eine Phase der Konsolidierung und Verschlankung. Wir haben uns von den Geschäftsfeldern getrennt, die unter unseren Bedingungen nicht mehr erfolgreich am Markt zu entwickeln waren bzw. die sinnvollerweise in anderen Händen in eine gesichertere Zukunft geführt werden. An dieser Stelle sei stellvertretend der Verkauf der Bahntechnik an einen chinesischen Bahninvestor genannt. Über bestehende Lieferverträge bleibt die GMH Gruppe mit der Bahntechnik auch zukünftig verbunden. In den nächsten Monaten werde ich nach und nach alle Standorte der fünf Geschäftsbereiche besuchen. Zum einen, um sie noch besser kennenzulernen und um mich bei Ihnen persönlich bekannt zu machen, zum anderen – und das ist der noch wesentlichere Punkt – um mit Ihnen ins Gespräch zu kommen. Es gibt aus Ihren Reihen immer wieder gute Ideen und Anregungen, aber auch kritische Hinweise. Die möchte ich kennen und mit Ihnen diskutieren. Darüber hinaus werde ich Sie alle regelmäßig über unsere Geschäftsentwicklung informieren. Ganz bewusst suche ich den Kontakt und Austausch mit Ihnen. Wir können unsere gemeinsamen und ehrgeizigen Ziele nur erreichen, wenn Sie sie kennen und verstehen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen. Glück auf!

Gruppenübersicht

Die neue Gruppenübersicht der GMH Gruppe

GEORGSMARIENHÜTTE HOLDING GMBH STAHLERZEUGUNG

STAHLVERARBEITUNG

LENKUNGSTECHNIK

SCHMIEDETECHNIK

GUSS

Georgsmarienhütte GmbH

Stahl Judenburg GmbH

MVO GmbH Metallverarbeitung Ostalb

Schmiedewerke Gröditz GmbH

Walter Hundhausen GmbH

Georgsmarienhütte

Judenburg / Österreich

Stahlwerk Bous GmbH

GMH Blankstahl GmbH

Bous

Georgsmarienhütte

Mannstaedt GmbH

GeisslerWista GmbH

Troisdorf

Witten

Schwäbisch Gmünd · Indianapolis / USA

BST Bishop Steering Technology Pty Ltd Sydney / Australien

GMH Recycling GmbH Osnabrück · Dortmund

Gröditz

Schwerte

Energietechnik Essen GmbH

Dieckerhoff Guss GmbH

Schmiedag GmbH

Harz Guss Zorge GmbH

Hagen · Homburg

Zorge / Südharz

Wildauer Schmiede- und Kurbelwellentechnik GmbH

Friedrich Wilhelms-Hütte Eisenguss GmbH

Wildau

Mülheim an der Ruhr

Essen

Nach einer Phase der Konsolidierung und organisatorischen Verschmelzung: Die GMH Gruppe ist kleiner geworden und im Kerngeschäft klar fokussiert auf Stahl. Die technische Kompetenz ist jeweils in der Leitung der fünf Geschäftsbereiche verankert.

Gevelsberg

Friedrich Wilhelms-Hütte Stahlguss GmbH Mülheim an der Ruhr

Pleissner Guss GmbH Herzberg

GMH Akademie GmbH Georgsmarienhütte

GMH Real Estate GmbH

GMH Systems GmbH

Georgsmarienhütte

Georgsmarienhütte

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03/2017

DIENSTLEISTUNGEN


GMH

GRUPPE  

 HIER SPRICHT DER GESELLSCHAFTER  

unser Unternehmen lebt nicht nur in, sondern zu einem beträchtlichen Teil auch von Europa. Ein Fünftel unseres Stahls verkaufen wir in andere EU-Länder – zollfrei und ohne bürokratische Einfuhrhürden. Genauso gilt, dass unser Unternehmen von stabilen Einfuhren aus der EU profitiert. Seit der Einführung des Euro vor 18 Jahren gibt es für uns in der Eurozone kein Wechselkurs-Risiko. Das bedeutet: Die Effizienzgewinne, die wir durch harte Arbeit und schmerzhafte Einsparungen erreicht haben, werden nicht dadurch aufgefressen, dass unsere Währung teurer wird. Der Euro hilft sowohl uns als auch unseren global exportierenden Kunden, weil er weniger als zum Beispiel der Schweizer Franken oder früher die Deutsche Mark unter Aufwertungsdruck steht. Viele von Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, stammen aus anderen EU-Ländern, zum Beispiel Polen, Spanien oder der Slowakei. Wir mögen Sie, und ich hoffe, es gefällt Ihnen in Deutschland. Die Freizügigkeit in Europa hat es möglich gemacht, Sie bei uns zu beschäftigen. Uns allen nutzt das. Eine bunt gemischte Belegschaft hat mehr Kenntnisse und Ideen. Von der Vielfalt der europäischen Kultur profitieren wir alle. In diesen Tagen erleben wir, dass ein großer Handelspartner protektionistisch seinen Markt abschirmen will, während ein anderer seine überdimensionierte Stahlindustrie mit staatlichen Hilfen am Leben erhält. Gemeinsam sind wir in Europa besser in der Lage, diesem Druck standzuhalten. Europäer könnte ich also aus Vernunft und Eigennutz sein, ich bin es aber aus Überzeugung und Leidenschaft. Für mich ist Europa das wichtigste Friedensprojekt in der ganzen Welt. Mein Leben lang habe ich in unserem Land in Frieden und Freiheit leben können. In keiner Generation seit der Römerzeit hat das ein Mann in meinem Alter in Mitteleuropa behaupten können. Nichts wünsche ich mir dringender, als diesen Frieden auch für Ihre und meine Kinder und Kindeskinder zu erhalten. Die europäische Einigung nahm mit unserem Werkstoff ihren Anfang, denn Stahl wurde früher leider in erster Linie mit Waffen, Konflikt und Krieg gleichgesetzt. Heute ist das nicht mehr so, aber eine besondere Beziehung zu Europa – zum Beispiel für die Verbesserung der Infrastruktur – können wir für unseren Werkstoff Stahl immer noch in Anspruch nehmen. Das besondere europäische Erbe, das Stahlunternehmen

Als Ingenieur

Werksfoto Werksfoto

haben, war mir persönlich Anlass, die GMH Gruppe zum Jahresbeginn 2017 zu einer Firmenmitgliedschaft bei United Europe einzuladen. Den Mitgliedsbeitrag habe ich in Form einer Spende übernommen. Ich will, dass talentierte und europa-interessierte junge Leute aus der GMH Gruppe an den Seminaren von United Europe teilnehmen können. Lassen Sie mich wissen, wenn Sie Interesse haben: Bitte wenden Sie sich über redaktion@glueckauf-online.de an mich. Ihr

Farbe bekennen Wittenberg (Sachsen-Anhalt) · Die Ausstellung „Luther und die Avantgarde“ konfrontiert weltweit renommierte Künstlerinnen und Künstler mit der Reformation – und gibt Sachsen-Anhalt die Chance, sich positiv darzustellen.

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as Lutherjahr hinterlässt auch in der Kulturlandschaft seine Spuren. Eine der wichtigen kulturellen Landmarken wird die Ausstellung „Luther und die Avantgarde“ werden. Rund 70 internationale Künstlerinnen und Künstler der Gegenwartskunst werden dabei die Ergebnisse ihrer Auseinandersetzung mit der Reformation präsentieren, darunter so bekannte Namen wie Ai Weiwei, Richard Jackson und Monica Bonvicini oder auch deutsche Künstler wie Markus Lüpertz, Jonathan Meese und Günther Uecker. Die Ausstellung findet vom 19. Mai bis 17. September statt. Zentraler Ausstellungsort ist das ehemalige Gefängnis in Wittenberg, das eigens für die Ausstellung renoviert wurde. Daneben wird es zwei weitere Ausstellungsorte in zwei weiteren Städten geben: In der Berliner St.-Matthäus-Kirche werden Gilbert & George und in der Karlskirche in Kassel die indische Künstlerin Shilpa Gupta in Kombination mit Thomas Kilpper ihre Arbeiten präsentieren.

glaube ich nur dann an hehre Worte, wenn ihnen auch Taten folgen. Deswegen habe ich vor vier Jahren United Europe gegründet, einen gemeinnützigen Verein, der sich für den Erhalt und die Erneuerung Europas einsetzt. Mitstreiter sind Unternehmer und politische Persönlichkeiten von Spanien bis Finnland. Der frühere österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, ein sehr kluger und engagierter Mann, ist Präsident von United Europe. Inzwischen hat der Verein über 200 persönliche Mitglieder – Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft, aber auch viele junge Leute. Denn das wichtigste Vorhaben von United Europe ist es, großartige junge Menschen aus ganz Europa zusammenzubringen. Leider nehmen viele, die heute um die 30 sind, Europa mit seiner Freiheit, den offenen Grenzen und den Reisemöglichkeiten für selbstverständlich. Ihnen will United Europe bewusst machen, dass die Zukunft des europäischen Projektes in ihren Händen liegt. Einige der jungen Mitglieder von United Europe haben sich in den letzten Monaten gemeinsam Gedanken darüber gemacht, wie es mit Europa weitergeht. Sie haben ein sehr optimistisches Papier verfasst, trotz Eurokrise, Brexit und dem Erstarken von antieuropäischen und populistischen Bewegungen. Gemeinsam werben sie für eine umfassende Reform der Europäischen Union, um sie demokratischer und bürgernäher zu machen. Die jungen Autoren stellen ihr Papier Ende März in Rom vor, wo Europa seinen 60. Geburtstag feiert. Am 25. März 1957 wurden die Römischen Verträge unterzeichnet, mit denen Deutschland, Frankreich, Italien, die Niederlande, Belgien und Luxemburg ihre Kohle- und Stahlindustrie einer gemeinsamen Behörde unterstellten. Ich bin bei der Vorstellung unseres Römischen Manifestes dabei. Schauen Sie einfach auf die Webseites www.unitedeurope.eu und www.romemanifesto.eu/?lang=de. Vor allem aber denken Sie bitte daran, was Europa für unser aller Leben bedeutet, für Frieden, Freiheit und wirtschaftliches Wohl­ergehen.

provoziert Luther als Person durch seine Widersprüchlichkeit. In den bislang bekannten Arbeiten der Künstler nimmt ihre Haltung zu Themen wie Freiheit, Individualität oder Widerstand eine zentrale Rolle ein. Aber auch die Kraft von Sprache und Bildern wird kritisch untersucht und visualisiert. Die geplante Ausstellung stößt im Übrigen schon heute in der

Kultur- und Kunstwelt weltweit auf große Resonanz. Insofern kann sich die Lutherstadt Wittenberg auf einen großen Besucherstrom freuen. So eröffnet die Ausstellung für die Stadt und das Bundesland Sachsen-Anhalt auch die einmalige Chance, sich vor einem großen internationalen Publikum zu profilieren. pkm 

>>> Weitere Infos unter: http://luther-avantgarde.de/r2017/

Reise in die Lutherzeit

„ Luther erfand eine neue Sprache

– Deutsch –, benutzte eine neue Technik – den Buchdruck –, um damit eine Idee zu verbreiten, die Denken und Herrschaftsverhältnisse der ganzen Welt auf den Kopf stellte!

Quelle: www.luther-avantgarde.de

DR. JÜRGEN GROSSMANN

Anregungen für eine Auseinandersetzung mit Luther gibt es für reichlich. Denn schließlich hat Martin Luther religiöse, soziale

und gesellschaftliche Reformprozesse in Gang gesetzt, die über die christlichen Wertvorstellungen hinaus die Gesellschaft radikal verändert haben. Zudem gilt er als Vordenker und Avantgardist seiner Zeit. Und schließlich

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Hätten Sie nicht mal Lust, in die Vergangenheit zu reisen? 500 Jahre zurück? In die Zeit Luthers? Gemütlich in Ihrem Ohrensessel (falls Sie einen haben sollten)? Dann müssen Sie das lesenswerte Buch von Bruno Preisendörfer in die Hand nehmen, der Sie in „Als unser Deutsch erfunden wurde: Reise in die Lutherzeit“ gerne dorthin mitnimmt. Auf 472 Seiten erfahren Sie, wie die Bauern leibten und lebten, was bei Adel, Klerus und Bürgern auf den Tisch kam, wie es in Städten und Burgen zuging, wie der Finanzmarkt die Politik beeinflusste, wer sich nach welcher Kleiderordnung zu richten hatte, wie in den Familien Mann, Frau und Kind miteinander umgingen und vieles andere mehr. Aufschlussreich auch sein Abstecher in die Welt der Gießerei, die seinerzeit enorm an Bedeutung gewann – für den Buchdruck, das Militär und die Finanzwelt. Preisendörfer geht nämlich der Frage nach, was Worte, Kanonenkugeln und Münzen gemeinsam haben: „Sie werden gegossen … Die Voraussetzung zur massenhaften Herstellung von Buchstaben, Kugeln und Geldstücken (und übrigens auch von Tiegeln und Kannen) war die technische Fähigkeit, Metall zu gießen … Von heute aus zurückblickend könnte man sagen: Die Fähigkeit, Metall mit Holz oder Kohle heiß zu machen, kontrolliert in hitzebeständige Formen zu gießen und selbst wieder zu stabilen Formen herunterzukühlen, ist die gemeinsame Grundtechnik, die abgeleitete ‚Kulturtechniken‘ wie das Drucken, Totschießen und Handeltreiben erst möglich machte.“


GMH

GRUPPE  

Mehr Spielraum für E-Ofen Außenansicht

Foto: Dr. Arne Treppschuh

Blick in die Halle

Foto: Dr. Arne Treppschuh

Stahlwerk Bous · Neue Filteranlage: Mehr Saugkraft, besseres Klima. 220 t schwere Stahlbrücke trägt 45 t schwere Haube samt Abluftsystem. führt. Wir wollten herausfinden, wie wir die heißen Ofengase nicht mit Wasser, sondern nur mit Luft schlagartig abkühlen können.

INTERVIEW Die Inbetriebnahme der neuen Filteranlage war gespickt mit diversen technischen Herausforderungen, wie Arne Treppschuh im glückauf-Interview berichtet. Er hat die Arbeiten vor Ort maßgeblich betreut: glückauf: Was war denn der Grund dafür, die neue Anlage zu bauen, Dr. Treppschuh? Arne Treppschuh: Die alte Anlage hatte ja in den 1980er Jahren ihren Betrieb aufgenommen. Damals waren Schornsteine keine festgelegte Vorgabe. Die Abluft wurde einfach über einen Diffusor an die Umwelt abgegeben. Heute sind Schornsteine mit einer Höhe von 50 Metern zur Reduzierung der Schadstoffbelastungen im Saarland zwingend vorgeschrieben. Hätte man keinen Schornstein bauen können? Treppschuh: Selbst wenn wir den Platz dafür gehabt hätten – es wäre nicht sinnvoll gewesen, vor allem, weil wir in der Vergangenheit die Leistung unseres Drehstrom-Lichtbogenofens kontinuierlich gesteigert haben. Die Entstaubungsleistung der alten Anlage reichte einfach nicht mehr aus. Was war denn die größte Herausforderung bei der Planung der neuen Anlage? Treppschuh: Um die Ofenabgase über dem Ofen an- und abzusaugen, hat die neue Anlage eine deutlich größere Haube als die alte. Hinzu kamen enorm dicke Abluftleitungen mit einem Durchmesser von bis zu 4,3 Metern. Das brachte natürlich enorme Lasten mit sich. Da die Stahlwerkshalle diese Lasten nicht tragen konnte, musste ein ausgefeiltes Statikkonzept her. Wie sah die Lösung aus? Treppschuh: Wir haben über dem Dach der Halle eine 50 Meter lange und bis zu 20 Meter breite Stahl-

Arne Treppschuh

Werksfoto

brücke errichtet. An dieser Konstruktion haben wir die Lasten angehängt. Von welchen Lasten sprechen wir genau? Treppschuh: Die gesamte Rohgasleitung wiegt 220 Tonnen. 80 davon hängen an der Brücke. Die Pendelstütze A mit 30 Tonnen und Festlagerbock B mit 50 Tonnen tragen die restlichen 140 Tonnen Rohgasleitung bis zum Grobkornabscheider am Filtereingang. Kommen wir mal zur eigentlichen Abgasreinigung. Wie sieht die aus? Treppschuh: Die Konzeption der Anlage ist sehr fortschrittlich: Das heiße Ofenabgas wird in einer Nachbrennkammer komplett verbrannt – was die Schadstoffe zerstört. Anschließend wird das Gas mit kalter Luft schlagartig vermischt, eine sogenannte Quenchung des Abgases. Was passiert bei dieser Vermischung? Treppschuh: Wenn ich das erklären will, wird es etwas komplizierter. Nur zu. Treppschuh: Um zu wissen, wie wir die Anlage optimal konzipieren können, haben wir im Vorfeld sogenannte „Computational fluid dynamics“-Simulationen durchge-

Weil es erheblich aufwendiger geworden wäre, die heißen Gase mit Wasser abzukühlen? Treppschuh: Genau. Letztendlich haben wir ein Design gefunden, das ohne zusätzliche Einbauten wie Mischflügel oder Strömungsleitbleche auskommt. Dadurch und durch das strömungsgünstige Betonfiltergehäuse haben wir jetzt einen überdurchschnittlich niedrigen Druckverlust über das Gesamtsystem – also ein optimal laufendes System. Weshalb besteht das Filterhaus aus Fertigbeton-Elementen? Treppschuh: Das bringt zwei Vorteile mit sich: Das Filtern ist nach außen akustisch und nach innen thermisch isoliert. Was, finden Sie, ist noch erwähnenswert bei der Anlage? Treppschuh: Die strömungsoptimierte Führung des Gases im Filter garantiert einen extrem niedrigen Druckverlust – was niedrigste Energieverbräuche für die Ventilatoren mit sich bringt. Dadurch erhält das Stahlwerk mehr Absaugleistung als geplant. Und das wiederum sorgt für ein besseres Klima am Arbeitsplatz. Und was passiert mit der Abwärme? Verpufft die einfach? Treppschuh: Nein. Die Wärme aus der wassergekühlten Rohrstrecke kann sinnvoll eingesetzt werden: Über einen Wärmetauscher ist die Wasserwirtschaft der Anlage an die betriebliche Fernwärme angeschlossen. Und auch der Bouser Drehstrom-Lichtbogenofen, der derzeit pro Schmelzvorgang bis zu 70 Tonnen Stahl produziert, wird von der neuen Technik profitieren: Sie ermöglicht weitere Leistungssteigerungen. Vielen Dank für das Gespräch. 

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Tragischer Unfall Bei den Arbeiten an der neuen Entstaubungsanlage ereignete sich

ein tragischer Unfall: Ein Mitarbeiter einer Fremdfirma verunglückte tödlich, ein zweiter wurde dabei schwer verletzt. Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt den Angehörigen des tödlich verunglückten Monteurs. Seinem schwer verletzten Kollegen wünschen wir im Namen der gesamten GMH Gruppe gute und schnelle Genesung.

cd 


GMH

GRUPPE  

Die Reise geht weiter GMH Gruppe · Der erste Innovationstag generierte eine Flut von Ideen, Impulsen und Denkanstößen. Aber wie diese Flut kanalisieren? Wie einzelne Punkte produktiv in weitere Überlegungen einfließen lassen?

I

n einer stark verknüpften und vernetzten Welt werden Innovationen für Unternehmen immer (überlebens-)wichtiger, da viele Branchen mit einem Angebotsüberhang zu kämpfen haben. Nur wer neue Prozesse, Verfahren und Techniken mit wirtschaftlichem Vorteil im Markt integriert, wird auf lange Sicht Marktführer sein – anstatt Mitläufer. Der steigende Marktdruck trifft bekanntlich auch die deutsche Stahlindustrie. Denn neue Unternehmen aus Russland und China überfluten den Markt mit ihren Produkten. Eine Reaktion darauf war der erste Innovationstag der GMH Gruppe, der am 19. Oktober 2016 stattfand. Strategisches Ziel war nicht nur, die ausgewählten 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer miteinander zu vernetzen. Man wollte sie auch für die Idee des innovativen Denkens öffnen und zukünftig entsprechende Arbeits- und Herangehensweisen in der Gruppe verankern (vgl. glückauf 4/2016).

denen es noch gar nicht Von Anfang an war beabum konkrete innovative sichtigt, diesen ersten InnoProdukte oder Konzepvationstag nicht nur als aufwendige Tagesveranstaltung te gehen konnte, in eizu sehen. Er sollte auch einen sinnvollen Zusamnen echten Mehrwert für die menhang bringen? Wie GMH Gruppe generieren. Bamüssen sie aufbereitet werden, damit sie in der sis dafür waren die ErgebnisFolge als Basis für tatsächse, die verschiedene Arbeitsgruppen am Innovationstag liche innovative Ansätze zu verschiedensten Fragesteldienen können? Eine im Netz frei verlungen und zukünftigen Herausforderungen erarbeitet fügbare Visualisierungshatten. software für große DatenDie schiere Menge an erarsätze bot Abhilfe: Gephi. Mit ihr wurden die inhaltbeiteten Ideen, Impulsen und „Innovation macht den Unterschied zwischen einem Denkanstößen war überwälMarktführer und einem Mitläufer.“ lichen Zusammenhänge der Ergebnisse verknüpft tigend und der Grund dafür, Steve Jobs und anschließend analydass die Auswertung wesentlich länger gedauert hat als siert. Auf der Teamseite geplant (durchgeführt vom des Innovationstages im Orga-Team und maßgeblich Online-Portal der GMH Nach mühevoller, händischer Gruppe (https://portal.gmh-group. von der Abteilung „Simulation und Innovation“ der GMHütte). Diese Zusammenfassung sämtlicher Kar- de) können verschiedene Ausfüh„Verzögerung“ mag auf den ersten teikarten, Notizzettel und Flip- rungen dieser Auswertung eingeseBlick hin negativ anmuten, ist aber charts, auf denen Ideen und An- hen werden. als absolut positiv einzuschätzen, regungen festgehalten waren, lauNeben vielen Ideen, die zukünfwenn man an die übergeordnete tete die alles entscheidende Frage: tig auf Machbarkeit geprüft werIdee des Innovationstages denkt. Wie lassen sich diese Impulse, bei den sollen, gibt es vier zentrale

“Innovation distinguishes between a leader and a follower.”

