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DAVINCI DAS KUNDENMAGAZIN DER EISENMANN AG

SE I T E 3

Solarthermie

Einsatz in Produktionsst채tten SE I T E 10

Carbonfasern Gefragt wie nie zuvor SE I T E 14

Green Engineering

Nachhaltigkeit mit Perspektive Eisenmann im neuen Messegewand


INHALT & VORWORT

Inhalt

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VORWORT

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INNOVATION | SOLARTHERMIE AUF DEM VORMARSCH IN PRODUKTIONSSTÄTTEN

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INNOVATION | BIOERDGAS FÜR SCHWEDENS STRASSEN

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ERFOLGSGESCHICHTE | ALLES GUTE KOMMT VON OBEN - INNOVATIVER MATERIALFLUSS MIT SYSTEM

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SERVICE | GEBURTSSTUNDE DER BETREIBERMODELLE

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IM GESPRÄCH | "DIE WELT LECHZT NACH CARBONFASERN" - INTERVIEW MIT MARKUS BALZER

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DIE GRÜNE SEITE | EISENMANN MIT NEUEM MESSEAUFTRITT AUF DER INDUSTRIALGREENTEC 2012

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NEWS | GIRLS'DAY 2012 | INNOVATIONS-PREISTRÄGER 2012

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TERMINE | GLOBAL IM DIALOG

Liebe Leserinnen und Leser, sehr geehrte Kunden, wir freuen uns, Ihnen heute die erste Ausgabe unseres neuen Kundenmagazins DaVinci zu präsentieren. DaVinci - Maler, Bildhauer, Architekt, Naturphilosoph, Anatom, genauso wie Ingenieur und Mechaniker. Er war Universalgelehrter und Visionär mit außergewöhnlich vielseitigen Kenntnissen auf unterschiedlichsten Gebieten der Wissenschaft. Er analysierte, konzipierte, plante und setzte seine Projekte um. Insbesondere als Ingenieur war Leonardo DaVinci ein Pionier und seiner Zeit weit voraus. Seine Vision, Maschinen zur Arbeitsentlastung zu schaffen, um letztendlich die Produktivität zu erhöhen, trieb ihn an. Unser Anspruch und der unserer Mitarbeiter ist es, dieser vielseitige Partner an Ihrer Seite zu sein. Wir begleiten Sie mit unserem Prozess-Know-how zur effizienten Umsetzung Ihrer Ziele. Effizienz ist auch das Schlagwort, worum sich unlängst unser Messeauftritt auf der IndustrialGreenTec im Rahmen der Hannover Messe drehte. Wir haben uns übrigens ganz besonders gefreut, viele unserer Kunden persönlich zu begrüßen. Auch dort präsentierten wir uns in völlig neuem Gewand und setzten thematische Schwerpunkte auf zukunftsweisende Konzepte rund um das Thema Energie- und Ressourceneffizienz. Unter dem Motto ’green engineering’ stellten wir unsere Technologien anhand eines Modells vor, das die Verzahnung dieser Lösungen mit dem Ziel, den Energiekreislauf zu schließen, aufzeigt. Wir glauben, mit unserem Beitrag zur IndustrialGreenTec die Wahrnehmung der Industrie für diese Technologien gestärkt und geschärft zu haben. Impressionen von der Messe in dieser Ausgabe ab Seite 14. Mit dieser Lektüre möchten wir Sie jenseits des täglichen Geschäfts erreichen: Zwei Ausgaben jährlich geben Ihnen zukünftig einen „universalen Einblick“ in die vielfältigen Eisenmann-Geschäftsbereiche. Ihre Rückmeldungen an die Redaktion sind uns willkommen. Ich wünschen Ihnen eine spannende und informative Lektüre!

Dr. Matthias von Krauland Sprecher des Vorstands

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INNOVATION

Solarthermie

auf dem Vormarsch in Produktionsstätten IN DEN VEREINIGTEN ARABISCHEN EMIRATEN ENTSTEHT DERZEIT DAS ERSTE SOLARTHERMISCHE WÜSTENKRAFTWERK, DAS IM HERBST 2012 IN BETRIEB GENOMMEN WIRD. WÄHREND CHINA ZUM ERWÄRMEN VON WASSER IN PRIVATHAUSHALTEN FAST AUSSCHLIESSLICH SOLARTHERMIE EINSETZT, SPIELT SIE HIERZULANDE NOCH KEINE SCHLÜSSELROLLE UNTER DEN ERNEUERBAREN ENERGIEN. DAS KÖNNTE SICH ABER DANK DER VIELSEITIGEN EINSATZMÖGLICHKEITEN DER SOLARTHERMIE IN DER PROZESSWÄRMEERZEUGUNG BALD ÄNDERN.

Um für eine optimierte Energiebilanz der Produktion zu sorgen, kooperiert Eisenmann mit Ritter XL Solar und integriert deren solarthermische Anlagen in Großprojekten. Insbesondere in der Automobilindustrie gewinnt die Solarthermie an Attraktivität: Fast 70 Prozent des gesamten Energieaufwands in der Automobilherstellung gehen zu Lasten der Oberflächenbearbeitung, denn die Erzeugung von Prozesswärme selbst ist einer der größten Energieverbraucher. Die Besonderheit der solarthermischen Lösung liegt in der direkten Integration des Solarkreises in das Prozesswärmenetz: Die verwendete Vakuumröhrentechnologie erzeugt Temperaturen von bis zu 130 Grad Celsius und kann unter optimalen Einstrahlungsbedingungen das Prozesswärmenetz zu 100 Prozent versorgen. Prozess als vielseitiger Wärmespeicher „Wir stellen die Anlagen unserer Kunden genau ein, um den höchstmöglichen Nutzungsgrad der solarthermischen Wärme zu erreichen“, so Markus Hachmöller, der die Kunden verfahrenstechnisch berät. „Die Tauchbecken einer Lackieranlage können beispielsweise als zusätzlicher Wärmespeicher dienen. Durch eine optimierte Steuerung der erzeugten Wärme kann so das Auskühlen der Becken außerhalb der Betriebszeit verringert werden. Allein durch die Kraft der Sonne wird so zusätzliche Energie gespart, die sonst zu Produktionsbeginn anfallen würde.“ Auch in anderen Produktionsbetrieben mit hohem Prozesswärmebedarf rentiert sich der Einsatz einer solarthermischen Integration. Markus Hachmöller erarbeitet mit seinen Kunden auch Energiekonzepte zur Kälteerzeugung: „Diese solarthermische Lösung eignet sich in Kombination mit überschüssiger Prozesswärme bestens, Absorptionskältemaschinen zur Kühlung von Produktionsprozessen anzutreiben.“ Das erspart Unternehmen zusätzlich Stromkosten, die sonst bei der bisher üblichen Kälteherstellung anfallen würden.

