Page 1

AzubiPages

Die  - Beilage für Auszubildende der GMH Gruppe

3/2017

Nach der Floß-Rallye wurde auf der Ruhr-Party bei Livemusik gefeiert (von links nach rechts): Götz Lemler, Yarek Gröger, Julian Lemler, Beke Gröger, David Liße, Jannik Lemler und Achak el Mehdi (vorne mit Rückenansicht Toni Teuber und Marvin Holz). Foto: privat

Innovativer Antrieb erregte Aufsehen FWH Eisenguss · Azubis landeten bei „Voll die Ruhr 2017“ im Vorderfeld.

B

ei der diesjährigen Flussfloßfahrt „Voll die Ruhr“ – Schauplatz waren die Schleuseninsel und die Wiesen des Ruhrtals – herrschten beste Wetterbedingungen. Mittendrin waren auch die Auszubildenden der Friedrich Wilhelms-Hütte Eisenguss (FWHE ). Gemeinsam mit 16 anderen Teams trieben sie mit ihrem Floß 4 km lang ruhrabwärts. Das in ihrer Freizeit gebaute Floß war natürlich nach den offiziellen Vorgaben konstruiert. Zudem hatten sie versucht, in den Aufbauten das diesjährige Motto der Floß-Rallye möglichst fantasiereich umzusetzen: „Bunter Ruhrpott“. Das 750 kg schwere Floß war mit einem raffinierten Pedalantrieb bestückt, der im Übrigen auch ausgezeich-

net zu funktionieren schien. Denn das FWH -Team legte als erstes Floß vor dem Schleusenwehr am Wasserbahnhof an. Dort bestaunten zahlreiche Jugendliche den auffälligen und zugleich innovativen Antrieb des Floßes und ließen sich von den Azubis Konstruktion und Wirkungsweise erklären. Doch Geschwindigkeit war bei der Floß-Rallye nicht alles. Die Jury achtete wie jedes Jahr mehr auf das Äußere – und bewertete vor allem die Umsetzung des Mottos. Aber das konnte die Stimmung des FWH -Teams nicht trüben. Schließlich belegte man in der Gesamtwertung den 5. Platz. Rainer Hammelsbrock 

Alles klar? Die alten Hasen unter euch wissen natürlich schon Bescheid: Um den Monat August herum beginnen die neuen Azubis in Deutschland mit ihrer Ausbildung. Und wie jedes Jahr starten auch wieder in den Unternehmen der GMH Gruppe jede Menge Jugendliche ihre Berufskarriere. Wie eure zukünftigen Kolleginnnen und Kollegen aussehen, könnt ihr auf den folgenden Seiten begutachten. Ansonsten euch alles Gute – und haut rein! Euer Leo


AZUBI-PAGES  

-lich willkommen

Auch die AzubiPages beglückwünschen alle neuen Azubis zu ihrem Ausbildungsplatz in der GMH Gruppe. Für die nächsten Jahre wünschen wir euch viel Spaß am Ausbildungsplatz, nette Kolleginnen und Kollegen, ein unfallfreies Arbeiten und viel Erfolg bei eurer weiteren beruflichen Entwicklung.

SCHMIEDEWERKE GRÖDITZ Foto: Torsten Wilhelms

Zwölf Neue.

Wurden von ihrem Ausbilder Andreas Donat (links) und den Kollegen der Schmiedewerke Gröditz herzlich aufgenommen (von links nach rechts): die „Neuen“ Maria Höhne, André Patzelt, Phillip Kittner und Blossom Bankós (angehende Werkstoffprüfer – Metalltechnik), Philipp Hausmann (ange-

hender Zerspanungsmechaniker – Drehmaschinensysteme), Tom Pelzecker, Maurice Ruppelt und Richard Walda (angehende Verfahrensmechaniker – Stahlumformung) sowie Alex Scheffler, Tim Arndt, Paul Brzoza und Tim Frieske (angehende Verfahrensmechaniker – Eisen- und Stahlmetallurgie). ik

WILDAUER SCHMIEDE- UND KURBELWELLENTECHNIK

GMHÜTTE Foto: Birgit Frauenheim

Insgesamt 22.

Foto: Christian Dinter

Zwei plus eins.

Die Ausbilder und die neuen Azubis der Wildauer Schmiede- und Kurbelwellentechnik haben sich um eine beeindruckende Kurbelwelle gruppiert (von links nach rechts): Ausbilderin Sandra Ostermann mit der Auszubildenden Daniela Protopopova, die bereits im April gemeinsam mit Niklas Goslinowski (leider nicht

WALTER HUNDHAUSEN

Werksfoto

auf dem Bild) die Ausbildung zur/m Kauffrau/-mann für Büromanagement begonnen hat. Daneben die Auszubildenden Marc Miehe und Hasem Nousair, die seit Ende August eine Ausbildung zum Verfahrensmechaniker absolvieren. Betreut werden die beiden von Ausbilder Andreas Thiele. ik

Fünf junge

Männer haben in Schwerte ihre Ausbildung begonnen: Paul Brendian zum Industriekaufmann (erste Abteilung: Einkauf); die gewerblichen Azubis Issam El-Farfachi, Ferhat Tan und Bastian Mandrella zum Gießereimechaniker Maschinenformguss; Niklas Giesecke eine Ausbildung zum Technischen Modellbauer im Modellbau der Gießerei. Alle fünf haben Mitte August an der Lehrantrittsfahrt (Berufseinführungswoche) in Wuppertal teilgenommen, die wie immer in Kooperation mit den Deutschen Edelstahlwerken Hagen durchgeführt wurde (von links): Paul Brendian, Issam El-Farfachi, Bastian Mandrella, Niklas Giesecke und Ferhat Tan. Sarah Köster

Azubi Pages · 3/2017............. 2

Bei der GMH ütte wurden neben vier Jahrespraktikanten der Fachoberschule insgesamt 22 neue Azubis eingestellt: acht Industriemechaniker, sieben Verfahrensmechaniker, drei Elektroniker, zwei Industriekauffrauen, ein Zerspanungsmechaniker und ein Werkstoffprüfer. Nach der Begrüßung durch GMH ütte-Arbeitsdirektor Felix Osterheider, Christian Bloom (GMH Akademie) und Betriebsrat Ludwig Sandkämper stellten sich zwei wichtige Bereiche den neuen Azubis vor: die Arbeitssicherheit, vertreten durch Norbert Kölker, und die pronova BKK , vertreten durch Tobias Aufenfehn. Die Neuen von links nach rechts (erste Reihe von unten): Fabio Montico, Noah Hinrichsmeyer, Sidney Giles, Justin Mittmann, Jannis Schmidt, Mika Reuter, Tim Braun und Jonas Waltermann. Zweite Reihe: Lorenz Hensel, Jan Niklas Bröerken, Fabio Flethe, Mirko Brinkmann, Sören Hofsess, Noah Szepst, Moritz Kampe und Florian Hemsath. Dritte Reihe: Patrick Maßmann, Eric Pavlov, Chorschid Mohamad, Yannis Winter, Adrian Kuckmeyer, Sandra aus dem Moore, Phillip Sieker, Nele Benthe, Justin Becker und Maximilian Knöschke. Jan Niklas Bröerken

ENERGIETECHNIK ESSEN

Zweifach.

