Issuu on Google+

Das Kundenmagazin der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich  Ausgabe 2|11

Nadja Zimmermann

Soloköchin mit Stil Seite 24

Naturstrom  07

Erneuerbare Energien im Fokus

Der Traum vom Fliegen  11 Neue Technologien in Sicht

Ferienparadies Schweiz  30 Umweltverträgliche Ferientipps


Tag der offenen Tür Samstag, 9. Juli 2011 10 bis 16 Uhr

Willkommen bei den EKZ Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) sind einer der grössten Energieverteiler in der Schweiz. Kommen Sie zu uns nach Dietikon und lernen Sie uns kennen. Erleben Sie den EKZ Stromparcours und schauen Sie hinter die Kulissen einer sicheren Energieversorgung. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Tag der offenen Tür bei den EKZ auf dem Areal Dietikon EKZ, Überlandstrasse 2, 8953 Dietikon Samstag, 9. Juli 2011, 10 bis 16 Uhr Es sind keine Parkplätze vorhanden, bitte reisen Sie mit dem öffentlichen Verkehr an. (Das EKZ Gelände ist nur 5 Gehminuten vom Bahnhof entfernt.) Weitere Informationen auf www.ekz.ch

www.ekz.ch


Inhalt & Editorial

18

03

07

14 Liebe Leserin Lieber Leser

30

Die Ereignisse der letzten Wochen in Japan machen bewusst, wie fragil das Gleichgewicht in unserer technisierten Welt ist. Die Ver­ kettung mehrerer Katastrophen bedeutet nicht nur für Japan einen Einschnitt, sondern für die ganze Welt. Ein Gefühl der Unsicherheit macht sich breit. Wie geht die Gesellschaft mit der Situation um? Was kann jeder Einzelne bewirken? Ist eine sichere Stromversorgung nur mit erneuerbaren Energien überhaupt möglich?

Heimisches Ferienparadies

Die EKZ engagieren sich schon seit längerem mit verschiedenen Projekten im Bereich neue erneuerbare Energien. Neben unseren Naturstrom-Produkten betreiben wir unter anderem die Solarstrombörse und verschiedene Pilot- und Demonstrationsanlagen im B ­ ereich Biomasse sowie eine PhotovoltaikReferenzanlage in Dietikon. Zudem testen die EKZ das Potenzial von Kleinwindanlagen.

Rat & Tat

04 Wie viel Strom braucht es, um mein Handy aufzuladen? 05 Kühl- und Gefriergeräteaktion

Politik & Wirtschaft

Wind und Sonne haben grosses Potenzial. In den nächsten 10 bis 20 Jahren jedoch wird die Versorgungssicherheit allein damit nicht gewährleistet werden können. Erst recht nicht in der Schweiz allein. Hinzu kommt, dass die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien den Strompreis verteuern wird.

07 Naturstrom um die Ecke

Wissen & Technik

11 Fliegen mit Strom 14 Urbane Landwirtschaft

Haushalt & Wohnen

17 Gärtnern macht Spass 18 Rustikal ist auch modern 22 Jetzt wird ausgemistet – aber mit System!

Die energiepolitische Diskussion darüber, wie der Strommix der Schweiz in Zukunft aus­ sehen wird, kann noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Denn wie die Zusammensetzung der Energiequellen auch sein wird, eine einfache Lösung gibt es nicht.

Familie & Freizeit

24 Mit beiden Beinen mitten im Leben 26 Leuchtende Blütenpracht 27 Vor der Heimkehr zur Einkehr 30 Wozu in die Ferne schweifen?

Esther Leuenberger Unternehmenskommunikation EKZ Leserangebot Mit Saft & Kraft auf den Spuren der Mausohren.

Seite 33 Titelbild © Giorgia Müller


Wenn’s um Energie geht, sind wir für Sie da: an 365 Tagen, rund um die Uhr, in 4 Netzregionen und 32 Eltop Fachgeschäften. EKZ 24-Stunden-Störungsdienst Rufnummer 0800 359 359 (kostenfrei): – bei Stromausfall – bei Schäden an Freileitungen – Meldung defekter Strassenlampen EKZ Eltop 24-Stunden-Service Rufnummer 0848 888 788 (kostenfrei) Service garantiert innerhalb von 60 Minuten nach Ihrem Anruf: – bei Störungen der Hausinstallation – bei Defekten und Funktionsstörungen an Elektrogeräten EKZ Kundendienst Rufnummer 058 359 55 22 Servicetelefon für fachkundige Beratung: – Wohnungswechsel – EKZ Stromprodukte – Stromrechnung EKZ Energieberatung Rufnummer 058 359 11 13 – Beratung zu Fragen des effizienten ­Energieeinsatzes Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) Dreikönigstrasse 18, Postfach 2254 8022 Zürich, Telefon 058 359 11 11 www.ekz.ch info@ekz.ch oder eltop.ce@ekz.ch

Impressum Herausgeber: EKZ, Dreikönig­strasse 18 Postfach 2254, 8022 Zürich Verantwortlich: Esther Leuenberger Gesamtrealisation: Visiolink AG Mühlebachstrasse 52, Postfach, 8032 Zürich Art Direction: Beat Kühler Redaktionsleitung: Christoph Abt, Irene M. Wrabel Redaktionsadresse: Saft & Kraft Mühlebachstrasse 52, Postfach, 8032 Zürich redaktion@saft-kraft.ch, Telefon 044 268 12 99 www.saft-kraft.ch Anzeigen/Druckmaterial: Deni Lechmann deni.lechmann@visiolink.ch, Telefon 044 268 12 50 Erscheinungsweise: vierteljährlich, 6. Jahrgang, 250 000 Exemplare Für unverlangt eingesandte Unterlagen (Manuskripte, F­ otos, Waren usw.) lehnen wir die Verantwortung ab. ­Nachdrucke, auch auszugsweise, sind nur mit schrift­ licher Genehmigung des ­Herausgebers erlaubt. ­Exemplare von Saft & Kraft können bei der Redaktion ­unter 044 268 12 99 nachbestellt werden.

Gut zu wissen

Sie fragen – wir antworten «Was muss ich berücksichtigen, wenn ich in die Ferien gehe?»

© Foto: Marzanna Syncerz/Fotolia

Ihr Draht zu den EKZ

Testen Sie Ihr Energiewissen und ge­winnen Sie ein Elektrovelo oder ein GA der SBB: www.ekz.ch/energiequiz

Aus energetischer Sicht ist es ganz einfach: Alle elektrischen Geräte, welche nicht be­ nötigt werden, ganz abschalten. Unterhaltungselektronik wie Fernseher, DVD-Player

sowie auch IT-Einrichtungen wie PC, Router und Drucker können ganz vom Netz ge­ trennt werden. Aber auch den Kühlschrank kann man abstellen, sofern man diesen vor den Ferien geleert hat. Die gros­sen Ersparnisse liegen in den Wärmeanwendungen wie beispielsweise der ­Heizung: Während der Ferien die Raumtemperatur absenken, denn jedes Grad weniger spart 6 Prozent Heizenergie. Falls Sie auch Einfluss auf die Warmwasseraufbereitung und die Verteilung (Begleitheizung oder Zirkulation) nehmen können: abstellen, denn hier gehen sonst einige Kilowattstunden nutzlos verloren. ■

«Wie viel Strom braucht es, um mein Handy aufzuladen?» Die Energiemengen, die in einem Handy ge­ speichert werden können, sind relativ ge­ ring. Ein normales Handy hat einen Akku, der etwa 4 Wh (Wh=Wattstunden) an Energie abgeben kann. Da der Ladevorgang nicht verlustfrei ist, braucht es für das Laden aus der Steckdose jedoch rund 6 Wh, um ein komplett entladenes Handy wieder ganz auf­zuladen. Das kostet im Hochtarif 0,13 Rappen, im Niedertarif 0,07 Rappen. Ein Handy ist normalerweise nach 2 Stunden voll geladen. Auch wenn die neuen Ladege­ räte fast keine Standbyverluste mehr haben, ist es eine gute Praxis, nach dem Lade­vor­ gang das Lade­gerät vom Netz zu trennen. ■

© Foto: MarcoBagnoli Elflaco/Fotolia

04

Rat & Tat

«Wem gehört der Stromzähler?» Der Stromzähler ist Eigentum der EKZ. Die EKZ haben rund 300 000 Haushalt-Stromzähler im Einsatz. Von einfachen, elektromechanischen Zählern bis zu modernen, rein elektronischen Zählern. Die EKZ sind dafür besorgt, dass die Zähler richtig ­messen. Dies wird mit einer statistischen Methode überprüft. Die Zähler sind in rund 100 Losgruppen unterteilt. Alle fünf Jahre werden jedem Los 40 Geräte entnom­ men und ganz genau geprüft und nachgemessen. Sollten sich bei der Prüfung zu grosse Abweichungen zeigen, dann müssen innert einem Jahr alle Zähler des Loses ersetzt oder nachjustiert werden! Das ganze Prozedere wird vom Bundesamt für Metrologie (METAS) überwacht und freigegeben. ■

Haben Sie Fragen zum Thema Energie? André Montani, EKZ Energieberater Schreiben Sie uns: Saft & Kraft, EKZ Energieberatung Postfach 2254, 8022 Zürich Oder per E-Mail an: energieberatung@ekz.ch Oder rufen Sie uns einfach an: Telefon 058 359 11 13


© Fotos Tiere: Fotolia: arokhy, Otto Durst, salmagundi

Rat & Tat

05

Aktiver Naturschutz: EKZ installieren Nisthilfen.

Neue Funktion für Trafostation

AMZ Racing Team

Nistplätze für Vögel

Neuer E-Bolide

Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit gehen bei den EKZ oft Hand in Hand. Vogelschutz hat bei den EKZ auch beim Leitungsbau einen hohen Stellenwert, da einige Stromaus­ fälle der Vergangenheit durch Vogelflug verursacht wurden. Diesbezüglich besteht jedoch in Dachsen mit seinen unterirdischen Leitungen keine Gefahr. Denn im 2000-Seelen-Dorf im Weinland steht eine etwa 100 Jahre alte EKZ Trafostation, deren Leitungen bereits seit Ende der 1980er Jahre unterirdisch verlaufen. Roger Brunschwiler, Feldornithologen und Mitglied im Naturschutzverein Dachsen, beobachtet oft vom Weinberg aus die Vögel in der Umgebung. Dabei stellte er fest, dass ein Turmfalke die verbliebenen Metallstreben der Freileitungen häufig als Aussichtspunkt nutzte. Dies war ausschlaggebend für die Anfrage bei den EKZ, an der Turmstation Nisthilfen anzubringen. Wo immer möglich bieten die EKZ Hand, um die Anliegen von Umwelt- und Naturschützern zu berücksichtigen. So auch in Dachsen, wo der ortsansässige Naturschutzverein gemeinsam mit den EKZ Anfang März Nisthilfen für verschiedene Vogelarten gebaut und am Turm angebracht hat. Die künstlichen Nisthilfen sind nicht nur für den Turmfalken, sondern auch für Hausrotschwänze, Mehlschwalben und Fledermäuse gedacht, insgesamt wurden 14 künstliche Nisthilfen an der Turmstation befestigt. Alle Augen sind nun auf den Turm gerichtet, ob sich die Schwalben nach ihrem Winter­ aufenthalt in Afrika im neuen EKZ Heim niedergelassen haben und ob der Turmfalke gleich für mehrere Jahre bleiben wird. ■

Innovationsförderung und die Förderung des Fachkräftenachwuchses sind den EKZ wichtig. Deshalb unterstützen sie das Projekt «Formula Student Electric» des Akademischen Motorsportvereins Zürich (AMZ).

EKZ Umwelt-Förderprogramm

Aktion für Kühl- und Gefriergeräte Kühlschränke und Tiefkühlgeräte verbrauchen unge­ fähr 18 Prozent Strom eines Haushalts. In vielen Fällen lohnt es sich, den alten Kühlschrank oder die alte Kühltruhe durch neue Geräte der Energieeffizienzklasse A++ oder A+++ zu ersetzen. Denn neue, energieeffiziente Modelle verbrauchen oft nur halb so viel Strom wie ältere. Diese Investition macht sich schnell durch eine tiefere Stromrechnung bezahlt. Stromkunden der EKZ können im Mai und Juni 2011 doppelt profitieren: Für ein Gerät der Effizienz­­ klasse A++ erhalten Sie einen Beitrag von 200 Franken, wenn Sie ein Gerät der Effizienzklasse A+++ kaufen, unterstützen wir Sie mit 300 Franken. Eine Liste aller durch die EKZ förderberechtig­ten Kühlund Gefriergeräte ist unter www.topten.ch publiziert oder in den EKZ Eltop Fachgeschäften einzusehen. Weitere Informationen zur Aktion Kühl- und Gefrier­geräte A++/A+++ im Internet unter www. ekz.ch/kundenaktion oder in Ihrem nächsten EKZ Eltop Fachgeschäft www.ekz.ch/eltop ■

«novena», Nachfolger des erfolgreichen ­Vorjahresmodells «furka».

Kühlgeräte: Der Ersatz zahlt sich oft schnell aus.

In der kommenden Saison 2011 geht das AMZ Racing Team mit dem elektrischen Rennauto «novena», einer Weiterentwicklung des Vorjahresmodells «furka», an den Start. Sämt­ liche Bauteile wurden überarbeitet, wobei besonderes Augenmerk auf das Fahrzeug­ gewicht sowie die Art und Positionierung der Akku-Boxen gelegt wird. Der «novena» soll rund 10 % leichter werden als sein Vorgänger. Diese Verbesserung resultiert nicht zuletzt aus der Beschränkung auf nur mehr eine statt bisher zwei Akku-Boxen. Dank erhöhter Effizienz des Antriebsstrangs sowie dem ­geringeren Gewicht kann die mitgeführte Energiemenge reduziert werden. Der diesjährige Rollout wird am 9. Juni 2011 stattfinden. Einen Monat später, vom 14. bis 17. Juli 2011, hat der «novena» dann seine erste Bewährungsprobe im englischen Silver­ stone.


06

Rat & Tat

Call Center Manager 2011

EKZ Kundendienst ­ausgezeichnet Francesco Canzano, Leiter des Kundendienstes der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ), wurde als Call Center Manager Schweiz des Jahres 2011 ausgezeichnet. Eine Fach­ jury von Call-Center-Experten hat den EKZ Kundendienstleiter Ende Februar an der Call Center World in Berlin ausgewählt. Canzano erhielt die Auszeichnung für das Pro­ jekt «Qualitätsoffensive», mit dem er den EKZ Kundendienst in den vergangenen vier Jahren auf die bevorstehende Strommarkt­ liberalisierung vorbereitete. Im Zuge dieses Projekts gelang es ihm, wesentliche Ver­ besserungen in der telefonischen und schrift­ lichen Kundenbetreuung zu erzielen. Um festzustellen, wo Verbesserungsbedarf besteht, werden diverse Analysen, wie zum Beispiel Testanrufe, durchgeführt. So bilden die EKZ den Kundendienst gezielt weiter, sei es bei der Gesprächsführung, beim Umgang mit schwierigen Situationen oder bei den Produkten und Dienstleistungen der EKZ.

Francesco Canzano, Call Center Manager des Jahres 2011. «Nur durch kontinuierliche Weiterbildung entsteht ein qualifizierter Kundendienst», so Canzano. Inzwischen beantwortet der EKZ Kundendienst jährlich rund 140 000 Telefonate, Briefe oder Mails und regelt 80 000 Umzüge. Canzano ist stolz auf seinen Kundendienst: «Wir sind die Visitenkarte der EKZ und sind jetzt schon gut positioniert für den freien Strommarkt. Das widerspiegelt sich im positiven Feedback unserer Kunden.» Der CAt-Award für den Call Center Manager des Jahres wird vom Management Circle (Veranstalter der Call Center World Berlin) sowie von der Fachzeitschrift «Call Center Profi» jährlich für die Länder Deutschland, Österreich und Schweiz vergeben. Weitere Informationen auf: www.onetoone.de

Cinéma Solaire: Das Richtige für Nostalgiker und Romantiker.

