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DIE KRAFT DER NORMUNG

Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE


DIE KRAFT DER NORMUNG Viele Kräfte beeinflussen unser täg-

So auch die Kraft der Normung.

des Jahr mehr als 3.500 Menschen

liches Leben: Ohne die Gravitati-

Auch sie verändert unser Leben.

gemeinsam daran, mit Normen und

onskraft der Erde, die Kraft der

Sie schafft Sicherheit, beschleunigt

Standards Produkte sicherer zu

Sonne oder die Kraft unserer Ideen

wirtschaftliche Prozesse, gibt In-

machen, die deutsche Wirtschaft zu

wäre unser Leben als Mensch auf

novationen mehr Energie. Doch

stärken, den Staat zu entlasten und

diesem Planeten nicht vorstell bar.

allzu oft ist sie nicht sichtbar.

das Leben jedes Einzelnen zu ver-

Kräfte können beschleunigen, ver-

bessern.

ändern und Energie freisetzen. Aber

Die DKE ist das deutsche Kompe-

die Kraft ist auch eine unsichtbare

tenzzentrum für elektrotechnische,

Größe. Man nimmt sie nicht selbst

elektronische und informationstech-

wahr, sondern nur ihre Wirkung.

nische Normung. Hier arbeiten je-

Dialog. Kompetenz. Engagement.


4


Inhalt

07

Vorwort

10

Nutzen für Gesellschaft, Wirtschaft und Staat

14

Plattform für Dialog und Konsens

20

Kompetenzzentrum für elektrotechnische Normung

24

Case Studies – Highlights

32

Die DKE lebt vom Engagement aller Beteiligten

34

Menschen bei der DKE

38

Facts & Figures

40

History

5


6


Vorwort

Die Kraft der Normung

Kommission Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik im DIN und VDE, denn sie

In unserer globalisierten Welt ist Veränderung

vereint die führenden nationalen Experten aus

die einzige Konstante, der wir täglich aufs Neue

Unternehmen, Forschung und Entwicklung, der

begegnen. Veränderung führt zu neuen regio-

Wissenschaft, den Verbänden, dem Staat und

nalen und technologischen Impulsgebern wie

weiteren relevanten Organisationen. Auf dieser

den BRIC-Ländern. Diese locken aufgrund ihrer

Basis vertritt sie die deutschen Interessen in der

enormen Wachstumsperspektiven Unterneh-

europäischen und internationalen Normung.

men und Investoren an und demonstrieren nicht nur bei der Sicherung von Quellen zur Bezie-

Engagement ist der zentrale Baustein, um deut-

hung von Rohstoffen ihre Sicht des weltwirt-

schen Technologien weltweit zu Geltung und

schaftlichen Machtgefüges.

Akzeptanz zu verhelfen. Daher lade ich Sie recht herzlich ein, die Arbeit der DKE kraftvoll

Veränderung führt auch zur Aufhebung der bis-

zu unterstützen.

herigen klassischen Segmentierung von Branchen wie Automobil, Energie, Maschinenbau oder IT. In ihrer Interdependenz liegt der Schlüssel zur Gestaltung der industriellen Zukunft – und das sowohl im Hinblick auf Effizienz als auch Nachhaltigkeit.

Dietmar Harting Vorsitzender der DKE

Diesen Veränderungen als Herausforderungen zu begegnen heißt die Kompetenz und Expertise kraftvoll zu bündeln, um dem technischen Knowhow auch international Geltung zu verleihen. Der ideale Partner dafür ist die DKE Deutsche

7


WIRKUNGSKRAFT ENTFALTEN Mit Sicherheit gemeinsam mehr erreichen

und vertrauensvolles Miteinander.

Die DKE führt das Wissen aller Fach-

Elektrotechnische Normung bietet

kreise zusammen und bietet effi-

eine solche solide Basis: auf der Un-

ziente Strukturen und Dienstleistun-

ternehmen Innovationen aufbauen

gen. Für technisch aktuelle, markt-

Eindeutige Regeln und klare Defini-

und erfolgreich weltweit vermarkten

orientierte und allgemein anerkannte

tionen schaffen Sicherheit. Insbe-

können, auf die sich die Verbraucher

Regeln. Zum Nutzen aller.

sondere dann, wenn sie von allen In-

beim Kauf und der Nutzung elektro-

teressengruppen demokratisch und

technischer Produkte mit Sicherheit

im Konsens beschlossen werden. Das

verlassen können und die den Staat

bildet die Basis für ein verlässliches

durch Selbstverpflichtung entlastet.

Dialog. Kompetenz. Engagement.


Nutzen für Gesellschaft, Wirtschaft und Staat

Normung nutzt uns allen. Mit Sicherheit

petenz und langjährige Erfahrung der DKE sind die entscheidende Grundlage zur Festlegung von Sicherheitsbestimmungen.

Elektrotechnische Produkte sollen unser Leben einfacher, schöner und besser machen. Computer erleichtern uns die Archivierung und Organisation von Wissen. Mobiltelefone ha-

Vertrauen. Die Basis für Innovationen

ben unsere Art der Kommunikation verändert. Wind kraftanlagen erzeugen für uns sauberen

Nur auf Basis von allgemein anerkannten, dem

Strom, der schon bald emissionsfreie Elektro-

Stand der Technik entsprechenden Normen kann

autos antreiben wird. Neue Ultraschall-Geräte

auch eine verbindliche Prüfung der Verbraucher-

erlauben bessere medizinische Diagnosen. Mo-

sicherheit und Umweltverträglichkeit von Pro-

derne Haustechnik ermöglicht unabhängiges

dukten erfolgen. Der Verbraucher und Anwen-

Wohnen auch im hohen Alter. Und nicht zuletzt

der erhält damit Gewissheit über das Maß der

macht der MP3-Player die Joggingrunde deut-

Sicherheit und Qualität eines Produktes.

lich unterhaltsamer. Nur so ist schneller technischer Fortschritt in

10

Aber von jedem technischen Gerät können

der Breite der Gesellschaft möglich. Denn ohne

grundsätzlich auch Risiken ausgehen, die dem

Vertrauen in Produkte, Dienstleistungen und

Anwender oft selbst nicht bewusst sind. Diese

neue Technologien wäre eine schnelle Einfüh-

Risiken gilt es zu vermeiden oder zu minimieren.

rung von Innovationen gar nicht denkbar. Der

Für die DKE hat die Sicherheit der Menschen

Normungsprozess nutzt so auch der Industrie:

bei der Produktion und der Anwendung elektro-

Er schafft erst die Basis für die Technikakzep-

technischer Produkte oberste Priorität. Dies gilt

tanz und Aufgeschlossenheit für Innovationen in

ebenso für die Erzeugung, Verteilung und die

der Gesamtbevölkerung, die ein Unternehmen

Nutzung elektrischer Energie. Technische Kom-

allein niemals erschaffen könnte.


Konsens als Wettbewerbsvorteil

men, die von der DKE auch auf europäischer und internationaler Ebene vertreten werden, er-

Bei der DKE sitzen alle an einem Tisch. Interes-

weitern den Spielraum der Unternehmen gewal-

sen von Verbrauchern und Anwendern werden

tig. Sie ermöglichen den Zugang zu einer größe-

ebenso vertreten wie die von Herstellern, Dienst-

ren Zahl von Lieferanten, denn die Kompatibilität

leistern, Lieferanten, aber auch Wissenschaft,

der Systeme wird erhöht und neue Kooperationen

Behörden und anderen staatlichen Organen. Un-

werden gefördert. Sie erleichtern und beschleuni-

ser Ziel dabei ist es, durch diesen Dialog der Ex-

gen das Erschließen neuer Märkte durch die Re-

perten allgemein anerkannte, marktorientierte und

duzierung von regionalen Handelshemmnissen

technisch aktuelle Regeln zu definieren.

und nationalstaatlicher Regelsetzung. Somit können sich Innovationen in kürzeren Zyklen welt-

Die DKE unterstützt diesen Prozess durch eine

weit durchsetzen und Investitionen in Forschung

effiziente Organisation, umfangreiche Dienst-

und Entwicklung amortisieren sich schneller.

leistungen und letztendlich durch die Festschreibung der Ergebnisse in verbindlichen Normen und Standards. Auch wenn manche Diskussionen mühsam sind – letztendlich zah-

Gesellschaftliche Verantwortung durch Staatsentlastung

len sie sich für alle Beteiligten aus. Die Verbraucher erhalten bessere und sicherere Produkte und die Unternehmen können das zusätzliche Wissen bei der Entwicklung und Optimierung berücksichtigen.

