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 AUS

DER GESCHÄFTSFÜHRUNG  

 LEITARTIKEL  

Aktiv gestalten – statt nur reagieren Frank Koch: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen.“ Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, als der neue Vorsitzende der Geschäftsführung der GMH Gruppe wende ich mich heute erstmals auf diesem Weg an Sie. „Neu“ bezieht sich allerdings nur auf die Funktion. Seit über neun Jahren bin ich bei der GMH Gruppe beruflich zu Hause. Die Schwerpunkte meiner Arbeit lagen in der Vergangenheit im Stahlwerk Georgsmarienhütte und in der Stahlverarbeitung. Für uns alle stand das Jahr 2016 im Zeichen der organisatorischen Neuausrichtung unserer Unternehmensgruppe. Die Märkte, in die wir unsere Produkte liefern, haben sich weit über Europas Grenzen hinaus entwickelt. Wir stehen, wie unsere Wettbewerber, unter starkem internationalen Wettbewerbsdruck, die Kundenanforderungen werden komplexer – und damit einher gehen stetig steigende technische Anforderungen an unsere Anlagen und Produkte. Um auf diese Entwicklung nicht nur zu reagieren, sondern sie auch vorausschauend mit unserer gruppenweiten Leistungsfähigkeit abzugleichen, haben wir als Ergebnis der Analyse unsere internen Strukturen an das veränderte Anforderungsprofil angepasst. Wir haben die Unternehmen der GMH Gruppe organisatorisch enger miteinander verzahnt – oder dort standortübergreifend aufeinander verschmolzen, wo es von den Prozess- und Verwaltungsabläufen, vom Wertstrom und vom Wissensaustausch sinnvoll war. Als Beispiele seien hier die Zusammenlegung zweier Schmiedeunternehmen zur Wildauer Schmiede- und Kurbelwellentechnik GmbH oder auch die Verschmelzung von drei Recyclingunternehmen zur GMH Recycling GmbH genannt. Das Ergebnis: Dadurch haben wir Synergien gehoben, Kosten reduziert und damit unsere Wettbewerbsfähigkeit verbessert. Von der einstmals dezentralen Organisation, in der jedes Unternehmen eigenständig am Markt agierte, mussten wir uns verabschieden. Die heutige Zeit erfordert, unsere Kräfte zielgerichtet in der GMH Gruppe zu bündeln, ohne dass der einzelne Standort seine Identität verliert. So treten wir mit gemeinsamer Stärke, mit einem Gesicht und unter einem Namen leistungsfähiger am Markt und bei unseren Kunden auf. Zusätzlich profitieren wir alle von einem aktiven Wissens- und Erfahrungsaustausch, der in die gesamte GMH Gruppe getragen wird. Neue Formen der Zusammenarbeit werden erdacht, ausprobiert und gelebt, verbunden mit frischem Denken über Grenzen hinweg. Das setzt Ideen und Visionen frei, die weit über die Werkstore hinausreichen. Der erstmalig im vergangenen Herbst ausgerichtete Innovationstag hat schon nach kurzer Zeit gewirkt und zu neuen Sichtweisen, denkbaren Geschäfts-

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Frank Koch

ideen und prozessorientierten Anregungen geführt. Nicht alles lässt sich umsetzen, deshalb ist eine Vielzahl der Anregungen jetzt noch in der Be- und Auswertung. Der in der GMH Gruppe neu aufgebaute Bereich „Simulation und Innovation“ vernetzt und verarbeitet Informationen und Daten, baut und rechnet Modelle, die auf lange Sicht zu verbesserten Prozessen führen. Jeder Standort der GMH Gruppe kann diesen Bereich nutzen, indem er Visionen platziert, Ideen einbringt, sich Anregungen holt oder Lösungen auf Tragfähigkeit und Effizienz überprüfen lässt. Hier entwickeln kluge Köpfe gemeinsam Innovationen – die wir zu neuen Geschäftsmodellen oder Geschäftsfeldern ausbauen. All diese Entwicklungen sind in der Umsetzung und werden im Laufe des Jahres spürbar greifen wie auch im Erscheinungsbild der Gruppe sichtbar. Unsere Herausforderungen von heute sind die Anforderungen von morgen. Darauf bereiten wir uns vor. Deshalb setzen wir uns in verschiedenen Unternehmensbereichen intensiv mit den in unseren Märkten zukunftsbestimmenden Themen auseinander wie Optimierung des Antriebsstrangs, den Elektro-Antrieben und der sich generell verändernden Mobilität von morgen, der digitalen Vernetzung, dem Klimawandel und Wissenstransfer oder auch mit Modellen der Prozesssimulation. Wir vernetzen diese Themen mit den Fähigkeiten in der GMH Gruppe und entwickeln neue Produkte und Dienstleistungen, die sich an den zukünftigen Bedürfnissen unserer Märkte und Kunden ausrichten. Für die nächsten Jahre haben wir uns viel vorgenommen. Wir wollen als Automobil- und Maschinenbauzulieferer auf solider finanzieller Grundlage wachsen, wir wollen investieren und unsere Beschäftigung weiter ausbauen. Das alles auf der