Cinéma Solaire

Öko-Vergnügen unter Sternenhimmel Ein Wanderkino fast wie zu Grossvaters Zeiten: Zwei junge Männer packen ein portables Kino in ihre beiden Veloanhänger und fahren durch die Gegend. Wenn es mal lange Strecken zu bewältigen gibt, verladen sie einfach alles auf den Zug. An lauschigen Orten machen sie Halt und zeigen einen ihrer alten Streifen. Mit dabei sind neben einem alten 16-Millimeter-Projektor und einer Leinwand auch zwei Solarmodule zur Stromgewinnung. Mehr braucht es nicht: Zum Kinovergnügen bringen die Zuschauer ihre Klappstühle und Kissen gleich selber mit. Seit vier Jahren tingeln Christof Seiler und Reto Schmid in den Sommermonaten durch verschiedene Schweizer Städte und machten auch Halt auf dem Mont Soleil oder auf dem Weissenstein bei Solothurn. Ihr portables «Cinéma Solaire» betreiben sie mit Sonnenenergie. Den ganzen Tag über werden die beiden Solarmodule an der Sonne aufgeheizt und gewinnen so Strom, der am Abend mit 300 Watt pro Stunde den alten 16-Millimeter-Projektor antreibt. «Diese Mischung aus Kultur und Ökologie, verbunden mit 16-Millimeter-Filmnostalgie, macht die Faszination des Solarkinos aus», vermutet Christof Seiler. Schmid schätzt das Einfache am Solarkino: «Für andere Open-Air-Kinos braucht es eine riesige Organisation und Infrastruktur, mit der ein Platz völlig zugestellt wird. Bei uns geht alles schnell und unkompliziert.» Im Gepäck mit dabei haben sie meist ältere, fast vergessene Filme, die noch im Schmalfilmformat erhältlich sind. Vom 7. Juni bis zum 9. Juli 2011 wird das «Cinéma Solaire» im Kanton Zürich unterwegs sein. Alles zu Orten und Terminen finden Sie auf der Website www.cinema-solaire.ch ■

EKZ Schulagenda

Mit Energietipps durchs Schuljahr Sechs EKZ Moderatoren sind im ge­­samten Kanton Zürich ­ nterwegs, um Schülerinnen und Schülern Grundwissen u 2011 2012 zum Thema Energie zu vermitteln. Ihre Erfahrungen zeigten, dass Kinder und Jugendliche ein praktisches Arbeitsmittel für die ­Organisation ihres Schulalltags benötigen. So entstand die EKZ Schulagenda. «Sie ist bei den Schülern sehr beliebt, denn sie ist informativ und unterhaltend zugleich», sagt Sekundarlehrer Markus Zehnder aus Dietikon. Bereits zum sechsten Mal in Folge bieten die EKZ ihre kostenlose EKZ Schulagenda an. Darin finden sich neben Porträtbildern von Schülern aus dem ganzen Kanton auch viele nützliche Informationen zu energie­effizientem Handeln im Alltag. ■ Agenda-2011_2

012-Titelseite-v5

.indd 1

05.04.11 13:56

Mehr über Energie in der Schule erfahren Sie hier: www.ekz.ch/energiewissen Die kostenlose EKZ Jugendagenda bestellen Sie auf: www.ekz.ch/agenda


Politik & Wirtschaft

07

Naturstrom um die Ecke Mit den Naturstromprodukten haben EKZ Kunden die Möglichkeit, auf erneuerbaren Strom aus dem Kanton Zürich zu setzen – aus 150 Solarstromanlagen, 4 Wasserkraftwerken und 3 Anlagen, die aus Biomasse Strom generieren.

W

as für Strom kommt aus meiner Steckdose? Diese Frage stellen sich seit den Vorkommnissen im Kernkraftwerk Fukushima in Japan viele Konsumentinnen und Konsumenten, auch hierzulande. So sind auch bei den EKZ die Anfragen von Kunden sprunghaft gestiegen, die sich für Strom aus erneuerbaren Quellen interessieren. «Mit unseren Naturstromprodukten haben die Kunden die Wahl», erklärt Hans-Jörg Aebli, Leiter Produktmarketing Strom bei den EKZ. «Wir können die aktuell steigende Nachfrage nach Naturstrom ohne Probleme decken.»

Immer beliebter: Strom aus erneuerbaren Quellen.

Sollte der Verkauf von Naturstrom weiter sehr stark anziehen, müssten jedoch zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden; gar den ganzen Energiebedarf der Zürcher Bevölkerung mit Naturstrom zu decken, ist kurz- und mittelfristig nicht realisierbar.

Solarstrom aus dem Kanton Zürich Unter der Marke «Naturstrom» verkaufen die EKZ Elektrizität aus Wasserkraft, Solarenergie und Biomasse, produziert im Kanton Zürich und in angrenzenden Regionen. Bereits seit 1997 betreiben die EKZ eine Solar­strombörse. «Wir wollten Kunden

­unter­stützen, die sich mit dem Bau einer Solaranlage für erneuerbare Energien engagieren», erklärt Aebli. Zu den Produzenten der ersten Stunde gehört Dieter Kaltenbach aus Wernetshausen. Seine Solarstrom­anlage auf den Dächern seines Wohnhauses und benachbarter Geschäftsgebäude produziert seit 1998 Elektrizität für die Solarstrom­ börse. Die EKZ bezahlen dem Logistikunter­ nehmer einen kostendeckenden Preis für den Solarstrom und verkaufen diesen an Solarstrombezüger. Mit einer Jahresproduk­ tion von rund 26 000 Kilowattstunden liefert Kaltenbachs Solaranlage so viel Strom, wie

© Foto: Plainpicture

Text: Irene Bättig


08 etwa sechs Vierpersonenhaushalte verbrauchen. Aktuell umfasst die Solarstrombörse 150 Produzenten, vom Einfamilienhausbesitzer mit einer Kleinanlage von zehn Quadratmetern über Immobilienverwaltungen, die mehrere Liegenschaften mit Solarmodulen ausgestattet haben, bis hin zum Solarunternehmen, das eine Grossanlage auf einem Logistikzentrum betreibt und Elektrizität für bis zu 40 Haushalte bereitstellt.

Der Kunde wird Produzent Wie die Vielfalt der Anlagebetreiber zeigt, steht die EKZ Solarstrombörse grundsätzlich allen Produzenten im Kanton Zürich offen. Wer eine Photovoltaikanlage plant, kann sich jederzeit für die EKZ Solarstrombörse bewerben beziehungsweise an der regelmässig stattfindenden Online-Aus­ schreibung beteiligen. Ausgewählt werden die effizientesten Projekte, die am günstigsten Strom produzieren. Anlässlich der

letzten Online-Ausschreibung 2010 haben 16 Anlagen einen Zuschlag erhalten. Deren Eigentümer können den produzierten Strom nun während zehn Jahren zum vereinbarten Preis an die EKZ liefern. Unter den neuen Solarstromlieferanten ist auch die Gemeinde Egg, die auf dem Feuerwehrgebäude knapp 480 Quadratmeter Solarmodule installiert hat. Seit Herbst 2010 in Betrieb, soll die Anlage so viel Strom ins Netz einspeisen, wie 14 Haushalte konsumieren.

Interview mit Urs Rengel, CEO der EKZ

«Energie sparen können wir nur, wenn wir genügend Strom haben» Die Ereignisse in Japan haben die energiepolitische Diskussion in der Schweiz an einen Wendepunkt geführt. Wie beurteilt EKZ CEO Urs Rengel die Situation? Wie beurteilen Sie die Auswirkungen von ­Japan auf die Zukunft der schweizerischen Stromversorgung? Die Ereignisse in Japan werden direkte Auswirkungen auf die zukünftige energiepolitische Weichenstellung der Schweiz haben. Eine neue Energiepolitik wird jedoch nicht von heute auf morgen definiert werden können. Offensichtlich ist, dass sich für den Bau von Ersatzkernkraftwerken in den nächsten Jahren keine politische Mehr­ heit finden wird. Klar ist aber auch, dass es keine einfachen Lösungen geben wird. Man wird die Vor- und die Nachteile der verschiedenen Technologien, die Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit und deren politische Akzeptanz sorgfältig abwägen müssen. Immer mehr Stimmen fordern einen Umstieg auf erneuerbare Energien. Steigt auch die konkrete Nachfrage? Ja, sogar deutlich. In den ersten vier Wochen nach der Katastrophe in Japan sind fast 1200 Bestellungen für EKZ Naturstrom oder EKZ Aquastrom bei uns eingegangen. Das ist rund zehnmal mehr als im gleichen Zeitraum im vergangenen Jahr. Wäre eine sichere Stromversorgung nur mit erneuerbaren Energien überhaupt möglich? Dank unserer Wasserkraft haben wir in der Schweiz im Vergleich zu den allermeisten anderen Ländern bereits einen sehr hohen Anteil an erneuerbarer Energie. Trotzdem müssen wir deutlich sehen, dass der geforderte Umstieg auf eine Vollversorgung mit erneuerbaren Energien in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren kaum möglich sein wird, erst recht nicht mit einer reinen

Urs Rengel, CEO der EKZ. Inlandproduktion. Damit wir genügend Strom und genügend elektrische Leistung haben, werden wir noch für längere Zeit auf nicht erneuerbare Energieträger und ins­ besondere auch auf Grosskraftwerke an­ gewiesen sein. Nach dem Wegfallen der Option Kernenergie werden dies am ehesten Gaskombi-Kraftwerke sein, die jedoch den Nachteil einer relativ hohen CO2-Belastung haben. Warum reicht ein forcierter Zubau in der Schweiz allein auch längerfristig nicht aus? Weil hierzulande die Ressourcen mit Ausnahme der Photovoltaik beschränkt sind. Zudem brauchen wir für eine sichere Strom­ versorgung die Leistung genau an den kalten und sonnenarmen Wintertagen. Die Investitionen sollten zudem aus gesamtschweizerischer Sicht Sinn machen. Auch bei erneuerbaren Energien sollte also der Franken dort investiert werden, wo er am meisten bringt, das heisst dort wo es viel Wind (Nordeuropa) und sehr viel Sonne hat. Es macht ja keinen Sinn, wenn wir ­innerhalb der Schweizer Grenzen einen riesigen überteuerten Park an hoch ökologischen Kleinstkraftwerken aufbauen und den Strompreis stark verteuern und so

e­ inen Standortnachteil der Schweiz bewirken. In einem liberalisierten Strommarkt müsste zudem verhindert werden, dass der Kunde dann einfach billigen Kohlestrom aus Deutschland einkauft. Können wir denn nicht einen Teil des ­Problems mit Sparen lösen? Die effiziente Anwendung des Stroms ist von zentraler Bedeutung. Hier braucht es weitere Anstrengungen und Massnahmen. Die EKZ engagieren sich bereits seit Jahren stark in diesem Bereich. Der grösste Hebel zur Erreichung unserer Klimaziele ist aber die Sanierung unserer Gebäude. Diese müssen wir besser isolieren und wir müssen die fossilen Brenn­stoffe besser ausnützen. Ich bin überzeugt, dass in 50 Jahren niemand mehr fossile Brennstoffe in Heizungen von Einfamilienhäusern oder Automotoren verschwenden darf. Denn wenn man zum Beispiel aus Erdöl zuerst Strom erzeugt, mit dem erzeugten Strom Wärmepumpen betreibt und die Abwärme aus dem Kraftwerk zusätzlich in einem Fernwärmenetz nutzt, holt man ein Mehrfaches an Wirkung aus derselben Menge Öl heraus und kann erst noch gezielter Feinstaub verhindern. Der Umweg über den Strom verbessert also die Gesamtenergieeffizienz massiv. Diese Tatsache führt eben genau dazu, dass der Stromverbrauch trotz Stromsparbemühungen eher zu- als abnehmen wird, vom Bevölkerungswachstum gar nicht zu reden. Etwas pointiert formuliert: Energie sparen und unsere Umweltziele erreichen können wir nur, wenn wir genügend Strom haben. ■


Politik & Wirtschaft

Zwei Drittel der Energieproduktion kauft die Gemeinde Egg den EKZ für den Eigenverbrauch wieder ab und deckt damit zehn Prozent des Stromverbrauchs der verwaltungseigenen Liegenschaften. Die Gemeinde will mit dem Projekt Vorbild sein und Privatpersonen motivieren, erneuerbare Ener­gien zu fördern.

Strom aus vielen Quellen Der Strom aus unterschiedlichen Quellen fliesst durchs Netz zum Kunden.

Kernenergie Windkraft

Holzkraft

Staatliche Förderung Alternativ zur EKZ Solarstrombörse können in Planung stehende Photovoltaikanlagen auch für die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) angemeldet werden, mit welcher der Bund seit 2009 erneuerbare Energien fördert. Die KEV garantiert den Betreibern von Photovoltaikanlagen, dass sie den produzierten Strom während 25 Jahren zu einem garantierten Preis verkaufen können. Finanziert wird die KEV über eine Abgabe auf dem gesamten Strom: Für jede verkaufte Kilowattstunde wird allen Konsumenten in der Schweiz aktuell ein Zuschlag von 0,45 Rappen exklusive Mehr­ wertsteuer verrechnet. Dieses Geld fliesst in einen Fonds, mit dem die Mehrkosten für Strom aus erneuerbaren Quellen bezahlt werden. Von der Anmeldung bis zu

09

Erdwärme

Verbraucher Privat/Gewerbe

Sonnenenergie

Biomasse

Kehrrichtverwertung

Wasserkraft

einem positiven Bescheid können allerdings drei bis fünf Jahre vergehen. Denn mittlerweile ist die Warteliste bei Photovoltaikanlagen auf über 8000 Projekte angewachsen (Stand Ende März 2011).

Solarstrom ist nach wie vor die teuerste erneuerbare Energie, obwohl die Preise am Sinken sind: Kostete eine Kilowattstunde Solarstrom vor 13 Jahren noch 1.20 Franken, erreichen heute auch kleinere Anlagen Her­

Solarstrom produzieren – einige Fakten EKZ Solarstrombörse: Online bewerben © Foto: Ingo Bartussek/Fotolia

Technik: Zur Stromgewinnung von der Sonne werden sogenannte Photovoltaikmodule eingesetzt. Sie wandeln die Energie des Sonnenlichts direkt in elektrische Energie um. Sie sind nicht zu verwechseln mit Sonnenkollektoren, welche die Solarwärme nutzen, um Wasser zu erwärmen oder die Heizung zu unterstützen. Effizienz: Heutige Photovoltaikmodule erreichen einen Wirkungsgrad von bis zu 20 Prozent. Das heisst, dass sie einen Fünftel der auf einer Fläche eintreffenden Sonnenenergie in Elektrizität umwandeln. Zur Installation einer Solaranlage ist ein Dach mit einer Ausrichtung von Südost bis Südwest und einer Neigung von 30 bis 60 Grad ideal. Der Einfluss der Schräge und der Abweichung von Süden ist jedoch relativ moderat: Ein direkt gegen Westen gerichtetes Dach mit einer Neigung von 30 Grad produziert etwa 15 Prozent weniger Strom als eine optimal ausgerichtete Anlage. Lebensdauer und graue Energie: Eine Solaranlage hat eine Lebensdauer von rund 30 Jahren. In drei bis fünf Jahren produziert sie so viel Energie, wie zum Bau der Anlage notwendig war. Ertrag und Kosten: Bei optimaler Ausrichtung produziert eine Solarstromanlage in

Wer im Kanton Zürich eine Solarstrom­ anlage realisiert, kann sich jederzeit für die EKZ Solarstrombörse bewerben. Wird ein Produzent aufgenommen, kann er ­seinen Solarstrom den EKZ während zehn Jahren zu einem kostendeckenden Preis verkaufen. Es werden diejenigen ­Anlagen ausgewählt, die Solarstrom effi­ zient und damit günstig produzieren. Für die Online-Ausschreibung 2011 der ­Solarstrombörse können Sie sich schon heute anmelden: www.solarstrom.ch

unseren Breitengraden zwischen 900 und 1000 Kilowattstunden pro Kilowatt installierter Leistung. Um ein Kilowatt Leistung zu erzielen, braucht es rund 8 Quadratmeter Solarmodule. Für diese Fläche muss

mit Kosten von 6000 bis 8000 Franken gerechnet werde, je nach Grösse der Anlage und nach Art der Installation. Um den jährlichen Strombedarf eines durchschnittlichen Vierpersonenhaushalts von rund 4500 Kilo­wattstunden zu decken, braucht es also eine Solarstromanlage mit einer Fläche von 36 Quadratmetern. Kostenpunkt: 27 000 bis 36 000 Franken. Bewilligungen: Zu beachten ist, dass verschiedene Bewilligungen notwendig sind, in der Regel eine kommunale Baubewilligung sowie Kontrollen und Abnahmen durch den lokalen Energieversorger. Netzanschluss und Vergütung: Solarstromanlagen werden in der Regel ans Netz angeschlossen, wobei der Energieversorger verpflichtet ist, den Strom zu übernehmen. Wer den Strom nicht über eine Solarstrombörse verkaufen kann oder (noch) nicht zur kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) des Bundes zugelassen ist, erhält zwischen 5 und 10 Rappen je nach Marktpreis. Eine Ausnahmeregelung besteht für Kleinanlagen bis zu einer Leistung von 3 Kilowatt, die einen Preis in der Grössenordnung des Strombezugspreises erhalten. Die genauen Verrechnungsmodalitäten sind in den Richtlinien des Bundesamtes für Energie geregelt. ■


10

Politik & Wirtschaft

stellungskosten von unter 60 Rappen pro Kilowattstunde. Weil die Solarzellen immer effizienter werden und die Module gleichzeitig immer günstiger produziert werden können, rechnet die Branche auch künftig mit weiter sinkenden Preisen.