Dieser

Wissensvorsprung

zahlt sich nicht zuletzt als Wettbewerbsvorteil aus. Für jedes einzelne Unternehmen und für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Durch die aktive Mitarbeit in der Normung kommen die beteiligten Gruppen nicht nur ihren eigenen Interessen nach, sondern zeigen auch Bewusstsein für ihre gesellschaftliche Verantwortung. Denn durch die Selbstverwaltung wird der Staat entlastet und Steuerausgaben werden reduziert. Gesetzestexte können sich so auf technisch aktuelle und im Konsens entwickelte Normen beziehen, ohne dass der Staat diese selbst

Normung – Türöffner für den globalen Markt

aufwändig erarbeiten muss. All diese Faktoren zeigen, wie vielschichtig die Kraft der Normung wirkt. Eindrucksvoll zusammengefasst werden

Die Vorteile der Normung für die Wirtschaft ge-

kann der volkswirtschaftliche Nutzen der Nor-

hen aber noch weit über das im Dialog gewon-

mung für Deutschland nach einer Studie des

nene Wissen hinaus. Denn gemeinsame Nor-

DIN in einer Zahl: 16 Milliarden Euro jährlich.

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WIRTSCHAFTS-KRAFT STÄRKEN schen den verschiedenen Technik-

So moderiert sie die Entwicklung

disziplinen ebenso wie zwischen

allgemein akzeptierter elektrotech-

verschiedensten Interessengruppen

nischer Normen und Standards. Für

auf nationaler und internationaler

gesundes Wachstum und zügige

Eine Innovation kommt selten allein.

Ebene. So wird die Entwicklung von

Nutzbarmachung von Innovationen

Neue technologische Entwicklun-

Innovationen beschleunigt, die Im-

für alle Menschen.

gen sind oft ein Zusammenspiel von

plementierung erleichtert.

Kommunikation für Innovationen und Wachstum

vielen intelligenten und kreativen

Dialog. Kompetenz. Engagement.

Einzelideen, die erst im Ganzen ihre

Die DKE bietet die Plattform für Dis-

volle Wirkung entfalten können.

kussion, Konsensfindung und demo-

Normung fördert den Dialog zwi-

kratische Entscheidungsprozesse.


Gute Ideen sind in Deutschland keine Mangel-

in der Wirtschaft, der Politik und der Wissen-

ware. In allen Bereichen der Wirtschaft, der

schaft ein universales Netzwerk für den Sektor

Hochschulen und der Forschungseinrichtungen

Elektrotechnik. Hersteller, Handel, Verbraucher,

werden kontinuierlich herausragende Ideen zur

Handwerk, Dienstleister, Wissenschaft, techni-

Verbesserung von Produkten und Systemen,

sche Überwachung und der Staat definieren

für bedeutsame Basistechnologien und zur

den Stand der Technik und schreiben ihn unter

Optimierung unseres Lebensumfeldes ent-

Berücksichtigung neuester Erkenntnisse in

wickelt – von der Nanotechnologie bis zum

geeigneter Weise fest; mit dem notwendigen

Umweltschutz. Doch die Idee allein ist noch

Augenmaß für das sinnvoll Machbare. So

kein Garant für eine markt- und bedarfsge-

entwickelt die DKE mit jedem Arbeitsergebnis

rechte Produktrealisierung mit nachhaltigem

ein objektives und zeitgemäßes Abbild des

wirtschaftlichem Erfolg. Dazu bedarf es star-

Technikstandortes Deutschland. Dies dient

ker Partner und geeigneter Implementierungs-

allen beteiligten Kräften im Markt als Orientie-

strategien: Normung ist eine Strategie, die

rung und repräsentiert den aktuellen Stand der

Partnerschaften schafft und eine Marktein-

Diskussion nach außen. Als Schnittstelle zu

führung unterstützt. Die DKE bietet die ent-

allen Ebenen der internationalen und euro-

sprechende Plattform.

päischen elektrotechnischen Normung fördert die DKE diese Kommunikation.

DKE – Repräsentant des Technikstandortes Deutschland

Durch Kompetenz und Engagement der Technischen Experten und mit Unterstützung moderner elektronischer Werkzeuge gewährleistet die DKE

14

Die DKE ist die Plattform für alle interessierten

konsensorientierten Dialog mit der gemeinsamen

Kreise zur Bündelung und Stärkung der deut-

Zielsetzung: Informations- und Wissensaus-

schen Interessen in der elektrotechnischen Nor-

tausch beschleunigen und effizientes, profes-

mungsarbeit. Sie bietet den Marktteilnehmern

sionelles Normungsmanagement sicherstellen.


Plattform für Dialog und Konsens

Der

Informationstransfer

zwischen

unter-

Fortschreitende Virtualisierung des Normungs-

schiedlichsten Bereichen wird gefördert und

prozesses dient der Effizienzsteigerung und

zugleich durch Normung und Standardisie-

Erhöhung der Nutzerfreundlichkeit. So kann

rung die Basis für die hochqualitative Umset-

über das DIN-VDE-Entwurfsportal online zu

zung innovativer Ideen in marktorientierte Pro-

Norm-Entwürfen Stellung genommen oder

dukte geschaffen.

Änderungs- und Ergänzungsvorschläge eingereicht werden. Dies vereinfacht und beschleunigt den gesamten Ablauf sowohl auf Seiten

Optimale Rahmenbedingungen für effiziente Normung

des Kommentierenden wie auch innerhalb der zuständigen Gremien der DKE. Regelmäßige Informationen, z. B. über Newsletter, kontinu-

Der stetige Informations- und Wissensaustausch

ierlich erweiterte Wissensdatenbanken sowie

heterogener Partner auf der DKE-Plattform ist

maßgeschneiderte Schulungen und viele per-

die Basis für die erfolgreiche Migration neuer

sönliche Einzelgespräche runden das Leis-

Technologien und die Durchsetzung eigener In-

tungs- und Serviceangebot der DKE ab und

novationsstrategien.

unterstützen alle Beteiligten individuell mit dem Ziel eines effizienten Arbeitsprozesses.

Die Instrumente für effizientes Prozessmanagement, die die DKE bietet, sind vielfältig: Sie stellt den Technischen Experten die Kommunikationsplattform „DKE Elektronisches Komitee“ mit

Fach- und länderübergreifenden Dialog fördern

Funktionen wie Dokumenten- und Content-Management, Web-Portal und Web Conferencing

Der Diskurs im Sinne eines fruchtbaren und Wis-

für virtuelle Meetings ebenso zur Verfügung wie

sen vermittelnden Austausches ist eine Basis für

ihre Besprechungsräume mit WLAN-Internet-

die erfolgreiche Arbeit der DKE. Fachübergreifend

Access und modernen Präsentationsmedien.

zwischen Wissenschaft, Verbrauchern, Staat

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und Wirtschaft. Dies geschieht täglich in der

Überregulierung, sondern um die Entwicklung

Arbeit der Normungsgremien und in den Ar-

gemeinsamer Regeln, wo sie für die Beteiligten

beitskreisen der Standardisierung, aber auch in

sinnvoll erscheinen. Darum ist das in der DKE

größerem Rahmen, wie der jährlich stattfin-

abgestimmte Zusammenspiel aller Kräfte des

denden DKE-Tagung, bei der hochkarätige Re-

Marktes ein essenzieller Faktor, um erforder-

ferenten über neue Entwicklungen informieren

liche und sinnvolle Normungsziele zu ent-

und bei der darüber hinaus genügend Raum

wickeln, einengende technische Festlegungen

für den informellen Austausch geboten wird.

zu verhindern und eigene Innovationsstrategien zu verfolgen.

Durch die Mitarbeit in den europäischen und internationalen Gremien vertreten die deutschen

Transparenz und gemeinsame Werte ermögli-

Delegierten nicht nur deutsche Interessen,

chen so auch den Abbau staatlicher Regelset-

sondern verbessern auch die Kommunikation

zung durch eine effiziente und funktionierende

und das gegenseitige Verständnis über Länder-

Selbstverwaltung aller Kräfte der Wirtschaft.

grenzen hinweg.

Das Ergebnis sind Normen und Standards, die für alle Beteiligten einen Mehrwert bieten.

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Demokratie und Konsens als Grundwerte des Normungsprozesses

Vielfältige Interessen – einheitliche Ziele

Normung ist ein freiwilliger Prozess, mit dem

So unterschiedlich die Interessen der Beteilig-

demokratisch, offen und transparent ein Kon-

ten auch sein mögen; durch die Arbeit innerhalb

sens zwischen allen beteiligten Interessengrup-

der DKE verpflichten sie sich zur Verwirklichung

pen erreicht wird. Gerade in dieser Offenheit

der allgemeinen Ziele der DKE im Rahmen ihres

liegt seine Stärke – denn es geht nicht um

gesamtgesellschaftlichen Auftrages:


Plattform für Dialog und Konsens

❙ Sicherheit

❙ Qualität

Umfassende Sicherheit elektrotechnischer Pro-

Qualitativ hochwertige und aktuelle techni-

dukte und Anlagen sowie der damit verbun-

sche Regeln in einem konsistenten und breit

denen Dienstleistungen und im Arbeitsschutz

akzeptierten Normenwerk mit markt- und bedarfsorientierter Ausrichtung

❙ Kompatibilität

Systemkompatibilität von Produkten und Anlagen in vernetzten Systemen und Anwendungen

❙ Konformitätsbewertung

Weltweite Anerkennung von Konformitätsbewertungsergebnissen

❙ Marktorientierung

Beschleunigte Marktdurchdringung neuer Technologien durch Unterstützung der Informationsprozesse mittels Normen und Spezifikationen ❙ Konsensbildung

