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naturstrom magazin Das Magazin f체r Kundinnen und Kunden von EKZ Naturstrom

November 2011

Kleine Produzenten, grosse Herausforderung Seite 6 So kommt Energie vom Fleck: das Stromnetz der Schweiz Seite 12 Energiezukunft: Gespr채ch mit Urs Meister von Avenir Suisse Seite 14

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Liebe Leserin, lieber Leser Nach dem Atomunglück in Japan wurde energiepolitisch viel diskutiert. Ende September 2011 hat der Ständerat entschieden. Von einem «Atomausstieg mit Hintertür» war und ist in vielen Medien die Rede. Dass der Nationalrat dem Ständerat folgt und ein Gesetz zum Atomausstieg erlässt, gilt als sehr wahrscheinlich. Aber wie offen die Hintertür auch immer stehen mag: Der politische Beschluss ist eine Sache, die Umsetzung der sogenannten «Energiewende» eine ganz andere. Auch Ihre. Denn die Politik schafft Rahmenbedingungen für eine möglichst zukunftsfähige Energiestrategie oder gibt finanzielle Anreize für «grünere» Lebensstile. Einen Atomausstieg, den kann aber jeder Einzelne für sich machen. Sie haben die Wahl. Je mehr Personen sich für Naturstrom entscheiden, umso mehr ökologisch produzierte Energie fliesst ins Netz. Eine vierköpfige Familie zahlt beispielsweise für EKZ Naturstrom basic monatlich nur rund 5 Franken mehr – wenig für einen echten Schritt in Richtung «Energiewende».

Die Videos zum Magazin: www.ekz.ch/ naturstrommagazin

Vielleicht fragen Sie mal Freunde oder Verwandte nach ihren Ausstiegsplänen … Ich wünsche Ihnen viel Spass beim Lesen!

Jens Brüggemann Redaktor naturstrom-magazin@ekz.ch

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Übereilter Entscheid? Urs Meister von der Stiftung Avenir Suisse im Gespräch über die Energiezukunft der Schweiz.


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Inhalt

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Saubere Schweiz Nick Beglinger, Pr채sident des Wirtschaftsverbandes swisscleantech, 체ber die Energiewende.

Solarstrom im Netz Die zunehmende Zahl dezentraler Stromproduzenten stellt das Stromnetz vor neue Herausforderungen.

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Unser Stromnetz So fliesst der Strom in der Schweiz von den Produzenten zu den Verbrauchern.

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Energie, die zur Schweiz passt

Nick Beglinger ist Präsident des Wirtschaftsverbandes swisscleantech und macht sich im Namen von Unternehmen aus allen Branchen für eine Cleantech-Positionierung der Schweiz stark. Als ich als Unternehmer in Schwellenländern tätig war, habe ich realisiert, wie unglaublich es ist, dass die Schweiz zu einem so hoch entwickelten Land geworden ist, ohne dabei krasse Umweltverschmutzungen zu verursachen. Erreicht hat das die Schweiz, weil sie sich strenge Regeln zu Abfällen und anderer Verschmutzung gegeben hat. Niemand hat es ihr aufgedrängt, es waren eigenständige Entscheidungen, basierend auf Informationen aus Forschung und Wirtschaft. Die Schweizer Wirtschaft hat sich dadurch profilieren können, als sie noch viel weniger reich war als heute. Und es hat sich gelohnt – die Schweiz steht an der Spitze diverser Wettbewerbs- und Umwelt-Rankings. Den klugen Entscheidungen und der gekonnten Umsetzung unserer Vorfahren haben wir es zu verdanken, dass wir einen der höchsten Lebensstandards weltweit haben. Doch wie die Katastrophe von Fukushima gezeigt hat, kann ein Nuklearunfall selbst ein reiches Land wie Japan tief treffen. Daher hat die Politik in den vergangenen Wochen den mutigen Entscheid gefällt, aus der Kernenergie auszusteigen. Auch ein wachsender Teil der Wirtschaft unterstützt dies. Für unseren Wirtschaftsverband ist das ein wichtiger Schritt. Doch er greift