Eine solarthermische Integration rechnet sich je nach Standort und Prozesswärmebedarf des Kunden nach weniger als zehn Jahren - in sonnenreichen Ländern sogar kürzer. Förderprogramme mit Zuschüssen bis zu 30 Prozent des Investitionsvolumens sind hierbei noch nicht berücksichtigt. Nach China halten deutsche Solarthermie-Hersteller mit 23 Prozent den zweitgrößten Anteil am Weltmarkt. Zusammen mit ihrem Joint Venture Partner Linuo Paradigma gehört Ritter XL Solar mit einer Jahresproduktion von über einer Million Quadratmetern Kollektorfläche zu den Weltmarktführern. Vakuumröhren-Technologie Sonnenstrahlen werden mit Hilfe eines Spiegels, dem sogenannten Compound Parabolic Concentrator (CPC), auf der Oberfläche der Vakuumröhre gebündelt und über eine selektive Absorberschicht in Wärmeenergie umgewandelt. Die Vakuumröhren funktionieren wie eine Thermoskanne: Der Zwischenraum zwischen der äußeren und inneren Glasröhre ist evakuiert, so dass die Wärme nicht nach außen entweicht. Auch bei diffuser Sonneneinstrahlung und kalten Außentemperaturen wird so die geforderte Temperatur von bis zu 130 Grad Celsius erreicht. Der Vorteil dieser Technologie liegt darin, dass reines Wasser im Heizkreislauf verwendet und ein Wärmetauscher damit überflüssig wird. Dies begünstigt die Investitionskosten und steigert den Gesamtwirkungsgrad in Bezug auf die nutzbare Sonnenenergie auf 50 bis 60 Prozent.

FACTS Um eine Prozesswärmeleistung von 700 kW erzeugen zu können, werden ca. 1.500 m² Kollektorfläche benötigt. Dies ist immer abhängig von der Intensität der lokalen Einstrahlung, sowie von den Schwankungen des Prozesswärmebedarfs beim Kunden über den Tagesverlauf.

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INNOVATION

Bioerdgas

für Schwedens Straßen

IM GRÜNEN, ZWISCHEN WALD UND WIESEN UND NUR WENIGE METER VON DER SÜDSCHWEDISCHEN OSTSEEKÜSTE ENTFERNT, IN MÖRRUM, BAUT EISENMANN DERZEIT EINE BIOGASANLAGE FÜR DEN KOMMUNALEN ABFALLENTSORGER VÄSTBLEKINGE MILJÖ AB.

Aus den Bioabfällen der umliegenden Gemeinden von Mörrum wird ab Ende 2012 Biogas hergestellt. Weiter aufbereitet entsteht dann Bioerdgas, ein umweltfreundlicher und zugleich günstiger Alternativ-Treibstoff für PKW und LKW. Bioerdgas als Treibstoff für den Straßenverkehr ist in Schweden sehr begehrt. Zum einen ist er als steuerbefreiter Treibstoff im Verhältnis zu Benzin und Diesel bedeutend günstiger und zum anderen sichert er durch die lokale ökologische Erzeugung Arbeitsplätze.

gisch sinnvolle Alternative zum Kunstdünger. In Schweden wird die Erzeugung von Strom aus Biogas nicht gefördert. Stattdessen ist aus Biogas erzeugter Treibstoff steuerbefreit. Daher wird das aus der Vergärung entstehende Biogas zu Bioerdgas veredelt, auf Hochdruck verdichtet, in Gasflaschen abgefüllt und an regionale Tankstellen verkauft.

Weltweite Nachfrage steigt weiter Eisenmann ist seit 2003 auf dem Markt für Biogasanlagen aktiv. In den letzten Jahren hat die Nachfrage auch international stark Die Västblekinge Miljö AB entschied sich für eine Eisenmannzugenommen. Mehr als 80 Anlagen in den unBiogasanlage bestehend aus standardisierten terschiedlichsten Auslegungen sind derzeit Bauteilen, was die Zeit von der Konstruktion Aus 20.000 Tonnen über die Montage bis hin zur Inbetriebnahme regionaler Bioabfälle pro Jahr weltweit im Einsatz. Neben Biogasanlagen aus standardisierstark verkürzt. Dabei wird eine bereits besteerzeugt die Anlage rund ten Bauteilen hat sich Eisenmann auch auf hende Kompostieranlage in ein neues Gesamt1.500 Tonnen Treibstoff. maßgeschneiderte Biogasanlagen mit einer konzept integriert, um aus den biologischen Trockenfermentationstechnik spezialisiert, bei denen die AnReststoffen zunächst Biogas und im weiteren Prozessschritt Biolagentechnik auf die jeweiligen Anforderungen vor Ort und die erdgas für Tankstellen herzustellen. Die Anlage in Mörrum wird künftig rund 20.000 Tonnen regionale Bioabfälle pro Jahr verarbeiten. Das entspricht der Menge, die etwa 200.000 Haushalte pro Jahr produzieren. Daraus erzeugt die Anlage rund 1.500 Tonnen Treibstoff, soviel wie ein voll besetzter PKW für etwa 730 Erdumrundungen benötigt. Vollständige Abfallverwertung Die in der Biogasanlage entstehenden abgepressten Feststoffe landen in der Kompostierung. Der entscheidende Vorteil dabei ist, dass Gärreste in der Kompostierung wesentlich weniger Emissionen verursachen als unbehandelter Bioabfall. Die flüssigen Gärreste werden im Anschluss an die Biogasgewinnung in einem Gärrestlager, das 4.000 m³ Volumen umfasst, bis zu 180 Tage zwischengespeichert und können als Flüssigdünger in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Sie bilden eine ökolo-

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Biogasanlage in der Schweiz.


INNOVATION

potenzielle Krankheitserreger werden abgetötet. Ständiges Rühren verhindert das Absetzen oder Aufschwimmen der Substrate. Durch ein innovatives und bedienerfreundliches Steuerungssystem mit Anlagenfernabfrage und -steuerung über das Internet können die Betreiber alle wichtigen Betriebsdaten auch von zu Hause aus einsehen.

