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Neue EUVerordnung 2016/425


HINTERGRUND Die EU-Richtlinie 89/686/EWG ist seit über 20 Jahren in Gebrauch (erster Geltungstag am 30. Juni 1995). Sie war eine der ersten Richtlinien nach dem neuen Konzept („New-Approach-Richtlinien“), wonach Unternehmen harmonisierte Normen nutzen können, weil sie von einer Konformitätsvermutung mit den Anforderungen, die in der einschlägigen Europäischen Gesetzgebung festgelegt sind, profitieren. Die Richtlinie legt „wesentliche Voraussetzungen“ fest, die PSA zum Zeitpunkt der Herstellung und vor dem Inverkehrbringen erfüllen muss. Ziel der Richtlinie ist es, einen freien Warenverkehr von PSA zwischen den Mitgliederstaaten zu gewährleisten. Die Richtlinie führt grundlegende Gesundheitsschutz- und Sicherheitsanforderungen für PSA und die Prüfverfahren für die Konformität auf. PSA zum Schutz gegen schwerere Gefahren erfordern die Beteiligung einer dritten Stelle, einer sogenannten „Benannten Stelle“. Benannte Stellen sind von den Mitgliederstaaten berufene Institute, die EG-Baumusterprüfungen, die Genehmigung und Überwachung von Qualitätssicherungssystemen durchführen.


WESHALB DIE ÄNDERUNG? Die Richtlinie gilt als erfolgreich. Aufgrund neuer Technologien und neuen Materialien auf dem Markt waren jedoch Verbesserungen erforderlich. Ziel ist es, die Gesundheit und Sicherheit des PSA-Benutzers besser zu schützen und einen fairen Wettbewerb zwischen Unternehmen zu gewährleisten. Die neue Verordnung (EU) 2016/425 wurde im Amtsblatt der Europäischen Union am 31. März 2016 veröffentlicht. Sie trat am 21. April 2016 in Kraft und wird ab 21. April 2018 gelten. Die Änderung bedeutet eine Wiedereinführung der Richtlinie als eine Verordnung. Eine Richtlinie enthält bestimmte Ergebnisse, die jeder Mitgliedsstaat erreichen muss, und dafür müssen die Mitgliedsstaaten die Richtlinie in ihre nationalen Gesetzgebungen überführen. Eine Verordnung hingegen ist ein Rechtsakt, der sofort in allen Mitgliedsstaaten gleichzeitig als Gesetz einklagbar wird, ohne den Bedarf einer nationalen Umsetzung.


WIE EJENDALS DIE NEUE PSA-VERORDNUNG (EU) 2016/425 HANDHABT Ejendals begrüßt die Einführung der neuen Verordnung und nutzt die Gelegenheit, um seine Produkte weiter zu verbessern. Bei der Zertifizierung eines Produktes muss das Produkt der neuesten Fassung einer Norm entsprechen. Keine der Normen bezüglich Schuhen wurde in letzter Zeit aktualisiert, das heißt dass alle Jalas® Schuhe der neuesten Fassung der geltenden Normen entsprechen. Die Normen zu Handschuhen wurden kürzlich aktualisiert, die EN ­388 (mechanische Risiken) und die EN 374 (Chemikalien und/oder Mikroorganismen). Deshalb werden alle Ejendals Handschuhe, die gemäß EN 388 und EN 374 zertifiziert sind, erneut getestet um mit den neuesten Fassungen konform zu sein. Das kann, aufgrund von Unterschieden bei den Testmethoden, zu Änderungen bei den Leistungsstufen und Kennzeichnungen führen. Ejendals stellt sich auf die Rezertifizierung ein und ab 21. April 2018 können die neuen Bescheinigungen für die EG-Baumusterprüfung¹ ausgestellt werden. Nach dem 21. April 2019 müssen alle Handschuhe, die in Verkehr gebracht werden, mit der neuen Verordnung konform sein. „Inverkehrbringen“ wird definiert als der Zeitpunkt, an dem ein einzelnes Produkt erstmals auf dem Markt der Europäischen Union verfügbar gemacht wird. Deshalb sind Hersteller oder Importeure die einzigen Wirtschaftsakteure, die „Produkte in Verkehr bringen“ können. „Bereitstellung auf dem Markt“ ist definiert als der Zeitpunkt der Abgabe eines einzelnen Produkt zum Vertrieb, Verbrauch oder zur Verwendung auf dem Markt der Europäischen Union.