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zu wenig weit. Denn wir haben ein fast unsichtbares Umweltproblem, das in unserer Energie steckt: CO2. Ein grosser Teil unserer Wärme und Mobilität wird von fossilen Energien bereit­gestellt. Das ist nicht nachhaltig und unterwirft uns seit Jahren starken Preisschwankungen. Wenn wir also von einem Energiewandel sprechen, müssen wir neben den Kernkraftwerken auch unseren Verbrauch von Treibstoffen betrachten. Darum hat swisscleantech der Politik eine Energiestrategie vorgelegt, die aufzeigt, wie ein Cleantech-Energiezeit­ alter machbar ist – mit wenig CO2 und viel mehr erneuerbaren Energien. Wir sind froh, dass auch die EKZ uns auf diesem Weg unterstützen. Jetzt kommt es darauf an, dass die Politik klare Richtungsvorgaben macht. Denn wenn die Politik den Rahmen klar absteckt, kann die Wirtschaft gut agieren. Das Schlechteste für die Wirtschaft wäre eine unklare Entscheidung. Ich bin optimistisch, dass die Schweiz die Energiewende umsetzt. Es wird natürlich kein Spaziergang. Aber wir sind ja in unserem bergigen Land Anstrengung gewohnt. Wir sind ein dynamisches Land, voller guter Ideen. Mit bestens ausgebildeten Handwerkern und Forschern. Wir haben unglaublich viel Wissen für Cleantech und eine solide finanzielle Ausgangslage. Jetzt ist wichtig, dass Politik und Wirtschaft Weitsicht beweisen, die Chance der Schweiz als Cleantech-Vorreiter zu ergreifen. Denn saubere Energie passt zu uns – und die nächste Generation wird uns dafür dankbar sein.


Nick Beglinger, Pr채sident von swisscleantech, setzt sich f체r eine noch sauberere Schweiz ein.


Richtig vernetzt

Wie Familie Hans in Neubrunn erzeugen immer mehr Produzenten Energie aus erneuerbaren Quellen. Das Stromnetz steht damit vor neuen Herausforderungen. Die Sonne strahlt vom wolkenlosen Himmel an diesem Morgen, den Kühen auf dem Bauernhof in Neubrunn bei Turbenthal gefällts. Und auch ihren Besitzern, Urs und Lejsa Hans. Auf drei Gebäuden des Hofes befinden sich nämlich Solaranlagen. Vor gut zwei Jahren wurden sie in Betrieb genommen und versorgen seither den Hof sowie andere Stromabnehmer mit Energie. Damit der Strom zu diesen gelangen kann, braucht es aber mehr als Solarpanels und Sonnenschein: Für die Rückspeisung der Energie waren Arbeiten am Netz nötig. Gegen den Strom Die Einspeisung von Energie durch kleine, dezentrale Stromerzeugungsanlagen stellt das Stromnetz vor grosse Herausforderungen. Das System ist darauf ausgerichtet, dass Energie zentral produziert, über verschiedene Netzebenen transformiert und zuletzt über das Niederspannungsnetz zu den Verbrauchern transportiert wird. Die Leitungen im lokalen Verteilnetz sind eigentlich für den Bezug bestimmt. Kleinere Anlagen zur Stromerzeugung speisen ihre Energie aber direkt auf

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Die Solaranlagen auf dem Hof von Familie Hans erreichen eine Maximalleistung von 94 kW.

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Über einen Wechselrichter (links) wird der Gleichstrom von den Solarpanels in Wechselstrom gewandelt. Dieser gelangt über die Rücklieferungsanlage (rechts) ins Stromnetz.

Pilotprojekt VEiN Im Rahmen des Projekts «Verteilte Einspeisung in Niederspannungsnetze» (VEiN) findet ein Versuch statt: Während dreier Jahre werden in Rheinfelden die Auswirkungen auf ein Niederspannungsnetz untersucht, das nicht allein von einer zentralen Transformatorenstation, sondern von vielen kleinen Stromerzeugungsanlagen versorgt wird. Mehrere Energieversorgungsunternehmen realisieren das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Energie.

dieser Netzebene ein: Der Stromfluss geht in die Gegenrichtung. Das Netz kann die umgekehrten Energieflüsse prinzipiell verkraften. Die tiefste Spannungsebene wird aber stärker belastet. Im Extremfall könnte es zu lokalen Netzüberlastungen kommen. «Bei der Eingabe einer Anlage mit einer Leistung ab 10 kW überprüfen wir genau, ob die bestehenden Niederspannungsleitungen verstärkt werden müssen», erklärt Martin Montibeller vom EKZ Netzbüro in Wetzikon. Auch die Mess- und Sicherheitseinrichtungen beim Kunden werden entsprechend angepasst. «Zudem kon-

