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103. Gesch채ftsbericht 2010/11 Elektrizit채tswerke des Kantons Z체rich


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Inhaltsverzeichnis Berichtsperiode vom 1. Oktober 2010 bis 30. September 2011

EKZ auf einen Blick

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Vorwort des Präsidenten: Strom zwischen Technik, Markt und Politik

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Kommentar des CEO: Die EKZ – ein verlässlicher Energiepartner

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Sichere Stromversorgung: Die Qualität der Netze langfristig sichern

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Engagement für die Umwelt: Wind- und Sonnenenergie im Fokus

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Am Puls der Kunden: Bereit für den offenen Markt

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Fortschritte durch Innovation: Mit Fachwissen die Zukunft sichern

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Verantwortung als Arbeitgeber: Menschen – das wichtigste Kapital der EKZ

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Im Dienst der Öffentlichkeit: Energiewissen für alle

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Corporate Governance: Transparenz im Fokus

28

Finanzteil

35

Kenngrössen

63


EKZ auf einen Blick

EKZ auf einen Blick

Finanzen1 Betriebsertrag (Gesamtleistung)

MCHF

2010/11

2009/10

Veränderung

918,3

842,8

+ 9,0 %

Betriebsergebnis (EBIT)

MCHF

90,6

92,8

– 2,4 %

Unternehmensergebnis

MCHF

37,2

53,7

– 30,7 %

Nettoinvestitionen in Sachanlagen

MCHF

103,7

116,0

– 10,6 %

Bilanzsumme

MCHF

1 700,8

1 687,5

+ 0,8 %

GWh

6 259,5

6 260,4

– 0,0 %

km

14 128,8

14 019,4

+ 0,8 %

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Einzelabschluss EKZ

Energieumsatz

Gesamtes Leitungsnetz davon Freileitungen (Streckenlänge)

km

1 153,2

1 219,1

– 5,4 %

davon Kabel (Stranglänge)

km

12 975,6

12 800,3

+ 1,4 %

Thermische Anzahl

585

510

+ 14,7 %

Thermische GWh

88,8

81,8

+ 8,6 %

GWh

1,2

1,1

+ 9,1 %

Direkt versorgte Endkunden (Haushalt, Gewerbe, Grosskunden)

Anzahl

286 332

284 398

+ 0,7 %

Direkt versorgte Gemeinden

Anzahl

132

132

+ 0,0 %

Endverteiler

Anzahl

42

42

+ 0,0 %

Contractinganlagen in Betrieb Abgabe Wärme-Energie Abgabe Kälte-Energie

Kunden

Personal Hauptberufliche

Anzahl

1 149

1 115

+ 3,0 %

Pensen

1 095,5

1 061,1

+ 3,2 %

Lernende

Anzahl

201

183

+ 9,8 %

Nebenberufliche/Praktikanten

Anzahl

220

223

– 1,3 %

Total Personal

Pensen

40,7

44,2

– 7,9 %

Anzahl

1 570

1 521

+ 3,2 %

Pensen

1 337,2

1 288,3

+ 3,8 %

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Vorwort des Präsidenten

Strom zwischen Technik, Markt und Politik Für tragfähige Lösungen der Stromversorgung wird es auch künftig keinen Königsweg geben. Nicht nur hinsichtlich Technologien und Wirtschaftlichkeit, sondern auch auf Bedarfsseite muss von einer dynamischen Entwicklung ausgegangen werden.

Die Auswirkungen der Ereignisse in Fukushima und der Bundesratsentscheid über den Atomausstieg bedeuten eine Zäsur für die Energiepolitik der Schweiz. Diesbezüglich geht oft vergessen, dass die Stromwirtschaft ohnehin einem starken Wandel unterliegt, sowohl infolge der Marktliberalisierung wie auch aufgrund von technologischen Innovationen auf allen Stufen. Dabei kommt den EKZ zugute, dass sie ihre Aktivitäten seit einigen Jahren markant erweitert haben. Diese neueren Anwendungen und Beratungsdienstleistungen, die immer auch höhere Energieeffi­zienz zum Ziel haben, nehmen sich im Vergleich zu Netzbetrieb und Stromverteilung – dem Kerngeschäft der EKZ – wohl noch relativ bescheiden aus. Sie sind jedoch von hohem Wert in einer Zeit, da sich der Strommarkt radikal verändert. Sie schaffen neben einem betrieblichen Beitrag einen Gewinn an Kompetenz und Marktpräsenz. Damit garantieren sie letztlich die Fähigkeit der EKZ zu höherer Selbstbestimmung; eine notwendige Voraussetzung zur Zukunftstauglichkeit, selbst wenn die Erfüllung des Versorgungsauftrages auch künftig nur im Verbund mit der Axpo sinnvoll möglich sein wird. Eine Erkenntnis bleibt: Es wird für Lösungen der künftigen Stromversorgung keinen Königsweg geben; zu kompliziert sind die Zusammenhänge und von zu vielen Faktoren ist

die Entwicklung abhängig. Dies muss auch die Politik berücksichtigen. Nur so können grosse Würfe und die viel zitierte «Energiewende» gelingen. Trotz der Intensität an Vorschlägen aus Politik, Medien und Fachwelt existiert ein diffuses Bild von der längerfristigen Stromversorgung. Damit kommt nicht zuletzt ihre Komplexität zum Ausdruck. Politik und Strombranche müssen zwingend die gleiche Sprache sprechen. Bei den meisten neuen politischen Vorstössen fällt auf, wie sehr diese auf technische Lösungen und finanzielle Anreize fokussieren. Sie tangieren die schwerfälligen Bewilligungsverfahren kaum und gehen bedarfsseitig von einem praktisch konstanten Strombedarf aus. Gemäss einer aktuellen Studie des Bundesamtes für Statistik (BFS) wird die Schweiz bis 2035 eine Million mehr Einwohner haben, verbunden mit einer jährlichen Zunahme von bis zu 60 000 neuen Wohneinheiten und diversen Nutzbauten. Die Mobilität auf Schiene und Strasse wird mehr Strom benötigen. Will man schliesslich die gesteckten CO2-Ziele erreichen, geht dies nur über einen Mehrkonsum an elektrischem Strom anstelle fossiler Energie. Kurz: Wir haben es auch bedarfsseitig mit einer dynamischen Entwicklung zu tun. Nur vergleichbare und realistische Annahmen bilden die Voraussetzung für eine glaubwürdige Diskussion über die Bewältigung des Wachstums und der Versorgungssicherheit im Lichte neuerer Produktions- und Anwendungsformen. Trotz einiger Unwägbarkeiten haben die EKZ ein gutes operatives Ergebnis erzielt und erneut aufgezeigt, dass sie sowohl ihr Kerngeschäft den Bedürfnissen anpassen als auch neue Themen in die betriebliche Normalität umsetzen können. Für diese Leistung möchte ich den Mitgliedern der Geschäftsleitung und den Mitarbeitenden der EKZ meinen Dank aussprechen. Auch der Kollegin und den Kollegen im Verwaltungsrat danke ich für die konstruktive Zusammenarbeit. Rolf Sägesser, Verwaltungsratspräsident


Kommentar des CEO

Die EKZ – ein verlässlicher Energiepartner Die EKZ nutzen ihre regionale Stärke und haben sich auf den Energiemarkt von morgen ausgerichtet. Die Jahresrechnung konnte dank gutem operativem Geschäftsgang stabil und wie budgetiert abgeschlossen werden.

Der Fokus der schweizerischen Energiepolitik liegt heute noch stärker als bisher auf dem Faktor Umweltverträglichkeit. Es gilt mehr denn je, die Energie einerseits nachhaltig zu erzeugen, andererseits aber auch den CO2-Ausstoss zu verringern. Dabei ist ein gesundes Augenmass zu wahren: Photovoltaik ist zwar eine interessante Technologie, die laufend günstiger wird; die grosse Herausforderung liegt allerdings darin, genügend Strom für den neblig-kalten Januartag bereitstellen zu können. Denn Strom lässt sich nicht im Sommer speichern und im Winter verbrauchen. Ohne fossile Energieträger wird es bei einem Atomausstieg 2035 kaum gehen. Die EKZ fördern die Produktion erneuerbarer Energien und unterstützen ihre Kunden tatkräftig in ihren Bestrebungen zu mehr Energieeffizienz. Auch den Ausbau des umweltschonenden und dezentralen Wärmecontractings werden wir weiter vorantreiben. Wärmepumpen statt Ölheizungen, Haushaltsgeräte, die bei gleicher Leistung immer weniger Energie verbrauchen, Elektroantriebe in Autos statt Benzinmotoren: Strom ist nicht das Problem, sondern ein wesentlicher Teil der nachhaltigen Lösung des Energie- und Klimaproblems.

Dass das Geschäftsergebnis 2010/11 für die EKZ erneut ausgeglichen ist und auf Kurs liegt, ist in erster Linie einem guten operativen Geschäftsgang zu verdanken. Demgegenüber lagen die Finanzerträge, beeinflusst durch die Turbulenzen an den Finanzmärkten, unter den budgetierten Erwartungen. Das Geschäft war gekennzeichnet durch sehr stabile Verhältnisse im Netz- und im Energiebereich, durch schlechte Margen im Bereich Elektroinstallation und Fachgeschäfte sowie ein erfreuliches Wachstum im Wärmecontracting. Die EKZ nutzen ihre regionale Stärke und haben sich auf den Energiemarkt von morgen ausgerichtet. Für den engagierten Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedanke ich mich an dieser Stelle herzlich – im Bewusstsein, dass wir nur so unserer Verantwortung gerecht werden können: der Versorgung einer wichtigen Schweizer Wirtschaftsund Wohnregion mit sicherer, günstiger und umweltgerechter Energie. Dr. Urs Rengel, CEO

«Strom ist nicht das Problem, sondern ein wesentlicher Teil der nachhaltigen Lösung des Energieund Klimaproblems.»

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Sichere Stromversorgung

Bruno VÜllmin, Leiter Netzqualität, misst die Energieeinspeisung der Referenzanlage in Dietikon.


Sichere Stromversorgung

Die Qualität der Netze langfristig sichern Die Verteilung und Lieferung elektrischer Energie muss gewähr­leistet sein. Darum investieren die EKZ vorausschauend in modernste Technologien sowie in den Erhalt und Ausbau der Netze.

Die Kunden der EKZ können sich 24 Stunden pro Tag, während 365 Tagen im Jahr, auf die Versorgung mit Strom verlassen. Ein Stromausfall tritt pro Anschluss statistisch nur alle drei Jahre auf und dauert durchschnittlich 30 Minuten. Dies entspricht einer extrem hohen Verfügbarkeit von 99,994 Prozent. Um die bestehende Qualität der Versorgung sicherzustellen, investierten die EKZ im Berichtsjahr rund 60 Millionen Franken in den Erhalt und Ausbau der Netzinfrastruktur. In diesen Kosten ist auch der Aufwand für neue Netzteile enthalten, denn bedingt durch den Neubau von Wohnungen und Gewerbegebäuden wachsen auch die Anschlussnetze. Alle zwei Jahre liegen die Netzerweiterungen und Neuanschlüsse im Versorgungsgebiet der EKZ in der Grössenordnung einer Stadt wie Kloten.

Knotenpunkte und Steuerung Der stetig steigende Bedarf an elektrischer Energie im Kanton Zürich, akzentuiert durch den Bau neuer, grosser Rechenzentren, belastet das Netz zunehmend und macht zusätzliche Unterwerke notwendig. Zudem müssen die aus den 60er und 70er Jahren stammenden Verteilanlagen ersetzt werden. In diesem Geschäftsjahr wurden die Anlagenerneuerungen in den Unterwerken Herrliberg und Horgen abgeschlossen und in Aathal und Saland begonnen. Im Zusammenhang mit der Spannungsumstellung des Hochspannungsnetzes von 50 kV auf 110 kV durch die Axpo AG mussten auch die Transformationen in den Unterwerken Dürnten und Hinwil verstärkt werden. Obwohl es immer schwieriger wird, passende Grundstücke und Baubewilligungen für solche Infrastrukturbauten zu erhalten, konnte die Projektierung für das neue Unterwerk Rümlang inzwischen so weit vorangetrieben werden, dass mit dem Bau der Anlage voraussichtlich im Frühling 2012 begonnen werden kann.

Das in die Jahre gekommene Leitsystem für die Netzsteuerung der zentralen Betriebsführungsstelle in Dietikon wurde ebenfalls an die heutigen Anforderungen angepasst. In einem umfangreichen Prozess wurde ein neues System definiert, öffentlich ausgeschrieben und schliesslich im ersten Halbjahr 2011 installiert. Bis im Herbst 2012 wird das alte Leitsystem vollständig abgelöst.

Herausforderung dezentrale Netzeinspeisung Die künftige, vermehrt dezentrale Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien macht einen zusätzlichen Netzausbau notwendig. Steuerung und Regelung zur Sicherstellung der Netzqualität und zum Schutz der Anlagen werden aufwendiger. Ein intelligentes Stromnetz, ein so genanntes Smart Grid, könnte diese wechselseitigen Stromtransporte in den Verteilnetzen optimieren. Mit dem Ziel, die Einfüh­rung dieser Technologie auf Basis internationaler und herstellerunabhängiger Standards umzusetzen, gründeten die EKZ mit zehn anderen Schweizer Elektrizitätsunternehmen per Ende August 2011 den Verein Smart Grid Schweiz.

«Die künftige, vermehrt dezentrale Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien macht einen zu­ sätzlichen Netzausbau notwendig.»

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Sichere Stromversorgung

Alexander Milkau von der Betriebsführungsstelle in Dietikon. Das Netz der EKZ wird von hier aus im 24-Stunden-Betrieb gesteuert und überwacht.

In Kürze Öffentliche Beleuchtung Im Geschäftsjahr 2010/11 erstellten die EKZ im Auftrag der Gemeinden und des Kantons 1286 Leuchtstellen. Der grössere Anteil davon wurde im Rahmen von Sanierungen erneuert, 317 Leuchtstellen kamen neu hinzu. Zudem wurden in den vier Netzregionen insgesamt 198 Kandelaber durch Unfälle in Mitleidenschaft gezogen und von den EKZ Spezialisten ersetzt. Dank einem nun abgeschlossenen Optimierungsprojekt bei den Ein- und Ausschaltzeiten konnte der Energieverbrauch der öffentlichen Beleuchtung um einmalig 8 Prozent auf 18,9 GWh gesenkt werden.

Versuche mit LED-Strassenleuchten Aktuelle Studien und die über 30 Feldversuche mit verschiedenen LED-Leuchten zeigen, wie der Energieverbrauch pro Leuchtstelle gesenkt werden kann. So wurde zum Beispiel an der Birchstrasse in Niederhasli eine der wenigen im Netz der EKZ noch verbliebenen alten Quecksilberbeleuchtungen ersetzt, um dort zukünftig rund 50 Prozent Energie einzusparen. Eine Pilotanlage in Hinwil zeigt, dass sich die Beleuchtung durch den Ersatz von alten Pilzleuchten durch moderne Leuchtentechnik wesentlich verbessern lässt. Der Streulichtanteil in der Umgebung konnte fast vollständig reduziert und die Beleuchtung der Strasse deutlich verbessert werden. Die neue Beleuchtung an der Schmittestrasse in Effretikon zeigt, dass man mit LED-Leuchten nicht nur energieeffiziente, sondern auch dekorative Lösungen realisieren kann. In den letzten 30 Jahren wurde die gesamte Beleuchtungsinfrastruktur im Netz der EKZ laufend optimiert. Dadurch blieb der Energieverbrauch in den letzten drei Jahrzehnten konstant, obwohl die Anzahl Leuchten im gleichen Zeit-

raum um 70 Prozent zugenommen hat. Dementsprechend ist das Energieeinsparpotenzial mit LED im EKZ Versorgungsgebiet kleiner als in vielen anderen Gebieten. Allerdings ergeben sich mit der neuen Technologie zusätzliche Möglichkeiten, das Licht optimal dorthin zu lenken, wo es gebraucht wird, und die Lichtstärke zu regulieren.

Drittgeschäfte nehmen zu Das Kompetenzzentrum der EKZ für Netzdienstleistungen konnte die angestrebten Wachstumsziele erneut erreichen und inner- und ausserhalb des Versorgungsgebiets seine Leistungen erbringen. Der Schwerpunkt der Aufgaben lag im Bereich des Trafoservice. So wurden mehrere Reguliertransformatoren revidiert und rund 200 Verteiltransformatoren ausgetauscht, revidiert und geprüft. Im eigenen Hochspannungslabor wurden neben Trafos auch Spannungsprüfer normgerecht geprüft. Eine wachsende Nachfrage zeigte sich bei den Occasionstransformatoren. Auch der Schalter-Service war mit über 600 Mittelspannungsund Niederspannungsschalter-Revisionen stark ausgelastet. Die Spezialisten der technischen Beratung führten diverse Berechnungsprojekte im Bereich NISV und Netzsimulation durch, und das Schutz-Know-how war für die Prüfung und Parametrierung von Relais gefragt. Als neue Dienstleistung bieten die EKZ die Kabelfehlerortung an.

Erneuerung Kraftwerk Dietikon Die Ende 2011 auslaufende wasserrechtliche Konzession für das Kraftwerk Dietikon soll erneuert und das bestehende Ausleitkraftwerk bis 2016 komplett ersetzt werden. Zudem planen die EKZ, das Wasser der Restwasserstrecke mit einer neuen Dotieranlage beim Stauwehr zu nutzen. Da die nötigen Abklärungen und die Konzessionsverhandlungen mit den Behörden sowie weiteren Interessen­ gruppen noch einige Zeit in Anspruch nehmen, beantrag-


Sichere Stromversorgung

Weniger störungsanfällig als Freileitungen: Im Boden verlegte Kabel erhöhen die Versorgungssicherheit.

ten die EKZ beim Kanton eine Verlängerung der beste­ henden Betriebsbewilligung um maximal fünf Jahre. Dem Gesuch wurde unter anderem mit der Auflage, mehr Rest­wasser zu dotieren, stattgegeben. Im Zusammenhang mit der Erneuerung des Kraftwerks wurden im Frühjahr beim ersten von vier Wehrfeldern der Korrosionsschutz erneuert und die Antriebe revidiert.

Energieverkauf Die Stromabgabe blieb gegenüber dem letzten Geschäftsjahr praktisch gleich. Sie belief sich auf 6139,3 GWh (Vorjahr 6140,0 GWh; 0,0 Prozent), hauptsächlich aufgrund der milden Temperaturen gegenüber dem Vorjahr. Wäh­rend der Verbrauch der Grosskunden um 2,6 Prozent und jener der festen Endverbraucher um 0,3 Prozent anstieg, nahm der Verbrauch der Endverteiler um 1,4 Prozent leicht ab.

Zertifizierter Strom aus EKZ Wasserkraftwerken Die EKZ verfolgen das Ziel, in den nächsten Jahren den Strom aus den eigenen Wasserkraftwerken nach dem höchsten schweizerischen Umweltstandard «naturemade star» zu produzieren. Um die elektrische Energie aus dem KW Waldhalde und dem KW Pfungen zertifizieren zu können, wurden erste Abklärungen vorgenommen. Die Untersuchungen zeigen nun, dass bis zur Zertifizierungsreife noch diverse bauliche Anpassungen vorgenommen werden müssen.

Eigenproduktion Nach einem Winterhalbjahr mit überdurchschnittlichen Wasserabflüssen folgte im Frühjahr eine sehr trockene Witterung, was zu einer leicht unterdurchschnittlichen Pro­duktion der EKZ eigenen Kraftwerke führte (–3,7 Prozent). Das Kraftwerk Dietikon erreichte im Berichtsjahr mit 18,3 GWh trotz Revisionsarbeiten eine durchschnitt­liche Produktion. Beim KW Waldhalde resultierte eine deut­lich unterdurchschnittliche Produktion von 12,7 GWh. Das KW Pfungen stand von Mitte April bis Ende Juni 2011 wegen der trockenen Witterung still. Die Wehrlager des rund 20-jährigen Töss-Kraftwerks wurden revidiert. Ab Mitte August wurde es für die Kompletterneuerung der Steuerung ausser Betrieb genommen. Trotzdem konnte der langjährige Produktionsdurchschnitt mit 0,9 GWh beinahe gehalten werden.