Erkenntnisse, die der erste Innovationstag hervorgebracht hat. Gewünscht werden • ein Wiki als Wissens- und Austauschplattform • mehr gruppenweite Transparenz • Zusammenarbeit und • die Entwicklung neuer Marktfelder. Daraus lässt sich schließen: Die GMH Gruppe benötigt zunächst die erforderliche Infrastruktur, um innovativ agieren zu können. Dieser Erkenntnis folgen jetzt bereits erste Taten: In Zusammenarbeit mit der GMH Systems arbeitet die Abteilung „Simulation und Innovation“ derzeit an der Programmierung einer entsprechenden Austauschplattform. Sie soll die GMH -Unternehmen auch bei fachlichen Frage- und Problemstellungen besser miteinander vernetzen. Die Implementierung der Plattform soll im Laufe des ersten Quartals 2017 abgeschlossen sein. Zudem ist das Thema „Innovation“ seit Beginn des Jahres stärker in der Struktur der GMH Gruppe verankert: Es wird als gruppenweite Querschnittsfunktion von Zeljko Cancarevic betreut. Innovatives Denken ist ein permanenter Prozess, kein abgeschlossenes Ergebnis. Mit den nun getroffenen Maßnahmen hat die GMH Gruppe erste wichtige Schritte in die richtige Richtung getan – die Reise geht weiter. cd 

Einkauf setzt auf Doppelstrategie

Mehr Harmonie statt Vielfalt

GMH Gruppe · Gemeinsam für die Unternehmen

S

GMH Gruppe · ZUKUNFT ERP: Ab 2019 auf einem einzigen SAP-System.

der Gruppe einkaufen generiert große Vorteile.

D

er Einkauf ist sowohl zentral als auch dezentral ausgerichtet. Der zentral organisierte Gruppeneinkauf verantwortet unternehmensübergreifende Warengruppen, formuliert zudem eine einheitliche Einkaufsrichtlinie und entwickelt Methoden und Standards, die für alle Einkaufsbereiche Anwendung finden. Die Leiterin des Gruppeneinkaufs ist Eva Jeuck, die vor allem den Dienstleistungsaspekt ihrer Arbeit in den Vordergrund stellt: „Unser Ziel ist eine starke Vernetzung mit allen Gruppenunternehmen. Wir sind serviceorientiert und pflegen eine transparente und offene Kommunikation, um gemeinsam mit internen und externen Geschäftspartnern optimale Lösungen zu finden.“

Unterstützt wird sie von Klaus Hüsemann (Einkaufscontrolling), Ralf Tepe (Standards & Tools) sowie von acht Warengruppenmanagern. Dies sind derzeit Birger Diesem (Walzen), Matthias Funke (Energien), Jochen Graß (Gießerei-Erzeugnisse), Beate Grosch (Investitionen ab einer Größe von 1 Mio. Euro und sonstige Dienstleistungen), Doris Kyas (Legierungen), Katrin Räder (DIN - und Normteile), Markus Sauer (Kokillen) und Christian de Veen (Feuerfestmaterial und Grafitelektroden). Birger Diesem, Jochen Graß und Markus Sauer sind weiterhin an ihren Standorten auch als Einkaufsleiter tätig. pkm 

eit einem Jahr arbeiten mehr als 50 Kolleginnen und Kollegen aus den Unternehmen der GMH Gruppe an einem einzigen Ziel: Sie wollen die Voraussetzungen für eine zukunftsfähige IT-Landschaft schaffen. Letztlich geht es darum, die gewachsene IT-„Vielfalt“ innerhalb der Gruppe zu harmonisieren. Konkret: Ab 2019 werden alle Unternehmen der GMH Gruppe nur noch auf einem SAP -System arbeiten. Mit ZUKUNFT  ERP soll vieles einfacher werden – ohne den GMH -Unternehmen ihre Flexibilität zu nehmen. „Dafür müssen wir uns das notwendige Vertrauen erarbeiten“, so GMH -Holding-Mitarbeiter und Projektleiter Chris Kaiser: „Wir wollen mit allen Gesellschaften ins Gespräch kommen, schauen, wo der Schuh drückt, und mit einem schlagkräftigen Supportteam die Umsetzung unterstützen.“ Für fünf vorab festgelegte Themenfelder (Vertrieb, Einkauf, Logistik, Kostenrechnung und Buchhaltung) sind bereits auf Workshops die Anforderungen definiert und abgestimmt worden. Daran beteiligt waren auch IT-Verantwortliche, Key User, die GMH Systems und weitere Spezialisten. Ab Anfang April will man persönlich

Hätten Sie’s gewusst? ERP

Die Mitglieder des Gruppeneinkaufs der GMH Gruppe (von links nach rechts): Markus Sauer, Eva Jeuck, Klaus Hüsemann, Matthias Funke, Beate Grosch, Katrin Räder, Ralf Foto: vl Tepe, Christian de Veen, Jochen Graß, Birger Diesem und Doris Kyas.

Enterprise Resource Planning. Ressourcen wie Kapital, Personal, Betriebsmittel, Material, Informations- und Kommunikationstechnik sowie IT-Systeme im Sinne des Unternehmenszwecks rechtzeitig und bedarfsgerecht planen und steuern.

glück auf · 1/2017 ............. 6

ERP und Messi „Messi ist einer der geilsten Fußballer auf diesem Planeten“, schwärmt CFO Thomas Löhr, „aber mit der argentinischen Nationalmannschaft hat er noch nichts Großes gewonnen. Mit dem FC Barcelona hingegen schon mehrere Meister-, Pokal- und Europacup-Titel.“ Die Erklärung liegt für ihn auf der Hand: In der Nationalmannschaft ist er von Einzelspielern umgeben, in Barcelona von Teamplayern. Was das mit ZUKUNFT ERP zu tun hat? Löhr: „Bisher haben wir viele sehr gute Einzelspieler, aber zu wenig Gruppe, zu wenig Team. So werden wir nicht mehr in der Champions League spielen können. Deshalb das Projekt ‚ZUKUNFT GMH Gruppe‘. Und ZUKUNFT ERP schafft im ITBereich die Voraussetzungen für mehr Zusammenarbeit!“ alle betroffenen Unternehmen über den weiteren Projektverlauf, Details und Zeitplan informieren. IT-Projektleiter Daniel Kotte: „Wir werden dabei auch die Ängste und Sorgen aller Beteiligten aufnehmen. Es wird von Mai bis September drei Testphasen geben, bevor wir Mitte Oktober das erste System umstellen.“ Dann wird man erstmals einen zentralen Testraum haben, in dem alle Key User testen und geschult werden können. Kotte: „Da entstehen tolle Netzwerke, die später die Umstellung erleichtern. Außerdem werden wir mit zeitgemäßen Erklär-Videos arbeiten.“ Das Projekt ZUKUNFT  ERP ist Chefsache. Deshalb war Thomas

Foto: Shutterstock CP DC Press

Löhr, Chief Financial Officer der GMH Holding, Anfang 2017 an verschiedenen GMH -Standorten unterwegs. Dort berichtete er über den aktuellen Stand und erläuterte Sinn und Zweck des Projektes. Für ihn gibt es drei Gründe, weshalb dieser Weg alternativlos ist: Die Banken wollen Transparenz, sonst gibt es kein Geld mehr; die Kunden erwarten digitalisierten Service, sonst gibt es bald keine Aufträge mehr; und die Gruppe braucht Daten in Echtzeit, sonst ist sie im Blindflug unterwegs. Thomas Löhr: „Das ist die größte SAP -Umstellung, die wir je hatten. Da muss jeder an seinem Platz verstehen, dass es auch um seine Zukunft und die Zukunftsfähigkeit der Gruppe geht. Deshalb binde ich mich auch persönlich sehr tief ein und spreche mit vielen Geschäftsführern in der Gruppe über die Wichtigkeit. ZUKUNFT  ERP muss gelingen. Denn wir wollen weiter Champions-League spielen!“ Torsten Wächter 


GMH

GRUPPE  

Einmal um die ganze Welt GMH Gruppe · Für die Gesundheit unterwegs: Schrittzähleraktion soll Belegschaft auf Trab bringen. te eingeben. „Und wer nach der Aktionswoche weiterhin etwas für seine Gesundheit tun und seine Schritte selbst weiterzählen möchte, kann den Schrittzähler selbstverständlich behalten“, verspricht der Arbeitsdirektor. „Nicht nur Laufen, sondern Bewegung generell sorgt für eine bessere Durchblutung der Organe – auch des Gehirns –, trainiert den Stoffwechsel und die Gefäße, steigert das Wohlbefinden und stärkt das Immunsystem“, weiß Torsten Sothmann von der pronova BKK , die die Aktion zusammen mit der GMH Gruppe durchführt.

GEMEINSAM UM DIE WELT GEHEN!

66.700.000 SCHRITTE

So können Sie Schritt halten

GEH MIT! Sie schon … ? Wussten

Gemeinsam wollen wir vom Jetzt als Team anmelden und DIE W UM gemeinsam Schritte zählen. 24. bis 28. April 2017 so viele Büroangestellter durchschnittlich 1.500 Schritte pro Tag Schrittedass wie ein möglich machen und auf Die Teams mit den meisten dagegen bis zu 18.000. so kommt? einmal umEin dieBriefträger Welt gehen. schafft Schritten gewinnen! T EL

ewegungsmangel ist heute die häufigste Ursache für Krankheiten. Viele sitzen tagsüber hinterm Lenkrad, auf dem Steuerstand, am Schreibtisch oder vor dem Computer. Bewegung fällt immer schwerer. Aber manchmal kann es recht einfach sein, etwas für seine eigene Gesundheit zu tun: zum Beispiel im Alltag mehr zu Fuß zu gehen. Im Rahmen des Health & Safety Day der World Steel Association sind daher alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GMH Gruppe aufgerufen, aktiv zu werden und sich an einer gemeinsamen Schrittzähler-Aktion zu beteiligen. „Die GMH Gruppe“, so Harald Schartau, Arbeitsdirektor der GMH Holding, „betreibt schon seit Jahren ein aktives Gesundheitsmanagement. Im letzten Jahr wurde dieses nachhaltige Engagement um die Teilnahme am sogenannten Health & Safety Day erweitert.“ In diesem Jahr werde in der gesamten GMH Gruppe der Health- and Safety-Day auf eine Woche ausgeweitet, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einer gruppenweiten Aktion für das Thema „Bewegung“ zu sensibilisieren. Schartau weiter: „In der Woche vom 24. bis 28. April 2017 wollen

EINMA L

B

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T’ dass die mittlerweile selbstverständliche Nutzung von Geräten A U F G E H wie Handy und Fernbedienungen uns täglich um eine Wegstrecke von rund Infos und Anmeldung unter 400 Metern bringt?

gmh-gruppe.loslaufen.jetzt

dass die empfohlene Schrittzahl 10.000 Schritte pro Tag sind, um gesund zu bleiben? Dann können die Organe gut funktionieren. Blutdruck, das Risiko von Diabetes, Herzinfarkt oder Schlaganfall reduzieren sich. Und dem Rücken bekommt die Bewegung auch gut.

Kommen Sie – wenn möglich – zu Fuß zur Arbeit | Steigen Sie beim Busfahren einfach mal ein oder zwei Stationen früher aus | Parken Sie Ihren Wagen etwas weiter entfernt | Nehmen Sie die Treppe statt den Fahrstuhl | Versenden Sie keine E-Mails an Kollegen nebenan oder führen Sie untereinander keine Telefonate, sondern gehen Sie persönlich ins Nachbarbüro | Gehen Sie bei längeren Telefonaten über das Handy oder über schnurlose Telefone auf und ab | Erledigen Sie kleinere Wege immer zu Fuß. Und denken Sie immer daran: Jeder Schritt ist besser als keiner!

dass ein Fußmarsch von zehn Minuten etwa 1.000 Schritte zusätzlich bringt? dass 10.000 Schritte je nach Schrittlänge 5 bis 8 Kilometern entsprechen?

gen, einen Schrittzähler zur Verfügung stellen.“ In Teams können sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann anmelden und ihre erlaufenen Schritte über eine Internetsei-

Bereits einige Schritte mehr am Tag hätten einen positiven Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System und damit auch auf den Stoffwechsel. „Neben einer allgemein gesteigerten Ausdauerleistungsfähigkeit können durch diese einfachen Maßnahmen selbst Cholesterinund Blutdruckwerte positiv beeinflusst werden“, so Sothmann. Und so läuft die Aktion ab: Jeder Teilnehmer erhält einen Schrittzähler. Die Schritteanzahl müssen

Empfang in Washington, DC ! Meine Mit-Fellows waren überdurchschnittlich kompetente, fortschrittliche, junge Professionelle. Der eine gestaltet den Brexit, der andere speist durchschnittlich 18.000 Arme in Griechenland, der nächste filmt preisgekrönte Dokumentationen. Eine hochenergetische Herde! In der ersten Woche gab es Einblicke in den politischen Betrieb in DC . Die Denker der mächtigsten Stadt der Welt waren zu diesem Zeitpunkt auf allen Seiten tief nachdenklich. Der Gedanken an einen Präsidenten Trump war für die allermeisten absurd – im gleichen Atemzug auch als denkbar größte Katastrophe für den gepflegten Umgang miteinander. Welch’ eine korrekte Einschätzung! Wir wurden dann aufgeteilt in Fünfer-Gruppen. Meine Route führte mich über Cleveland, Chattanooga und San Antonio nach New York. Die Eindrücke waren einfach überwältigend: sterbende Städte mit einem privaten sozialen Engagement vor Ort, das uns organisationsverwöhnten Europäern eine Lehre sein kann. Die ältesten

Siedler der USA (Texas), die seit 500 Jahren spanisch verwurzelt sind und jetzt auf der Verliererseite stehen. Eine nächtliche Mitfahrt mit der Polizei, die sicher „robuster“ agiert als in Deutschland. Und ein Basketball-Spiel der NBA mit einer unvergleichlichen Stimmung. Das Ziel der Reise war dann viel zu schnell erreicht – New York. Treffen mit GMF-Mitgliedern in der Finanzbranche, die einem das „bigger picture“ vermittelten, auf welchem Kurs sich die Welt bewegt. Und dann der Wahlabend. Natürlich wird Clinton gewinnen, da sind sich alle New Yorker sicher. So eine unkultivierte Person? No way. Gegen 23 Uhr Ortszeit wurden die Gespräche stiller, das sonst auch nachts so laute NYC ruhiger. Am nächsten Tag der Abreise nur versteinerte Gesichter. Was können wir daraus lernen? Was möchte ich hier mitteilen? Erstens – Mehr als 50 Prozent der US-Amerikaner lehnen Trump ab. Zweitens – Herumschreien mag im Stahlwerk manchmal notwendig sein. Aber würden Sie diesem Herrn die Präsidentschaft auch nur

dass Sie nach 500 Schritten die Kalorien von etwa einem Stück Würfelzucker verbrannt haben?

So wird der Schrittzähler getragen. Der Schrittzähler ist

am Gürtel oder Hosenbund ungefähr 5 bis 10 cm links oder rechts vom Bauchnabel zu befestigen. Wichtig ist, dass das Gerät möglichst waagerecht getragen wird.

wir mit allen Kolleginnen und Kollegen der GMH Gruppe – vom Azubi bis zum Geschäftsführer – gemeinsam zu Fuß eine Erdumrundung schaffen. Dazu werden wir allen Mitarbeitern, die sich beteili-

Pictures of America Früher war ein USA-Austausch cool. Und heute? 2015 erreichte Dr. Arne Treppschuh eine überraschende Nachricht: Er wurde vorgeschlagen, an einem Austauschprogramm des German Marshall Fund (GMF ) teilzunehmen. Dabei wurden 20 US-Amerikaner und 20 Europäer ausgewählt (aus über 2.000 Kandidaten), um für je drei Wochen die „andere Seite“ intensiv zu stu­ dieren. Hier schildert er, wie er ausgewählt wurde und was er in den USA erlebt hat: Ich musste ein mehrstufiges Bewerbungsverfahren durchlaufen und „Hell Yeah!“ – so intellektuell gefordert war ich schon lange nicht mehr. Dabei wurde thematisiert, inwieweit ich ein kritisches Verhältnis zu den deutsch-amerikanischen Beziehungen entwickelt habe. Dazu die Vorgeschichte: Fußball- WM . Deutschland hatte

kein Problem damit, die USA und Klinsi zu besiegen. Ich schaute das Spiel bei einer Freundin, die Austauschschülerin in den USA war. Now, how cool’s that? Ich zog ein USA -Shirt über und hatte einen super Nachmittag. Diese Geschichte erzählte ich später einer anderen Freundin, die in Berlin lebt. Sie (empört): „Wie kann man nur ein USA -Shirt tragen?“ Und das genau ist die Frage: Zu meiner Schülerzeit war es das allercoolste, einen USA -Austausch zu machen. Was ist passiert, dass genau das jetzt nicht mehr der Fall ist? Alles nur wegen George W.? Und genau, weil ich bei der Bewerbung solche Aspekte angesprochen haben, hatte ich das Glück, als Marshall Memorial Fellow für den Austausch nominiert zu werden. Im Oktober nach etlichen „Briefings“ war es dann so weit:

glück auf · 1/2017 ............. 7

So können Sie mitgehen Die Teilnehmer finden sich in Teams von drei bis zehn Mitgliedern zusammen. Pro Team wird ein Team-Kapitän gewählt. Dieser meldet das Team auf der Aktions-Homepage an und gibt ihm einen Namen. Die Team-Mitglieder treten diesem Team bei, indem sie den Zugang zum Team auf der Homepage beantragen. Der Team-Kapitän genehmigt dann den Zugang. Soweit ein Team-Mitglied keinen Internetzugang hat, kann der Team-Kapitän das Team-Mitglied auf der Homepage namentlich erfassen. Der Team-Kapitän holt dann die Schrittzähler für sein Team ab und verteilt sie. Ab dann heißt es: Schritte machen und zählen! Vom 24. bis 28. April 2017 tragen die Team-Mitglieder an jedem Abend ihre gemachten Schritte auf der Aktionsseite ein. Das Eintragen der Schritte kann auch vom TeamKapitän übernommen werden, beispielsweise wenn ein Team-Mitglied keinen Internetzugang hat. Interessiert? Sehen Sie selbst: gmh-gruppe.loslaufen.jetzt

die Teilnehmer auf einer eigens für die Aktion programmierten Homepage eintragen. Am Ende der Aktions-Woche wird klar, ob die GMH Gruppe die Erdumrundung geschafft und welches Team sich am meisten engagiert hat (gezählt wird die durchschnittliche Schrittanzahl pro Team-Mitglied). Auf die Siegerteams wartet dann natürlich auch eine Siegerehrung. Selbstverständlich wird bei der Aktion der Datenschutz eingehalten. So übertragen die Schrittzähler keine Daten. Die Schritte werden von den Teams eigenverantwortlich auf der Homepage notiert (nur die zusammengezählten des Teams, nicht einzelner Teammitglieder) und der Durchschnitt pro Teammitglied veröffentlich. Auf der Homepage werden ausschließlich anonyme Daten veröffentlicht, soweit sich die einzelnen Teilnehmer nicht für eine Verwendung ihres Klarnamens entscheiden. Henrik Schönstedt 

Ihres Karnevalsvereines andienen? Ist ein freundliches Miteinander nicht ein unglaublicher Fortschritt gegenüber einer Unkultur des Schlecht- und Falschredens? Und drittens – Bei allen großen Fragen und Differenzen, die Politik nun mal mit sich bringt: Sind die erstmals (!) 70 Jahre durchgehender Frieden in Europa nicht der beste Grund, sich einmal zu besinnen?  