Bei der Energietechnik Essen haben zwei junge Männer ihre Ausbildung begonnen: Can Akbal (links) durchläuft eine Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker und Ali Gültepe eine Ausbildung zum Werkstoffprüfer. ik Foto: Tanja Kleczka


AZUBI-PAGES  

Eltern mit im Ausbildungsboot Pleissner Guss · Gießerei begrüßt neue Auszubildende – und deren Mütter und Väter.

Die neuen Azubis mit Personalleiterin Ulrike Libal am 100-JahreGedenkstein Fotos: Nossek

A

Werksbesichtigung – gemeinsam mit ihren Ausbildern und den Vertretern des Betriebsrates. Die jungen Mitarbeiter zeigten sich sehr interessiert. Ihre viele Fragen führten dazu, dass der Rundgang etwa zwei Stunden dauerte. Ein gemeinsames Mittagessen rundete den Vormittag ab. Danach nahmen die Ausbilder die Azubis mit in die Abteilungen – und der Ernst der Ausbildung konnte beginnen. Eine Woche später begrüßte Ulrike Libal die Eltern der neuen Azubis. Der Elterntag soll ihnen einen Einblick in die neue Lebenswelt ihrer Kinder ermöglichen. „Wir möchten den Kontakt zu den Erziehungsberechtigten aufnehmen“, so die Ausbildungsleiterin, „um von Anfang an eine gute Zusammenarbeit zu leben.“ Gespannt: Die Eltern der Azubis vor dem Betriebsrundgang. li

m 1. August begannen sechs Jugendliche ihre Ausbildung bei Pleissner Guss in Herzberg. Geschäftsführer Heiko Hesemann begrüßte die Neu-Azubis persönlich. Sie werden in den Berufen Gießereimechaniker, Zerspanungsmechaniker, Elektroniker für Betriebstechnik und Industriemechaniker ausgebildet. Personalleiterin Ulrike Libal führte sie durch ihren ersten Arbeitstag. Programmpunkte: die Belehrung zu Betriebssicherheit und Unfallverhütung sowie eine

Die Auszubildenden zusammen mit den Ausbildern (von links nach rechts): Andreas Engelke (Azubi Industriemechaniker, Fachrichtung Betriebstechnik), Heiko Zimmer (Ausbilder Industriemechaniker), Elisa Monecke (Azubi Kauffrau), Martin Hartung (Personalleiter), Alexander Junkmann (Azubi Technischer Modellbauer) und Sascha Machlitt (Ausbilder Modellbaumechaniker). Nicht auf dem Foto: Holger Hoffmann (Ausbilder Elektroniker). Werksfoto

Zum Einstieg jede Menge Hilfen

Harz Guss Zorge · Guter Start: Als Erstes gab es wichtige Informationen. Jetzt müssen die Azubis das Beste aus den optimale Bedingungen machen.

A

nfang August begann für drei Jugendliche ein neuer Lebensabschnitt: Sie starteten ihre Berufsausbildung bei Harz Guss Zorge. Um dem zukünftigen Industriemechaniker bzw. Modellbaumechaniker und der zukünftigen Industriekauffrau Einstieg und Orientierung zu erleichtern, stand der erste Tag ganz im Zeichen der Information. Nach der offiziellen Begrüßung erhielten sie zunächst einen ersten Überblick über Kunden, Produkte, Fertigungsverfahren und Organisation in Zorge. Im Anschluss daran

ging es um nachhaltige Sensibilisierung: bei einer ausführlichen Sicherheitsunterweisung über die Gefahren, die der Berufsalltag mit sich bringt. Passend zum Thema wurden sie anschließend neu eingekleidet: mit ihrer persönlichen Arbeitsschutzkleidung. Bei einem etwa einstündigen Betriebsrundgang lernten die Azubis dann den Zorger Standort in natura kennen. Danach wurden sie von den Ausbildern der jeweiligen Ausbildungsberufe in Obhut genommen und in ihren Abteilungen eingewiesen.

Die Ausbilder werden ihren Schützlingen in den kommenden dreieinhalb Jahren mit ihren fundierten Kenntnissen und Fertigkeiten kompetente Ansprechpartner sein. Zudem wird die schulische und praktische Ausbildung durch einen innerbetrieblichen Unterricht ergänzt. Deshalb können die neuen Azubis auch sicher sein: Die Bedingungen für einen guten Start ins Berufsleben sind bei Harz Guss Zorge optimal. mh 

Das fand ich besonders

SCHMIEDAG

spannend!

GMH Systems · Wie Azubi Bene Lange, Fachinfor­matiker für Systemintegration, die ersten paar Wochen seiner Ausbildung erlebt hat.

„Ich bin im Service Desk der GMH Systems

Foto: Martina Wülfrath

Viel Glück!

Am 1. August begrüßten Ulla Pallasch (Personalabteilung) und Ausbildungsleiter Dirk Opfer die neuen Azubis der Schmiedag. Dabei wünschten sie ihnen viel Spaß und Erfolg für die kommenden Jahre – auch im Namen der Geschäftsführung, der Personalleitung, der Ausbildungsleitung, des Betriebsrates und aller künftigen Kollegen. Ihre Grundausbildung durchlaufen die Jugendlichen in der Ausbildungswerkstatt der DEW (Deutsche Edelstahlwerke) in Hagen. Danach kommen sie bei der Schmiedag in die entsprechenden Abteilungen. Doch gestartet wurde mit einer Berufseinführungswoche in der CVJM -Bildungsstätte Bundeshöhe in

Wuppertal. Dort ging es unter anderem um die Bedeutung von Ausbildungsvertrag, Arbeitsordnung und Berufsbildung sowie Rechte und Pflichten während der Ausbildung. Zudem hatten sie jede Menge Spaß und Gelegenheit, sich untereinander besser kennenzulernen – der Beginn von so mancher Freundschaft. Gruppenbild mit Dame: Ulla Pallasch (Personalabteilung) und Ausbildungsleiter Dirk Opfer mit den Azubis (von links nach rechts) Mustafa Karatepe (Werkstoffprüfer), Furkan-Mohammed Özaydin, Adhurim Krasniqi und Kai Dieckmann (alle Maschinen- und Anlagenführer). Karin Kriebel 

Azubi Pages ·3/2017.............. 3

gestartet. Dort kümmern wir uns um die Probleme, die die Kollegen der GMH ütte mit ihren IT-Geräten haben. Am meisten hat mich dabei das Thema Viren interessiert. Wir haben einen USB -Stick bekommen, den wir auf Viren überprüfen sollten, bevor er wieder an ein IT-Gerät angeschlossen wird. Diese Viren hätten sich im Netzwerk der GMH ütte verbreiten und Betriebsgeheimnisse für unbefugte Personen offenlegen können. Also haben wir den USB-Stick an einen speziellen Computer angeschlossen. Er ist nicht mit dem Netz verbunden und hat den Stick auf Viren überprüft. Nachdem klar war, dass er virenfrei war, konnten wir ihn wieder zurückgeben.