Grundlage technischer und strategischer Exzellenz. Was wir gemeinsam anpacken, machen wir mit dem Ziel, dabei der Beste zu sein. Die Fokussierung auf unser Kerngeschäft Stahl und die strategische Zielsetzung orientieren sich eng an den bestehenden und weiter auszubauenden Wertschöpfungsketten. Wir denken und agieren vom Vormaterial Schrott bis hin zur einbaufertigen Komponente und müssen das besser als der Wettbewerb tun. Wir wollen der erste Ansprechpartner für technische Lösungen aus Stahl in unseren Märkten sein. Oder mit anderen Worten: Wir wollen den Markt gestalten – und nicht auf ihn reagieren. Unsere technische Kompetenz haben wir deshalb direkt in der Leitung der fünf Geschäftsbereiche verankert – nämlich dort, wo sich das operative Geschäft nach vorne entwickelt und verantwortet wird. Das hat unmittelbar zu einer Verschlankung in der Gruppen-Geschäftsführung geführt und die Kraft dort hingelenkt, wo sie am besten eingesetzt, genutzt und in Erfolg umgesetzt wird. Hinter uns liegt eine Phase der Konsolidierung und Verschlankung. Wir haben uns von den Geschäftsfeldern getrennt, die unter unseren Bedingungen nicht mehr erfolgreich am Markt zu entwickeln waren bzw. die sinnvollerweise in anderen Händen in eine gesichertere Zukunft geführt werden. An dieser Stelle sei stellvertretend der Verkauf der Bahntechnik an einen chinesischen Bahninvestor genannt. Über bestehende Lieferverträge bleibt die GMH Gruppe mit der Bahntechnik auch zukünftig verbunden. In den nächsten Monaten werde ich nach und nach alle Standorte der fünf Geschäftsbereiche besuchen. Zum einen, um sie noch besser kennenzulernen und um mich bei Ihnen persönlich bekannt zu machen, zum anderen – und das ist der noch wesentlichere Punkt – um mit Ihnen ins Gespräch zu kommen. Es gibt aus Ihren Reihen immer wieder gute Ideen und Anregungen, aber auch kritische Hinweise. Die möchte ich kennen und mit Ihnen diskutieren. Darüber hinaus werde ich Sie alle regelmäßig über unsere Geschäftsentwicklung informieren. Ganz bewusst suche ich den Kontakt und Austausch mit Ihnen. Wir können unsere gemeinsamen und ehrgeizigen Ziele nur erreichen, wenn Sie sie kennen und verstehen. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen. Glück auf!

Gruppenübersicht

Die neue Gruppenübersicht der GMH Gruppe

GEORGSMARIENHÜTTE HOLDING GMBH STAHLERZEUGUNG

STAHLVERARBEITUNG

LENKUNGSTECHNIK

SCHMIEDETECHNIK

GUSS

Georgsmarienhütte GmbH

Stahl Judenburg GmbH

MVO GmbH Metallverarbeitung Ostalb

Schmiedewerke Gröditz GmbH

Walter Hundhausen GmbH

Georgsmarienhütte

Judenburg / Österreich

Stahlwerk Bous GmbH

GMH Blankstahl GmbH

Bous

Georgsmarienhütte

Mannstaedt GmbH

GeisslerWista GmbH

Troisdorf

Witten

Schwäbisch Gmünd · Indianapolis / USA

BST Bishop Steering Technology Pty Ltd Sydney / Australien

GMH Recycling GmbH Osnabrück · Dortmund

Gröditz

Schwerte

Energietechnik Essen GmbH

Dieckerhoff Guss GmbH

Schmiedag GmbH

Harz Guss Zorge GmbH

Hagen · Homburg

Zorge / Südharz

Wildauer Schmiede- und Kurbelwellentechnik GmbH

Friedrich Wilhelms-Hütte Eisenguss GmbH

Wildau

Mülheim an der Ruhr

Essen

Nach einer Phase der Konsolidierung und organisatorischen Verschmelzung: Die GMH Gruppe ist kleiner geworden und im Kerngeschäft klar fokussiert auf Stahl. Die technische Kompetenz ist jeweils in der Leitung der fünf Geschäftsbereiche verankert.

Gevelsberg

Friedrich Wilhelms-Hütte Stahlguss GmbH Mülheim an der Ruhr

Pleissner Guss GmbH Herzberg

GMH Akademie GmbH Georgsmarienhütte

GMH Real Estate GmbH

GMH Systems GmbH

Georgsmarienhütte

Georgsmarienhütte

glück auf · 1/2017 ............. 3

03/2017

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glückauf 1-2017 – die Zeitung für Mitarbeiter, Kunden und Freunde der GMH Gruppe.

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