Axpo als Hauptlieferantin Die EKZ beziehen 98,7 Prozent ihres Stroms zu attraktiven Konditionen von der Lieferantin Axpo. 0,5 Prozent werden in den EKZ eigenen Wasserkraftwerken produ­ziert, und 0,8 Prozent beträgt der Anteil Dritter, vorwiegend unabhängiger Produzenten.

Strommix Die Herkunft des EKZ Stroms hat sich zugunsten der erneuerbaren Energien verschoben. Im Vergleich zum Vorjahr besteht er aus 32,1 Prozent Wasserkraft (25,3), 66,9 Prozent Kernenergie (73,9) und 0,2 Prozent Übrige (0,1) sowie aus 0,9 Prozent (0,7) gefördertem Strom (Kostendeckende Einspeisevergütung KEV).

Strom von unabhängigen Produzenten Die bei den EKZ verbleibende Rückliefermenge hat sich auf 0,8 Prozent erhöht (Vorjahr 0,4). Im Berichtsjahr haben 9 Wasserkraftanlagen (Vorjahr 9) mit einer Leistung von 3530 kW (3530), ausserdem 14 Biomasseanlagen mit einer Leistung von 5018 kW (5018) und 374 Photovoltaikanlagen (286) mit einer Leistung von 5338 kW (4082) ihre Energie an die EKZ verkauft.

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Rubriktitel

Manuel Pezzotti, Leiter Contracting Netzdienstleistungen, nimmt Messungen an Photovoltaikpanels der EKZ Referenzanlage in Dietikon vor.


Engagement für die Umwelt

Wind- und Sonnenenergie im Fokus Die EKZ verstärken ihr Engagement für eine ökologische Stromproduktion. Dazu gehören der Aufbau eigener Produktionsanlagen ebenso wie Investitionen in Erzeugungskapazitäten aus Wind- und Sonnenenergie im In- und Ausland.

Die EKZ engagieren sich bereits heute mit verschiedenen Projekten im Bereich erneuerbare Energien – etwa mit der zurzeit grössten Photovoltaikanlage im Kanton Zürich, die Ende 2010 auf dem Dach des Coop Megastores in Dietikon in Betrieb ging. Weiter bieten die EKZ eine breite Naturstrom-Produktpalette an, die aus regional produziertem, «naturemade»-zertifiziertem Naturstrom besteht. Die EKZ betreiben unter anderem auch verschiedene Pilot- und Demonstrationsanlagen im Bereich Biomasse sowie eine Referenzanlage für Photovoltaikmodule in Dietikon. In Sattel-Hochstuckli wurde eine Pilotanlage im Bereich Kleinwindkraft mit H-Rotoren installiert. Um rechtzeitig die geforderten Mengen an erneuerbarer Energie bereitstellen zu können, haben die EKZ ihr Engagement in diesem Bereich intensiviert und erweitert. Vorgesehen sind dabei einerseits der Aufbau eigener Produktionsanlagen sowie Beteiligungen an Anlagen im Inland, andererseits investieren die EKZ im Rahmen eines sorgfältig diversifizierten Portfolios auch in Erzeugungskapazitäten mit ausgewählten Technologien im Ausland. Im Vordergrund steht dabei die Erschliessung guter Standorte, um die benötigten Strommengen zu kalkulierbaren, günstigen Preisen langfristig sicherzustellen. Insgesamt planen die EKZ, in den nächsten Jahren rund 400 Millionen Franken in die Produktion von erneuerbarer Energie zu investieren.

«Die EKZ haben ihr Engagement für erneuerbare Energien deutlich intensiviert und erweitert.»

Europäischer Wind, spanische Sonne Vom deutschen Windenergieerzeugungsunternehmen Enertrag haben die EKZ einen Anteil von 70 Prozent am OnshoreWindpark Ternois Sud in Frankreich erworben. Von den sechs am windstarken Standort im Departement Pas-de-Calais installierten Windkraftanlagen erwarten die EKZ eine Stromproduktion von jährlich 33 GWh. Am solarthermischen Kraftwerk Puerto Errado 2 in der südspanischen Region Murcia, das durch die Mehrheitsaktionärin EBL (Elektra Baselland) erstellt wird, beteiligen sich die EKZ mit sechs Prozent der Anteilsrechte. Puerto Errado 2 ist weltweit das erste kommerziell betriebene solarthermische Kraftwerk, das auf der Linear-Fresnel-Technologie basiert. Gemeinsam mit vier weiteren Schweizer Energiever­ sorgern und der Energiehändlerin EGL haben die EKZ Anfang Juli 2011 die Beteiligungsgesellschaft Terravent AG gegründet. Diese wird in Onshore-Windparks in Deutschland, Spanien, Frankreich und Italien investieren. Die EKZ beteiligen sich mit 14,3 Prozent an der Gesellschaft. Die Auslandengagements der EKZ im Bereich erneuerbare Energien werden über die neu gegründete schweizerische Beteiligungsgesellschaft EKZ Renewables AG gesteuert. Diese hat ihren Sitz im Kanton Zürich und ist zu 100 Prozent im Besitz der EKZ.

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Energieeffizientes Fahren: Die EKZ fÜrdern die Elektromobilität und bauen ihr Know-how gezielt aus.


Engagement für die Umwelt

Erfolgreiche EKZ Umwelt-Initiative Im Rahmen ihrer im Berichtsjahr abgeschlossenen Umwelt-Initiative haben die EKZ von 2007 bis 2011 ihren Kunden rund 30 Millionen Franken in Form von Beratungsleistungen, Förderbeiträgen und Vergünstigungen zur Verfügung gestellt.

«Informieren, sensibilisieren, zum Handeln motivieren» – nach diesem Grundsatz haben die EKZ während der Umwelt-Initiative ihre Kunden angeregt, im effizienten Umgang mit Energie selber aktiv zu werden. Für die «EKZ UmweltInitiative» stellte das Unternehmen deshalb von 2007 bis 2011 rund 30 Millionen Franken bereit. Diese kamen in Form von Beratungsleistungen, Förderbeiträgen und Vergünstigungen den EKZ Stromkunden – Privaten, Unternehmen und Organisationen der öffentlichen Hand – im Versorgungsgebiet zugute.

Senkung des Energieverbrauchs Im Mittelpunkt der «EKZ Umwelt-Initiative» stand der Ausbau der Energieberatung. Ab Herbst 2007 bis heute konnten rund 2000 Energieberatungen für private Hauseigentümer vor Ort durchgeführt werden. Die EKZ Energieberater zeigten dabei auf, wie mit einem effizienten Heizsystem und der Nutzung von erneuerbaren Energien Kosten gespart und die Umwelt geschont werden kann. Dazu kamen über 5500 Beratungen am Telefon sowie 4000 beantwortete Energieberatungsfragen per E-Mail. Weiter wurden 42 EKZ Energiechecks und 14 EKZ Energiewochen bei Geschäftskunden durchgeführt. Mit dem EKZ Umwelt-Förderprogramm unterstützten die EKZ die Installation von über 8000 Quadratmetern thermischen Solaranlagen sowie die Umrüstung von 800 bestehenden Elektro-, Öl- und Erdgasheizungen auf Wärmepumpentechnologie, wodurch jährlich etwa 5800 Tonnen CO2 eingespart werden können. Mit dem im April 2010 lancierten Förderprogramm «Stromeffizienz im Mehrfamilienhaus» haben die EKZ die Eigentümer von über 350 Mehrfamilienhäusern dazu motiviert, ineffiziente Geräte, Beleuchtungsanlagen sowie Kühlund Gefrierschränke in ihren Liegenschaften zu erneuern. Darüber hinaus wurde der Kauf von besonders energieeffi-

zienten Haushaltsgeräten vergünstigt. Pro Geschäftsjahr gab es zwei Kundenaktionen mit Schwerpunkt auf jeweils unterschiedlichen Gerätekategorien: Kühl- und Gefriergeräte, Waschmaschinen und Trockner, Kaffeemaschinen, Staubsauger und Luftbefeuchter. So sparen EKZ Kunden nicht nur beim Betrieb, sondern bereits beim Kauf. Seit Februar 2008 unterstützten die EKZ Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Bereich der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz mit dem Zweck, Innovationen von Unternehmen und Hochschulen zu fördern. Von den Beiträgen profitierten sieben Forschungsteams und Unternehmen, die nach wissenschaftlichen Grundsätzen arbeiten.

Energieeffizienz weiterhin im Zentrum Auch nach Abschluss der Umwelt-Initiative nehmen die Anstrengungen um Energieeffizienz und den sorgsamen Umgang mit der Ressource Strom bei den EKZ weiterhin eine zentrale Stelle ein. So wurde beispielsweise das Angebot Energieberatung für Geschäftskunden ausgebaut. Das Programm Stromeffizienz im Mehrfamilienhaus kann dank der Unterstützung von Bundesgeldern weitergeführt werden. Privatkunden werden weiterhin von Förderaktionen profitieren können.

«Auch nach Abschluss der UmweltInitiative nehmen die Anstrengungen um Energieeffizienz eine zentrale Stelle ein.»

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Engagement für die Umwelt

Effiziente Erdwärmenutzung mit Energiecontracting: Andreas Krieg prüft die Installationen beim Sanierungsprojekt Bruggächer in Mönchaltorf.

In Kürze EKZ Solarstrombörse Die EKZ Solarstrombörse übernimmt eine wichtige Rolle als Marktplatz zwischen Solarstromproduzenten und den Endkunden der EKZ. Im Berichtsjahr wurden so 1,2 Millionen kWh Solarstrom über die Börse beschafft und am Markt abgesetzt. Um diese abgesetzte Menge bereitstellen zu können, wurden zu den 150 bestehenden weitere 21 Solarstromanlagen als Produzenten in die EKZ Solarstrombörse aufgenommen.

Grösstes Energiecontracting-Sanierungsprojekt auf Basis von Erdwärme Die EKZ haben im Spätsommer 2011 in Mönchaltorf das bisher grösste Sanierungsprojekt und zugleich die grösste Anlage auf Basis von Erdwärmenutzung gebaut und in Betrieb genommen – unter anderem dank Fördergeldern aus der EKZ CO2-Kompensationsplattform. Die Liegenschaft Bruggächer in Mönchaltorf beinhaltet 238 Wohnungen in 12 Mehrfamilienhäusern, die künftig mit sauberer Umweltwärme versorgt werden. 600 Tonnen CO2 können dadurch jährlich eingespart werden.

EKZ CO2-Kompensationsplattform Grösste Photovoltaikanlage im Kanton Im Dezember 2010 haben die EKZ auf dem Dach des Coop Megastores in Dietikon die grösste Photovoltaik­ anlage im Kanton in Betrieb genommen. Auf einer Fläche von 2600 Quadratmetern produzieren 1584 poly­ kristal­line Solarpanels im Jahr rund 330 MWh Strom. Das entspricht dem durchschnittlichen jährlichen Strom­verbrauch von etwa 75 Vier-Personen-Haushalten. Die EKZ investieren rund 1,7 Millionen Franken in die Photovol­taikanlage auf dem Coop Megastore. Für den produzierten Solarstrom aus dieser Anlage erhalten die EKZ Fördergelder aus der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV).

Wachstum Energiecontracting Vermehrt werden die EKZ aus allen Regionen der Schweiz für die Realisierung von Contractinganlagen angefragt und beauftragt. Um eine optimale Betreuung dieser Kunden sicherzustellen, haben die EKZ je einen Standort in Sargans (SG) und in Châtel-Saint-Denis (VD) eröffnet. Gesamthaft konnten die EKZ im Berichtsjahr weitere 75 Neuanlagen in Betrieb nehmen.

Im Berichtsjahr konnten insgesamt 9372 Tonnen CO2 zur Kompensation akquiriert werden. Davon entfallen 7074 Tonnen auf die Zürcher Kantonalbank, 11 Tonnen auf Prosperis Wealth Management sowie 2287 Tonnen auf die EKZ selbst. Die gesamte Menge wurde über Förderprojekte in Contractingverträgen gesichert. Die EKZ haben damit nahezu ihren gesamten Ausstoss an fossilen Brenn- und Treibstoffen im Berichtsjahr kompensiert. Dies umfasst alle fossilen Brennstoffe der von den EKZ und EKZ Eltop genutzten Liegenschaften sowie den Verbrauch sämtlicher fossilen Treibstoffe für Geschäftsfahrten.

Aktiv für Elektromobilität Elektroautos sind wesentlich energieeffizienter als benzinbetriebene Fahrzeuge. Aus diesem Grund engagieren sich die EKZ für Elektromobilität. Mit ihren 15 Elektroautos, die täglich im Einsatz stehen, sammeln die Mitarbeitenden der EKZ Erfahrungen, die sie als kompetente Ansprechpartner ihren Kunden weitergeben. Auch wenn es um die Ladeinfrastruktur geht, helfen die EKZ als neutraler Beratungspartner weiter: Sie unterstützen Besitzer von Elektroautos bei Fragen rund um den Auto-Stromanschluss zu


Engagement für die Umwelt

Wärme aus Biomasse im Rahmen des EKZ Energiecontracting: Heizen mit Holzschnitzeln ist CO2-neutral.

Hause oder im Büro. Die EKZ helfen bei der Wahl und Installation der richtigen Stromtankstelle und fördern diese bis Ende 2011 mit 500 Franken. An den 17 öffentlichen EKZ Stromtankstellen können Fahrer von Elektroautos ihre Fahrzeuge einfach und bequem aufladen. Ausserdem haben die EKZ als erstes Schweizer Energieversorgungs­ unternehmen einen Gleichstrom-Schnelllader installiert. In weniger als 30 Minuten kann so ein Elektroauto auf 80 Prozent geladen werden. Die EKZ untersuchen, welche Auswirkungen Schnellladungen auf das elektrische Netz und auf Elektroautobatterien haben.

Kontrollierter Energieverbrauch Für die Reduktion des Primärenergieverbrauchs wurden im Berichtsjahr Investitionen in energieoptimierte Gebäudehüllen getätigt. Bei der Fahrzeugbeschaffung ist das Augenmerk auf die Effizienzklasse gerichtet. Die im Geschäftsjahr 2010/11 beschafften 72 Motorfahrzeuge sind alle Effizienzklasse A oder B oder sind mit Euro-5-Motoren (Transporter und LKW) ausgerüstet. Um den Treibstoffverbrauch zu senken, wurden Mitarbeiter zu einer EcoDrive-Schulung aufgefordert.

Umgang mit Ressourcen und Werkstoffen Elektromobilität im Gespräch Bereits zum dritten Mal haben die EKZ eine Fachtagung zum Thema Elektromobilität durchgeführt. Unternehmen, die bereits im Bereich Elektromobilität aktiv sind, berich­ teten über ihre Erfahrungen. Über 150 Besucher nahmen an der Tagung teil. Als Mitglied von Arbeitsgruppen tauschen sich die EKZ zudem auf nationaler Ebene über ihre Erfahrungen mit Elektroautos und Ladeinfrastruktur aus und erarbeiten Empfehlungen. Ziel ist es, auf die Gestaltung zukünftiger Ladesysteme so Einfluss zu nehmen, dass die Kosten für Elektroautofahrer tragbar sind.

Integrierte Nachhaltigkeit Basierend auf einer eingehenden Analyse im Unternehmen haben die EKZ den Umfang ihrer Nachhaltigkeitsbemühungen überprüft. Dieses Projekt «Integrierte Nachhaltigkeit» mündete in ein Betriebs­konzept, das Umfang, Prozesse und Organisation regelt. Die Schwerpunkte liegen zunächst auf dem Produktmanagement und der Beschaffung. Das Nachhaltigkeitsmanagement wird nun jährlich und systematisch auf Geschäftsleitungsstufe beurteilt. Diese Beurteilung dient zur laufenden Verbesserung und Priorisierung der Nachhaltigkeitsmassnahmen.

Nicht nur die Energieverbräuche, auch andere Ressourcen werden von Mitarbeitern bewusst geschont. Trotz Zunahme an Mitarbeitern bleibt beispielsweise der Wasserverbrauch bei den EKZ seit Jahren konstant und liegt bei rund 9937 m3 (9700). Die erheblichen Mengen an entsorgtem Kupfer und Alu sowie sonstigen Buntmetallen werden zu Recyclingstellen gebracht. Sonderabfälle werden soweit möglich wieder in den Wertstoffkreislauf gebracht. Ziel ist es, die Abfallmenge, die den Kehrichtverbrennungsanlagen zugeführt wird, laufend zu minimieren. In einem Versuch wird jetzt getestet, ob auch der verbleibende Kunststoffanteil im Abfall rezykliert werden kann.

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Rubriktitel

Beratung steht im Mittelpunkt: Helen Studer (l.), Leiterin des EKZ Eltop Fachgesch채fts Mettmenstetten.


Am Puls der Kunden

Bereit für den offenen Markt Aktive Kundenorientierung, attraktive Produkte und fundierte Beratung: Die EKZ haben viel unternommen, um für die vollständige Öffnung des Strommarkts gerüstet zu sein.

In Partnerschaft mit dem Kunden ein Klima des Vertrauens schaffen – dieses zentrale Ziel erreichen die EKZ nicht zuletzt dank fairer Preispolitik und transparenter Kommunikation. Nach dem Kernkraftwerk-Unfall in Japan kamen die Energieversorger in der Schweiz und damit auch die EKZ vermehrt in den Fokus der Öffentlichkeit. Daraufhin stieg die Kundennachfrage nach ökologisch produziertem Strom kurzfristig an. Ab Mitte 2011 sorgte der starke Schweizer Franken für Unruhe im Markt. Vorwiegend exportorientierte Unternehmen sahen sich zusehends unter Druck, was zu einer erhöhten Preissensibilität führte. Preisstabilität ist ein zentrales Bedürfnis für viele Geschäftskunden. Deshalb haben die EKZ ein spezielles Angebot entwickelt, das schnell Anklang fand: Das Energieprodukt «EKZ Mixstrom 2000 fix» garantiert über die Laufzeit von 36 beziehungsweise 60 Monaten einen festen Strompreis. Dadurch müssen sich Geschäftskunden nicht mehr auf den Stromeinkauf konzentrieren, sondern finden dafür vermehrt Zeit, zusammen mit den EKZ ihren Stromverbrauch zu analysieren und den Fokus auf Energieeffizienzmassnahmen zu richten. Mehr als 10 Prozent des Stroms für Geschäftskunden werden in den kommenden Jahren über «EKZ Mixstrom 2000 fix» verkauft.

Erfolgsfaktor Kundendienst Wichtige Voraussetzungen für einen erfolgreichen EKZ Kundendienst stellen die Weiterbildung und die Zusammenarbeit der Teammitglieder dar. Deshalb wurden im Berichtsjahr die Schulungen in Branchenwissen und Verkauf sowie in der telefonischen Kundenbetreuung intensiviert. Um den Wissensstand über Produkte, EKZ Dienstleistungen und die Energiebranche zu vertiefen und zu messen, ist ein E-Learning-Programm in regelmässigem Einsatz. Mit diesen personellen Entwicklungsmassnahmen in Verbindung mit den Erfahrungen aus dem Geschäftskundenmarkt sehen sich die

EKZ im Hinblick auf den vollständig geöffneten Markt gut gerüstet. Wie aus regelmässig durchgeführten Kundenumfragen hervorgeht, resultierte aus den Anstrengungen erneut eine höhere Serviceeffizienz und Kundenzufriedenheit.

Neuausrichtung Mit ihrer Marke EKZ Eltop setzen die EKZ mit der eingeschlagenen Neuorientierung auf verstärkte Beratungsdienstleistungen und weiterhin auf das Planen, Erstellen und Unterhalten von Installationen und Anlagen in den Bereichen Gebäudeautomation, Licht und Telekommunikation. In den Elektrofachgeschäften erhalten die Kunden kompetente Beratung zu energieeffizienten Haushaltgeräten sowie zum richtigen Licht für den Arbeitsplatz oder zu Hause.

