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zum Titelthema

(Selbst-) Heilung – was bedeutet das für mich?

(Selbst-) Heilung, was für ein weitreichender und fundamentaler Begriff. Beim Schreiben zu diesem Thema wurde mir schnell klar, dass der Platz für diesen Artikel nur für einige Aspekte reicht, die ich gern anführen möchte. Natürlich ohne Gültigkeit auf absolute Wahrheit oder Vollständigkeit und gefärbt durch die Brille meiner Sicht auf oder in die Welt. • Erich Fromm beschreibt und erkannte das Leben als immanenten Prozess. Diese Sichtweise gefällt mir, da sie Entfaltung und Entwicklung auf lange Sicht für machbar darstellt. Ich selbst oder mein Selbst und Ich sind quasi ein Team, wenn man die Möglichkeit der Verwechslung von Ego und Ich mit einräumt. Mein Leben empfinde ich seit relativ kurzer Zeit immer mehr als Chance, mir wohl gesonnen, mich liebend und unterstützend. Relativ kurz, weil ich noch Wunden und Überzeugungen in mir trug, die mich das Leben oder eher Überleben als Kampf erfahren ließen; aufreibend, anstrengend, ungerecht. Ich wollte das Gute, habe das Schlechte bekämpft und habe es damit in mir mehr genährt und gestärkt. Paradox, nicht wahr?

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• Meine Heilung begann anders. Ich würde es „nichtbewusster spiritueller Grundkurs mit schmerzlichen Erfahrungen nennen“, den ich so garantiert „da oben“ nicht bestellt hatte. Dachte ich zumindest. Was ich nicht wusste, ist, dass ich mit meiner Entscheidung zum Heilsein und dem Anspruch darauf für mich alles losgetreten habe, einfach JA 04-05/2018

was dem in mir entgegensteht. Wenn es da nichts gegeben hätte, wäre ich heil und glücklich gewesen. Hinzu kam, dass ich in meinem jugendlichen Leichtsinn und mit Begeisterung bereit war, alles dafür zu geben oder aufzugeben. Heute bin ich mir darüber bewusst(er). Der „Grund-Kurs“ ging ziemlich lange. Es gab einiges, was aus dem Weg geräumt, gesehen, angenommen und geheilt werden wollte, um wieder bewusster handlungsfähig zu sein. Da wir in einer bi-polaren Welt leben, in der die Abwesenheit von Liebe (Angst, …) genauso erfahrbar und erlebbar ist wie das Paradies auf Erden und wir ernten, was wir säen, garantiert die schmerzliche Erfahrung den Lerneffekt, ist quasi ein Weckruf oder eine Erinnerung, an den uns eigentlich natürlichen Zustand von Liebe, Freude und Freiheit. Das Geschenk der Vergebung und die Gnade des Himmels sind als „Werkzeuge“ der Liebe wirksame Hilfen. Eine Bitte und meine Bereitschaft genügen. • In dem Wort Selbstheilung steckt so viel drin! Vor allem eines, was so konkret und isoliert auch erstmal Angst machen kann: Macht. Herrschaft. Dinge zu entscheiden, zu beschließen für mein Leben, Einfluss zu nehmen, etwas tun oder machen zu können. Rauszugehen aus der Opfer- oder Abhängigkeitsrolle. Eigene Entscheidungen zu treffen, mich selbst wieder zu autorisieren. Damit einhergehend steht natürlich die Verantwortung, vor allem Selbst-Verantwortung.

April/Mai 2018 ….....…. Unsere göttliche Natur im Alltag leben - was bedeutet das ganz praktisch?  
April/Mai 2018 ….....…. Unsere göttliche Natur im Alltag leben - was bedeutet das ganz praktisch?  
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