Naturstrom-Produkte der EKZ

Wasserkraft: beschränktes Ausbau­ potenzial Die günstigste und zugleich die wichtigste erneuerbare Energie der Schweiz ist die Wasserkraft. So stammt auch der weitaus grösste Teil des EKZ Naturstroms aus dieser Quelle. Zum Beispiel von den drei Wasserkraftwerken der Hermann Bühler AG in Sennhof: Der Hersteller von hochwertigem Qualitätsgarn nutzt bereits seit 1832 Wasser zum Antrieb der Spinnereimaschinen. Die drei Kraftwerke wurden kontinuierlich ­modernisiert und erfüllen seit 2010 die Krite­rien für EKZ Naturstrom. Die Anlagen produzieren jährlich rund 2,5 Millionen Kilo­wattstunden Strom, was dem Verbrauch von rund 550 Vierpersonenhaushalten entspricht. Solche Kleinwasserkraftwerke bergen ein bedeutendes Ausbaupotenzial. Waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der Schweiz rund 7000 Klein- und Kleinstwasserkraftwerke in Betrieb, sind es heute nur noch deren 1000. Manche Standorte könnten wirtschaftlich und ökologisch wiederbelebt werden. Das Bundesamt für Energie geht davon aus, dass mit dem Bau neuer Kleinwasserkraftwerke rund 2200 Millionen Kilowattstunden pro Jahr zusätz­lich erzeugt werden könnten. Dies entspricht rund 3,5 Prozent des gesamtschweizerischen Strom­ verbrauchs. Allerdings käme diese Energie deutlich teurer zu stehen als Strom aus bestehenden Wasserkraftwerken, deren Investitionen grösstenteils bereits abgeschrieben sind.

Strom, der «nachwächst» Wasserkraft und vor allem Solarenergie liefern im Winter tiefere Erträge. Die Solarstromproduktion schwankt zudem im Tages­ verlauf und ist stark wetterabhängig. Weil Elektrizität nur beschränkt speicherbar ist, kann unser Strombedarf nicht allein mit Solarenergie gedeckt werden. Es braucht andere Energiequellen, um diese Schwankungen auszugleichen. Eine Möglichkeit ist die Stromgewinnung aus Biomasse, zum Beispiel das Holzheizkraftwerk Aubrugg, das seit letzten Oktober EKZ Naturstrom liefert: Es nutzt Holzschnitzel aus dem Kanton Zürich zur Strom- und Wärmegewinnung. Das Holz wird in einer Feuerungsanlage verbrannt. Mit der entstehenden Wärme wird Wasserdampf erzeugt, der eine Turbine antreibt. Anschliessend wandelt ein Generator die Drehbewegungen der Turbine in elektrische Energie um. Bei

Klimaneutral: Stromerzeugung mit Holzschnitzeln. diesem Prozess bleibt Wärme zurück, mit der über Fernwärmenetze rund 20 000 Wohnungen in der Stadt Zürich und in Wallisellen geheizt werden. Weil das Holz im Wald wieder nachwächst, ist dieser Strom klimaneutral: Bei der Verbrennung der Schnitzel wird zwar CO2 freigesetzt, aber nur so viel, wie der Baum während seines Wachstums der Atmosphäre entzogen hat. Holz ist im Kanton Zürich genügend vorhanden: Erst ein Drittel des Energieholzes wurde bis anhin genutzt, der Rest blieb im Wald liegen und vermoderte. Das Holzheizkraftwerk Aubrugg nutzt nun rund die Hälfte dieser einheimischen Ressource und produziert daraus Strom für 10 000 Haushalte. In erster Linie dient das Holzheizkraftwerk Aubrugg der Wärmeerzeugung. Es steht deshalb nur von September bis Mai in Betrieb, also genau dann, wenn die Solar­ anlagen aufgrund der Jahreszeit weniger Strom erzeugen.

Der Weg durchs Stromnetz Ob der Strom aus der Steckdose nun vom Holzheizkraftwerk Aubrugg, von einer Solarstromanlage oder von einem Wasserkraftwerk stammt, merkt der Kunde nicht. Im Stromnetz vermischen sich diese unterschiedlich erzeugten Quellen ähnlich wie Wasser in einem See. Analog dem Vergleich mit Wasser: Die Zuflüsse wären die Produktionsanlagen und die Abflüsse die Stromverbraucher (siehe Seite 9). Mit dem Kauf von Naturstrom nimmt der Kunde direkten Einfluss darauf, wie der Strom produziert wird. «Sie fördern mit ­ihrer Wahl von Naturstrom den Ausbau von erneuerbaren Energien und damit ein nachhaltiges Energiesystem», so Hans-Jörg Aebli. Damit nicht mehr Naturstrom verkauft wird, als die Anlagen produzieren, wird die Produktion jeder Anlage laufend gemessen. Zudem kontrolliert eine unabhängige Prüfstelle die Qualität der Herkunftsnachweise sowie die produzierten Strommengen und vergleicht diese mit den Verkaufszahlen. Somit haben Naturstrom-

EKZ Naturstrom basic kommt aus «naturemade basic»-zertifizierten Wasserkraftwerken im Kanton Zürich, zum Beispiel von der Limmat oder dem Rhein. 5 Prozent stammen zudem aus «nature­ made star»-zertifiziertem Strom aus Wind, Sonne und Biomasse. Der durchschnitt­ liche Aufpreis gegenüber EKZ Mixstrom liegt für eine vierköpfige ­Familie bei rund 6 Franken pro Monat. EKZ Naturstrom star kommt aus «naturemade star»-zertifizierten Anlagen in der Region, die sehr hohe ökologische Anforderungen erfüllen: 80 Prozent aus Wasserkraftwerken, 18 Prozent aus Biomasse- und 2 Prozent aus Solaranlagen. Der durchschnittliche Aufpreis gegenüber EKZ Mixstrom für eine vierköpfige Familie beträgt rund 28 Franken pro Monat. EKZ Naturstrom solar ist reiner ­Solarstrom aus der EKZ Solarstrom­ börse, der von rund 150 «naturemade star»-zertifizierten Produzenten aus dem Kanton Zürich ge­liefert wird. EKZ Naturstrom solar ist im Jahresabonnement ab 50 Franken pro Jahr bzw. für 70 Rappen pro Kilowattstunde erhältlich. Label «naturemade»: Mit der Zertifizierung «naturemade basic» oder «naturemade star» haben Strom­bezüger die Gewissheit, ein Naturstromprodukt zu beziehen, das höchste Qualitätsanforderungen an erneuerbare Energien erfüllt. Die Zertifizierung wird nach eingehender Kontrolle vom ­Verein für umweltgerechte Energie (VUE) verliehen. In seinem Vorstand sind Umwelt- und Konsumentenorganisationen, Ver­bände erneuerbarer Energien, die Wasserwirtschaft und Energieunternehmen vertreten.

kunden sehr wohl einen Einfluss darauf, wie der Strom produziert wird. Bereits zehn Prozent aller EKZ Kunden haben sich aktiv mit der Herkunft ihres Stroms auseinander­ gesetzt und ein ihren Bedürfnissen entsprechendes Stromprodukt gewählt. Davon haben sich rund die Hälfte für ein Naturstromprodukt entschieden – Tendenz steigend. ■


Wissen & Technik

11

Dank den sehr geringen Geräuschemissionen darf man Gleitschirme wahrscheinlich auch in der Schweiz bald mit Elektroantrieben ausrüsten.

Fliegen mit Strom Strombetriebene Flugzeuge – das klingt nach Zukunftsmusik, nicht? Nun, für Gleitschirme und Hängegleiter gibt es bereits heute schon Elektromotoren. Die sind leise, leicht und vielleicht bald auch in der Schweiz zugelassen. Text: Christoph Abt Fotos: Flytec AG

W

ie ein Vogel scheinbar schwerelos durch die Luft zu gleiten – das ist ein uralter Traum der Menschheit. Aber die Gravitation und die Tatsache, dass der Mensch ohne Federkleid zur Welt kommt, erwiesen sich während Tausenden von Jahren als unüberwindbare Hinder­ nisse. Bis 1891 der deutsche Ingenieur und Tüftler Otto von Lilienthal mit einem selbst­ entwickelten Gleitflieger rund 25 Meter durch die Luft flog. Schon ein Jahr später schaffte er mit verbesserten Geräten Flüge von bis zu 300 Metern Weite.

Die Gebrüder Wright, denen 1903 in den USA mit der «Kitty Hawk» die ersten kontrolliert gesteuerten Motorflüge gelangen, hatten sich bei der Konstruktion ihres Apparates in ganz entscheidenden Bereichen auf Grund­­ lagen abgestützt, die Otto von Lilien­thal ent­wickelt hatte. So sind die beiden Ameri­ kaner genau genommen auch die Väter des motorisierten Gleitfliegens.

Als Fliegen noch ein Abenteuer war Doch vorerst dachte noch niemand in solchen Kategorien. Fliegen war Fliegen – und

Motoren bedeuteten Fortschritt. So löste die Erfolgsmeldung aus Nordamerika einen wah­ren Boom aus: Techniker, Ingenieure und Bastler in aller Herren Ländern versuchten sich im Bau von motorisierten Flugmaschinen. Das Ziel war klar: immer höher, schneller und weiter. Die abenteuer­ lichsten Konstruktionen entstanden, und Jahr um Jahr wurden neue Rekorde auf­ge­ stellt. Auch die Schweiz war an vorderster Front mit dabei: Die Genfer Henri und ­Armand Dufaux zählten zu den ganz gros­ sen Flugpionieren und stellten 1910 mit ­einem


12

selbstkonstruierten Doppel­decker einen neuen Distanzweltrekord auf. Heute, 120 Jahre nach dem Erstflug von Otto von Lilienthal, ist das Besteigen eines Flugzeugs für einen rasch wachsenden Teil der Menschheit zur Selbstverständlichkeit geworden. Jährlich legen Millionen und Abermillionen von Passagieren kurze und lange Distanzen in Düsenjets zurück, und das Einzige, was sie dabei interessiert, sind Beinfreiheit, Verpflegung und Unterhaltungsprogramm an Bord. Dass bei jedem dieser Flüge riesige Mengen an Brennstoff verbraucht (pro Passagier zwischen 3 und 6 Liter pro 100 km) und enorm viel CO2 freigesetzt wird, wird meist aus dem Bewusstsein ausgeblendet. Ist der Traum vom ­Fliegen zum Albtraum für die Umwelt geworden?

Fliegen ohne Motorantrieb Nicht für alle. Es gibt sie nämlich immer noch, die wahren Flieger, die lautlos und frei wie Vögel durch die Lüfte schweben wollen. Dank ihnen sind Segelflugzeuge und Hängegleiter zur heutigen Perfektion weiterentwickelt worden, und dank ihnen gibt es Gleitschirme. All diese Fluggeräte haben eines gemeinsam: Sie haben keinen

Motorantrieb, sondern wandeln ganz einfach Höhenverlust in Vorwärtsgeschwindigkeit um. Ein Gleitschirmpilot beispielsweise, der mit der Seilbahn auf einen Berg fährt, um anschliessend ins weit unten liegende Tal zu fliegen, kann pro Meter Höhe, die er während des Flugs verliert, nahezu zehn Meter horizontale Strecke zurücklegen. Bei Hänge­ gleitern ist dieses Gleitverhältnis wesentlich besser, und Segelflugzeuge kön­nen bei gleichem Höhenverlust sogar bis zu 70 Meter weit fliegen. Diese Werte gelten nur bei sogenannter «stiller Luft». Bei Wind werden andere Gleit­ werte erzielt, und bei thermischen Aufwinden, also dem Aufsteigen von warmer Luft, können die Fluggeräte sogar an Höhe zulegen. So ist es bei idealen Bedingungen auch mit einem Gleitschirm möglich, stundenlang in der Luft zu bleiben und dabei mehrere hundert Kilometer zurückzulegen. Die Distanzrekorde für Segelflugzeuge liegen mittlerweile bei weit über 700 km.

Motorisierte Gleiter Aber trotz allen Flugkünsten und Wetterglück hat die Schwerkraft immer das letzte Wort. So ist früher oder später das letzte

«Man muss nicht mehr in die Berge fahren, um zu fliegen. Mit einem solchen Antrieb kann man auch im Flachland starten.» Alois Sigrist, Mitinhaber Flytec AG

Aufwindchen ausgeflogen und der Pilot muss ans Landen denken. Hoffentlich war er während des Flugs weitsichtig genug und kann dort aufsetzen, wo dies ursprünglich auch geplant war. Wenn nicht, dann schiesst ihm unweigerlich der Gedanke durch den Kopf: «Hätte ich jetzt, nur jetzt, ein Motörchen, um den vor mir liegenden Hügelzug zu überfliegen.» Hat er aber nicht, und so muss er wohl oder übel einen neuen Landeplatz suchen. Dies bedeutet dann oft einiges an Improvisation, beispielsweise dann, wenn die Part-


Wissen & Technik

13

Start eines Hängegleiters mit elektrischem Hilfsantrieb.

nerin mit dem Auto in einem anderen Tal auf die Landung ihres Geliebten wartet ... Nun, solche «Motörchen» sind wahr­ schein­­lich bald kein Wunschtraum mehr. So gibt es schon seit etlichen Jahren Gleitschirme und Hängegleiter, die mit Benzinmotor und Propeller ausgerüstet sind – ähnlich wie die «Kitty Hawk» der Gebrüder Wright, nur einfach leichter, ­sicherer und leistungsfähiger. Allerdings sind diese oft ohren­betäu­bend lauten «fliegenden Rasenmäher» der Schweiz (zum Glück) vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) nicht zugelassen.