Herzstück der Aufbereitungsanlage: Die Membrantechnik ist eine mögliche und zukunftsträchtige Form der Biogasaufbereitung.

FACTS Schweden:

Königreich, Mitglied der EU

Zusammensetzung des Abfalls abgestimmt wird. Dabei werden Gesamtkonzepte genauso realisiert wie einzelne Komponenten, die in ein bestehendes Abfallentsorgungssystem integriert werden.

Einwohner:

9.476.000 (Stand: 2011)

Flüssige wie feste Substanzen sind kein Problem Durch ein spezielles Rührwerk ist die Anlage für Bioabfall mit hohem Trockensubstanzgehalt geeignet. Eisenmann wird in diesem Fall zwei horizontale Hauptfermenter mit einer Kapazität von jeweils 800 m³ in das Gesamtsystem integrieren. Dabei handelt es sich um wärmeisolierte, liegende Fermenter aus StahlbetonFertigteilen mit horizontal laufendem Rührwerk. Die Feststoffe werden über einen Feststoffeintrag in die Fermenter eingebracht. In den Hauptfermentern vergären die Substrate während einer Verweilzeit von 25 bis 30 Tagen bei einer Temperatur von 55 Grad Celsius. Dabei wird das Material nahezu vollständig vergoren und

Hauptenergiequellen: 51% Wasserkraft, 43% Kernkraft Biogasnutzung:

53% zur Wärmegewinnung 26% als Treibstoff in Gasfahrzeugen (Biomethan)

Erdgasfahrzeuge:

32.000 (Stand: 2010)

Erdgastankstellen:

155 (Stand: 2010)

Größte Biogasanlage der Welt: 2009 wurde die weltweit größte Biogasanlage in Güstrow, Mecklenburg-Vorpommern, in Betrieb genommen. Mit einer elektrischen Anschlussleistung von 22 Megawatt speist die Anlage seit 2010 pro Jahr 46 Millionen Kubikmeter Biogas in das öffentliche Gasnetz ein. Diese Menge reicht aus, um den Bedarf einer Kleinstadt mit rund 50.000 Einwohnern zu decken.

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ERFOLGSGESCHICHTE

Alles Gute kommt

von oben OB BIER, SOFTDRINKS ODER WASSER, KÜNFTIG WERDEN DIE GETRÄNKE DER SÜDSCHWEDISCHEN PRIVATBRAUEREI SPENDRUPS SCHNELLER FLIESSEN. VIER MILLIONEN HEKTOLITER LAUFEN HIER JÄHRLICH DURCH DIE LEITUNGEN, WERDEN ABGEFÜLLT, VERPACKT UND KOMMISSIONIERT. EINE SPORTLICHE LEISTUNG, DIE HIER GEMEISTERT WERDEN MUSS.

Genau für diesen Zweck hat System Logistics Spa uns beauftragt, seine neue durchsatzstarke Elektrohängebahn (EHB) zu liefern. Der Clou des Ganzen sind zwei parallel laufende Lastaufnahmemittel, die zwei Paletten gleichzeitig oder auch einzeln unabhängig voneinander aufnehmen oder abgeben können – daher EHB-Twin Shuttle. Generalunternehmer des Projekts ist System Logistics Spa. Sie bekamen den Auftrag, das neue Logistikzentrum von Spendrups auszustatten.

Das Twin-Shuttle maximiert den Durchsatz bei minimalem Platzbedarf und bietet neue Möglichkeiten in der Layoutplanung.

Seit Anfang des Jahres läuft das EHB-Twin Shuttle bei Spendrups in Grängesberg, einem Ort etwa 230 km nord-westlich von Stockholm. An sechs bis sieben Tagen die Woche, rund um die Uhr, ist das EHB-Twin Shuttle im Einsatz und verbindet auf 800 Metern die Produktion mit dem Hochregallager und der Kommissionierung. Durch die kompakte Bauweise von zwei Paletten auf einem Fahrzeug konnte Spendrups erheblich Platz einsparen. Sowohl im Übergabebereich – durch dichter angeordnete Übergabeförderer – als auch bei den Puffer-, Leerfahrzeug- und Parallelstrecken. Auch wenn der Sicherheitsabstand bei voller Fahrt nach jedem Fahrzeug nahezu gleich bleibt, wird dieser nur nach jeder zweiten Palette benötigt. So können mehr Fahrzeuge auf gleicher Streckenlänge eingesetzt und die Kapazität deutlich gesteigert werden. „Eisenmann ist auf die Wünsche unseres Kunden eingegangen und hat ein Materialfluss-System konzipiert, das den gestiegenen Durchsatzanforderungen gerecht wird“, erklärt Massimo  Boldrini, Projektleiter von System Logistics Spa. „Das Projekt-Team ergänzte sich perfekt. Wir danken für die einwandfreie und sehr angenehme Zusammenarbeit und wünschen dem Eisenmann-Team weiterhin viel Erfolg.“

„ALS ANBIETER DES NEUEN EHB-TWIN SHUTTLES STEIGERN WIR DIE ANLAGENLEISTUNG GEGENÜBER DEM EINZELPALETTENTRANSPORT UM BIS ZU 75 PROZENT.“ Ralf Weiland, Senior Vice President, Conveyor Systems, Eisenmann Anlagenbau GmbH & Co. KG.

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ERFOLGSGESCHICHTE

FACTS System:

Elektrohängebahn

Nutzlast:

bis zu 2.000 kg

Geschwindigkeit:

max. 120 Meter/Minute

Durchsatz:

760 Paletten/Stunde

Anwendungsbeispiele:

Getränkelogistik, Intralogistik, Package & Postal, Catering, Produktion

Ob Möbelindustrie oder Lebensmittelproduktion, Großhandel oder Hersteller keramischer Erzeugnisse, für zahlreiche Kunden weltweit sind Elektrohängebahnen aus dem Hause Eisenmann seit Jahren unverzichtbar.

Historie: Einschienenhängebahnen Der englische Ingenieur Henry Robinson Palmer meldete seine Einschienenhängebahn 1821 zum Patent an. Damals zogen Pferde hängende Transportbehälter. Diese Erfindung galt als Vorläufer für die erste elektrisch betriebene Einschienenbahn des französischen Ingenieurs Lartigue sowie der Wuppertaler Schwebebahn. Im Sommer 1898 wurde mit deren Bau begonnen, schon im Dezember fand die erste Probefahrt statt. Am 24. Oktober 1900 fuhr Kaiser Wilhelm II. mit seinem Gefolge von Döppersberg (Ebersberg-Mitte) bis Vohwinkel. Heute gilt sie als Wahrzeichen der Stadt und steht seit 1997 unter Denkmalschutz.