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trollieren wir die Rücklieferungsanlagen regelmässig», erklärt Montibeller. Und bei Instandhaltungsarbeiten müssen nicht nur die Trafostationen, sondern auch die Rücklieferungsanlagen ausgeschaltet werden: «Damit das Netz auch wirklich spannungsfrei ist und die Monteure ihre Arbeiten sicher durchführen können.» Komplexes Ausbalancieren Die Stromproduktion bei Solar- und Windanlagen ist zudem von Tageszeit und Wetter abhängig und darum nur schwierig steuer- oder planbar. So kann bei gleichbleibendem Verbrauch die Produktion stark variieren. Dieses Ungleichgewicht hat für den Kunden Spannungsschwankungen zur Folge. «Das könnte sich zum Beispiel in Lichtschwankungen äussern», erklärt Bruno Völlmin, Leiter Netzqualität bei den EKZ. Mit der heutigen Anzahl dezentraler Produzenten sei die Netzqualität zwar noch nicht gefährdet. «Es wird aber immer mehr kleine Stromerzeugungsanlagen geben; dann könnte das zu einem Problem werden – denn das Ausbalancieren wird immer komplexer», sagt Völlmin. Die EKZ beteiligen sich am Projekt «Verteilte Einspeisung in Niederspannungsnetze» (siehe Box), um die Grenzen des Netzes und die Möglichkeiten zur besseren Steuerung zu erproben.


Martin Montibeller vom EKZ Netz足b端ro kontrolliert die Anlage auf dem Hof von Familie Hans.

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Der Strom fliesst über verstärkte Kabel- und Frei­ leitungen vom Hof zu den Verbrauchern.

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Über die Verteilkabine gelangt der Strom bis zur Trafostation.

Zudem sind die EKZ in die Entwicklung eines Batteriespeichers involviert. Dieser soll Schwankungen auffangen, indem er überschüssige Energie gewissermassen zwischenlagert und sie bei Bedarf abgibt – ähnlich, wie es bisher nur Pumpspeicherkraftwerke können. In beiden Projekten werden ausserdem Grundlagen für die Entwicklung von automatisch geregelten Netzen, sogenannten Smart Grids, gewonnen. Diese übertragen nicht nur Energie, sondern auch Informationen – und erleichtern so die Steuerung eines Netzes mit dezentralen Produzenten. Verstärkung angeordnet Das ist aber noch Zukunftsmusik: Bei Familie Hans funktioniert die Einspeisung ohne intelligentes Netz. Allerdings war eine Verstärkung der Leitungen nötig. «Die Kabel- und Freileitungen, die durch den Weiler führten, mussten bis zur Trafostation ersetzt oder verstärkt werden», erklärt Martin Montibeller. Drei Monate brauchte es, um die Kabelgräben zu ziehen, bevor Familie Hans mit der Stromproduktion auf dem Hof los­ legen und auch andere Strombezüger mit Solarenergie versorgen konnte.

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Das Schweizer Stromnetz

Strom ist in der Schweiz auf vier Netzebenen unterwegs. Dank der unterschiedlichen Spannungen lassen sich die Transportverluste klein halten. Stromerzeuger speisen Energie – je nach Strommenge und Transportweg – auf unterschiedlichen Ebenen in das Netz ein.

Windstromanlagen speisen Strom in das regionale Verteilnetz (10–35 kV) ein.

Über eine Transformatorenstation und Verteilkabinen werden die Haushalte im Quartier mit Energie versorgt.

Kleine und mittlere Industriebetriebe sind oft an das regionale Verteilnetz angeschlossen.

Kleine Solarstromanlagen speisen Strom in das lokale Verteilnetz (230/400 V) ein.


Grosse Industrieanlagen mit hohem Stromverbrauch sind oft an das überregionale Verteilnetz angeschlossen.

Ein Pumpspeicherkraftwerk speist Energie in das Höchstspannungsnetz (220/380 kV) ein. Wenn viel Energie über lange Distanzen transportiert wird, geschieht dies am effizientesten auf einer hohen Spannungsebene.

Unterstationen transformieren die Spannung auf tiefere Spannungsebenen.

Ein Flusskraftwerk in der Nähe einer Stadt speist Energie ins überregionale Verteilnetz (50–150 kV) ein. Der Transportweg ist kurz – es muss kein Umweg über das Höchstspannungsnetz gemacht werden.


«Der blosse Appell funktioniert nicht»

Die Katastrophe von Fukushima hatte vielerorts Auswirkungen auf die Energiepolitik. Dr. Urs Meister von Avenir Suisse gibt Denkanstösse für die Energiezukunft der Schweiz. Wie bewerten Sie die Reaktion der Schweiz auf die Kraftwerksunglücke in Japan? Ich denke, es war ein übereilter Entscheid, sofort im Rahmen dieser Ereignisse eine Energiewende anzukündigen. Umgekehrt ging der Bundesrat wohl davon aus, dass es kurz- und mittelfristig sehr schwierig sein würde, neue Kernkraftwerke vom Stimmvolk absegnen zu lassen. Die Wahrscheinlichkeit einer Ablehnung hat massiv zugenommen. Ich glaube aber, dass bis zum tatsächlichen Ausstieg noch einiges passieren kann.