Zusammenführen des Wissens und der Interessen aller betroffenen Fachkreise sowie Konsensbildung auch in kontrovers diskutierten Sachfragen ❙ Interessenvertretung

Vertretung der deutschen Interessen bei der Weiterentwicklung der Internationalen und Europäischen Normen zum Abbau von Handelshemmnissen und zur weltweiten Öffnung der Märkte

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MEHR INNOVATIONSKRAFT Mit Kompetenz für Deutschland und seine starke Position im globalen Wettbewerb

Konkurrenten aus der ganzen Welt.

tenzzentrum für elektrotechnische

Normung stärkt die deutsche Wirt-

Normung. Als Partner des Staates,

schaft, sich diesen Herausforderun-

Dienstleister für die Wirtschaft und

gen zu stellen. Als Türöffner für

Anwalt der Verbraucher bietet sie

neue Märkte.

die Infrastruktur, Regeln für eine mo-

Jedes Unternehmen muss sich mit

Aber auch als Garant für deutsche,

entwickeln und Globalisierung aktiv

den Chancen und Risiken der inter-

europäische und globale Sicherheits-

und positiv mitzugestalten.

nationalen Märkte auseinanderset-

standards zum Wohl von Mensch

zen: durch weltweite Forschung

und Umwelt.

derne technisierte Welt effizient zu

und Entwicklung, ausländische Produktionsstandorte, Lieferanten und

Die DKE ist das deutsche Kompe-

Dialog. Kompetenz. Engagement.


Die DKE wurde 1970 vom DIN und VDE ge-

der DKE-Geschäftsstelle wird zu 95 Prozent

gründet. Damit ist sie ein Organ des DIN und

aus Erlösen durch den Normenverkauf (über

ein Geschäftsbereich ihres Trägers VDE. Die

VDE VERLAG und Beuth Verlag) finanziert.

Ergebnisse ihrer Arbeit werden als Bestandteil des Deutschen Normenwerkes und des VDE-Vorschriftenwerkes veröffentlicht.

Tor zur Welt – Schlüssel zu neuen Märkten

Für den Bereich der elektrotechnischen Normung ist die DKE in Deutschland die wichtigste

Durch die herausgehobene Position der DKE in

Instanz. Diese wird auch von staatlicher Seite

Deutschland hat sie auch den alleinigen Auftrag,

durch den „Normenvertrag“ von 1975 zwischen

die deutschen Interessen in der europäischen

der Bundesrepublik Deutschland und dem DIN

und internationalen Normungsarbeit zu vertre-

anerkannt. Somit gibt es nahezu keine Norm im

ten, sowie den Auftrag, diese Normen wiederum

Bereich der Elektrotechnik, die ohne Beteili-

in das deutsche Normenwerk zu integrieren.

gung der DKE festgeschrieben werden kann. Gerade im exportintensiven Wirtschaftsbereich Sowohl auf deutscher als auch im Besonderen

der Elektrotechnik ist es für Deutschland von

auf europäischer Ebene entlastet die Arbeit der

besonderem Interesse, innovationsfördernde

DKE den Staat, da dieser bei neuen gesetzli-

Regelungen nicht als nationale Alleingänge,

chen Regelungen auf entsprechende Normen

sondern länderübergreifend umzusetzen. Dieser

verweisen kann, statt die technischen Anfor-

Anforderung trägt die DKE durch die aktive Mit-

derungen selbst erarbeiten und spezifizieren

arbeit in den Normungsgremien der Internatio-

zu müssen.

nalen Elektrotechnischen Kommission (IEC) sowie der europäischen Normungsorganisatio-

20

Dabei arbeitet die DKE völlig autark von staatli-

nen (CENELEC und ETSI) Rechnung. Deutsche

chen Förderungen und Subventionen. Der Etat

Interessen werden somit in allen Bereichen ver-


Kompetenzzentrum für elektrotechnische Normung

treten, sowohl durch eine große Zahl entsand-

Die Einbindung von Experten für die jeweilige

ter Delegierter als auch durch die Besetzung

Thematik, ein klar definierter und bewährter

von Führungspositionen in internationalen Gre-

Prozessablauf und die Organisation der öffent-

mien und Arbeitsgruppen.

lichen Diskussion zur Konsensfindung garantieren aber bei jeder Dienstleistung der DKE

So kann die Kraft der Normung auch den fort-

ein qualitativ hochwertiges Ergebnis. Dies gilt

schreitenden Globalisierungsprozess sinnvoll

auch für neue Formen wie die VDE-Anwen-

mitgestalten, denn sie fungiert gleichermaßen

dungsregel, die gerade für Projekte in sehr

für die Unternehmer als Türöffner für neue Ab-

dynamischen Märkten eine adäquate, weil

satzmärkte, erleichtert die Zusammenarbeit

schnell zu realisierende Veröffentlichungsform

zwischen Lieferanten und Abnehmern aus aller

darstellt.

Welt und hebt dabei gleichzeitig die internationalen Sicherheitsstandards zum Vorteil von Verbrauchern und Umwelt an.

Qualität als Maßstab – auch für neue Dienstleistungen Normung ist Vielfalt ebenso wie die elektrotechnischen Produkte und Systeme. Diesen Anforderungen entsprechend verfügt die DKE über eine breite Palette an Lösungen: von informativen Technischen Berichten über Technische Spezifikationen bis zu konsensbasierten Sicherheitsnormen.

21


Vom Antrag zur Norm

chung eines gedruckten Norm-Entwurfes der Öffentlichkeit zur Stellungnahme vorgelegt. Die-

Die Entstehung einer Norm wird grundsätzlich

ser basiert dabei entweder auf einem Vorschlag

durch den Geschäftsgang für die Normungsar-

des Antragstellers oder wird mit ihm zusammen

beit (DIN 820-4) definiert, kann aber je nach Art

von einem Expertenkreis erarbeitet.

der Norm und Trägerorganisation im Detail abweichen. Deshalb wird der Prozess hier nur in

Die weit überwiegende Mehrzahl der Norm-

seinen Grundzügen erläutert:

Entwürfe resultiert aus Entwürfen zu Internationalen oder Europäischen Normen, die zur

1. Normungsantrag

Aufnahme ins Deutsche Normenwerk vorge-

Jeder kann das Einleiten von Normungsarbei-

schlagen werden. Die DKE sorgt für die norm-

ten beantragen. Der zuständige Normenaus-

gerechte redaktionelle Aufbereitung.

schuss – für den Bereich der Elektrotechnik ist dies die DKE – entscheidet über die Annahme

Im Falle elektrotechnischer Sicherheitsnor-

des Normungsantrages. Wird er angenommen,

men der DKE erfolgt die Kennzeichnung des

so wird der Arbeitstitel der vorgesehenen Nor-

Manuskriptes mit einer VDE-Klassifikation.

mungsaufgabe im DIN-Anzeiger für technische Regeln veröffentlicht. Gegen die Aufnahme

Vor Veröffentlichung des Norm-Entwurfs erfolgt

eines neuen Normungsvorhabens oder bei Ab-

eine Überprüfung und Freigabe durch eine ei-

lehnung eines Antrags stehen verschiedene

gens dafür zuständige Stelle im DIN.

Einspruchsmöglichkeiten zur Verfügung. 3. Öffentliches Einspruchsverfahren

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2. Bearbeitung von der Vorlage zum Norm-

Das Erscheinen eines Norm-Entwurfes wird im

Entwurf

DIN-Anzeiger für technische Regeln bekannt

Die vorgesehene Fassung einer Norm wird vor

gegeben. Norm-Entwürfe kann jedermann be-

ihrer endgültigen Festlegung durch Veröffentli-

ziehen und dazu innerhalb einer definierten Frist


Kompetenzzentrum für elektrotechnische Normung

Vorschläge, Stellungnahmen oder Einsprüche

Schlichtungs- und Schiedsverfahren zur Verfü-

einreichen und seine Position innerhalb der

gung, die nach demokratischen und in den Sat-

Gremien vertreten.

zungen definierten Regeln ablaufen. Soweit sich aus dem öffentlichen Einspruchs-

Alle Norm-Entwürfe werden im Auftrag des

verfahren wesentliche Änderungen gegenüber

DIN-Präsidiums

den

dem Norm-Entwurf ergeben, wird ein weiterer

Lenkungsgremien der DKE zur Prüfung zur

Norm-Entwurf veröffentlicht, um der Öffentlich-

Verfügung. Entwürfe zu elektrotechnischen

keit noch einmal Gelegenheit zur Stellung-

Normen mit VDE-Klassifikation stehen zu-

nahme zu geben.

geprüft

und

stehen

sätzlich dem Vorstand des VDE für die Bewertung zur Aufnahme in das VDE-Vorschriften-

4. Veröffentlichung einer Norm

werk zur Verfügung. Entscheidungen über

Liegen keine wesentlichen Änderungen ge-

endgültige Festlegungen für deutsche Nor-

genüber dem Norm-Entwurf vor, verabschie-

men oder Beiträge für die internationale oder

det das zuständige DKE-Arbeitsgremium das

europäische Normung werden grundsätzlich

Manuskript zur Veröffentlichung als Deutsche

im Konsens getroffen.