Entwurf der Einschienenbahn von Henry Palmer, 1833.

Lartigue-Lokomotive nach dem Einschienen-Prinzip.

Auch im Untertage-Betrieb ist die Einschienenhängebahn ein weit verbreitetes Transportmittel, da man auf der Sohle eines Stollens so kein Planum herstellen muss und die Einschienenhängebahn aufgrund ihrer großen Zugkraft schwere Lasten dorthin transportiert, wo ein Zug nicht eingesetzt werden kann. Bis heute in Betrieb: Wuppertaler Schwebebahn mit einer Streckenlänge von 13,3 km.

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SERVICE

Geburtsstunde der

Betreibermodelle

SIE HABEN SICH EINEN NEUEN COMPUTER ANGESCHAFFT, STÖPSELN DAS GERÄT EIN UND LEGEN LOS. DAS NEUE SOFT- UND HARDWAREPAKET FUNKTIONIERT JEDOCH GANZ ANDERS, ALS SIE ES VOM ALTEN COMPUTER GEWOHNT WAREN UND SUCHEN NACH EINER SCHNELLEN WIE AUCH EFFIZIENTEN LÖSUNG. DER LIEFERUNG LIEGT EIN SERVICE-ANGEBOT BEI: SIE KÖNNEN ZUSÄTZLICH EIN SERVICE-PAKET NACH IHREN INDIVIDUELLEN BEDÜRFNISSEN ERWERBEN. ENTWEDER SIE ENTSCHEIDEN SICH FÜR DEN STANDARD-SERVICE, ODER SIE INVESTIEREN ETWAS MEHR UND ERHALTEN RUND UM DIE UHR DEN SOFORT-SERVICE INKLUSIVE ABHOLDIENST IHRES GERÄTS, FALLS NÖTIG.

Ähnlich diesem Ansatz bietet Eisenmann seinen Kunden ein Service-Portfolio zur Wartung und Instandhaltung ihrer Anlagen bis hin zur Übernahme des laufenden Betriebs. Der klassische Kundendienst stellt die Ersatzteilversorgung sicher und sieht Wartungs- und Instandhaltungs-Einsätze auf Kundenanfrage vor. Wünscht sich der Kunde eine individuelle Betreuung, lässt sich der Standard-Service aufstocken: Hochlaufbegleitung, Rufbereitschaft, Prozessoptimierung, Training und Schulungen werden entsprechend der Kundenwünsche und -anforderungen aufgesetzt und durchgeführt. Entscheidet sich der Kunde für das FullserviceModell, kümmert sich Eisenmann selbstständig um die Instandhaltung und Wartung der Anlage und gewährleistet eine maximale Verfügbarkeit. Der Kunde hat den Rücken frei, um sich ganz auf seine Kernkompetenzen und Kernprozesse zu konzentrieren.

Integration ’in den Kunden’ „Das Betreibermodell entstand nicht als eigenständiges Produkt, sondern als Lösung für den Kunden“, so Friedrich von Itzenplitz, Service-Outsourcing Leiter Fullservice und Operator Model. „Wir sehen Vor rund zwanzig Jahren ging Eisenmann noch den Mehrwert dieses Modells in der Chance, un"In Form des Betreibermodells einen Servicelevel weiter und setzte sein erssere Kompetenz zu beweisen und uns als Partner erzielen wir mit vereinten tes Betreibermodell auf: Im Jahr 1994 stand am Standort des Kunden zu etablieren.“ Das SerKräften für beide Seiten sehr VW vor der Herausforderung, das Tochterunvice-Team arbeitet eng verzahnt mit dem Kunden positive Ergebnisse." ternehmen SEAT zu sanieren. Die Herausforund baut eine vertrauensvolle Beziehung zu allen derung bestand unter anderem im Aufbau relevanten Schnittstellen innerhalb des Unterund Betrieb kostengünstiger Lackierkapazitäten. Entscheidende nehmens auf. „So bringen wir viel Know-how in ein Unternehmen Kriterien waren erstens geringe Investitionen, zweitens schnelles ein, das uns seine Prozesse anvertraut. Im Gegenzug fließt aber Handeln, und drittens diesen Umbau ohne zusätzliches internes ebenso viel Gegenwert an uns zurück, da wir unsere Anlagen im Personal zu stemmen. SEAT ging für dieses Vorhaben auf Partnertäglichen Betrieb erleben und wertvolle Erkenntnisse für unsere suche und Eisenmann sprang in die Bresche. Konstruktionsabteilung gewinnen. Was läuft besonders gut? Wo können wir optimieren? Auch bekommen wir einen Einblick in die Um Investitionen möglichst gering zu halten, wurden für die ProAbläufe beim Kunden und lernen so deren Anforderungen bis ins duktion des SEAT Inca Teile aus einer bestehenden Lackieranlage letzte Detail zu verstehen.“ herausgelöst und von der Zona Franca nach Martorell nahe Barcelona umgezogen. Altes Equipment wurde mit neuer AnlagentechAufgrund dessen fiel die Entscheidung, nach Realisierung des nik ergänzt, um eine voll funktionsfähige Lackierlinie zu realisieren. ersten Projekts weitere Betreibermodelle aufzubauen. 1996 folg8


SERVICE

te eine Lackieranlage bei VW in Brasilien für deren NutzfahrzeugSparte. Nach Beendigung der Partnerschaft mit FORD stand VW damals ohne Werk da und war gezwungen, kurzfristig einen neuen Produktionsstandort für seine LKW-Sparte zu errichten. Auf der grünen Wiese wurde in Resende, nahe Rio der Janeiro, ein komplett neues Werk mitsamt Lackieranlage in einer Rekordzeit von einem Jahr hochgezogen, die seit seiner Gründung von Eisenmann betrieben wurde. Gemeinsam zum Erfolg "Die Partnerschaft zwischen der Randon Group und Eisenmann Brasilien ist eine Erfolgsgeschichte. In Form des Betreibermodells erzielen wir mit vereinten Kräften für beide Seiten sehr positive Ergebnisse“, resümiert Fernando Bortolini, Fertigungs- und Qualitätsmanager, Randon S/A Implementos e Participações, die bisherige Zusammenarbeit. „Die Tatsache, dass wir uns ganz auf das Know-how eines Spezialisten in der Oberflächentechnik verlassen können – und das ist der entscheidende Schritt in unserem Produktionsprozess – ermöglicht es uns, uns vollkommen auf die eigenen Kompetenzen zu konzentrieren. Eisenmann liefert State-of-the-art-Technologien für unsere Lackieranlage und hält sie durch kontinuierliche Verbesserung im laufenden Betrieb auf dem neuesten Stand. Über den technologischen Aspekt hinaus, der in unserer Sparte einen Wettbewerbsvorteil bedeutet, haben wir die Sicherheit einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit, die auf einer fairen Grundlage baut – eine klassische ’win-win’-Beziehung, die sich über die Jahre immer noch verstärkt.“