Hätten Sie’s gewusst? German Marshall Fund

Der German Marshall Fund (GMF ) ist ein US -amerikanisch geführter Zirkel, der sich dem transatlantischen Austausch widmet. Gründer ist George C. Marshall (Namensgeber des Marshall-Plans nach dem Zweiten Weltkrieg). Für den GMF gilt die transatlantische Partnerschaft auch für den Mittelstand, die Entscheider und Taktgeber. Wie schnell die transatlantische Brücke leiden kann, zeigen u. a. die aktuellen Entwicklungen.


GMH

GRUPPE  

Informationen just in time Mannstaedt · Digitale Info-Terminals eröffnen in den Betrieben eine völlig neue Kommunikationskultur: Sie erleichtern das Dokumentations-Management, leiten wichtige Informationen gezielt an Mitarbeiter und helfen die Zettelwirtschaft einzudämmen. INTERVIEW

Wollen Sie mehr über die Info-Terminals wissen? Ansprechpartner für GMH-Unter­ nehmen sind Ulrich Welteroth (02241.84-2324) und Morten Barfels (02241.84-2369).

Vielleicht werden Info-Terminals morgen das sein, was Tablets schon heute sind: digitale Werkzeuge, die aus dem täglichen ArbeitsFoto: mha leben nicht mehr wegzudenken sind (von links nach rechts): Ulrich Welteroth und Morten Barfels im Logistikzentrum.

Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktuell und zeitnah zu informieren, hat für die Führungskräfte bei Mannstaedt einen hohen Stellenwert. Abgesehen davon ist diese Aufgabe fest im Leitbild des Unternehmens verankert. Wie es dem Unternehmen gelungen ist, die Qualität seiner Informationspolitik deutlich zu steigern, erläutern Ulrich Welteroth (Leiter Logistikzentrum), Marco Vostell (Leiter Qualitätsplanung und Prozessmanagement) und Morten Barfels (Qualitätsplanung) im glückauf-Interview: glückauf: Die Informationsflut wächst – auch in den Unternehmen. Die Informationen, die zwischen den Unternehmensebenen, den Betrieben und den Abteilungen ausgetauscht werden, müssen zudem zum richtigen Zeitpunkt bei den Beschäftigten ankommen. Das ist sicherlich keine leichte Aufgabe, meine Herren. Ulrich Welteroth: Daher haben wir uns in den letzten Monaten gezielt mit dem Thema auseinandergesetzt. Unser Fazit war: Nur ein Info-Konzept, das auf die jeweiligen Unternehmensbereiche zugeschnitten ist, kann die Qualität des Informationsaustausches nachhaltig verbessern. Und welche Lösung haben Sie gefunden? Marco Vostell: Digitale Kommunikation. Darauf schwören auch immer mehr Industrieunternehmen. Sie setzen dabei professionelle Technik ein, um ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktuell und zeitnah zu informieren.

aufgestellt haben, quasi versorgt. Das hat den Vorteil, dass wir den Pflegeaufwand und Austausch von veralteten Informationen auf ein Minimum reduzieren können. Anweisungen, Vorschriften etc. werden zentral aktualisiert.

Marco Vostell

Wie viele Terminals sind bereits im Einsatz? Vostell: Die ersten drei Terminals hatten wir als Pilotprojekt im Logistikzentrum getestet. Danach haben wir sechs weitere im Walzwerk in Betrieb genommen. In Kürze gehen weitere Terminals in der Weiterverarbeitung in Betrieb. Da sind wir in der Vorbereitungsphase.

Foto: mha

Was für eine Kommunikationstechnik steckt genau dahinter? Morten Barfels: Sogenannte Info-Terminals beziehungsweise Kiosk-Systeme. Damit lassen sich neuartige digitale Konzepte für die Informationsvermittlung realisieren.

Wie es aussieht, haben Sie Ihr Ziel erreicht: Informationen und Dokumente kommen schnell, aktuell und zuverlässig dort im

Wie sieht das konkret aus? Vostell: Diese Info-Terminals sind sozusagen Selbstbedienungsstationen. Sie stellen Informationen zur Verfügung, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz per Touchscreen abrufen können. Darunter fallen nicht nur allgemeine Informationen. Das sind vor allem auch tagesaktuelle Dokumente, Anweisungen, Vorschriften – all das, was zur täglichen Bewältigung der Arbeit gebraucht wird. Wer verwaltet, lenkt und aktualisiert diese Infos und Dokumente? Barfels: Wir nutzen dafür die Webanwendung Share Point. Von dort aus werden die Info-Terminals, die wir bislang

Also muss niemand mehr in den Abteilungen die entsprechenden Ordner in aufwendigen Schritten auf den aktuellen Stand bringen? Welteroth: Genau. Das regeln wir alles über Share Point.

Hätten Sie’s gewusst? Info-Terminals

Foto: Ulrich Welteroth

glück auf · 1/2017 ............. 8

Kiosk-Systeme sind interaktive Computeranlagen, die im öffent­ lichen Raum oder auch an halb­ öffentlichen Standorten zur In­­­for­mation genutzt werden (bei­spiels­­ weise in Einkaufspassagen). Im Gegensatz zu mobilen Computergeräten (zum Beispiel Tablets) haben sie einen festen Standort.

Unternehmen an, wo sie benötigt werden. Aber wer sagt Ihnen, dass sie von den Mitarbeitern auch bemerkt und gelesen werden? Welteroth: Ganz klar: Hier ist der Mitarbeiter gefordert. Er muss natürlich in regelmäßigen Abständen das Info-Terminal konsultieren. Er hat hier ganz klar eine Holschuld. Aber unsere Erfahrung zeigt, dass die Mitarbeiter das Terminal gerne nutzen. Hat denn das Schwarze Brett jetzt ausgedient? Welteroth: Die Info-Terminals sollen die Schwarzen Bretter nicht ersetzen, sondern bieten ganz andere Kommunikationsmöglichkeiten. Beide konkurrieren auch gar nicht miteinander. Die Terminals bieten Info-Möglichkeiten und vor allem auch Funktionen, die das Schwarze Brett gar nicht erfüllen könnte. Man muss nur an die Menge der bereitgestellten Daten und die Aktualisierung der Unterlagen denken. Woher kommt diese große Akzeptanz in der Belegschaft? Barfels: Von der Verbindung zwischen Funktionalität und einer intuitiven Nutzeroberfläche, die der Bedienung eines Tablets sehr nahe kommt. Welteroth: Die Terminals erwecken die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter und fördern die Kommunikation. Vostell: Zudem sind sie echte „Eyecatcher“ in den Betrieben. Vielen Dank für das Gespräch. 


GMH

GRUPPE  

Bundeskanzler zollt höchste Anerkennung Stahl Judenburg · Österreichs Bundeskanzler Christian Kern zu Gast bei der Stahl Judenburg: Belegschaft stand im Mittelpunkt.

H

oher Besuch bei der Stahl Judenburg: Bei einem Arbeitsbesuch gratulierte Österreichs Bundeskanzler Christian Kern dem obersteirischen Traditionsbetrieb zur tollen Entwicklung der vergangenen Jahre. Zugleich ergriff er die Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild von den Herausforderungen des Unternehmens zu machen, das für die Region als Arbeitgeber so wichtig ist. Im Mittelpunkt des Arbeitsbesuchs standen vor allem die 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stahlunternehmens. Nachdem der Bundeskanzler mit einigen Lehrlingen gesprochen hatte – 21 werden derzeit in Judenburg ausgebildet –, ging es zur Werksbesichtigung ins Walzwerk und in den Blankstahlbetrieb. Dort tauschte er sich rege mit einigen Arbeitern aus, unter anderem auch mit Walter Stockner, der bereits seit über 15 Jahren bei der Stahl Judenburg beschäftigt ist. Der Bundeskanzler sprach mit Stockner darüber, wie wichtig es sei, dass es in der Region sichere Arbeitsplätze gäbe. Walter Stockner selbst lebt in Obdach, einer Gemeinde, die etwa 20 km von Judenburg bzw. seinem Arbeitgeber entfernt liegt. Fazit des Bundeskanzlers: „Was hier im Betrieb tagtäglich von den Mitarbeitern geleistet wird, verdient höchste Anerkennung. Unser stetiges Ziel muss es nun sein, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu entwickeln, dass diese

Arbeitsplätze weiter abgesichert und neue gestaltet werden können.“ Den Kanzler offiziell empfangen hatten Ewald Thaller und Thomas Krenn. Beide waren über den Besuch hocherfreut.

„Der Bundeskanzler hat mich gefragt, ob mir meine Arbeit gefällt – was ich voll und ganz bejahen konnte.“ WA LT E R S T O C K N E R

Das Duo, unter dessen Führung Stahl Judenburg im Vorjahr einen Umsatz von 108 Millionen Euro erzielen konnte, erklärte unisono: „Nur der intensive Austausch zwischen Industrie und Politik kann den heimischen Wirtschaftsstandort voranbringen. Wir suchen diese Gespräche naturgemäß, um auch unsere Anliegen und Wünsche an die heimische Politik zu adressieren.“ Christoph Sammer 

Walter Stockner, der als Steuermann auf der Walzstraße arbeitet, im Gespräch mit Bundeskanzler Christian Kern

Foto: Oliver Wolf

GMHÜTTE

STAHLWERK BOUS

Foto: vl

Ministerpräsident.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil besuchte Ende Januar die Ausbildungswerkstatt der GMHütte. Begleitet wurde er von der SPD -Landtagsabgeordneten Kathrin Wahlmann. Zu Beginn seines Besuches kam es zu einem Treffen mit Frank Koch (Vorsitzender der Geschäftsführung GMH Holding), Harald Schartau (Arbeitsdirektor GMH Holding), Felix Osterheider (Arbeitsdirektor GMH ütte) und Christian Bloom (Geschäftsführer der GMH Akademie). Bei dem Gespräch standen vor allem Ausbildungsfragen im Mittelpunkt. Die Vertreter von Holding und Stahlwerk erläuterten dem Gast aus Hannover, auf welche Konzepte das Stahlwerk setzt, um die benötigte Zahl qualifizierter Ausbildungsstellen-Bewerber sicherzustellen. Arbeitsdirektor Osterheider wies hier zum Beispiel auf die Kooperationen mit GMH ütter Schulen hin. Fachkräftemangel, der in vielen Branchen der niedersächsischen Wirtschaft ein Top-Thema darstellt, sei bisher für das Werk kein Problem: „Wir haben jedes Jahr mehr als 200 Bewerbungen für die 20 Ausbildungsplätze und eine langfristige Personalplanung, die auch beinhaltet, dass wir unsere Auszubildenden nach dem Abschluss übernehmen.“ Neben einer von Azubis gefertigten Stahlrose nahmen die Politiker auch einen selbst angefertigten Metall-Schlüsselanhänger zur Erinnerung an ihren Besuch in der Ausbildungswerkstatt mit (siehe dazu auch: AzubiPages, Seite 1: Sitzprobe im E-Goggo). mw 

Foto: Presseagentur Becker & Bredel

Landesministerin.

Anke Rehlinger, Wirtschaftsministerin des Saarlandes, war Anfang Februar zu Besuch beim Stahlwerk Bous (SB) – in Begleitung ihrer Mitarbeiter Stefan Lang (zuständig für Verkehr) und Markus Körbel (zuständig für Energiewirtschaft und Montanindustrie) sowie Jürgen Pohl (Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Untere Saar mbH), dessen Referentin Katharina Werwie und Stefan Louis (Bürgermeister der Gemeinde Bous). Von SB-Seite waren Geschäftsführer Franz Josef Schu, Hans Werner Glauben (Betriebsratsvorsitzender), Frank Gorges (stellv. Betriebsratsvorsitzender) und Armin Hans (Betriebsleiter Arbeitssicherheit, Umwelt, Energie) mit dabei. Zunächst redete Franz Josef Schu über Geschichte, Belegschaft, Ausbildung, Entwicklung des Stahlwerkes und Produktion. Die Wirtschaftsministerin sprach sich für eine bessere Zusammenarbeit zwischen Stahlwerk, Wirtschaftsministerium und Wirtschaftsförderungsverband Untere Saar aus, vor allem in Hinblick auf die Aufwertung des Industriegebietes Saarstraße. Stefan Lang informierte über die geplante Straßenanbindung des Stahlwerkes an die B269 (sie soll 2020 fertig sein), Markus Körbel über den aktuellen Stand zweier im Europäischen Parlament und in der deutschen Stahlindustrie heiß diskutierten Themen: Erneuerbare-Energien-Gesetz und CO2-Ausstoß. Nach zwei Stunden stand fest: Zukünftig will man den Kontakt untereinander intensivieren. Das Foto zeigt Franz Josef Schu mit Anke Rehlinger. Armin Hans 

glück auf · 1/2017 ............. 9


GMH

Stefano Gobbi mit Sitz in Genua, Italien GMH Gruppe · Vertriebsbüro ist Ansprechpartner für Kunden aus Italien, Spanien und Skandinavien.

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ie GMH Gruppe hat ein neues Familienmitglied. Unter der Führung von Stefano Gobbi hat sich die frühere GMH Italia neu firmiert. Was am 1. Januar noch als Übergangslösung in Homeoffice-Manier startete, nimmt langsam, aber sicher Formen an. Die neuen Büroräume der GMH International in der ligurischen Hauptstadt Genua wurden in den ersten Wochen des Jahres renoviert und sind inzwischen bezogen. Unterstützt von drei Key Accountern plus Backoffice-Mitarbeiterin wird Stefano Gobbi mit seinem Team zukünftig direkter Ansprechpartner für die Märkte

Italien, Spanien und Skandinavien sein. Daneben werden auch die Kollegen der bereits bestehenden Auslandsgesellschaften (GMH East Europe, GMH France, GMH UK ) weiterhin in ihren Marktsegmenten tätig sein. Mit dem neuen Büro hat sich nicht nur die Zahl der internationalen Repräsentanzen der GMH Gruppe erhöht. Es ist zugleich auch Ausdruck für eines der aktuellen Vertriebskernthemen: Internationalisierung. Will man sie vorantreiben, ist eine geschäftsbereichsübergreifende Verankerung der GMH Gruppe unerlässlich. Melanie Moschner 

GRUPPE   REISETIPPS

Mehr Verkehr über Berlin Air Berlin: mehr Flüge in die USA · Lufthansa: mehr Gebühren, mehr Flugzeuge · Bundeskartellamt: Wetlease abgesegnet Air Berlin: Mehr Flüge in die USA. Bereits im laufenden Winterflugplan hat Air Berlin in Düsseldorf und Berlin ihre Frequenzen nach Miami, New York und Chicago erhöht und Los Angeles neu ins Programm aufgenommen. Im Sommer wird die Zahl der USA -Flüge noch einmal um rund die Hälfte aufgestockt – von 55 auf 78 Abflüge pro Woche. Das gesamte USA -Angebot steigt ab Oktober 2017 im Vergleich zum aktuellen Winterflugplan nochmals um 45 Prozent: Am Flughafen Düsseldorf wird die Frequenz um  16 Flüge pro Woche erhöht. Erstmals fliegt Air Berlin dann im Winter nach Orlando (fünf Flüge pro Woche), Boston und San Francisco (je vier). Das Angebot nach New York wird um zwei Flüge ausgebaut. Zudem fliegt Air Berlin ab Düsseldorf weiterhin ganzjährig nonstop nach Los Angeles, Miami und Fort Myers. Von Berlin ab gibt es 2017/18 erstmals Winter-Flüge nach San Francisco (vier Flüge

pro Woche). Daneben bedient die Fluglinie das ganze Jahr über die Städte New York, Chicago und Miami. Alles in allem verbindet Air Berlin nun acht Ziele in den USA ganzjährig mit Deutschland. Lufthansa: Reservierung kostet. Bei der Konzernschwester Swiss ist es bereits Usus, nun auch bei Lufthansa und Austrian Airlines: Sitzplatz-Reservierungen sind in der Economy Class bei Fernflügen kostenpflichtig – unabhängig von der Buchungsklasse. Pro Strecke und Sitzplatz sind dies 25 Euro (plus 10 Euro extra pro Segment für Zuund Abbringerflüge). Bisher galt die Reservierungsgebühr nur für die unteren Buchungsklassen. Ausgenommen von der neuen Regelung sind Gruppenreisende sowie HON Circle Member und Senatoren.

Vertrag zwischen Lufthansa und Air Berlin abgesegnet. Lufthansa – so die Begründung – habe zwar mit den neuen Flugzeugen die Möglichkeit zu expandieren. Dieser Zuwachs allein reiche aber nicht aus, um „eine Untersagung des Vorhabens zu tragen“. Darüber hinaus habe die Übernahme der Flugzeuge keinen Einfluss auf die Neuvergabe der Slots, welche bislang von der Air Berlin genutzt wurden. Der Vertrag sieht die Überlassung von 38 Air-Berlin-Flugzeugen des Typs Airbus A319 und A320 mitsamt Cockpit-Crew und Kabinenpersonal an Lufthansa und ihre Tochtergesellschaften Eurowings und Austrian Airlines vor. Wie beim Wetlease üblich, bleibt die operative Verantwortung für Flugbetrieb, Crewplanung und Wartung bei Air Berlin.

Kartellamt: Wetlease gebilligt. Das Bundeskartellamt hat den vorsorglich angemeldeten Wet­lease-

Diana Peter  Foto: Senator Reisen

Azubi-Award: Zum Dank ins Deutsche Museum Auch 2016

Stefano Gobbi, Leiter GMH International am neuen Standort Genua (Italien)

Werksfoto

wurde der alljährliche Azubi-Award an die besten Prüflinge der GMH Gruppe vergeben. Ausgezeichnet werden mit ihm alle Auszubildenden, die mit der Note „sehr gut“ abgeschlossen haben. Die Preisträger des Azubi-Awards 2016 sind Jan Kleine Brockmann (Verfahrensmechaniker) von der GMHütte, Marcel Kabuth (Zerspannungsmechaniker) von der Energie-

technik Essen, Patrick Fischer (Zerspannungsmechaniker) von Pleissner Guss und Jannik Hamann (Maschinen- und Anlagenführer) von Walter Hundhausen. Sie alle durften sich als Dank und Anerkennung über ein Wochenende mit Begleitung in München und einen Besuch des „Deutschen Museums“ freuen. mw 

GASTKOLUMNE: ROBERT HARTING

„Was ich dir noch sagen wollte …“ Weshalb man sich nicht nur bei seinen Kollegen auch mal bedanken sollte.

H

allo, ich grüße Sie und sage schon jetzt einmal „Danke!“. Danke, dass Sie diese Kolumne lesen und noch ein Danke, wenn Sie die Inhalte dieser Kolumne diskutieren. Warum? Ich finde, dass „auf der Arbeit“ oder „im Geschäft“ normalerweise zu wenig kommuniziert wird. Was ich von Ihnen möchte, ist, sich einmal zu überlegen, wie wichtig Ihre Arbeitskollegen für Sie sind. Oft höre ich Geschichten, wie Zufälle oder Personalwechsel (zum Beispiel wenn Kollegen Kollegen vertreten) das Arbeitsleben mancher Arbeitnehmer verändern können. Neulich hatte jemand einen Kollegen auf dessen Schicht vertreten und bemerkt, dass die Zuführung der Käsemaschine nicht richtig befestigt war. Zu dem Schichtwechsel war es nur gekommen, weil er sich damit bei dem Kollegen bedanken wollte. Der wiederum hatte ihn selbst einmal vertreten, damit er mit seinen Kindern das Wochenende verbringen konnte. Er hat gleich zwei Dankeschöns eingefahren: einmal von dem Kollegen, den er vertreten hatte; und einmal vom Chef des Kollegen, der ihm für seine scharfe Beobachtungsgabe gedankt (und zudem eine Ausgleichsrolle an seiner Seite angeboten) hat. Überlegen Sie mal: Wann wurden Sie einmal vertreten? Wann hat Ihnen ein Arbeitskollege geholfen? Wann hat Ihr

Arbeitgeber Ihnen unter die Arme gegriffen? Leider neigen wir dazu, im Alltag keine Antennen mehr für solche – nicht selbstverständlichen – Dinge zu haben, und verpassen den Moment, uns zu bedanken, vielleicht auch, weil wir uns dabei nicht wohlfühlen. Wie Sie wissen, mag ich den Perspektivenwechsel. Stellen Sie sich vor, Sie hätten einen Teil Ihrer Freizeit geopfert, um einem Kollegen zu helfen. Ihrem Kollegen ist es sehr unangenehm, sich bei Ihnen zu bedanken, da er sich vielleicht schämt, auf Hilfe angewiesen, von Ihnen abhängig gewesen zu sein. Würden Sie darüber hinwegsehen? Sicherlich. Aber Sie würden auch nicht denken, dass er Ihnen unheimlich dankbar ist. Deshalb (und jetzt sind wir wieder bei unserem Eingangsthema): Reden Sie mal wieder mit Ihren Kollegen. Versuchen Sie sich daran zu erinnern, wie sehr deren Hilfe Ihnen weitergeholfen hat – und bedanken Sie sich. Es ist oft auch ein Eisbrecher, der vielleicht eine eingerostete Kollegialität wieder in Gang bringt. Dem Arbeitgeber dankt man selten. Denn für den arbeitet man ja auch. Und schließlich schufte ich mich wund, und die da oben kassieren die ganze Kohle.