Die elegante Alternative Aber Anlass zur Zuversicht bleibt. Denn findige Techniker haben mittlerweile sehr leistungsfähige Elektromotoren entwickelt, die flüsterleise einen Leichtbaupropeller antreiben. Zusammen mit Hochleistungsbatterien, Steuerelektronik, Gestänge und Sicherheit wiegt so ein Antriebsaggregat weniger als 30 kg und hat genug gespeicherte Energie für bis zu 45 Minuten ­Motorenbetrieb. Übersetzt für die Gleitschirmfliegerei bedeutet dies: «Man muss nicht mehr in die Berge fahren, um zu ­fliegen. Mit einem solchen Antrieb kann

man auch im Flachland starten», sagt ­Alois ­Sigrist, Mitinhaber der Firma Flytec AG. Ein weiterer Vorteil des Elektroantriebs ist, dass er jederzeit an- oder abgeschaltet werden kann. Hat der Pilot 15 Minuten nach dem Start genug Höhe erreicht, kann er den Antrieb ausschalten und versuchen, sich mit Wind und Thermik weiter in die Höhe zu schrauben. Benötigt er dann während des Flugs einmal zusätzlichen Schub, ist der Elektromotor auf Knopfdruck wieder zugeschaltet. Die stärkste Trumpfkarte der Elektro­ antriebe sind die bereits aus 100 Metern Distanz nicht mehr wahrnehmbaren Lärm­ emissionen. Aus diesem Grund ist auch das BAZL den Strommotoren positiv gesinnt. «Es ist durchaus denkbar, dass Elektro­antriebe für Gleitschirme, Hängegleiter und Ultraleichtbauflugzeuge in 2–3 Jahren auch in der Schweiz zugelassen werden», verrät Alois Sigrist.

Privates Fliegen bleibt ein Nischenmarkt Bedenken, dass der Luftraum über der Schweiz dereinst von Feierabendfliegern überfüllt sein könnte, hat Sigrist nicht. «Wer fliegen möchte, tut dies bereits heute. Es ist ja nicht so, dass jedermann einen Gleiter

kaufen und einfach losfliegen kann. Bevor man eine Fluglizenz erhält, muss man sich das benötigte Wissen und Können aneignen und eine Prüfung ablegen», erklärt er. Trotz kleinem Heimmarkt wäre es für Hightechunternehmen wie die Flytec AG im luzernischen Horw erfreulich, wenn elektrisches Fliegen auch in der Schweiz den Segen von Behörden und Ämtern erhielte. Das innovative Unternehmen zählt zu den weltweit führenden Anbietern von besonders leichten, langsam laufenden Elektroantrieben mit hoher Leistung und Effizienz. Gut denkbar, dass Schweizer Pioniergeist und Know-how die Zukunft der Luftfahrt entscheidend mitprägen können. Das Solarflugzeug «Solar Impulse» von Bertrand Piccard jedenfalls hat dem Ansehen des elektrischen Fliegens zu viel Auftrieb verholfen. Aber gleich wie bei Elektrofahrzeugen wird es auch für die Zukunft der Elektrofliegerei ausschlaggebend sein, ob sich die Speicherfähigkeit von Batterien ­signifikant verbessern lässt. Denn mehr noch als bei Fahrzeugen zählt bei Flugzeugen jedes Gramm an Gewicht. ■


14

Perfekte Symbiose: Gemüseanbau und Fischzucht.

Urbane Landwirtschaft Wer hat ihn nicht schon einmal geträumt, den Traum von der Selbstversorgung? Die Erzeugung seiner Nahrungsmittel selbst in der Hand haben und sich so unabhängig machen von industriell produzierter Nahrung? Mit dem Konzept der Jungunternehmer Urban Farmers rückt dieser Traum auch für Stadtbewohner in greifbare Nähe. Text: Irene M. Wrabel Fotos: Giorgia Müller


Wissen & Technik

ergibt sich eine der Kernaufgaben der ­modernen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts: für eine nachhaltige Entwicklung dieses städtischen Lebensraumes zu sorgen. Genau diesem Ziel hat sich das junge Unternehmen ­Urban Farmers verschrieben. Ursprünglich aus ­einem Forschungsprojekt an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) entstanden, versucht ein hochmotiviertes Team aus den Bereichen Wissenschaft und Ingenieur­ wesen, Design, Bautechnologie und Betriebswirtschaft, die Idee der Nahrungsmittelproduktion mitten in der Stadt einem breiten Publikum bekanntzumachen. Roman Gaus, verantwortlich für die ­allgemeine Geschäftsführung sowie das ­Marketing, erläutert die Mission: «Wir möchten unter ökologisch-nachhaltigem Ressourcen­einsatz lokale Lebensmittel in der Stadt für die Stadtbevölkerung produzieren.» Das tönt komplizierter, als es ist. Denn letztlich geht es einfach darum, dass Nahrung dort hergestellt wird, wo sie verbraucht wird – und das unter Bedingungen, die bis ins letzte Detail für jeden nachvollziehbar sind.

15

Diese Szenarien brachten Ingenieure und Wissenschaftler zum Nachdenken: Die Idee der urbanen Landwirtschaft war geboren. Da Fläche in der Stadt ein knappes Gut ist, wurde daraus das Konzept entwickelt, vertikale Farmen zu bauen. In gewöhnlichen Hochhäusern sollte Nahrung erzeugt werden, die nur einen kleinen Teil des Land-, Wasser- und Energieverbrauchs in der normalen Landwirtschaft aufweist. Seit Anfang der 1990er Jahre gibt es solche Projekte in den USA. Und sie sind mehr als nur ein Trend: Mittlerweile beschäftigen sich auch Lebensmittelmultis wie CocaCola, Kraft Foods oder Nestlé mit dem Thema: Sie haben sich in der Plattform SAI (Sustainable Agricultural Initiative) zu­ sammengeschlossen, um nachhaltige Nahrungsmittelproduktion zu fördern und wei-

Über Urban Farmers

Der Schrebergarten als Urform

M

eldungen über Gammelfleisch und Pestizide im Gemüse, Berichte über die Überfischung unserer Meere, genmanipulierte Pflanzen und Tiere – die Reihe lässt sich beliebig fortsetzen. Mit jedem Umweltskandal wächst das Unbehagen darüber, dass wir keinen Einblick haben, wie unsere Nahrung produziert wird. Dazu kommt die romantische Vorstellung von einem Leben, das uns der ­Natur wieder etwas näher bringt. Denn die Realität sieht in unserer hochtechnisierten Welt vor allem für Stadtbewohner anders aus.

Nachhaltige Stadtentwicklung Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben vor 30 Jahren rund 40 Prozent der Weltbevölkerung in Städten ge­lebt. Bis zur Mitte unseres Jahrhunderts wird die städtische Bevölkerung laut diesen Zahlen auf 70 Prozent anwachsen. Daraus

Vor rund 200 Jahren fand im Zuge der Industrialisierung ein explosionsartiges Städtewachstum statt. Die neuen Stadtbewohner sahen sich bald vor das Problem gestellt, dass es kaum noch Freiflächen zur Erzeugung ihrer Nahrungsmittel gab. Not und Hunger breiteten sich aus. Hier hatten die ersten Schrebergärten ihren Ursprung – begrenzte Flächen im städtischen Lebensraum, auf denen die Menschen Früchte und Gemüse für den Eigenbedarf anbauen konnten. Diese Gärten kennen wir alle auch heute noch – sie werden jedoch nur noch selten zur Versorgung benötigt.

Not macht erfinderisch In unserer Zeit hat im städtischen Umfeld kaum jemand mit Ackerbau und Viehzucht zu tun. Die Lebensmittel werden irgendwo erzeugt und in die Städte gebracht und dort verkauft. Doch die Anzahl der Menschen auf der Erde wächst unaufhaltsam. Man geht davon aus, dass eine Stadt eine Ackerlandfläche vom Zehnfachen ihrer eigenen Grösse benötigt, um ihre Bewohner zu ernähren. Das heisst, dass bis Mitte unseres Jahrhunderts zusätzliche Landwirtschaftsflächen benötigt werden, die der Grösse Brasiliens entsprechen – das wären mehr als eine Milliarde Hektar. Diese enorme Fläche ist auf der Erde schlichtweg nicht verfügbar.

Zwei, die an einem Strang ziehen: Andreas Graber und Roman Gaus. Das Start-up Urban Farmers ist ein Spin-offUnternehmen der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Wädenswil. Als Clean Tech Start-up ver­ suchen die Initiatoren, ökologische Nachhaltigkeit, soziales Kapital und ökono­ mischen Erfolg unter einen Hut zu bringen. Unter nachhaltigem Ressourceneinsatz sollen so lokale Lebensmittel in der Stadt für die Stadtbevölkerung produziert ­werden. Zur Anwendung kommt die AquaponicTechnik, bei der die Fischzucht mit dem Anbau von Nutzpflanzen kombiniert wird. Die natürlichen Nährstoffe verbinden sich wie in der Natur zu einem geschlos­ senen Kreislauf und nutzen diesen für eine nachhaltige Produktion von frischen und gesunden Lebensmitteln. Interessierte können die Forschungsanlage in Wädenswil nach Vereinbarung besich­ tigen. Urban Farmers ist Hub WWF Fellow 2011 und Preisträger des diesjährigen Prix ­Nature Generation Zukunft. Mehr Infos unter www.urbanfarmers.ch


16

Wissen & Technik

ter voranzutreiben – und wohl auch, um den Anschluss an diese Entwicklung nicht zu verpassen.

Eine Idee wächst Von diesen Strömungen wurde auch Roman Gaus während eines längeren USAAufenthalts inspiriert. «Mich hat die Idee von Anfang an fasziniert», erzählt er. «Als ich wieder zurück in der Schweiz war, habe ich nach Möglichkeiten gesucht, auch hier bei uns in der Richtung UrbanFarming aktiv zu werden.» Dies erwies sich als kein einfaches Unterfangen. Doch durch einen glücklichen Zufall lernte er über einen Workshop für Start-ups schliesslich Andreas Graber kennen. Der ZHAW-Wissenschaftler verfügte über langjährige umfangreiche Erfahrung im Engineering und im Betrieb von aquaponischen Betriebsanlagen, einem kombinierten System von Fischzucht und Gewächshäusern, mit dem sowohl fri-

der Betriebsleiter einer Urban Farm. Die Grundausstattung einer kleinen Farm für die Fische und eines Gewächshauses mit rund 500 Quadratmetern Fläche kostet rund 200 000 Franken. Damit kann man hundert Menschen ganzjährig mit Fisch und Gemüse versorgen. Abnehmer wären dann Genossenschaften, deren Mitglieder sich mit einem Monatsbeitrag daran beteiligen. «Möglich sind aber auch kleinere, sozusagen nomadische Lösungen», erläutert Andreas Graber. «Das wären dann Schrebergärten im Container, die etwa auf einem Parkplatz stehen könnten.»

scher Speisefisch als auch Gemüse in einem natürlichen Stoffkreislauf produziert werden. Gaus und Graber fanden schnell einen gemeinsamen Nenner: Die Urban Farmers wurden aus der Taufe gehoben.

Frische Fische – frisches Gemüse Wer sich jetzt allerdings zwei grüne Spinner vorstellt, die sich ihren Aussteigertraum in der Stadt erfüllen wollen, liegt weit daneben. Zwar ist es ihnen ein Anliegen, die Natur auch in die Stadt zu bringen und unter möglichst nachhaltigen Bedingungen hochwertige Lebensmittel zu erzeugen. Doch ihr System beruht auf einer komplexen Technologie, dem Aquaponic-System (siehe Kasten). Und bei allem Idealismus wollen sie auch von etwas leben. Das Start-up Urban Farmers baut die Stadtfarmen, liefert Technologie und Knowhow. Dazu gehört auch die Vermittlung des nötigen Wissens in Form einer Ausbildung

Bio-Anbau in der Stadt

Was ist Aquaponic?

Versuchsanlage an der ZHAW Wädenswil: Fischzuchtbecken (links) und Anpflanzbecken für die Gemüsezucht. Bei dieser speziellen Anbaumethode werden sowohl Fische als auch Pflanzen in sepa­raten Wasserbecken gezüchtet (1). Die Pflanzen werden von speziellen Vorrichtungen an der Oberfläche gehalten. Die Becken sind miteinander verbunden. Dadurch wird ein Kreislauf geschaffen, von dem beide Seiten profitieren. Das Wasser aus den Fischteichen wird zu Salat, Gemüse und Kräutern gepumpt (2). Die Pflanzen werden so natürlich ­gedüngt, denn die Ausscheidungen der Fische sind nährstoffreich. Zusätzliche Düngemittel braucht es nicht. Ein weiterer Vorteil: Das Wasser wird in den Gemüsebecken von den Pflanzen gereinigt und kann so als sauberes Wasser wieder zurück zu den Fischen fliessen (3). Das verringert den Wasserverbrauch, denn in herkömmlichen Fischzuchten muss das Wasser regelmässig ausgetauscht werden.

1

1

3

Illustration: Lucas Vetsch

2

Erstellt werden können solche Farmen überall in der Stadt, wie etwa auf Dächern oder sonstigen Freiflächen. Denn es gibt sie tatsächlich: Laut einer Studie der ETH Zürich machen städtische Brachflächen in der Schweiz etwa die Fläche der Stadt Genf aus. Auch die Umweltbelastung ist für die gewonnenen Nahrungsmittel kein Thema: Schadstoffe werden im Gewächshaus ausgefiltert, es gibt keinen Schädlings­befall oder Kontaminierung durch Feinstaub. «Die Fische werden mit biozertifiziertem Futter gefüttert», erläutert Andreas Graber. «Und auch die Schädlingskontrolle erfolgt rein bio­logisch.» Der Begriff Lebensqualität ist bei den Urban Farmers zentral. «Es geht nicht nur um die Erzeugung der Lebensmittel», betont Roman Gaus. «Die Farmen haben neben der Herstellung und dem Vertrieb ihrer Produkte auch eine soziale Funktion.» Sie sollen auch Erlebnisraum und Begegnungsstätte im meist eher anonymen Stadt­ leben sein. Vor allem für Familien bieten sie die Möglichkeit eines naturnahen Erlebnisses, das sonst weit ausserhalb des normalen Alltags liegt. Denn in Genossenschaften etwa sind die Mitglieder gehalten, ihren Beitrag zum Gemeinwohl zu leisten. Und das trägt eben wieder zu einer engeren Bindung an natürliche Abläufe bei. Die Begeisterung, mit der Gaus und Graber ihr Projekt erklären, lässt den Funken in jedem Fall schnell überspringen. Und es beweist sich hier, dass es noch viele Ideen und Ansätze gibt, um unsere Welt für uns und die folgenden Generationen lebenswert zu erhalten. Roman Gaus hat den drei P, welche die Vision von Urban Farmers umreissen – nämlich People, Planet und Profit –, noch ein viertes P hinzugefügt: «Pleasure, also Vergnügen – das gehört auch dazu!», lacht er. Und man glaubt es ihm aufs Wort. ■


Blitzlichter

17

Gärtnern Spass macht

       Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus! Wenn draussen alles grünt und blüht, erwacht in so manchem der Gärtner.      Egal ob kleiner Stadtbalkon oder grosszügiger Garten:   Ein wenig Grün macht alles schöner – und mit den passenden Accessoires     macht die Gartenarbeit gleich mehr Spass!

