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Titelthema

Die Zukunft kreieren – aus dem Herzen heraus ein Interview mit Didi Sudesh Wie können wir uns auf unsere eigene innewohnende Kraft zurückzubesinnen und Hoffnung für die Zukunft schöpfen? Wie gelingt ein Leben, das wir durch die Orientierung an spirituellen Gesetzen als gut und erfüllend erfahren? Wie gelingt ein harmonisches Miteinander? Diese Fragen stehen für Didi Sudesh schon seit ihrer Kindheit im Mittelpunkt. Sie wuchs in Indien in einer spirituellen Familie auf, erzogen im Geist der alten indischen Schriften. Ihre Motivation und das Gefühl, mehr tun zu wollen, als etwas auf der äußeren Ebene zu verändern, brachte sie 1957 in Kontakt mit der spirituellen Universität Brahma Kumaris (BKWSU). Sie folgte ihrer inneren Inspiration und erkannte, dass es ihre Aufgabe ist, der Menschheit als „spirituelle Sozialarbeiterin“ zu dienen, seit 1996 auch in Deutschland, wo sie jetzt lebt. Gundula Zeitz unterhielt sich mit ihr über das Thema dieser Ausgabe „Herzausrichtung auf die Welt von morgen“ und fasst hier Didi Sudeshs Einsichten zusammen: Die Welt durchläuft momentan eine kritische Phase. Und die Frage steht im Raum: Was wird passieren? Wenn wir auf unsere Körper schauen, die materielle Seite des Lebens, so gibt es keine Sicherheit, in keinem Bereich. Ob Gesundheit, Beziehungen, Umwelt, Politik, Religion, Gesellschaftssystem – es scheint, als ob die Maschinerie, die zusammen arbeiten muss, auseinanderfällt.

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Was ist der Grund dafür, dass wir unsere innere Stärke und Kraft verlieren – Tag für Tag – statt neue Energie zu gewinnen? Wir bemühen uns, alles immer besser zu machen, wir machen große Anstrengungen, verbrauchen viel Energie, Zeit und Geld … – und trotz allem gibt es keine Zufriedenheit. Was fehlt noch? Viele Leute sind wirklich aufrichtig und sie wollen ihre Zeit, Energie und ihr Geld nicht umsonst ausgeben. Natürlich gibt es auch diejenigen, die nur konsumieren möchten und erst später erkennen, dass Sie ihr Geld und ihre Energie auf sinnvolle Weise hätten nutzen sollen, um etwas zu verbessern, um den (inneren) Wert zu erhöhen. Trotz ehrlich gemeinter Anstrengung der meisten bleibt das Ergebnis, dass wir Tag für Tag Wert(e) verlieren. einfach JA 12/2017-01/2018

Zum einen ist es dies eine Frage von Erwartungen: Je mehr Erwartungen wir haben, desto mehr Enttäuschungen gibt es, die uns Energie nehmen. Außerdem kann sich jemand noch so bemühen und alles an Zeit, Energie usw. investieren – wenn die Zusammenarbeit mit anderen fehlt, wird er nicht weit kommen und Unzufriedenheit und Frustration machen sich breit. Und dann gibt es noch die Zweifel an uns selbst und daran, ob das, was wir tun, sich wirklich lohnt oder nicht, usw. Mit solchen Zweifeln richten wir unsere Energie in negativer Weise gegen uns selbst, gegen unser Projekt, statt sie in positiver Weise zu nutzen, um etwas aufzubauen – innerlich oder äußerlich. Wir können uns unser Leben so vorstellen wie einen Garten, den wir mit Blütenduft erfüllen möchten. Der Gärtner, der einen neuen Garten anlegen will, ist abhängig vom Boden, vom Wetter und vielen anderen Einflüssen. Wenn er dies berücksichtigt, damit kooperiert, wird er die passenden Pflanzen finden. Die Schönheit liegt in der Vielfalt, Unterschiede je nach den vorhandenen Gegebenheiten sind nicht das Problem. Wenn der Gärtner im Einklang mit allen Einflüssen arbeitet, werden sich die Pflanzen gut entwickeln können, ansonsten wird er schnell frustriert sein. Das gute Gedeihen ist eine Frage von Fürsorge, von Wert, d.h. wie man etwas macht, und von „die Arbeit tun“. Auch harte Arbeit wird es immer geben, aber Druck ist nicht dabei nötig. Heutzutage arbeiten die Leute hart, aber mit einer Menge Druck, mit viel Anspannung. Wird die Arbeit härter, steigt der Druck, die Energie wird aufgebraucht, aber was wir wollen, geschieht nicht. Harte Arbeit wird harte Arbeit bleiben, aber wenn dies mit dem Herz geschieht, fließt die Energie von Liebe hinein. Und alles, was mit Liebe gemacht wird, bedeutet Fürsorge, Pflege. Was ist die Energie des Herzen? Viele werden als Antwort ein Herzchen malen, das Symbol benutzen. Aber was bedeutet das wirklich im täglichen Leben? Wir sagen oft: „Ich liebe die, ich liebe das. Ich liebe mein Auto. Ich liebe eine Tasse Kaffee, ich mag Sonnenschein …“ Aber was ist, wenn die Sonne nicht scheint, sondern es regnet? Und wenn das Auto alt wird und ständig etwas kaputt gehen kann? Wie steht es dann um die Liebe? In unserer Sprache haben wir Liebe zu etwas Temporärem gemacht. Aber Liebe ist ewig. Liebe ist der Wert, der für ewig hält. >>> weiterlesen auf Seite 52

Dezember 17/Januar 2018 "Herzausrichtung auf die Welt von morgen  
Dezember 17/Januar 2018 "Herzausrichtung auf die Welt von morgen  

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