Issuu on Google+

MONTAG, 30. DEZEMBER 2013 www.elbe-wochenblatt.de

EIMSBÜTTEL | 5

Verletzte auf beiden Seiten

Sterbebegleitung EIMSBÜTTEL Das Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg bietet in Zusammenarbeit mit der Hamburger Angehörigenschule einen kostenlosen Spezialkurs „Sterbebegleitung“ in seinen Räumen an der Hohen Weide 17 an. Der Kurs umfasst vier Abende, jeweils von 17 bis 20 Uhr. Der nächste Kurs beginnt am Montag, 20. Januar, die weiteren Abende sind 24., 27. und der 31. Januar. Der Kurs soll dazu beitragen, wichtige Fragen der Angehörigen zu klären. Das Diakonieklinikum bittet um eine Anmeldung unter 30 62 04 36. DA

Rote Flora-Demonstration: Gegenseitige Vorwürfe von Politik und Initiativen

CHRISTIANE HANDKE, HAMBURG

W

as bleibt von dieser Demonstration? Ein willkommener Anlass für Politiker, eine härtere Gangart gegenüber der Roten Flora einzuschlagen? Oder die Erkenntnis, dass die Polizei nicht richtig gehandelt hat? Die Demonstration am Sonnabend vor Weihnachten zeichnete sich durch schwere Krawalle aus. Die Politik verurteilte die Ausschreitungen von gewaltbereiten Demonstranten, während die Initiativen, die zu den Demos aufgerufen hatten, der Stadt und der Polizei vorwerfen, das Demonstrationsrecht beschnitten zu haben und so für das Aufflammen der Gewalt mitverantwortlich zu sein. Fakt ist, dass mehr als 7.000 Menschen an einer Demonstration teilnahmen, zu der drei verschiedene Gruppierungen aufgerufen hatten: der Kreis um die Rote Flora, die Demonstranten, die regelmäßig für die Lampedusa-Flüchtlinge auf die Straße

gehen, und die, die sich dem Protest rund um die geräumten Esso-Häuser angeschlossen haben. Fakt ist auch, dass diese Demonstration in Straßenschlachten mündete, die gewaltsamer waren als alles, was die Stadt in den vergangenen Jahren erlebt hat. Die Polizei berichtete von rund 4.700 gewaltbereiten, zum Teil aus dem Ausland angereisten Linksradikalen, die die Beamten brutal attackierten, unter anderem mit Pflastersteinen bewarfen. Die Polizei hatte mehr als 3.000 Beamte, auch aus südlichen Bundesländern, in der Schanze, Altona und St. Pauli zusammengezogen, ging mit Wasserwerfern und Schlagstock-Einsatz vor. Es kam zu massiven Straßenkämpfen in der Schanze und in St. Pauli. 120 Beamte wurden verletzt, 19 mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Auf Seiten der Demonstranten sollen um die 500 Personen verletzt worden sein, 20 davon

Volkslieder

Hunderte Menschen hatten sich vor der Roten Flora versammelt, um für den Erhalt des besetzten linken Kulturzentrums zu demonstrieren. Wenige Minuten nach dem Start geriet die Demo außer Kontrolle, es gab heftige Straßenschlachten mit der Polizei. Foto: Ulrike Schmidt schwer. Es gab rund 60 Rettungseinsätze der Feuerwehr für Verletzte aus beiden Lagern. Während Vertreter der Initia-

tiven, die zur Demonstration aufgerufen hatten, der Polizei vorwerfen, die Situation gezielt eskaliert zu haben, ist die Mehr-

heit der Hamburger Politik entsetzt vom Ausmaß der Gewalt, die die Demonstranten an den Tag legten.

STELLINGEN Jeden ersten Freitag im Monat können Interessierte im Bürgertreff Stellingen, Spannskamp 43, Volkslieder singen. Gäste mit und ohne Instrument sind wieder am 3. Januar von 17.30 bis 18.30 Uhr beim Gemeinschaftserlebnis willkommen. Der Unkostenbeitrag für die vom Ehepaar Schürmann geleitete Gruppe liegt bei zwei Euro. DA

Stellingen & Langenfelde

Anzeige/Sonderveröffentlichung

Autobahn-Brücke: Abriss und Neubau bei fließendem Verkehr Wie die Ingenieure die Langenfelder Brücke zerlegen und neu aufbauen wollen

