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zum Titelthema

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Ins Herz des Geldes Vielleicht dachte sich damals der lydische König Krösus nicht viel dabei, als er das erste Münzgeld prägen ließ. Er hatte es womöglich satt, Werkzeuge gegen Ochsen oder Ziegen einzutauschen. Der schlaue Staatsmann musste etwas erfinden, was den Austausch von Gütern erleichtert. Er erschuf mit Geld ein Tauschmittel, das den Gegenwert einer Ware bestimmte. Viel mehr steckt hinter dem Mysterium Geld nicht. König Krösus hätte damals nicht einmal in seinen kühnsten Träumen daran gedacht, dass mit der Zeit so viel Wirbel um das Geld entstehen würde. Wer hätte damals geahnt, als das Geld noch frisch auf die Welt kam, dass ein Tauschmittel eines Tages so sehr unser Denken und Fühlen beeinflussen könnte? Es ist unglaublich, was Menschen alles für Geld tun und unterlassen. Sie setzen ihre Gesundheit, Freunde und Freiheit auf Spiel. Andere plagen sich mit Sorgen, Ängsten, Habgier und Neid. Und das alles für Geld. Auch Religionen gaben ihre Meinung zum Geld ab. Ihre Anleitungen wollten eine Orientierung geben, wie der Mensch seine Finanzen und seinen Besitz regeln soll. Die Gläubiger lauschten den Predigern, die mit erhobenem Zeigefinger vor der Gefahr des Geldes warnten. Als ob der Teufel seine Finger im Spiel hätte. Und der Mensch verstand sich als Opfer des Geldes, das alles Leid und Übel verursache. Was aber Kirche, Staat und andere Geldexperten bislang nicht geschafft haben, ist eindeutig: Methoden und Wissen zu vermitteln, die den Menschen helfen, eine ausgewogene Einstellung zu Geld und Besitz zu haben. Die Wenigsten sind nämlich im Reinen mit ihren Finanzen. Nicht sehr viele Menschen können von sich behaupten, eine gesunde Beziehung zum Geld zu haben. Und wer kann schon seine finanzieleinfach JA 10-11/2017

len Ziele frei von Stress und Sorgen verwirklichen? Nun haben aber Menschen mit einer neurotischen Beziehung zum Geld die heutigen Geld- und Finanzsysteme errichtet. Sie sind desolat, fehlerhaft und ausbeuterisch. Der Crash an den Börsen, die hohe Verschuldung vieler Staaten sowie Einzelpersonen und die Krisen der Banken bestätigen nur, was ein Laie auf den ersten Blick sofort sehen müsste: Etwas passt da gewaltig nicht. Kurz gesagt: Die Finanz- und Geldsysteme sind krank, weil sie von neurotischen Menschen geschaffen wurden. Diese Systeme halten uns nur den Spiegel vor. Für viele ist Geld und Geldverdienen mit Stress und Unsicherheit verbunden. Das ist auch ein Grund, warum so viel manipuliert, gehortet, hinterzogen, geschuftet und gelitten wird. Das Geldund Wirtschaftssystem kann sich nur dann zum Besseren wandeln, wenn jeder Einzelne von uns seine Beziehung zum Geld grundlegend verändert. Aber eigentlich geschieht gerade etwas anderes. Wir suchen stattdessen einen Sündenbock. Und der erste, der ins Auge sticht, ist das Geld selbst. Für viele Menschen ist Geld schuld daran, dass sie ihre Träume nicht leben können und von Sorgen geplagt sind. Außerdem kämpfen sie mit anderen Emotionen: Existenzängsten, Süchten, Machtgelüsten, Habgier, Neid und Erschöpfung. Zusammengefasst ist für die meisten Menschen Geld und Besitz mit Stress verbunden. Emotional am Schlimmsten hat es jene erwischt, die zu wenig oder zu viel davon haben. Aber auch der Mittelstand kämpft um den Erhalt seiner finanziellen Gesundheit. Es ist daher einigen nicht übel zu nehmen, dass sie sich mit Geld nicht näher befassen wollen. Um es sich erträglich zu machen, entscheiden sich junge Menschen für eine gute Ausbildung und einen sichereren Gehaltsscheck. Die Pensionierung ist für ein paar Alteingesessene immer noch der Höhepunkt ihrer Karriere. Doch diese Sicherheit hat ihren Preis. Wir versäumen es, unsere beruflichen sowie geistigen Potenziale voll und ganz zu entwickeln und – vor allem – unser finanzielles Potenzial zu entfalten.

Foto: © 123rf.com - zakokor

Das Herz des Geldes

Oktober/November 2017 „Geld-Wert-Würde“  

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