Ist die Energiestrategie der Schweiz beziehungsweise die Neuausrichtung realistisch? Mit dem Entscheid zum Ausstieg wird sich zunächst herauskristallisieren müssen, was die neue Strategie überhaupt ist. Im Moment haben wir noch ein Set von möglichen Massnahmen. Die Gewährleistung der Versorgungssicherheit ist im Grunde ohne Kernkraftwerke realisierbar. Wie die Lösung aussieht, wie teuer sie ist und welche Risiken sie hat, das ist eine andere Frage. Wo sehen Sie die grössten Chancen und wo die grössten Gefahren? Klar ist: Wenn man aus der Kernenergie aussteigen will, muss man den Strom auf andere Weise produzieren. Oder wir müssen ihn importieren. Auf politischer Ebene besteht der Anspruch, dass wir künftig diesen Strom mit neuen erneuerbaren Energien produzieren. Aber da gibt es einige Hürden, beispielsweise sind die Grenzen eines möglichen Ausbaus der Produktion letztlich eng. Hinzu kommen finanzielle und technische Herausforderungen. Die Schweiz steht nicht alleine da – das europäische Stromnetz ist verknüpft. Ich denke, dass es eine stärkere Koordination braucht. Der Zubau von Produktionsanlagen neuer erneuerbarer Energie verlangt eine stärkere Vernetzung. Die Internationalität wird eine immer grössere Bedeutung gewinnen, gerade hinsichtlich des Themas Versorgungssicherheit – die Schweiz ist

keine Insel. «Deutschlands Energiewende – Ein Gemeinschaftswerk für die Zukunft» titelt der Abschlussbericht der deutschen Ethikkommission. Sie sollte die Risiken der Kernenergie für Deutschland neu bewerten. Es sei jetzt «in der ganzen Breite der Gesellschaft», schreibt die Kommission, ein Aufbruch in Richtung einer nachhaltigeren Energiezukunft zu verspüren. Auch in der Schweiz? Ich würde diese Aufbruchstimmung ein bisschen relativieren. Wenn man sich die Investitionspläne für neue Kraftwerke in Europa anschaut, dann geht die Entwicklung vorderhand weiter Richtung fossile Kraftwerke, vor allem basierend auf Gas. Ich glaube, dass der Spielraum für eine totale Energiewende in Richtung subventionierte neue erneuerbare Energien sehr begrenzt ist. Die finanziellen Mittel für eine Förde-

Ich denke, es war ein übereilter Entscheid, eine Energiewende anzukündigen. rung sind sehr eingeschränkt. Gibt es gesellschaftliche Trends für eine Energiewende? Es gibt Präferenzen und eine gewisse Grundstimmung in der Bevölkerung. In Umfragen zu den Vorlieben bei der Stromproduktion liegen beispielsweise die Wasserkraft und die Photovoltaik immer ganz oben. Es besteht die Erwartung, dass vor

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allem neue Technologien unsere Energieprobleme lösen. In der Praxis aber sind die Unsicherheiten über die tatsächlichen Potenziale und vor allem die Kosten nach wie vor gross. Da liegt ein Graben zwischen der Realität und dem gesellschaftlichen Wunsch. Wie weit liegen Wunsch und Handlungsbereitschaft auseinander? Die Menschen haben eine gewisse Zahlungsbereitschaft für eine gute Tat. Gerade beim Strom, als sehr homogenes Produkt, ist das allerdings schwierig. Denn man sieht dem Strom nicht an, ob er aus Kernkraft oder Photovoltaik stammt. Am Schluss ist diese Bereitschaft natürlich auch begrenzt, weil viele Verbraucher über den Preis optimieren. Viele werden den günstigsten Strom bestellen, den sie bekommen. Bezogen auf den Preis sind der Aufbruchstimmung damit sehr enge Grenzen gesetzt. Wie kann man die Bereitschaft der Menschen steigern? Der blosse Appell, effizientere Geräte einzusetzen oder weniger Strom zu verbrauchen, funktioniert nicht. Es ist ein Teil unserer gesellschaftlichen Errungenschaften, dass wir einen gewissen Luxus bei der Mobilität oder elektrischen Geräten haben. Ich glaube nicht, dass es eine Sache