R. SCHWARZ, STELLINGEN

I

n Stellingen geht bald der Ausbau der A7 los. Zwischen den Anschlussstellen Stellingen und Volkspark wird mit Abriss und Neubau der Langenfelder Brücke über die Gleisanlagen von Fern- und S-Bahn gestartet. Laut Planern beginnen in den nächsten Tagen und Wochen die vorbereitenden Arbeiten – je nachdem, ob die Witterung es zulässt. Die DEGES – Deutsche Einheit Fernstraßenplanungsund -bau GmbH – ist die Projektmanagementgesellschaft für den Ausbau der A7 und den Bau des Deckels. Der Brückenabriss ist eine knifflige Aufgabe: Denn der Verkehr soll während der vierjährigen Bauzeit von 2014 bis 2018 auf allen sechs Fahrspuren weiterlaufen. Der Trick der Ingenieure: Die eine Seite (östlicher Teil) wird gesperrt, dann demontiert und im Anschluss neu gebaut, während auf der verbreiterten Westbrücke der Gesamtverkehr weiter fährt. Dabei werden Teilstücke der Fahrbahn herausgezogen und später am Boden zerkleinert und abtransportiert. „Dazu müssen wir die Fahrbahnplatte der Brücke vorab demontieren“, erläutert Bernd Hoffmann von der DEGES. „Schließlich müssen wir das Bauwerk so leicht wie möglich machen, um es verschieben zu können.“ Um das Autobahnteilstück überhaupt verschieben zu können, muss es etwa um einen Meter angehoben werden. „Dazu werden hydraulische Pressen verwendet, die das Teilstück nach oben drücken“, so Hoff-

Hintergrund: A7-Ausbau und Deckel Die A 7 wird zwischen den Anschlussstellen Othmarschen und der Landesgrenze ausgebaut – auf sechs bis acht Spuren. In Othmarschen/Bahrenfeld, Stellingen und Schnelsen werden drei Tunnel gebaut, entlang der gesamtem Strecke wird der Lärmschutz verbessert. In Stellingen verschwinden die Fahrstreifen zwischen Kieler Straße und Güterumgehungsbahn in einem Tunnel – unter dem sogenannten Deckel. Länge: Knapp 900 Meter. Im Bereich der Auf- und Abfahrt Höhe Kieler Straße wird die A 7 insgesamt bis zu zehn Spuren haben. Auf dem Deckel sollen später eine Parkanlage und Kleingärten entstehen. CV

Ihr Zuhause mit Zukunft !

In den nächsten Wochen soll mit den Vorarbeiten zum Abriss und Neubau der Ostseite der Langenfelder Brücke (Foto oben) begonnen werden. Ein knifflige Aufgabe: Unter dem Baumwerk verlaufen Bahngleise, der Betrieb darf nicht gestört werden. Der Trick: Während auf der Westseite alle sechs Fahrspuren genutzt werden, wird auf der Ostseite ein Brückenteilstück nach dem anderen herausgezogen und zerlegt (Grafik, unten). Foto/Grafik: rs/DEGES mann. Anschließend werden sogenannte Verschublager eingebaut. Hoffmann: „Das sind besonders gleitfähige Lager.“ Auf diesen wird das alte Straßenteil in Richtung Binsbarg geschoben und später zerlegt. Parallel dazu werden die Brückenpfeiler und Fundamente abgebaut, anschließend neu errichtet. Nach zwei Jahren soll die Ostseite fertig und auf vier Spuren verbreitert sein,

darauf folgt dann die Westseite. Zu Einschränkungen während der Bauzeit soll es nach Auskunft von Christian Rohde, ebenfalls Baubevollmächtigter der DEGES, nicht kommen: „Ganz ohne Reibungspunkte geht es jedoch nicht.“ Wenn überhaupt, würden die Brücke oder einzelne Spuren teilweise für einige Stunden nachts gesperrt – jedoch nicht während der Ferienzeit.

Warum heißt es eigentlich Langenfelder Brücke? Die liegt doch eindeutig in Stellingen und nicht in Langenfelde! Das fragte sich nicht nur ein aufmerksamer Leser. Die Antwort: Das Bauwerk führt über die Bahngleise in Richtung Langenfelde, beziehungsweise daran vorbei. Daher der Name, der von der örtlichen Lage her falsch ist.

Sicher und preiswert wohnen! Mehr zum Wohnen in der starken Gemeinschaft unserer Baugenossenschaft und aktuelle Angebote finden Sie im Internet unter www.hamburgerwohnen.de Baugenossenschaft Hamburger Wohnen eG I Försterweg 46 I 22525 HH T 040 540 006 0 I F 040 540 006 30 I www.hamburgerwohnen.de info@hamburgerwohnen.de


Eimsbüttel KW01-2014