«Die Schulungen in Branchenwissen und Verkauf sowie in der tele­ fonischen Kundenbetreuung wurden intensiviert.»

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Am Puls der Kunden

Einladend, übersichtlich und zeitgemäss: das umgebaute EKZ Eltop Fachgeschäft an der Dreikönigstrasse in Zürich.

In Kürze Kundendienstleiter ausgezeichnet An der Call Center World in Berlin hat eine Fachjury von CallCenter-Experten den EKZ Kundendienstleiter Francesco Canzano als Call Center Manager Schweiz für das Jahr 2011 ausgezeichnet. Diese Auszeichnung erhielt Canzano für das Projekt Qualitätsoffensive, mit dem er den EKZ Kundendienst in den vergangenen vier Jahren auf die bevorstehende Strommarktliberalisierung vorbereitete. Im Zuge dieses Projektes gelang es Canzano zusammen mit seinem Team, wesentliche Verbesserungen in der tele­ fonischen und schriftlichen Kundenbetreuung zu erzielen.

Stabile Kundenkontakte Die Kundenanfragen haben sich auf hohem Niveau stabilisiert. Sämtliche Kontakte wurden dank effizienteren Systemen und Prozessen mit weniger Personal als im Vorjahr abgearbeitet. Es wurden 87 600 Kundenanrufe behandelt, was einem leichten Rückgang von 1,25 Prozent gegen­über dem letzten Jahr entspricht. Der schriftliche Verkehr verzeichnet mit 43 700 (Vorjahr 38 800) bearbeiteten Mails, Faxen und Briefen eine Zunahme von 12 Prozent. Die Umzugsmeldungen beliefen sich auf 89 300 und sind somit um 4 Prozent gestiegen (Vorjahr 85 700).

Kunden wählen ihren Strommix Die Ereignisse in Japan im März 2011 führten dazu, dass sich im gleichen Monat mehr als 700 Privatkunden für die Naturstrom-Produkte basic, star und solar sowie über 600 Privatkunden für EKZ Aquastrom entschieden haben. Die Naturstrom-Kampagne im Sommer stärkte diesen Effekt. Dadurch stieg der Anteil der Kunden mit NaturstromProdukten im Vergleich zum Vorjahr um 17 Prozent und der Anteil an Aquastrom-Kunden um 13 Prozent. So stieg im

Berichtsjahr der Absatz von EKZ Naturstrom auf 34,1 GWh und von EKZ Aquastrom auf 103,9 GWh. Fast 10 Prozent der Kunden bezogen ein erneuerbares Stromprodukt. Auch bei Gemeinden und Wiederverkäufern zeigt sich der Trend zu mehr Naturstrom. Die EKZ Wiederverkaufsprodukte sind beliebt, im Berichtsjahr konnten die EKZ zwei neue EW dazugewinnen, die ihren Einwohnern Naturstrom anbieten, und mehr als 6 Gemeinden setzen neu auf Naturstrom, indem sie ihre Betriebe mit Naturstrom versorgen.

Solarstrom bei Mercedes Schweiz Vom Dach der Mercedes-Schweiz-Liegenschaft in Schlieren fliesst ab Anfang 2012 Solarstrom ins Netz der EKZ. Die EKZ mieten die Dachfläche von rund 100 m2, auf der Solarmodule montiert werden. Sie realisieren die gesamte Anlage und investieren rund 80 000 Franken. Während 15 Jahren verpflichtet sich Mercedes, zwei Drittel des jährlich produzierten Stroms abzunehmen. Die rund 8000 kWh fliessen in die zwei EKZ Elektrotankstellen vor dem Ge­ bäude. Damit kann Mercedes, der Schweizer Importeur von Elektro-Smarts, ihre Elektrofahrzeugflotte mit Solarstrom tanken.

EKZ Energiewochen Die Mitarbeitenden des Versicherungsunternehmens Generali in Adliswil führten Anfang 2011 die EKZ Energiewochen durch. Die Generali Gruppe Schweiz verfolgt das Ziel, innerhalb von 5 Jahren ihren Energieverbrauch um 22 Prozent zu senken. Während zweier Wochen wurden die 900 Mitarbeitenden von den EKZ für den bewussten Umgang mit Energie sensibilisiert – und das Unternehmen konnte seinen Energieverbrauch um 4,7 Prozent senken. Anfang April 2011 konnten die EKZ auch bei CocaCola in Brüttisellen die EKZ Energiewochen durchführen.


Am Puls der Kunden

EKZ Eltop installierte im Recyclingcenter Birmensdorf die Anlage mit 1,1 MW Leistung.

Die 500 Mitarbeitenden haben die Mass­nahmen erfolgreich im Geschäftsalltag umgesetzt. Während der zwei­ wöchigen Aktion wurden 6,4 Prozent des Energieverbrauchs eingespart.

Photovoltaik im Aufwind Die Nachfrage nach dem Bau von Photovoltaikanlagen steigt. Das dafür neu geschaffene Team Engineering Erneuerbare Energien realisierte diverse bewilligte KEVProjekte für die EKZ und für Kunden in diesem Bereich. Zudem war das mobile Solarlabor europaweit im Einsatz, um Photovoltaikpanels zu testen.

zu einem raschen Überblick und unterstützt das Verkaufspersonal bei der Beratung.

EKZ Eltop lanciert E-Shop Im März 2011 konnte der EKZ Eltop E-Shop erfolgreich lanciert werden. Kundinnen und Kunden finden nun auch online ein grosses Sortiment an energieeffizienten Haushaltgeräten und Leuchten und haben die Möglichkeit, rund um die Uhr bei EKZ Eltop einzukaufen. Alle Geräte werden auf Wunsch nach Hause geliefert und installiert und die alten Geräte gleichzeitig kostenlos entsorgt.

EKZ Eltop installiert leistungsstarke Verbraucher Anspruchsvolle Marktsituation bei EKZ Eltop Die Neuorganisation des Installationsbereichs von EKZ Eltop konnte per Ende des Geschäftsjahres 2010/11 abgeschlossen werden. Die Marktgebietsleiter in den Regionen sind eingesetzt und etabliert, sie können den Ressourcenausgleich und die Kundennähe nun in direkter Verantwortung zusammen mit den Filialleitern noch besser pflegen. Die Margensituation des Bereichs Installation und der Fachgeschäfte lässt allerdings noch Verbesserungspoten­ zial erkennen, und es werden weitere grosse Anstren­ gungen notwendig sein, um solide Margen langfristig sicherstellen zu können.

Umbauten der EKZ Eltop Fachgeschäfte abgeschlossen Die Optimierung der Standorte konnte mit dem Umbau des EKZ Eltop Fachgeschäftes an der Dreikönigstrasse in Zürich abgeschlossen werden. Das Fachgeschäft präsentiert sich nach rund fünf Monaten Umbauzeit hell, übersichtlich und in zeitgemässem Design. Die einzigartige Präsentation der Leuchten verhilft Kundinnen und Kunden

EKZ Eltop übernahm im neuen Recyclingcenter Birmensdorf neben den herkömmlichen Elektroinstallationen auch die Gebäudeautomation der über 2000 m2 grossen Recyclinghalle und des benachbarten Chemikalienlagers. Das Herzstück der Anlage ist eine gigantische Schrott­ schere, die mit einer Leistung von 1,1 MW etwa gleich viel Strom verbraucht wie fünfzig Einfamilienhäuser. Die Messdaten der Waage sowie die Beleuchtung, Beschattung und Videoüberwachung werden im Büro des Centers via KNX-Touchscreens gesteuert und kontrolliert.

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Rubriktitel

Jörg Haller, Leiter öffentliche Beleuchtung, misst die Lichtstärke von LED-Leuchten.


Fortschritte durch Innovation

Mit Fachwissen die Zukunft sichern Gezielte Investitionen in die Aus- und Weiterbildung junger Fachkräfte sind für die EKZ das beste Mittel, um die Herausforderungen der Energiezukunft zu meistern. Über einen Hochschulfonds unterstützt das Unternehmen verschiedene akademische Ausbildungsstätten.

Die EKZ investieren in erstklassige technische Ausbildung, insbesondere im Kanton Zürich. So wurde bereits 2008 der EKZ Hochschulfonds ins Leben gerufen, um den Ausbildungsstandort im Grossraum Zürich zu stärken und den Mangel an jungen Ingenieuren zu beheben. Denn für die EKZ ist klar: Fachwissen ist die wichtigste Ressource der Schweiz. Wer Ausbildungsstätten unterstützt, tätigt Investitionen, die sich in Zukunft bezahlt machen.

Neue Elektrotechnikprofessuren Dank der Förderung der EKZ und anderer Sponsoren wur­den beispielsweise drei neue Professuren im Bereich der Elektrotechnik an der ETH Zürich geschaffen. Im Rahmen weiterer ausgewählter Projekte pflegen die EKZ den Austausch mit etablierten und angehenden Wissenschaftlern, etwa der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften Winterthur (ZHAW). Zusammengearbeitet wird unter anderem bei der Untersuchung verschiedener Photovoltaiktechnologien in Bezug auf ihren Wirkungsgrad und ihr Langzeitverhalten. Die Pilot- und Referenzanlage in Dietikon sowie ein mobiles Solarlabor sind mit Geldern aus dem EKZ Hochschulfonds finanziert. Ein Beispiel, wie Wissen und Praxis verbunden werden können, ist die Realisierung des «SunCar» im Rahmen eines Fokusprojektes der ETH Zürich. Der «SunCar» ist ein auf Elektroantrieb umgebauter Sportwagen mit anspruchsvollen Leistungen und der Vision, die gesamte für das Fahren

«Dank der Förderung der EKZ und anderer Sponsoren wurden drei neue Professuren für Elektrotechnik an der ETH Zürich geschaffen.»

benötigte Energie aus erneuerbaren Energiequellen zu gewinnen. Insgesamt sind etwa 70 Studenten und akademische Mitarbeiter der ETH sowie von verschiedenen Schweizer Fachhochschulen in dieses anspruchsvolle und interdis­ ziplinäre Projekt einbezogen.

Entwicklung der Tiefengeothermie Besonderes Potenzial bei der alternativen Energiegewinnung sehen die EKZ in der Tiefengeothermie. In Zusammenarbeit mit der Axpo engagieren sich die EKZ für die Erforschung des tiefen Untergrunds im Hinblick auf die Stromproduktion mit Geothermiekraftwerken. Das Engagement umfasst verschiedene Aktivitäten, darunter die Unterstützung der ETH Zürich beim Aufbau neuer Geothermieprofessuren. Ziel der Bemühungen ist es, das mittel- und langfristige Potenzial der Tiefengeothermie für Strom- und Wärmeenergie in der Schweiz bis 2020 schlüssig zu evaluieren sowie die technische und wirtschaftliche Machbarkeit von Geothermiekraftwerken zu klären.

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Fortschritte durch Innovation

Kleinwindanlage mit vertikal fixierten Flügeln: H-Rotor in Sattel-Hochstuckli.

In Kürze Woodpower-Betrieb eingestellt, Technologie wird weitergeführt Die Woodpower AG in Wila produzierte als Pilot- und Demonstrationsanlage CO2-neutralen Strom. Gleichzeitig sollte die durch den Produktionsprozess entstehende Abwärme kommerziell genutzt werden, um hochwertige Holzschnitzel für Heizungen zu trocknen. Der Vorteil dieser Technologie liegt darin, dass bei relativ kleinen Einheiten mit 400 Kilowatt ein überdurchschnittlich hoher Anlagenwirkungsgrad erzielt wird. Mit diesem System kann die Abwärme auch in kleinen Wärmeverbünden vollständig verwertet und damit die Wirtschaftlichkeit sichergestellt werden. Massgebliche Ziele wurden mit der Pilotanlage erreicht, und die Technologie konnte während der Pilotphase entscheidend weiterentwickelt werden. Nach fast fünf Jahren wurde der Betrieb der Pilotanlage eingestellt, da ein wirtschaftlicher Betrieb an diesem Standort nicht möglich war. Mit den Betriebserfahrungen und Erkenntnissen realisieren die EKZ mit der Holzvergasungstechnik ein Projekt bei der Empa und Eawag in Dübendorf im Energiecontracting. Die EKZ planen, die Holzvergasungsanlage mit Wärme-Kraft-Kopplung Ende 2013 in Betrieb zu nehmen.

Einfach sichtbar – so wird Strom gespart Erste Auswertungen aus dem Pilotprojekt Smart Metering der EKZ zeigen, dass mit intelligenten Stromzählern Strom gespart wird – jedoch nur, wenn der Stromverbrauch über Visualisierungshilfen sichtbar gemacht wird. Kunden, die ein Anzeigegerät in der Wohnung haben, sehen sofort, ob ihr Stromverbrauch im grünen Bereich liegt, und sparen am meisten Strom: Sie verbrauchen im Durchschnitt bis zu drei Prozent weniger als die Kontrollgruppe. Auch Kunden,

die das Internetportal nutzen, sparen Strom. Die durchschnittliche Einsparung liegt bei 2,6 Prozent. Der Kunde sieht seinen Stromverbrauch um einen Tag verzögert, kann aber eigene Vergleiche über frei wählbare Zeiträume durchführen. Bei Kunden, die keine der beiden Visualisierungsmöglichkeiten nutzen, verhielt sich der Stromverbrauch vergleichbar mit dem der Kontrollgruppe. Die Untersuchung der EKZ belegt, dass Smart-Meter-Systeme mit Feedback-Instrumenten einen Beitrag zum effizienten Umgang mit Strom leisten können. Voraussetzungen sind eine einfache Bedienung und ein schneller Zugriff auf den ak­tuellen Energieverbrauch. Es zeigt sich aber auch, dass der Stromspareffekt nicht überragend ist. Aufgrund auslän­ discher Studien haben die EKZ mehr erwartet. Betrachtet man neben der Visualisierung des Verbrauchs auch die wirtschaftlichen Aspekte von Smart Metering, hat vor allem die Optimierung von Prozessen, wie Umzug und Abrechnung, Potenzial.

Versuche mit Windenergie In Zusammenarbeit mit dem Elektrizitätswerk des Bezirks Schwyz AG und der Sattel-Hochstuckli AG planen die EKZ im Skigebiet Sattel-Hochstuckli ein Pilotprojekt mit H-Rotoren, um künftig die Beschneiungsanlagen mit Naturstrom zu betreiben. Die EKZ führten an 5 Standorten während rund 3 Monaten Windmessungen für Kleinwindanlagen mit H-Rotoren durch. Daraus resultierte der Entscheid für eine Pilotanlage, die per Ende Oktober 2011 in Betrieb gegangen ist. Sofern die erwar­teten Erträge erreicht werden, soll die Pilotanlage um vier weitere Rotoren zu einem Windpark mit total 200 kW ergänzt werden.

Referenzanlage Photovoltaik Die EKZ sammeln mit ihrer Photovoltaik-Referenzanlage in Dietikon Erfahrungen, um ihre Kunden von der Potenzial-


Fortschritte durch Innovation

Laden mit einem Klick: Elektroautos könnten wahlweise auch via Smartphone mit Strom «betankt» werden.

analyse bis zur Abnahme des Stroms zu unterstützen. Die Auswertungen nach über einem Jahr Betrieb zeigen, dass pauschale Aussagen – wie «diese Technologie ist die bessere als die andere» – nicht möglich sind. Jede Technologie hat bestimmte Vor- und Nachteile, die individuell berücksichtigt werden müssen. Es kommt nicht allein auf die Wahl der richtigen Solarmodule an. Das Zusammenspiel von der Einstrahlung bis zur Netzeinspeisung muss optimal abgestimmt sein. Die EKZ haben die einzelnen Einflussfaktoren zur Minderung oder Steigerung des Jahresertrags in der Region Zürich untersucht und typische Richtwerte publiziert. Um die Investition in eine grössere Solaranlage abzusichern, sind die EKZ in der Lage, mit ihrem mobilen Solarlabor unabhängige Referenzmessungen auszuführen.

Die grösste Batterie der Schweiz Am EKZ Standort in Dietikon entsteht ein Batteriespeicher mit einer maximalen Leistung von einem Megawatt, der in das Mittelspannungsnetz der EKZ eingebunden wird. Die Anlage wird Energie bis 500 Kilowattstunden speichern und diese ins Netz einspeisen respektive von dort beziehen. Damit ist sie die schweizweit grösste Anlage dieser Art. ABB wird die Pilot- und Demonstrationsanlage liefern, erstellen und vor Ort weiterentwickeln. Die EKZ werden sie betreiben, ihr Know-how bezüglich Einbindung und Verhalten von Batteriespeichern im Netz aufbauen sowie Kenntnisse über den wirtschaftlichen Einsatz von solchen Anlagen erhalten. Im Rahmen des Pilotprojektes wird untersucht, ob sich ein Batteriespeicher zur Beeinflussung und Abfederung von Spitzenlasten im Verteilnetz eignet. Ausserdem wird analysiert, ob sich ein Batteriespeicher als Alternative zu einem Netzausbau im Zusammenhang mit der Zunahme von dezentralen Stromerzeugern wie Sonne oder Wind einsetzen lässt.

Smartphone-App für das Laden von Elektroautos In Zukunft könnten Elektroautos bequem vom Handy aus geladen werden. IBM Research in Rüschlikon und die EKZ testen in einem Pilotprojekt, wie der Ladevorgang über Smartphones gesteuert werden kann. Um die Versorgungs­sicherheit dauerhaft zu gewährleisten, werden nebst den Bedürfnissen des Autofahrers auch die von Energielieferanten berücksichtigt. Für Energieunternehmen wird das gesteuerte Laden von Elektroautos wichtig, sobald mehr Elektroautos auf den Strassen unterwegs sind. In Zukunft könnten Elektroautos eingesetzt werden, um die unre­ gelmässige Stromproduktion aus neuen erneuerbaren Ener­gien abzufedern und die Netzstabilität zu unterstützen.

EKZ installieren erste Schnellladestation in der Schweiz Als erster Energieversorger in der Schweiz testen die EKZ auf ihrem Areal in Dietikon einen serienreifen Schnell­la­der von ABB mit 50 Kilowatt Leistung. Die Leistungs­ elektronik im Schnelllader liefert den Strom in der von der Elektroautobatterie gewünschten Spannungslage und Strom­­stärke. Die EKZ untersuchen, ob unterschiedliche Ladegeschwindigkeiten die Batteriekapazitäten von Elektro­autos beeinflussen. Ebenfalls untersucht wird, wie sich die Schnellladung auf das Stromnetz auswirkt, das hierfür in kurzer Zeit eine relativ hohe elektrische Leistung bereitstellen muss. Mit der Schnellladestation lässt sich die Batterie eines Elektroautos von 20 Kilowattstunden in weniger als einer halben Stunde auf 80 Prozent laden.

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Verantwortung als Arbeitgeber

Menschen – das wichtigste Kapital der EKZ Die EKZ beschreiten neue Wege bei der Rekrutierung qualifizierter Fachkräfte. Auf der Grundlage einer nachhaltigen Personalentwicklung fördert das Unternehmen seine Mitarbeitenden auf fachlicher und sozialer Ebene.

Nicht nur im Hoch- und Fachhochschulbereich suchen die EKZ qualifiziertes Personal, es besteht auch ein erhöhter Bedarf an gut ausgebildeten Leuten aus technischen und handwerklichen Berufen. In Zeiten, in denen fachlich gut qualifiziertes Personal aller Sparten schwer zu finden ist, versuchen die EKZ, Mitarbeitende mit neuen Massnahmen zu rekrutieren. Zusätzlich zu den konventionellen Print- und Online-Inseraten werden für mehrere Berufsgruppen neu spezifische Jobvideos erstellt, welche den Interessenten ein realistisches Bild vom Arbeitsumfeld bei den EKZ vermitteln. Um den Fortbestand qualifizierter Berufsleute zu sichern, investieren die EKZ auch in die Ausbildung junger Menschen. In mittlerweile neun Berufen bildet das Unternehmen derzeit rund 200 Lernende aus. Damit tragen die EKZ wesentlich zur Nachwuchsförderung in der Berufsbildung bei und gewährleisten so auch langfristig Spezialisten für die Versorgungssicherheit: Elektroinstallateure, Netzelektriker, Montageelektriker, Elektroplaner, Telematiker, Kaufleute, Detailhandelsfachleute, Köche und Logistiker werden bei den EKZ ausgebildet. Nach Möglichkeit werden sie nach Abschluss der Lehre bei den EKZ weiterbeschäftigt.