Frisch geerntet Platz ist auf dem kleinsten Balkon: Ob frische Kräuter, Tomaten oder Beeren – in den praktischen Tomaten-Pflanztaschen mit Tragegriffen lassen sich die Leckereien leicht ziehen. Im Dreierset erhältlich bei www.waschbaer.ch für Fr. 37.50

Kehr-Klassiker

Insekten unerwünscht Lästiges Kleingetier kann einem den Sommer recht verleiden: Abhilfe schafft Lavendel. Er erinnert mit seinem Duft an mediterrane Gefilde und hält neben Mücken und Fliegen sogar Blattläuse von den Rosen fern! Bei www.baldur-garten.ch gibt es drei Pflanzen für Fr. 7.50

Trockene Füsse Eine echte Gartenfreundin scheut auch Wind und Wetter nicht – dafür sorgt dieser Gummistiefel mit Gebirgs- und Alpenmotiv sowie fussfreundlichem Baumwollfutter. Über www.giesswein.at erhältlich für € 52.90

Dreiergespann Die drei zipfelbemützten Herren aus gebranntem und glasiertem Ton (Höhe 6–7 cm) bewachen die Zimmerpflanzen genauso gut wie die Blütenpracht auf dem Balkon. Gartenzwerge im 3er-Set für Fr. 30.00 bei www.manufactum.ch

Fotos: Copyright bei den jeweiligen Herstellern/Lieferanten

Sorgt auf jedem Balkon für nostalgischen Charme: der klassische Reisbesen. Er ist aus natürlichen Materialien und dazu noch praktisch – so hat er ­jeden Modetrend mühelos überlebt. Bei www.doit-garden-migros.ch, Fr 5.70


18

Rustikal ist auch modern Es ist wohl der Traum vieler Familien: ein altes Bauernhaus, umgebaut nach den eigenen Bed端rfnissen. Die Familie Keller hat sich diesen Traum im Z端rcher Weinland erf端llt. Nur die dazu passende Beleuchtung stellte sich als besondere Herausforderung dar. Der EKZ Lichtberater weiss Rat. Text: Irene M. Wrabel Fotos: Ernst Spycher


Haushalt & Wohnen

Esstischbeleuchtung Gemütlich und hell, ohne zu blenden: Hängeleuchte «Victoria», Schirm beige, Fr. 710.– Durchmesser: 50 cm, Höhe 35 cm Leuchtmittel: Duluxstar Stromsparlampen je 3 ✕ 17 W warmweiss

E

s ist ein Schmuckstück, das Bauernhaus aus dem Jahre 1825. Martina und Beat Keller verliebten sich sofort in das Gebäude, obwohl sie wussten, dass eine Menge Arbeit auf sie wartet. «Wir suchten nach einem rundum schönen Zuhause für uns und unsere vier Söhne», erzählt Martina Keller. Zwischen Winterthur und Schaffhausen wurden sie über eine Annonce fündig. Im 460-Seelen-Dorf Humlikon konnte sich die junge Familie ihren Herzenswunsch schliesslich verwirklichen. «Mit unseren Kindern wollten wir nun richtig sesshaft werden», erzählt Beat Keller. Das Ehepaar war von 2003 bis 2005 im Sudan, um dort an humanitären Projekten

mitzuarbeiten und die arabische Sprache zu lernen. Sie hatten sich damit einen langgehegten Traum erfüllt. Ihr erster Sohn kam im Sudan zur Welt – und hört deshalb auf den schönen Namen Musa. Nach zwei Jahren war das Engagement in dem nordostafrikanischen Staat zu Ende, und das Ehepaar kehrte zurück in die Schweiz. Frau Keller ist gelernte Medizinische Praxisassistentin, konzentriert sich aber aktuell auf ihre Aufgaben als Mutter und Hausfrau. Bei ihr trifft der aus einem Werbespot bekannte Spruch «Ich leite ein kleines Familienunternehmen» voll zu. Beat Keller ist Sozialarbeiter und in einem Asylheim tätig, wo ihm seine arabischen Sprachkenntnisse sehr helfen.

19

Das diffuse Licht wirkte ungemütlich und machte müde.

Sanfte Modernisierung Humlikon ist zumindest Beat Keller vertraut: «Ich bin ganz in der Nähe aufgewachsen.» Da es am Ort auch einen Kindergarten und eine Primarschule gibt, fiel die Wahl für das idyllische Bauernhaus nicht schwer. Umgebaut wurde nach modernstem Standard, auch in Bezug auf die Energietechnik. Das gab viel Arbeit, bei der Beat Keller neben seinem Job tatkräftig mit ­anpackte. Im Oktober 2010 konnte die sechs­köpfige Familie endlich einziehen. Die Scheune wurde in den Wohnraum integriert und beherbergt nun das Zentrum des Hauses, die Stube mit angegliederter Küche. Während im mittleren Teil der gemütliche Esstisch steht, dient der vordere


20 Teil mehrheitlich als Spielraum für die vier Söhne Musa (5½), Elia (3½) und die Zwillinge Ben und Tim (1½). Ein fast raumhohes Fenster lässt tagsüber viel Licht in die Stube. Am Abend jedoch wendet sich dieser Pluspunkt ins Gegenteil. Wenn es draussen dunkel wird, schluckt die grosse schwarze Fensterfläche alles Licht – der wunderschöne hohe Raum mit den Klinkerwänden und Riegelbalken wirkt seltsam undefiniert.

Das richtige Licht für jedes Spiel: Leuchte aus Schienenprogramm «Arcano» (mit Halterungen, Kabel, Strahlern und externem 3-Stufen-Trafo), Fr. 3359.– Ausführung Pearlchrom Leuchtmittel: Halogen 6 ✕ 20 W

«An dieser Beleuchtungs­ lösung werden wir noch lang unsere Freude haben!» Martina & Beat Keller

Vorhänge helfen Strom sparen Das Ehepaar ist ratlos. «Wir wissen wirklich nicht, was hier jetzt die richtige Beleuchtungsform wäre», erklärt Martina Keller. «Muss es etwas Modernes sein oder eher etwas Nostalgisches?» Lichtberater Heinrich Süess setzt die Prioritäten etwas anders. «Bevor wir uns der Frage der Lampen zuwenden, müssen wir erst einmal die Fenstersituation anschauen», sagt der Profi. «An die grosse Fensterfront müssen Vorhänge hin, die man am Abend zuziehen kann. Denn genauso wie am Tag die Sonne in den Raum hineinscheint, verschluckt das Fenster in der Nacht das Licht, das nach draussen strahlt. Man muss also viel mehr Licht einsetzen.» Die erste Aufgabe, die gelöst werden muss, gilt also erst einmal Martina Keller. Bis zum Installationstermin der neuen Beleuchtung will sie den Vorhang fertiggestellt und montiert haben. Die Fensterfrage wäre also geklärt. Doch welche Aufgaben warten auf den Lichtberater nun wirklich? Ganz konkret muss der Esstisch beleuchtet werden. Hier herrscht eben grosse Unsicherheit, was den Stil der Beleuchtung angeht. Der Charme des alten Bauernhauses wurde durch einen sanften Umbau erhalten, mit der Einrichtung wurde behutsam ein moderner Akzent gesetzt. Heinrich Süess plädiert für zwei relativ grosse Deckenleuchten, die den Tisch sanft, aber gleichmässig beleuchten. Hier muss noch eine Auswahl getroffen werden.

Hohe Räume Im «Spielzimmer», dem vorderen Bereich der ehemaligen Scheune, sind gerade die vier Buben am Werk. Minibagger flitzen hin und her, Lego-Türme wachsen und stürzen wieder ein, und alles fliegt wild

durcheinander. Die Eltern nehmen es gelassen. Vater Beat ist mit 12 Geschwistern aufgewachsen – da kann einen wohl so schnell nichts mehr aus der Ruhe bringen. Er schildert das Beleuchtungsproblem in diesem Teil des Raums: «Hier ist es am Abend einfach viel zu dunkel. Aber bei der Raumhöhe sind doch Spots für die Katz, oder?» Auch hier rät Lichtberater Süess dazu, erst einmal die Auswahl im EKZ Eltop Laden zu sichten. «Da gibt es schon einiges an Möglichkeiten», verspricht er. Was der Raum dann zur Abrundung noch braucht, ist eine Lichtquelle, die insgesamt Helligkeit gibt. Neben dem hohen Wohnraum führt, nur durch Holzpfosten von der Stube getrennt, der Durchgang von der Eingangstür zu den Treppen ins Obergeschoss vorbei. Auch hier müssen bessere Lichtverhältnisse geschaffen werden, die optisch aber nicht mit der Beleuchtung im Wohnraum konkurrieren dürfen.

Eine weitere wichtige Entscheidung ist die Auswahl der Leuchtmittel. «Was sind nun die effizientesten Leuchtmittel?», wollen die Kellers wissen. Heinrich Süess erklärt: «Das kommt immer auch auf die Raumsituation, die Brenndauer und die Lichtausbeute an. Leuchtstofflampen ­haben in Bezug auf die Lichtausbeute pro Watt etwa die gleiche Effizienz wie LED-Leuchten.» Bei Halogenleuchten ist dieses Verhältnis zwar schlechter. Doch je nach Anforderung kann sich der Einsatz von Eco/IRC-Halogenspots trotzdem rechnen. Dieser Lichttypus bringt das Licht punktgenau und direkt dorthin, wo es gebraucht wird, wie etwa beim Lesen auf das Buch. Der Stromverbrauch wiederum kann über die Dimmung reduziert werden. Es kommt also immer auf die Anwendung an. Sicher ist es aus energetischer Sicht angezeigt, Halogenleuchten nur gezielt ein­ zusetzen. Keine einfache Aufgabe also für den Lichtberater. Gemeinsam mit dem Ehe­


Haushalt & Wohnen

hängen nun als Blickfang zwei zurückhaltend-elegante, stoffbespannte Lampenschirme «Victoria» von Novoline, die den Esstisch zum gemütlichen Zentrum des Raums machen. Die Leuchten sind mit drei Fassungen (E27) ausgerüstet. Somit können alle möglichen Stromsparleuchtmittel verwendet werden, welche sich in die E27-Fassung einschrauben lassen – je nach Lichtbedarf. In der kellerschen Stube kommen drei warmweisse Duluxstar-Strom­ sparleuchten mit je 17 Watt zum Einsatz. Der Effekt ist überzeugend: Das Licht ist warm und hell, aber nicht grell. Die Lampenschirme sind an ihrer Unterseite mit Stoff bespannt, was Blendfreiheit garantiert.

21

Die EKZ lösen Ihre Lichtprobleme. Bewerben Sie sich für ein Lichtkonzept. Suchen Sie eine Lösung für die Beleuchtung Ihres Wohnzimmers oder der Küche? Ist das Schlafzimmer zu dunkel oder zu grell? Dann bewerben Sie sich bei Saft & Kraft für ein Lichtkonzept und ­gewinnen Sie: ■ Beratung durch den Saft & Kraft Licht­berater Heinrich Süess ■ neue Leuchten ■ Montage der neuen Leuchten durch EKZ Eltop

Zurückhaltende Spots

Indirekte Wandleuchten Durchgangszone Wandleuchte «Reflex Parete», Fr. 510.– Metall chrom glanz und titanfarben lackiert, Diffusor weiss, Metacryl « Luminor» weiss, vordere Abschirmung weiss Leuchtmittel: je 2 ✕ Eco-18-W-Fluoreszenzleuchten paar Keller geht er einige Tage später zum EKZ Eltop Fachgeschäft, um die Fülle der Möglichkeiten live zu sehen. Dort findet dann auch die endgültige Auswahl und Bestellung der Lampen statt.

Warmes Licht Nach ein paar Wochen sind Heinrich Süess und Monteur Hanspeter Bär wieder in Humlikon, ausgestattet mit den Lampen und viel Werkzeug und Material. Martina und Beat Keller, stresserprobte Eltern, lassen sich auch vom zeitweiligen Durcheinander in ihrem Haus nicht stören und geniessen die Vorfreude auf die neuen Leuchten. Und die vier Buben finden es einfach nur spannend, was sich in ihrem Zuhause so alles tut. Als es einzudunkeln beginnt, ist der grosse Moment gekommen. Wird der Effekt tatsächlich so schön sein, wie man sich das vorgestellt hat? Über dem Esstisch

Die Beleuchtung im vorderen Teil des Raums hält sich dagegen vornehm im Hintergrund. Der schlichte Metallring mit sechs Halogenleuchten zu 20 Watt Deco­star 51 Eco überlässt die Bühne den Lampenschirmen. Indem das Licht direkt eingesetzt wird, kann hier grösstmögliche Effizienz erzielt werden. Martina Keller hat ihr Versprechen gehalten und in der Zwischenzeit edle crèmeweisse Vorhänge angebracht, die nun die dunkle Fensterfläche abdecken. Darauf fällt punktuell das Licht der Spots und verleiht den Vorhängen optische Tiefe. Selbstverständlich lässt sich das Licht auch dimmen. Die Lego-Sammlung der lebhaften Viererbande ist nun gut ausgeleuchtet – was natürlich sofort getestet werden muss!

Energieeffiziente Raumbeleuchtung Letztes Highlight der Verschönerungsak­tion sind die Wandleuchten. Schlichte, formschöne Glasquader geben gleichmässige Raumbeleuchtung und erhellen den Eingangsbereich. Mit je zwei 18-Watt-Eco-­ Fluoreszenzleuchtmitteln sind sie auch effizienztechnisch ganz vorn mit dabei. Bei selbstgebackenen Meringues mit leckerem Glace klingt der Abend nun aus. Die vier Buben sind bereits in ihren Betten, und die Kellers lassen es sich nicht nehmen, mit dem EKZ Team noch auf die neue Beleuchtung anzustossen. «Damit werden wir sicher ganz lang Freude haben», ver­sichern sie. Das ist für den Lichtberater natürlich das schönste Kompliment! ■

So sind Sie dabei. Schildern Sie uns Ihr ­Beleuchtungsproblem in einem kurzen Brief oder in einem E-Mail, und schicken Sie uns dazu Fotos des Raums, den Sie mit Licht neu gestalten möchten, an: Saft & Kraft Lichtkonzept Mühlebachstrasse 52 Postfach 8032 Zürich lichtkonzept@saft-kraft.ch www.lichterlebnis.ch Einsendeschluss: 15. Juli 2011

Noch mehr attraktive Vorher-Nachher-­ Effekte zum Lichtkonzept in diesem Heft finden Sie auf www.lichterlebnis.ch Hier werden auch die Lichtkonzepte früherer Ausgaben präsentiert. Und das Beste: Sie können sich online für ein Lichtkonzept bewerben oder sich für eine kostenpflichtige Lichtberatung anmelden. Die Redaktion wird aufgrund der eingesandten Unterlagen jemanden für das Lichtkonzept auswählen. Für die eingehenden Unterlagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung; sie retourniert keine Briefe und keine Fotos. Die ausgewählten Personen werden telefonisch oder via E-Mail benachrichtigt. Keine Barauszahlung. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Auswahl wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeitende von Saft & Kraft, der Visiolink AG und den EKZ sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Bei EKZ Eltop an der Dreikönigstrasse 18 in Zürich können die präsentierten Leuchten gekauft werden. Gut zu wissen: EKZ ­Eltop gibt Leuchten zur Auswahl mit nach Hause.


22

Jetzt wird ausgemistet – aber mit System! Dauert es bei Ihnen ebenfalls eine halbe Ewigkeit, bis die Winterkleider, Ski- und Snowboard-Ausrüstungen und die warmen Bettdecken sommersicher versorgt sind? Und fragen Sie sich auch jedesmal, ob bei allen Familien Kellerabteil, Estrich und Schränke so hoffnungslos überfüllt sind wie bei Ihnen? Text: Christoph Abt

Der Anfang ist am schwersten. Aber hat man sich mal von den ersten Dingen getrennt, dann läuft es mit dem Ausmisten plötzlich wie von selbst.


Haushalt & Wohnen

© Foto gross: Manchan/Gettyimages; Fotos für Bildmontage: Andrey Filipskiy, minad, IKO von Fotolia

Zuerst Lagerraum schaffen Das Hauptziel unserer Aufräumaktion war, in unserer Wohnung mehr Platz zu schaffen. Wir waren uns von Anfang an einig, dass wir nicht um jeden Preis möglichst viel entsorgen wollten. Dinge, die wir behalten wollen, sollten an einem guten Ort aufbewahrt werden können. Aus diesem Grund musste zuerst Lagerraum geschaffen – sprich: Keller- und Estrichabteile geräumt und praktischer eingerichtet werden. Zuerst machte ich mich daran, den Estrich auszuräumen und neu einzurichten. Zwei «Mottenschränke» und einige Gestelle mit Regalen fanden in dem Raum gerade Platz. Gemeinsam beschlossen wir, die Hälfte der vorhandenen Regalfläche für Dinge zu reservieren, die uns allen gehören, also Zelt, Luftmatratzen, Christbaumschmuck, einen Reserve-Bildschirm, Koffer und Rucksäcke, Aktenordner und dergleichen mehr. Ein Regal wurde für Wander- und Winterschuhe vorgesehen und ein weiteres für die Kunststoffbehälter mit ausgesuchten Erinnerungsstücken. Den Rest teilten wir durch vier: jedes Familienmitglied sollte über gleich viel persönlichen Lagerraum verfügen.