Die Geburtsstunde des Betreibermodells geht in eine Zeit zurück, als Outsourcing als Lösungsansatz und später Maßstab für eine effiziente Gestaltung von Produktionsprozessen entdeckt wurde. Bis heute bewährt sich diese ausgebaute Servicestufe als fester Bestandteil des Eisenmann-Serviceportfolios. Aktuell betreut Eisenmann weltweit sechs Betreibermodelle.

FACTS Erfolgreiche Referenzen von Eisenmann-Betreibermodellen Carese, Brasilien Lackieranlage für LKW-Fahrerhäuser bei VW do Brasil Endosul, Brasilien Lackieranlage für LKW-Teile für Mastertech CSG, Belgien

Betrieb und Instandhaltung der Elektrohängebahn zur Anbindung des SupplierParks an die Endmontage bei Ford in Genk

CSK, Deutschland Betrieb und Instandhaltung der Montagelinie und der Anbindung des Supplier Parks an die Endmontage bei Ford in Köln

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„Die Welt lechzt

nach Carbonfasern InTERVIEW MIT MARKUS BALzER,

LEITER BUSInESS SEGMEnT CARBOn FIBER & PROCESS TECHnOLOGY

1.221 MIO. TONNEN : WELT WEITER MATERIALVERBRAUCH VON STAHL (2009) 29,7 MIO. TONNEN : WELT WEITER MATERIALVERBRAUCH VON ALUMINIUM (2009) 5,5 MIO. TONNEN : WELT WEITER MATERIALVERBRAUCH VON CARBONFASER- UND ANDEREN VERBUNDWERKSTOFFEN (2009) DER GLOBALE BEDARF AN CARBONFASERN IST VON 2009 BIS 2011 UM 50% GESTIEGEN.

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IM GESPRÄCH

DAVINCI : Im vergangenen Jahr hat

Eisenmann den Carbonisierungsspezialisten Ruhstrat übernommen. Mit welcher Zielsetzung baut das Unternehmen die Carbonfaser-Herstellung aus? Markus Balzer: Im Zuge einer Neuausrichtung haben wir vor etwa vier Jahren Anlagentechnik für die Carbonfaser-Herstellung als neues Marktfeld für Eisenmann identifiziert. Mit unseren Oxidationsöfen und Abluftreinigungsanlagen als Teil unseres Portfolios deckten wir bereits zwei wichtige Prozessschritte in der Carbonfaser-Herstellung ab. Der dritte Prozessschritt fehlte uns, um den kompletten thermischen Herstellungsprozess anzubieten, und zwar die Carbonisierungsöfen, die Ruhstrat jetzt liefert. Die Weiterentwicklung zu einem Lieferanten dieser Low-Temperature- (LT) und HighTemperature- (HT) Öfen für die Carbonisierung war unsere Zielsetzung. DAVINCI : Welche strategischen Vorteile

bietet die Übernahme von Ruhstrat? MB: Ziel unserer mittelfristigen Strategie ist es, als Turnkey-Anbieter für die sogenannte „schwarze Linie“ – den Carbonisierungsprozess – aufzutreten. Unsere Firma bringt die Voraussetzungen dafür mit: Wir haben

die Organisationsgröße und die Infrastruktur, um das Projektmanagement in Großprojekten zu schultern. Unsere bisherigen Lieferanteile an einer Carbonisierungsanlage waren mit der Oxidation und Abluftreinigung wertmäßig zu gering, um Generalunternehmer zu sein. Mit dem Zukauf sind wir ab sofort in der Lage, als Turnkey-Lieferant aufzutreten. Die Übernahme von Ruhstrat sichert uns nicht nur das Know-how der Carbonisierungsöfen, es ergeben sich auch Synergien zu unserem Business Segment High Temperature Technology. Dabei profitieren wir natürlich auch vom Kundenstamm und den bestehenden Referenzen der Firma Ruhstrat.

DAVINCI : Worin liegt Eisenmanns

besondere Kompetenz in Bezug auf die Wertschöpfungskette? MB: Wir sind weltweit der einzige Anbieter, der den kompletten Thermoprozess aus einer Hand liefert: Oxidationsöfen, Carbonisierungsöfen und die Abluftreinigungsanlagen. Daraus ergeben sich für den Kunden Synergien, denn wir übernehmen das komplette Projektmanagement für alle drei Anlagen, die zudem auch in einem Energieverbund betrieben werden. Das reduziert natürlich Schnittstellen und folglich die Kosten. DAVINCI : Wo geht im Markt derzeit

die Post ab? DAVINCI : Wie läuft die Zusammen-

arbeit mit Ruhstrat bislang? MB: Auf Vertriebsebene kooperieren wir schon seit vier Jahren mit Ruhstrat. Die Zusammenarbeit in den gemeinsamen Projekten funktioniert sehr gut. Wir hatten immer schon einen guten Austausch, den wir jetzt natürlich noch stärker pflegen. Wir treffen uns regelmäßig, um die Strategie für die gemeinsamen Projekte abzustimmen, uns über den Status der laufenden Aufträge auszutauschen oder sonstige Themen rund um die Carbonfaser zu besprechen.

MB: Die ganze Welt lechzt nach bezahlbaren Carbonfasern. Die Triebfeder dahinter war immer die Luftfahrtindustrie. Hier rechnet sich der Einsatz von Carbonfasern für alle Beteiligten sofort, da die Flugzeuge aufgrund des niedrigeren Gewichts enorme Treibstoffkosten einsparen. Der wirklich interessante Markt aber ist die Allgemeinindustrie: Die wird derzeit stark von der Windkraft getrieben, denn erneuerbare Energien sind in aller Mun-

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IM GESPRÄCH

"Bis 2020 gehen wir von

150.000 Tonnen

Carbonfaser-Bedarf pro Jahr aus"

DAVINCI : Welche Rolle spielt

MB: Aktuell erzielen wir im Durchschnitt jährlich rund 20 Millionen Euro Umsatz. In fünf Jahren erwarten wir 50 Millionen Euro Umsatz. Wenn der Markt sich so entwickelt wie prognostiziert, sollte das zu schaffen sein. Bis 2020 gehen wir von 150.000 Tonnen Carbonfaser-Bedarf pro Jahr aus, während die aktuell installierte Kapazität bei etwa 60.000 Tonnen liegt.