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Aber nicht aufregen – was wäre schlimmer: arbeitslos oder arbeitend? Der Ton macht die Musik. Beim Arbeitgeber bedankt man sich meiner Meinung nach besser schriftlich. So kann jeder in der Verwaltung in den Genuss kommen und selbst wiederum Genuss und positives Gefühl zurückgeben. Irgendwann brauchen Sie vielleicht einmal die Hilfe von diesem Kollegen. Ich habe für meine sportlichen Leistungen, Anregungen oder auch Engagement für den Nachwuchs von meinem Verband leider noch kein „Danke!“ bekommen. Aber ich bin ja auch nicht immer lieb – und werde deshalb nicht gelobt. Meine Zeit geht dort bald zu Ende. Danach bin ich unabhängiger denn je und darf mich neuen Dingen widmen. Ich freue mich auf jeden Fall auf die „normale Zivilisation“ und sage allen, die mir die Daumen drücken und mir gut zusprechen: „Danke!“ Denn das Leben in der Öffentlichkeit braucht viel Selbstbewusstsein. Jeder Dank gibt mir ein bisschen Zuversicht, dass meine Arbeit bei den Richtigen ankommt – und ich dort etwas bewege. Also vergessen auch Sie nicht, „Danke!“ zu sagen. Ihr


GMH

GRUPPE  

kunstimwerk

Foto: mk

Weitere Informationen über Volker-Johannes Trieb finden Sie auf seiner Homepage: www.atelier-trieb.de

Besuch im Atelier und „Kunst-Park“ eines Vielseitigen: Seit über dreißig Jahren ist Volker-Johannes Trieb als Künstler in Osnabrück tätig. Seine künstlerischen Aktivitäten reichen weit über die Landesgrenzen von Niedersachsen hinaus.

V

olker-Johannes Trieb ist besorgt. Besorgt darüber, dass die Menschen in der heutigen Zeit so wenig oder gar keine „Langeweile“ mehr haben. Die heutigen Ablenkungsmöglichkeiten, allein durch die modernen Medien, seien so vielfältig und attraktiv, dass Kreativität im eigentlichen Sinne nicht mehr vonnöten sei. „Ob ein Mensch kreatives Potenzial hat oder nicht, entscheidet sich meist schon in der Kindheit. Wenn sich Kinder langweilen, entwickeln sie fantasievolle Beschäftigungen. Und dadurch bilden sich Synapsen im Gehirn, die für die späteren Jahre als Erwachsener die Grundlage für Kreativität bilden“, so Volker-Johannes Trieb. Der Sinn für Kunst und Kreativität entstand bei ihm schon recht früh. Er war zehn Jahre alt, als er mit seinem Freund in einem Weinberg bei Worms – seinem GeburtsFoto: mk ort – beim Arbeiten am Weinberg ein wenig Taschengeld verdiente. Volker-Johannes Eines Tages beobachtete er einen Trieb ist für die Mann, der aus abgeschnittenen GMHütte kein Unbekannter. Unter anderem hat er die Treppengeländer Weinreben ein Kunstobjekt formgestaltet, die man heute noch in den Verwaltungsgebäuden des Stahlte. Dies erschien ihm zunächst irwerkes (Haus 1, 2 und 3) finden und anfassen kann – eine kunstvoll miteinander „verflochtene“ Mixtur aus Stahl und Keramik. Ebenfalls von gendwie sinnlos und „kindisch“. ihm sind die vor den Gebäuden angebrachten Beleuchtungskörper. „Aber auf einmal spürte ich da etwas in mir. Irgendwie bekam die Tätigkeit des Mannes doch etwas Sinnhaftes für mich. Dieses Gefühl werde ich nie vergessen. Es war für mich das Schlüsselerlebnis, das mich in die Welt der Kunst, In seinem Atelier geht die Entzur künstlerischen Betätigung deckungsreise dann weiter. Von führte. Wenn sich Erwachsene dort gelangt man in das Café und ab und an auch einmal ‚kindas Restaurant „Wilde Triebe“. Dessen Einrichtung und Ausdisch‘ verhalten, verurteile ich dies niemals.“ stattung hat – wie sollte es auch Deshalb plädiere er auch für anders sein – ausschließlich Volmehr „Mut zur Kindlichkeit!“. ker-Johannes Trieb gestaltet. Dieses damalige intensive EmpAlle künstlerischen Aktionen Triebs aufzuzeigen, die er außerfinden, was Kunst vermag, wiederholte sich bei ihm allerdings selbst halb des Ateliers im In- und Ausbei seinen zahlreichen Besuchen land organisiert und gestaltet in Museen und Galerien nie wiehat, würde den Rahmen der der. -Seite weit überUnmittelbar am Sutthauser schreiten. An dieser Stelle denBahnhof – einem altehrwürdigen noch exemplarisch erwähnt Bahnhofsgebäude – hat Volker-Josei sein Projekt „Damals nicht, jetzt nicht, niemals!“. Dazu hannes Trieb sein Atelier. Man gestaltete Trieb 32 Eichenbetritt das Grundstück hinter dem Bahnhof durch eine hüfthohe, stämme, die aus der Region massive, rostrote Stahltür. Nachum Hirtzbach im Elsass stamdem man einen etwa sieben Meter men. Diese Region war im langen schmalen Gang, der von Ersten Weltkrieg erbittert umkorrodierten Stahlwänden eingekämpft. In den Eichenstämmen fasst ist, passiert hat, betritt man steckt noch das Metall der das wunderbare Außengelände des Geschosse, die dort vor über Trieb-Ateliers. hundert Jahren in das Holz Beim Flanieren durch diesen einschlugen. Er wählte die „Kunst-Park“ kann man förmlich Zahl 32, weil damals 32 Staadie Zeit vergessen. Man entdeckt immer wieder – zum Teil in zuten den Versailler Friedensnächst nicht einsehbaren Ecken vertrag unterschrieben haben. – andere Kunstwerke: groß dimenAuf jedem der Stämme hat sionierte Stahlplastiken, KeraTrieb ein Zitat aus dem sechsten Kapitel des Anmikplastiken, beschriftete Keramikfliesen. Wenn tikriegsromans „Im Wesman keinen Weg austen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque lässt, entdeckt man sogar aufgebracht. Zu sehen ein von Trieb gestaltetes ist das Projekt bis 2018 „Open-Air-Badezimmer“, Skulptur: o. T. das in der warmen JahresFoto: TrieBo zeit sogar genutzt wird.

  D E R K Ü N S T L E R 

Foto: mk

1966 Geboren in Worms · 1987 Gründung Atelier/Kunstraum, Osnabrück · 1995 Gründung Werkstatt, Georgsmarienhütte. Der Keramiker Volker-Johannes Trieb lebt und arbeitet in Osnabrück. Seit 1987 hat er hier Atelier und Werkstatt. Ausgehend von einer efeubewachsenen Scheune und ihrem verwunschenen Garten, hat er sein „Biotop des Besonderen“ um den benachbarten Sutthauser Bahnhof erweitert. Das alte Gebäude, sorgsam restauriert, umfassend modernisiert und umgebaut, beherbergt heute seine Töpferscheiben, seinen 800-Liter-Brennofen, Tonund Pigmentlager, Ausstellungsflächen.

Kunst zum Anfassen.

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Skulptur: o. T.

an mehreren Orten in Osnabrück und Umgebung. Aus dem gleichen Material baute Trieb einen Besprechungstisch, der im April 2015 als G7-Tagungstisch der Außenministerkonferenz in Lü-

Skulptur: „Erleuchtung“

Foto: Christa Henke

beck diente. Die Gespräche fanden somit an einem „Mahnmal“ statt, das an die Grausamkeiten des Ersten Weltkrieges und all der anderen Kriege auf der Welt erinnern soll. mk 

Foto: mk


DIE ETWAS ANDERE SEITE  

glückauf möchte hier Kolleginnen und Kollegen aus der GMH Gruppe vorstellen, die sich ehrenamtlich enga­gieren und für andere einsetzen – in Hilfsorganisationen, Initiativen, karitativen Einrichtungen, sozialen

Vereinen und Verbänden. Kennen Sie eine Kollegin oder einen Kollegen, der mit seinem Ehrenamt vorgestellt werden sollte? Oder sind Sie selbst freiwillig engagiert? Dann mailen Sie uns einfach: redaktion@glueckauf-online.de

Name: Malte Schneider Alter: 26 Jahre Beruf: Industriemechaniker Produktionstechnik Betrieb: Finalbetrieb GMHütte

Unbezahlbar INTERVIEW glückauf: Herr Schneider, wie sind Sie zu Ihrem ehrenamtlichen Engagement bei der Deutschen Lebens-RettungsGesellschaft (DLRG) gekommen? Malte Schneider: Meine Eltern fanden, dass es Wichtigeres gibt, als Fußball zu spielen. Und so bin ich seit meinem zweiten Lebensjahr Mitglied in der DLRG. Meine Kindheit und Jugend hindurch bin ich immer in der DLRG geblieben, bin geschwommen und getaucht und habe unterschiedliche Prüfungen und Abzeichen gemacht. Anschließend bin ich zur schnellen Einsatzgruppe (SEG) gekommen und dort Einsatztaucher, Strömungsretter und Sanitäter geworden. Und heute? Schneider: Als ich nach meiner Ausbildung bei der Hütte in die Schichtarbeit gegangen bin und nicht mehr so viel Zeit hatte, habe ich mich auf das konzentriert, was mir am meisten Spaß macht: das Tauchen. Seit meinem 15. Lebensjahr tauche ich, mit 16 Jahren habe ich meinen Tauchschein gemacht und bin heute Einsatztaucher und im Wasserrettungsdienst. Mit Sicherheit nicht immer eine ganz einfache Aufgabe. Schneider: Als Taucher haben wir meistens die Aufgabe, vermisste Personen im Wasser zu suchen. Leider können wir diese auch bei einem schnellen Einsatz fast immer nur tot bergen. Wie gehen Sie mit solchen schwierigen Erfahrungen um? Schneider: Zunächst einmal ist es für mich wichtig, eine professionelle Distanz zu bewahren und die Dinge sachlich anzugehen. Dazu gehört auch, dass wir, wenn wir einen Toten aus dem Wasser geborgen haben, ihn noch einmal betrachten. Im direkten Einsatz steht man voll unter Adrenalin. Damit

Foto: Michael Münch

Malte Schneider, links bei einer Taucheinsatzübung

Die Gesellschaft in Deutschland kann ohne ehren­amt­ liche Tätigkeit und freiwilliges Engagement nicht be­ stehen. Ehrenamt ist wichtiger denn je. Und es hat eine hohe Anerkennung: Eine aktuelle Umfrage hat ergeben, dass 96,8 % der Bevölkerung ehrenamtliches Engage­ ment wichtig finden. Die gleiche Befragung zeigt aber auch, dass „nur“ 33,5 % ehrenamtlich engagiert sind. Im Jahr 2016 gab es in der deutschsprachigen Bevöl­ kerung ab 14 Jahre rund 14,36 Millionen Personen, die ein Ehrenamt hatten bzw. unentgeltlich in einer Bürgerinitiative, einem Sport­verein, einer sozialen Organisation oder Ähnlichem tätig waren. Die Statistik sagt auch: Diese Zahl ist seit 2012 von 12,21 Millionen kontinuierlich gestiegen! Ein Trend, der Hoffnung macht. möglichst keine falschen Bilder keine falschen Bilder und Erinnerungen hängen bleiben, suchen wir noch einmal den sachlichen Blick. Zudem arbeiten wir solche Einsätze im Team immer noch einmal nach. Außerdem begleitet uns eine Notfallseelsorgerin. Ist es nicht deprimierend, schon fast mit der Gewissheit ins Wasser zu steigen, dass Sie einen Toten bergen? Schneider: Nein. Zum einen starten wir jeden Einsatz in der Annahme, dass wir noch Leben retten

Malte Schneider (rechts) bei einer Rettungsübung mit DLRG-Kolleginnen

Fotos: privat

können. Wenn das nicht so wäre, hätten hätten wir als DLRG unsere Aufgabe verfehlt. Zum anderen geben wir den Angehörigen der Vermissten zumindest eine Gewissheit – auch wenn es eine traurige ist. Gerade dies spornt uns auch bei unseren traurigen Einsätzen an. Aber es ist ja auch nicht so, als ob wir ständig Leichen aus dem Wasser bergen. Bei uns sind es im Schnitt zwei Tote pro Jahr. Allerdings soll ja die Zahl der Ertrunkenen im vergangenen Jahr wieder deutlich angestiegen sein … Schneider: Das ist richtig. Das liegt leider daran, dass immer weniger Kinder, aber auch Erwachsene richtig schwimmen lernen. Schulen haben zumeist nicht mehr wie früher den Schwimmunterricht und die Vereine merken vor allem durch die Ganztagsschulen den Rückgang. Jetzt sprachen wir die ganze über Zeit von traurigen Anlässen. Sicherlich gibt es doch auch etwas, das Sie beim DLRG antreibt und Ihnen Spaß macht? Schneider: Selbstverständlich. Mir machen die meisten meiner anderen Aufgaben beim DLRG Freude. So helfe ich seit 10 Jahren im Sommer beim Wasserrettungsdienst am Sehlendorfer Strand in der Hohwachter Bucht. Dabei macht mir insbesondere der Umgang mit den Menschen Spaß.

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Erhalten Sie dann auch Anerkennung? Schneider: Aber sicher! Sowohl ein Schulterklopfen und lobende Worte als auch ein bisschen für die Kaffeekasse. In der gelockerten Atmosphäre ziehen wir hin und wieder auch mal ein Gummitier von Kindern aus dem Meer – da freuen sich die Eltern und werfen etwas ins Sparschwein. Auch wenn ein neues Gummitier vielleicht günstiger gekommen wäre, haben wir für die Eltern viele Tränen zu Hause verhindert. Also opfern Sie nicht nur viel Freizeit, sondern auch so manchen Urlaubstag für Ihr Ehrenamt. Schneider: Nicht nur für den Wasserrettungsdienst, auch für so manche Schulung gehen immer mal ein paar Tage Urlaub drauf – aber schließlich will ich auch für die Einsätze fit und vorbereitet sein. Zudem treffen wir uns alle zwei Wochen zum Dienstabend und trainieren für mögliche Einsätze. Unterstützt Sie dabei Ihr Arbeitgeber? Schneider: Auf jeden Fall. Und das halte ich nicht für selbstverständlich. Als ich zum Beispiel mit der schnellen Einsatzgruppe des DLRG im September 2015 sieben Tage am Stück im Einsatz war

und über 240 Stunden zur Betreuung von Flüchtlingen aufgewandt habe, war das kein Problem. „Wenn Not am Mann ist, dann fahr da mal hin“, hieß es. Bei der ersten, sehr hohen Welle von Menschen mit Fluchterfahrung musste schnell ein für hundert Personen ausgelegtes Camp auf sechshundert Plätze erweitert werden. Alle Flüchtlinge, die ich getroffen habe, waren warmherzig und offen, und so wurden wir auch mal zu arabischem Kaffee eingeladen und konnten uns mit Händen und Füßen austauschen. Jetzt weiß ich besser, was Flüchtlinge durchmachen. Können Sie sagen, warum sich andere genauso wie Sie ehrenamtlich engagieren sollten? Schneider: Neben den vielen Erfahrungen fürs Leben und den vielen Freundschaften, die man knüpfen kann, gibt es eine Sache, die ich für ganz wichtig halte: Wenn sich jeder irgendwo einbringt und etwas macht, ist die Arbeit für alle weniger. Nicht für jeden ist jedes Engagement etwas. Ich bin aber sicher, dass jeder, der will, auch eine ehrenamtliche Aufgabe findet, die ihm Freude bringt. Vielen Dank für das Gespräch. 

IMPRESSUM Den­ken Sie da­ran: Ih­re Le­ser­brie­fe, Ar­ti­kel, An­re­gun­gen und Kri­tik für die nächs­te Aus­ga­be müs­sen recht­zei­tig bei Ih­ren An­sprech­part­nern vor­lie­gen. Letz­ ter mög­li­cher Ter­min ist der:

28.4.2017 He­raus­ge­ber: Ge­orgs­ma­ri­en­hüt­te Hol­ding GmbH Neue Hüt­ten­stra­ße 1 49124 Ge­orgs­ma­ri­en­hüt­te www.gmh-gruppe.de V.i.S.d.P.: Iris-Kath­rin Wil­ckens

Re­dak­ti­ons­team: Christoph Dransmann (cd), Monika Hansen (mha), Markus Hoffmann (mh), Ina Klix (ik), Matthias Krych (mk), Dr. Ulrike Libal (li), Ve­ra Loo­se (vl), Dirk Strothmann (ds), Iris-Kath­rin Wil­ckens (ikw), Marcus Wolf (mw) Pro­duk­ti­on und Gra­fik: elemente designagentur, www.elemente-designagentur.ms Text­be­ar­bei­tung: Pe­ter Karl Mül­ler (pkm) Lektorat: Dorothea Raspe, Münster Her­stel­lung: STEIN­B A­C HER DRUCK GmbH, Os­na­brück; auf 100% Re­cy­cling­pa­pier Die glückauf erscheint viermal im Jahr.


glück­auf

Berichte aus den Unternehmen

1/2017

Foto: Felix Treppschuh

Ausstellungseröffnung.

Matthias Krych und Felix Treppschuh, beide Schrottein- und -verkäufer bei der Rohstoff Recycling Osnabrück (RRO ), laden zu einer Ausstellung der besonderen Art ein: Unter dem Titel „Faszination Schrott“ präsentieren sie vom 30. April bis zum 18. Juni ihre aktuellen Schrott-Fotos, und zwar im „Haus Saargau“ bei Saarlouis. Die Vernissage am 30. April wird sich von üblichen Vernissagen unterscheiden. Denn die Besucher sind dazu aufgerufen, ein Schrottteil mitzubringen. All diese Schrottteile werden vor Ort von dem Künstler Josef Petry zu einer „Faszination-Schrott-Skulptur“ zusammengeschweißt. Diese Skulptur wird dann einen Ehrenplatz im oder am Haus Saargau erhalten. Matthias Krych und Felix Treppschuh leben seit über zehn Jahren ihre Leidenschaft für die Schrott-Fotografie häufiger zusammen aus. Seit 2008 veröffentlichen sie jährlich den „RRO/RRD -Schrottkalender“, der sich bei den Kunden und Lieferanten großer Beliebtheit erfreut. „Highlights“ ihrer Kalenderfotos haben sie bereits 2012 in der Ausstellung „Schrott en détail“ (Villa Stahmer, Georgsmarienhütte) und 2013 im Golfclub „Tecklenburger Land“ präsentiert. pkm 

Schmiedag: Was für ein Stößel!

GMH Gruppe: Eins auf die Nase!

GMHütte: Ab in die Tonne!

Ein 28 Tonnen schwerer Pressenstößel ist kein Pappenstiel. Und wenn sich dort ein Riss andeutet, stehen die Zeichen auf Sturm. Die Kollegen der Schmiedag haben das Problem allerdings besonnen, cool und clever gemanagt.

Eine 3-D-Brille wird auf der nächsten IdeenExpo in Hannover auf dem Stand der GMH Gruppe eine entscheidende Rolle spielen: Mit ihr können die Besucher hautnah ran an den E-Ofen und eine perfekte Schweißnaht ziehen!

So einfach kann man etwas für Ökologie und Soziales tun: Seit zehn Jahren sammelt die GMHütte mit der CaritasBox Druckerpatronen, -kartuschen und Mobiltelefone, die recycelt werden. Der Erlös daraus kommt der Caritas zugute.

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SWG: Walzwerk – hopp!

GMHütte: Kleiner Bruder lebt!

Stiftung: Damit muss man rechnen!

Zugegeben: Es wurden schon ganze Stahlwerke in Europa ab- und in China aufgebaut. Was die Schmiedewerke geschultert haben, ist aber ebenfalls eindrucksvoll: Sie haben ein Walzwerk von Bochum nach Gröditz verpflanzt.

Der Kontinuierliche Verbesserungsprozess bestimmte in den letzten glückauf-Ausgaben meist die Schlagzeilen. Darüber hat man fast seinen kleinen Bruder aus den Augen verloren: das Vorschlagswesen. Die GMHütte zog jetzt Bilanz.