Werksfoto


AZUBI-PAGES  

Eine Win-win-Situation bei der Nachwuchssuche

Deutsch-türkische Freundschaft

Arbeiten an einem echten Arbeitsplatz erleichtert Berufsentscheidung.

Deutsche und türkische Azubis im Austausch.

SWG · Erfolgsgeschichte und Akquisitions-Instrument: Schülerpraktika.

D

ie Energietechnik Essen (ETE ) ermöglicht ihren Azubis (Industriemechanikern, Elektrikern, Zerspanungsmechanikern, Industriekaufleuten), ein Betriebspraktikum in der Türkei zu absolvieren. Man kooperiert dabei mit

INTERVIEW Erfahrungen sammeln, Eindrücke gewinnen – Einsichten, die eine Schule ihren Schülern und Schülerinnen nicht vermitteln kann: die Arbeit an einem echten Arbeitsplatz. Ein Schülerpraktikum (SP) ist eine wirklich gute Gelegenheit, um die Arbeitswelt kennenzulernen und herauszufinden, was man will und welcher Job vielleicht gar nicht geht. Aber was haben Unternehmen davon? Ausbilder Andreas Donat im glückauf-Interview:

gemacht. In zwei Schülerpraktika bei der SWG konnte ich mir einen Einblick in die Instandhaltung, das Vertriebscontrolling und das Unternehmen verschaffen. Dabei erfuhr ich von der Möglichkeit des sehr praxisnahen BA-Studiums, für das ich mich entschied. Heute bin ich als Key-Account-Manager im Vertrieb tätig und betreue Großkunden wie z. B. den Siemens-Konzern. Meine Empfehlung: Schülerpraktikum zum Reinschnuppern nutzen, Nicht-Passendes aussortieren und letztlich im Idealfall den Wunschberuf finden.

Andreas Bruntsch

Wo absolvieren die denn ihr Praktikum im Betrieb? Donat: Also wir halten derzeit zwölf erprobte Schülerpraktika-Plätze vor, und zwar in den Berufen Verfahrenstechnologe, Zerspanungsmechaniker und Werkstoffprüfer. Das heißt: Die Schülerinnen und Schüler können ihr Praktikum unter Produktionsbedingungen absolvieren. Wo genau? Donat: Unter anderem im Ringwalzwerk im Bereich Warmteil und Adjustage, in der Schmiede bei der 27-MN- und bei der 60-MN-Presse, im E-Stahlwerk bei der ESU-Anlage

Fo

to

o    f

©

:

to

lia

o .c

m

/k

am

as

ig

ns

„ Probieren geht über studieren … Ich habe beides

glückauf: Seit wann erfassen die Schmiedewerke Gröditz überhaupt Schülerpraktika, Herr Donat? Andreas Donat: Seit dem Schuljahr 1998/99. Das SP etablierte sich verstärkt seit Ende der neunziger Jahre. Beginnend ab 1999 haben wir unsere Aktivitäten in diesem Bereich dokumentiert. Gleichwohl gab es vorher schon derartige Praktika bei uns. Und wie viele Schülerinnen und Schüler haben seitdem ein Praktikum absolviert? Donat: Im Juni konnten wir den 700. Schüler zu einem Praktikum begrüßen.

ETE · Gewinnbringende Auslandspraktika:

Foto: ik

oder im Labor und natürlich in der Mechanischen Werkstatt bei der Zerspanung. Welche Schüler welcher Schulen nutzen diese Angebote? Donat: Unsere Partnerschulen sind hauptsächlich im hiesigen Umfeld und im Grenzbereich zu Brandenburg zu finden. Gute Kontakte be-

Die Nummer 700 Chris Hausmann ist der 700. SWG-Schülerpraktikant. Er ist Schüler der 9. Klasse der Oberschule Gröditz und hatte sich bereits im Oktober 2016 für das Praktikum beworben. Chris’ Motivation: Kennenlernen des Berufsbildes Zerspanungsmechaniker. Einsatzort: Mechanische Werkstatt. Aufgabe: Durchlauf an diversen Drehmaschinen. Konkret: Spann-/ Rüstarbeiten an Bearbeitungsmaschinen, Beobachten von Zerspanungsvorgängen an Bohrwerken und Karusselldrehmaschinen, Wartungs- und Reinigungsarbeiten. Kompetent betreut wurde Chris vom Meister Torsten Gork, der sich durchaus lobend über seinen Schützling äußerte. Chris konnte sehr gute Erfahrungen und erste Grundkenntnisse „mitnehmen“. Inzwischen hat er sich bei SWG für eine Ausbildung als Zerspanungsmechaniker (alternativ: Verfahrenstechnologe) beworben.

ANDREAS BRUNTSCH

stehen beispielsweise in Sachsen mit den Schulen in Gröditz, Nünchritz, Großenhain oder Riesa. Auf Brandenburger Seite sind es beispielsweise Schulen in Prösen, Elsterwerda oder Bad Liebenwerda. Haupt- und Realschüler? Donat: Zunehmend auch Gymnasiasten. Jetzt mal ein Blick in die Praxis: Wie viele Praktika sind es denn pro Jahr? Donat: Im Jahresdurchschnitt – bezogen auf die Schuljahresmonate September bis Juli/August – absolvieren etwa 40 Schülerinnen und Schüler bei uns ein Praktikum. Spitzenreiter war das Jahr 2012 mit 70 Praktika, am „magersten“ das Jahr 2010 mit nur 15 Praktika. Daneben bieten wir seit geraumer Zeit auch sogenannte Schnupperpraktika auf freiwilliger Basis in den Ferienzeiten an. Dass Praktika die Berufswahl erheblich erleichtern, steht ja außer Frage. Aber was haben die Unternehmen davon? Schließlich müssen Sie und Ihre Kollegen auch jede Menge Arbeit investieren. Donat: Also für die Schmiedewerke Gröditz machen sich die Praktika in vielerlei Hinsicht bezahlt. Denn viele der Praktikanten kommen später zu uns, um ihre Ausbildung zu absolvieren und dann als Facharbeiter bei uns zu arbeiten. Einige haben sogar anschließend eine Meisterschule durchlaufen und sich zu sehr guten Schicht-(Jung-) Meistern entwickelt. Und der ehemalige Schülerpraktikant Andreas Bruntsch ist heute als Diplom-Ingenieur als Key-Account-Manager für die Gröditzer Vertriebsgesellschaft in Willich tätig. Ihr Fazit? Donat: Schülerpraktika sind sinnvoll – für beide Seiten: für Schüler und Unternehmen.