Ein attraktiver Arbeitgeber Ein besonderes Merkmal des Arbeitgebers EKZ ist die gelungene Umsetzung des Projekts «EKZ Kulturentwicklung». Die definierten Kulturwerte und die daraus abgeleiteten Massnahmen werden konsequent fortgeführt. So gewinnt der Kulturwert «Unternehmertum» im dynamischen Umfeld der Elektrizitätsbranche zunehmend an Wichtigkeit, und der Wert «gegenseitiges Vertrauen und Respekt» fördert ein produktives und kollegiales Arbeitsklima. Auch auf den Kulturwert «bereichsübergreifendes Denken» wird bei den EKZ grosser Wert gelegt. Die Führungskräfte aller Organisationseinheiten sind bestrebt, gemein-

sam die Unternehmensziele optimal umzusetzen und die Weitergabe von fachlichem Know-how sicherzustellen. Der Unterstützung und engen Begleitung von Mitarbeitenden, die neu zu den EKZ stossen, wird besondere Bedeutung beigemessen. Es sind diese im Arbeitsalltag gelebten Werte, welche die Mitarbeitenden für ihren Arbeitgeber begeistern. Nicht zuletzt stehen die EKZ auch für eine weitsichtige Personalpolitik mit fortschrittlichen Anstellungsbedingungen. In kontinuierlichen Aufbauprozessen werden interne und externe Weiterbildungsmöglichkeiten geboten, um die Mitarbeitenden in ihrer Entwicklung individuell zu unterstützen. Das Unternehmen zeigt sich somit sowohl gegenüber den Beschäftigten als auch in der Öffentlichkeit als verantwortungsbewusster und moderner Arbeitgeber.

«Um den Fortbestand qualifizierter Berufsleute zu sichern, investieren die EKZ gezielt in die Ausbildung junger Menschen.»


Verantwortung als Arbeitgeber

Grund zum Feiern: 47 Lernende konnten im August 2011 ihre Lehre bei den EKZ erfolgreich abschliessen.

In Kürze Erneut mehr Personal Der Personalbestand (inkl. Lernende) ist um 3,2 Prozent auf 1570 (Vorjahr 1521) gewachsen, was wie bereits in den Vorjahren auf die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen im Zusammenhang mit der Marktliberalisierung zurückzu­ führen ist. Das Durchschnittsalter der EKZ Mitarbeitenden beträgt 41 Jahre und ist im Vergleich zum Vorjahr so gut wie unverändert (41,3). Der Frauenanteil ist mit 19,8 Prozent (20,6) in der Gesamtbelegschaft leicht gesunken. Der Kaderanteil beträgt 22,9 Prozent, davon rund 11,0 Prozent Frauen (11,9). Die Personalfluktuation exklusive Pensionierungen ist auf 9,9 Prozent (7,1) gestiegen. 151 Eintritten (157) standen 146 Austritte (107) inklusive Pensio­nierungen gegenüber. Die durchschnittliche Anzahl Weiterbildungstage pro Mitarbeitenden beträgt im Berichtsjahr insgesamt 3,7 Tage (2,2).

Erfolgreicher Lehrbetrieb Die EKZ konnten Ende Juli 2011 47 Lernenden aus 9 verschiedenen Berufen zu ihrem erfolgreich bestandenen Lehrabschluss gratulieren. Fast die Hälfte haben mit einer Gesamtnote von 5,0 oder höher abgeschlossen, vier von ihnen gehörten zu den jeweils besten Kandidaten im Kanton Zürich. Von den frisch ausgebildeten Berufs­leuten konnten rund 70 Prozent weiterhin bei den EKZ beschäftigt werden. Im August 2011 begannen 67 junge Menschen ihre Lehre bei den EKZ. Die EKZ bieten zurzeit 201 Jugendlichen einen vielseitigen Ausbildungsplatz.

Absenzenrate bleibt auf tiefem Niveau Die Ausfallrate durch Berufsunfälle ist leicht gestiegen, dabei aber auf tiefem Niveau geblieben. Sie liegt bei

0,25 Prozent (Vorjahr 0,17) pro Mitarbeitenden. Die Ausfallrate durch Krankheit blieb mit 2,33 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres, dieje­nige durch Nichtberufsunfälle ist jedoch leicht auf 0,50 Prozent gesunken.

Arbeitssicherheit Obwohl gemäss Kriterien der Chauffeurzulassungsverordnung (CZV) nicht obligatorisch, bilden die EKZ ihre LKWFahrer in CZV-zertifizierten Kursen weiter. Schulungen und Instruktionen im Bereich Arbeitssicherheit sind für die EKZ ein entscheidender Pfeiler für niedrige Unfallraten. Gezielt werden die Mitarbeiter generell für sicheres Arbeiten im Bereich elektrischer Anlagen und allgemein bei erhöhten Gefahren ausgebildet. Auch dieses Jahr sind zahlreiche Kurse bei den EKZ oder extern im Angebot.

EKZ vital für Mitarbeitende Die Projektgruppe EKZ vital hat nach einer längeren Pause ihr Engagement für die Gesundheit und das Wohlbefin­den der EKZ Mitarbeitenden wieder aufgenommen. Das Ziel von EKZ vital ist es, die Mitarbeitenden sowohl am Arbeitsplatz als auch in der Freizeit für Gesundheitsthemen zu sensibilisieren, zum Beispiel mit «Bike to work», einem Vortrag über Sonnenschutz oder einer Blutspendeaktion.

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Im Dienst der Öffentlichkeit

Energiewissen für alle Ein selbständiger und bewusster Umgang mit Energie setzt spezifische Kenntnisse voraus. Die EKZ tun viel dafür, um der Bevölkerung jeden Alters die physikalischen Grundlagen der Elektrizität und die Besonderheiten der Stromwirtschaft nahezubringen.

Als öffentlich-rechtliches Unternehmen sehen sich die EKZ in der Verantwortung, ihr Energiewissen zu teilen, um der Bevölkerung einen selbständigen und bewussten Umgang mit Energie zu ermöglichen. Nicht erst seit den Ereignissen in Japan legen die EKZ in diesem Bereich einen Schwerpunkt. Schon seit den 80er Jahren kann das stillgelegte Wasserkraftwerk «Burenwisen» bei Glattfelden besucht werden. Dort, im modernen Besucherzentrum der EKZ, erfahren Interessierte alles rund um die Stromversorgung sowie packende Geschichten aus der Welt der Energie. Fachleute der EKZ führen die Besuchergruppen durch die Ausstellung und vermitteln praxisnahe Informationen. Das Programm und die Themenschwerpunkte werden auf die Wünsche der angemeldeten Gruppen abgestimmt. So können zum Beispiel Jugendliche mithilfe anschaulicher Experimente die physikalischen Grundlagen der Elektrizität fernab des Schulzimmers praktisch erfahren. Seit der Neueröffnung 2010 haben rund 3740 Besucher an einer Führung im Stromhaus teilgenommen, davon 1392 Jugendliche.

Stufengerecht für jedes Alter 
 Energie zum Anfassen erleben Schülerinnen und Schüler auch dank des EKZ Schulangebots. Seit mehr als fünf Jahren stellen die EKZ den Schulen im Kanton Zürich ihr Energiewissen in Form kostenloser Unterrichtseinheiten zur Verfügung. In Abstimmung mit dem kantonalen Lehrplan ist das Programm an alle Schulstufen angepasst. Anhand von praxis-

«Energie zum Anfassen erleben Schülerinnen und Schüler seit mehr als fünf Jahren auch dank des EKZ Schulangebots.»

nahen Experimenten und spannendem Anschauungsmaterial führen die Moderatoren der EKZ die Kinder und Jugendlichen in die Welt der Energie ein. Während sich die jüngsten Schüler in der 1. und 2. Klas­se mit dem Erkennen von Gefahren im Umgang mit Strom beschäftigen, lernen ältere die Grundsätze des Stromkrei­ses kennen. In der Mittelstufe erfahren sie anhand von Experimenten und beim Bau von Kraftwerksmodellen die Allgegenwärtigkeit von Energie und das Prinzip der Energieumwandlung. In der Oberstufe lernen die Jugendlichen, wie sie selbst energieeffizient handeln können. Das EKZ Schulangebot stösst bei den Schulen im Kanton auf reges Interesse. So profitierten im Geschäftsjahr 2010/11 274 Schulklassen (Vorjahr 209) vom EKZ Schulangebot. Zudem konnten die Moderatoren der EKZ mehrere Projektwochen in Schulen und Ferienkurse unterstützen.


Im Dienst der Öffentlichkeit

Energie zum Anfassen: das Besucherzentrum im stillgelegten Wasserkraftwerk «Burenwisen» bei Glattfelden.

In Kürze Tag der offenen Tür in Dietikon Rund 1000 Besucherinnen und Besucher folgten im Juli 2011 der Einladung zum Tag der offenen Tür. Auf dem Werkareal der EKZ in Dietikon konnten sie einen Blick hinter die Kulissen einer sicheren und zuverlässigen Stromversorgung werfen und von den EKZ Mitarbeitenden erfahren, was es braucht, damit immer Strom aus der Steckdose kommt. Auf dem EKZ Stromparcours stiessen vor allem das Wasserkraftwerk und die Betriebsführungsstelle auf reges Interesse.

jungen Radrennfahrern, sich in einem professionellen Umfeld sportlich weiterzuentwickeln. Das Team bestreitet hauptsächlich Strassenrennen, einzelne Fahrer vertreten das EKZ Racing Team auch in den Disziplinen Quer und Bahn. 2011 wurden bereits mehrere Siege und Podestplätze errungen.

Beliebte Radrennen

Seit 2010 Jahr ermöglichen die EKZ Menschen mit Behinderung kostenlose Ausfahrten mit strombetriebenen Spezialvelos. Das Angebot wurde an rund 200 Tagen genutzt und deshalb mit den drei weiteren Standorten Grüningen, Ossingen und Ebertswil ausgebaut. Sämtliche Kosten für Anschaffung, Ausleihe und Unterhalt der mittlerweile 28 Spezialvelos werden von den EKZ getragen.

Mehr als 3000 Mountainbiker haben in dieser Saison an den acht Rennen des EKZ Cup teilgenommen. Speziell die Kategorien für den Nachwuchs verzeichnen immer grös­ seren Zuwachs. 1000 Radrennfahrer nahmen am bekanntesten Schweizer Eintagesrennen «EKZ Züri Metzgete» teil. Auch dieses Jahr wurde dabei die EKZ Volksmetz­gete ausgetragen, die es Hobbysportlern erlaubt, sich auf einer anspruchsvollen Strecke zu messen. Die 53 Kilo­ meter lange Strecke mit Start und Ziel in Buchs bei Zürich führt durch das Zürcher Unterland. Das Iron Bike Race in Einsiedeln zählt zu den beliebtesten Mountainbike-Rennen der Schweiz. Mehr als 2000 Fahrerinnen und Fahrer haben in diesem Jahr teilgenommen.

Rollstuhl mit e-fix

Velofahrkurse für Kinder

Nach Operationen, Unfällen oder Erkrankungen sind Menschen manchmal vorübergehend auf einen Rollstuhl an­ gewiesen – insbesondere wenn die Betroffenen körperlich stark eingeschränkt, sehr schwach oder schwer sind. Hier kann ein Rollstuhl mit dem elektrischen Zusatzantrieb e-fix Hilfe bieten. Der Rollstuhl mit e-fix kann seit 2011 bei 17 Spitex-Standorten im Kanton Zürich gemietet werden, die EKZ übernehmen die Anschaffungskosten.

Um Kindern die nötige Sicherheit auf dem Velo und das richtige Verhalten im Strassenverkehr zu vermitteln, bietet Pro Velo Kanton Zürich mit Unterstützung der EKZ Velofahrkurse für Kinder an. Diese finden von Anfang Mai bis Ende September in fast allen grösseren Ortschaften des Kantons statt. Das Angebot wird laufend ausgebaut.

Strombetriebene Spezialvelos

EKZ Racing Team fördert junge Talente Die EKZ unterstützen im neu gegründeten EKZ Racing Team junge Radsporttalente. Das Team ermöglicht es

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Corporate Governance

Transparenz im Fokus Die EKZ verpflichten sich zur verantwortungsvollen und langfristig orientierten Führung und Kontrolle des Unternehmens. Entsprechend arbeiten die Geschäftsleitung, der Verwaltungsrat sowie die kantonsrätliche Kommission kontinuierlich an der Weiterentwicklung der Corporate Governance.

Ziel und Grundlagen Ziel der Corporate Governance ist eine möglichst effiziente, effektive und transparente Unternehmensführung im Interesse aller Stakeholder. Dazu gehört auch die Überwachung des Managements. Folgende Dokumente bilden die rechtliche Grundlage für die Corporate Governance der EKZ: ■■  Das Gesetz betreffend die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ Gesetz) ■■  Die Verordnung über die Organisation und Verwaltung der EKZ (EKZ Verordnung) ■■  Das Geschäftsreglement für die Organe der EKZ (GRO) mit Anhängen Die Führung des Unternehmens orientiert sich an privatwirtschaftlichen Massstäben.

Eigentümer Die EKZ sind eine selbständige Anstalt des kantonalen öffentlichen Rechts. Der Kanton Zürich ist alleiniger Eigentümer der EKZ und stellt den EKZ ein zu verzinsendes Grundkapital zur Verfügung (§ 5 EKZ Gesetz), das zurzeit nicht beansprucht wird. Über Beteiligungen an Gesellschaften gemäss § 11 EKZ Gesetz gibt die Erläuterung 17 im Anhang zur Jahresrechnung Auskunft.

Verwaltungsrat Der Verwaltungsrat (VR) setzt sich aus 15 Mitgliedern zusammen. Zwei Mitglieder delegiert der Regierungsrat direkt in den VR, 13 werden durch den Kantonsrat gewählt. Die Amtsdauer beträgt vier Jahre und deckt sich mit derjenigen des Kantonsrats. Die VR-Mitglieder nehmen innerhalb der EKZ keine Exekutivfunktionen wahr. Ihre Aufgaben orientieren sich an den Bestimmungen des Aktienrechts sowie den Bestimmungen in Gesetz und Verordnung der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich. Dem VR obliegen die Festsetzung der Strategie und die Oberleitung des Unternehmens

sowie die Überwachung der Geschäftsführung in Analogie zu Artikel 716a OR.

Verwaltungsratsausschüsse Der Verwaltungsrat konstituiert sich selbst und wählt seinen Präsidenten, den Vizepräsidenten und den Sekretär. Der Verwaltungsrat kann Ausschüsse bilden und diesen besondere Aufgaben und Kompetenzen übertragen. Zurzeit bestehen drei Ausschüsse: ■■  Der Leitende Ausschuss bereitet zur Hauptaufgabe sämtliche Geschäfte des Verwaltungsrates vor und stellt diesem Antrag. Weiter erlässt er Richtlinien zur Budgetierung, Rechnungslegung und Finanzierung. Er überwacht zudem die Geschäftsführung der Geschäftsleitung. ■■  Der Prüfungsausschuss hat zur Hauptaufgabe, ein umfassendes und effizientes Konzept für die externe und interne Revision sicherzustellen. Er legt mit den Revisionsstellen die Revisionspläne fest und bildet sich ein eigenständiges Urteil über die durchgeführten Revisionen, die internen Kontrollsysteme sowie den Jahresabschluss. ■■  Der Nominierungs- und Entschädigungsausschuss begutachtet und beantragt zuhanden des Verwaltungsrats die Bezüge seiner Mitglieder und der Ausschüsse, die Anstellung beziehungsweise Entlassung von Geschäftsleitungsmitgliedern sowie das Salärsystem für die Mitglieder der Geschäftsleitung.

Kantonsrätliche Kommission Die Oberaufsicht über die EKZ wird vom Kantonsrat ausgeübt. Für die Wahrnehmung dieser Oberaufsicht ist die Aufsichtskommission über die wirtschaftlichen Unternehmen (AWU) zuständig. Sie ist jeweils für vier Jahre gewählt. Die Kommission hat Einsicht in die VR-Protokolle und lässt sich


Corporate Governance

durch die Organe der EKZ über den Geschäftsverlauf informieren. Für die Amtsdauer 2011 bis 2015 setzt sich die AWU per 30. September 2011 aus folgenden Mitgliedern zusammen: Präsident Benedikt Gschwind, Zürich, SP; Vizepräsidentin Katharina Weibel, Seuzach, FDP; Franco Albanese, Winterthur, CVP; Bruno Fenner, Dübendorf, BDP; René Gutknecht, Urdorf, GLP; Beat Huber, Buchs, SVP; Ruth KleiberSchenkel, Winterthur, EVP; Ruedi Menzi, Rüti, SVP; Roland Munz, Zürich, SP; Maria Rohweder-Lischer, Uetikon am See, Grüne; Peter Uhlmann, Dinhard, SVP.

Externe Revision Auf Antrag des Prüfungsausschusses wurde vom Verwaltungsrat die PricewaterhouseCoopers AG für ein weiteres Jahr gewählt.

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J ährliche Genehmigung des Budgets Hochrechnungen des laufenden Geschäftsjahres Berichte und Managementletter der externen Revisionsstelle Risikobericht

Risikomanagement Durch die Veränderungen im konjunkturellen, politischen und gesellschaftlichen Umfeld sind die EKZ im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit einer Vielzahl von möglichen Risiken ausgesetzt. Unter Risikomanagement verstehen die EKZ einen standardisierten, pragmatischen Prozess für eine umfassende Sicht der Geschäftsleitung auf die wesentlichen Risiken und das Management derselben auf den relevanten Stufen des Unternehmens.

Interne Revision Die interne Revision beurteilt in Abstimmung mit der externen Revisionsstelle und im Auftrag des Prüfungsausschusses die Steuerungs- und Kontrollprozesse. Sie hilft so, diese Prozesse zu verbessern und einen Mehrwert für die EKZ zu schaffen. Im Berichtsjahr führte das Unternehmen Ernst & Young eine Prüfung zu einem vom Prüfungsausschuss ausgewählten Thema durch. Anschliessend wurde darüber Bericht erstattet.

Informations- und Kontrollinstrumente Der Verwaltungsrat bzw. seine Ausschüsse werden regelmässig durch die Geschäftsleitung über den Geschäftsverlauf und wichtige Ereignisse informiert. Sie verfügen über folgende Instrumente zur Überwachung und Kontrolle der Geschäftsführung: ■■  Quartals-, Halbjahres- und Jahresbericht ■■  Jährliche Genehmigung der strategischen Planung ■■  Jährliche Genehmigung der Mittelfristplanung (5 Jahre)

Risikomanagement-Prozess Die EKZ Geschäftsleitung führt im Auftrag des Prüfungsausschusses einmal jährlich unter Beizug von internen und externen Experten eine unternehmensweite Risikobeurteilung (Risk Assessment) durch. Die wesentlichen Geschäftsrisiken und deren Treiber werden im Rahmen eines formalisierten Prozesses definiert. Die daraus entwickelten Risikoszenarien werden nach dem möglichen Schadenausmass und der Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Die Geschäftsleitung beurteilt diese Szenarien anschliessend und leitet die entsprechenden Massnahmen ab. Über die Resultate des Risk Assessments wird dem Prüfungsausschuss Bericht erstattet. Anlässlich des Strategie-Reviews werden die Ergebnisse im Verwaltungsrat besprochen.