Aus dem Auge, aus dem Sinn Keine Gnade fanden all die Gegenstände, die entweder leicht defekt («Wenn ich einmal Zeit habe, werde ich es reparieren ...») oder einfach in Vergessenheit geraten waren. Zu letzter Kategorie zählten auch diverse Bastelarbeiten, die wir vor langer Zeit von Neffen, Nichten und Patenkindern erhalten und nach eingehender Würdigung sorgfältig im Estrich eingelagert hatten. Ebenso fand ich es an der Zeit, dass wir uns von nicht mehr benötigten

Kinderbetten, dem Wickeltisch und dem Kinderwagen verabschiedeten. Auch mit dem Dreirad und dem kleinen Plastiktraktor spielte schon längst niemand mehr. Mit der gleichen Systematik wurde im Kellerabteil vorgegangen. Mit zusätzlichen Regalen bestückt und neu eingeräumt (minus diverse alte Blumentöpfe, Muschelsammlungen, Felgen des letzten Autos und anderes mehr), bot dieser Raum wieder erstaunlich viel Lagerfläche an.

Wenn alle am gleichen Strick ziehen Mit dem Durchforsten unserer Wohnung nach allem, was wir nicht mehr oder nur selten brauchten, ging ich in meinem Ordnungseifer dann wohl etwas zu weit. Zum Beispiel, als ich die Tür zum Schuhschrank meiner Frau öffnete und verkündete, dass mindestens ein Drittel des Inhalts entsorgt werden könne. Oder als ich meinen Sohn fragte, ob er in allem Ernst seine Playmobil-Sammlung weiterhin behalten wolle.

«Wir vereinbarten gemeinsam, dass jeder rund einen Fünftel seiner Besitztümer aus der Wohnung schaffen muss.» Familie Abt, Messiehausen

Also änderte ich meine Strategie. Wir vereinbarten gemeinsam, dass jeder rund einen Fünftel seiner Besitztümer aus der Wohnung schaffen müsse. Da wir jetzt alle über persönlichen Lagerraum im Estrich verfügten, klang das nicht so dramatisch. Dennoch, ohne Opfer ging es nicht: Meine Sammlung an Videokassetten machte den Anfang (wir verfügen seit längerem über einen DVD-Player). Es folgten ein paar Kilo Barbies mit diversem Zubehör, Berge von Primarschulheften, Dutzende von schlechten Krimis, Körbe voller Küchen­utensilien und zuletzt sogar diverse Schuhe und eine Schachtel mit Playmobil-Figuren.

Platz für Neues Dies hatte zur Folge, dass wir zwei in die Jahre gekommene, bereits mehrfach neu ge­ strichene Kommoden sowie einen alten IKEA-Schrank aus der Wohnung entfernen konnten. Einfach so, ohne Bedarf für einen Ersatz. An deren Stelle steht jetzt – nichts! Darüber hinaus haben wir all die ausrangierten «Schätze» nicht einfach in den Müll geworfen. Zwei Flohmarkt-Samstage

Keller oder Estrich?

© Foto: Oleg Kozlov/Fotolia

A

ls ich unlängst am Zürcher Hauptbahnhof einem dieser deutschen Wandergesellen begegnete, dessen Habseligkeiten in einem schlichten Stoffbündel Platz finden, fasste ich einen Entschluss: Jetzt wird zu Hause gründlich ausgemistet. Noch am gleichen Abend versuchte ich, den Funken meiner Begeisterung auch auf meine Frau und unsere beiden Kinder zu übertragen. Obwohl das Echo alles andere als begeistert klang, nahm ich mir vor, am nächsten freien Wochenende mein Vorhaben in Angriff zu nehmen. Aus dem einen Wochenende wurden mehrere, und zuweilen fiel die Stimmung in der Familie auf neue Tiefpunkte. Aber heute, um etliche Kubikmeter Hausrat, Spielzeug, Kleider, Bücher und allerlei Krimkrams leichter, sind wir uns einig, dass sich die Anstrengung gelohnt hat. Und wir haben gelernt, worauf man beim grossen Aufräumen achten sollte.

23

Wer über Estrich und Keller verfügt, sollte die spezifischen Vorteile dieser beiden Räume nützen: Während der Estrich in der Regel trocken, im Sommer sehr warm und sogar in neuen Häusern gerne von Motten besucht ist, bleiben Kellerräume auch im Hochsommer kühl, neigen aber zu höherer Luftfeuchtigkeit. Estrich: Dinge, die leicht Rost ansetzen (z. B. Skis, Snowboards, Camping-Ausrüstung) oder gerne von Schimmel befallen werden (z. B. Wanderschuhe, Schlafsäcke, Koffer, Reisetaschen sowie natürlich Tex­ tilien), sollte man nach Möglichkeit im Estrich aufbewahren. Textilien gehören in ­jedem Fall in einen gut verschliessbaren «Mottenschrank», ansonsten fallen sie mit grösster Wahrscheinlichkeit den gefräs­ sigen Insekten zum Opfer. Auch Bücher, Kinderzeichnungen, Fotos, Poster usw. sind unter dem Dach besser aufgehoben als im Keller, vorausgesetzt, sie sind gut verpackt. Keller: Der Keller ist der ideale Ort zur Lagerung von Getränken, Lebensmittelkonserven, Geschirr, Gläsern und allem, was aus Kunststoff ist. Auch der Sonnenschirm und die Balkonpflanzen sind während der Wintermonate im Keller gut aufgehoben. Dasselbe gilt für Autopneus, Fahrräder, Schlauchboote, Surfbretter und dergleichen mehr.

haben den Kindern zu beachtlichem Barvermögen verholfen (vor allem die Barbies erwiesen sich als Bestseller!), und um die Verwertung der Kommoden und anderer Habseligkeiten kümmert sich nun das lokale Brockenhaus. Den Elektroschrott haben wir ins Fachgeschäft zur Entsorgung gebracht und den Rest zur Kehrrichtverbrennungsanlage gefahren, wo man alles fachund sortengerecht entsorgen kann. Wir haben beschlossen, in Zukunft mit dem «Dingehorten» etwas zurückhaltender zu sein: Ein schlechtes Buch kommt sofort zum Altpapier, und Kleider, die man nicht mehr anzieht, ebenso schnell in die Textilsammlung. Und für andere Anschaffungen, zum Beispiel einen grossen LED-Fernseher, haben wir jetzt endlich Platz. ■


24

Mit beiden Beinen mitten im Leben Abertausende von Zuschauerinnen und Zuschauern haben in den letzten Jahren vor dem Fernseher mitverfolgt, wie souverän Nadja Zimmermann mit grosser und kleiner Prominenz umzugehen weiss. Und einige haben sich bestimmt gefragt, ob die zierliche Frau auch zu Hause alles so sicher im Griff hat. Text: Christoph Abt Fotos: Giorgia Müller

U

m gleichzeitig Hühnerbrust zu filetieren, eine brennende Frage der dreijährigen Tochter zu beantworten, charmant in die Kamera zu lächeln und mit einem Journalisten über Beruf und Zukunft zu diskutieren, dazu muss man ganz schön aufgeweckt sein. Nadja Zimmermann, den meisten Lesern bekannt als ehemalige Moderatorin der Fernsehsendung «glanz & gloria», ist nicht nur das, sondern darüber hinaus auch erfrischend unkompliziert. Zusammen mit ihrem Mann und der bald 4-jährigen Mara wohnt sie in einer hellen und geschmackvoll eingerichteten Genossenschaftswohnung am Zürcher Stadtrand. Wer erwartet, in dieser Wohnung einen Hauch von Prominenz und Schickeria vorzufinden, liegt falsch. Vielmehr sind es Maras Spielsachen, die hier und dort Farbakzente setzen und unmissverständlich klarmachen, was hier im Vordergrund steht: das harmonische Zusammenleben einer jungen Familie.

Zu viele Köche verderben den Brei «Kochen und Essen sind wichtige Themen für mich», sagt sie und fügt hinzu, «und beides macht mir Spass.» Wenn sie nicht gerade beim Schweizer Fernsehen als Produzentin arbeitet oder als Moderatorin einen grossen Firmenanlass begleitet, steht Nadja Zimmermann ganz gerne in der Küche und zaubert eine leckere Mahlzeit auf den Tisch. «Seit wir eine Tochter haben, gehen wir nicht mehr so oft aus. Dafür haben wir umso häufiger Gäste, und da probiere ich gerne immer wieder mal etwas Neues aus», meint sie. Von Teamwork beim Kochen hält sie nicht viel. «Natürlich hilft mir mein Mann, beispielsweise wenn wir Besuch erwarten. So ist dank ihm zum Zeitpunkt, wo ich


Familie & Freizeit

mit dem Kochen fertig bin, meist auch die Küche schon aufgeräumt und blitzblank», erzählt sie. «Das finde ich grossartig. Aber am Rüstbrett und an den Pfannen und Schüsseln, da schalte und walte ich am liebsten allein», sagt sie schmunzelnd.

25

Pouletbrust im Speck auf Wirzbett mit Bratkartoffeln

Möglichst nichts Essbares wegwerfen Der Umstand, dass die umtriebige Mutter kein eigentliches Lieblingsmenü kennt, begünstigt natürlich die Experimentierfreude in der Küche. «Tatsächlich bevorzuge ich Gerichte, die mir möglichst viel Freiraum lassen, vor allem auch, was den zeitlichen Ablauf anbelangt», wirft sie ein. «Es ist angenehmer, wenn nicht alles auf die Minute genau aufeinander abgestimmt werden muss.»

«Ich stelle gerne einen Menüplan für eine ganze Woche auf und versuche, diesen auch einzuhalten.» Nadja Zimmermann

Gesundes und Leckeres aus frischen Zutaten.

Das soll nun nicht heissen, dass Nadja Zimmermann in der Küche meistens improvisiert. Im Gegenteil: «Ich stelle gerne einen Menüplan für eine ganze Woche auf und versuche, diesen auch einzuhalten. Je besser mir dies gelingt, desto weniger Resten muss ich in den Abfall werfen. Ess­ bares wegzuwerfen, das widerstrebt mir im Innersten», sagt sie mit Überzeugung.

Offen für Neues Wenn man Nadja Zimmermann beim Rüsten, Hantieren und Kochen zuschaut, dann wird einem bald klar, dass dies eine Person ist, die zupacken kann. Ein Mensch, der sich etwas zutraut und sich auch vor Unbekanntem nicht scheut. «Obwohl ich mich hier in Zürich sehr wohl fühle, würde ich jederzeit die Koffer packen und woanders neu anfangen», antwortet sie auf die Frage, ob sie ins Ausland übersiedeln würde, wenn sich eine passende Gelegenheit ergäbe. «Allerdings würden mir unsere Freunde und die gute Nachbarschaft in unserer Siedlung bestimmt fehlen», sinniert sie. «Früher hätte ich mir nie vorstellen können, wie schön es ist, wenn man in der gleichen Über­bauung andere Familien kennenlernt, die einem mit der Zeit so richtig ans Herz wachsen.» ■

Zutaten Bratkartoffeln ■ 1,2 kg Frühkartoffeln ■ 1 dl Olivenöl ■ 3–4 Zweige frischer Rosmarin ■ 3–4 Knoblauchzehen ■ Salz Kartoffeln waschen, ungeschält in mittelgrosse Schnitze schneiden und in ofen­ feste Form geben. Olivenöl gleichmässig darübergiessen. Ganze Rosmarinzweige und ungeschälte Knoblauchzehen darunter mischen und gut salzen. Bei 230 °C während 45–60 Minuten im Backofen braten. Gelegentlich die Kartoffeln umrühren, ­damit sie nicht festkochen. Zutaten Pouletbrüstchen (4 Personen) ■ 500 g Pouletbrust ■ 24 Tranchen Bratspeck ■ 2–3 dl Bouillon ■ 2 EL Rapsöl Pouletbrust in ca. 2–3 cm breite Streifen schneiden. Jeden Streifen mit 2 Speck­ tranchen umwickeln. Etwas Rapsöl in Bratpfanne geben, erhitzen und die speck­ umwickelten Pouletstücke anbraten, bis der Speck leicht knusprig wird. Nun ­Bouillon hinzufügen (damit das Fleisch ­saftig bleibt) und bei mittlerer Hitze zirka 10 Minuten ­köcheln lassen. Zutaten Wirzbett ■ 2–3 kleine Köpfe Wirz (Wirsing) ■ etwas Rapsöl ■ 6 dl warme Bouillon ■ 180 g Crème fraîche ■ etwas Salz und Pfeffer Wirzköpfe waschen und anschliessend in ca. 2 cm breite Streifen schneiden. Rapsöl in Pfanne aufwärmen und Wirz im heissen Öl andünsten, Bouillon hinzufügen und ca. 10 Minuten kochen lassen, bis der Wirz zusammengefallen und weich gekocht ist. Crème fraîche daruntermischen. Mit Salz und Pfeffer würzen.


26

Familie & Freizeit

Leuchtende

Blütenpracht

© Fotos: Giorgia Müller

       Lichterketten zaubern auch im Sommer ein stimmungsvolles Ambiente –           erst recht, wenn sie individuell gestaltet werden.        Und in punkto Energieeffizienz sind die LED-Lichtgirlanden              auch ganz weit vorne!

A

B

Und so geht’s Bananenpapier in 6 x 15 cm grosse Rechtecke schneiden.

C

Benötigtes Material und Werkzeug LED-Lichterkette, Bananenpapier * in allen Farben, Packschnur, Schere * Bananenpapier wird aus natürlichen Fasern hergestellt. Es eignet sich besonders gut zum Basteln, da es stabiler ist als Seidenpapier, aber wie dieses halbtransparent.

Bild A Trichter: Papier trichterförmig um das Lämpchen wickeln, mit Schnur mehrmals fest umwickeln, mit Knoten fixieren und lose Enden abschneiden. Bild B Runde Blütenblätter: Streifen mehrmals falten, an einem Ende rund abschneiden. Auseinanderfalten, zu einer Blüte formen und um das Lämpchen wickeln und wie oben mit Schnur befestigen. Bild C Spitze Blütenblätter: Streifen mehrmals falten, an einem Ende Ecke ausschneiden. Auseinanderfalten, zu einer Blüte formen und um das Lämpchen wickeln und wie oben mit Schnur befestigen. Es gibt noch ganz viele Varianten wie etwa Muster in das ­Papier schneiden oder mehrere Farben in einer Blüte ­kombinieren. Lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf!


Familie & Freizeit

27

Vor der Heimkehr die Einkehr Zwar kennt die Schweiz keine Tradition wie die bayerischen Biergärten oder die Heurigen­lokale in Österreich. Doch auch bei uns gibt es wunderschöne Gartenwirtschaften, wo sich im Freien unter dem Dach grosser Bäume gut sitzen und geniessen lässt. Was gibt es Schöneres als «Iicheere»?

© Foto: Landgasthof Halbinsel Au

Text: Michael Egloff

Die schönsten Ausblicke: Gartenbeizen im Kanton Zürich.

R

estaurants mit einem baumbestandenen Garten, richtige Gartenwirtschaften also, sind gar nicht so zahlreich, wie man zuerst meinen möchte. Und doch gibt es viel mehr davon, als auf diesen knappen Seiten Platz finden. Wir entführen Sie diesmal vor allem in den Nordwesten des Kantons Zürich, in das Weinland und an den Rhein. Diese stillen Kultur- und Naturlandschaften haben einen ganz besonderen Zauber – und sind trotzdem sehr gut erreichbar. Und wir konzentrieren uns nicht auf die Ausflüge, sondern auf die Ausflugsziele! Als Kinder wurden wir damit geködert, als Eltern haben wir selbst darauf zurückgegriffen: «Und dänn gömmer no go iicheere.» Die Aussicht auf das Lieblingsgetränk oder das Lieblingsdessert am Ende einer helden­

haften Tat, sprich: eines lang(weilig)en Spaziergangs oder einer durstig machenden Wanderung, dient seit Generationen als schwellenüberwindender Motivator und steigert das Durchhaltevermögen des Nach­ wuchses in ganz erstaunlichem Masse. Könnte es sein, dass die Wurzeln unserer Leistungsgesellschaft – frei nach dem Motto «Erst die Arbeit, dann das Vergnügen» –

Ausflugtipps online Hervorragende Ausflugstipps online mit detaillierten Routenbeschreibungen ­finden Sie übrigens auf der Website des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV): www.ausflugstipps.zvv.ch

durch Sonntagsausflüge mit anschliessendem Einkehren in einer Gartenwirtschaft gepflanzt wurden? Wie dem auch sei: Genauso wie das Ein­ kehren am Ende der Erlebniskette steht, genauso fangen wir bei unserem kurzen Streifzug durch die Zürcher GartenbeizGeografie am Schluss des Alphabets an: bei Z wie Zweidlen, machen ein paar Umwege durchs Alphabet und durchs Versorgungsgebiet der EKZ – und landen am Schluss bei A wie Au. Die Details zu allen Orten finden Sie am Ende des Artikels. Auf geht’s.