Norm. Der Veröffentlichung und einer dementsprechenden Aufnahme in das Deutsche

Die DKE vertritt die so gefundene deutsche

Normenwerk, ggf. auch in das VDE-Vorschrif-

Meinung zu den internationalen oder europäi-

tenwerk, gehen wiederum detailliert geregelte

schen Normungsarbeiten in den entsprechen-

Prüf- und Freigabeverfahren voraus, die den

den Gremien auf internationaler und europäi-

ordnungsgemäßen Ablauf beim Zustandekom-

scher Ebene.

men der Norm sicherstellen.

Ist eine Konsensbildung bei der Festlegung von Norminhalten im zuständigen Fachgremium nicht möglich, stehen dem Einsprechenden

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Energie tanken im Vorbeifahren ist ein Zukunftstraum. Die DKE arbeitet an seiner Realisierung

Weiterführende Konzepte stellen sogar das berührungslose Laden auch während der Fahrt in Aussicht – selbstverständlich mit einem vollelektronischen Abrechnungsvorgang.

Ein Zukunftsszenario, das neben Umweltschutz und Sicherheit auch viel Bequemlichkeit in der

Damit die Träume Realität werden, befasst sich

Handhabung verspricht: das berührungslose

der DKE/AK 353.0.1 „Berührungsloses Laden

Laden von Elektrofahrzeugen. Parkhäuser und

von Elektrofahrzeugen“ mit den grundlegenden

Parkplätze würden so zu Ladestationen, bei

Anforderungen an entsprechende Ladesysteme.

denen niemand aussteigen und mit Stecker

Eine VDE-Anwendungsregel, die die wesentli-

oder Steckdose hantieren müsste. Das Laden

chen Parameter wie z. B. Mindestwirkungsgrad,

der Fahrzeugbatterie geschieht vollautoma-

Frequenz(band) oder Positionierung der Spulen

tisch – kontaktlos über ein Induktionsspulen-

festlegt, ist in Planung.

paar, während man im Supermarkt einkauft, sich im Restaurant mit Spezialitäten verwöhnen lässt oder ein Konzert genießt. D. h., die Induktionsspule der Ladestation (Primärspule) befindet sich dabei zum Beispiel unter der

Brennstoffzellen. Die DKE begleitet deutsche Spitzentechnologie auf den Weltmarkt

Asphaltdecke im Boden und die des Elektrofahrzeugs (Sekundärspule) zwischen der Rad-

Brennstoffzellen erreichen laut Fachleuten schon

aufhängung. In der heimischen Garage bietet

bald die Produktionsreife als Versorgungseinhei-

sich als Primärspule bspw. ein Aufsatzmodul an,

ten für Laptops, Mobiltelefone und Camcorder.

das auf dem Garagenboden aufliegt und die La-

Damit öffnet sich mit diesen Produktbereichen

deenergie über die Hausversorgung bezieht.

auch ein gewaltiges Marktsegment.

Sobald das Fahrzeug oberhalb der Induktionsspule parkt, wird der Ladevorgang initiiert.

24

Auch in kleinen tragbaren Geräten für die mobile


Case Studies Highlights

Stromerzeugung werden Brennstoffzellen neue Maßstäbe setzen. Laptops können unabhängig vom Stromnetz viele Stunden laufen, leere

Dialyse rettet Leben. Die DKE macht das Verfahren für Patienten sicherer

Akkus im entscheidenden Moment gehören dann der Vergangenheit an.

Die Dialyse (Blutwäsche) ist für Tausende von Patienten mit chronischem Nierenversagen ein

Derzeit laufen in Deutschland Pilotprojekte

etabliertes Verfahren, welches das Leben weiter

für rund 150 Klein- und 15 Großanlagen mit

ermöglicht.

Brennstoffzellen zur Wärme- und Stromversorgung von Einfamilien- und Reihenhäusern, öf-

Zur Durchführung des Dialyseverfahrens ist ei-

fentlichen Gebäuden sowie Hotels und In-

ne geeignete Infrastruktur notwendig, um eine

dustriebetrieben. Deutsche Unternehmen sind

gleichbleibende Behandlungsqualität sicher-

in diesem High-Tech-Bereich Technologieführer

zustellen. Ebenso sind die Handhabung der Me-

und treiben die Kraft-Wärme-Kopplung „für den

dizinprodukte und die Kombination mit anderen

Hausgebrauch“ auf Basis der Brennstoffzelle

Komponenten von entscheidender Bedeutung.

voran.

In DIN VDE 0753-4 (VDE 0753-4):2009-05 ist der Prozess der Dialyse von der Aufnahme

Bei aller Technikbegeisterung wird jedoch häufig

des Patienten in dem Dialysezentrum bis

der entscheidende Anteil der Normung an der

zum Abschluss des Dialyseverfahrens be-

Erfolgsgeschichte dieser Spitzentechnologie

schrieben.

vergessen: Das Sekretariat des IEC/TC 105 „Fuel cell technologies“ liegt beim Deutschen

Diese Regeln sind das Ergebnis der übergrei-

Komitee, das sich bei der TC-Gründung im Jahr

fenden DKE-Arbeit über verschiedene Fach-

2000 gegen hochkarätige Bewerbungen mit

gruppen (Hersteller, Mediziner und Pflegeper-

Kompetenz durchsetzen konnte.

sonal) und der Anwendung verschiedener Sicherheitsnormen.

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Eine besondere Art der Gefährdung stellen zu-

strömungskraftwerke wandeln die Kräfte des

sätzliche elektrische Geräte (z. B. Heizkissen,

Meeres in elektrische Energie um. Das geschieht

Netzteile von Mobiltelefonen und Computern

durch Turbinen, die sich am Meeresboden oder

etc.) dar. Die Festlegung von Handlungsan-

auf Pfeilern unter der Wasseroberfläche befin-

weisungen für das Personal und zusätzliche

den. Die Strömung, die zwischen Ebbe und Flut

Schutzmaßnahmen (z. B. Verwendung eines be-

entsteht, treibt diese Turbinen an. Wellenkraft-

sonderen Potentialausgleichsanschlusses) er-

werke nutzen den potenziellen Anteil der ober-

höhen die Sicherheit des Patienten beträchtlich.

flächennahen Wellen in Form von Druckschwankungen unterhalb der Wasseroberfläche oder den kinetischen Anteil in Form der Orbitalbewe-

Mit Meeresenergieanlagen Ressourcen besser nutzen. Die DKE trägt zum Umweltschutz bei

gung der Wasserteilchen. Mit dem DKE/GK 385 „Meeresenergie-, Meeresströmungs-, Wellenund Gezeiten-Kraftwerke“ unterstützt die DKE aktiv diese aufstrebende Technologie und vertritt

Die Meere bedecken ungefähr zwei Drittel der

die deutschen Interessen beim ebenfalls neu

Erde. Aus Meeresenergie gewonnener Strom

gegründeten IEC-Komitee TC 114 „Marine

kann nach Expertenansicht in Zukunft etwa ein

energy – Wave and tidal energy converters“.

Drittel des globalen Strombedarfs decken. Unter Meeresenergie versteht man dabei alle Energieerzeugungsarten, die unmittelbar mit dem Seewasser zusammenhängen, im Wesentlichen: Wellenenergie, Strömungsenergie und Gezei-

Green Data Centres. Die DKE und CENELEC gestalten die Zukunft

tenkraftwerke. Ein „grünes“ Rechenzentrum zeichnet sich durch

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In Nordirland wird z. B. eine Pilotanlage mit

hohe Energieeffizienz und gleichzeitig möglichst

Meeresströmungsturbinen aufgebaut. Meeres-

geringe negative Beeinflussung der Umwelt aus.


Case Studies Highlights

Betreiber von Rechenzentren kennen die He-

nologie ermöglicht eine weitere Miniaturisierung

rausforderung: immer höhere Rechenleistungen

von Halbleiter- und Optoelektronik und erschließt

bereitstellen und gleichzeitig die Kosten der

neue Anwendungsfelder, beispielsweise in der

Energieversorgung bremsen. So betragen heute

Medizin- oder Fahrzeugtechnik. Für die Schnitt-

etwa die Energiekosten für einen Server wäh-

stellen bei der Anwendung, zur Festlegung von

rend seiner Lebensdauer ein Vielfaches seiner

Leistungs- und Sicherheitsanforderungen sowie

Anschaffungskosten. Die IT-Systeme und die er-

für die Durchdringung der globalen Märkte sind

forderliche Infrastruktur – wie Klimatisierung und

Normen und Standards unentbehrlich.

unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) – sind dabei für einen großen Teil des Energiever-

Das Bundesministerium für Wirtschaft und

brauchs verantwortlich. Der verstärkte Beitrag

Technologie (BMWi) unterstützt daher bereits

der europäischen Normung zum „grünen“ Re-

seit 2006 erfolgreich die DKE-Initiativen auf dem

chenzentrum ist daher Thema einer CENELEC-

Sektor Nanoelektronik. Mit der Gründung eines

Arbeitsgruppe unter deutscher Führung. Auf

DKE-Komitees und der Übernahme des Sekre-

Basis vorhandener Ergebnisse werden erforder-

tariats im IEC/TC 113 „Nanotechnology stan-

liche Normungsaktivitäten definiert.

dardization for electrical and electronic products and systems“ hat die DKE eine Führungsrolle innerhalb der Nanoelektronik-Standardisierung

Innovationsfeld Nanoelektronik. Die DKE und der Staat fördern den Wirtschaftsstandort Deutschland

besetzt. Diese ausgezeichnete strategische Po-

Durch exzellente Forschung und Entwicklung

Vor allem werden auch kleine und mittlere Un-

zählt Deutschland in der Nanotechnologie zu

ternehmen (KMU) in diese Entwicklung einbezo-

den führenden Industrienationen. Die Nanotech-

gen. Aus der Vergangenheit weiß man, dass

sition konnte durch die Leitung der Arbeitsgruppe WG 3 „Performance“ im IEC/TC 113 für Deutschland ausgebaut werden.