Am Ende wird eine Veränderung über den Preismechanismus gesteuert. 16 EKZ Naturstrom-Magazin | November 2011

der Individuen ist, das in die Hand zu nehmen – es braucht institutionelle Rahmenbedingungen. Ich glaube weniger an Freiwilligkeit. Am Ende wird eine Veränderung über den Preismechanismus gesteuert. Aber nicht im Stil von: Wenn der Preis hoch genug ist, wird weniger Strom konsumiert. Ich denke vielmehr, dass wir hier ganz neu denken müssen, in einem flexibleren Preismodell. Hier spielen Smart Grids, intelligente Netze, eine Rolle, und es kommt ein neuer Begriff dazu: Smart Pricing. Diese Preismechanismen sind meines Erachtens zentral. Damit liessen sich Anreize schaffen, nicht nur weniger, sondern auch zu bestimmten Zeiten Strom zu kon­ sumieren. Die Strompreise sind im Moment zu wenig flexibel. Intelligente Netze: Hat man zu spät angefangen, sich über solche Innovationen Gedanken zu machen? Nein, ich glaube, das ist schon länger ein Thema. Einige Netzbetreiber lancieren bereits Pilotprojekte. Daneben wird auch über den regulatorischen Rahmen in Bezug auf die Netztarife nachgedacht. Doch es geht nicht um die Netze alleine, auch die Endgeräte müssen dafür bereit sein. Ein Tiefkühler braucht zum Beispiel nicht 24 Stunden am Tag Strom. Er könnte Strom beziehen, wenn er günstig ist. Das setzt aber wiederum eine intelligente Vernetzung voraus. Wann ist es so weit? Technisch hätten wir bereits alle Möglichkeiten, nötige Informationen in die Haushalte zu bringen oder In-


Avenir Suisse Die Stiftung Avenir Suisse befasst sich mit der Zukunft des Standorts Schweiz. Die Werthaltung von Avenir Suisse ist konsequent liberal und marktwirtschaftlich.

formationen dort abzuholen. Allerdings gibt es institutionelle Hürden. Nebst den Anpassungen der Tarifstrukturen bräuchte es auch eine konsequente Marktöffnung. Ist die Kernkraft ein Auslaufmodell? Ich glaube, das ist zu absolut formuliert. Nach den Ereignissen in Japan haben wir sehr rasch gehandelt. In anderen Ländern war das nicht der Fall. Vielfach hält man an der Kernenergie fest und möchte sie sogar ausbauen. Möglicherweise werden sich in der Kernkraft neue Technologien entwickeln, beispielsweise eine vierte Generation von Kraftwerken. Diese hätten in puncto Sicherheit für die Stromproduktion weltweit sehr grosses Potenzial. Wie wichtig sind alternative Energieangebote? Für ein Unternehmen kann das durchaus sinnvoll sein. Womöglich gibt es Kunden, die entsprechende Präferenzen und auch die Zahlungsbereitschaft haben. Wichtiger aber ist die Tatsache, dass gewisse neue Technologien relevantes Potenzial aufweisen. Aus unternehmerischer Sicht

kann es vorteilhaft sein, entsprechendes Know-how aufzubauen. Ein solches Engagement ist jedoch auch mit unternehmerischen Risiken verbunden. Dabei stellt sich die Frage, ob öffentliche Versorger die richtigen Investoren sind. Ich glaube, dass es falsch wäre, wenn ein Bundesratsentscheid oder eine nationale Gesetzgebung festlegen würde, welche Technologie die Schweiz in Zukunft mit Strom versorgen soll. Der Staat sollte nur die Rahmenbedingungen vorgeben.


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Rätsel lösen, Lösungswort herausfinden und einsenden: Schicken Sie das Lösungswort zusammen mit Ihrer Adresse an naturstrom-magazin@ekz.ch oder senden Sie uns den nebenstehenden Antworttalon per Post zurück. Einsendeschluss ist der 6. Januar 2012. Angestellte der EKZ und deren Familienangehörige sind nicht teilnahmeberechtigt. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Die Preise können nicht bar ausbezahlt werden. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Impressum Herausgeber: Elektrizitätswerke des Kantons Zürich Dreikönigstrasse 18 8002 Zürich Tel. 0800 444 999 www.ekz.ch/naturstrom-magazin

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Verantwortlich: Jens Brüggemann, naturstrom-magazin@ekz.ch Infel AG, Militärstrasse 36, 8021 Zürich, Bernadette Schenker, Daniela Hefti Fotos: Philipp Rohner, Daniel Winkler, Stefan Kubli, Claudio Köppel/Infel AG, zVg


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