Z

wie Zweidlen

Unser erster Endhalt ist der Garten des Landgasthofs Fähre in Zweidlen. Viele Wege führen nach Zweidlen bzw. Rheinsfelden in der Gemeinde Glattfelden. Und diese


28 Wege mögen auch stellvertretend für Ausflugstipps an andere Orte dienen. Zu Fuss gelangt man dorthin, z. B. auf dem Rhei­n­ uferweg, genauer gesagt auf der sechsten Etappe der Hochrheinroute auf der Via Rhenana von Eglisau her oder von Kaiserstuhl. Auch der Gottfried-Keller-Dichterweg, eine literarische Erlebniswanderung um Glattfelden herum, führt am denkmalgeschützten Kraftwerk Rheinsfelden vorbei – und uns damit ganz in die Nähe der ­«Fähre». Per Schiff gelangt man dorthin, ganz spektakulär: Von Kaiserstuhl her nimmt jeden Sonntag die «MS Kaiserstuhl» rheinaufwärts Kurs auf Eglisau und fährt durch die attraktive Schleuse beim Kraftwerk Eglisau – ein Sonntagsausflug, der nicht nur Kinder begeistert. Einsteigen kann man für beide Richtungen unterhalb des Landgasthofs Fähre. Auch mit dem Fahrrad ist Zweidlen ­ideal erreichbar: Route 29 führt von Zürich Schwamendingen nach Rheinsfelden, alles ganz flach und ebenerdig der Glatt entlang (Details und Karten auf www.veloland.ch). Mit Skates gelangt man dorthin: Für Rollschuhläuferinnen und -läufer ist es die Route 44 Flughafen Kloten–Glattfelden (siehe www.skatingland.ch). Und sollte der begehrte «Fähren»-Garten übervoll sein von Bikern und Skatern, ­Hikern und Motoristen, dann lohnt sich die unverzagte Weiterfahrt nach Eglisau.

die Ausflugsschiffe ab, rheinabwärts Richtung Rheinsfelden oder stromaufwärts über die Tössegg bis nach Rüdlingen. Eine empfehlenswerte Rundwanderung mit Zwischenhalt Eglisau: Von der Rheinbrücke bei Rüdlingen (Parkplätze) folgen Sie dem nördlichen Rheinufer nach Eglis­au. Zurück geht’s dann mit dem Schiff nach Rüdlingen. Und wenn Sie sich bis Rüdlingen zurückhalten konnten mit Einkehren, dann wartet auch dort etwas sehr Schönes auf Sie: der Garten der Wirtschaft zur Stube. Stichwort «Rebberge»: Wir befinden uns in der wunderschönen und stillen Landschaft des Weinlands. Wenn die kostbaren Beine am späteren Nachmittag keine weiteren Dienste mehr verrichten müssen, dann gibt’s jetzt bestimmt was Einheimisches, das gut munden würde. Von Rüdlingen aus könnte man weiter flussaufwärts marschieren oder radeln. Wir machen einen Abstecher über die Rheinbrücke hinüber ins Spargelland. Das Stichwort heisst:

© Foto: Landgasthof Fähre

Auch Eglisau hat phantastische Einkehrpunkte, direkt am ruhigen Rhein. (Jetzt, wo wir das Stauwerk Rheinsfelden gesehen haben, wissen wir ja, warum das Wasser so abgeruhigt ist.) Der Garten des Restaurants Krone am Wasser zum Beispiel. Auch beim Gourmetrestaurant Gasthof Hirschen – historisches Hotel des Jahres 2009 – ist draussen gestuhlt. Ja, Eglisau ist einfach wunderschön. Das schmucke Städtchen ist nicht nur der End-, sondern auch der ideale Ausgangspunkt für prachtvolle Ausflüge und Wanderungen, sei es ins Rafzerfeld oder über die Reb- und Waldhänge dem Rhein entlang. Und wie gesagt: Hier legen

Zweidlen: Dorthin führen viele Wege.

wie Flaach

E

wie Ellikon am Rhein

Wenn Flaach Ihr Endpunkt ist, dann führt kein Weg an der lauschigen Gartenwirtschaft des Restaurants Sternen vorbei. Ob Sie nun von hier aus starten oder hier ankommen: Im flachen Land um Flaach herum lassen sich mit und ohne Kinderwagen, zu Fuss oder per Velo wunderbare Ausflüge machen. Die faszinierende Naturlandschaft der Thurauen ist nicht weit. Und ennet der Thur lockt unser nächstes Endziel:

Unten am Rheinufer sitzt es, das Restaurant Zum Schiff, ein feines Fischrestaurant mit Garten. Und gleich hinter dem «Schiff», Rücken an Rücken zusammengebaut, öffnet sich direkt am Rhein der beeindruckend grosse Garten des Gartenrestaurants Rhygarte – im Sommer ein sehr beliebtes Selbstbedienungsrestaurant mit Holzbänken unter weit ausladenden Kastanienbäumen, auf die jeder Biergarten neidisch werden könnte. Und hier am

Ellikon: Idyll am Rhein unter Kastanien.

© Foto: Restaurant Krone am Wasser

wie Eglisau

F

© Foto: Hotel & Fischrestaurant Zum Schiff

E

Für echte Naturerlebnisse muss man nicht weit reisen.

Eglisau: schmuckes Städtchen, schmucke Gartenlokale.


Familie & Freizeit

Gartenwirtschaft, wo Sie sich im Schatten von über 100 Jahre alten Kastanienbäumen entspannen können, mit einmaligem Ausblick auf das Kloster. (Und auch hier können sich die Kinder auf einem Spielplatz austoben!) Rheinau. Es ist so still hier, dass man meint, das Tosen des Rheinfalls hören zu können. Ohrentäuschung! Trotzdem: Jetzt wollen wir doch wissen, wie es weiter oben am Rhein aussieht.

© Foto: Waldschenke Altberg

D

Rhein gibt es immer etwas zu sehen: Ausflugsboote mit ihrer fröhlichen Fracht fahren rheinauf- und rheinabwärts, Schwimmer lassen sich ein Stück stromabwärts treiben, der Fährmann wechselt mit einer Wandergruppe das Ufer. Ja, Sie haben richtig gehört: Hier können Sie sich als besonderes Erlebnis mit der über 100-jäh­ rigen Seilfähre über den Rhein bringen lassen, hinüber nach Deutschland. Für die kleineren Menschen, die weder am Weiterwandern noch an kontemplativen Erlebnissen interessiert sind, hat der «Rhygarte» übrigens einen attraktiven Kinderspielplatz. Wie kommen Sie nach Ellikon? Zu Fuss dem Nordufer des Rheins entlang und dann mit der Seilfähre. Oder von Flaach her erst der Thur und dann dem Rhein folgend. Per Velo von Flaach oder von Andelfingen her – auf einer wunderbaren Strecke durch den Wald. Oder Sie beginnen Ihre Wanderung im rund eine Stunde entfernten Städtchen Rheinau – unserem nächsten Etappenziel:

R

wie Rheinau

Auch das Flussschlingenjuwel Rhein­ au ist natürlich einen Ausflug wert. Architektonisch. Wegen der Lage. Wegen des Klosters. Wegen der Weinkeller. Als Etappenziel lockt der Kastaniengarten des Gasthauses zum Salmen am Rhein. Und falls es im «Salmen» keinen Platz mehr haben sollte: Auf dem kurzen Spaziergang von Rhein zu Rhein über die Flusshalbinsel Richtung ehemaliges Kloster kommen Sie zum 1492 erbauten Wirtshaus zum Buck. Auch dort finden Sie eine gepflegte

wie Au

Im Sommer gehört der See natürlich zu den attraktivsten Erholungslandschaften. Da es aber auf dem Zürichsee (noch) kein Inselrestaurant gibt, wählen wir uns halt zumindest ein Halbinselrestaurant. Unser End- und Einkehrpunkt ist der Sommergarten des Landgasthofs Halbinsel Au. Ob zu Fuss dem Seeufer entlang, ob mit dem Schiff, mit dem 2- oder 4-Rad: Ein paar sonnige Stunden an einem wohlgedeckten Tisch auf der naturgeschützten Halbinsel Au lässt allen Stress und alle Hektik verebben und vergessen. Ihre Augen schweifen über den Zürichsee und in die Alpen. Ihre Seele baumelt, während Ihre Kinder sich auf dem Spielplatz mit Rutschbahn und Kletterpark austoben. Das Leben ist herrlich. So, wir sind am Anfang des Alphabets angelangt. Und der Kanton Zürich hätte noch so viel zu bieten! Eine ganz kleine Zugabe gefällig? O.K.

A

Kontakte Au Landgasthof Halbinsel Au Austrasse 59, 8804 Au ZH www.halbinselau.ch Altberg Waldschenke Altberg 8114 Dänikon ZH www.waldschenke-altberg.ch

wie Dachsen

Auf dem Uferweg sind es zwei Stunden bis zum Rheinfall. Im neurenovierten und der Öffentlichkeit wieder zugänglichen Schloss Laufen direkt am Rheinfall finden Sie ein wunderhübsches Gartenrestaurant. Und für alle, die nach dem spektaku­ lären Rheinfall und (vor?) dem Einkehren im Gartenrestaurant noch voller Tatendrang sind: Auf der Schaffhauser Seite befindet sich der grösste Seilpark der Schweiz, der Adventure-Park am Rheinfall – ein herausforderndes Freizeitvergnügen direkt am grössten Wasserfall Europas. Oh, es ist schon spät geworden. Höchste Zeit, noch etwas Balance in die Ausflugsgeografie zu bringen – mit einem Sprung von Wasser zu Wasser, vom nördlichen Rhein südwärts an den Zürichsee, an den Anfang des Alphabets: auf nach A, nach

A

29

wie Altberg

Machen wir noch einen kleinen Abstecher ins Furttal, genauer in die Gemeinde Dänikon, noch genauer auf den Altberg: in die rustikale Waldschenke Altberg. Wer braucht einen Garten, wenn er einen ganzen Wald zur Verfügung hat? Die sommers

Dachsen (Rheinfall) Schloss Laufen 8447 Dachsen www.schlosslaufen.ch Eglisau Restaurant Krone am Wasser Untergass 4, 8193 Eglisau www.kroneamwasser.ch Gasthof Hirschen Untergasse 28, 8193 Eglisau www.hirschen-eglisau.ch Ellikon am Rhein Hotel & Fischrestaurant Zum Schiff Dorfstrass 20, 8464 Ellikon am Rhein www.schiffellikon.ch «Rhygarte» Ellikon Dorfstrass 22, 8464 Ellikon am Rhein www.rhygarte-ellikon.ch

wie winters geöffnete Waldschenke liegt mitten im Wald und ist nur zu Fuss erreichbar! Vom Parkplatz Dänikon, Hüttikon und Geroldswil aus brauchen Sie ungefähr eine halbe Stunde. Von Weiningen und Dällikon aus etwa 45 Minuten. Oder ein bisschen länger. Denn natürlich werden Sie es sich nicht nehmen lassen, auf den 2010 neuerrichteten Aussichtsturm zu steigen. Sehr imposant – und mit beeindruckender Aussicht über Limmattal und Furttal bis hin zu den Berner und Glarner Alpen. Unten angekommen sitzen Sie dann noch ganz versonnen vom Genuss am Holztisch. Über Ihnen singen Buchen und Tannen. Und Sie hören, wie jemand nebenan von der Besenbeiz auf dem Buchberg schwärmt. Ein anderer hält die am Greifensee dagegen. «Besenbeizen»? Das wäre wieder ein anderes Thema! Saft & Kraft wünscht ­Ihnen einen wunderschönen Sommer – mit viel Zeit draussen unter einem Blätterdach. ■


30

Nur zwei Zugstunden vom Zürcher Hauptbahnhof entfernt: Die Täler, Wälder, ­Hochebenen, Hügel und Seen des Jura bieten ­Abwechslung und Überraschungen ohne Ende, wie beispielsweise das zauberhafte Val de Travers im Kanton Neuenburg.

Wozu in die Ferne schweifen? Statt in den Ferien einige hundert Liter Benzin oder noch mehr Kerosin zu verbrennen, könnte man seinen Urlaub zur Abwechslung so CO2-neutral gestalten wie möglich. Und dabei unvergessliche Momente erleben. Text: Christoph Abt

W

er in den Sommerferien in den Süden fährt, muss einiges in Kauf nehmen: Stau vor dem Gotthardtunnel, Stau bei den Grenzübergängen, Tankstellen und Mautstationen, und dies auf dem Hin- und auf dem Rückweg. Nicht viel besser ergeht es denjenigen, die in den Urlaub fliegen: überfüllte Flughäfen und Terminals, Verspätungen, verpasste An­

schlussflüge usw. Das Reisen während der Hauptferienzeit ist häufig ein Spiessrutenlauf. Aus diesem Grund verbringen zahlreiche Menschen ihre arbeitsfreien Sommertage lieber zu Hause – in Balkonien sozusagen. Das ist in der Regel günstiger als eine oder zwei Wochen am überfüllten ­Badestrand und auch weniger umweltbe-

lastend. Ob es allerdings ebenso erholsam ist wie ein vollständiger Tapetenwechsel, das darf bezweifelt werden.

Zu Fuss ins Tessin Aber zum Glück gibt es zwischen dem eigenen Balkon und dem fernen Sandstrand noch Alternativen: Ferien in der Schweiz beispielsweise, ganz ohne Reisestress, da-


Familie & Freizeit

© Foto: Imagepoint.biz  © Foto Inhaltsverzeichnis: Imagepoint.biz

Auf grosse Seerundfahrt Wem das Wandern zu gemächlich ist, kann stattdessen eine grössere Velotour in Angriff nehmen, zum Beispiel rund um den ­Bodensee. Mit einer Länge von 273 km führt der wohl berühmteste Radweg Mitteleuropas ufernah um den gesamten See und zu den meisten bekannten Sehenswürdigkeiten. Davon gibt es am Bodensee mehr als genug. Da unterwegs keine gros­ sen und langen Steigungen zu bewältigen sind, eignet sich dieser Radweg auch für Familien mit Kindern oder für weniger sportliche Velofahrer. Vier bis fünf Tage Zeit sollte man sich für eine solche Rundfahrt mindestens nehmen. Schliesslich möchte man ja auch mal im See baden, die Blumeninsel Mainau und die noch berühmtere Insel Reichenau besuchen oder ganz einfach zwischendurch gemütlich einkehren. Auch bei einer länge­ ren Velotour kann man Ersatzkleider und dergleichen mit der Post vorausschicken, wobei man im Falle des Bodensees nicht vergessen darf, dass nur etwa ein Drit­tel des Ufers auf Schweizer Boden liegt.