Eisenmann derzeit in der CarbonfaserIndustrie?

DAVINCI : Wie geht Eisenmann vor,

de. Und das dritte große Wachstumspotenzial birgt die Automobilindustrie: Auch hier wird der Einsatz von Bauteilen aus carbonfaser-verstärktem Kunststoff zunehmen. Wie stark wissen wir alle nicht, aber hier könnten astronomische Wachstumsraten dahinter stehen.

MB: Wir sind der alleinige Anbieter des kompletten Thermoprozesses für die „schwarze Linie“. Ein Fokus der Marketingaktivitäten in den letzten Jahren lag in der Steigerung unseres Bekanntheitsgrads in der Branche. Mittlerweile werden wir von allen Carbonfaser-Herstellern wahr genommen. Insbesondere unter den „Newcomern“ – viele darunter in China – spüren wir viel Resonanz auf unser Turnkey-Angebot. Aber auch für die etablierten Carbonfaser-Hersteller, die sogenannten „Big Eight“, sind wir mit unseren überzeugenden Anlagenkonzepten ein interessanter Partner. Einige dieser Hersteller zählen bereits zu unseren Kunden. DAVINCI : Wo will Eisenmann in fünf

Jahren stehen?

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um dieses Ziel zu erreichen und inwiefern profitieren Sie von Ihrem Prozesstechnik-Know-how? MB: Wir gehen sowohl etablierte Carbonfaser-Hersteller als auch Newcomer an, um Marktanteile zu gewinnen. Das ist nicht ganz einfach für uns, denn es bestehen jahrzehntelange Kooperationen mit unseren Wettbewerbern – und aus der Marktperspektive sind wir zunächst selbst Newcomer. Aber wir bringen 40 Jahre Erfahrung in der Thermoprozesstechnik mit und kennen die grundlegenden Anforderungen an eine Anlage sehr genau. Wir adaptieren unsere Prozesstechnik an die besonderen Anforderungen des Carbonfaser-Herstellungsprozesses. Außerdem arbeiten wir ständig an Neuentwicklungen. Vier Patentanmeldungen im Bereich der Oxidationsöfen belegen unsere Kompetenz.

DAVINCI : Nahezu 100 Prozent des Ge-

schäfts setzt Eisenmann im Ausland um. Wie bedienen Sie die Kunden vor Ort? MB: Hier profitieren unsere Kunden von unserem weltweiten Vertriebs- und Servicenetzwerk. Denn unsere Kunden erwarten einen lokalen Ansprechpartner. Unterstützt werden die direkten Vertriebskollegen von lokalen Handelsvertretern, die die Gegebenheiten vor Ort kennen und Kundennähe gewährleisten. Zudem etablieren wir gemeinsam mit Ruhstrat eine Key Account-Struktur, um unsere Schlüsselkunden noch besser und individueller zu betreuen. DAVINCI : Carbonfasern liefen bisher

unter Sondermüll. Eine Herausforderung im Umgang mit dem Kohlenstoff ist die Wiederverwertung von carbonfaserverstärktem Kunststoff. Zählt die Wiederaufbereitung auch zu den Zukunftsthemen von Eisenmann? MB: Ja, die Wiederverwertung ist durchaus eine große Herausforderung, der wir uns annehmen. Beim Recycling von Carbonfasern dreht es sich um einen thermischen Prozess, der sehr gut in unser Produktportfolio passt. Außerdem ist natürlich der energieintensive Herstellungsprozess der Carbonfaser ein Thema, an


IM GESPRÄCH

dem wir bereits arbeiten. Unsere Patentanmeldungen, die ich bereits erwähnte, beschäftigen sich mit optimierten energetischen Konzepten. DAVINCI : Andere Zukunftsthemen

rund um die Carbonfaser? MB: Der Großteil der heutigen Carbonfasern wird aus Polyacrylnitril hergestellt, das aus Erdöl gewonnen wird und damit direkt an den Erdölpreis gekoppelt ist. Zudem ist der Herstellungs- und Umwandlungsprozess sehr energieintensiv, was wiederum negative Auswirkungen auf die CO2-Bilanz hat. Der Markt forscht deshalb intensiv nach alternativen Precursor-Materialien, also weg vom Polyacrylnitril als Ausgangsmaterial für die Carbonfaser. Hier beobachten wir die Entwicklungen sehr genau, um jederzeit schnell und flexibel auf möglicherweise erforderliche Anpassungen unserer Anlagentechnik reagieren zu können.

FACTS Durch Carbon-Scheibenbremsen bremst ein Formel 1Rennwagen innerhalb von 3,5 Sekunden von 350 auf 80 km/h und erreicht eine 5-mal so starke Bremskraft wie ein Serien-PKW.

Die Fußballschuhe, mit denen Fußball-Nationalspieler Mario Gomez Deutschland zum EM-Titel schießen soll, enthalten eine im Vorfußbereich in die Sohle eingebettete Carbonfaser-Platte, die für optimale Druckverteilung, Reaktionsfähigkeit und Flexibilität sorgt.

Bei hochwertigen Rennrädern und Mountainbikes werden nicht nur die Rahmen, sondern mittlerweile auch Komponenten wie Kurbeln, Laufräder, Lenker, Sattelstützen, etc. aus Carbonfaserwerkstoffen gefertigt.

Das Gewicht einer Autokarosserie lässt sich durch den Einsatz von Carbon gegenüber Stahl um 50% und gegenüber Aluminium um über 28% reduzieren.

DAVINCI : Vielen Dank für dieses Gespräch, Herr Balzer! Flugzeuge, die zu großen Teilen aus Carbon bestehen, benötigen bis zu rund 20% weniger Kerosin als Maschinen aus Aluminium. Beispiele aus jüngster Zeit: das Seitenleitwerk des Airbus A380 oder der Rumpf der Boeing 787.