29


30

Corporate Governance

Interne Kontrolle Die interne Kontrolle ist ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensführung. Die Kontrollprozesse werden laufend überprüft und an veränderte Anforderungen angepasst. Die interne Kontrolle wirkt unterstützend bei: ■■  der Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften ■■  dem Schutz des Geschäftsvermögens ■■  der Verhinderung, Verminderung und Aufdeckung von Fehlern und Unregelmässigkeiten ■■  der Sicherstellung der Zuverlässigkeit und Vollständigkeit der Buchführung ■■  der zeitgerechten und verlässlichen finanziellen Berichterstattung Um den steigenden Anforderungen nach einem dokumentierten beziehungsweise formalisierten internen Kontrollsystem Rechnung zu tragen, haben die EKZ umfassende und systematische Geschäftsprozesse dokumentiert.

Risikosituation im Geschäftsjahr 2010/11 Marktrisiken Seit 1. Januar 2009 können Kunden mit einem jährlichen Energieverbrauch von mehr als 100 000 kWh ihren Energielieferanten wechseln. Mit dieser teilweisen Marktöffnung stiegen die Marktrisiken für die EKZ gegenüber der Vergangenheit. Die EKZ hatten nur ein sehr kleines Absatzrisiko, da sich die Kundenverluste auf einem sehr tiefen Niveau bewegten. Die Energiebeschaffung erfolgte aufgrund der Beteiligung an der Axpo entsprechend den Bedingungen des Kantonswerksvertrags risikoarm. Das für den vollständig geöffneten Markt notwendige Know-how und die erforderlichen Instrumente werden auf- und ausgebaut. Dadurch sind die EKZ im Rahmen der gewählten Beschaffungs- und Absatzstrategie auf die bevorstehenden Veränderungen vorbereitet. Die EKZ bewegen sich in den übrigen Geschäfts-

feldern im offenen Markt. Die Risiken entsprechen den im Markt üblichen Umständen.

Währungsrisiken Die EKZ sind bedingt durch ihr Absatzgebiet nur in sehr geringem Ausmass Fremdwährungsrisiken ausgesetzt. Fremdwährungsrisiken bestehen für die EKZ vor allem auf Grund ihrer Investitionen in neue erneuerbare Energien im EuroRaum. Diese Positionen werden, sofern als notwendig erachtet, durch Devisenkontrakte (Termingeschäfte, Optionen) abgesichert.

Kreditrisiken Der Möglichkeit, dass eine Gegenpartei nicht in der Lage oder nicht willens ist, ihrer finanziellen Verpflichtung nachzukommen, wird durch einen hohen Anteil an Akontozahlungen Rechnung getragen. Weitere Massnahmen zur Reduktion des Kreditrisikos sind eine aktive Inkassobewirtschaftung sowie Bonitätsprüfungen, wo diese nach bestimmten Regeln für notwendig erachtet werden. Im Weiteren besteht eine angemessene Bewertung der ausstehenden Forderungen über ein periodisch überprüftes Delkredere.

Anlagerisiken Die Anlage der finanziellen Mittel erfolgt gemäss einer vom Verwaltungsrat genehmigten Vermögensverwaltungs­ strategie, die mit einer breiten Diversifikation die Risiken minimiert.

Liquiditätsrisiken Um allfällige kurz- und mittelfristige Liquiditätsengpässe zu vermeiden, betreiben die EKZ ein aktives Cash-Management. Durch die gesunde Bilanz mit einem hohen Anteil an flüssigen Mitteln bzw. Wertschriften kann das Liquiditätsrisiko als äusserst gering eingestuft werden.


Corporate Governance

Operative Risiken

Informationspolitik

Bei der Energieverteilung werden technisch komplexe Anlagen und Verteilnetze eingesetzt. Betriebsstörungen und Umwelteinflüsse können zu Unterbrechungen führen. Die EKZ begegnen diesen Risiken unter anderem mit den folgenden Massnahmen und gewährleisten damit die Versorgungssicherheit: ■■  Langfristige Planung (Richtplan) ■■  Sicherstellung eines redundanten Netzes (n-1) bis Netzebene 4 (Unterwerke) ■■  Regelmässige Wartung und Erneuerung der Anlagen und Netze ■■  Ersatz störungsanfälliger Freileitungen durch Kabelleitungen im Mittelspannungsnetz ■■  Kontinuierliche Ausbildung der Mitarbeitenden Durch die Beteiligungen des Kantons Zürich und der EKZ von total 36,75 Prozent an der Axpo Holding AG sind die Risiken in Bezug auf die Energiebeschaffung reduziert.

Es ist die Pflicht eines Unternehmens, sämtliche Stake­ holder aktiv, umfassend, zeitgerecht und kontinuierlich zu informieren. Die EKZ publizieren die jährlichen Unternehmensergebnisse ausführlich mittels Geschäftsbericht und Medieninformationen. Im Laufe des Geschäftsjahres berichten die EKZ über ihre Innovationen und Dienstleistungen, wichtige Aktivitäten wie Netzausbauten und Engagements für die Region, aber auch über aktuelle Ereignisse wie grössere Stromausfälle. Der EKZ Internetauftritt www.ekz.ch bietet jederzeit eine aktuelle Übersicht über die Geschäftstätigkeiten des Unternehmens.

Rechnungslegungsvorschriften Die Rechnungslegung erfolgt in Übereinstimmung mit dem EKZ Gesetz sowie den Fachempfehlungen zur Rechnungslegung Swiss GAAP FER und vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild (True and Fair View) der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Bezüge Die Gesamtentschädigung an den VR belief sich im Berichtsjahr auf 395 700 Franken. Die höchste Entschädigung an ein VR-Mitglied betrug 64 500 Franken. Die Entschädigungen an die Mitglieder der Geschäftsleitung beliefen sich auf insgesamt 1,950 Millionen Franken.

Berichterstattung zur Nachhaltigkeit Die Berichterstattung zur Nachhaltigkeit im EKZ Geschäftsbericht folgt den Richtlinien der Global Reporting Initiative (GRI). Ziel der GRI ist die Schaffung eines internationalen Standards zur freiwilligen Berichterstattung über die ökonomischen, ökologischen und sozialen Aktivitäten von Unternehmen.

31


32

Corporate Governance

Mitglieder des Verwaltungsrats Sägesser Rolf, Präsident* 1943, dipl. Bauingenieur ETH/SIA/USIC, Mitglied seit 1999, Präsident seit 2007 Schibli Ernst, Vizepräsident* 1952, eidg. dipl. Landwirt, Mitglied seit 1999 Balmer Christoph* 1960, dipl. El.-Ing. HTL, Mitglied seit 2002 Bäumle Martin 1964, dipl. Chem. ETH, Nationalrat, Mitglied seit 2007 Betschart Ueli* 1950, Dr. sc. techn., dipl. El.-Ing. ETH, Mitglied seit 2006 Heinzelmann Bruno 1955, dipl. Bauführer, Mitglied seit 2010 Kägi Markus* 1954, Regierungsrat, Mitglied seit 2007 Kübler Ueli 1952, dipl. Arch. HTL, Mitglied seit 2008 Mossdorf Martin 1947, dipl. Arch. FH/SIA, Mitglied seit 2000 Nipkow Jürg 1946, dipl. El.-Ing. ETH/SIA, Mitglied seit 1989 Ramer Urs 1944, Dr., dipl. El.-Ing. ETH, Mitglied seit 2003 Reinhard Peter 1954, Kantonsrat, Mitglied seit 1997 Stocker Ernst 1955, Regierungsrat, Mitglied seit 2010 Wettler Peter 1946, Publizist, Mitglied seit 2003 Ziegler Sabine 1965, dipl. Umwelt-Natw. ETH, Kantonsrätin, Mitglied seit 2010 Egloff Swen 1967, lic. iur., Rechtsanwalt, Sekretär des Verwaltungsrats * Mitglieder des Leitenden Ausschusses. Detaillierte Angaben zu den Mitgliedern des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung unter www.ekz.ch/cg


Corporate Governance

Die EKZ Geschäftsleitung: Stefan Meyre, Riccardo Wahlenmayer, Urs Rengel (CEO), Peter Eugster, Peter Franken (v.l.). Nicht auf dem Bild: Walter Meyer.

Mitglieder der Geschäftsleitung Rengel Urs

1962, Dr. sc. techn., dipl. El.-Ing. ETH, EMBA HSG, CEO, bei den EKZ seit 2000

Eugster Peter

1958, Betriebsökonom HWV, EMBA, CFO, bei den EKZ seit 2004

Franken Peter

1955, dipl. El.-Ing. HTL, NDS Unternehmensführung und Informatik, Leiter Geschäftsbereich Energieverteilung, bei den EKZ seit 2008

Meyer Walter

1960, eidg. dipl. Elektroinst., MBA und Betriebswirtschafter NDS, Leiter Geschäftsbereich EKZ Eltop, bei den EKZ seit 2005

Meyre Stefan

1960, dipl. El.-Ing. FH, EMBA, Leiter Geschäftsbereich Marketing & Verkauf, bei den EKZ seit 2005

Wahlenmayer Riccardo

1955, lic. iur., Leiter Geschäftsbereich Services, bei den EKZ seit 1990

33


EKZ Finanzbericht

Finanzbericht 2010/11 Inhalt

Finanzkommentar

36

Erfolgsrechnung

37

Bilanz

38

Geldflussrechnung

39

Eigenkapitalnachweis

40

Anhang zur Jahresrechnung

41

Beschluss des Verwaltungsrates 端ber die Gewinnverwendung

59

Bericht und Empfehlung der Revisionsstelle

60

35


36

EKZ Finanzbericht Finanzkommentar

Guter operativer Geschäftsgang kompensiert rückläufige Finanzerträge Eine positive Wirtschaftsentwicklung, Turbulenzen an den Finanzmärkten sowie namhafte Investitionen in neue erneuerbare Energien prägten das Berichtsjahr für die EKZ. Die Rechnungslegung erfolgt neu nach dem zeitgemässen Standard Swiss GAAP FER.

Die EKZ befinden sich in einem wirtschaftlichen Umfeld, das

Der Geldfluss aus der Betriebstätigkeit in der Höhe von

weiterhin von einer hohen Dynamik geprägt ist. Die rege Bau-

88,2 Millionen Franken konnte wie in den Vorjahren die ver-

tätigkeit im Kanton Zürich und die erfolgreiche Entwicklung

schiedenen Investitionsbereiche nicht voll abdecken. So

vieler Grosskunden prägten das vergangene Geschäftsjahr.

mussten im Berichtsjahr Devestitionen von Finanzanlagen in

Die Anzahl der Neuanschlüsse blieb konstant hoch. Damit

der Höhe von 73,8 Millionen Franken vorgenommen werden.

wurde der Minderverbrauch der mehrheitlich warmen Heizperiode kompensiert. Neben dem Kerngeschäft konnten auch

Neuer Standard für die Rechnungslegung

die Eltop Installationen und das Energiecontracting von der

Die EKZ haben die Rechnungslegung im laufenden Jahr auf

guten Konjunktur profitieren.

Swiss GAAP FER umgestellt. Die Umstellung erfolgte auf

Im Zuge der Umstellung des Produktionsmixes haben die

Wunsch des EKZ Verwaltungsrates nach einer modernen

EKZ erste namhafte Investitionen in neue erneuerbare Ener-

Rechnungslegung mit mehr Transparenz nach aussen. Weiter

gien getätigt. Diese sind Teil der Quotenstrategie neue er-

ist mit der zu erwartenden Marktöffnung und der damit ver-

neuerbare Energie, die durch den Verwaltungsrat im Jahr

bundenen Regulierung der Monopolbereiche eine Rech-

2009 verabschiedet wurde.

nungslegung erstrebenswert, die auf anerkannten Grundsät-

Das vergangene Geschäftsjahr konnte operativ an die

zen basiert. Die Vorjahreszahlen wurden angepasst, so dass

Vorjahreswerte anschliessen. Der EBIT lag mit 90,6 Millionen

nun auch diese Swiss GAAP FER entsprechen; es wurde nur

Franken praktisch auf dem gleichen Wert wie letztes Jahr.

die Eingangsbilanz einer eingehenden Prüfung durch unsere

Das Finanzergebnis litt wegen der Turbulenzen an den Fi-

Wirtschaftsprüfer unterzogen.

nanzmärkten, so dass das Unternehmensergebnis mit 37,2 Millionen Franken um 16,5 Millionen Franken unter dem

Weiterhin hoher Investitionsbedarf

Vorjahr zu liegen kam.

Für das kommende Geschäftsjahr erwarten die EKZ eine sta-

Der Betriebsertrag stieg um 9,0 Prozent auf 918,3 Millio-

bile Situation. Die Gestehungskosten im Energiegeschäft

nen Franken. Neben den Absatzsteigerungen im Energie-

werden wohl aufgrund der sich abzeichnenden wirtschaftli-

contracting und bei Eltop lag der Grund dafür bei den

chen Abkühlung in Europa nicht ansteigen. Die Tarife der EKZ

Preiserhöhungen der Axpo (51,2 Millionen Franken), die im

werden auch im nächsten Jahr im Vergleich zum gesamt-

Energiegeschäft den Kunden weitergegeben wurden. Als

schweizerischen Markt zu den günstigsten zählen. Entspre-

direkte Folge der höheren Umsätze stiegen auch Material-

chend kann davon ausgegangen werden, dass nur wenige

aufwand und Fremdleistungen sowie die Personalkosten und

marktberechtigte Kunden einen Lieferantenwechsel anstre-

der übrige Betriebsaufwand deutlich an. Das Finanzergebnis

ben. Der Investitionsbedarf der EKZ in den verschiedenen

lag bei 6,1 Millionen Franken und war somit um 23,8 Mil-

Sparten und die damit verbundenen Mittelabflüsse bleiben

lionen Franken tiefer als im Vorjahr. Neben einer tieferen

weiterhin hoch.

Axpo Dividende (minus 4,1 Millionen Franken) musste aufgrund der unerfreulichen Situation an den Aktienmärkten auch ein Finanzaufwand in der Höhe von 10,6 Millionen Franken verbucht werden.


EKZ Finanzbericht Erfolgsrechnung

37

Erfolgsrechnung in TCHF

Erläuterungen

2010/11

2009/10

1

844’351

777’499

Nettoerlöse aus Stromgeschäft, Energiecontracting und Eltop Übrige Betriebserträge

2

45’092

34’097

Aktivierte Eigenleistungen

3

29’382

29’395

Bestandesänderungen Kundenaufträge

4

-518

1’788

Total Betriebsertrag (Gesamtleistung)

918’307

842’779

Strombeschaffung

5

-511’666

Materialaufwand und Fremdleistungen

6

-51’399

-452’507 -46’298

Personalaufwand

7

-128’405

-121’712

Übriger Betriebsaufwand

8

-70’997

-65’576

Total Betriebsaufwand

-762’467

-686’093

Betriebsergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA)

155’840

156’686

Abschreibungen

9

-65’198

-63’871

Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT)

90’642

92’815

Kundenbonus

10

-52’629

-57’725

Förderungs- und Unterstützungsbeiträge

11

2’122

Freiwillige Ausgleichsvergütungen an Gemeinden

12

-11’294

-11’035

Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und nach freiwilligen Sonderposten

28’841

24’055

Finanzertrag

13

16’660

35’987

Finanzaufwand

14

-10’551

-6’090

Total Finanzergebnis

6’109

29’897

Unternehmensergebnis vor Steuern (EBT)

34’950

53’952

Ertragssteuern

15

2’204

-250

Unternehmensergebnis *)

37’154

53’702

Die Jahresrechnung 2010/11 wurde erstmals nach den Vorschriften von Swiss GAAP FER erstellt. Die Erfolgsrechnung des Vorjahres wurde ebenfalls umgestellt, jedoch durch die Revisionsstelle nicht geprüft.

*)


38

EKZ Finanzbericht Bilanz

Bilanz in TCHF

Erläuterungen

30. 9. 2011

30. 9. 2010

Aktiven Sachanlagen

16

1’098’537

1’106’338

Finanzanlagen

17

122’106

75’432

Immaterielle Anlagen

18

23’548

15’690

Anlagevermögen

1’244’191

1’197’460

Flüssige Mittel

19

97’269

56’568

Wertschriften des Umlaufvermögens

20

209’744

292’970

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

21

111’718

98’021

Sonstige kurzfristige Forderungen

22

5’206

4’536

Vorräte und Aufträge in Arbeit

23

22’959

23’034

Aktive Rechnungsabgrenzungen

24

9’712

14’924

Umlaufvermögen

456’608

490’053

Total Aktiven

1’700’799

1’687’513

Passiven Grundkapital

120’000

120’000

Grundkapital nicht beansprucht

-120’000

-105’000

Gewinnreserven

1’461’388

1’424’526

Eigenkapital

1’461’388

1’439’526

Langfristige Finanzverbindlichkeiten

25

300

300

Sonstige langfristige Verbindlichkeiten

26

12’731

9’501

Langfristige Rückstellungen

27

21’494

21’721

Langfristiges Fremdkapital

34’525

31’522

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

28

57’635

51’027

Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten

29

35’454

36’554

Kurzfristige Rückstellungen

27

58’825

78’132

Passive Rechnungsabgrenzungen

30

52’972

50’752

Kurzfristiges Fremdkapital

204’886

216’465

Total Fremdkapital

239’411

247’987

Total Passiven

1’700’799

1’687’513

Die Jahresrechnung 2010/11 wurde erstmals nach den Vorschriften von Swiss GAAP FER erstellt. Die Bilanz des Vorjahres wurde durch die Revisionsstelle geprüft.


EKZ Finanzbericht Geldflussrechnung

39

Geldflussrechnung in TCHF

2010/11

2009/10

Unternehmensgewinn

37’154

53’702 63’871

*)

Abschreibungen

65’198

Wertbeeinträchtigungen

1’532

3’857

Veränderung Rückstellungen

-18’183

-16’481

Erfolg aus Anlagenabgängen

-7’289

2’597

Veränderung Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

-13‘831

-10’293

Veränderung Vorräte und Aufträge in Arbeit

-236

-693

Veränderung sonstige Forderungen und Aktive Rechnungsabgrenzungen

4’542

6’232

Veränderung Wertschriften

7’792

-600

1)

Veränderung sonstige langfristige Verbindlichkeiten

3’755

Veränderung Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

6’608

-4’807

Veränderung sonstige Verbindlichkeiten und Passive Rechnungsabgrenzungen

1’120

3’821

Geldfluss aus Betriebstätigkeit

88’162

101’206

Investitionen in Sachanlagen

-103’730

-116’033

1)

Devestitionen von Sachanlagen

22’951

115

2)

Investitionen in Finanzanlagen

-24’926

-2’881

2)

Devestitionen von Finanzanlagen

357

786

Devestitionen von Wertschriften

73’455

33’807

Investitionen in immaterielle Anlagen

-276

-4’247

2)

Devestitionen von immateriellen Anlagen

2)

Geldfluss aus Investitionstätigkeit

-32’169

-88’453

Rückzahlung von Grundkapital

-15’000

Gewinnausschüttung

-292

-619

Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit

-15’292

-619

40’701

12’134

Flüssige Mittel zu Beginn der Periode

56’568

44’434

Veränderung Flüssige Mittel

40’701

12’134

97’269

56’568

Veränderung Flüssige Mittel

Flüssige Mittel am Ende der Periode *)

Die Jahresrechnung 2010/11 wurde erstmals nach den Vorschriften von Swiss GAAP FER erstellt. Die Geldflussrechnung des Vorjahres wurde ebenfalls umgestellt, jedoch durch die Revisionsstelle nicht geprüft.

1)

Die nichtliquiditätswirksame Aktivierung von Sachanlagen (Leitungen) und gleichzeitige Bildung einer Rückstellung für Sanierungs- und Rückbauverpflichtungen von 4’243 TCHF ist in dieser Position für das Geschäftsjahr 2009/10 nicht enthalten.