27


für solche Firmen die Mitarbeit in Normungs-

Zur Einhaltung der in Gesetzen und Gesetzes-

organisationen ein guter Weg ist, mit vergleichs-

vorlagen vorgegebenen Substanzverbote oder

weise geringem Aufwand früh Informationen

-beschränkungen und für die Ausstellung von

über technologische Trends zu erhalten. Es ist

Einhaltungsaussagen benötigt die Industrie ver-

daher ein erklärtes Ziel, den begonnenen Pro-

lässliche und global anerkannte einheitliche

zess der Einbindung deutscher Unternehmen

Prüfmethoden. Anderenfalls hat die Industrie

fortzusetzen und insbesondere auf KMUs aus-

keine aussagekräftige Gewissheit, dass Pro-

zudehnen.

dukte, die von nationalen Überwachungsbehörden oder nichtstaatlichen Organisationen (NGOs) verschiedener Länder geprüft werden,

Nachhaltigkeit in der Elektrotechnik. Die DKE engagiert sich für einheitliche Prüfverfahren

als konform angesehen werden.

Mit DIN EN 62321 (VDE 0042-1):2009-12 sind in zweieinhalbjähriger internationaler Ar-

28

Ein verstärktes Umweltbewusstsein hat weltweit

beit Prüfverfahren für die Verwendung von

zur Anpassung von Rechtsvorschriften geführt,

bestimmten Stoffen in elektrotechnischen Pro-

die Abfälle, Stoffe und Energieverbrauch von

dukten entwickelt worden, wie z. B. Blei,

elektrotechnischen Produkten betreffen. Dies

Quecksilber, Cadmium, bromierten Flammhem-

stellt somit an international agierende Hersteller

mern. Diese Verfahren sind in geltenden und

hohe Anforderungen – nicht nur auf techni-

künftigen regionalen Vorschriften geregelt und

schem Gebiet. Beispiele hierfür sind die Be-

können weltweit von Labors durchgeführt

schränkung gefährlicher Substanzen in der

werden. Die breite Akzeptanz auf politischer

Europäischen Union (RoHS) sowie Chinas Ma-

Ebene und auch in der Industrie und in Labors

nagementverfahren zum Schutz und zur Kon-

ermöglicht Sicherheit sowohl für die Umwelt

trolle der Verunreinigung hervorgerufen von

als auch Planungssicherheit für die Unter-

Produkten der Elektrotechnik (China RoHS).

nehmen.


Case Studies Highlights

Ambient Assisted Living. Die DKE macht Häuser smart

Der VDE beschäftigt sich seit den ersten Überlegungen zu „Smart Homes“ intensiv mit den verwendeten Technologien und leistet einen wich-

Vor mehr als 20 Jahren entstanden Bussysteme

tigen Beitrag zur Überwindung der Innovations-

für die Heimvernetzung. Die Initiative von Fir-

hürden. Schlüsseltechnologien (z. B. Bussys-

menkonsortien und eine enge Verknüpfung zur

teme, „Embedded Systems“) und unverzicht-

Normung und Standardisierung ermöglichte hier

bare Voraussetzungen (z. B. elektronische

frühzeitig ein Zusammenspiel von Produkten

Haushaltszähler) zur Heimvernetzung werden

vieler europäischer Hersteller an einem Busnetz.

ebenso bearbeitet wie wichtige Anwendungs-

In Muster- und Testhäusern wurden diese Sys-

szenarien (z. B. Telemonitoring für chronisch

teme erprobt und im Rahmen von „Smart

Kranke). In einer Kooperation mit dem Bundes-

Home“-Projekten weiterentwickelt. So werden

ministerium für Bildung und Forschung wurde

schon heute Rollläden und Jalousien zentral

die BMBF/VDE Innovationspartnerschaft AAL

ferngesteuert, Lichtszenarien geschaltet, wich-

gegründet, die sich vornehmlich mit Systemen

tige Haushaltsgeräte überwacht oder Häuser

und Geräten für ein durch Technik unterstütztes

per vernetzter Alarmanlage geschützt.

Leben beschäftigt.

Damit sind die Potenziale aber bei Weitem noch

Der DKE kommt dabei eine Schlüsselrolle zu,

nicht ausgeschöpft. Denn insbesondere durch

weil hier die Schnittstellenstandards erarbeitet

die verstärkte Nachfrage nach energieeffizienten

werden, die die Interoperabilität der Geräte und

und energiesparenden Immobilien, aber auch

Systeme sicherstellen. Denn das technisch

durch die demografische Entwicklung, erhält

Mögliche braucht Akzeptanz, um tauglich für

das Thema weiteren Schub. Ein weiterer Ein-

den Massenmarkt zu werden. Und dies gelingt

flussfaktor ist die hohe Verbreitung von Breit-

nur dann, wenn die neuen Systeme intuitiv be-

bandanschlüssen, Flatrate-Tarifen und WLAN

dienbar und interoperabel sind, d. h. der Anwen-

auch in privaten Haushalten.

der sie im Sinne von „Plug & Play“ nutzen kann.

29


GEMEINSAME ANTRIEBSKRAFT Engagement und Energie sind unser Antrieb

nehmen stellen Ressourcen be-

Interessen auf internationaler Ebene

reit, Technische Experten bringen

eine vernehmbare Stimme.

ihr Wissen ein und die Mitarbeiter Nur gemeinsam schafft man dauer-

der Geschäftsstelle organisieren

Jeder Einzelne trägt mit seinem En-

haft Höchstleistungen. Das wissen

die Prozesse effizient und unterstüt-

gagement bei der DKE zum Ge-

siegreiche Teamsportler genauso

zen mit umfangreichen Dienstleis-

samterfolg der elektrotechnischen

wie erfolgreiche Unternehmer oder

tungen.

Normung in der Vergangenheit und Zukunft bei.

Wissenschaftler und Forscher. Deshalb ist die über 40-jährige Erfolgs-

So wird jeden Tag gemeinsam um

geschichte der DKE auch nicht

das bessere Ergebnis gerungen.

vorstellbar ohne das Engagement

So wird der Staat auf beispiellose

vieler Beteiligter – aus ganz unter-

Weise durch Selbstorganisation

schiedlichen Motivationen. Unter-

entlastet. So bekommen deutsche

Dialog. Kompetenz. Engagement.


Ohne die Arbeit der Technischen Experten wäre

aber auch, wo Optimierungspotenziale und neue

die DKE nicht vorstellbar. Mit ihrer Expertise,

Herausforderungen liegen. Als Organisation, le-

ihrem Fachwissen und ihrer Erfahrung füllen sie

bendig und realitätsnah, erkennt die DKE jede

die tägliche Normungsarbeit mit Leben und

Anregung als Chance, zukünftig noch besser

garantieren Ergebnisse auf höchstem Qualitäts-

auf die Wünsche der Mitglieder und der Nor-

standard. Aber auch die Mitglieder des Len-

menanwender einzugehen und den gesamtge-

kungsausschusses und Technischen Beiräte,

sellschaftlichen Auftrag in sehr dynamischen

die deutschen Sekretäre in europäischen und

Zeiten weiterhin zu erfüllen.

internationalen Komitees sowie nicht zuletzt die Mitarbeiter der DKE-Geschäftsstelle im VDE-Haus tragen mit ihrem Engagement zu einem erfolgreich funktionierenden Gesamt-

Mitarbeit in der Normung als Chance

system bei. Normung und die damit verbundenen Vorteile Damit dies auch weiter so bleibt, engagiert sich

sind durch eigene Mitarbeit gestaltbar. Erfolg-

die DKE aktiv in der Nachwuchsförderung.

reiche Normen und Standards entstehen durch

Durch Ausbildungs- und Universitätsprogram-

die Kräfte des Marktes. Unternehmen, die sich

me wie der Initiative „Science to Standards“

aktiv an der Erarbeitung beteiligen, gewinnen

leistet sie Aufklärungsarbeit für das Thema

schon frühzeitig Kenntnisse von künftigen Ent-

„Normung“ insgesamt und lädt junge Men-

wicklungen. Sie sind damit in der Lage, recht-

schen dazu ein, sich bei der DKE einzubringen.

zeitig mit eigenen Strategien zu agieren. Die Chance zur Durchsetzung eigener Lösungen

32

Durch regelmäßige Umfragen unter den Exper-

auf internationaler Ebene ist nur durch aktive

ten und den Normenanwendern sowie in vielen

Mitarbeit im Normungsprozess gegeben. Wer

Einzelgesprächen bekommt die DKE die hohe

die Norm hat, hat den Markt. Dagegen ist ein

Zufriedenheit mit ihrer Arbeit bestätigt, sieht

späterer Zwang, proprietäre Lösungen zu ver-


Die DKE lebt vom Engagement aller Beteiligten

lassen und auf international akzeptierte Lösungen umzusteigen, ein unkalkulierbares Risiko.