Wer nicht bis drei zählen kann, für den kann schon der Sprung vom Kindergarten in die Grundschule zum Hindernis werden. Die Stiftung will Kindern den Übergang leichter machen – und fördert die Fortbildung des Lehrpersonals.

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PRODUKTION & INNOVATION   

Foto: Martin Barndt

Die Spindelpresse der Schmiedag ist wieder so gut wie neu: Montage der Spindelmutter.

Ausfallzeit clever überbrückt Schmiedag · Kreisförmiger Riss im Stößel der Spindelpresse erzwang Großreparatur. Reparatur verlief 100-prozentig nach Plan. Währenddessen wurden Nebenaggregate überholt und Spindel ausgetauscht. Regelmäßig heißt wie oft? Barndt: Alle vier Wochen. Die Prüf-Ergebnisse haben wir dann ausgewertet und archiviert.

INTERVIEW 2013 hatte die Schmiedag an ihrer Spindelpresse PSH 500 die Spindel erneuern lassen, und zwar von der Firma Schuler aus Weingarten. Bei dieser Gelegenheit wurde auch der Stößel Ultraschall-geprüft. Dabei stieß man auf eine kreisrunde Rissbildung im Bereich des Sitzes der Spindelmutter. Martin Barndt (Leiter Instandhaltung) schildert im glückauf-Interview, weshalb die Reparatur zunächst verschoben wurde: glückauf: So ein 28 Tonnen schwerer Pressenstößel ist ja nicht so schnell zu haben. Also was tun, wenn er defekt ist, Herr Barndt – und die ganze Produktion davon abhängt? Martin Barndt: Ob Reparatur oder Austausch – beides ist in der Tat mit langen Lieferzeiten verbunden. Deshalb konnten wir unser Problem auch nicht kurzfristig lösen. Wie haben Sie sich denn aus der Affäre gezogen?

Und wie lange hat der Rissansatz noch Ruhe gegeben? Barndt: Von Dezember 2013 bis Februar 2016 hatten wir keine gravierende Veränderung der Risstiefe. Aber im März 2016 mussten wir dann Alarm schlagen. Denn die Messung hatte ergeben: Der Riss war länger geworden.

Martin Barndt

Werksfoto

Barndt: Wir haben den Stößel erst mal wieder eingebaut. Er war zum Glück nicht so sehr in Mitleidenschaft gezogen, dass man nicht mehr damit arbeiten konnte. Wir mussten nur darauf gefasst sein, dass der Riss größer wurde. Also haben ihn unsere Mitarbeiter aus dem Labor regelmäßig einer US -Prüfung unterzogen.

Ein Messfehler war ausgeschlossen? Barndt: Vorsichtshalber hatten wir noch ein externes Unternehmen mit der Messung beauftragt. Aber die haben unser Ergebnis bei einer zweiten Prüfung bestätigt. Jetzt war eine Reparatur unvermeidlich – und der Zeitpunkt gekommen, die geplante Großreparatur zu starten. Richtig? Barndt: Genau, und mit den üblichen Regularien: Im Vorfeld eingeholte Angebote für die Durchführung der Instandsetzung bewerten, eine Auswahl treffen und durch

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unseren Einkauf verhandeln. Danach haben wir zusammen mit der Fertigungssteuerung einen Starttermin festgelegt: den November. Als Termin für die Wieder-Inbetriebnahme haben wir den 9. Januar 2017 gesetzt. Wie ging es dann weiter? Barndt: Am 23. November 2016 wurde der ausgebaute Stößel mit Spindelmutter von einer Spedition nach Dortmund transportiert. Dort hat ein Instandhaltungsbetrieb die Reparaturen durchgeführt – also Risse ausfugen, Schweißarbeiten, Wärmebehandlung, mechanische Bearbeitung, Anpassen des Sitzes der Spindelmutter und so

Hätten Sie’s gewusst? US-Prüfung

US ist die Abkürzung für Ultraschall. Zerstörungsfreie Prüfmethode: Akustisches Verfahren zum Auffinden von Materialfehlern per Ultraschall.

weiter. Diese Arbeiten waren vor Weihnachten abgeschlossen. Am 27. Dezember war der reparierte Stößel dann wieder bei uns. Und Sie haben schon ungeduldig auf Stößel und Mutter gewartet …? Barndt: … aber keine Däumchen gedreht. Während der Reparatur wurden nämlich Antrieb, Bremsen und Auswerfersystem der Spindelpresse überholt. Außerdem haben wir die Zeit genutzt, das Pendelrollenlager der Spindel gegen ein neues auszutauschen. Und an den Nebenaggregaten … … also Induktionsofen, Kuka-Roboter, Reckwalze und Abgratpresse … Barndt: … richtig, haben wir vorbeugende Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Wann konnten Sie die Remontage der Spindelpresse abschließen? Barndt: Am 8. Januar 2017. Und wann haben die ersten glühenden Schmiedeteile die Pressengruppe verlassen? Barndt: Bereits einen Tag später – nachdem wir die Gesamtanlage samt Peripherie optimal eingestellt hatten. Das ging aber schnell über die Bühne! Barndt: Dank einer von allen Beteiligten alles in allem gut vorbereiteten und ausgeführten Großreparatur. Vielen Dank für das Gespräch. 


PRODUKTION

& INNOVATION  

Fertigungslücke geschlossen, Produktpalette erweitert Pleissner Guss · Investition in neues CNC-Bohrwerk hat sich in vielen Punkten bezahlt gemacht. Bearbeitung bis zu 12 t schwerer Gussstücke möglich.

L

ange Zeit war die WMW Werkzeugmaschinen GmbH bewährter Zulieferer für Pleissner Guss (PG ). Sie hat auf ihrem CNC -Bohrwerk ( T O S   W H N   13) PG-Gussstücke bearbeitet, die für die Maschinen der Gießerei entweder zu schwer (über einem Gesamtgewicht von 8 t) oder von den Abmaßen her zu groß waren – was die Terminplanung der Gießerei häufig erschwerte und die Flexibilität minderte. Im März letzten Jahres kam dann die Nachricht, dass WMW zum 31. Oktober 2016 schließen würde. Wer sollte jetzt die Bearbeitung der PG-Gussstücke übernehmen?

Die Lösung war schnell gefunden: Pleissner Guss beschloss, das CNC -Bohrwerk TOS WHN  13 zu kaufen und in die eigene Produktion zu integrieren – eine Entscheidung, die dank der Investitionsfreigabe durch die GMH -Gussholding auch schnell Realität wurde. Allerdings: Solch eine 35  t schwere Anlage nimmt man nicht mal schnell huckepack und stellt sie einfach in der Werkshalle ab. Solch ein „Umzug“ muss sorgfältig geplant und vorbereitet werden. Denn das neue CNC -Bohrwerk gehört mit einer Grundfläche von 15 x 15 m und einer Höhe von etwas über 5 m nicht zu den kleinen

im Lande – und ist damit ein echter Hingucker. Benötigt wurde deshalb ein Fundament mit einer 15 x 15 m großen Grundfläche. Und so mussten 120  m3 Erde ausgehoben, ein Fundament mit 120 m3 Beton gegossen und 3.730 kg Stahl verbaut werden. Demontage und anschließende Montage der CNC -Bohrmaschine war Ende Juli. Der erfolgreichen Maschinenabnahme folgte die Schulung der Mitarbeiter. Schließlich konnte das CNC -Bohrwerk wie geplant im Oktober 2016 in Produktion gehen. Nach einem halben Jahr Einsatz war jetzt eine Zwischenbilanz fällig: Die Anschaf-

Maschinendaten Werksfoto

fung hat sich bezahlt gemacht. Die vorhandenen CNC -Bearbeitungszentren wurden entlastet, die Bearbeitungszeiten des konventionellen Bohrwerks reduziert, die Transportkosten eingespart (Wegfall externe Vergabe), die Flexibilität erhöht und dank Inhouse-Bearbeitung eine schnellere Durchlaufzeit der Gussteile erzielt. Matthias Behrens 

Ein Bohrwerk ist eine Werkzeugmaschine, die im Allgemeinen Maschinenbau Verwendung findet (genauer: Horizontal-Bohrund Fräswerk). Hier einige Daten zum CNC-Bohrwerk (TOS WHN 13). Hersteller: TOS-Varnsdorf. Baujahr: 2008. Steuerung: Heidenheim iTNC 530. Verfahrwege: X-Achse 2.000 mm, Y-Achse 2.500 mm, Z-Achse 2.000 mm und W-Achse 800 mm. Tischbelastung: 12 t. Aufspanntisch 2.500 mm x 1.800 mm.

Schlichte bleibt da, wo sie soll FWH-Eisenguss · Airless-Sprühverfahren verdrängt Airmix-Spritzanlagen – und beendet für Mitarbeiter die „Schlichte-Dusche“ beim Arbeiten über Kopf.

I

n der Eisengießerei der Friedrich Wilhelms-Hütte (Großguss) wurden die Formen und die in der Formerei gefertigten Kerne bislang traditionell geschlichtet: mit einem Flächenstreicher. Für das Schlichten großer Formund Kerndimensionen gibt es allerdings eine weitaus effizientere Technik: das Fluten der Formen und Kerne. Dieses Verfahren ist nur realisierbar, wenn man genügend Platz zur Verfügung stellen kann, um eine entsprechend große Flutanlage inklusive Dreheinrichtung zu installieren. Das war in der Eisengießerei nicht der Fall. Deshalb hat man auf sogenannte „AirmixSpritz­ anlagen“ zurückgegriffen – eine in mehrfacher Hinsicht unbe-

Hätten Sie’s gewusst? Schlichten für Formen und Kerne

In der Gießereitechnik sind die sogenannten Schlichten Überzugsstoffe. Sie werden auf Formen und Kerne aufgetragen, um eine Trennschicht zwischen Eisen und Formsand zu bilden sowie eine glatte Oberfläche am Gussstück zu erzielen. Grundmaterial der Schlichten sind fein gemahlene feuerfeste bis hochfeuerfeste Stoffe. Sinn und Zweck des Verfahrens: Die Überzugsschicht isoliert den Untergrund und schützt vor thermischer Belastung durch die Metallschmelze.

friedigende Option. Dieses Verfahren konnte wegen des äußerst ungleichmäßigen Schlichte-Auftrages nicht wirklich überzeugen. Außerdem war die gesamte Räumlichkeit während des Schlichtens vernebelt – eine Zumutung für den Schlichter und andere dort arbeitende Gießerei-Mitarbeiter. Anders beim Airless-Verfahren. Dort werden die Schlichten erst beim Austritt aus der Düse mittels Luftdruck verstäubt. Der Schlichter stellt die jeweils erforderlichen Schlichtemengen und Strahlbreiten über entsprechende Düsen ein. 2015 hatte die FWH-Eisenguss in das erste Airless-Gerät investiert, da mehrere Vorführungen des Airless-Geräteherstellers überzeugen konnten. Die Praxis hat

Ein in der Formerei hergestellter Kern mit einem Durchmesser von etwa 5 Metern und einer Höhe von 3 Metern

„ Früher ist uns während des

Christian Kucza

die effiziente Arbeitsweise und Zuverlässigkeit des Verfahrens in der Zwischenzeit bestätigt. Aus diesem Grund hat die FWHEisenguss jetzt in ein zweites Airless-Gerät investiert. Bidjan EskandariDjahmani 

‚Schlichtens über Kopf‘ oft die Schlichte über den Körper bis in den Handschuh gelaufen, weswegen dann auch immer viel davon auf den Boden getropft ist. Das ist beim Airless-System nicht mehr der Fall. Ich bin sehr zufrieden und auch überzeugt: Die Ergebnisse des Verfahrens sprechen für sich und haben unsere Arbeitsbedingungen erheblich erleichtert. Eine sinnvolle Investition!

FORMER CHRISTIAN KUCZA ZUM NEUEN AIRLESS-SYSTEM

Werksfotos

Vorteile des Airless-Verfahrens → Schnelle Beschichtung großer Flächen (bis zu 50 Prozent Effizienzsteigerung) → Geringerer Schlichteverbrauch (bis zu 20 Prozent) → Keine Bläschenbildung an der Oberfläche → Keine Läuferbildung wie z. B. beim Fluten (Nachstreichen kaum notwendig) → Geringe Sprühnebelbildung (saubere Örtlichkeit, geringer Reinigungsaufwand) → Ergonomisches Verfahren

glück auf · 1/2017 ........... 15


PRODUKTION

& INNOVATION  

30 Jahre Kundenorientierung

SCHMIEDAG

GMHütte · Modernisierung der Stranggießanlage geht in 2. Bauabschnitt.

S

ie war 1987 eine große, von den damaligen Klöcknerwerken angestoßene Investition: Für rund 120 Millionen D-Mark baute man am Standort Georgsmarienhütte eine Stranggießanlage. Sie war damals unverzichtbar für das Überleben des Standortes im Rahmen der

EINE

1985 bis 1986 von der SMS Siemag gebaut, erfolgte der erste Guss am 7. Februar 1987. Die 6-Strang-Vorblockanlage mit Pfannendrehturm und Exzenter-Oszilliersystem besaß einen Gießradius von zehn Metern und vier Sekundär-Kühlzonen. Zunächst

lionen Euro werden dabei investiert – eine ungefähr ebenso große Summe wie vor 30 Jahren. Die Modernisierung der Anlage wird nicht nur den gewalzten Produkten und dem Rohstrangguss zugutekommen. Weitere Fortschritte wird es auch geben bezüglich Oberflächen-

ZEITREISE IN  BILDERN

Foto: Karin Kriebel

Höchstpräzise.

Nach 28 Jahren Einsatz kam für die Leitz-Sirio-Messmaschine der Schmiedag das Aus: Sie war irreparabel defekt. Bei der Beschaffung der neuen 3-D-Messmaschine (Wenzel-Messmaschine aus dem Hause Klostermann) zählten strengste Qualitätskriterien. Sie deckt alle messtechnischen Anforderungen der Schmiedag ab und bietet einen deutlich größeren Messbereich als die alte. Ihre Systemgenauigkeit in allen Achsen beträgt unglaubliche 2,2 µm (tausendstel Millimeter). Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist etwa 25-mal „dicker“ (!) – 50 bis 70 µm. Hinzu kommt modernste Messsoftware (Metrosoft QUARTIS ) für schnelles und einfaches Programmieren selbst komplexer Messaufgaben. Das Foto zeigt Klostermann-Geschäftsführer Andreas Pyka (links) und Andreas Studinski (Leiter Qualitätswesen) bei der offiziellen Übergabe der Maschine im Mess­raum der Schmiedag. Im Hintergrund ist das Werkstück zu sehen, das gerade auf dem Prüfstand vermessen wird. Andreas Studinski 

Die Stranggießanlage 1987 direkt nach Werksfotos der Inbetriebnahme

Umstrukturierung des Konzerns. Ihre Inbetriebnahme im Februar 1987 markierte eine bedeutende Änderung der Stahlwerksmetallurgie. 30 Jahre später war es für die Stahlwerker der GMH ütte selbstverständlich, den runden Geburtstag „ihrer“ Stranggießanlage zu feiern und bei Schnittchen und Kaltgetränken einen Blick zurückzuwerfen:

betrugen die Gießformate 200 x 240 mm² (Plattenkokille) und 165 x 165 mm² (Rohrkokille). Letztere wurden immer wieder an die neuen Bedarfe angepasst, ebenso wie die technische Ausstattung immer wieder modernisiert wurde – in vielen kleineren und größeren Anpassungsschritten. Nun steht eine umfassende Modernisierung an. Weit über 60 Mil-

qualität, metallurgischem Reinheitsgrad und Minimierung von Seigerungen. Für die Stahlwerker war die Feier allerdings nur ein kurzes Atemholen. Denn jetzt müssen sie den anstehenden zweiten Bauabschnitt vorbereiten. Er wird im kommenden Sommerstillstand umgesetzt.

Die stromführenden Komponenten sollten mit möglichst niedriger Vorlauftemperatur angeströmt werden. Dies war grundsätzlich bei dem bestehenden System (offener Kreislauf) möglich. Dennoch hat man auf einen geschlossenen Kreislauf mit einem Kühlmodul umgestellt, weil es der neuen Transduktor-Stromversorgung zugutekam. Für die Wasserversorgung des internen Kühlkreises (Sammler und Verteiler) der Anlage (Nebenverbraucher) wurde ebenfalls ein neuer Primärkreislauf mit geschlossenem Rücklauf geschaffen. Das System besteht aus einem Tank, Kühlwasserpumpen – inklusive redundanter Stand-by-Pumpe zur Versorgung der Sammler-/Verteilerstation(en) –, Armaturen und Instrumenten sowie einer Kühlwasserrückführung zu Wärmetauscher und Tank. Die Einzelkreise der Nebenverbraucher wurden mit Thermometer, Temperaturtransmitter, Manometer, Durchflussanzeige/-überwachung und diversen Ventilen bestückt. Um die Rückkühlfunktion individuell zu erfüllen, baute man ein „Stand-alone“-Rückkühlsystem auf. Es besteht im Wesentlichen aus einem Kühlturm, einem Tank mit Filtereinheit, einer Pumpstation und

den verbindenden Rohrleitungen mit Instrumentierung und Ventilen. Für die Ansteuerung und Überwachung aller neuen Komponenten musste man auch die Niederspannungs-Schaltanlage und die Automatisierungstechnik erweitern. Mehrere Schaltschränke wurden errichtet und in die vorhandene Anlagensteuerung bzw. die Anlagenperipherie eingebunden. SWG wollte auch die Oberflächenqualität der ESU -Blöcke nochmals entscheidend verbessern. Deshalb hat man bei dem Umbau eine Delta-T-Regelung für Kokille und Bodenplatte eingebaut – was sich sehr positiv ausgewirkt hat. Last, but not least: die brandschutztechnische Überwachung der neuen Stromversorgungstechnik. Es wurde eine neue Brandmeldeanlage installiert, basierend auf einem Rauchansaugsystem. Im Brandfall kann sich die Werksfeuerwehr in kürzester Zeit an die Einspeisearma­ turen einer halbstationären Sprinkler­­­ anlage anschließen (die hatte man bereits für die Trafokammern und die Kompensationsanlage installiert). Insgesamt waren an dem Umbau 18 Firmen mit etwa 60 Mitarbeitern beteiligt.

Guido Wendlandt und mw 

A U F E I N FA C H W O R T

Zwei Großblöcke gleichzeitig Schmiedewerke Gröditz · Modifizierte ESU-Anlage steigert auch Qualität. Die ESU-Anlage der Schmiedewerke Gröditz (SWG ) besteht aus zwei Schmelzstationen. Beide sind mechanisch für das Erschmelzen von Blöcken mit einem maximalen Durchmesser von 1.650 mm ausgelegt. Vor dem Umbau war die Anlage mit vier Stromversorgungen (Transduktor-Transformatoren) ausgerüstet, die je 17 kA Schmelzstrom lieferten. Dieser Schmelzstrom konnte auf die beiden Schmelzstellen aufgeteilt werden: entweder je 34 kA auf beide Schmelzstationen oder 51 kA auf Schmelzstelle 1 und 17 kA auf Schmelzstelle 2. Für das Erschmelzen der beiden großen Blockformate 1.500 mm und 1.650 mm brachte dies Einschränkungen mit sich: Weil dafür Schmelzstrom von maximal 51 kA benötigt wurde, konnte nur ein einziger Block erschmolzen werden. Zwei große Blöcke gleichzeitig zu schmelzen, war also bisher technisch nicht machbar. Um dies zukünftig zu ermöglichen, wurde die ESU-Anlage im Oktober letzten Jahres im Verlauf von zwei Wochen umgebaut. Was sich an der Anlage verändert hat, erläutern Ronny Wolsky (Projektleiter und Koordinator) und Stefan Hackel (Teilprojektleiter): Um zukünftig auf beiden Schmelzstationen gleichzeitig zwei große Blöcke erschmelzen zu können, hatte SWG die Inteco GmbH beauftragt, die ESU -Anlage zu modifi-

Mitarbeiter der Firma Liebscher montieren die neue Rückkühlung.

zieren. Geplanter Zeitraum für die Umbauarbeiten: zwei Wochen. An der Schmelzstation 1 wurde elektrisch nichts verändert, an der Schmelzstation 2 hingegen eine neue 51-kA-Stromversorgung installiert. Sie besteht aus einem Abspanntransformator (15 kV/700 V), einer Transduktorstrom-Versorgung (51 kA/120 V) und zwei zusätzlichen Kompensationsmodulen (4 Mvar). Um für die neue Technik den benötigten Platz zu schaffen, musste eine neue Trafokammer errichtet werden. Zudem musste man die vorhandene Mittelspannungs-Schalt­ anlage umbauen bzw. erweitern und wegen des höheren Schmelzstroms die Hochstromverschienung zur

Werksfoto

Schmelzstation erneuern. Im Vorfeld hatte man auch die vorhandene Kühlwassersituation begutachtet. Fazit: Auch das Kühlwassersystem musste erweitert werden. Nur durch diese Maßnahme ließ sich der erhöhte Kühlwasserbedarf für das gleichzeitige Schmelzen zweier großer Blöcke abdecken. Die Vorlauftemperatur in die Kokille, Bodenplatte und Absaughaube sollte frei einstellbar sein (unabhängig von den stromführenden Komponenten). Dies war mit dem aufgebauten Primärkreislauf bereits machbar. Trotzdem hat man die Energieeffizienz für den Einsatz der verschiedenen Kokillenformate mit einer verbesserten Pumpensteuerung (FU ) optimiert.

glück auf · 1/2017 ........... 16

ESU-Stähle Elektroschlacke-Umschmelzverfahren (Abkürzung ESU). Metallurgisches Verfahren, um Stähle von hoher Reinheit sowie gerichtet erstarrtem und somit fehlerfreiem Gefüge herzustellen. Dabei wird ein fester Stahlblock in das Schlackenbad einer Kokille eingetaucht, das gleichzeitig als elektrischer Widerstand fungiert. Der Block wird zur stromführenden Elektrode und schmilzt ab. Die Schlacke nimmt Schwefel und nichtmetallische Einschlüsse auf, die später abgeschieden werden. Diese Stähle haben verbesserte technologische Eigenschaften: hoher sulfidischer und oxidischer Reinheitsgrad; ein gleichmäßiges Erstarrungsgefüge, das durch die gesamte Blocklänge und den ganzen Blockquerschnitt geht; eine besonders hohe Zugfestigkeit; eine sehr gute Zähigkeit (auch im Kern großer Werkstücke).