2)

Im Zusammenhang mit der Gründung der EKZ Einsiedeln AG, Dietikon im Geschäftsjahr 2010/11 stehen den nichtliquiditätswirksamen Devestitionen von Sachanlagen von 29’855 TCHF und von immateriellen Anlagen von 182 TCHF nichtliquiditätswirksame Investitionen in Finanzanlagen von 23’000 TCHF und in immaterielle Anlagen von 7’037 TCHF gegenüber. Diese Werte sind in der vorliegenden Geldflussrechnung nicht enthalten.


40

EKZ Finanzbericht Eigenkapitalnachweis

Eigenkapitalnachweis in TCHF Grundkapital 1) Gewinnreserven Total Eigenkapital gesprochen nicht netto Gesetzliche Freie beansprucht Reserven 2) Reserven 3)

Stand per 1.10. 2009

120’000

-105’000

15’000 137’064 1’191’978

Jahresgewinn Verzinsung Grundkapital Zuweisung an Reserven Stand per 30. 9. 2010

120’000

-105’000

15’000 137’064 1’199’359

-15’000

Zuweisung an Reserven 120’000

53’702

53’702

-619

-619

0

0

-8’000

88’103 1’424’526 1’439’526 37’154

37’154

-15’000

Verzinsung Grundkapital Stand per 30. 9. 2011

Total

42’401 1’371’443 1’386’443 53’702

-619 8’000

Jahresgewinn Rückzahlung Grundkapital

Bilanz- gewinn

-120’000

-292 50’000

0 137’064 1’249’067

37’154

-15’000

-292

-292

0

0

-50’000

75’257 1’461’388 1’461’388

Die Jahresrechnung 2010/11 wurde erstmals nach den Vorschriften von Swiss GAAP FER erstellt. Der Eigenkapitalnachweis des Vorjahres wurde ebenfalls umgestellt, jedoch durch die Revisionsstelle nicht geprüft. Die Bewertungsdifferenzen aus der Umstellung von total 36’543 TCHF wurden den Gewinnreserven gutgeschrieben und setzen sich wie folgt zusammen: Bewertungsdifferenzen per 1.10. 2009

50’726 TCHF

Auswirkungen der Bewertungsdifferenzen Vorjahresgewinn

-14’183 TCHF

Die Verzinsung des Grundkapitals als Teil der Gewinnverwendung wurde über die Freien Reserven abgewickelt. 1)

Der Kanton Zürich als Eigentümer der EKZ stellt der Organisation ein verzinsliches Grundkapital zu Selbstkosten zur Verfügung. Die maximale Höhe des Grundkapitals wurde durch den Kantonsrat auf 120 MCHF festgesetzt. Das Grundkapital ist rückzahlbar. Per Bilanzstichtag ist das ganze Grundkapital zurückbezahlt.

2)

Gemäss EKZ Verordnung §10 ist ein allfälliger Reingewinn den allgemeinen Reserven zuzuweisen. Diese Reserven sollen in der Regel einen Achtel des Anlagewertes nicht übersteigen.

3)

Die Freien Reserven umfassen die zweckgebundenen Reserven gemäss § 9 der EKZ Verordnung und die Freien Reserven. Der Verwaltungsrat bestimmt die maximal zulässigen Höchstwerte der zweckgebundenen Reserven.


EKZ Finanzbericht Anhang zur Jahresrechnung

Anhang zur Jahresrechnung Grundlagen der Rechnungslegung Die Rechnungslegung erfolgt in Übereinstimmung mit dem

Änderungen von Grundsätzen der Rechnungslegung

EKZ Gesetz sowie den Fachempfehlungen zur Rechnungsle-

Die Jahresrechnung 2010/11 wurde erstmals nach den Fach-

gung Swiss GAAP FER und vermittelt ein den tatsächlichen

empfehlungen zur Rechnungslegung Swiss GAAP FER er-

Verhältnissen entsprechendes Bild (True and Fair View) der

stellt. Gemäss den Fachempfehlungen ist bei einer erst-

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Die EKZ wenden das

ma­ligen Anwendung der Swiss GAAP FER lediglich die

gesamte Regelwerk der Swiss GAAP FER an.

Vor­jahresbilanz in Übereinstimmung mit dem neuen Regelwerk offenzulegen. Im vorliegenden Finanzbericht wurden

Der vorliegende Finanzbericht umfasst ausschliesslich die Ge-

jedoch sämtliche Vorjahreswerte in Übereinstimmung mit

schäftstätigkeiten der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich.

Swiss GAAP FER umgestellt. Die Bewertungsdifferenz wurde

Auf die Erstellung einer Konzernrechnung wurde aus Gründen

den Gewinnreserven gutgeschrieben.

der Wesentlichkeit verzichtet. Die Revisionsstelle hat von den Vorjahreswerten nur diejeniDas Rechnungsjahr bei den EKZ entspricht dem hydrologi-

gen der Vorjahresbilanz geprüft und bestätigt.

schen Jahr und dauert vom 1.10. bis zum 30. 9. des Folgejahres. Als funktionale Währung und Darstellungswährung dient

Geldflussrechnung

der Schweizer Franken (CHF). Die EKZ sind als Organisation

Der Fonds Flüssige Mittel bildet die Grundlage für den

des öffentlichen Rechts von den Steuern des Kantons Zürich

Ausweis der Geldflussrechnung. Der Geldfluss aus der

und des Bundes befreit. Die EKZ beanspruchen die unter eini-

Geschäftstätigkeit wird aufgrund der indirekten Methode

gen Kantonen bestehenden Gegenrechtsvereinbarungen.

berechnet.

Die EKZ haben per 1. Oktober 2010 ihre Rechnungslegung auf Swiss GAAP FER umgestellt. Die Jahresrechnung wird unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit erstellt.

Umrechnung fremder Währungen Fremdwährungstransaktionen werden zum jeweiligen Tageskurs umgerechnet, Fremdwährungssalden werden am Jahresende erfolgswirksam zum Kurs per Bilanzstichtag umgerechnet. Die daraus entstehenden Kursdifferenzen sind in der Erfolgsrechnung ausgewiesen. Fremdwährungskurs EUR per 30. 9. 2011: CHF 1.22 Fremdwährungskurs EUR per 30. 9. 2010: CHF 1.34

41


42

EKZ Finanzbericht Anhang zur Jahresrechnung

Bewertungsgrundsätze

Finanzanlagen

Sachanlagen

Beteiligungen, Wertschriften des Anlagevermögens und üb-

Die Bewertung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs-

rige Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten unter

resp. Herstellkosten, vermindert um die betriebswirtschaft-

Abzug allfälliger Wertbeeinträchtigungen bilanziert.

lich notwendigen Abschreibungen. Die Abschreibungen werden linear über die Nutzungsdauer vorgenommen. Die

Immaterielle Anlagen

Nutzungsdauer wurde wie folgt festgelegt:

Immaterielle Anlagen sind nicht-monetäre Werte ohne physische Substanz. Die EKZ bewerten erworbene immaterielle

Unbebaute Grundstücke

keine Abschreibung

Werte zu Anschaffungskosten, vermindert um die betriebswirtschaftlich notwendigen Abschreibungen. Selbst erarbei-

Grundstücke und Bauten

tete immaterielle Werte werden nicht aktiviert.

– bebaute Grundstücke

keine Abschreibung

– Innenausbau (Liegenschaften)

10 bis 25 Jahre

Bau- und Nutzungsrechte

gemäss Vertrag,

– Liegenschaften, Strassen, Brücken

30 bis 50 Jahre

max. 35 Jahre

Goodwill

fallspezifisch,

aktuell 10 Jahre

Kraftwerke, Unterwerke, Betriebsführungsstelle (BFS)

EDV-Software

3 Jahre

– Wasserkraftwerke

80 Jahre

Konzession

gemäss Vertrag

– übrige Kraftwerke

10 bis 35 Jahre

bis 30. 9. 2015

– Unterwerke, Hoch- und Mittel35 Jahre

Sofern die Nutzungsdauer nicht eindeutig bestimmt werden

– Unterwerke, Sekundäranlagen

spannungsanlagen

15 Jahre

kann, erfolgt die Abschreibung in der Regel über einen Zeit-

– Technik (BFS)

10 Jahre

raum von 5 Jahren, in begründeten Fällen über höchstens 10 Jahre.

Trafostationen, Leitungen – Trafostationen

20 bis 35 Jahre

Wertbeeinträchtigungen (Impairment)

– Steuerleitungen, Freileitungen NS

15 bis 25 Jahre

Die Werthaltigkeit der Vermögenswerte wird an jedem Bilanz-

– Kabel- und Freileitungen (ohne Freileitungen NS)

stichtag einer Beurteilung unterzogen. Liegen Hinweise einer 40 bis 60 Jahre

Wertminderung vor, wird eine Berechnung des realisierba-

– Verteilkabinen

35 Jahre

ren Werts durchgeführt (Impairment-Test). Als realisierba­-

Contractinganlagen

10 bis 30 Jahre

oder Nutzwert. Übersteigt der Buchwert den realisierbaren

(gemäss Vertrag)

Wert, wird durch ausserplanmässige Abschreibungen eine

rer Wert gilt der höhere der beiden Werte Netto-Marktwert

erfolgswirksame Anpassung vorgenommen. Wenn sich die Übrige Sachanlagen

bei der Ermittlung des erzielbaren Wertes berücksichtigten

– EDV-Hardware

3 Jahre

Faktoren massgeblich verbessert haben, wird eine in frü-

– Kommunikationsanlagen

5 bis 15 Jahre

heren Berichtsperioden erfasste Wertbeeinträchtigung teil-

– Fahrzeuge

7 bis 15 Jahre

weise oder ganz erfolgswirksam aufgehoben, mit Ausnahme des Goodwills.

– Maschinen und Mobilien

7 bis 20 Jahre

– Messeinrichtungen

15 bis 25 Jahre

Sachanlagen im Bau

keine Abschreibung

Flüssige Mittel Die Flüssigen Mittel umfassen Kassenbestände, Post-, Bankguthaben und kurzfristige Festgeldanlagen (mit einer Restlaufzeit von unter 90 Tagen). Sie werden zu Nominalwerten bilanziert. Bestände in Fremdwährung werden zum Kurs des Bilanzstichtags in Schweizer Franken umgerechnet.


EKZ Finanzbericht Anhang zur Jahresrechnung

Wertschriften des Umlaufvermögens

gen, Dienstleistungen, Mietverhältnissen etc. Die Bilanzie-

Die Wertschriften umfassen marktgängige Aktien und Obliga-

rung erfolgt zu Nominalwerten.

tionen. Die Bewertung erfolgt zum Kurswert am Bilanzstichtag. Liegt kein aktueller Kurs vor, werden die Wertschriften

Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten

des Umlaufvermögens zum Anschaffungswert abzüglich all-

Diese Position beinhaltet alle übrigen kurzfristigen Verbind-

fälliger Wertbeeinträchtigungen bewertet.

lichkeiten, welche nicht den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen zugeordnet werden können. Die Bilanzierung

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

erfolgt zu Nominalwerten.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind kurzfristige Forderungen mit einer Restlaufzeit von weniger als

Rückstellungen

12 Monaten aus der ordentlichen Geschäftstätigkeit. Die Bi-

Eine Rückstellung ist eine auf einem Ereignis vor dem Bilanz-

lanzierung erfolgt zu Nominalwerten. Betriebswirtschaftlich

stichtag begründete wahrscheinliche Verpflichtung, deren

notwendige Wertberichtigungen werden berücksichtigt.

Höhe und/oder Fälligkeit ungewiss, aber schätzbar ist. Für faktische und gesetzliche Verpflichtungen sowie für drohende

Delkredere

Risiken und Verluste werden Rückstellungen gebildet. Beste-

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden auf

hende Rückstellungen werden an jedem Bilanzstichtag neu

Wertbeeinträchtigungen geprüft und allfällige Wertbeein-

bewertet. Die Rückstellungen werden in kurzfristige (fällig in-

trächtigungen mittels eines Delkredere erfasst. Grössere Po-

nerhalb von 12 Monaten) und langfristige (fällig nach 12 Mo-

sitionen werden einer Einzelbetrachtung unterzogen. Für die

naten) unterteilt. Übt der Faktor Zeit einen wesentlichen

Summe der übrigen Einzelforderungen wird eine pauschale

Einfluss aus, wird der Rückstellungsbetrag diskontiert.

Wertberichtigung auf der Basis von Erfahrungswerten vorgenommen, abgestuft nach der Dauer des Zahlungsverzugs.

Sonstige langfristige Verbindlichkeiten Die EKZ haben diversen Partnern des Axpo-Verbunds Bau-

Sonstige kurzfristige Forderungen

und Nutzungsrechte an Unterwerken abgetreten. Diese gel-

Diese Position beinhaltet alle übrigen kurzfristigen Forderun-

ten in der Regel für einen längeren Zeitraum und wurden

gen, welche nicht den Forderungen aus Lieferungen und Leis-

durch eine Vorauszahlung entschädigt. Die jährlichen Raten

tungen zugeordnet werden können. Die Bilanzierung erfolgt

werden über die Vertragslaufzeit erfolgswirksam realisiert.

zu Nominalwerten. Betriebswirtschaftlich notwendige Wertberichtigungen werden berücksichtigt.

Latente Steuern Die jährliche Abgrenzung der latenten Ertragssteuer berück-

Vorräte

sichtigt grundsätzlich alle zukünftigen ertragssteuerlichen

Vorräte sind materielle Güter zur Veräusserung oder Güter zur

Auswirkungen und basiert auf einer bilanzorientierten Sicht-

Herstellung von Gütern oder die zur Erbringung von Dienst-

weise.

leistungen verbraucht werden. Handelswaren werden zum aktuellen Beschaffungswert bewertet. Zugekaufte Vorräte

Ausserbilanzgeschäfte

werden mehrheitlich zum gleitenden Durchschnittspreis be-

Eventualverpflichtungen und -forderungen werden am Bilanz-

wertet. Selbst hergestellte Vorräte werden zu Herstellkosten

stichtag bewertet. Falls ein Mittelabfluss ohne nutzbaren Mit-

erfasst.

telzufluss wahrscheinlich ist, wird eine Rückstellung gebildet.

Aufträge in Arbeit

Derivative Finanzinstrumente

Die Bilanzierung erfolgt zu Herstellkosten.

Derivate zu Handelszwecken werden zu dem am Bilanzstichtag gültigen aktuellen Wert bilanziert. Derivate zu Absiche-

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

rungszwecken unterliegen den gleichen Bewertungsgrund-

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind kurz-

sätzen wie das abgesicherte Grundgeschäft. Derivate, die zu

fristige Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von weniger

anderen Zwecken gehalten werden als zum Handel oder zur

als 12 Monaten und entstehen aus Lieferungen, Werkleistun-

Absicherung, werden gemäss Niederstwertprinzip erfasst.

43


44

EKZ Finanzbericht Anhang zur Jahresrechnung

Personalvorsorge

Nahe stehende Personen:

Beziehung:

Die EKZ sind der PKE Vorsorgestiftung Energie angeschlossen. Der Versicherungsplan ist nach dem Beitragsprimat auf-

Kanton Zürich, ohne die Anstalten

gebaut. Die Beiträge werden laufend geleistet. Die Erfolgs-

des öffentlichen Rechts

Eigentümer

rechnung enthält die in einer Periode geschuldeten Zahlungen

Verwaltungsrat der EKZ

Organ

an die Träger der Vorsorge sowie den laufenden Aufwand für

Geschäftsleitung der EKZ

Organ

die Erfüllung der übrigen Vorsorgepläne.

EKZ Einsiedeln AG, Dietikon

Tochtergesellschaft

EKZ Contracting AG

Tochtergesellschaft

Die Bewertung und der Ausweis erfolgen gemäss Swiss

EKZ Renewables AG

Tochtergesellschaft

GAAP FER 16. Tatsächliche wirtschaftliche Auswirkungen von

SECE Ternois Sud SAS

Tochtergesellschaft der

Vorsorgeplänen auf das Unternehmen werden auf den Bilanz-

EKZ Renewables AG

stichtag berechnet. Die Aktivierung eines wirtschaftlichen

Certum Sicherheit AG

Tochtergesellschaft

Nutzens erfolgt dann, wenn dieser für den künftigen Vorsor-

EKZ GETEC AG

assoziierte Gesellschaft

geaufwand der Gesellschaft verwendet wird. Eine wirtschaft-

Woodpower AG

assoziierte Gesellschaft

liche Verpflichtung wird passiviert, wenn die Voraussetzungen

HHKW Aubrugg AG

assoziierte Gesellschaft

für die Bildung einer Rückstellung erfüllt sind. Frei verfügbare

Enera AG

assoziierte Gesellschaft

Arbeitgeberbeitragsreserven sind als Aktivum erfasst, wenn

toesStrom AG

assoziierte Gesellschaft

solche bestehen. Die Differenz zwischen den jährlich ermittel-

Litecom AG

assoziierte Gesellschaft

ten wirtschaftlichen Nutzen und Verpflichtungen sowie die

PKE Vorsorgestiftung Energie

Vorsorgestiftung

Veränderung der Arbeitgeberbeitragsreserve werden über die Erfolgsrechnung erfasst. Nahe stehende Personen Als nahe stehende Person wird betrachtet, wer direkt oder indirekt einen bedeutenden Einfluss auf finanzielle oder operative Entscheide der Organisation ausüben kann. Organisationen, welche direkt oder indirekt ihrerseits von nahe stehenden Personen beherrscht werden, gelten ebenfalls als nahe stehend. Per 1. Juli 2011 wurden das Verteilnetz im Bezirk Einsiedeln sowie sämtliche weiteren Geschäftstätigkeiten im Kanton Schwyz in die neu gegründete EKZ Einsiedeln AG, Dietikon ausgelagert. Die Gründung der Gesellschaft durch die EKZ erfolgte mittels eines Sacheinlage- und Sachübernahme­ vertrags.


EKZ Finanzbericht Anhang zur Jahresrechnung

Erläuterungen in TCHF

2010/11

2009/10

1 Nettoerlöse aus Stromgeschäft, Energiecontracting und Eltop

844’351

777’499

Nettoerlös aus Stromgeschäft

754’752

698’021

Nettoerlös Energiecontracting

19’042

14’433

Nettoerlös Eltop

70’557

65’045

Nettoerlös aus Stromgeschäft

754’752

698’021

Endverteiler

253’547

231’902

Grosskunden

141’137

123’644

Tarifkunden

328’740

306’526

Übrige

31’328

35’949

Der gegenüber dem Vorjahr höhere Nettoerlös aus dem Stromgeschäft resultiert aus Preissteigerungen sowie gestiegenen Abgaben. Die Zunahme des Nettoerlöses im Bereich Energiecontracting ist auf neu in Betrieb genommene Anlagen zurückzuführen.

2 Übrige Betriebserträge

45’092

34’097

Andere Erträge 1)

29’099

28’089

Anschlussbeiträge

278

550

Gewinn aus Abgängen von Sachanlagen

10’271

219

Liegenschaftenerträge

5’444

5’239

1)

Die anderen Erträge setzen sich hauptsächlich zusammen aus Erlösen des Trafostationenbaus, Arbeiten an Tarifapparaten, Unterhalt Strassenbeleuchtung, Arbeiten an Leitungen, Altmetallverkäufen, Netzdienstleistungen, Erlösen der Personalrestaurants und den übrigen Mieterlösen.

Der Gewinn aus Anlagenabgängen stammt hauptsächlich aus dem Verkauf einer Liegenschaft.

3 Aktivierte Eigenleistungen

29’382

29’395

Aktivierte Eigenleistungen

28’919

28’985

Eigenherstellung Material / Eigenleistungen

463

410

45


46

EKZ Finanzbericht Anhang zur Jahresrechnung

2010/11

2009/10

-518

1’788

Aufträge in Arbeit Eltop

-1’089

1’453

Aufträge in Arbeit Energieverteilanlagen

571

335

5 Strombeschaffung

511’666

452’507

Hauptlieferanten (Axpo, KEV, Swissgrid)

505’210

447’874

Andere

6’456

4’633

Strombeschaffung

511’666

452’507

Strom (Netz und Energie)

475’902

425’090

KEV (Abgaben für kostendeckende Einspeisevergütung)

14’220

14’479

SDL (Abgaben für Systemdienstleistungen)

21’544

12’938

4 Bestandesänderungen Kundenaufträge

Die gestiegenen Beschaffungskosten sind auf Preissteigerungen sowie auf gestiegene Abgaben zurückzuführen.