¹ EG-Baumusterprüfung – Richtlinie 89/686/EWG EG-Baumusterprüfung – Verordnung 2016/425


Händler können Produkte ohne zeitliche Befristung auf dem Markt bereitstellen. Vom 21. April 2018 bis zum 21. April 2019 gilt ein Übergangszeitraum. Das heißt, dass abhängig von Lagermengen eine Mischung von Produkten mit alten und neuen Kennzeichnungen das Lager verlassen kann. Es gab Missverständnisse dahingehend, auf was sich das Datum „21. April 2023“ bezieht. Die EU Kommission hat deshalb ein Dokument zur Klärung veröffentlicht: Die Verordnung (EU) 2016/425 über persönliche Schutzausrüstung - Hinweise über die Umsetzung von Artikel 47 zu Übergangsregelungen. In diesem Dokument erklärt die EU Kommission, dass PSA nach dem Datum der vollen Anwendbarkeit der Verordnung (am 21 April 2019) basierend auf einer Bescheinigung der EG-Baumusterprüfung gemäß der PSARichtlinie bis zum 21. April 2023 in Verkehr gebracht werden kann. Dies gilt jedoch nicht, wenn sich das Muster/die Herstellung der PSA geändert oder eine Europäische Norm überarbeitet wurde, bei einer sogenannten „Veränderung beim Stand der Technik“. Das heißt, dass Hersteller die Konformitätserkärung bis 2023 auf bestehende EG-Baumusterprüfungen gründen können, wenn die PSA seit der letzten Zertifizierung unverändert geblieben ist und nach der neuesten Fassung geltender europäischer Normen getestet wurde. Der 21. April 2023 bezieht sich nur auf die Gültigkeit der EG-Baumusterprüfung. Produkte, die bereits in der Lieferkette sind und somit vor dem 21. April 2019 bereits rechtmäßig in Verkehr gebracht wurden können für immer verkauft bzw. vertrieben werden.


DIE WESENTLICHEN ÄNDERUNGEN IN DER NEUEN VERORDNUNG SIND: •

Der Rahmen wurde erweitert, zum Beispiel hinsichtlich privatem Gebrauch zum Schutz vor Hitze (Topfhandschuhe)

Für den privaten Gebrauch bestimmte Bekleidung mit reflektierenden oder fluoreszierenden Elementen wird von dieser Verordnung nicht abgedeckt.

Es wurden die Produktkategorien I, II und III festgelegt

Keine Produktbeispiele, die Kategorien werden nur über die Gefahr definiert

Einige Produkte werden in eine andere Kategorie eingestuft, z. B. Kettensägenhandschuhe von Kat. II zu Kat. III

Der Fernverkauf (online) unterliegt dieser Verordnung

5-jährige Gültigkeitsdauer für EG-Baumusterprüfungen

Konformitätserklärung in allen vorgeschriebenen Sprachen, zusammen mit der PSA oder in einem Weblink.

Um der neuen Verordnung zu entsprechen, wurden einige Pflichten für Hersteller auf Importeure und Händler ausgeweitet. Alle (Hersteller, Händler, Importeure, Bevollmächtigte), die in die Lieferung und Vertriebskette involviert sind, müssen angemessene Maßnahmen ergreifen um zu gewährleisten, dass die PSA der Verordnung entspricht.


HERSTELLERPFLICHTEN •

Gewährleisten, dass die PSA allen grundlegenden Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen (Anhang II) entspricht

Gewährleisten, dass die technische Dokumentation verfügbar ist, die Konformitätsprüfung durchführen, das CE-Zeichen verwenden und die EG-Konformitätserklärung ausstellen.

Die technische Dokumentation und die Konformitätserklärung 10 Jahre lang verfügbar halten, nachdem die PSA in Verkehr gebracht wurde

Gewährleisten, dass Verfahren existieren, damit die Serienfertigung mit der PSA-Verordnung konform bleibt; falls notwendig Stichproben von in Verkehr befindlicher PSA nehmen, ein Verzeichnis über Reklamationen führen und Händler über eine solche Überwachung informiert halten

Gewährleisten, dass PSA eine Typen-, Batch- oder Seriennummer trägt

Auf der PSA den Namen und die Postadresse des Herstellers angeben

Gewährleisten, dass der PSA die Gebrauchsanweisung (UIS) beiliegt

Das Konformitätserklärung mit der PSA zusammen liefern oder die Internetadresse zur UIS hinzufügen, unter der die Konformitätsbestätigung verfügbar ist

Im Falle der Nichtbeachtung einer Norm Korrekturmaßnahmen ergreifen und die berufenen Behörden darüber informieren, wo die PSA eine Gefahr darstellt

Mit Behörden in einer Sprache zusammenarbeiten, die von dieser Behörde leicht zu verstehen ist.