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Foto: Messebau Keck GmbH

Die grüne Seite

IndustrialGreenTec Nach acht Jahren präsentierte sich Eisenmann vom 23. bis 27. April 2012 wieder auf der Hannover Messe 2012. Mit neuem Erscheinungsbild stellte das Unternehmen Unter dem Motto "green engineering" seine zukunftsweisenden Anlagentechnologien zur energie- und ressourceneffizienten Produktion und Entsorgung vor. das interaktive zentralModell zeigte die enge Verzahnung industrieller Anlagen von der Energieversorgung bis hin zu den technisch möglichen Entsorgungskonzepten, um den Energiekreislauf zu schlieSSen. Dr. Matthias von Krauland, Sprecher des Vorstands, nimmt Stellung zur Bedeutung der Nachhaltigen Produktion zum Schutz von Ressourcen (Auszug aus der FAZ-Beilage zur IndustrialGreenTec):

"Seit der ersten Umweltkonferenz von Rio de Janeiro im Jahr 1992 hat die Entwicklung von Umwelttechnologien eine unglaubliche Dynamik entfacht. Jetzt stehen ganzheitliche Lösungen im Vordergrund, die den gesamten Produktlebenszyklus umfassen. Als der Gesetzgeber 1962 die Entsorgungspflicht für Abwasser aus Vorbehandlungsanlagen einführte, war

Umweltschutz für die Öffentlichkeit noch ein Fremdwort. Einige visionäre Unternehmer erkannten jedoch schon im Jahr des ersten Beatles-Auftritts in Hamburg die Zeichen der Zeit. Tatsächlich stieg in den folgenden Jahrzehnten der Bedarf der Industrie an Anlagen für Abluftreinigung, für Recycling, für Energiegewinnung aus Abfall sowie für Biogas enorm an – um nur einige Technologien zu nennen. Die Industrie hat in den vergangenen Jahren mit solchen in ihre Produktionsprozesse integrierten Umweltschutzmaßnahmen große Erfolge erzielt. Darauf bauen aktuell etliche Technologien und Verfahren auf, die den gesamten Lebenszyklus von Produkten umfassen... ."

Das E-Shuttle mit der Karosse des VW UP! war Blickfang und Besuchermagnet in Halle 26.

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Die grüne Seite

Links: Blick in den neu konzipierten Messestand, mit zentral angeordneter kreisrunder Kommunikationszone für die Themenvertiefung und den beiden Cateringbereichen.

Foto: Messebau Keck GmbH

Unten: Winfried Kretschmann (re.), baden-württembergischer Ministerpräsident, und Harald Braun (li.), Staatssekretär des Auswärtigen Amts, ließen sich von Dr. Matthias von Krauland über Eisenmann-Innovationen informieren.

Links: Dr. Kersten Christoph Link und Dr. Thomas Beck, Mitglieder des Vorstands, empfingen Günther Oettinger, EU-Kommissar für Energie.

Links: Auch der EU-Abgeordnete Reinhard Bütikofer, Sprecher der Europagruppe GRÜNE, ließ Eisenmann nicht aus, ums sich zu den Themen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Green Engineering auf den neuesten Stand zu bringen.

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Die Grüne Seite

Oben: Das Zentralmodell zeigte die enge Verzahnung verschiedener industrieller Anlagen von der Energieversorgung bis hin zu den technisch möglichen Entsorgungskonzepten, um den Energiekreislauf zu schließen.

Rechts: Modell einer Eisenmann-Biogasanlage im Zentralmodell. Via Themendiscs und integrierter Touchscreen-Terminals konnten sich die Besucher interaktiv mit Basisinformationen zu den jeweiligen Technologien versorgen.

Oben: Ergänzende Monitor- und Grafikstelen gaben die Möglichkeit, detaillierte und vertiefende Informationen abzurufen.

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Die grüne Seite

Oben: Europäischer Blickwinkel: EU-Kommissarin Connie Hedegaard zu Besuch.

Die Rückkehr nach Hannover anlässlich der IndustrialGreenTec war für Eisenmann selbstverständlich: Das Unternehmen engagiert sich bereits seit 1962 auf dem Gebiet der Umwelttechnologien. Neben der Holztrocknung zählten bereits damals die aufwändigen Lackierprozesse zu seinen Kernkompetenzen. Das Unternehmen erkannte die Bedeutung ressourcenschonender Systeme und entwickelte eine Anlage zur Abwasserentsorgung im Lackierprozess. 1968 folgten Anlagen zur thermischen Abluftreinigung. 1982 baute Eisenmann die erste Anlage zur Energiegewinnung aus Abfall. Innovationen wie die regenerative Nachverbrennung (1989), die Abluftreinigung mit Hilfe des Adsorptionsrads (1990) und der Biogasanlagen (2003) waren

Antworten auf die immer strengeren gesetzlichen Auflagen an die Industrie zum Schutz unserer Umwelt. Die Industrie hat in den vergangenen Jahren mit solchen in ihre Produktionsprozesse integrierten Umweltschutzmaßnahmen große Erfolge erzielt.

"Nachhaltigkeit

ist unsere Anlage."

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NEWS

Comic-Zeichnerin oder

Mechatronikerin? ZUM NEUNTEN MAL SCHLOSS SICH EISENMANN IN DIESEM JAHR DER BUNDESWEITEN INITIATIVE DES ‚GIRLS’DAYS – MÄDCHEN ZUKUNF TSTAG’ AN. ZWANZIG SCHÜLERINNEN DER KLASSENSTUFE ACHT AUS UMLIEGENDEN SCHULEN ENT WICKELTEN, GEMEINSAM MIT DEN AUSZUBILDENDEN, EIN EIGENES PRODUKT - VON DER CAD-ZEICHNUNG, ÜBER DIE MECHANIK BIS ZUR ELEKTRONIK. ZIEL DES GIRLS’ DAY IST ES, MÄDCHEN AN TECHNISCHE BERUFE HERANZUFÜHREN UND IHR INTERESSE FÜR DIESE BERUFE ZU WECKEN.