PRODUKTION

& INNOVATION  

Hätten Sie’s gewusst? RAW

Radial-Axial-(Ring-)Walzwerk, umgangssprachlich auch Ringwalzmaschine. Spezielles Walzwerk, in dem Ring-Rohlinge auf ihre Endabmessungen ausgewalzt werden. Die Ring-Rohlinge erhält man zum Beispiel durch Schmieden und Lochen eines Stahlblocks in einer Presse.

Foto: Remo Winter

Erste Probewalzungen auf dem „großen“ RAW

Walzwerk von Bochum nach Gröditz verpflanzt Schmiedewerke Gröditz · Anlage mit 15 Lkw nach Gröditz verfrachtet; 900-Kubikmeter-Fundament gegossen; Manipulator ausgetauscht; Produktionskapazität für Ringwalzprodukte erheblich erweitert. Breuer: Der Startschuss fiel im Dezember 2015. Ziel war, den ersten Ring im IV. Quartal 2016 zu walzen.

INTERVIEW Große Ereignisse werfen bekanntlich ihre Schatten voraus. Denn die Erweiterung der Produktionskapazität, von der in diesem Interview die Rede ist, wurde bereits im Herbst 2015 in die Wege geleitet. Vorab hatte die GMH Holding zwei entsprechende Großinvestitionen freigegeben: zum Ersten die Erweiterung der Schmelzstellen an der ESU -Anlage (siehe Seite 16) und zum Zweiten den „Umzug“ eines Walzwerkes (RAW  V330  H260 ) vom Bochumer Verein nach Gröditz. Über Vorbereitung und Durchführung berichtet Dirk Breuer (Leiter Werkserhaltung) im glückauf-Interview: glückauf: Ziehen wir erst mal eine kleine Bilanz, Herr Breuer: Was hat die Verlagerung des Walzwerkes von Bochum nach Gröditz unterm Strich gebracht? Dirk Breuer: Dieses Walzwerk ist unser zweites Walzwerk. Mit ihm konnten wir zunächst mal unsere Mengen erhöhen und zudem unsere Produktpalette deutlich erweitern – das Ringgewicht von 1,6 auf 4 Tonnen und die Abmessungen von 3 auf 4 Meter. Außerdem haben wir entsprechende Reserven, die Fertigungsgrenzen zukünftig noch weiter auszudehnen. Das war bestimmt ein gewaltiger Kraftakt. Schließlich mussten Sie das Walzwerk in Bochum ab- und in Gröditz wieder aufbauen.

Dirk Breuer

Werksfoto

Breuer: Wobei nach einer ersten Besichtigung in Bochum schnell klar war: Eine einfache Verlagerung wird nicht ausreichen. Wir mussten in Gröditz die vorgelagerte und nachgelagerte Produktionsstrecke ebenfalls in den Blick nehmen. … die Nahtstellen, sozusagen. Breuer: Richtig. Wir mussten ja das Walzwerk optimal in die verkettete Anlagenstruktur in Gröditz einbinden. Dafür standen dann in der Werkshalle verschiedene Optionen zur Auswahl. Entschieden haben wir uns für die Position neben dem bestehenden RAW  V160  H110 . Dieser Standort eröffnete uns die Möglichkeit, die vorhandene Anlagenstruktur wie Drehherdofen oder auch Stauch- und Lochpresse optimal zu nutzen. Wie war der Zeitplan gestrickt?

Ein ambitioniertes Zeitfenster. Breuer: Das kann man wohl so sagen. In der letzten Februarwoche 2016 wurden noch die letzten Ringe in Bochum gewalzt. Am 1. März begann dann die auf drei Monate angesetzte Demontage. Anschließend wurden die Baugruppen mit 15 Lkw nach Gröditz transportiert und dort erst einmal zwischengelagert. Und in der Zwischenzeit haben wir das Fundament für das Walzwerk gefertigt. Das muss ja eine beeindruckende Baugrube gewesen sein.

Breuer: 24 Meter lang, 15 Meter breit und 8,5 Meter tief. Das macht ja allein schon über 3.000 Kubikmeter Aushub! Wie viele Betonmischer waren denn dafür unterwegs? Und wie viele Tonnen Eisen wurden im Fundament verbaut? Breuer: In das Fundament wurden etwa 200 Tonnen Armierungseisen eingebracht sowie etwa 900 Kubikmeter Beton verfüllt. Der Beton wurde mit etwa 100 Fahrzeugladungen herangeschafft. Dazu kam, dass in Gröditz das Grundwasser bereits bei etwa 1,8 Meter anliegt. Also mussten wir eine entsprechende Grundwasserabsenkung durchführen. Allein diese Fakten belegen, dass es schon eine riesige Herausforderung war, die Baugrube

in der Produktionshalle anzulegen. Aber das war bei Weitem nicht die einzige. Nennen Sie mal die größte Herausforderung? Breuer: Dass in der Halle weiterhin von den Kollegen produziert wurde. Parallel dazu waren die Mitarbeiter und Maschinen der Baufirmen zugange. Alle diese Arbeitsvorgänge mussten ja abgewickelt werden, ohne die Abläufe oder auch die Arbeitssicherheit zu gefährden. Zudem mussten wir während der kompletten Aushubarbeiten und Bauphase die Standsicherheit der Halle und der übrigen Maschinen garantieren. Wann war das Fundament fertig? Breuer: Das war Mitte August. Bis dahin hatten wir auch die zwischengelagerten RAW-Baugruppen grundüberholt und für die Remontage vorbereitet. So konnten wir sofort mit der Remontage auf dem fertigen Fundament beginnen. Und im November haben wir schließlich nach zwei Wochen Kalt-Inbetriebnahme den ersten warmen Ring gewalzt. Und wo gab es die größte Veränderung in der vor- und nachgelagerten Produktionsstrecke? Breuer: Wir mussten einen alten Manipulator austauschen. Der hatte bisher die Aufgabe, die gewalzten Ringe von RAW  V160  H110 zu entnehmen und auf dem Rollgang 3 abzulegen. Der neue Manipulator soll einen zusätzlichen Arbeitsgang übernehmen, nämlich das RAW  V330  H260 mit der Lochscheibe bestücken sowie die gewalzten Ringe entnehmen. Ist der neue Manipulator schon in Betrieb? Breuer: Noch nicht. Ostern soll es so weit sein.

Während der Bauphase lief nebenan das „kleine“ RAW auf Hochtouren. In der Mitte ist eine Betonpumpe für Restarbeiten am Fundament zu erkennen. In der rechten Hälfte sieht man Hauptantriebsmotor und Getriebe, die für die Remontage der Anlage bereitsteFoto: Remo Winter hen; links sieht man die Produkte der kleinen Walze.

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Und was machen Sie bis dahin mit den Lochscheiben und Ringen? Breuer: Die werden mit dem Hallenkran auf dem neuen RAW abgelegt. Vielen Dank für das Gespräch. 


PARTNER & MÄRKTE   

Karrieretag hält, was er verspricht GMH Gruppe · Messe bot 650 Nachwuchskräften die Chance, sich bei kompetenten Ansprechpartnern zu informieren.

Foto: Entrepreneurs Club

Christoph Schöne im Gespräch

V

iele Unternehmen suchen die Gelegenheit, mit Nachwuchskräften ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen. Diese Chance bot sich jetzt einer fünfköpfigen Delegation der GMH Gruppe: auf dem „Karrieretag Familienunternehmen“ in Bielefeld. Dort gehörte die GMH Gruppe zu 50 ausstellenden Familienunternehmen aus ganz Deutschland. Nachdem viele große DAX -Unternehmen mit Problemen und Skandalen zu kämpfen haben, nutzen derzeit viele deutsche Familienunternehmen die Gunst der Stunde, um für eine nachhaltige Karriere bei sich zu werben.

Schirmherr des Karrieretages war das Bundeswirt­schaftsministerium, Veranstalter der „Entrepreneurs Club“ und Ausrichter die Firma GOLDBECK – als europaweit tätiger Planungs-, Bau- und Dienstleistungsspezialist selbst ein Familienunternehmen. Die Karrieremesse konnte auch die GMH -Delegation überzeugen. Marc Sundermann, Personalentwickler der GMH Holding: „Es ist wichtig, sich dauerhaft als interessanter Arbeitgeber zu präsentieren und die Chance zu nutzen, mit dem auf dem Arbeitsmarkt umkämpften Nachwuchs im Ingenieursbereich in Kontakt zu treten.“

Christoph Schöne, Personalreferent der GMH ütte, betonte die Besonderheiten des Karrieretages: „Die offene und positive Atmosphäre hebt sich wohltuend von den üblichen Karrieremessen in großen Messehallen ab.“ „Ich war positiv überrascht“, resümierte Daniel Meyer (Mitarbeiter Simulation und Innovation der GMH ütte), „wie viele Besucher sich für die Metallindustrie und vor allem unsere Arbeit im Bereich ‚Simulation‘ interessiert haben.“ Er gab zahlreichen interessierten Nachwuchs-Ingenieuren am GMH-Stand Einblicke in seinen Arbeitsalltag und erläuterte, auf wel-

chem Weg er persönlich zur GMH Gruppe gekommen ist. Ein positives Fazit der Veranstaltung zog auch Henrik Schönstedt, Personalleiter der GMH Holding: „Wir haben bewusst auch Nachwuchskräfte aus den eigenen Reihen mitgenommen. Denn wir wissen aus der Erfahrung der letzten Karrieretage, dass die Begegnung auf Augenhöhe mit Mitarbeitern aus dem Unternehmen von den Besuchern besonders geschätzt wird.“ Deshalb war auch Raphael Nossek (Duales Studium) aus dem Personalwesen von Pleissner Guss mit nach Bielefeld zum Karrieretag gekommen.

Bei den insgesamt 650 Karrieretag-Besuchern handelte es sich übrigens um ausgesuchte Nachwuchskräfte. Insgesamt hatten sich 2.500 Kandidaten im Vorfeld um eine Teilnahme beworben. Die Auswahl traf man nach Rücksprache mit den teilnehmenden Unternehmen. An der sehr guten Organisation hat man gemerkt, dass der Veranstalter bereits über 18 Karrieretage durchgeführt hat. Die nächste Teilnahme der GMH Gruppe ist aufgrund der guten Erfahrungen bereits in Planung. Marc Sundermann 

Virtueller Blick in E-Ofen & Co.

SCHMIEDEWERKE GRÖDITZ

GMH Gruppe · IdeenExpo: Präsentation als innovativer Arbeitgeber

A

Werksfoto

Werbetrommel.

Bereits zum 12. Mal lud die Oberschule Nünchritz Unternehmen aus dem Landkreis Meißen zum „Tag der Ausbildung“ ein. So hatten auch die Schmiedewerke Gröditz Anfang Februar wieder die Gelegenheit, ihre Werbetrommel in Sachen Ausbildung zu rühren. Victoria Apitz (Aus- und Weiterbildung) informierte insgesamt 20 Schülerinnen und Schüler zu den Ausbildungsmöglichkeiten in Gröditz. Unterstützt wurde sie dabei von den vier Azubis (von links nach rechts) Nico Nitzsche (Verfahrensmechaniker FR Eisen- und Stahlmetallurgie), Nico Schwarzer (Verfahrensmechaniker FR Eisen- und Stahlmetallurgie), Manuel Bönitz (Verfahrensmechaniker FR Stahl-Umformung) und Sebastian Herr (Verfahrensmechaniker FR Stahl-Umformung). Victoria Apitz 

Was? Wann? Wo?

lle Welt spricht von Ideen als „Rohstoff der Zukunft“. Dies wird auch wieder Thema auf einem Die bislang fünfte IdeenExpo der größeren Zukunftsfindet vom 10. bis zum 18. Juni 2017 auf dem Messegelände in foren sein: auf der IdeenHannover statt. Mehr Infos finden Expo, Deutschlands größSie unter: www.ideenexpo.de tem Jugend-Event für Naturwissenschaften und Technik. Sie findet seit 2009 alle zwei Jahre auf dem MessegeNach 2007, 2009 und 2011 ist lände in Hannover statt – in die- die GMH Gruppe als innovativer sem Jahr zum 6. Mal, und zwar Arbeitgeber zum vierten Mal mit eivom 10. bis zum 18. Juni 2017. nem Messestand dabei. Ihr diesjähAuf der IdeenExpo präsentieren riges Motto lautet: „Stahl digital“. Unternehmen, Wirtschaftsverbän- Allerdings will die GMH Gruppe de, Hochschulen und wissenschaft- die Faszination der Stahlprodukliche Einrichtungen ihre Ideen, tion nicht nur virtuell vermitteln. wie man Zukunft gestalten könnte. Vielmehr setzt sie auf eine KomZudem wollen sie Jugendliche für bination aus neuen Medien zum technische und naturwissenschaft- Mitmachen und Exponaten zum liche Berufe begeistern. Denn seit Anfassen. Den Jugendlichen wird vielen Jahren geht das Wort „Fach- so spielerisch ein eindrucksvoller Einblick ermöglicht. Bestes Beikräftemangel“ durch die Medien.

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spiel hierfür sind der virtuelle Rundgang durch Stahlwerk und Ausbildungswerkstatt der GMHütte. 3-D-Brille aufgesetzt – und los geht’s: Die Jugendlichen „erleben“ die Stahlproduktion auf eine virtuelle, aber dennoch hyperrealistisch anmutende Art und Weise. Sie können nämlich etwas tun, was in Wirklichkeit niemals möglich wäre: ganz nah rangehen an E-Ofen, Walzwerk und Co. Beim virtuellen Schweißen können sie sogar versuchen, eine perfekte Schweißnaht zu ziehen – ganz realistisch dank virtueller Schweißerbrille, aber ohne echten Qualm und echte Hitze. Marc Sundermann 


PARTNER

& MÄRKTE  

One Face to the Customer GMH Gruppe · Ob Mailand, Cleveland oder Amsterdam: Die GMH Gruppe zeigt auf internationalen Messen Flagge. Jahr die Messe zum ersten Mal auch als Aussteller kennenlernen. Das Thema Internationalisierung der GMH Gruppe liegt uns dabei natürlich sehr am Herzen. Deshalb ist unser Ziel, auf der Messe die neue Unternehmensstruktur mit der Vielzahl von Produkten, Komponenten und Standorten unseren Bestands- und Neukunden zu präsentieren. Wir freuen uns auf zahlreiche Gespräche mit Kunden und Interessenten und heißen sie herzlich willkommen am Stand der GMH Gruppe.“

KORRESPONDENTENBERICHT Mailand – Cleveland – Amsterdam: Hinter diesem kosmopolitischen Dreiklang internationaler Metropolen verbergen sich die diesjährigen Messeziele des GMH Vertriebsteams. Denn dort öffnen sich für die Stahl- und Schmiedeindustrie die Tore zu verschiedensten internationalen Ansprechpartnern aus Technik, Vertrieb und angrenzenden Bereichen. Hier dürfen natürlich auch die Vertreter der GMHütte nicht fehlen. Im Folgenden skizzieren drei GMH-Mitarbeiter ihre Ziele und Erwartungen für den GMHütte-Messeauftritt:

ein Wiedersehen mit Geschäftspartnern aus früheren Projekten. Darüber hinaus freue ich mich auf die vielen interessanten Fachvorträge und einen Besuch in der begleitenden Ausstellung. Dadurch bekommt man ein Gespür für aktuelle Trends in der Branche. Unsere Neuentwicklungen werden wir potenziellen US-Kunden in einem Fachvortrag vorstellen.“

Stefano Gobbi

FORGE FAIR

MADE IN STEEL

Jörg Multhaupt (Vertriebsleiter International, GMHütte) über die Forge Fair im Convention-Center Cleveland, Ohio, USA (4.–6. April 2017). Er wird neben Henning Dickert Ansprechpartner sein und den Messebesuchern Rede und Antwort stehen. Hier seine Messe-Einschätzung: „Trotz der momentanen politischen Situation möchten wir die Potenziale in den Staaten für uns nutzen. Aus diesem Grund nimmt die GMHütte zum zweiten Mal an der Forge Fair teil. Die Messe ist für mich und meinen Kollegen Henning Dickert der Höhepunkt einer USA-Schmiede-Rundreise. Die Kontakte aus dem Messeauftritt 2015 haben wir zwischenzeitlich intensiviert. Ich verspreche mir auch für 2016 viele neue Kontakte aus der Schmiedeszene und

Stefano Gobbi (Geschäftsführer GMH International) über die Made in Steel in Mailand (17.– 19. Mai 2017). Dort kommt es zu einem Messedebüt: Das neue in Genua „stationierte“ Gruppenunternehmen „GMH International“ (siehe Seite 10) wird dort mit einem eigenen Stand vertreten sein – besetzt mit Stefano Gobbi und seinem vierköpfigen Vertriebsteam:

Jörg Multhaupt

„Die Messe in Mailand ist eine alle zwei Jahre wiederkehrende Plattform für italienische und ausländische Produzenten und Verarbeiter aus der Stahlindustrie. Nachdem wir in den letzten Jahren an der ‚Made in Steel‘ als Besucher teilgenommen haben, wird unser Team von GMH International in diesem

„Ich packe meinen Koffer …“

Henning Dickert

Fotos: vl

SCT Henning Dickert (Leiter Prozesssicherung Prozesstechnologie, GMHütte) über die SCT in Amsterdam (18.–22. Juni 2017). Alle drei Jahre findet die SCT (Steels in Cars and Trucks) an einem anderen Standort statt. In diesem Jahr wurde sie vom Stahlinstitut VDEh organisiert. Die GMHütte ist Gold-Sponsor dieser Veranstaltung. Henning Dickert wird dort einen Fachvortrag halten: „Ich freue mich sehr auf die diesjährige Steels in Cars and Trucks – nicht nur wegen der Möglichkeit, meinen Vortrag dem Auditorium vorzustellen. Dabei spreche ich übrigens über verschiedenste Konzepte für hochfeste lufthärtende Stähle für Schmiedekomponenten, die ihre Festigkeit direkt nach der Abkühlung aus der Schmiedehitze erhalten. Aber ich freue mich natürlich auch auf die Vorträge von Kunden, weiteren Schmieden und Wettbewerbern. Ich mag an der SCT nicht nur, dass man sich mit Kollegen und Kunden der Stahl herstellenden Industrie im Allgemeinen austauschen kann; ich mag auch, dass es um die speziellen technischen Themen in der Automobilindustrie geht.“ Melanie Moschner 

SCHMIEDEWERKE GRÖDITZ

Schmiedewerke Gröditz · Eine kostenlose Beratung gibt es inklusive: Karrieremesse ORTE in Freiberg eröffnet Studierenden vielfältige Chancen.

M

itte Januar fand an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg für Studierende wieder die Karrieremesse ORTE statt, diesmal unter dem Motto „Ich packe meinen Koffer …“. Dabei lag der Fokus auf Praktika, Abschlussarbeiten, Berufseinstiegen und was man bei der Auswahl des „sinnbildlichen Bewerbungsgepäckes“ berücksichtigen muss – wie zum Beispiel Urkunden, Teilnahmebescheinigungen und anderes mehr. Insgesamt stellten sich über 70 Aussteller vor. Die vielen angeregten Gespräche an den Ständen zeigten: Die Messe ist eine wichtige Plattform, bei der zukünftige Nachwuchskräfte und potenzielle Arbeitgeber sich kennenlernen und austauschen können. Auch die Schmiedewerke Gröditz waren erneut mit dabei. Sie informierten die ORTE -Besucher über zahlreiche Möglichkeiten für Praktika und Praxissemester in Gröditz sowie über mögliche Themen für Bachelor-, Master-, Diplom- und Studienarbeiten. Zu dem dreiköpfigen SWG -Messeteam gehörten Claudia Talke

(Produktingenieurin Prüfplanung), Alexander Kovalev (Verfahrensingenieur Simulation) und Victoria Apitz (Aus- und Weiterbildung). Sie taten alles dafür, die Schmiedewer-

ke als attraktiven Arbeitgeber vorzustellen – und angehende Ingenieure für einen Einstieg in Gröditz zu begeistern. Victoria Apitz 

Werksfoto

Winterwetter getrotzt.