❙ Unterstützung der Ziele der DKE als passi-

ves Förderer-Mitglied

Der Verlust von Marktanteilen und ein Neueinstieg mit erheblichen wirtschaftlichen Zuge-

Durch diese breite Palette der Mitwirkungsmög-

ständnissen können die Folge sein – dies gilt

lichkeiten bietet die DKE insbesondere auch

insbesondere für Techniksegmente mit kurzen

kleineren und mittelständischen Unternehmen

Innovationszyklen. Kurzum: Innovationsstrate-

eine attraktive Möglichkeit, sich mit überschau-

gie ist Normungsstrategie.

barem Aufwand einen Einblick in aktuelle technische Entwicklungen zu verschaffen und ei-

Dabei sind die Mitwirkungs- und Gestaltungs-

gene Interessen auch international vertreten

möglichkeiten im Normungsprozess der DKE

zu lassen. So können innovative Technologien

vielfältig, so dass sich jeder entsprechend sei-

gefördert, Partnerschaften aufgebaut und In-

ner Interessenlage und Ressourcen einbinden

vestitionen abgesichert werden.

kann, z. B. durch: ❙ Aktive Mitarbeit in den Gremien der DKE ❙ Kommentare und Stellungnahmen zu Norm-

Entwürfen der DKE oder internationalen Dokumenten ❙ Eigene Vorschläge für neue Normungspro-

jekte ❙ Mitarbeit in den Fachverbänden und techni-

schen Ausschüssen

33


Menschen bei der DKE

Auf den folgenden Seiten möchten wir Ihnen

schreibt Herr Dr. Kreß seine Motivation für die

beispielhaft einige Personen vorstellen, die

Arbeit in der Normung. Gemeinsam mit rund

mit ihrem Engagement zum Erfolg elektro-

80 Kollegen aus dem VDE-Institut bringt

technischer Normung und der DKE beitragen:

er seine Erfahrungen aus der Prüf- und Zertifizierungspraxis in die Normungsgremien der DKE ein und sorgt so für praxisnahe Prüf-

Dr.-Ing. Klaus Kreß

anforderungen.

Das VDE-Institut stellt mit Dr.-Ing. Klaus Kreß den neuen Vorsitzenden im Europäischen

Dipl.-Ing. Gundula Czyzewski

Zertifizierungsverfahren für Kabel und Leitungen (HAR). Er leitet die Zertifi-

Durch ihre Arbeit in der Entwicklungsabtei-

zierungsstelle des VDE-

lung Verfahrenstechnik bei der BSH Bosch

Instituts

ver-

und Siemens Hausgeräte GmbH kam Frau

antwortlich für die Zer-

Czyzewski vom ersten Projekt an mit Normen

tifizierung von Produkten

in Kontakt. Aus der Notwendigkeit, Normen zur

ist

Managementsyste-

Waschperformance anzu-

men. „Normung ist eine wesentliche Basis

wenden, entstand im Lau-

für die Produktprüfung und -zertifizierung

fe der Jahre der Wunsch,

und sichert damit die Vergleichbarkeit. Das

den Normungsprozess ak-

hilft den Verbrauchern durch ein Plus an

tiv mitzugestalten. Diese

Transparenz und Sicherheit, aber auch den

Chance nutzte sie durch

und

gesetzliche

Mitarbeit in internationalen Arbeitsgruppen der

Produktanforderungen häufig nur die Ziel-

IEC sowie auf deutscher und CENELEC-Ebene.

setzung definieren, erläutern Normen, wie

Heute leitet sie als Convenor die WG1 im

diese Ziele erreicht werden können“, be-

CLC/TC 59X: Performance of household and

Un ternehmen.

34

und

Denn

während


similar electrical appliances. Gerade die Zu-

für neuartige Lichtwellenleiter auf Kunststoff-

sammenarbeit mit Experten aus verschiedenen

basis (optische Polymerfasern, POF) spezifi-

Organisationen und Ländern fasziniert sie und

sche Prüfverfahren entwickelt – insbesondere

ist eine große Herausforderung – wie bspw. bei

im Hinblick auf Anwendungen im Auto-

einem internationalen Ringtest mit 28 teilneh-

motive-Bereich und in der industriellen Kom-

menden Labors weltweit, der unter ihrer Lei-

munikation. Da gerade diese Bereiche durch

tung erfolgreich organisiert wurde. So schwierig

internationale Produktionsketten geprägt sind,

der Prozess auch manchmal sein mag – ein er-

ist es von großer Bedeutung, dass diese

zielter Konsens zählt viel und schafft die Basis

neuartigen Lichtwellenleiter weltweit nach

für vertrauensvolle Zusammenarbeit. Und ein

vergleichbaren und harmonisierten Normen

gutes Ergebnis in Form einer global anwendba-

geprüft und charakterisiert werden. Hierfür

ren und qualitativ hochwertigen Norm erleich-

engagiert sich Prof. Daum seit vielen Jahren

tert jeden Tag die Arbeit in ihrem Unternehmen.

in der DKE und in den entsprechenden IECGremien.

Prof. Dr.-Ing. Werner Daum Dipl.-Ing. Peter Linnert Herr Dr. Daum ist Direktor und Professor an Materialfor-

Peter Linnert, bei Siemens „Corporate Stan-

schung und -prüfung und leitet die dortige

dardization & Regulation“ verantwortlich für

Fachgruppe „Mess- und

„Strategy and Regions“ und Sekretär des

Prüftechnik; Sensorik“. Die

IEC/TC 70 „Degrees of protection by en-

BAM

wissen-

closures“, hatte seinen ersten Kontakt zur

schaftlich-technische Be-

DKE vor über 20 Jahren

hörde des Bundesminis-

bei dem technisch he-

teriums für Wirtschaft und

rausfordernden

der

BAM

Bundesanstalt

für

ist

eine

Thema

Technologie (BMWi). Ihre Aufgaben bestehen

Elektromagnetische Ver-

in der Weiterentwicklung von Sicherheit und

träglichkeit

Zuverlässigkeit von Chemie und Material-

dieser Zeit hat sich die

technik, der physikalischen und chemischen

Normungsarbeit stark weiterentwickelt: Wur-

Prüfung von Stoffen, Produkten und Anlagen

den früher häufig technische Anforderungen

sowie in der Mitarbeit bei der Entwicklung

im Nachhinein festgeschrieben, ist Normung

gesetzlicher

Regelungen.

heute eine strategische Aufgabe auch für

Unter Federführung von Prof. Daum wurden

Unternehmen, denn so können sie die tech-

und

normativer

(EMV).

Seit

35


Menschen bei der DKE

nischen und wirtschaftlichen Marktzugangs-

sechs E-Energy-Projekte. „Die Energieversor-

bedingungen bereits im Vorfeld aktiv mit-

gung wird sich grundlegend wandeln, um er-

definieren. „Die Normung bietet Unterneh-

neuerbare

men die Möglichkeit, die Produkte und damit

größerem Maße zu integrieren – sie muss

die Märkte zu gestalten“, so bringt es Peter

‚smart‘ werden. Hierzu müssen wir dezentrale

Linnert auf den Punkt. Aber auch über die

Erzeuger und Verbraucher in die Regelung der

offensichtlichen Vorteile für die Unterneh-

Netze einbeziehen. Dies geht nur mit moderns-

men hinaus bietet die Arbeit in der internatio-

ter Informations- und Kommunikationstechnik.

nalen Normung eine Erweiterung des persön-

Verschiedenste Geräte, beispielsweise Biogas-

lichen Horizontes: „Neben Verhandlungsge-

anlagen und elektronische Zähler, müssen über

schick und Überzeugungskraft, gepaart mit

System- und Akteursgrenzen hinweg miteinan-

hoher Fach- und Methodenkompetenz, eröffnet

der kommunizieren und sich „abstimmen“. Sie

die Führung von internationalen Gremien die

müssen interoperabel sein,

Gelegenheit der interkulturellen Zusammenar-

damit wir Komplexität und

beit, die ein ganz anderes Verständnis für die

Kosten beherrschen kön-

verschiedenen Kulturen weckt. Das sind Er-

nen. Das erreichen wir nur

fahrungen, die in globalen Unternehmen, wie

mit Normen und Stan-

Siemens es ist, sehr wertvoll sind.“

dards, für die ich mich in

Energien

in

noch

wesentlich

der DKE und international bei der IEC einsetze“, erläutert Dr. Krause seine Motivation

Dr. Wolfram Krause

für die Arbeit in der DKE als Vorsitzender des DKE/AK 952.0.17 „Informationsmodelle und

36

Die E-Energy-Projekte entwickeln das Ener-

Kommunikation für dezentrale Energiever-

gieversorgungssystem von morgen. Dr. Krause,

sorgungssysteme“ und Experte in der IEC/

Mitarbeiter der EWE AG aus Oldenburg, ist Ge-

TC 57/WG 17: Power systems management

samtprojektleiter von „eTelligence“, einem der

and associated information exchange.