Wertvolle Praxiserfahrungen: Chris am Bedientableau des CNC-gesteuerten Bohrwerkes Nr. 45. Foto: Andreas Donat

Vielen Dank für das Gespräch

Azubi Pages · 3/2017............. 4

Ein Austausch, der beiden Seiten etwas bringt (von links nach rechts): Praktikantin Ceyda Aydin, Ismail Ilhan Külahli (Lehrkraft aus Gebze/Türkei), Praktikant Kerem Hayrullah Çaglar, Mahmut Uludag (Lehrer vom Berufskolleg West) und Orhan Eyioglu (Betriebsratsvorsitzender und Ausbilder der ETE ). Foto: Ugur Özsoy

dem Berufskolleg West der Stadt Essen. Das wiederum arbeitet mit der ENKA Holding in Gebze (Türkei) zusammen, die entsprechende Praktikumsplätze zu ortsansässigen türkischen Unternehmen vermit-

„ Das ist schon eine große

Herausforderung. Aber ihnen wird durch die Arbeit und den Kontakt mit den türkischen Kollegen auch bewusst, dass sie bereits über viel Fachkompetenz verfügen. Sie lernen so zu schätzen, was die duale Ausbildung in Deutschland ihnen für Chancen eröffnet.

ORHAN EYIOGLU

telt. Finanziert werden die Praktika letztlich aus EU -Fördermitteln. Doch was nutzen solche Auslandspraktika? ETE -Personalleiter Volker Mielke und ETE -Ausbildungsverantwortlicher Orhan Eyioglu sind davon überzeugt: jede Menge. Denn sie konnten sich selbst ein Bild von den Arbeitsbedingungen vor Ort in der Türkei machen. Daher wissen sie: Die Azubis werden gewinnbringend gefordert. Denn sie müssen mit Arbeitsprozessen und -formen in einer anderen Arbeitsumgebung zurechtkommen. Und sie müssen ihre bereits erworbenen Fachkenntnisse einbringen – und das in einer Fremdsprache. Orhan Eyioglu: „Das ist schon eine große Herausforderung. Aber ihnen wird durch die Arbeit und den Kontakt mit den türkischen Kollegen auch bewusst, dass sie bereits über viel Fachkompetenz verfügen. Sie lernen so zu schätzen, was die duale Ausbildung in Deutschland ihnen für Chancen eröffnet.“ Dass sie dabei auch ihre Persönlichkeit weiterentwickeln, ist selbstverständlich. Ein Zugewinn liegt auch in der Erweiterung ihrer Sprachkompetenz: Ohne Englischkenntnisse

geht es nicht, Türkischkenntnisse sind von Vorteil. Mahmut Uludag, Lehrkraft am Berufskolleg West und bereits seit 2010 Initiator des bilateralen Austauschs mit ENKA : „Ich versuche, die Gruppen immer so zusammenzustellen, dass die Hälfte der Auszubildenden über Türkischkenntnisse verfügt. So lassen sich Kommunikationsprobleme am Arbeitsplatz in der Türkei vermeiden, denn nicht alle Mitarbeiter sprechen dort Englisch.“ Doch auch in umgekehrter Richtung funktioniert die deutsch-türkische Kooperation. Das Berufskolleg West vermittelt nämlich türkische Auszubildende zwecks Praktikum an deutsche Unternehmen. Auch die ETE hat in diesem Jahr wieder für drei Wochen zwei Auszubildende aus der Türkei aufgenommen. Betreut wurden sie von Volker Mielke, Orhan Eyioglu und den Kollegen im Betrieb. Das Auslandspraktikum bei der ETE trägt bei den türkischen Kollegen ebenfalls Früchte. Für viele ist es ein Wendepunkt, was ihre Zukunftsplanung und Persönlichkeitsentwicklung angeht. Das sieht auch Praktikantin Ceyda Aydin so: „Ich denke, dass ich sehr viel gelernt habe, nicht nur beruflich-fachlich. Auch persönlich habe ich meinen Horizont erweitert. Nun kann ich etwa abschätzen, was es heißt, im Ausland ohne Sprachkenntnisse zu arbeiten und zu leben. Dafür bin ich ETE sehr dankbar und werde diesen kurzen, aber sehr lehrreichen Zeitabschnitt meines Lebens nicht vergessen!“ Für das Frühjahr 2018 ist geplant, die Kooperation fortzusetzen. Bewerbungen dafür liegen schon vor. Jetzt können nur noch die politischen Entwicklungen in der Türkei den weiteren Austausch verhindern. Andrea Metschke und Mahmut Uludag Europa-Team des Berufs­kollegs West der Stadt Essen


AZUBI-PAGES  

SCHMIEDEWERKE GRÖDITZ

Ute Pellenz, Ausbildungsleiterin bei Mannstaedt, mit „ihren“ Azubis Joan Ali (links) und Wadim Kruske

Nachtschwärmer! D

ie Arbeitsagentur Bonn/RheinSieg hatte wichtige Ausbildungsunternehmen der Region zu einer Veranstaltung der etwas anderen Art eingeladen. In zwangloser Atmosphäre in den Räumen der Arbeitsagentur hatten Ausbildungsinteressierte bei ihnen die Möglichkeit, sich über die Ausbildungsangebote zu informieren. Mit dabei war auch Mannstaedt, vertreten durch Ausbildungsleiterin Ute Pellenz und den beiden Azubis Joan Ali und Wadim Kruske, beide angehende Verfahrensmechaniker. Es entwickelte sich im Laufe der langen Abendveranstaltung ein intensiver Austausch, der auch multikulturelle Aspekte und deren

Anforderungen nicht zu kurz kommen ließ. Man plauderte über Ausbildungserfahrungen, die Auszubildenden erläuterten, warum gute Schulnoten in einigen Fächern

Einer der „Nachtschwärmer“ hat bereits einen MannstaedtAusbildungsvertrag in der Tasche.

