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Elbe Wochenblatt Bezirk West

Schönes ist gleich um die Ecke

OSDORF. Noch bis 9. August stellt Vira Vaysberg ihre Gemälde unter dem Motto „Das Schöne ist gleich um die Ecke“ im Wohn- und Pflegeheim Tabea, Am Isfeld 19, aus. Die Öl- und Acrylgemälde – wie hier die Ansicht des Rugenbargs – können täglich von 8 bis 19 Uhr betrachtet werden. Alle Exponate sind käuflich. Der Eintritt ist frei. KI/FOTO: PR

Flohmarkt des Bürgervereins BLANKENESE. Der Blankeneser Bürger-Verein veranstaltet am Sonntag, 18. Juni, von 9 bis 16 Uhr einen großen Privat-Flohmarkt auf dem Blankeneser Marktplatz. EW

Repair-Café hat wieder geöffnet OSDORF. Der Bauverein der Elbgemeinden lädt am Sonnabend, 17. Juni, zu seinem zweiten Repair-Café. In der Zeit von 14 bis 17 Uhr können die Besucher im Nachbarschaftstreff, Resskamp 2a, ihre Lieblings-Jeans von einer Schneiderin flicken lassen, kaputte Fahrräder und kleine Elektro-Geräte zum „TechnikDoktor“ bringen oder die lo-

sen Beine ihres Küchenstuhls vom Fachmann leimen lassen. Der Service ist kostenlos, um eine Spende wird gebeten. Die Organisatoren des RepairCafés freuen sich über gespendete Stoffreste. EW

MITTWOCH 14. JUNI 2017

GABY PÖPLEU, OTHMARSCHEN

Wenn sie das Abi in der Tasche hat – voraussichtlich wird das im Juli sein – möchte die 17jährige Lisa Hohmeier auf jeden Fall erst einmal etwas Nützliches tun. Nach der Schulzeit am Gymnasium Othmarschen wird sie ab September ein freiwilliges Jahr in Weißrussland verbringen. In dem osteuropäischen Land, das seit 1994 autoritär von Alexander Lukaschenko regiert wird, wird die Abiturientin, die mit Eltern und älterem Bruder in Ottensen lebt, eine Initiative unterstützen, die sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinandersetzt und praktische Hilfe für NS-Überlebende leistet. Lisa hat für ihren Einsatz die 2008 gegründete staatliche weißrussische Stiftung „Verständigung“ ausgesucht, die sich vor allem um die Auszahlung deutscher Entschädigungen an NS-Opfer kümmert und vor Ort mit anderen Projekten zusammenarbeitet. Dort wird sie im Büro arbeiten, aber auch Opfer des Nationalsozialismus in ihrem Alltag unterstützen und in der Geschichtswerkstatt des ehemaligen Ghettos Minsk tätig sein. Aufarbeitung erst seit den 1990er Jahren Dafür lernt sie derzeit fleißig Russisch. „Wenn meine Sprach-

Nach dem Abi nach Weißrussland Lisa Hohmeier sucht Unterstützer für ein „freiwilliges Jahr“ in Osteuropa

Lesung: Nachts ist es leise in Teheran NEUSTADT. Die in Berlin lebende iranische Autorin Shida Bazyar stellt am Sonntag, 18. Juni, im Rahmen einer Benefizlesung im Ledigenheim, Rehhoffstraße 1-3, ihren mit dem Ulla-Hahn-Autorenpreis ausgezeichneten Familienroman „Nachts ist es leise in Teheran“ vor. Der Eintritt ist frei, um eine Spende für das Ledigenheim wird gebeten. Beginn: 18 Uhr. EW

Möchte jetzt in Weißrussland helfen und später vielleicht Sozialarbeit studieren: Lisa Hohmeier aus Ottensen. FOTO: PR

kentnisse bis zu meinem Freiwilligenjahr gut genug sind, darf ich auch Zeitzeugengespräche vorbereiten und durchführen“, freut sie sich. Eine Aufarbeitung des Nationalsozialismus habe in Weißrussland erst in den 1990er-Jahren stattgefunden. Deshalb seizum Beispiel die Geschichtswerkstatt ein sehr wichtiger Ort für Überlebende des Nationalsozialismus, damit sie

das Schweigen brechen können und das Erlebte auch an nachfolgende Generationen weitertragen könnten. Damit das klappt braucht Lisa Hohmeier 15 Unterstützer, die ihr ein Jahr lang jeden Monat 15 Euro zahlen, insgesamt also 180 Euro für jeden Paten. So – und durch zusätzliche eigene Geldbeträge – tragen die Freiwilligen selbst zur Finanzie-

rung ihrer Projekte bei. Organisiert wird das ganze von der gemeinnützigen „Aktion Sühnezeichen Friedensdienste“ ASF. Die Organisation bietet 180 Projektplätze für Freiwillige in 13 verschiedenen Ländern an. Seit 1958 arbeitet „Sühnezeichen“ daran, den Nationalsozialismus aufzuarbeiten, fordert unter anderem die Entschädigung der NS-Verfolgte-

nund fördert den christlich-jüdischen Dialog. Lisa hofft jetzt auf viel Unterstützung aus der Heimat. „Wer eine Patenschaft für mich übernimmt, bekäme während meines Friedensdienstes zwei Projektberichte von mir, sowie die Zeitschrift „Zeichen“ der ASF, verspricht sie. Interessenten erreichen Lisa unter lillehh@ gmx.de

Altona KW24-2017