Dipl.-Ök. Mariana Bode

Unterstützung des Zusammenspiels zwischen Normung und Innovation.

Frau Bode ist als Referentin im Referat für „Normung, Patentpolitik, Erfinderförderung“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) zuständig für normungspolitische Fragestellungen. „Als Quereinsteigerin in der Normung bin ich jeden Tag vom Facettenreichtum und den Berührungspunkten der Normung mit unterschiedlichsten Politikberei-

Dipl.-Ing. Hans-Peter Steimel Herr Steimel ist Referent im Fachbereich Elektrotechnik bei der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM). Bereits seit über 10 Jahren bringt er sowohl sein elektrotechnisches Fachwissen

chen fasziniert. Normung ist ein wichtiger

als auch seine Kennt-

Bestandteil der Wirtschafts-, Innovations-,

nisse rund um den be-

Technologie- und Mittelstandspolitik. Unsere

trieblichen Arbeitsschutz

deutschen Unternehmen werden im globalen

in den DKE-Gremien – und

Wettbewerb gestärkt, da

auch in europäische Nor-

Normung

allgemeingül-

mungsgremien – ein. Das

tige Anforderungen fest-

Zusammenwirken von Normung und den

legt und Handelshemm-

berufsgenossenschaftlichen Erfahrungen aus

nisse abbaut. Normung

Prävention und Unfallgeschehen trägt somit

för dert

frühzeitige

auch zu mehr Arbeitssicherheit bei. Arbeit-

Marktdurchdringung von Innovationen. Sie

nehmer wie Unternehmer können sich darauf

trägt dazu bei, dass Deutschland zu den

verlassen, dass „normierte“ Arbeitsprozesse

führenden Nationen bei zukunftsträchtigen

nicht nur optimiert, sondern auch sicher sind.

Technologien gehört. Dabei ist es wichtig,

Durch die europäische Normung wird es

dass Normung in Selbstverwaltung der Wirt-

grenzüberschreitend tätigen Unternehmen au-

schaft unter Einbeziehung aller interessierten

ßerdem erleichtert, ein standortübergreifen-

Kreise inkl. KMU und Verbraucher geschieht.“

des einheitliches Arbeitsschutzkonzept ein-

In enger Zusammenarbeit mit den Fachgremien

zuführen.

der DKE treibt Frau Bode zukunftsträchtige

linien führen auch zu weniger Unfällen. Das

Normungsthemen im Bereich Elektrotechnik

damit verbundene hohe Schutzniveau wirkt

voran, vertritt öffentliche und normungspo-

sich ebenfalls wirtschaftlich positiv aus, so

litische Interessen in Lenkungsgremien und

dass der Realisierung gleichzeitig die nötigen

initiiert gezielte Förderprogramme, z. B. zur

finanziellen Mittel zur Verfügung stehen können.

die

Einheitliche

Unternehmensricht-

37


Facts & Figures

DKE – aktiv im internationalen Umfeld Erfolgreiche Normungsarbeit ist in einer globalen Welt auch nur im Kontext einer weltweiten Normung erreichbar. Die Grafik zeigt die grundsätzlichen Aktivitäten der DKE auf europäischer und internationaler Ebene.

Normen-Anwender / interessierte Kreise

Normungsarbeit national

3.500 Technische Experten* in 130 Komitees und 160 Unterkomitees DK-CENELEC**

DK-IEC**

German NSO**

Normungsarbeit international / europäisch

* Zusätzlich arbeiten Technische Experten in etwa 300 DKE-Arbeitskreisen ** DK-IEC: Deutsches Komitee der IEC / DK-CENELEC: Deutsches Komitee des CENELEC / German NSO: für Deutschland zuständige Nationale Normungsorganisation des ETSI

38


DKE – Organisation der Normungsarbeit

Fachbereich 1 Allgemeine Elektrotechnik, Werkstoffe der Elektrotechnik, Umweltschutz

Die DKE ist das deutsche Kompetenzzentrum für Normung und Standardisierung in den Bereichen Elektrotechnik, Elektro nik und Informationstechnik. Der VDE Verband der

Fachbereich 2 Allgemeine Sicherheit; Planen, Errichten und Betreiben von Energieversorgungsanlagen

Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik

Fachbereich 3

e. V. ist der juristische Träger seines Ge-

Betriebsmittel der Energietechnik

schäftsbereichs DKE. Fachbereich 4 Die DKE ist zugleich Organ des DIN Deutsches

Betriebsmittel der Stromversorgung,

Institut für Normung e. V., ihre Arbeitsergebnis-

Nachrichtenkabel

se sind damit ein integraler Teil des Deutschen Normenwerks. Ihre elektrotechnischen Sicher-

Fachbereich 5

heitsnormen bilden als VDE-Bestimmungen

Geräte für Haushalt und ähnliche Zwecke,

gleichzeitig das VDE-Vorschriftenwerk.

Installationstechnik

Über 3.500 Technische Experten leisten die Facharbeit der elektrotechnischen Normung in den DKE-Arbeitsgremien, die – den zuge-

Fachbereich 6 Bauelemente und Bauteile der Nachrichtentechnik und Elektronik

hörigen Techniksegmenten entsprechend – in

Fachbereich 7

neun Fachbereichen der DKE-Geschäftsstelle

Nachrichten- und Informationstechnik,

strukturiert sind und von den DKE-Referenten

Telekommunikationstechnik

betreut werden. Die Fachbereiche werden im Vorfeld frühzeitig durch den Bereich Standar-

Fachbereich 8

disierung unterstützt, der dazu beiträgt, die

Medizintechnik, Elektroakustik, Ultraschall, Laser

spätere Normungsarbeit vorzubereiten. Fachbereich 9 Leittechnik Bereich Standardisierung Fachbereichsübergreifende Themen: Innovationen, Förderprojekte, Standardisierungsaktivitäten

39


DKE – unsere Vergangenheit, eine Erfolgsgeschichte mit Zukunft

1920 Einrichtung der zentralen VDE-Prüfstelle mit der Aufgabe, elektrotechnische Produkte auf Über-

1893

einstimmung mit den bestehenden VDE-Bestim-

21. und 22. Januar: Gründungskonferenz des

mungen zu überprüfen.

VDE (Grün dungs name „Verband Deutscher Elektrotechniker“) in Berlin mit 37 Delegierten

Es folgt die erste gesetzlich geschützte Eintra-

der „Elektrotechnischen Vereine“ in Deutsch-

gung des „VDE-Zeichens“.

land. 1924 1895

Gründung des Beuth Verlags zum Vertrieb der

23. November: In Eisenach werden die ersten

DIN-Normen.

deutschen „Sicherheitsvorschriften für elektrische Starkstromanlagen“ verabschiedet – heute

1926

bekannt als die Reihe der Normen DIN VDE 0100,

Namensänderung des DIN in „Deutscher Nor-

eine der grundlegenden VDE-Bestimmungen.

menausschuss (DNA)“.

1906

1928

Unter Mitwirkung des VDE wird in London die

Gründung des ETZ-Verlags (seit 1947 VDE

„Internationale Elektrotechnische Kommission

VERLAG GMBH). Heute Vertrieb von Normen

(I.E.C.)“ gegründet; ihr schließen sich Organisa-

und Entwürfen, insbesondere der VDE-Sicher-

tionen aus 24 Staaten an.

heitsbestimmungen, und von elektrotechnischen Fachpublikationen.

1917

40

22. Dezember: Gründung des DIN als „Normen-

1935

ausschuss der Deutschen Industrie (NADI)“.

Das Energiewirtschaftsgesetz wird verkündet:


History

In der Durch führungsverordnung zu diesem

malige Anwendung des Prinzips der Verweisung

Gesetz erhalten die VDE-Bestim mungen den

auf harmonisierte Normen in EG-Richtlinien.

Status von „anerkannten Regeln der Technik“. März: Gründung des „CENELEC Europäisches 1952

Komitee für elektrotechnische Normung“ in

Der VDE arbeitet nach Neugründung nach dem

Brüssel durch Zusammenfassung der Aktivitä-

Zweiten Weltkrieg wieder in vollem Umfang in

ten von CENELCOM und CENEL.

den internationalen Organisationen mit. Juni: Die DKE richtet die IEC-Jahrestagung in 1970

München aus.

13. Oktober: DIN (zu dieser Zeit noch DNA) und VDE gründen die DKE (Gründungsname „Deut-

September: Verkürzung des Namens der DKE

sche Elektrotechnische Kommission – Fachnor-

in „Deutsche Elektrotechnische Kommission im

menausschuss Elektrotechnik im DNA gemein-

DNA und VDE (DKE)“.

sam mit dem Vorschriftenausschuss des VDE“), die am 1. Januar 1971 ihre Arbeit aufnimmt –

1975

die elektrotechnische Normung wird damit erst-

Mai: Umbenennung des DNA in „DIN Deutsches

mals an einer Stelle in Deutschland gebündelt.