Werksfoto

zwar wichtig sind, aber es damit für den Ausbildungserfolg im Gesamten noch lange nicht getan ist. Mit wie viel Freude die Auszubildenden über „ihr“ Stahlunternehmen berichteten, begeisterte einige Bewerber derart, dass direkt in den nächsten Tagen die zugehörigen Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz bei Mannstaedt reinflatterten. Und bereits jetzt hat einer der „Nachtschwärmer“ seinen festen Ausbildungsvertrag bei Mannstaedt in der Tasche. Ute Pellenz

SCHMIEDEWERKE GRÖDITZ Foto: Iris Brestel

Azubi-Power.

Bei der 800-Jahr-Feier der Stadt Gröditz war der Historische Streifzug ein Höhepunkt des Festwochenendes. Die Gröditzer und ihre Gäste waren eingeladen, sich auf eine kurzweilige Zeitreise über elf Stationen zu begeben, die im gesamten Stadtgebiet verteilt waren. An allen Stationen boten bebilderte und anschaulich aufbereitete Infotafeln allerlei Interessantes von damals und heute. Beispiel Station 1: Hier verdeutlichten die Kameraden der Betriebsfeuerwehr der Schmiedewerke tatkräftig den Unterschied zwischen der Feuerwehr gestern und heute. An Station 5 – in unmittelbarer Nähe zum Werksgelände – fanden die Zeitreisenden die Schmiedewerke Gröditz. Dort konnten sie die 238-jährige Geschichte des Unternehmens auf zwei Zeittafeln nachverfolgen. Zudem standen insgesamt neun Azubis sowie Andreas Donat, Iris Brestel, Ina Klix und Johannes Heinrich als Gesprächspartner bereit. Die Standbetreuung der Schmiedewerke beim „Schichtwechsel“ (von links nach rechts): Andreas Donat (Betrieblicher Ausbilder), Max Walter (Azubi Verfahrensmechaniker Eisen- und Stahl-Metallurgie), Hans Dietze (Azubi Verfahrensmechaniker Stahlumformung), Lennard Jakob (Azubi Verfahrensmechaniker Stahlumformung), Nico Schwarzer (Azubi Verfahrensmechaniker Eisen- und Stahlmetallurgie), Manuel Bönitz (Azubi Verfahrensmechaniker Stahlumformung), Johannes Heinrich (Zeitzeuge, ehemaliger Leiter Stahlwerk von 1972 bis 1982), Nico Nitzsche (Azubi Verfahrensmechaniker Eisenund Stahlmetallurgie), Benjamin Bretschneider (Azubi Verfahrensmechaniker Stahlumformung), Toni Dietrich (Azubi Verfahrensmechaniker Eisen-und Stahlmetallurgie) und Maximilian Berge (Azubi Industriekaufmann). Und natürlich durfte der SWG-Muster-Auszubildende Klaus (ganz links) gleichfalls nicht fehlen. Iris Brestel

„Wir haben ein Eisen für dich im Feuer“ Schmiedewerke Gröditz · Erst Theorie, dann Praxis: Berufswerbung an der Oberschule Gröditz. AUGENZEUGENBERICHT Ende August besuchte Andreas Donat (Ausbilder der Schmiedewerke Gröditz) die Oberschule Siegfried Richter in Gröditz. Begleitet wurde er dabei von den beiden Azubis Lennard Jakob und Manuel Bönitz sowie dem Schülerpraktikanten Martin Zimmermann. Sinn und Zweck ihres Besuchs war, bei den 65 Schülern der 9. Klassen vier ausgesuchte Berufe zu bewerben: Verfahrenstechnologen in der Fachrichtung Stahlerzeugung und der Fachrichtung Stahlumformung, Zerspanungsmechaniker und Industriemechaniker. Denn für alle vier konnten die Schmiedewerke noch attraktive Ausbildungsplätze anbieten. Ob sich die Schülerinnen und Schüler überzeugen ließen, berichtet Manuel Bönitz (Auszubildender im 3. Lehrjahr): Unser Ziel war, den Schülern Einblicke in unsere Arbeitswelt zu geben. Zudem wollten wir sie auf eine Führung durch unser Unternehmen vorbereiten. Deshalb hat unser Ausbilder Andreas Donat

zunächst den Standort, die Tätigkeiten und die Qualifikationen erläutert, die zu den jeweiligen Berufen in der Branche Stahlerzeugung gehören. Zudem hat er genau erläutert, welche Anforderungen

engagiert zur Seite. Dies betraf vor allem unsere eigenen Eindrücke zu Ausbildung und Unternehmen. Unser Schülerpraktikant machte in der Zwischenzeit fleißig Fotos. Zum Abschluss haben wir noch für ein außerschulisches Praktikum ge-

Auszubildende erfüllen müssen. Doch über unser Unternehmen gab es noch mehr zu erzählen: Interessiert und aufmerksam verfolgten die Schüler unseren Vortrag zur Geschichte – bis hin zu allgemeinen Informationen zum Stahlwerk. Zur Veranschaulichung hatten wir Videomaterial mitgebracht. Es zeigte

Bei der „theoretischen“ Vorbereitung zum Werksrundgang

Beim Werksrundgang: Für manch eine(n) war es der erste Kontakt mit der Berufswelt.

Foto: Andreas Donat

Azubi Pages ·3/2017.............. 5

auch einige Produktionsabläufe, die man als Besucher nicht zu sehen bekommt. Das große Interesse der Schüler hatte wohl noch einen zusätzlichen Grund: auf unser Thema bezogene Hausaufgaben, die ihnen die KlassenlehrerInnen gestellt hatten. Andreas Donat leitete die Veranstaltung. Lennard und ich – wir beide sind Auszubildende zum Verfahrensmechaniker in der Stahlumformung im 2./3. Ausbildungsjahr – standen ihm mit Rat und Tat

Foto: Martin Zimmermann

worben, was die Schüler besonders interessierte. Insgesamt fanden wir die Veranstaltung sehr erfolgreich. Die SchülerInnen bekamen einen guten Einblick in das Unternehmen – und damit eine gute Basis für den kommenden Betriebsrundgang und ihre „Hausaufgaben“. Und was das Beste ist: Bei einigen Schülern konnten wir sogar Interesse an einer Ausbildung bei den Schmiedewerken wecken.


AZUBI-PAGES   E-Stahlwerk, Hüttenflur, beim Abgleich der Schichtzuordnung übers Wochenende (von links nach rechts): Andreas Donat, Max Walter (Verfahrensmechaniker 2. Aj.) und Nico Nitzsche (Verfahrensmechaniker 3. Aj.). Fotos: ik

„ Jeder Jugendliche hat Potenzial. Jeder verdient eine Chance – manchmal auch eine zweite.