Anhand von praktischen Erfahrungen entdecken die Mädchen, wie spannend beispielsweise die Arbeit einer technischen Produktdesignerin, einer Elektronikerin für Automatisierungstechnik oder einer Mechatronikerin sein kann. Elena, 13 Jahre, Schülerin am Stiftsgymnasium Sindelfingen, bestätigt das: „Ich bin eher künstlerisch begabt und träume davon, Comics zu zeichnen. Trotzdem wollte ich in technische Berufe hinein schnuppern und war überrascht, wie viel Spaß mir das Arbeiten mit dem CADProgramm und das Löten macht.“

Andere Mädchen sind sich ihrer Sache schon sicher und schauen sich nach potenziellen Arbeitgebern um. Natalie, 14 Jahre, Schülerin an der Realschule Goldberg, weiß, dass sie sich nach ihrem Abschluss für einen handwerklichen oder technischen Beruf entscheiden wird: „Ich habe mich gezielt über die Webseite bei Eisenmann zum Girls’ Day angemeldet und kann mir jetzt ein viel genaueres Bild darüber machen, wie so ein Arbeitstag aussieht.“

„Der technische Nachwuchs am Standort Deutschland ist hart umkämpft“, so Uli Metz, Leiter Personal- und Organisationsentwicklung bei Eisenmann. „Mit dem Girls’ Day wollen wir jungen Frauen die Möglichkeit geben, das Spektrum möglicher Berufe zu erweitern und uns als Arbeitgeber einen Zugang zu bisher leider unterrepräsentierten Bewerbergruppen verschaffen. Der Girls’ Day ist nach wie vor eine zukunftsweisende Initiative, die wir zugunsten des weiblichen Nachwuchses auch in Zukunft unterstützen werden.“

Preisübergabe auf der Hannover Messe: (v.l.n.r.) Dr. Claus Lang-Koetz (Innovationsmanager), Marc Peter Hofmann, Dr. Kersten Christoph Link (Mitglied des Vorstands), Robert Leicht, David Suhm, Frank Tietze, Klaus Breuning (Kundenservice), Berndt Fürstenberg (Personalleiter).

The winners are … ALS ES AUF DER INDUSTRIALGREENTEC IN HANNOVER ZUM DRIT TEN MAL HIESS: „WIR GRATULIEREN DEN GEWINNERN…“, FREUTEN SICH DREI NACHWUCHSTALENTE VON EISENMANN ÜBER EINE BESONDERE AUSZEICHNUNG: DEN EUGEN EISENMANN INNOVATIONSPREIS 2012.

Insgesamt hatten 31 Studierende, die im vergangenen Jahr eine Bachelor-, Master- oder Diplomarbeit bei Eisenmann geschrieben haben, die Möglichkeit den Preis zu gewinnen. Das Themenspektrum war vielfältig. Entscheidend für die Auswahl der Arbeiten waren Bewertungskriterien wie der Kundennutzen, der Innovationsgrad, das Marktpotenzial sowie der Beitrag zur Energieeinsparung.

oder Kettenförder-Anlage und kann das Material so schnell und einfach auf Schäden und abgenutzte Komponenten überprüfen. Den zweiten Platz und ein Preisgeld von jeweils 1.000 Euro teilten sich Robert Leicht und Frank Tietze. Ihre Masterarbeit absolvierten die beiden in den Geschäftsbereichen Umwelttechnik sowie Applikationstechnik und Robotik. Der dritte Platz blieb somit unbesetzt.

David Suhm belegte mit seiner Bachelorarbeit über die ‚Entwicklung eines mitlaufenden Kettenzugmessgeräts für Schienenfördersysteme’ den ersten Platz und erhielt einen Scheck in Höhe von 2.000 Euro. Das mitlaufende Kettenzugmessgerät misst während des Betriebs die wirkenden Kräfte in der Kette einer Power & Free-

„Mit diesem Preis unterstützen wir nicht nur unseren technischen Nachwuchs, sondern treffen auch eine Auswahl an Ideen, die wir in unsere Produktentwicklungen und Prozesse einfließen lassen“, so Dr. Kersten Christoph Link, Mitglied des Vorstands.

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TERMINE

Global im Dialog WELT WEIT INFORMIEREN WIR SIE ÜBER UNSERE INNOVATIONEN. WIR FREUEN UNS AUF IHREN BESUCH. AMS Conference Automobilproduktion & -lackierung 03.-04. September 2012 São Paulo, Brasilien

JEC AMERICAS Verbundwerkstoffe 07.-09. November 2012 Boston, USA

SF China Oberflächentechnik 28.-30. November 2012 Shanghai, China

CHINA COMPOSITES Verbundwerkstoffe 05.-07. September 2012 Shanghai, China

ECOMONDO/KEYENERGY Energie und Umweltschutz 07.-10. November 2012 Rimini, Italien

AMS Conference Automobilproduktion & -lackierung 03.-05. Dezember 2012 Pune, Indien

PROFINTECH Oberflächentechnik 10.-14. September 2012 Brünn, Tschechien

BioEnergy Energieversorgung 13.-16. November 2012 Hannover, Deutschland

ALUMINIUM Aluminiumbranche 09.-11. Oktober 2012 Düsseldorf, Deutschland

MANUTENTION Handling- und Logistiksysteme 19.-22. November 2012 Paris, Frankreich

Hannover Berlin

Moskau

Düsseldorf Stafford Crystal Lake

Paris Boston

Böblingen

Frankfurt Holzgerlingen

Changchun

Brünn

Saronno Rimini Barcelona Shanghai

Delhi

Fuzhou

Thane

Puebla

Pune Chennai

Cruzeiro

São Paulo

Eisenmann Standorte Eisenmann auf Messen & Konferenzen

HAUPTSITZ Eisenmann AG Tübinger Str. 81, 71032 Böblingen Tel.: +49 7031 78-0

TECHNOLOGIEZENTRUM Eisenmann Anlagenbau GmbH & Co. KG Daimlerstr. 5, 71088 Holzgerlingen Tel.: +49 7031 78-0


2012 © Eisenmann AG I 07-2012 Auflage: 8.000 Erscheinungsweise: halbjährlich Herausgeber: Eisenmann AG Redaktion: Tanja Thoma-Ly Design: Matthias Klein Kontakt: davinci@eisenmann.com, Tel.: +49 7031 78-1185 Druck: Offizin Scheufele Druck und Medien GmbH & Co. KG, Stuttgart Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Texte, Bilder und Grafiken unterliegen dem Urheberrecht und anderen Gesetzen zum Schutz des geistigen Eigentums. Eine Nutzung der Inhalte ist erst nach Zustimmung durch die Eisenmann AG gestattet. Sämtliche Angaben, Beschreibungen und Illustrationen stehen unter dem Vorbehalt technischer Änderungen, insbesondere im Hinblick auf die Weiterentwicklung unserer Produkte nach dem jeweiligen Stand der Technik. Eine besondere Ankündigung bei Änderungen von Angaben, Beschreibungen und Illustrationen erfolgt nicht. Einzelne Fehler bleiben vorbehalten. Technische Eigenschaften können von Land zu Land abweichen.

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DaVinci No. 1 | Juli 2012