Das Eisenbahnland entdecken Vielleicht steht der Sinn weder nach Wandern noch nach Radfahren. Kein Problem: Die Schweiz verfügt über das dichteste

Für solche Postkartenstimmungen muss man nicht um den halben Globus düsen: Veloparadies am Brienzersee. © Foto: Imagepoint.biz

für mit hohem Abenteuerfaktor. Und man kann solche Ferien bewusst umweltfreund­ lich gestalten. Das beginnt damit, dass man das Auto für ein paar Wochen in der Garage stehenlässt. Wie wär's mit einer Wanderung ins Tessin mit anschliessender Badewoche am Lago Maggiore? Das tönt nach viel Plackerei, Schweiss und Kindergejammer. Je nach­ dem, wie man die Sache angeht, ist aber alles nur halb so schlimm. So kann man sich vornehmen, nur die wirklich schönen Abschnitte zu Fuss zurückzulegen. Dazu gehören bestimmt der Obersee (von Rappers­ wil nach Schmerikon), der Walensee (von Weesen via Quinten nach Walenstadt), die Rheinschlucht (zwischen Reichenau und Ilanz) sowie der Lukmanierpass (zwischen Disentis und Olivone). Für die Zwischenstrecken sitzt man in den Zug oder ins Postauto. Und um das Wandergepäck möglichst leicht zu halten, werden ebenfalls die Dienste von Post oder Bahn in Anspruch genommen: Das erste Paket mit frischen Kleidern wartet post­ lagernd in Walenstadt, das zweite in ­Disentis und so weiter. Endlich im Tessin angekommen, werden die Koffer für die Badewoche beim Gepäckschalter am Bahn­ hof abgeholt. Dem wohlverdienten Sprung in den Lago Maggiore steht nun wirklich nichts mehr im Weg.

31

Bahnnetz der Welt. Vor allem Besitzer eines SBB-Generalabonnements, welche dieses nur für den Weg an den Arbeitsplatz benützen, können endlich einziehen, was ­ihnen zusteht: freie Fahrt mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln zwischen Basel und Chiasso. Da wiegen die Billettkosten für den Partner, das Patenkind oder den Rest der Familie dann nicht mehr so schwer. Also einsteigen, Fensterplätze beziehen und mit der Rhätischen Bahn von Chur via St. Moritz und Berninapass ins Puschlav fahren. Die seit 2008 zum Unesco-Welt­erbe zählende Bahnstrecke über Albula- und Berninapass ist nämlich schlicht atem­ beraubend. Im Puschlav angekommen, befindet man sich schon fast im südlichen Nachbarland, denn hier wird Italienisch gesprochen. Es lohnt sich, ein paar Tage zu verweilen, im wunderschönen Lago di Poschiavo zu schwimmen, durch die geschichtsträchtigen Orte zu schlendern und sich kulinarisch nach Strich und Faden zu verwöhnen. Und nicht vergessen: Vor der Rückfahrt sollte man ein paar dieser herrlichen Puschlaver Wurstspezialitäten kaufen – sie halten die Erinnerungen an die Tage im südlichsten Teil des Bündnerlands noch lange wach. Es gäbe noch etliche andere Bahnstrecken zu entdecken. Zum Beispiel die ­Südostbahn: Mit ihr kann man ohne Umsteigen von Romanshorn am Bodensee nach Einsiedeln fahren. Oder die Appenzeller Bahnen, welche von Gossau oder von St. Gallen aus zur Fahrt durch das ­malerische Appenzellerland einladen. Und nicht zu vergessen die Montreux-Berner Oberland-Bahn, mit der man quasi durch die Hintertür an den Genfersee reisen und sich für ein paar Tage in den mondänen Rummel rund um das Jazz Festival Mon­ treux stürzen kann.

Informative Links zum Reise- und Ferienland Schweiz www.gps-tracks.com www.myswitzerland.ch www.rhb.ch www.sbb.ch www.skatingland.ch www.tourenguide.ch www.tourismus-schweiz.ch www.veloland.ch www.wanderland.ch

Gute Vorbereitung ist die halbe ­Wegstrecke Egal, ob man sich mit dem Fahrrad, den Rollerblades, per Bahn oder zu Fuss auf den Weg macht: Es ist von Vorteil, wenn man seine Entdeckungsreise durch die Schweiz gut vorbereitet. Die beste und bequemste Informationsquelle dazu ist das Internet. Kein Kurverein, keine Herberge und keine Sehenswürdigkeit, die heute nicht umfassend im Internet über ihr Angebot informiert. Auch Reservationen für die Unterkunft unterwegs (während der Hochsaison dringend empfohlen) lassen sich meistens mit dem Computer erledigen. Zudem entsteht durch das Herumsurfen auf den meist schön bebilderten Websites viel Neugierde und grosse Vorfreude auf die Ferientage – eine wichtige Voraussetzung für einen erlebnisreichen Urlaub. ■


32

Keine Angst vor der Fledermaus! Zur Artenvielfalt in der Schweiz gehören auch die 30 verschiedenen Fledermausarten. Doch sie sind in ihrem Bestand bedroht – zum Teil deshalb, weil Vorurteile ihnen das Leben schwer machen. Das Jahr 2011 ist das «Jahr der Fledermaus» und soll dazu beitragen, diese Biodiversität auch bei uns zu erhalten. Text: Irene M. Wrabel

B

eim Wort «Fledermaus» geht mit vielen Menschen die Phantasie durch. Legenden wie die von den blutsaugenden Minivampiren halten sich hart­ näckig. Die Filmindustrie hat diesen seit der Antike bestehenden Irrglauben sicher noch etwas verstärkt. Wer hat nicht schon die Faszination des Grauens bei einem Draculafilm verspürt, wenn dieser in Gestalt einer Fledermaus des Nachts sein Unwesen trieb?

Fliegende Säugetiere Dabei sind Fledermäuse tatsächlich sehr faszinierende Tiere. Sie sind – gemeinsam mit den Flughunden in der Gattung Fledertiere zusammengefasst – die einzigen Säugetiere, die fliegen können. Ihr Orientierungssinn mittels Ultraschall ist legendär. Dazu stossen sie für das menschliche Ohr nicht hörbare Laute, sogenannte Ultra­

schalllaute aus, die von Objekten reflektiert und zu ihnen zurückgeworfen werden. Das ermöglicht es ihnen, sich auch im Dunkeln zu orientieren und Insekten zu jagen. Und wer die kleinen pelzigen Gesellen schon einmal aus der Nähe gesehen hat, kann fast nicht anders, als ihre mausartigen Gesichtchen putzig zu finden. Dennoch leiden sie unter den vielfältigen Vorurteilen, die sich im Lauf der Zeit entwickelt haben. Weltweit gibt es etwa 1100 Fledertierarten, die Hälfte von ihnen ist in ihrem Bestand bedroht. Das nicht nur wegen ihres negativen Images – die zunehmende Einschränkung ihres Lebensraumes etwa in Dachböden oder Kirchtürmen durch Sanierungen ist ein grosses Problem. Dazu kommt, dass es durch den Einsatz von Insektiziden immer weniger Nahrung für die Fledermäuse gibt. Denn eigentlich sind sie ganz natürliche Insektenbekämpfer: Eine

Fledermaus vertilgt pro Nacht bis zu 4000 Mücken! Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP hat jetzt das Jahr 2011 zum Jahr der Fledermaus ausgerufen, um so mehr positive Aufmerksamkeit für die fliegenden Säugetiere zu bekommen.

«Eine Fledermaus vertilgt pro Nacht bis zu 4000 ­Mücken!»

Bedrohte Artenvielfalt In der Schweiz sind 30 verschiedene Arten heimisch. Da gibt es die Grosse Hufeisennase, die Wimpernfledermaus, den Klei-


Familie & Freizeit

33

Saft & Kraft Leserveranstaltung

Grosses Mausohr im Anflug: eine von rund 30 heimischen Fledermausarten.

nen Abendsegler oder das Alpenlangohr, um nur einige der fast schon poetisch anmutenden Namen zu nennen. Sie alle sind bei uns bundesrechtlich geschützt. Die Stiftung Fledermausschutz ist in der gesamten Schweiz aktiv und wurde vom BAFU (Bundesamt für Umwelt) beauftragt, dem Jahr der Fledermaus auch hierzulande entsprechende Aufmerksamkeit zu verschaffen. Eine Vielzahl an spannenden und informativen Veranstaltungen ist dazu geplant. Das Programm und vieles weitere Wissenswerte wird auf der Web­site www. fledermausschutz.ch vorgestellt.

Fledermäuse besser kennenlernen Federführend für alle Aktionen im Kanton Zürich sind die Kantonalen Fledermausschutz-Beauftragten Lea Morf und Karin Safi-Widmer. Sie freuen sich schon auf die vielfältigen Veranstaltungen: «Von Mai bis

© Foto: www.fledermausschutz.ch

© Foto: Okapia/imagebroker/Franz Christoph Robiller  © Foto Inhaltsverzeichnis: Eric Isselée/Fotolia

© Foto: www.fledermausschutz.ch

Nacht der Grossen Mausohren

Oben: Ein Kleiner Abendsegler hängt sich ins Holzgebälk eines alten Turms. Unten: Das Braune Langohr macht seinem Namen alle Ehre. Ende August ist Fledermaussaison. 2011 ist da natürlich besonders viel geplant, um diese bedrohte Tierart den Menschen ­etwas näherzubringen.» Der Saft & Kraft Leser­ event am 8. Juli in Embrach gehört zu den Highlights dieses reichhaltigen Programms (s. Kasten). Das Jahr der Fledermaus ist eine wunderbare Gelegenheit, die Vorurteile gegen diese nützlichen und zugleich faszinierenden Tiere abzulegen. Und man kann vielleicht sogar mithelfen, ihren Bestand zu ­sichern. Möglichst naturnahe Gärten oder das Aufhängen von Fledermauskästen ­wären sicher ein wertvoller Beitrag, den viele von uns leisten könnten. Geniessen wir also ruhig weiter das Gänsehautgefühl bei den Gruselfilmen aus Hollywood – denn selbst die sachlichsten Berichte können grosse Mythen nicht zerstören. Wir wissen ja nun, dass die Fledermaus keinen Anlass für Unbehagen liefert – im Gegenteil. ■

Ein besonderes Highlight bietet Saft & Kraft seinen Lesern am 8. Juli in Embrach. Dann wird man das bunte Treiben der rund 400 Fledermausweibchen der Gattung Grosse Mausohren, die im Kirchturm ihre Jungen grossziehen, live mitverfolgen können. Mög­ lich wird dieser einmalige Einblick durch I­nfrarotkameras, die im Turm montiert sind. Alles, was drinnen geschieht, wird draussen auf eine Grossleinwand projiziert. Während einer Stunde wird das Geschehen durch die beiden Kantonalen FledermausschutzBeauftragten Lea Morf und Karin Safi-Widmer dokumentiert und mit vielen Informationen rund um die Mausohren ergänzt. Die Zuschauer haben gleichzeitig freie Sicht auf die Ausflugöffnung im Turm, sozusagen die Haustür der Fledermäuse, durch welche sie den Dachstock verlassen und auf Insektenjagd gehen. Was Nacht der Grossen Mausohren Wann Freitag, 8. Juli 2011 Wo Reformierte Kirche, Embrach Kosten Fr. 10.–/Person inkl. Apéro Programm Individuell Anreise 20.00 Eintreffen bei Ref. Kirche, Embrach 20.15 Apéro von den EKZ offeriert 21.00 Kurze Begrüssung durch die EKZ 21.15 Fledermauspräsentation 22.45 Ende des Anlasses

Anmeldetalon Freitag, 8. Juli 2011, Nacht der grossen Maus­ohren, Reformierte Kirche, Embrach Vorname Name Strasse PLZ/Ort Telefon Anzahl Personen Talon ausfüllen, ausschneiden und bis am 16. Juni 2011 senden an: EKZ, ­Tiffany Münch, Dreikönigstrasse 18 Postfach 2254, 8022 Zürich Tel. 058 359 50 09, ­tiffany.muench@ekz.ch Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, die An­meldungen werden nach Eingangs­ datum berücksichtigt.


34

Familie & Freizeit

frisch selbst So

gepflückt

wie

© Foto Äpfel: volff/Fotolia

  Gewinnen Sie eines von drei FRESHBOX Testabonnements im Wert von je CHF 206.–.        Frisches, knackiges Obst und Gemüse täglich frei Haus – das macht gesunde   Ernährung leicht! Der Kurierdienst Freshbox liefert direkt nach Hause oder ins Büro –      täglich frisch und täglich neu, je nach Saison. Zahlreiche verschiedene Boxen stehen    zur Auswahl. Mit einem vierwöchigen Testabo können Sie vier verschiedene       Freshboxen ausprobieren und sich täglich aufs Neue mit frischen Vitaminen             stärken. Alle Infos unter www.freshbox.ch

Das Lösungswort 1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15

16

Das Lösungswort aus Saft & Kraft 1/2011 lautet: Energieeffizienz Die Gewinnerinnen und Gewinner der HOTPAN (3 l) von Kuhn Rikon: Margrit Gasser, Kleinandelfingen; Sonja Guger, Elgg; Elisabeth Meyer, Effretikon; Regina Ramseier, Volketswil; Walter Suppiger, Turbenthal; Susanne Ulrich, Unterengstringen; Adrian van Maurik, Henggart So nehmen Sie an der Verlosung teil: Rufen Sie Telefon 0901 800 050 an (Fr.  1.–/Anruf), und hinterlassen Sie das Lösungswort, Ihren Namen und Ihre Adresse. Oder geben Sie das Lösungswort mit Ihrer Adresse und Telefonnummer auf www.ekz.ch/preisraetsel ein. Anruf- und Einsendeschluss: 17. Juni 2011.

Die Gewinnerin oder der Gewinner wird schrift­ lich benachrichtigt. Keine Bar­auszahlung. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, über die Ver­ losung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeitende von Saft & Kraft, der Visiolink AG und den EKZ sind von der Teilnahme aus­ geschlossen.


Idee & Erfolg

35

Warum sich den Kopf zerbrechen über komplizierte Namen, wenn die einfache Bezeichnung dessen, was ein Produkt kann, genügt? Das dachte sich wohl auch Eduard Vogt vor rund 40 Jahren.

© Foto: demarfa/Fotolia

Ein lauer Sommerabend: Im Kerzenschein funkelt der Wein im Glas, die Temperatur ist angenehm, ebenso die ­ esellschaft. Aber nur die zweibeinige. Denn schnell gesellen sich ungebetene Gäste dazu, die mit ihrem G ­Brummen eines signalisieren: Sie wollen unser Blut. Ein Fall für Anti-Brumm. Zu verdanken haben wir diese Erfindung der Reiselust von Eduard Vogt, Inhaber eines Unternehmens für natürliche Körperpflegeprodukte in Herrliberg. 1972 unternimmt er eine Safari in Senegal, gut ausgerüstet mit einer Eigenmixtur aus Diethyltoluamid (DEET) und ätherischen Ölen. Die afrikanischen ­Mücken bleiben ihm prompt vom Leib. Vogts Mitreisende sind begeistert und legen ihm nahe, diese grossartige Erfindung zu vermarkten. Der Name drängt sich nach diesen Erlebnissen geradezu auf. Zurück in der heimischen Schweiz legt der reiselustige Eduard Vogt dann den Grundstein für den Siegeszug des Mittels. Heute gibt es unterschiedliche Varianten: den Klassiker «Universel», «Forte» für langanhaltende Wirkung, «Sensi­ tive» für die empfindliche Haut und, dem Trend zu natürlichen Mitteln folgend, «Naturel», ­hergestellt aus dem Extrakt einer chinesischen Eukalyptusart. Letztlich ist die Wahl Geschmackssache. Aber alle Anti-BrummProdukte sorgen dafür, dass wir laue Sommerabende in der Gesellschaft unserer Wahl ­geniessen dürfen.


MEINE MEINUNG: In einer intakten Umwelt fühle ich mich wohl. Menschen sollten mit der Natur sorgfältig umgehen.

Die Natur respektieren. In einer natürlichen Umgebung finden Vögel genügend Nahrung, Schutz und Nistplätze. Eine intakte Natur ist wichtig für sie. Die EKZ engagieren sich für die Umwelt, zum Beispiel durch Investitionen in umweltschonende Technologien und den Ausbau der Naturstromproduktion aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse.

Wie engagieren Sie sich für die Umwelt? Sagen Sie uns Ihre Meinung auf www.ekz.ch und gewinnen Sie ein Elektro-Velo.

www.ekz.ch


EKZ Kundenmagazin Saft&Kraft 2-2011