Institut für Normung e. V.“. Es folgt die entspre-

Als Deutsches Komitee vertritt die DKE die

chende Namensänderung der DKE in „Deutsche

deutschen Interessen in den internationalen und

Elektrotechnische Kommission im DIN und VDE

europäischen Nor mungsorganisationen (IEC,

(DKE)“.

CEE, CENEL und CENELCOM). 5. Juni: Unterzeichnung des „Normenvertrages“ 1973

zwischen der Bundesrepublik Deutschland und

Februar: Veröffentlichung der EG-Richtlinie

dem DIN. In diesem Zusammenhang werden

73/23/EWG „Niederspannungsrichtlinie“, erst-

wichtige Regelungen getroffen, z. B.:

41


❙ das DIN wird als zuständige Normungsor-

„Informa tionsverfahren“.

Normungsvorhaben

ganisation in Deutschland und Berlin (West)

werden zentral erfasst mit dem Ziel, die europäi-

anerkannt,

sche Harmonisierung technischer Normen und Vorschriften zu stärken und zu beschleunigen.

❙ die DKE ist Mitglied in den Normenorga-

nisationen IEC, CENELEC und CEE,

1985 Mai: EG-Ratsbeschluss „Neue Konzeption“.

❙ der VDE hat die DKE mit der Ausarbeitung

EG-Richtlinien geben Schutzziele vor, die durch

der elektrotechnischen Sicherheitsvorschrif-

harmonisierte Europäische Normen (EN), auf die

ten beauftragt.

der Gesetzgeber verweist, zu konkretisieren sind. Mit dieser Richtlinie wird das in Deutsch-

August: Das Wirtschaftsministerium notifiziert

land bereits bestehende Prinzip der Zusammen-

die DKE als die Stelle, die für die praktische

arbeit zwischen Regierung und Normenorga-

Durchführung der „Niederspannungsrichtlinie“

nisation übernommen. Ziel ist es, die Verwirk-

der EG die erforderlichen harmonisierten Nor-

lichung des Binnenmarktes zu beschleunigen.

men in der Bundesrepublik Deutschland festlegt und bekannt gibt.

1986 Februar: Verabschiedung der „Einheitlichen Eu-

42

1979

ropäischen Akte“ durch die EG. Mit der „Ver-

April: Herausgabe der Unfallverhütungsvor-

pflichtungserklärung zur Vollendung des Binnen-

schriften VGB 4 „Elektrische Anlagen und Be-

marktes bis 1992“ werden hohe Anforderungen

triebsmittel“. Die Durchführungsanweisungen

an die Normungsorganisationen zur Beseitigung

verweisen auf etwa 600 DIN-VDE-Normen.

technischer Handelshemmnisse gestellt.

1983

Oktober: Die DKE richtet die 50. IEC-Jahresta-

März: Veröffentlichung der EG-Richtlinie 83/189

gung in Berlin (West) aus. Aufgrund des schwie-


History

rigen politischen Umfeldes wird dies als ein be-

der Normungsarbeit. Die Ver öffentlichung und

sonderer Erfolg gewertet.

die gemeinsame, zeitnahe Annahme von Normen (Parallelverfahren) soll marktgerecht voran-

1988

getrieben werden.

März: Gründung des Europäischen Instituts für Telekommunikationsnormen (ETSI) mit dem Ziel,

1993

ein harmonisiertes Normenwerk im Bereich der

Einführung des Vertriebes aller DIN-VDE-Nor-

Telekommunikationstechnik zu schaffen.

men auf CD-ROM. Richtungsweisender Einstieg der DKE in den elektronischen Vertrieb.

Mai: Einführung des „Vilamoura-Verfahrens“ des CENELEC, über das die Mitglieder Informa-

Januar: Unterzeichnung des ETSI/DKE-Memo-

tionen zu geplanten Nor mungsvorhaben der

randum of Understanding. Die bestehende Zu-

CENELEC-Mitglieder erhalten und über deren

sammenarbeit ist vertraglich geregelt.

Durchführung und die eigene Teilnahme entscheiden können.

1995 November: „100 Jahre VDE 0100“. 100. Jahres-

1990

tag der Verabschiedung der ersten deutschen

Oktober: DIN einschließlich DKE werden zustän-

elektrotechnischen Sicher heitsvorschriften in

dig für die Normung auch im Gebiet der ehema-

Eisenach.

ligen DDR. Das dortige Amt für Standardisierung, Messwesen und Warenprüfung stellt

Jubiläum: 75 Jahre VDE Prüf- und Zertifizie-

seine Arbeit ein und empfiehlt die Anwendung

rungsinstitut.

der DIN-Normen. 1996 November: Verabschiedung des CENELEC/IEC-

September: Die DKE richtet die 60. IEC-Jah-

Kooperationsabkommens zur Beschleunigung

restagung in Dresden aus. Das Kooperations-

43


abkommen zwischen IEC und CENELEC wird

2005

neu gestaltet und als „Dresden Agreement“

April: Das VDE-Vorschriftenwerk ist mit sei-

bekannt.

nen Normen und Norm-Entwürfen auf einer DVD integriert und elektronisch untereinander

2000

verlinkt.

Juli: Endbericht des Forschungsprojektes über den „Gesamtwirtschaftlichen Nutzen der Nor-

2006

mung“: Der volkswirtschaftliche Nutzen der

September: Die DKE richtet in Berlin die 70.

Normung für Deutschland beträgt über 16

IEC-Generalversammlung und gleichzeitig die

Milliarden Euro jährlich.

Veranstaltung zum 100-jährigen Bestehen der IEC aus. Dies ist ein besonderer Ausdruck des

2001

weltweit hohen Ansehens der DKE als Deut-

Juni: Neuer Name für die DKE entsprechend

sches Komitee der IEC.

den veränderten Arbeitsgebieten „DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE“.

2007 Juni: Auf der gemeinsamen Jahresversammlung der europäischen Normungsorganisa-

44

2004

tionen CEN und CENELEC in Lemesos auf

Dezember: Die „Deutsche Normungsstrategie“

Zypern haben die Generalversammlungen von

(DNS) wird veröffentlicht: Vertreter aller an der

CENELEC am 26. Juni und von CEN am 28.

Normung interessierten Kreise in Deutschland

Juni 2007 einen gemeinsamen Beschluss für ein

haben fünf strategische Ziele vereinbart, damit

europäisches Normungssystem gefasst, das

die deutsche Normung den Herausforderungen

offen, flexibel, dynamisch und in der Lage ist,

der Globalisierung, der Technikkonvergenz so-

den Herausforderungen zukünftiger Techno-

wie der wachsenden Dynamik ihres Umfeldes

logien in einer zunehmend globalen Welt zu

entgegentreten kann.

begegnen.


History

2008

2010

Mai: Die DKE gründet den Bereich Standardi-

März: Entsprechend der Konzeption der deut-

sierung, um die übergeordneten Projekte aus

schen Normungsstrategie als lebendes Doku-

Forschung und Entwicklung in ihre Arbeit zu

ment und kontinuierlich weiterzuentwickelnde

integrieren. Mit den neu geschaffenen VDE-

Handlungsaufforderung an die interessierten

Anwendungsregeln steht hierfür eine schnelle

Kreise stellt „Die Deutsche Normungsstrategie

Veröffentlichungsart auch als Bestandteil des

aktuell“ eine Bündelung aktuell im Brennpunkt

VDE-Vorschriftenwerks zur Verfügung.

stehender Themen unter der Vision und den fünf Zielen der strategischen Ausrichtung der deut-

2009

schen Normungsarbeit dar.

März: Die DKE ruft die INTEC-Initiative ins Leben zur Stärkung und zum Ausbau der bilateralen Beziehungen zu den Normungsorganisationen der BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) und Korea. Hauptziel der Initiative ist die Stärkung und Unterstützung des internationalen Normungssystems und die verstärkte Einbindung der Zielländer in konkrete Kooperationsprojekte auf technischer Ebene.

August: Über ein neues Internetportal beim VDE VERLAG erhalten Normanwender vollständigen Zugriff zur Kommentierung auf NormEntwürfe der DKE und haben neue Möglichkeiten, online zu Norm-Entwürfen der DKE Stellung zu nehmen.

45


Impressum

Impressum

Konzeption & Realisierung: Eisenhut Rütten GmbH Kommunikationsagentur, Neu-Isenburg

Druck: Offsetdruck Ockel GmbH, Kriftel

Abbildungen: Titel, Seite 8, 12, 18, 30 – Lutwin Johannes, Frankfurt

46


Herausgeber VDE VERBAND DER ELEKTROTECHNIK ELEKTRONIK INFORMATIONSTECHNIK e.V. als Tr채ger der DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE Stresemannallee 15 (VDE-Haus) 60596 Frankfurt am Main Telefon: +49 69 6308-0 Telefax: +49 69 6308-9863 E-Mail: dke@vde.com Internet: www.dke.de

DKE Imagbroschüre 2010  

DIEKRAFT Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE

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