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bauen

Parkhaus 1111 Lincoln Road, Miami Beach

realisieren: das Museum des 20. Jahrhunderts. Mit einem scheunenartigen Bau, der wie das Schaudepot in Weil mit Backstein verkleidet ist und ebenfalls ein flach geneigtes Satteldach besitzt, gelingt es ihnen, die beiden architekto­ nischen Meisterwerke am Ort – Mies van der Rohes Neue Nationalgalerie und Hans Scharouns Philharmonie – zu verbinden und so das urbanistische Chaos des Kultur­ forums zu ordnen. Es sind immer wieder solche außergewöhnlichen Lösungen, welche die Erwartungen an Herzog & de Meuron hochhalten, sodass man – zumindest in Architek­ turkreisen – schon gespannt weiteren Werken entgegen­ fiebert: etwa den lang gezogenen Giebelbauten der Feltrinelli-Stiftung in Mailand, dem neben dem Bahnhof SBB in Basel wie ein Felsenriff in die Höhe wachsenden Meret Oppenheim Tower (s. Foto), der Nationalbiblio­ thek in Jerusalem, dem M+ Museum für Kunst, Design und Architektur in Hongkong, der Erweiterung des Mu­

seums Küppersmühle in Duisburg oder der als kreuz­ förmiger Zentralbau geplanten Kirche im mexikanischen Ciudad Juárez. Doch zunächst blickt die Welt nun erst einmal auf die Elbphilharmonie in Hamburg, die in mancher ­Hinsicht die Quintessenz des bisherigen Schaffens von Herzog & de Meuron darstellt.

ROMAN HOLLENSTEIN, 1953 geboren, ist seit 1990 Feuilletonredakteur der »Neuen Zürcher Zeitung« und zuständig für die Bereiche Ar­ chitektur, Städtebau und Design. Zuvor stand der promovierte Kunsthis­toriker der Abteilung Kunstgeschichte des Schweizerischen Instituts für Kunstwissenschaft in Zürich vor.

Elbphilharmonie Magazin | Ausgabe 1  
Elbphilharmonie Magazin | Ausgabe 1