HÄNDLERPFLICHTEN Allen Wirtschaftsakteure, die an der Lieferkette beteiligt sind, kommt jetzt eine viel größere Aufgabe dabei zu, dafür zu sorgen, dass PSA mit der Verordnung konform ist. Ein wichtiger Punkt ist, dass der Händler dafür sorgen muss, dass die Transport- und Lagerbedingungen die Konformität der PSA mit den Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen in Anhang II nicht gefährden. Der Händler muss: •

Gewährleisten, dass die PSA mit dem CE-Zeichen versehen ist

Gewährleisten, dass die Gebrauchsanweisung in der erforderlichen Sprache verfügbar ist

Gewährleisten, dass die PSA eine Produktkennzeichnung hat

Gewährleisten, dass sich auf der PSA Kontaktdaten und Postadresse befinden

Händler, die glauben, dass die PSA nicht mit der Verordnung konform ist, müssen alle Maßnahmen ergreifen, um sie konform zu machen, sei es durch einen Rückruf oder indem sie die PSA entfernen

Ein Händler muss auf Aufforderung einer nationalen Behörde alle erforderlichen Dokumente vorlegen, um die Konformität zu belegen

Wenn die PSA eine Gefahr darstellt, muss der Händler die zuständige nationale Behörde über die Nicht-Konformität informieren.


ÄNDERT SICH ETWAS FÜR DEN BENUTZER, ARBEITGEBER, TRÄGER? Nein, nicht im Besonderen. Die Pflichten für Arbeitgeber hinsichtlich Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz und der Verwendung von PSA bleiben die gleichen, da sie nicht Teil dieser Gesetzgebung sondern der Richtlinie 89/686 „Benutzung persönlicher Schutzausrüstung“ sind. Die Richtlinie 89/656/EWG legt die Mindestanforderungen zu Gesundheitsschutz und Sicherheit für Arbeiter am Arbeitsplatz fest. Darüber hinaus kann jeder Mitgliedsstaat zusätzliche Vorschriften betreffs des Arbeitsgebers haben. Vorausgesetzt, dass es bei der Richtlinie 89/686/EWG keine Fragen zu Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen gibt und diese wurden nicht geändert (nur wenig), kann PSA, die unter der Richtlinie 89/686/EWG zertifiziert wurde, weiterhin ohne Risiken verwendet werden.


KATEGORIEN

PSA Kategorie

Handlung

Alte PSA-Richtlinie 89/686/EWG

Neue PSA-Verordnung (EU) 2016/425

Kategorie I Einfache PSA

Inverkehrbringen des Produktes

Herstellererklärung

Modul A (Anhang IV) Herstellererklärung

Kategorie II PSA mittleres Risiko

Erstzulassung des Produktes

Artikel 10 EG Baumusterprüfung

Modul B (Anhang V)

Kategorie III Komplexe PSA

Erstzulassung des Produktes

Artikel 10 EG Baumusterprüfung

Modul B (Anhang V)

Kategorie III Komplexe PSA

Fortlaufende Überwachung anhand von Tests oder Produktionskontrolle

Artikel 11A oder Artikel 11B

Modul C2 (Anhang VII) oder Modul D (Anhang VIII)

Kategorie II Mittlere PSA PSA in dieser Kategorie wurde entwickelt, um Benutzer vor geringfügigen Risiken zu schützen. Dazu gehören: •

oberflächliche mechanische Verletzungen

Berührungen mit Wasser oder schwach aggressiven Reinigungsmitteln;

Berührungen mit bis zu 50° heißen Oberflächen

Schädigungen der Augen durch Sonneneinstrahlung (nicht bei Sonnenbeobachtung);

Witterungsbedingungen, die nicht von extremer Art sind

Kategorie II – Mittlere PSA Die Kategorie II umfasst Schutz gegen Gefahren, die nicht in den Kategorien I oder III eingeordnet sind. Kategorie III – Komplexe PSA PSA dieser Kategorie beinhaltet ausschließlich Schutz vor Risiken mit sehr schweren Folgen, wie Tod oder irreversiblen Gesundheitsschäden.


Zu den Risiken zählen: •

gesundheitsgefährdende Stoffe und Gemische

Atmosphären mit Sauerstoffmangel

schädliche Biologische Agenzien

ionisierende Strahlung

warme Umgebung, mit vergleichbaren Auswirkungen wie bei einer Lufttemperatur von 100 °C oder mehr

kalte Umgebung, mit vergleichbaren Auswirkungen wie bei einer Lufttemperatur von -50 °C oder weniger

Stürze aus der Höhe

Stromschlag und Arbeit an unter Spannung stehenden Teilen

Ertrinken

Schnittverletzungen durch handgeführte Kettensägen

Hochdruckstrahl

Verletzungen durch Projektile oder Messerstiche

schädlicher Lärm

ÜBERGANGSZEIT FÜR DEN WECHSEL VON DER PSA-RICHTLINIE ZU PSA-VERORDNUNG EG- BAUMUSTERPRÜFUNG

PSA-RICHTLINIE 89/686/EWG PSA-VERORDNUNG (EU) 2016/425

EG-BAUMUSTERPRÜFUNG

Übergangszeit, beide Gesetzgebungen gelten

21. April 2018

21. April 2019


1801003

EJENDALS AB Box 7, SE-793 21 Leksand, Sweden Phone +46 (0) 247 360 00 info@ejendals.com | order@ejendals.com www.ejendals.com

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