Rückten die Schmiedewerke ins beste Licht (von links nach rechts): Victoria Apitz, Werksfoto Alexander Kovalev und Claudia Talke.

glück auf · 1/2017 ........... 19

Mitte Januar fand der „2. Großenhainer Ausbildungstag“ im Kulturschloss Großenhain statt. Dort warben rund 50 ausstellende Firmen und Institutionen um Berufsnachwuchs. Schirmherr war Thomas de Maizière. Trotz des Winterwetters war der Ausbildungstag sehr gut besucht. Dies galt auch für den Stand des fünfköpfigen Teams der Schmiedewerke Gröditz (SWG ). Mit dabei waren Ausbilder Andreas Donat sowie die Auszubildenden Jim Scheer (Verfahrensmechaniker FR Stahl-Umformung), Toni Dietrich (Verfahrensmechaniker FR Eisen- und Stahlmetallurgie), Nico Zöllner (Zerspanungsmechaniker EG Drehmaschinensysteme) und David Heyer (Verfahrensmechaniker FR Eisen- und Stahlmetallurgie). Sie rührten kräftig die Werbetrommel für eine Ausbildung bei den Schmiedewerken. Das Foto zeigt Toni Dietrich im Gespräch mit Interessenten (im Hintergrund David Heyer und Jim Scheer). Victoria Apitz 


QUALITÄT & QUALIFIKATION   

Man muss das Rad nicht jedes Mal neu erfinden

THEMA

KVP

Schmiedewerke Gröditz · KVP-Leitlinien aus Bous übernommen Management bis hin zur Geschäftsführung war man der Überzeugung: Das gemeinsame Bekenntnis zu den Leitlinien ist ein Signal und eine Einladung für jeden einzelnen Mitarbeiter.

INTERVIEW Am 11. Juli 2016 im Stahlwerk Bous eingeführt, am 27. Oktober beim K V P -Beauftragtentreffen der GMH Gruppe thematisiert, am 22. November bei der Betriebsversammlung der Schmiedewerke Gröditz präsentiert und danach mit breitem Konsens in Kraft gesetzt – so die Kurzform der Erfolgsgeschichte der KVP -Leitlinien in Gröditz. Ronny Käppler (KVP -Manager) beschreibt im glückauf-Interview die Langversion. glückauf: Das ging ja ganz schön schnell! Ronny Käppler: Na ja, das zeichnet KVP eben auch aus: schnell, pragmatisch und umsetzungsstark zu sein, gemeinsam zu agieren und von anderen zu lernen. In diesem Fall von den Kollegen in Bous. Käppler: Denen unser Dank gilt. Denn sie haben mit der Entwicklung der KVP -Leitlinien die Basis gelegt und die Vorarbeit geleistet. Jetzt mussten nur noch der Grup-

Ronny Käppler (KVP-Manager)

Werksfoto

pengedanke greifen und der BestPractice-Austausch im Rahmen des KVP -Treffens hinzukommen. … und Sie konnten die KVP -Leitlinien 1:1 für Gröditz übernehmen. Käppler: Man muss ja das Rad nicht jedes Mal neu erfinden. Es reicht manchmal aus, nur zu kommunizieren, dass es bereits ein Rad gibt. War es schwer, für die Leitlinien eine breite Zustimmung zu finden? Käppler: Vom Betriebsrat über das

Was bedeuten die Leitlinien für den Standort Gröditz? Käppler: Sie verpflichten jeden Mitarbeiter und jede Führungskraft, Ideen freien Raum zu lassen und sie intensiv zu besprechen. Ganz nach dem Motto von Frank Koch, das er Ende Januar bei unserer Betriebsversammlung formuliert hat: „Keine Idee ist es wert, nicht besprochen zu werden.“ Und wie lange hat es gedauert, um im November 2016 alle Verantwortlichen von der Idee zu überzeugen? Käppler: Nur zwei Wochen intensive Werbung bei Betriebsrat und Führungskräften. Dann hat der Betriebsrat zugestimmt und – ebenso wie das gesamte Management – das KVP -Dokument unterschrieben. Bei der Betriebsversammlung am 22. November war der aktuelle Stand der KVP -Arbeit Thema. Dabei haben wir dann die Leitlinien der Belegschaft vorgestellt.

Synergie-Effekte: Die KVP-Leitlinien vom Stahlwerk Bous sollen auch bei den Schmiedewerken Gröditz den Kontinuierlichen Verbesserungsprozess beflügeln.

Wie würden Sie denn Ihre KVP -Arbeit im vergangenen Jahr bilanzieren? Käppler: Wir haben dank diverser KVP-Projekte insgesamt 1,6 Millionen Euro gespart, beispielsweise durch den Einsatz von LED , durch Umrüstung von Werkzeugaufnahmen für Werkzeugmaschinen oder auch durch das Projekt Werkzeugschrank 4.0. Darüber haben wir ja auch in der glückauf 4/2016 berichtet. Daneben gab es zahlreiche Projekte, wo es nicht um Geld, sondern um Sicherheit ging, beispielsweise unser Blue Spot. … also das Signallicht für Flurförderzeuge zur Unfallverhütung. Käppler: Genau, auch darüber hat

glückauf in der vorletzten Ausgabe ausführlich berichtet. Was hat sich das KVP -Team in Gröditz für 2017 vorgenommen? Käppler: Wieder ehrgeizige Ziele, die sich an den Vorjahreszahlen orientieren. Denn KVP ist ein stetiger, fortwährender Prozess, der davon lebt, sich jeden Tag in kleinen Schritten neu zu hinterfragen. Und welche Rolle spielen dabei die KVP -Leitlinien? Käppler: Dass sich jeder zum Kontinuierlichen Verbesserungsprozess bekennt. Vielen Dank für das Gespräch. 

Ideen lohnen doppelt GMHütte · Das IdeenManagement erwartet auch für 2017 gute Vorschläge aus der Belegschaft.

Foto: © panthermedia/stockWERK

Selbst kleinste Verbesserungen zahlen sich aus HEMA Walter Hundhausen · Kollegen durchleben

T

KVP

kontinuierlichen Verbesserungsprozess an der Formanlage AF III.

D

as neu gebildete KVP -Team von Walter Hundhausen hat eine schwierige Aufgabe: Es soll an der Formanlage AF III betriebliche Unterbrechungen reduzieren. Darunter fallen alle Störungen, die nicht direkt auf mechanischen und elektrischen Störungen beruhen: zum Beispiel nicht optimal koordinierte Arbeitsabläufe, Kommunikationsprobleme oder taktüberschreitende Anlagenteile. Sie verzögern letztlich die Taktzeit der Anlage und mindern deren Produktionsleistung Im KVP -Team sind Kollegen der Produktion, der Instandhaltung und zwei Betriebsratsmitglieder. Seit September hat das Team etwa 30 Ansatzpunkte gefunden, die die Taktzeit verzögern – und viele Lösungsansätze, diese Schwachstellen auszumerzen oder zumindest ihren negativen Einfluss zu mindern. Wie beim Formel-1-Rennen geht es oft um kleinste Zeitoptimierungen. Da die Anlage ihre maximale

Kapazität noch nicht erreicht hat, was die Anzahl der möglichen geformten Kästen betrifft, zeitigen auch kleine Verbesserungen große Wirkung. Oft sind es einfache Änderungen des Ablaufs, die zu Verbesserungen führen (mithilfe von Checklisten

Hätten Sie’s gewusst? Betriebliche Unterbrechungen

Alle Störungen, die nicht direkt auf mechanischen und elektrischen Störungen beruhen: zum Beispiel nicht optimal koordinierte Arbeitsabläufe, Kommunikationsprobleme und taktverzögernde Teile der Gesamtanlage. Sie verzögern damit die Solltaktzeit und den Wirkungsgrad der Anlage und mindern deren Produktionsleistung.

und gezielter Informationslenkung). Oder der Einsatz moderner Steuerungstechniken, wie eine millimetergenaue Positionierung der Modellwechselwagen mittels Lasertechnik. Aber es gibt auch Lösungsansätze, die nicht in Frage kommen, weil das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht stimmt. Das KVP -Team tagt regelmäßig. Man trifft sich sowohl an der Anlage als auch im Besprechungsraum. „Es ist erstaunlich“, so Kai Kmieciak, Produktingenieur und KVP -Mitglied, „wie intensives Miteinander-Reden den Blick auf Probleme und Lösungen lenkt.“ KVP , so die Erfahrung des Teams, steht für kleine problemlösende Schritte, die schnell und ohne großen Aufwand umgesetzt werden können. Es bedeutet aber auch: Beharrlichkeit und Dranbleiben bei Rückschlägen. Diese Philosophie wird gerade bei Walter Hundhausen erlebt und umgesetzt. Steffen Freerksema 

glück auf · 1/2017 ........... 20

Nach der Verlosung des VW Golf (von links nach rechts): IdeeM-Koordinator Ralf Kübeck, der stolze Gewinner Josef Beermann, Betriebsratsvorsitzender Ludwig Foto: vl Sandkämper und Glücksfee Dana Titze.

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ingeweihte wissen: Gute Ideen bringen der GMHütte Vorteile – wenn sie Prozesse verbessern, Abläufe optimieren, Unfälle verhindern, Kosten reduzieren, den technischen Vorsprung sichern oder auch Energie sparen. Aber auch die Ideengeber profitieren – dank einer Prämie, die den finanziellen Vorteil berücksichtigt, der sich für das Unternehmen ergibt. Das IdeeM konnte auch 2016 punkten: 285 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (20 Prozent der Belegschaft) haben 639 Verbesserungsvorschläge eingereicht. Damit stieg der Monatsdurchschnitt von 49 Vorschlägen im Vorjahr auf 53 Vorschläge (plus 8 Prozent). Insgesamt wurden 672 Vorschläge bewertet (einige stammten noch von 2015) – davon

340 positiv (53,2 Prozent). Für die GMHütte ergab sich ein Einsparpotenzial von 592.720 Euro. Davon wurden 85.851 Euro als Prämie ausgezahlt (im Durchschnitt: 253 Euro). Alle prämierten Einreicher nahmen wie jedes Jahr an einer Verlosung teil, bei der es attraktive Preise zu gewinnen gab. Als Hauptgewinn wurde auf der letzten Betriebsversammlung ein VW Golf verlost. Bei so einer positiven Bilanz ist es nicht erstaunlich, dass die GMHütte weiterhin auf den Ideenreichtum ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzt. Also wer eine gute Idee hat: Ein softwaregestütztes IdeenManagement hilft ihm dabei, seinen Vorschlag auf den Weg zu bringen. Ralf Kübeck 


MENSCHEN & KONTAKTE   

Das „Geburtstagskind“ stand ganz im Vordergrund. Feiern 10 Jahre CaritasBox (von links nach rechts): Günter Sandfort (Stv. Caritas-Direktor), Wolfgang Schröder (GMHütte) und Andreas Schelle (Interseroh).

Die CaritasBox

Foto: Caritas/Franziska Kückmann

Einfach. Effektiv. Ertragreich. GMHütte · Zehn Jahre Sammeln mit der CaritasBox: Wohlfahrtsverband dankt dem Stahlwerk für sein ökologisches und soziales Engagement.

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ie Umwelt entlasten und gleichzeitig Geld für einen guten Zweck spenden: Das ist seit zehn Jahren das so einfache wie ertragreiche Konzept der CaritasBox. Sie steht in vielen Unternehmen und dient dort als Sammler für alte Druckerpatronen, -kartuschen und Mobiltelefone. Der Erlös aus dem Recycling, das die Firma Interseroh übernimmt, kommt der Beratungsarbeit der Caritas in Kindertagesstätten in der Umgebung zugute. „Mittel aus der CaritasBox“, so der stellvertretende Caritas-Direktor Günter Sandfort, „helfen

uns dabei, wichtige Beratungs- und Schulungsangebote für und in Kindertageseinrichtungen vor Ort zu unterstützen. Unter anderem konnten wir so den Ausbau von 72 Kindertagesstätten im ganzen Bistum Osnabrück zu ‚Häusern für Kinder und Familien‘ fördern.“ Diese Häuser findet man zum Beispiel in den Gemeinden St. Michael in Georgsmarienhütte und in St. Pankratius in Hilter-Borgloh. Sandfort: „In diesen Einrichtungen geht es neben der Kinderbetreuung darum, mit Angeboten wie Elterncafés und -kursen als Erziehungs-

partner an der Seite der Eltern zu stehen. Leider gibt es für derartige Initiativen keine öffentliche Unterstützung. So sind wir auf Spenden und die Mittel aus der CaritasBox angewiesen. Wir danken der GMHütte ganz herzlich für ihre langjährige Unterstützung.“ Zahlreiche Unternehmen haben die CaritasBox inzwischen im Einsatz. Im Osnabrücker Land war dabei die GMHütte beim Sammeln am erfolgreichsten. „Die CaritasBox ist für alle Beteiligten ein Gewinn“, betont dabei Wolfgang Schröder, Mitarbeiter im Service-Center der

Kollegen retten Leben Schmiedewerke Gröditz · Schwerer Unfall in der Schmiede. Kollege mit Afghanistan-Erfahrung kann glücklicherweise die schwere Blutung stoppen.

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s passiert beim Umbau der 60-MN-Presse: Ein Kollege wird von der Verschiebeplatte erfasst und dabei schwer verletzt. Beherzt greifen die Kollegen der Pressenbesatzung ein, bringen den Verletzten aus dem Gefahrenbereich, lösen den Notruf aus und beginnen mit der Ersten Hilfe. Der Kollege ist so schwer verletzt, dass er zu verbluten droht. Der Rettungswagen (RTW ) trifft relativ schnell ein. Aber dann klappt nichts mehr, wie es soll: Die RTW -Besatzung ist mit der Situation überfordert, und der Notarzt bleibt aus (er benötigt über eine

Noch betroffen (von links): Armin Dürhagen (Betriebsleiter Schmiede) und Sabine Goldbach (Betriebsrat) mit Ronny Gute (Schichtmeister Schmiede) und Andre Thiele (Azubi) Foto: Victoria Apitz – zwei von drei Kollegen, die dem Verletzten zu Hilfe kamen.

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Die CaritasBox gibt es seit 2006, sie ist eine bundesweite Aktion der Caritas und der Interseroh Product Cycle GmbH. Seitdem haben sich bundesweit 34.516 Unternehmen, Behörden und soziale Einrichtungen beteiligt – davon allein 932 im Bistum Osnabrück. Sie alle haben dazu beigetragen, dass bundesweit mehr als 800.000 Euro in soziale Projekte der Caritas fließen konnten. Allein im Bistum Osnabrück sind durch die CaritasBox in den vergangenen zehn Jahren rund 35.000 Euro für Caritas-Projekte zur Unterstützung von Kindertagesstätten geflossen. Die GMHütte ist dabei nicht nur die erfolgreichste Sammlerin im Osnabrücker Land, sondern gehört auch bundesweit zu den fleißigsten Sammlern. Gesammelt werden alle gängigen Original-Druckerpatronen aus Laser- und Tintenstrahldruckern sowie Laserkopierern und -faxgeräten. Eine Vorsortierung ist nicht erforderlich. Bei der Firma Interseroh Product Cycle GmbH in Melle wird der Inhalt sortiert, gereinigt und geprüft. Funktionstüchtige Teile werden an spezialisierte Wiederbefüller weitergeleitet, beschädigte Teile entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen entsorgt.

GMHütte. Er betreut und organisiert die CaritasBox: „Wir können unsere Druckerkartuschen und -patronen gut entsorgen. Die Umwelt profitiert ebenfalls dank fachgerechter Entsorgung. Und das Recycling und die Caritas erhalten eine finanzielle Unterstützung für soziale Projekte in der Region.“ „Die CaritasBox hat sich bundesweit zu einer Erfolgsgeschichte Stunde, bis er eintrifft). Da greifen erneut die Ersthelfer ein. Einer von ihnen hat als Soldat in Afghanistan gedient. Er kann die Blutung stoppen und verhindert dadurch, dass Schlimmeres passiert. Der verletzte Kollege kommt nach über einer Stunde in die Klinik, wo die Ärzte um sein Leben und um den Erhalt des verletzten Beines kämpfen. Zwischenzeitlich konnte er die Klinik verlassen und befindet sich in der Reha. Klar ist aber auch: Ohne das Eingreifen der Kollegen wäre Schlimmeres geschehen. Mit Fug und Recht kann man die drei Beschäftigten, die Erste Hilfe geleistet haben, als Lebensretter bezeichnen. Die Ersthelfer wurden jetzt für ihr schnelles und beherztes Eingreifen geehrt. Betriebsrat und Geschäftsführung wollen zudem die drei für die Auszeichnung mit dem Lebensrettungs-Ehrenzeichen des Freistaates Sachsen vorschlagen. Uwe Jahn 

entwickelt“, ergänzt Andreas Schelle, Geschäftsführer der Firma Interseroh. „In den vergangenen zehn Jahren konnten wir nicht nur viele Tonnen Druckerpatronen, -kartuschen und Mobiltelefone recyceln, sondern zugleich insgesamt mehr als 800.000 Euro für soziale Zwecke zur Verfügung stellen.“ Franziska Kückmann 

Exkursion Pleissner Guss ·

Die Abschlussklasse „Maschinentechnik“ der Techniker-Akademie Northeim war Ende Februar zu Gast bei Pleissner Guss, angeführt von Peter Hustedt, dem Leiter „Entwicklung und Konstruktion“ der Akademie. Die 25 Studierenden wollen im Juni 2018 ihre Ausbildung als „Staatlich geprüfte Techniker“ (Industriemechaniker bzw. Werkzeugmacher) abschließen. Betreut wurden sie von den Pleissner-Mitarbeitern Magnus Duda, Robert Loschke und Detlev Wüstefeld. Da die Studierenden sich gerade mit dem Thema Gießen beschäftigen, war der Aspekt „Das Gießgerechte konstruieren“ von besonders großem Interesse. li 


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ebib2go wird 3 Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte gab kräftig Anschubhilfe. Die Leser sind mit dem Angebot mehr als zufrieden – wie die Nutzerzahlen beweisen.

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nde 2013 war Pioniergeist gefragt, als „ebib2go“ – die Online-Ausleihe der Stadtbibliotheken Osnabrück und Georgsmarienhütte – an den Start ging. Schließlich wurde eine neue virtuelle Zweigstelle aufgebaut. Dass es überhaupt dazu kam und dass das Projekt ein großer Erfolg wurde, ist auch der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte zu verdanken. Denn sie hatte zwischen 2013 und 2016 den Erwerb von E-Medien großzügig unterstützt: mit insgesamt 16.242 Euro. Zu Beginn waren knapp 2.500 Titel im digitalen Bestand. Seitdem ist das Angebot an E-Books und E-Audios kontinuierlich gewachsen und um 140 Prozent gestiegen, sprich: auf rund 6.000 Titel. Der Schwerpunkt der Auswahl liegt auf aktuellen Romanen für Erwachsene – ergänzt durch populäre Sachbücher und Romane für Jugendliche ab

ausleihen und natürlich auch überall leicht und bequem mitnehmen. Die Vielfalt des Angebots kann ebenfalls überzeugen: Sie reicht vom leichten Unterhaltungsroman über das Sachbuch hin bis zum literarisch anspruchsvollen Titel. Doch die Befragung bot nicht nur Gelegenheit für Foto: © panthermedia/keport Lob, sondern auch für Kritik und Anregungen. Vermisst wurden von den Nutzern beispielsIm Moment beläuft sie sich auf 8.500 Leserinnen und Leser. weise die Bestseller bestimmter Unterm Strich – so viel lässt sich Autoren oder Verlage. nach drei Jahren sagen – hat sich Doch die werden von den Biblioebib2go als zusätzlicher Service theken oftmals gar nicht erst für die etabliert. Dies zeigt auch eine NutOnleihe zur Verfügung gestellt. Der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) zerumfrage zum Geburtstag. An ihr bemüht sich derzeit darum, sie in hatten sich 386 Personen beteiligt. Zukunft ebenfalls kostengünstig in Das Ergebnis ist eindeutig: 92 Prodas Onleihe-System zu integrieren. zent sind mit „ebib2go“ zufrieden Doch selbst diesen Einschränkungen oder sehr zufrieden. zum Trotz hat sich ebib2go etabliert. Besonders geschätzt wird der unbestreitbare Vorteil der E-Medien: Man kann sie jederzeit und überall Heike Siebert  16 Jahre. Und auch in diesem Jahr stieg die Ausleihe durch Nutzer der Stadtbibliotheken wieder zweistellig.