6 Materialaufwand und Fremdleistungen

51’399

46’298

Anlagen- und Installationsmaterial

31’629

30’376

Werkzeuge und Verbrauchsmaterial

2’348

2’443

Handelswaren

11’210

9’238

Energie und Unterhalt Contractinganlagen

5’338

3’551

Übriger Materialaufwand und Fremdleistungen

874

690

Die gestiegenen Materialkosten begründen sich hauptsächlich mit den höheren Nettoerlösen der Bereiche Eltop und Energiecontracting.

7 Personalaufwand

128’405

121’712

Gehälter inkl. Zulagen

106’455

100’345

Sozialleistungen

18’885

19’166

Übriger Personalaufwand inkl. externes Personal

6’317

5’065

Vergütungen von Sozialversicherungen

-1’656

-1’388

Verrechnete Eigenleistungen 1)

-1’596

-1’476

1)

Dabei handelt es sich hauptsächlich um eine Verwendung der Rückstellungen für Umweltprojekte.

Infolge des gestiegenen Personalbedarfs und der Lohnkostenentwicklung erhöhte sich auch der Personalaufwand.


EKZ Finanzbericht Anhang zur Jahresrechnung

2010/11

2009/10

8 Übriger Betriebsaufwand

70’997

65’576 6’395

Bau und Installationen

5’897

Unterhalt und Reparatur von Sachanlagen

5’049

3’164

Verlust aus Abgängen von Sachanlagen

2’979

3’189

Mieten, Energie und Entsorgung

9’811

6’771

Reise- und Verpflegungsspesen, VR-Entschädigungen

5’127

4’705

Marketing, Sponsoring, Beratungen, Dienstleistungen

15’498

15’311

EDV-Dienstleistungen

16’600

16’148

Büro- und Verwaltungsaufwand

10’036

9’893

9 Abschreibungen

65’198

63’871

Abschreibungen Sachanlagen

63’672

63’323

Abschreibungen immaterielle Anlagen

1’526

548

Abschreibungen Sachanlagen

63’672

63’323

Planmässige Abschreibungen Sachanlagen

64’602

65’357

Ausserplanmässige Abschreibungen Sachanlagen

146

Ausserplanmässige Zuschreibungen Sachanlagen

-11

Auflösung abgegrenzter Abschreibungen Sachanlagen

-350

Verwendung von Rückstellungen für NISV

-1’076

-1’673

1)

1)

Abschreibungen von Sachanlagen, die aufgrund der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) getätigt wurden, werden als Verwendung von Rückstellungen gebucht. Die baulichen Anpassungen in diesem Zusammenhang sollten per 30. 9. 2012 abgeschlossen sein.

Abschreibungen immaterielle Anlagen

1’526

548

Planmässige Abschreibungen immaterielle Anlagen

1’526

548

52’629

57’725

Die Zunahme gegenüber dem Vorjahr erklärt sich aus dem höheren Bestand an immateriellen Anlagen.

10 Kundenbonus

Der Kundenbonus reduzierte sich per 1.1. 2011 von 10.0% auf 8.0%, während die Zuweisung an die Rückstellung, als Folge der Bonusanpassung per 1.1. 2012 auf 6.0%, gekürzt wurde.

47


48

EKZ Finanzbericht Anhang zur Jahresrechnung

11 Förderungs- und Unterstützungsbeiträge

2010/11

2009/10

-2’122

11’294

11’035

Auflösung von nicht verwendeten Rückstellungen für Förderungs- und Unterstützungsmassnahmen.

12 Freiwillige Ausgleichsvergütungen an Gemeinden

Die EKZ richten den Gemeinden, in denen sie Endkunden direkt beliefern, jährlich eine Ausgleichsvergütung aus. Es wird zwischen freiwilligen und vertraglichen Ausgleichsvergütungen unterschieden. Die vertraglichen Ausgleichsvergütungen im Betrag von 696 TCHF (Vorjahr 770 TCHF) sind im übrigen Betriebsaufwand enthalten.

13 Finanzertrag

16’660

35’987

Wertschriftenertrag

15’893

35’547

Zinsertrag

697

365

Fremdwährungsgewinne

5

Beteiligungsertrag

70

70

1)

1)

Darin sind Skonti auf Lieferantenrechnungen von 313 TCHF (Vorjahr 271 TCHF) enthalten.

Der geringere Wertschriftenertrag ist auf die gesunkene Dividende der Axpo Holding AG sowie auf die negative Ertragslage an den Finanzmärkten zurückzuführen.

14 Finanzaufwand

10’551

6’090

Wertschriftenaufwand

9’468

5’227

Zinsaufwand

5

10

Fremdwährungsverluste

828

163

Beteiligungsaufwand 1)

250

690

1)

Der Aufwand begründet sich in beiden Jahren durch die Abschreibung der Beteiligung Litecom AG.

Der Wertschriftenaufwand erklärt sich ebenfalls mit der Entwicklung der Finanzmärkte.

15 Ertragssteuern

-2’204

250

Gewinnsteuern 1)

-847

247

Veränderung latente Steuern

-57

3

Auflösung Steuerrückstellung

-1’300

1)

1)

Aufgrund eines Gerichtsurteils konnte die in den Vorjahren gebildete Steuerrückstellung grösstenteils aufgelöst werden. Zudem erfolgte eine Rückvergütung von geleisteten Ertragssteuern aus den Jahren 2002 – 2004.


EKZ Finanzbericht Anhang zur Jahresrechnung

30. 9. 2011

30. 9. 2010

16 Sachanlagen

1’098’537

1’106’338

in MCHF Unbebaute Grund- Anlagen und Einrichtungen Übrige Grund- stücke Anlagen stücke und ConTrafoKraft Bauten tractingwerke, stationen, anlagen UW, Leitungen BFS

Anlagen im Bau und Anzahlungen

Total

49

Anschaffungswerte und Herstellkosten 0.5

414.9

279.0

1’069.3

80.5

248.9

106.2

2’199.3

Zugänge

Stand per 1.10. 2009

8.1

4.3

39.1

8.2

14.8

45.7

120.2

Abgänge

-4.9

-0.7

-4.2

-0.3

-6.4

-16.5

Reklassifikationen Stand per 30. 9. 2010

41.4

17.9

6.3

14.9

0.9

-81.4

0.0

0.5

459.5

300.5

1’110.5

103.3

258.2

70.5

2’303.0

Kumulierte Abschreibungen Stand per 1.10. 2009 Planmässige Abschreibungen Ausserplanmässige Zuschreibungen Abgänge Reklassifikationen

0.0

-227.6

-151.1

-561.2

-15.7

-188.5

0.0

-1‘144.1 -65.3

-11.3

-9.3

-27.9

-4.4

-12.4

0.0

0.0

2.8

0.4

3.3

0.0

6.3

12.8

0.0

0.0

0.0

0.0

0.0

Stand per 30. 9. 2010

0.0

-236.1

-160.0

-585.8

-20.1

-194.6

0.0

-1’196.6

Nettobuchwert per 30. 9. 2010

0.5

223.4

140.5

524.7

83.2

63.6

70.5

1’106.3

Anschaffungswerte und Herstellkosten 0.5

459.5

300.5

1’110.5

103.3

258.2

70.5

Zugänge

Stand per 1.10. 2010

9.7

5.2

35.3

14.4

12.8

26.4

103.8

Abgänge

-16.5

-19.0

-54.1

-1.4

-13.9

0.0

-104.9

Reklassifikationen

21.2

6.9

0.2

15.2

0.0

-45.8

-2.3

0.5

473.9

293.6

1’091.9

131.5

257.1

51.1

2’299.6

Stand per 30. 9. 2011

2‘303.0

Kumulierte Abschreibungen Stand per 1.10. 2010

-236.1

-160.0

-585.8

-20.1

-194.6

-1’196.6 -64.6

Planmässige Abschreibungen

-11.8

-9.1

-27.8

-5.4

-10.5

Ausserplanmässige Abschreibungen

-0.2

0.0

-0.2

Abgänge

6.0

12.0

29.4

0.7

12.2

60.3

-242.1

-157.1

-584.2

-24.8

-192.9

-1’201.1

0.5

231.8

136.5

507.7

106.7

64.2

51.1

1’098.5

Stand per 30. 9. 2011 Nettobuchwert per 30. 9. 2011 1)

Umklassierung von Bau- und Nutzungsrechten an einem Unterwerk zu den immateriellen Anlagen.

1)


50

EKZ Finanzbericht Anhang zur Jahresrechnung

In der Kategorie Unterwerke (UW) sind Aktiven enthalten, für welche die EKZ Bau- und Nutzungsrechte an Dritte vergeben haben. Dadurch entstehen für die EKZ Verpflichtungen. Diese sind unter den sonstigen langfristigen Verbindlichkeiten bilanziert. Die Abgänge der Sachanlagen im Geschäftsjahr 2010/11 sind hauptsächlich auf die Gründung der EKZ Einsiedeln AG, Dietikon zurückzuführen. Diese Gründung mittels Sacheinlage- und Sachübernahmevertrag führte zu Abgängen an Anschaffungs- und Herstellkosten von 74’896 TCHF und an kumulierten Abschreibungen von 38’317 TCHF. Anzahlungen:

30. 9. 2011: 2.4 MCHF (Vorjahr 0.2 MCHF)

Brandversicherungswerte: 30. 9. 2011: 1’048.1 MCHF (Vorjahr 1’006.6 MCHF)

17 Finanzanlagen

30. 9. 2011

30. 9. 2010

122’106

75’432

Wertschriften des Anlagevermögens

79’167

70’184

Beteiligungen

27’050

4’300

Übrige Finanzanlagen

15’889

948

Wertschriften des Anlagevermögens

79’167

70’184

Axpo Holding AG

69’924

69’924

Axpo Informatik AG

19

19

Terravent AG

143

Sustainable Funds

9’323

Wertberichtigung Sustainable Funds

-483

Übrige

247

247

Wertberichtigung Übrige

-6

-6

1)

1)

Der Fonds investiert innerhalb der EU in Photovoltaik- und Windkraftanlagen. Die Fondsanteile werden im Zuge der Quotenstrategie neue erneuerbare Energie gehalten und sichern den EKZ das Recht zu, bei der Fondsauflösung einzelne Anlagen aus dem Anlagenportfolio zu erwerben.

Anteile am Grundkapital per 30. 9.: Gesellschaft Axpo Holding AG Axpo Informatik AG Terravent AG

Sitz

Grundkapital

Baden

370’000

18.4%

18.4%

Baden

100

18.9%

18.9%

Dietikon

1’000

14.3%


EKZ Finanzbericht Anhang zur Jahresrechnung

30. 9. 2011

30. 9. 2010

Beteiligungen (nahe stehende Personen)

27’050

4’300

EKZ Einsiedeln AG, Dietikon

15’000

EKZ Contracting AG

3’000

EKZ Renewables AG

5’000

Certum Sicherheit AG

70

70

EKZ GETEC AG

1’100

1’100

Woodpower AG

300

300

Wertberichtigung Woodpower AG

-300

-300

HHKW Aubrugg AG

2’000

2’000

Enera AG

90

90

toesStrom AG

790

790

Litecom AG

940

940

Wertberichtigung Litecom AG

-940

-690

Anteile am Grundkapital per 30. 9.: Gesellschaft

Sitz

Grundkapital

EKZ Einsiedeln AG, Dietikon

Dietikon

15’000

100.0%

EKZ Contracting AG 1)

Dietikon

15’000

100.0%

Zürich

5’000

100.0%

EKZ Renewables AG Certum Sicherheit AG

Dietikon

100

70.0%

70.0%

EKZ GETEC AG

Dietikon

2’200

50.0%

50.0%

Woodpower AG HHKW Aubrugg AG Enera AG toesStrom AG Litecom AG 1)

Wila

609

49.3%

49.3%

Wallisellen

5’000

40.0%

40.0%

Zürich

200

30.0%

30.0%

Embrach

2’550

31.0%

31.0%

Aarau

1’250

20.0%

20.0%

Das Aktienkapital der EKZ Contracting AG von 15’000 TCHF ist zu 20% liberiert.

Im laufenden Geschäftsjahr wurden die Tochtergesellschaften EKZ Einsiedeln AG, Dietikon, EKZ Contracting AG sowie EKZ Renewables AG von den EKZ gegründet.

Übrige Finanzanlagen

15’889

948

Darlehen gegenüber nahe stehenden Personen

20’398

4’784

Wertberichtigung Darlehen gegenüber nahe stehenden Personen

-4’900

-4’584

Darlehen gegenüber Dritten

391

748

Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden Darlehen von 8’000 TCHF an die EKZ Einsiedeln AG, Dietikon sowie von 7’100 TCHF an die EKZ Renewables AG gewährt.

51


52

EKZ Finanzbericht Anhang zur Jahresrechnung

30. 9. 2011

30. 9. 2010

23’548

15’690

18 Immaterielles Anlagevermögen

Bau- Good- EDV- Kon- und will Software zession Nutzungs- rechte

Total

Anschaffungswerte Stand per 1.10. 2009

15’174

1’360

3’585

20’119

Zugänge

161

4’086

4’247

Abgänge

-18

-18

Stand per 30. 9. 2010

15’317

5’446

3’585

24’348

Kumulierte Abschreibungen Stand per 1.10. 2009

-4’581

-136

-3’401

-8’118

Planmässige Abschreibungen

-240

-204

-104

-548

Abgänge

8

8

Stand per 30. 9. 2010

-4’813

-340

-3’505

-8’658

Nettobuchwert per 30. 9. 2010

10’504

5’106

80

15’690

3’585

24’348

Anschaffungswerte Stand per 1.10. 2010

15’317

5’446

Zugänge

141

135

7’037

7’313

Abgänge

-271

-273

-544

Reklassifikationen

2’253

2’253

Stand per 30. 9. 2011

17’440

5’446

3’447

7’037

33’370

Kumulierte Abschreibungen Stand per 1.10. 2010

-4’813

-340

-3’505

-8’658

Planmässige Abschreibungen

-449

-545

-118

-414

-1’526

Abgänge

89

273

362

Stand per 30. 9. 2011

-5’173

-885

-3’350

-414

-9’822

Nettobuchwert per 30. 9. 2011

12’267

4’561

97

6’623

23’548

1)

Umklassierung von Bau- und Nutzungsrechten an einem Unterwerk zu den immateriellen Anlagen.

Die Zunahme des immateriellen Anlagevermögens resultiert aus der Vergabe der Konzession an die EKZ Einsiedeln AG, Dietikon. Der Goodwill entstand durch den Kauf von EW.

1)


EKZ Finanzbericht Anhang zur Jahresrechnung

30. 9. 2011

30. 9. 2010

19 Flüssige Mittel

97’269

56’568

Kasse, Post, Banken

78’621

42’406

Vermögensverwaltungsmandate

18’648

14’162

20 Wertschriften des Umlaufvermögens

209’744

292’970

Vermögensverwaltungsmandate

209’744

292’970

1)

1)

Für die Offenlegung von Fremdwährungsoptionen (EUR-CHF) wird auf die Darstellung unter den offenen derivativen Finanz­ instrumenten unter den weiteren Angaben verwiesen.

Wertschriftenverkäufe zur Finanzierung von Investitionen und Umschichtungen in die Flüssigen Mittel führten zur Reduktion der Wertschriften.

21 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

111’718

98’021

Gegenüber nahe stehenden Personen

2’268

1’471

Gegenüber Dritten

110’001

96’967

Delkredere

-551

-417

22 Sonstige kurzfristige Forderungen

5’206

4’536

Guthaben Verrechnungssteuer

3’237

3’356

Gegenüber nahe stehenden Personen

1’112

Gegenüber Dritten

857

1’180

23 Vorräte und Aufträge in Arbeit

22’959

23’034

Vorräte

18’526

18’092

Aufträge in Arbeit

4’433

4’942

Vorräte

18’526

18’092

Netz- und Installationsmaterial

11’384

10’410

Halb- und Fertigfabrikate

1’009

1’199

Die Zunahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen beruht auf der Erhöhung der Stromtarife.

Handelswaren

5’665

6’149

Übriges Material

2’643

2’198

Wertminderung von Vorräten

-2’175

-1’864

53


54

EKZ Finanzbericht Anhang zur Jahresrechnung

30. 9. 2011

30. 9. 2010

24 Aktive Rechnungsabgrenzungen

9’712

14’924

Gegenüber nahe stehenden Personen

1’243

130

Gegenüber Dritten

8’469

14’794

25 Langfristige Finanzverbindlichkeiten

300

300

Darlehen Gemeinde Regensdorf

300

300

26 Sonstige langfristige Verbindlichkeiten

12’731

9’501

Vergebene Bau- und Nutzungsrechte

21’280

17’525

Amortisation

-8’549

-8’024

27 Rückstellungen Kunden- Sozial- Vorsorge- bonus pläne verpflich- tungen

Buchwert per 1.10. 2009

72’243

1’167

Bildung

57’724

814

Verwendung

-71’638

-466

Auflösung Buchwert per 30. 9. 2010

– 58’329

Bildung

55’005

Verwendung

-60’704

Auflösung

-2’375

Abgang infolge Abspaltung

-1’257

Buchwert per 30. 9. 2011

48’998

– 1’515 – -429

-477

4’905

Sanie- rungs-/ Rückbau- verpflich- tungen

8’825

10’493

-2’193

– 4’905 – -4’905 –

– 17’125

Förde- Latente Übrige rungs-/ Steuern Rück- Unter- stellungen stützungsbeiträge

16’951 – -6’440 – 10’511

Total

54

5’923

110’068

3

3’974

73’008

-2’303

-83‘040

-183

-183

7’411

99’853

57

2’000

6’322

63’327

-1’724

-4’618

-2’417

-74’797

-2’122

-57

-1’656

-6’687

-100

609

17’301

– 3’771

-20

-1’377

9’640

80’319

langfristige Rückstellungen Buchwert per 30. 9. 2010

1’179

14’285

3’500

57

2’700

21’721

Buchwert per 30. 9. 2011

360

13’470

3’000

4’664

21’494

kurzfristige Rückstellungen Buchwert per 30. 9. 2010

58’329

336

4’905

2’840

7’011

4’711

78’132

Buchwert per 30. 9. 2011

48’998

249

3’831

771

4’976

58’825


EKZ Finanzbericht Anhang zur Jahresrechnung

Die Rückstellungen für Bonuszahlungen an Kunden entsprechen den zu erwartenden Kundenboni für das nächste Geschäftsjahr, welche ab 1.1. 2012 neu 6 % (Vorjahr 8 %) betragen. Die Rückstellungen für Sanierungen und Rückbau umfassen hauptsächlich Verpflichtungen für die Entsorgung von Altlasten im Bereich des Kabelbaus und der Liegenschaften. Die Abnahme der Rückstellungen für Förderungs- und Unterstützungsbeiträge begründet sich durch die Auflösung von nicht verwendeten Mitteln. Die Auflösung der übrigen Rückstellungen betrifft hauptsächlich die Steuerrückstellung. Diese konnte aufgrund eines Gerichtsurteils zugunsten der EKZ grösstenteils aufgelöst werden. In allen Fällen wird die Eintretenswahrscheinlichkeit als deutlich über 50% eingeschätzt. Da der überwiegende Anteil der Rückstellungen in den nächsten 36 Monaten verwendet wird, wird aus Gründen der Wesentlichkeit auf eine Diskontierung verzichtet.

28 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

30. 9. 2011

30. 9. 2010

57’635

51’027

Gegenüber nahe stehenden Personen

2’381

331

Gegenüber Dritten

55’254

50’696

29 Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten

35’454

36’554

37

Gegenüber nahe stehenden Personen Negativer Wiederbeschaffungswert aus offenen Derivaten mit nahe stehenden Personen

397

288

Gegenüber Gemeinden (Ausgleichsvergütungen)

12’105

12’054

Gegenüber Dritten

22’915

24’212

1)

1)

Für die Offenlegung der offenen derivativen Finanzinstrumente wird auf die Darstellung unter den weiteren Angaben verwiesen.