A N D R E A S D O N AT

Ein Ausbilder mit Leib und Seele Schmiedewerke Gröditz · Andreas Donat steht für hohes Ausbildungsniveau und Verlässlichkeit. INTERVIEW Seit über vier Jahrzehnten arbeitet Andreas Donat bei den Schmiedewerken in Gröditz (2016 feierte er sein 40. Dienstjubiläum). Seit 1986 bildet er dort junge Leute aus. Und seit 1992, dem Beginn der statistischen Aufzeichnungen am Standort, weiß er haargenau, wie viele: 432 in zwölf Berufsgruppen – wobei die Verfahrensmechaniker mit 154, gefolgt von den Zerspanungsmechanikern und den Werkstoffprüfern (je 51) sowie den Industriemechanikern mit 36 an der Spitze liegen (zusammen mit seinem Kollegen Steffen Gerlach hat er auch 23 Mechatroniker ausgebildet). Geschätzte zwei Drittel der ehemaligen Azubis sind noch im „Werk“ – u. a. als Meister, 1. Schmied oder in anderer verantwortungsvoller Position. Dies zu sehen, macht ihn ein wenig stolz. Mit Menschen zusammenzuarbeiten, die er mit auf den Weg gebracht, begleitet und ein Stück weit zu dem gemacht hat, was sie heute sind. Menschen, ohne die das Unternehmen nicht erfolgreich sein könnte. Ina Klix hat ihn für glückauf zu seiner Tätigkeit als Ausbilder befragt: glückauf: Was unterscheidet den Lehrling von früher vom heutigen Azubi? Andreas Donat: Früher kamen die Jugendlichen in der Regel nach der 10. Klasse. Heute haben wir sehr unterschiedliche Altersklassen in einer Ausbildungsstufe: Die „Neuen“ kommen nämlich nach der Haupt-/Realschule oder später nach dem Abitur und manche noch später, wenn sie bei uns eine zweite Ausbildung beginnen. Das ist ein Unterschied, der spontan ins Auge fällt.

Wie haben sich die Jugendlichen im Laufe der Jahre beziehungsweise Jahrzehnte verändert? Donat: Sicherlich haben sich die Jugendlichen verändert, die Welt dreht sich ja auch weiter. Aber unterm Strich: Schon früher gab es Engagierte und weniger Engagierte. Das ist heute genauso. Neu ist allerdings der Fluch der neuen Technik: Die Azubis sind jederzeit erreichbar – ich aber auch.

men kennenlernen. Nach zwei bis drei Monaten ist jeweils ein Abteilungswechsel angesagt. Sie rotieren sozusagen, müssen überall mal „Staub wischen“ – wenn auch nicht im eigentlichen Sinne des Wortes. Und „sesshaft“ werden sie erst im letzten halben Jahr ihrer Ausbildung.

Was ihnen ermöglicht, das Unternehmen besser kennenzulernen … Donat: … und einen weiteren Vorteil hat: Gern würde so mancher Meister bzw. Verantwortlicher den einen oder anderen Azubi in seiner Abteilung „festhalten“. Durch das Rotieren haben die Jugendlichen und wir die Chance, den optima-

Jede Menge (Aus-)Bildung

Wer mit Andreas Donat durchs Unternehmen geht, geht neben einem wandelnden Personal-Lexikon. Denn er könnte genau sagen, welcher Kollege welche Ausbildung wo gemacht hat und wie dessen Werdegang war. Seine Ehemaligen geben ihm gerne Wie haben sich die Ausbildungsund (mit Sicherheit) auch dankbar die inhalte verändert? Müssen Azubis Hand. Und interessanterweise sind diejeheute mehr lernen als früher? Donat: Ja, die Ausbildung ist annigen, „die man während der Ausbildung auch mal richtig zusammenstauchen spruchsvoller geworden – allein musste“, manchmal die Dankbarsten. schon vom zeitlichen Aufwand Eigentlich wollte Andreas Donat mal her. Wenn ich sie mit meiner Bauingenieur werden, das war sein Ausbildung vergleiche: Bei mir Traum. Der scheiterte daran, dass Bedinwaren es 1,5 Jahre; heute lernen sie zum Teil 3,5 Jahre lang. gung für ein Studium eine 3-jährige Dienstzeit bei der Nationalen Volksarmee Also hat man mehr gewesen wäre. Schließlich führte sein Zeit, für Ausbildung. Weg vom Metallurgen zum Ausbilder. Donat: Was vermitUnd das hat er aus heutiger Sicht nicht In jedem Jahrgang bereut. gibt es viele positive telt wird, liegt letztVon Vorteil ist es, wenn man als Beispiele. Der Anteil lich beim Ausbilder, Ausbilder viel Praxiserfahrung hat. Diesvon Azubis, die entbeim ausbildenden Unternehmen. Man täuscht haben, ist verbezüglich ist Andreas Donat sozusagen muss eben Zeit und mit allen Wassern gewaschen: Der gelernte Metallurge hat schwindend gering. Geld investieren. als Anbinder, Fertigmacher, Kranfahrer, Hallenschiff-VerA N D R E A S D O N AT antwortlicher im Rohrwerk und später dort als SchichtGut investiertes Geld? meister in der Adjustage gearbeitet. Er kennt die Arbeit im Donat: Das will ich Konti-Schichtsystem, weiß, was Stress bedeutet, und war meinen. Wir bieten beispielsweisowohl „normaler Arbeiter“ als auch „Führungskraft“. Wie anstrengend Weiterbildung sein kann, ist Andreas Donat ebenfalls se innerhalb der Ausbildung auch geläufig. So hat er eine Meisterschule an der Berufsakademie in Riesa, viele Zusatzqualifikationen. Kein ein Studium „Ingenieur für Technologie des Walzens“ an der Ing.-Schule gewerblicher Azubi beendet seine Riesa (1987–1992) und bei der IHK in Dresden die AusbildereignungsAusbildung ohne Kran-, Stapler-, Brennschneide- oder auch Schweiprüfung absolviert – alles berufsbegleitend. Seit 1995 hat er übrigens bei der IHK in Dresden den Vorsitz im IHK -Prüfungsausschuss Verfahßerausbildung. Für Werkstoffprüfer gibt es spezielle Zusatzqualifikarensmechaniker. 1995 begann er ein Ergänzungsstudium an der TU Dresden (wieder tionen. Und alle besuchen einen Erst-Hilfe-Lehrgang. berufsbegleitend). Ziel: Dipl.-Ing. (päd.). Leider machte ihm das Kultusministerium mittendrin einen Strich durch die Rechnung: Es änderte die Studienordnung. So konnte er nach vier Semestern sein Studium Aber was ist das Besondere an der "nur" mit dem Universitätszertifikat abschließen. Eine andere Ausbildung Ausbildung in Gröditz? konnte er noch „unbehelligt“ absolvieren: 2013 die zum Kranausbilder Donat: Wir achten darauf, dass bei der Berufsgenossenschaft. unsere Azubis querschnittsbreit ausgebildet werden, das Unterneh-