Fotos: elemente

Totentanz.

Das Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück hat im Rahmen des Kooperationsprojektes „Danse macabre – Totentanz“ eine Ausstellung eröffnet (noch bis zum 25. Juni). Gezeigt wird Kunst des frühen 20. Jahrhunderts, die sich mit dem Thema Tanz und Tod befasst. Initiator des Projektes – daran beteiligt sind insgesamt vier Kulturinstitutionen Osnabrücks – ist das Theater Osnabrück. Seine Dance Company wird zwei Totentänze der Choreografin Mary Wigham aus den 20er Jahren in rekonstruierter Fassung aufführen. Diözesanmuseum und Kunsthalle befassen sich in eigenen Ausstellungen ebenfalls mit dem Thema. Alle vier Projekte werden in einer gemeinsamen Publikation dokumentiert (Danse macabre: Totentanz; Verlag: Kerber Art; Herausgeber: Stadt Osnabrück). Die Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte hat die Ausstellung im Felix-Nussbaum-Haus mit 10.000 Euro unterstützt. pkm 

Werkstatt der Superlative

Sind mit der Entwicklung von ebib2go sehr zufrieden (von links nach rechts): Martina Dannert (Leiterin der Stadtbibliothek Osnabrück), Michael Meyer-Spinner (Stadtbibliothek Osnabrück), Beate-Maria Zimmermann (Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Foto: vl Stahlwerk Georgsmarienhütte) und Christoph Höwekamp (Leiter Stadtbibliothek Georgsmarienhütte).

Früh Mathe üben rechnet sich Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte fördert Fortbildung für Fachkräfte. Schüler sollen Übergang von der Kita in die Grundschule leichter schultern.

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ass Kinder den Übergang von der Kindertagesstätte in die Grundschule reibungslos schaffen, ist ein zentrales Bildungsziel im Landkreis Osnabrück. Ein Baustein dazu ist die mathematische Frühförderung. Doch bei diesem Projekt sind nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen gefordert – genauer gesagt: das pädagogische Fachpersonal, das den Übergang erleichtern soll. Jetzt hat der erste Teil einer Fortbildungsmaßnahme im Bereich „Mathematische Frühförderung“ in Georgsmarienhütte stattgefunden. Daran teilgenommen haben Fachkräfte aus dem Elementar- und dem Primarstufen-Bereich.

Grundsteinlegung und Richtfest in einem konnte Ende Oktober die Evangelische Lutherkirchengemeinde an der Kirchstraße 1 in Alt-Georgsmarienhütte feiern. Dabei ging es um ihr neues Gemeinde- und Familienzentrum. Bereits im Sommer soll das neue Zentrum (nebst neuer Kindertagesstätte „Haus der kleinen Füße“) bezugsfertig sein. Eine Besonderheit im neuen Gebäude ist die sogenannte interkulturelle Sprachwerkstatt. Der etwa 50 m2 große Raum hat modernste technische Infrastruktur aufzubieten, die einen effektiven Sprachunterricht ermöglicht. In der Werkstatt sollen vor allem Kinder und Erwachsene mit Migrationshintergrund ihre Sprachkenntnisse in Deutsch verbessern. Für Raum bzw. Ausstattung mussten 170.000 Euro investiert werden, wobei die Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte 40.000 Euro beigesteuert hat. mw 

Themenschwerpunkte der Fortbildungsmaßnahme waren: die Entwicklung logisch-mathematischen Denkens, die Entwicklung zahlbezogener Kompetenzen sowie die Entwicklung formbezogener Kompetenzen. Vermittelt wurde den Teilnehmern dabei, wie man zum Beispiel bei den Kindern auf spielerische Art und Weise das mathematische Verständnis wecken und das logische Denken fördern kann. Darüber hinaus ging es aber auch darum, bei den teilnehmenden Erzieherinnen und Erziehern aus den Kitas sowie den Grundschul-Lehrkräften etwas zu verändern. Denn sie sollten bei der Veranstaltung ein gemeinsames Bildungsverständnis entwickeln. Unterstützer und TeilnehmerInnen (von links nach rechts): Petra Barth (Regionales MINT-Zentrum), Jürgen Stapelfeld (Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte), Manuela Schulenberg-Roth, Marlene Korting, Christel Bensmann, Kerstin von Rappard-Klare, Marita Beckmann, Sabine Foto: vl Leonhard und Wolfgang Göbel.

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„Ziel unserer Bemühungen ist“, so Petra Barth vom Regionalen MINT -Zentrum für den Landkreis Osnabrück, „eine enge Abstimmung der Akteure beider Bereiche, damit Kinder so gut wie möglich auf die Anforderungen in der Schule vorbereitet werden.“ Das Projekt hat bereits die zweite Runde durchlaufen. Dabei ging es darum, dass Tandems aus Fachkräften von Kita und Grundschule gemeinsam ein Konzept entwickeln, wie die mathematische Frühförderung in den Alltag integriert werden kann. Ihre Ergebnisse, die sie bereits bei einem Treffen im März diskutiert haben, werden sie noch der Öffentlichkeit präsentieren. Die Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte hat die Fortbildungsmaßnahme mit 6.000 Euro unterstützt. Mit dem Geld wurden beispielsweise Materialien für die Fachkräfte finanziert. Das Regionale MINT -Zentrum begleitet das Projekt. Dr. Beate-Maria Zimmermann 


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160 Menschenbilder

STAHLWERK BOUS

GMHütte · Jubiläumsjahr endet mit ganz privaten Einblicken.

Foto: elemente

M

it einem lesenswerten Buch hat die GMHütte ihr 160-Jahre-Jubiläum beendet. Unter dem Titel „Erfolg hat viele Gesichter – 160 Jahre Stahl aus Georgsmarienhütte“ geben 160 „Köpfe“ stellvertretend für die gesamte Belegschaft Einblicke in ihr Privatleben: in ihre Hobbys, Talente und Ehrenämter. Als kleines Jahresgeschenk wurde das Buch nach Weihnachten an alle 1.295 Kolleginnen und Kollegen des Stahlwerks verschickt. „Seit 160 Jahren wird hier am Standort Stahl produziert. Diesen

Erfolg haben Menschen gemacht. Sie lieben ‚ihre‘ Hütte, leben aber nicht nur für die Arbeit“, erläuterte GMHütte-Arbeitsdirektor Felix Osterheider die Idee zu dem Buchprojekt. Man wolle zeigen, wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre freie Zeit nutzen und gestalten – wobei es nicht um „höher, weiter, schneller“ gegangen wäre. Und so gibt das Buch Einblicke in das Engagement für die Integration der Kulturen, in die anstrengende, aber auch erfüllende Arbeit der freiwilligen Feuerwehr, in die Kunst des Fliegenfischens, in die vielfältige Ausbildung von Schutzhunden, in kurzweilige Erlebnisse beim Handballtraining, in kreative Ideen beim Hand- und Heimwerken, in originelle Rezepte beim Grillen, in

Frauentag.

GMHÜTTE

Foto: vl

PERSONALIA// 1. Quartal 2017 BETRIEBSJUBILÄEN Geschäftsführungen und Betriebsräte gratulieren den Jubilaren und sagen Dank für die langjährige Betriebstreue. glück auf wünscht alles Gute für die Zukunft, beste Gesundheit und viel Erfolg.

STAHL Mannstaedt GmbH

35 Jahre: Yusuf Alpay (Walzwerk), Alfons Kroell (Walzwerk), Trung-Thu Le (Weiterverarbeitung), Huu-Tan Nguyen (Weiterverarbeitung) und

Minh-Tuan Nguyen (Weiterverarbeitung)

Stahlwerk Bous GmbH

25 Jahre: Thomas Schwinn (Stahlwerk) und Udo Sütterlin (Stahlwerk) 35 Jahre: Dieter Lehmann (Stahlwerk)

Wegmarken eines Berufslebens HGZ · Jubilare geehrt, Rentner verabschiedet

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an hatte zum traditionellen Gänsebraten ins Landhotel Kunzental in Zorge eingeladen. Dort verabschiedeten Harz Guss Zorge und die HGZ Gießerei drei Ex-Mitarbeiter, die im letzten Jahr in Ruhestand gegangen waren, und ehrten acht Kollegen für ihr 25- bzw. 40-jähriges Dienstjubiläum. Gießereileiter Michael Schröter und Betriebsratsvorsitzender

die Fahrtechnik von Treckern oder auch Erntemaschinen. Das 168 Seiten starke Buch hat schon jetzt Unternehmensgeschichte geschrieben. Realisiert haben es vor allem Andrea Bruns (Personalwesen) und Marcus Wolf (Öffentlichkeitsarbeit). Sie führten 160 Interviews, formulierten daraus 160 Beiträge, stimmten sie mit allen Interviewten ab und managten das Buchprojekt. Der Georgsmarienhütter Fotograf Michael Münch steuerte 160 Porträtfotos bei. Das Vorwort schrieb Ansgar Pohlmann, Bürgermeister von Georgsmarienhütte: „Erfolg hat viele Gesichter – das beweist dieses Buch auf kreative und spannende Weise.“ Die 160 Köpfe, die sich präsentieren, wurden übrigens allesamt von Menschen vorgeschlagen, die ihnen besonders nahestehen – von ihren Kolleginnen und Kollegen. mw 

Andre Schulz begrüßten die Gäste. Schröter bedankte sich bei allen für ihr Engagement und ihre langjährige Treue zum Betrieb. Er ließ in seiner Rede keinen Zweifel daran, dass der Erfolg der Unternehmen zum großen Teil den engagierten, treuen und qualifizierten Mitarbeitern zu verdanken sei: „Die Geschäftsleitung setzt auch für die Zukunft auf eine zu-

Foto: Dr. Arne Treppschuh

Erstaunlich.

Noor Ayoub hat in der Personalabteilung und im Stahlwerksbüro des Stahlwerkes Bous ein Praktikum absolviert, um ihre Berufsperspektiven auszuloten. Sie war mit ihrer Familie aus Damaskus geflüchtet, nachdem ihr Stadtteil zerstört worden war – kurz vor dem Abschluss eines Jura-Studiums, das sie bis dahin mit Bestnoten absolviert hatte. Ganz erstaunlich war, wie gut Noor nach nur einem halben Jahr Aufenthalt in Deutschland deutsch sprechen konnte. Jetzt will sie möglichst Werkstoffkunde studieren. Von links nach rechts: Personalleiter Uwe Heuser, Toni Josef Laubach (Personalabteilung) und Noor Ayoub. Dr. Arne Treppschuh 

Wir Frauen auf der Hütte: Zum internationalen Frauentag am 8. März 2017 hatten die Betriebsrätinnen Monika Friebe und Reinhilde Gottwald-Kron in diesem Jahr alle Mitarbeiterinnen zu einem „Themenfrühstück“ in die Mehrzweckhalle eingeladen. Unterstützt und begrüßt von der Geschäftsführung folgten rund 50 Frauen dieser Einladung und genossen neben einem leckeren Frühstück ein wenig Miteinander und den interessanten Vortrag zum Thema „Frau und Rente: Wie bin ich abgesichert?“, den Henrike Dobe von der Deutschen Rentenversicherung (DRV) in Osnabrück hielt. Von der IG Metall Osnabrück war die Kollegin Brigitte Langguth anwesend. Betriebsrätin Reinhilde Gottwald-Kron wies in ihrer Begrüßungsrede darauf hin, dass die Beschäftigung und Bezahlung im Werk Georgsmarienhütte für Frauen und Männer gleich und somit vorbildlich sei. Ferner regte sie an,

Georgsmarienhütte GmbH 25 Jahre: Ulf Burmeister (Anlagentechnik) 35 Jahre: Mathias Niermann (Anlagentechnik)

SCHMIEDE Wildauer Schmiede- und Kurbelwellentechnik GmbH

10 Jahre: Rene Behrendt (Schmiede), Bodo Bienge (Fertigung), Walter Gottlieb (Qualitätswesen), Andre Hollatz (Schmiede), Stefan Kolassa (Qualitätswesen), Rüdiger Kretschmer (Qualitätswesen), Dieter

verlässige und beständige Zusammenarbeit.“ Hans-Jürgen Rewers (Instandhaltung) sowie Uwe Helbing, Raffaele Marciano und Christian Rewers (alle Putzerei) konnten ihr 40-jähriges Dienstjubiläum feiern, Lothar Westphal (Abteilungsleiter Prozessentwicklung), Hubert John (Qualitätssicherung), Michael Badowsky (Instandhaltung) und Ulrich Tittlus (Putzerei) ihr 25-jähriges. Im Anschluss an die Ehrungen wurden Wolfgang Burgtorf (Qualitätslabor), Horst Enger (Kernmacherei) und Dirk Beushausen (Kernmacherei), die bereits im letzten Jahr ausgeschieden waren, offiziell in die Rente verabschiedet. Julia Levin 

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sich sozial zu engagieren, um der immer noch stattfindenden Gewalt gegen Frauen und Mädchen entgegenzuwirken. „Hier kann jede Frau in ihrer Umgebung aufmerksam sein und den Frauen eine Stimme geben, die keine Fürsprache haben.“ Felix Osterheider (Arbeitsdirektor der GMHütte) erwähnte in seiner kurzen Ansprache besonders die Fortbildungs- und Wiedereingliederungsmöglichkeiten für Frauen, wobei für ihn ein noch selbstbewussteres Auftreten wünschenswert ist, sodass Frauen ebenfalls Führungspositionen erreichen. Darüber hinaus hob er den vielfältigen Einsatz von Frauen hervor, die Beruf, Familie, Erziehung und Pflege täglich absolvieren. Felix Osterheider: „Ein starkes Unternehmen wie unseres hat starke Frauen!“ – in diesem Sinne bedankte sich der Arbeitsdirektor und wünschte den Teilnehmerinnen noch einen schönen Tag.

Langner (Schmiede), Marco Plöhn (Fertigung), Hans-Jürgen Scholz (Fertigung) und Stephan Walzer (Fertigung)

Schmiedewerke Gröditz GmbH

Reinhilde Gottwald-Kron

Schmiedag GmbH, Hagen

35 Jahre: Almut Mittelbach (EDV/ Fertigungssteuerung)

GUSS

10 Jahre: Sven Oppitz (Controlling) und Viola Zipperling (Stahlwerk) 20 Jahre: Knut Grafe (Ringwalzwerk) und Heiko Meyer (Ringwalzwerk)

Harz Guss Zorge

Energietechnik Essen GmbH

Walter Hundhausen

25 Jahre: Meike Schulte (Qualitätswesen) 35 Jahre: Uwe Kopp (Qualitätswesen)

40 Jahre: Gerhard Nicolai (Putzerei)     25 Jahre: Anton Koslowski (Kernmacherei) und Heinrich Piecha (Formerei)

220 Jahre Arbeit. Die Ehrung für die Jubilare von Pleissner Guss fand in diesem Jahr wieder im Herzberger Welfenschloss statt. Dort traf man sich bei einer Feierstunde in den historischen Räumen des Restaurants. Geschäftsführer Heiko Hesemann ehrte sieben Mitarbeiter für 220 Jahre geleistete Arbeit. Dabei ließ er die Veränderungen der vergangenen Jahre Revue passieren und skizzierte mögliche Entwicklungen für die Zukunft der Gießerei. Die Teilnehmer hatten vorab nicht nur die Außenanlagen, sondern auch Innenräume des Schlosses besichtigt – die normalerweise nicht öffentlich zugänglich sind, weil dort Justizbehörden untergebracht sind. Besonders sehenswert ist der Glockenturm im Innenhof, der mit zahlreichen Schnitzereien verziert ist. Der Stammhausflügel beherbergt ein Museum, einen Rittersaal und ein Restaurant mit angrenzender Burgterrasse. Das Wahrzeichen Herzbergs wurde um 1510 bei einem Brand völlig zerstört und danach als Herzberger Welfenschloss wiedererbaut. Das Schloss ist Geburtshaus von Sophie Amalie, der späteren Königin von Dänemark, und Ernst August, Kurfürst von Hannover, dessen Sohn 1714 als Georg I. zum König von England gekrönt wurde. li 


DIES & DAS    glück auf unterwegs Kombinieren Sie mal ! Wo liest Marco Bovenschulte (Adolf Ellermann) seine glückauf? Gesucht wird der Name einer Stadt. Und hier die Hinweise: Die Skulptur, vor der Marco sich platziert hat, steht in und für diese Stadt. Denn die gesuchte Stadt ist in Europa mit Abstand der wichtigste Handelsort für Erdöl. Es wird dort am Hafen gelagert und zum großen Teil weiterverarbeitet (die „Fässer“, in denen dieses Erdöl lagert, sind allerdings riesig). Senden Sie die richtige Antwort an m.krych@ rro-gmbh.de oder (mit einer Postkarte) an Matthias Krych, RRO GmbH, Rheinstraße 90, 49090 Osnabrück. Einsendeschluss ist der 15. Mai 2017. Gehen mehrere richtige Ant­ worten ein, entscheidet das Los. Und wo bleibt Ihr Foto? Möchten Sie auch ein Bilderrätsel einreichen? Machen Sie einfach ein Foto mit der glückauf im Vordergrund. Im Hintergrund müssen genügend charakteristische Details zu erkennen sein, um erraten zu können, wo bzw. in welcher Stadt das Foto geschossen wurde. Mailen Sie Ihr Foto einfach an m.krych@ rro-gmbh.de.

IHR GEWINN!? Zu gewinnen ist dieses Mal eine lichtgraue Strickfleece-Jacke mit GMH-Logo (gestrickte Oberfläche, Stehkragen, zwei Seitentaschen) zusammen mit einem weißen Poloshirt mit rotem GMH-Logo.

Haben Sie’s gewusst? Armin Schröder (RRO -Händler) liest seine glückauf in der italienischen Stadt Pompeji (im Hintergrund der Vesuv). Unter den richtigen Einsendungen (vielen Dank für Ihre Teilnahme!) wurde Foto: privat als Gewinner Hubert Suppan (Walzwerk, Stahl Judenburg) ausgelost. Wir gratulieren! (Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.)

Foto: Christina Horstmann

5-FEHLER-SUCHBILD

ZULETZT NOTIERT …

Es ist gar nicht so leicht: Erkennen Sie die fünf Unterschiede zwischen Original und Fälschung. Was fehlt in der Fälschung? Das Original-Foto ist diesmal bei der Georgsmarienhütte GmbH entstanden. Fotografiert und die Fehler eingebaut hat Felix Treppschuh von der Rohstoff Recycling Osnabrück. Und falls Sie nicht alle fünf Fälschungen erkennen sollten: Die Lösung finden Sie auf www.glueckauf-online.de.

ORIGINAL

Weiterbildung.

Die Angebote der GMH Akademie stehen auch für das Jahr 2017 wieder im Portal der GMH Gruppe zur Verfügung: Portal/Weiterbildung/Seminarheft. Hier finden Sie alle Angebote zu den Themen „Persönliche Kompetenz“, „Kommunikative Kompetenz“, „Methodenkompetenz“, Betriebswirtschaftliche Fachkompetenz“, „IT-Kompetenz/E-Learning“, „Technische Fachkompetenz“ und „Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz“. Alle Seminare können auch vor Ort in Ihrem Unternehmen durchgeführt werden. Sollte ein benötigtes Schulungsthema nicht dabei sein, sprechen Sie gerne das Team der GMH Akademie an. Sie erreichen uns über info@gmh-akademie.de.

Susanne Schubert 

glück auf · Rät­sel italienischer Name Merans

Standbild, Bildsäule

heftiger Kopfschmerz

konkurrieren

griechische Insel

besondere Geistesgröße

Vorname des Sängers Kollo

Anzahl der Lebensjahre

Abgott franz. Komponist † 1755

nicht fest

griech. Vorsilbe: Erd ...

negatives elektrisches Teilchen

Rohheit

Freizeitbeschäftigung Körperstellung

Hülsenfrucht Zahlungsanweisung sächlicher Artikel

russisch: halt!

Trinkspruch in Skandinavien

Märchenwesen germanischer Wurfspieß

Bienenzüchter

glück auf · 1/2017 ........... 24

Kfz.-Z.: Olpe

aufmerken

internat. Bankcode (Abk.)

direkte Nachbarschaft Messgeräte präzise justieren

rein, nach Abzug

deutsche Vorsilbe

unlängst erstelltes Gebäude

FÄLSCHUNG

Kampfsportart

kurz für: in dem

Initialen der Graf

tropische Klettereidechse engl. Männerkurzname Fußballmannschaft

glueckauf-1-2017  

glückauf 1-2017 – die Zeitung für Mitarbeiter, Kunden und Freunde der GMH Gruppe.

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