30 Passive Rechnungsabgrenzungen

52’972

50’752

Gegenüber nahe stehenden Personen

17

Strombeschaffung

34’693

32’005

Materialaufwand und Fremdleistungen

1’324

192

Personalbereich

10’407

9’775

Sozialversicherungen und Quellensteuer

1’128

689

Übrige gegenüber Dritten

5’403

8’091

55


56

EKZ Finanzbericht Anhang zur Jahresrechnung

Weitere Angaben in TCHF

30. 9. 2011

30. 9. 2010

Ausserbilanzgeschäfte Eventualverpflichtungen Bürgschaft zu Gunsten Banken für nahe stehende Personen

8’000

8’000

Patronatserklärung gegenüber Banken für nahe stehende Personen

25’000

Weitere, nicht zu bilanzierende Verpflichtungen Investitionsverpflichtungen

7’433

12’400

Unwiderrufliche Kreditzusagen gegenüber nahe stehenden Personen

500

500

Abnahmeverpflichtungen

25’608

1’720

fällig innerhalb von 12 Monaten

3’416

268

fällig innerhalb von 1 bis 5 Jahren

8’937

823

fällig nach über 5 Jahren

13’255

629

Leasing- und Mietverbindlichkeiten

17’118

14’536

fällig innerhalb von 12 Monaten

2’084

1’764

fällig innerhalb von 1 bis 5 Jahren

7’027

5’734

fällig nach über 5 Jahren

8’007

7’038

Die EDV-Infrastruktur wird von der Axpo Informatik AG gemietet. Die Kündigungsfristen liegen in der Regel bei einem Jahr. Gewährleistungsverpflichtungen Die Eltop Fachgeschäfte geben Garantiescheine für ihr Verkaufssortiment aus. Diese Garantien sind jedoch in der Regel durch Herstellergarantien gedeckt. Beim Eltop Installationsgeschäft sowie allen übrigen Drittgeschäften gelten die gesetzlichen Gewährleistungspflichten für Werkverträge. Abnahme- und Lieferverpflichtungen Strom Gemäss EKZ Gesetz §2 sind die EKZ dazu verpflichtet, den Kanton Zürich (ohne Stadt Zürich) wirtschaftlich, sicher und umweltgerecht mit elektrischer Energie zu versorgen. Im Zusammenhang mit der Strommarktliberalisierung wurden mit Grosskunden langfristige Lieferverträge abgeschlossen. Der benötigte Strom wird mehrheitlich bei der Axpo bezogen. Die Abnahmeverpflichtung gegenüber der Axpo beschränkt sich auf ein Kalenderjahr. Lieferverpflichtungen gegenüber Grosskunden

27’855

fällig innerhalb von 12 Monaten

6’832

fällig innerhalb von 1 bis 5 Jahren

21’023

fällig nach über 5 Jahren

Übrige vertragliche Verpflichtungen Die EKZ richten den Gemeinden, in denen sie Endkunden direkt beliefern, jährlich eine Ausgleichsvergütung aus. Es wird zwischen freiwilligen und vertraglichen Ausgleichsvergütungen unterschieden. Die vertraglichen Verpflichtungen wurden für einen unbefristeten Zeitraum abgeschlossen. Schwebende Prozesse Es existieren keine wesentlichen, offenlegungspflichtigen Prozesse.


EKZ Finanzbericht Anhang zur Jahresrechnung

Vorsorgeeinrichtungen Arbeitgeberbeitragsreserve Nominal- Verwen- Andere Diskont Bilanz Bilanz (AGBR) wert dungs- Wert- verzicht berichti- gungen 30. 9. 2011 30. 9. 2011 30. 9. 2011 30. 9. 2011 30. 9. 2011 30. 9. 2010

Ergebnis aus AGBR im Personalaufwand

Bildung AGBR

2010 /11

2010 /11

2009 /10

Vorsorgeeinrichtungen

218

218

218

Total

218

218

218

Wirtschaftlicher Nutzen / Über- / Wirtschaftlicher wirtschaftliche Verpflichtung Unterdeckung Anteil und Vorsorgeaufwand der Organisation

Verände- Auf die Vorsorgeaufwand rung zum Periode im Personalaufwand VJ bzw. abge- erfolgs- grenzte wirksam Beiträge 1) im GJ

30. 9. 2011 30. 9. 2011 30. 9. 2010

2010 /11

2009 /10

Vorsorgeeinrichtungen ohne Über- / Unterdeckungen

Vorsorgeeinrichtungen mit Überdeckung

9’038 –

Vorsorgeeinrichtungen mit Unterdeckung

-4’879

– 14’437

9’532

Total

-4’879

– 

– 

–  14’437

9’532

9’038

Unter den Beiträgen ist eine Einzahlung von 4’905 TCHF als Zuschuss infolge der Anpassung des technischen Zinssatzes

1) 

enthalten. Der Zuschuss erfolgte zulasten der Rückstellung. Per Bilanzstichtag 30. 9. 2011 wurde der Deckungsgrad der PKE Vorsorgestiftung Energie auf 99.1% geschätzt. Da ein künftiger Mittelabfluss aufgrund der Unterdeckung unwahrscheinlich ist, wurde keine Rückstellung erfasst. Im Vorjahr wurde der Deckungsgrad der PKE Vorsorgestiftung Energie per Bilanzstichtag 30. 9. 2010 auf 104.5 % geschätzt. Der Sollwert der Wertschwankungsreserve war jedoch noch nicht bis zu ihrem Sollbetrag geäufnet. Somit lagen zu diesem Zeitpunkt keine freien Mittel vor.

Offene derivative Finanzinstrumente Kontraktwert

Aktiver Wert

Passiver Wert

Aktiver Wert

Passiver Wert

Zweck

30. 9. 2011 30. 9. 2010 30. 9. 2011 30. 9. 2011 30. 9. 2010 30. 9. 2010

Devisenoptionen EUR/CHF Termingeschäfte 1) Total 1)

23’493

266

– Absicherung

397

288

23’493

266

397

288

Übriger

Mit der HHKW Aubrugg AG wurden derivative Finanzinstrumente abgeschlossen. Mit den derivativen Finanzinstrumenten bezweckt die HHKW Aubrugg AG die Absicherung der Preise für ihre Holzeinkäufe gegenüber dem Heizölpreis. Die EKZ haben diese Kontrakte aus anderen Motiven als zu Handels- oder Absicherungszwecken abgeschlossen. Als Basispreis für die Bewertung per Bilanzstichtag werden Heizöl-Forwards verwendet.

57


58

EKZ Finanzbericht Anhang zur Jahresrechnung

2010/11

2009/10

Nettoerlös aus Stromgeschäft 1)

5’284

2’989

Transaktionen mit nahe stehenden Personen

Übrige Nettoerlöse

6’755

4’982

Betriebsaufwand 3)

6’879

5’077

Beteiligungserträge 4)

197

70

Käufe von Sachanlagen

1’450

2)

5)

1)

Hauptsächlich Stromlieferungen an den Kanton Zürich und die EKZ Einsiedeln AG, Dietikon.

2)

Hauptsächlich Erlös aus Bau und Unterhalt der öffentlichen Beleuchtung für den Kanton Zürich, Erlöse aus Service Level Agreements und Bauleistungen für die EKZ Einsiedeln AG, Dietikon.

3)

Hauptsächlich Sicherheitsprüfungen durch die Certum Sicherheit AG.

4)

Dividende der Certum Sicherheit AG und Darlehenszinsen der EKZ Einsiedeln AG, Dietikon und der EKZ Renewables AG.

5)

Kauf des Kleinwasserkraftwerks Pfungen, Verkäufer war der Kanton Zürich.

Die Transaktionen mit nahe stehenden Personen werden zu marktüblichen Preisen abgewickelt. Dienstleistungen der EKZ für nahe stehende Personen und deren Entschädigung sind in Service Level Agreements näher beschrieben. Zudem bestehen Darlehensverträge für Aktionärsdarlehen zwischen den EKZ und nahe stehenden Personen. Die Verwaltungsräte und die Mitglieder der Geschäftsleitung erhielten lediglich ordentliche Entschädigungen, welche im Kapitel Corporate Governance im Geschäftsbericht ausgewiesen sind.

Risikobeurteilung Im Auftrag des Prüfungsausschusses führt die Geschäftsleitung einmal jährlich in Zusammenarbeit mit internen und externen Experten eine unternehmensweite Risikobeurteilung (Risk Assessment) durch. In einem formalisierten Prozess werden die wesentlichen Geschäftsrisiken und deren Treiber definiert. In Einzelinterviews auf Stufe Geschäftsleitung werden Risikoszenarien entwickelt, welche nach möglichem Schadenausmass und Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet werden. Anschliessend konsolidiert und beurteilt die Geschäftsleitung diese Szenarien und leitet die entsprechenden Massnahmen ab. Daraus resultiert ein Riskbericht zuhanden der Geschäftsleitung und des Prüfungsausschusses. Im Verwaltungsrat werden anlässlich des StrategieReviews die Ergebnisse besprochen.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Nach Bilanzstichtag und bis zur Verabschiedung der Jahresrechnung durch den Verwaltungsrat am 23.1. 2012 sind keine wesentlichen Ereignisse eingetreten, welche die Aussagekraft der Jahresrechnung 2010/11 beeinträchtigen bzw. an dieser Stelle offengelegt werden müssten.


EKZ Finanzbericht Beschluss des Verwaltungsrates über die Gewinnverwendung

59

Beschluss des Verwaltungsrates über die Gewinnverwendung in TCHF

2010/11

2009/10

Bilanzgewinn Unternehmensergebnis

37’154

53’702

Gewinnvortrag aus Vorjahr

38’103

34’401

Total Bilanzgewinn

75’257

88’103

Gewinnverwendung Einlage in die Freien Reserven

40’000

50’000

Verzinsung des Grundkapitals

138

(619)

Gewinnvortrag auf neue Rechnung

35’119

38’103

Total Bilanzgewinn

75’257

88’103

1)

Die Verzinsung des Grundkapitals des Vorjahres wurde über das Restatement gebucht.

1)


60

EKZ Finanzbericht Bericht und Empfehlung der Revisionsstelle

Bericht und Empfehlung der Revisionsstelle Bericht der Revisionsstelle an den Kantonsrat des Eidg. Standes Zürich Zürich, 23. Januar 2012

Bericht der Revisionsstelle zur Jahresrechnung Als Revisionsstelle gemäss § 6 der Verordnung über die Organisation und Verwaltung der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich («EKZ-Verordnung») haben wir die Jahresrechnung der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich, bestehend aus Bilanz, Erfolgsrechnung, Eigenkapitalnachweis, Geldflussrechnung und Anhang (Seiten 37 bis 59), für das am 30. September 2011 abgeschlossene Geschäftsjahr geprüft. Die Prüfungsarbeiten wurden am 28. November 2011 beendet. Verantwortung des Verwaltungsrates Der Verwaltungsrat ist für die Aufstellung der Jahresrechnung in Übereinstimmung mit den Swiss GAAP FER, dem Gesetz betreffend die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich («EKZ-Gesetz») und der EKZ-Verordnung verantwortlich. Diese Verantwortung beinhaltet die Ausgestaltung, Implementierung und Aufrechterhaltung eines internen Kontrollsystems mit Bezug auf die Aufstellung einer Jahresrechnung, die frei von wesentlichen falschen Angaben als Folge von Verstössen oder Irrtümern ist. Darüber hinaus ist der Verwaltungsrat für die Auswahl und die Anwendung sachgemässer Rechnungslegungsmethoden sowie die Vornahme angemessener Schätzungen verantwortlich. Verantwortung der Revisionsstelle Unsere Verantwortung ist es, aufgrund unserer Prüfung ein Prüfungsurteil über die Jahresrechnung abzugeben. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit der EKZ-Verordnung und den Schweizer Prüfungsstandards vorgenommen. Nach diesen Standards haben wir die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass wir hinreichende Sicherheit gewinnen, ob die Jahresrechnung frei von wesentlichen falschen Angaben ist. Eine Prüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen zur Erlangung von Prüfungsnachweisen für die in der Jahresrechnung enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemässen Ermessen des Prüfers. Dies schliesst eine Beurteilung der Risiken wesentlicher falscher Angaben in der Jahresrechnung als Folge von Verstössen oder Irrtümern ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Prüfer das interne Kontrollsystem, soweit es für die Aufstellung der Jahresrechnung von Bedeutung ist, um die den Umständen entsprechenden Prüfungshandlungen festzulegen, nicht aber um ein Prüfungsurteil über die Existenz und Wirksamkeit des internen Kontrollsystems abzugeben. Die Prüfung umfasst zudem die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsmethoden, der Plausibilität der vorgenommenen Schätzungen sowie eine Würdigung der Gesamtdarstellung der Jahresrechnung. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise eine ausreichende und angemessene Grundlage für unser Prüfungsurteil bilden. Prüfungsurteil Nach unserer Beurteilung vermittelt die Jahresrechnung für das am 30. September 2011 abgeschlossene Geschäftsjahr ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage in Übereinstimmung mit den Swiss GAAP FER und entspricht dem EKZ-Gesetz und der EKZ-Verordnung. Ohne unser Prüfungsurteil einzuschränken, weisen wir darauf hin, dass wir die Vorjahresinformationen, mit Ausnahme der Vorjahresbilanz, nicht geprüft haben.


EKZ Finanzbericht Bericht und Empfehlung der Revisionsstelle

Berichterstattung aufgrund weiterer gesetzlicher und anderer rechtlicher Vorschriften Wir bestätigen, dass wir die gesetzlichen Anforderungen an die Zulassung gemäss Revisionsaufsichtsgesetz (RAG) und die Unabhängigkeit (Art. 728 OR) erfüllen und keine mit unserer Unabhängigkeit nicht vereinbare Sachverhalte vorliegen. Ferner bestätigen wir, dass die Buchführung und der Beschluss des Verwaltungsrates über die Gewinnverwendung dem EKZGesetz und der EKZ-Verordnung entsprechen und empfehlen, die vorliegende Jahresrechnung zu genehmigen.

PricewaterhouseCoopers AG

Willy Wenger

Roger Roth

Revisionsexperte

Revisionsexperte

Leitender Revisor

61


62


Kenngrössen Energie

Stromabsatz EKZ

2010/11

2009/10

Veränderung

Veränderung

GWh

GWh

in GWh

in %

6’259,5

6’260,4

-0,9

-0,0

Feste Endverbraucher

1’958,3

1’953,2

+ 5,1

+ 0,3

Geschäftskunden >100 MWh

1’191,3

1’161,0

+ 30,3

+ 2,6

Endverteiler

2’815,2

2’855,7

-40,5

-1,4 +1,6

Strombeschaffung Stromabgabe an

übrige Subtotal Stromabsatz Eigenverbrauch

156,7

154,3

+ 2,4

6’121,5

6’124,3

-2,8

-0,0

17,8

15,7

+ 2,1

+13,4

Übertragungsverluste und Abgrenzungen Total Stromabsatz

120,3

120,4

-0,1

0

6’259,5

6’260,4

-0,9

-0,0

Stromabsatz EKZ (GWh) 7000

6000

5000

4000

00/01

02/03

04/05

06/07

08/09

10/11

63


64

Kenngrössen Energie

Rücklieferung im EKZ Gebiet aus / von

Anzahl Anlagen *

GWh

Anteil %

32

1,3

2,7

385

46,8

97,3

photovoltaische Anlagen

374

6,3

13,5

Total

417

48,1

100,0

2010/11

2009/10

Veränderung

in %

nicht erneuerbaren Energien erneuerbaren Energien darin eingeschlossen

* unabhängige Produzenten

EKZ Produkte exkl. Mixstrom

Produkt

GWh

Aquastrom

GWh

103,9

91,2

+13,9

Total Naturstrom

44,9

30,9

+ 45,4

davon basic

34,1

20,9

+ 63,0

davon star

9,8

8,8

+10,6

davon solar

1,0

1,1

-10,2

Nettoinvestitionen EKZ im Mehrjahresvergleich (MCHF) 140 120 100 80 60 40 20

00/01

02/03

04/05

06/07

08/09

10/11


Kenngrössen Energie

Höchstleistung (MW)

Gebrauchsdauer EKZ (h)

1100

6500

1050

6250

1000

6000

950

5750

900

5500

2010/2011

2005/2006

2000/2001

2010/2011

2005/2006

2000/2001

Höchstleistung und Gebrauchsdauer Die Höchstleistung ist die grösste elektrische Leistung, die während einer bestimmten Zeitspanne bezogen wurde. Die Jahreshöchstleistung der EKZ für das Geschäftsjahr 2010/11 betrug 1’105,3 MW. Sie ist gegenüber dem vor zehn Jahren ermittelten Wert um 20,4 Prozent gestiegen. Dividiert man die während eines Jahres gelieferte Energie durch die Höchstleistung, ergibt sich die sogenannte Gebrauchsdauer. Es handelt sich um einen rechnerischen Wert, der angibt, während wie vieler Stunden die

600

400

400

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Montag, 8. August 2011

Samstag, 11. Dezember 2010

Samstag, 6. August 2011

Sonntag, 12. Dezember 2010

Sonntag, 7. August 2011

18:00

600

12:00

800

06:00

800

00:00

1000

24:00

1000

18:00

1200

12:00

1200

06:00

Belastungsverlauf EKZ im Sommer (MW)

00:00

Belastungsverlauf EKZ im Winter (MW)

24:00

Höchstleistung hätte geliefert werden müssen, um die Jahres-Energieabgabe zu erreichen.

Belastungsverlauf Winter/Sommer Ähnlich wie beim Verkehr gibt es auch bei der benötigten elektrischen Leistung Stosszeiten und Flauten. Morgens, mittags und abends erreicht die Belastung Spitzenwerte. In der zweiten Nachthälfte ist sie dagegen besonders niedrig. Im Wochenverlauf dominieren die Werktage, denn an den Wochenenden wird deutlich weniger Strom nachgefragt. Auch übers Jahr gesehen gibt es erhebliche Leistungsschwankungen. Im Winter ist es nicht nur kälter, auch die langen und dunklen Nächte sorgen zusätzlich für höhere Nachfrage nach Strom.

65


Global Reporting Initiative Dieser Bericht integriert die Richtlinien der Global Reporting Initiative (GRI) zum Nachhaltigkeitsreporting. GRI hat sich zum Ziel gesetzt, die Unternehmensberichterstattung weltweit transparenter und vergleichbarer zu machen (www.globalreporting.org). Die EKZ möchten durch die Umsetzung dieses Berichtsstandards die Transparenz für alle Stakeholder zu ihren Zielen und Leistungen in Bezug auf Nachhaltigkeit fördern. Der vorliegende Bericht erfüllt gemeinsam mit dem ausführlichen GRI-Inhaltsindex im Internet (www.ekz.ch/gri) den C-Level der neusten GRI-G3-Richtlinien. Dies wurde von GRI geprüft und anerkannt.


Impressum Herausgeber

Elektrizitätswerke des Kantons Zürich

Redaktion

Annabel Ott (EKZ)

Realisation und Konzept

Andreas Turner (Infel AG, Zürich)

Beratung Nachhaltigkeit

sustainserv, Zürich

Fotos

Daniel Boschung, Andreas Eggenberger, Frank Schwarzbach,

Druck

Druckerei Feldegg AG, Schwerzenbach

Dieser Geschäftsbericht wurde klimaneutral auf FSC-zertifiziertem Papier gedruckt.

Katharina Wernli, Cover: Andreas Eggenberger, Foto Geschäftsleitung: Katharina Wernli

Mixed Sources SQS-COC-22349


Elektrizitätswerke des Kantons Zürich Dreikönigstrasse 18, Postfach 2254, 8022 Zürich Telefon 058 359 11 11 www.ekz.ch, info@ekz.ch


EKZ Geschäftsbericht 2010-11