Azubi Pages · 3/2017............. 6

len Platz für den späteren Einstieg ins Berufsleben bei uns zu finden. Erkennen Sie, wie gut sich ein neuer Azubi entwickeln wird? Donat: Man bekommt schon einen Blick dafür nach 30 Jahren Ausbildung. Aber man ist nie vor Überraschungen sicher. Wie sieht der ideale Azubi aus? Donat: Er ist pünktlich, fleißig, höflich, kommunikativ und im positiven Sinne kreativ, wissbegierig, stellt Fragen, hinterfragt Dinge, bringt sich ein … Ist die Liste für den idealen Ausbilder genauso lang? Donat: … aber nicht der Weisheit letzter Schluss. Denn den einen perfekten Ausbilder gibt es mit Sicherheit nicht. Es gibt viele Eigenschaften, die ein perfekter Ausbilder mitbringen sollte. Stichworte wären: kommunikativ, fachlich kompetent, kann Wissen anschaulich und verständlich vermitteln, kritikfähig, gerecht, respektvoll im Umgang mit Azubis, pflichtbewusst, einfühlsam, freundlich, ausgeglichen, hilfsbereit, motivierend, unabhängig, Vorbild, Ansprechpartner bei Problemen, für den Azubi präsent, setzt sich für ihn ein … Besser ginge es wohl nicht für Azubis! Donat: Wobei jeder Ausbilder den Auszubildenden nur dann optimal unterstützen kann, wenn der mitarbeitet und motiviert ist. Sie sind eben ein Team. Was ist Ihr wichtigster Grundsatz? Donat: Ich bin im Umgang mit meinen Schützlingen vor allem eins: konsequent. Ich verlange von ihnen nicht mehr als von mir selbst. Die Jugendlichen können sich auf mich verlassen. Und ich halte mich an das, was ich sage. Und wie verschaffen Sie sich Respekt? Donat: Indem ich die jungen Menschen mit Respekt behandle. Vielen Dank für das Gespräch


AZUBI-PAGES  

-lichen Glückwunsch

Jetzt gehtʼs endlich los! GMH Systems · Was besonders gefiel

Werksfoto

Tobias Wuttke: Hat dual Wirtschaftsinformatik studiert (Bachelor of Science) und zeitgleich bei der GMH Systems eine Ausbildung zum IT-System-Kaufmann absolviert:

Geschafft 1.

Sie ist schon ein kleines bisschen Tradition, die Gratulationsrunde, die Jahr für Jahr bei der Geschäftsführung zusammenkommt. Auch in diesem Sommer fand Mannstaedts Geschäftsführer Dieter Wilden die Zeit, fünf ehemalige Auszubildende, Absolventen der Sommer-Abschlussprüfung, zu sich ins Büro einzuladen. Er gratulierte ihnen herzlich zur bestandenen Prüfung. Die Azubis ihrerseits ließen nochmals ihre umfassende Ausbildung und die Anforderungen der Berufsschule Revue passieren – und erinnerten sich an Eigenschaften wie Eigeninitiative, Zuverlässigkeit und andere mehr, die letztlich zum Erfolg beigetragen haben. „Das war eine gute Ausbildung“, darin war

Foto: mha

man sich schnell einig. Die fünf bringen ihr Wissen und Engagement nun in ihren Fachabteilungen ein. Zudem freuen sie sich auf die kommende Zeit bei Mannstaedt – und die weiteren Berufsperspektiven, die sich sicher in Zukunft für sie mal auftun werden. Dass dazu auch die eine oder andere Weiterbildung gehört, ist allen bereits jetzt klar. Denn lebenslanges Lernen ist nicht nur bei Mannstaedt wichtiger Baustein für umfassenden Erfolg auf dem Weg zur „Industrie 4.0“. Gratulanten und Ex-Azubis (von links nach rechts): Ute Pellenz (Leiterin Ausbildung), Johannes Kauth, Artem Evseev, Til Böckem, Sascha Siegl, Nadja Feige und Dieter Wilden (Geschäftsführer Mannstaedt). Ute Pellenz

Clarissa Weber: Hat bei der GMH Systems eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement absolviert:

Werksfoto

MANNSTAEDT

 Besonders spannend war die Verknüpfung von Informatik und Wirtschaftswissenschaft, z. B. wie man Probleme im Betrieb durch Programme und IT-Systeme lösen kann. Da sich im Studium Theorie und Praxis abwechselten, ließ sich das Erlernte direkt anwenden. Beispielsweise konnte ich nach der Veranstaltung ,Objektorientierte Programmierung‘ bei der GMH Systems an einem Modell zur Personaleinsatzplanung mitarbeiten – und so das Thema viel besser verstehen. Jetzt möchte ich weitere Erfahrungen im SAP -Bereich sammeln und demnächst ein Masterstudium beginnen.

 Hoch anrechnen kann ich wirklich, dass man als Azubi bei der GMH Systems als vollwertiges Teammitglied aufgenommen wird. Dazu gehört, dass man auch schwierigere Aufgaben zu bewältigen hat – aus denen man nur lernen kann! Das ist unter anderem ein Grund, weshalb ich mich nach den ersten beiden Lehrjahren dazu entschieden habe, meine Ausbildung um ein halbes Jahr zu verkürzen. Mit Blick auf die Zukunft plane ich ein BWL-Studium an einer Fernuniversität.

Werksfoto

Jorit Wischmeier: Hat bei der GMH Systems eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration absolviert:

 Besonders spannend fand ich die Abhängigkeit zwischen Mensch und ,Maschine‘: Der Mensch versucht, Prozesse zu vereinfachen – durch IT -Programme bzw. -Systeme, die analysieren, berechnen oder auch mechanische Vorgänge steuern. Aber es braucht jemanden wie mich, der Einrichtung, Betrieb, Wartung und Reparaturen durchführt, damit alles funktioniert. Somit ist der Mensch in gewisser Weise von der Maschine abhängig – und die Maschine vom Menschen. Mein nächstes Ziel: Ich will einen Ausbilderschein machen.

GMHÜTTE

KURZ NOTIERT Foto: vl

Geschafft 2.

Die Verabschiedung der, die im Sommer 2017 ausgelernt haben, fand im Gasthof Kolpinghaus bei einem Mittagessen statt. GMHütte-Personalleiter Ferenc Albrecht begrüßte neben den anwesenden Jungfacharbeitern auch Ausbilder und Betriebsrat. Er hob die hervorragenden Prüfungsleistungen aller Prüflinge hervor – ein Lob, dem sich Ludwig Sandkämper (Betriebsratsvorsitzender) und Christian Bloom (GMH Akademie) gerne anschlossen. Besonders zu erwähnen ist, dass beide Zerspanungsmechaniker aufgrund ihrer besonders guten Leistungen ihre Ausbildungszeit verkürzen konnten. Als kleines Dankeschön für ihre Leistungen werden die Sommer- und Winterprüflinge noch zu einer gemeinsamen Abschlussfeier ins Alando Palais eingeladen. Die Jungfacharbeiter von links nach rechts: Firat San Senyildiz (Zerspanungsmechaniker), Pascal Hüpel (Zerspanungsmechaniker) und Jasmin Goldberg (Bachelor of Engineering). Auf dem Foto fehlen Philipp Laermann (Bachelor of Engineering) und Fabio Kolthoff (Feuerungs- und Schornsteinbauer). Jan Niklas Bröerken

Azubi Pages ·3/2017.............. 7

Ausbildungsbeauftragte im Austausch Die Ausbildungsbeauftragten der GMHütte haben sich in den Räumlichkeiten der Aus- und Weiterbildung getroffen. Nach einer Begrüßungsansprache von Peter Leimbrink standen unter anderem folgende Themen auf der Agenda: „Stand Einstellungsverfahren“, „Praktikanteneinsatz“, „Hinweise Beurteilungen“ sowie aktuelle Belange der Ausbildungsbeauftragten. Im Anschluss hatten die Kollegen bei einem gemeinsamen Mittagessen die Gelegenheit, einzelne Themen noch einmal im kleineren Kreis aufzugreifen und zu vertiefen. Birgit Frauenheim


AZUBI-PAGES  

Name: Martin Haag Wohnort: Eppenstein in der Steiermark, Österreich Alter: 17 Jahre Unternehmen: Stahl Judenburg (seit 2015), aktuell im dritten Lehrjahr Position: Azubi Beruf: Maschinenbautechniker Hobbys: Perchtenverein, skateborden, schwimmen, Freunde & Freundin Berufsziel: Ausgezeichneter Erfolg bei der Lehrabschlussprüfung (LAP)

Kann auf seine Arbeit stolz sein Stahl Judenburg · Azubi fühlt sich sowohl beim

Perchtenläufe

Perchtenlauf als auch in Montur wohl in seiner Haut. legen bei Auftritten damit die bösen Geister des Winters: „Perchtenläufe sind meine Leidenschaft, da es schlichtweg großen Spaß macht“, erzählt er begeistert. Unter der Woche tauscht der Azubi die Perchten-Maskierung gegen die dunkelrote Montur der Stahl Judenburg – eine Montur, die er allerdings mit gleich viel Hingabe trägt: „Vor zwei Jahren habe ich hier zu arbeiten begonnen. Schon nach dem ersten Tag habe ich mich hier aufgrund meiner tollen Kollegen sehr wohl gefühlt“, beschreibt der Azubi, der mittlerwei-

Perchten sind Gestalten des bayerisch-österreichischen alpenländischen Brauchtums. Sie sollen – speziell in der Zeit von Ende Dezember bis Januar – die bösen Geister des Winters austreiben. Hauptattraktion sind ihre fantasievollen Masken. Unterschieden wird dabei zwischen den „guten“ Schönperchten und den furchterregenden, riesigen und zotteligen „bösen“ Schirchperchten. Wichtigste Gerätschaften sind Glocken und Schellen, mit denen sie lärmend durch die Straßen ziehen …

Foto: © fotolia.com/Manfred Herrmann

le bereits im dritten Ausbildungsjahr ist. „Die Tätigkeiten als Maschinenbautechniker sind sehr vielfältig. Einzelne Komponenten steuern wir aus der Lehrlingswerkstatt direkt zu Reparatur- und Wartungsarbeiten bei – dann wird gedreht, gefräst und geschweißt! Zu sehen, dass unsere Arbeit wirklich einen Beitrag zum Funktionieren des Unternehmens liefert, macht einen doch stolz“, betont Haag, der nach Abschluss seiner Ausbildungszeit auf einen Platz im Walzwerk des Unternehmens hofft. Davor steht allerdings noch die Abschlussprüfung auf dem Programm – und so manch’ zotteliger Auftritt … rb 

Expo-Knaller – gratis!

Schon auf der IdeenExpo war die Brille der absolute Knaller: die GMH -VR -Brille. Über einen QR -Code (er steht auf dem Karton) kann man sich zunächst Imagefilme aufs Smartphone laden, danach Smartphone im Sehschlitz der Brille platzieren, abspielen – und Filme in 3-D anschauen. Coole Sache! So könnt ihr zum Beispiel einen 3-D -Blick in den E-Ofen oder auch auf den Produktionsablauf im Walzwerk werfen. Oder auch Freunden, Bekannten und Verwandten plastisch vorführen, wie es in der Lehrwerkstatt ausschaut. Wie ihr an die GMH -VR -Brille kommt? Schickt uns ne Mail (redaktion@glueckauf-online.de). Schreibt als Betreff: VR-Brille. Dann müsst ihr nur noch euren Namen und eure Adresse angeben. Dann schicken wir euch die GMH VR -Brille per Post zu. Kostenlos. Schreibt uns so schnell wie möglich. Denn wir können die Brillen nur verschicken, solange der Vorrat reicht!

Fotos: elemente

Azubi Pages · 3/2017............. 8

Foto: © panthermedia.net / Tomas Anderson

I

m Umgang mit dem Gesichtsschutz braucht man Stahl-Judenburg-Azubi Martin Haag nichts zu erklären. Denn während wochentags Schutzbrillen beim Schweißen für die nötige Sicherheit sorgen, streift der 17-Jährige am Wochenende furchteinflößende Masken über das Gesicht – vor allem in der kommenden kühlen Jahreszeit: Mit wilden Glockenklängen, zotteligen Fellen und gebogenen Hörnern geht Haag dem uralten österreichischen Brauch der Perchtenläufe nach. Der Legende nach vertreiben er und seine Vereinskol-

Werksfoto

AzubiPages-3-2017  

AzubiPages 3-2017 – die glückauf-Beilage für Auszubildende der GMH Gruppe.

AzubiPages-3-2017  

AzubiPages 3-2017 – die glückauf-Beilage für Auszubildende der GMH Gruppe.