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Global Marshall Plan Hochschulgruppe Karlsruhe

Karlsruher Ökosoziale Hochschultage 2012 13. und 14. Juni am KIT-Campus Liebe Interessenten, hier findet ihr nähere Informationen zu den Programmpunkten der Karlsruher Ökosozialen Hochschultage am 13. und 14. Juni. Wir freuen uns auf euch!

Mi. 13. Juni 2012 ➀

11:30 - 13:30 Uhr: Begrüßung und Einführung Engesser HS/HS 93, Geb. 10.81 an der Lokomotive  

Alles beginnt mit demokratischen Wahlen - Tom Høyem, Wahlbeobachter der OECD, dän. Minister a.D. Ethik in der Politik - Erste Bürgermeisterin von Karlsruhe Margret Mergen

Tom Høyem arbeitete von 1982 bis 1987 als dänischer Grönlandminister und war auch für die OECD in verschiedensten Ländern als Wahlbeobachter tätig. Heute ist er unter anderem Präsident der Europäischen Schule Karlsruhe. Bereits beim Hochschultag für Ökosoziale Marktwirtschaft und Nachhaltigkeit des vergangenen Jahres hat er uns mit seiner Rede zur Verletzbarkeit unseres Planeten sehr gerührt. Dieses Mal berichtet er von seinen spannenden Einsätzen und den Herausforderungen als Wahlbeobachter. Margret Mergen ist seit Dezember 2006 Bürgermeisterin der Stadt Karlsruhe, seit 2009 ist sie Erste Bürgermeisterin und dabei unter anderem für Wirtschaft und Wirtschaftsförderung verantwortlich. Zuvor war sie bereits im Jahr 2000 zur Ersten Bürgermeisterin von Heilbronn gewählt worden. In unserer Einführungsveranstaltung gibt sie kritische Ansichten zu ethischen Fragestellungen und den Verhaltensweisen in der heutigen Politik wieder - wie sieht es mit Korruption aus, welche Motive bewegen Politiker zu bestimmten Entscheidungen und wozu dient der Ethikrat? ➁

14:00 - 16:00 Uhr: Workshop “you can’t eat a maybe – wie sich Studentenleben und bewusster Konsum vereinbaren lassen” mit KonsumGlobal KreaLab (R. 812), Geb. 10.23

Wer schiebt nicht gerne den Studentengeldbeutel vor, um an allen Ecken zu sparen? „Alles andere kommt später, wenn ich erstmal viel Geld verdiene,“ lautet die verbreitete Ansicht. Natürlich denken wir als Rationalisten und maximieren unseren Nutzen. Nur handeln wir wirklich rational oder bloß bequem? Dass Bio wirklich teuer ist und alleine auch nicht die Welt rettet, hat die Gesellschaft inzwischen gemerkt. Trotzdem können wir uns Gedanken über unser Konsumverhalten machen. Deshalb laden wir euch herzlich zu unserem Workshop „ you can’t eat a maybe“ ein.


Global Marshall Plan Hochschulgruppe Karlsruhe

Wir werden gemeinsam versuchen, die richtigen Fragen zum Thema „Kritischer Konsum“ zu stellen, und allerlei nützliche Tipps zur Umsetzung bereitstellen: den Geldbeutel zu schonen, sich vernünftig anzuziehen und trotzdem als würdiger Akademiker aufzutreten, der nicht nur optimal zu produzieren sondern auch zu konsumieren weiß. ➂

14:00 - 17:00 Uhr: Workshop “Energiewende im Großformat? – Ethische Betrachtungsweise energetischer Großprojekte” mit kine e.V. Anmeldung über kine-Seite (www.kine-ev.de) Sprachenzentrum Raum 005, Geb. 50.20

Die Energiewende ist in aller Munde und mit ihr die damit verbundenen Projekte. Die Energie der Zukunft soll über neue Stromtrassen sowohl von riesigen Windparks vor der Küste als auch von Solarkraftwerken in der Wüste kommen. kine möchte mit den Workshopteilnehmern am Beispiel DESERTEC untersuchen, wie nachhaltig solche energetischen Großprojekte sowohl aus ökologischer, ökonomischer als auch sozialer Sicht sind. Der Workshop beginnt mit einem kurzen Vortrag als Einführung in das Thema. Danach finden sich die Teilnehmer in kleineren Gruppen zusammen. In einem Planspiel sollen verschiedene Sichtweisen dieses Großprojektes erarbeitet werden, um sie am Ende der Veranstaltung kurz den anderen Teilnehmern zu präsentieren.

14:00 - 17:00 Uhr: Workshop ʺDer Wald im Spannungsfeld zwischen Biodiversität und Biomasseʺ mit Bergwaldprojekt AVG Raum -109, Geb. 50.41

Das Bergwaldprojekt ist ein Verein, der sich den Schutz, die Erhaltung und die Pflege des Waldes, insbesondere des Bergwaldes, und der Kulturlandschaft zur Aufgabe gemacht hat. Zu diesem Zweck organisieren die Mitglieder freiwillige ökologische Arbeitseinsätze im Wald. Die Teilnehmer leisten einen aktiven Beitrag zum Wald-, Klimaund Artenschutz und erleben bei den Arbeiten das Ökosystem Wald mit allen Sinnen. In diesem Workshop erhaltet ihr einen Einblick in die spannenden Arbeitseinsätze, welche die Situation des Waldes an konkreten Projektstandorten immer weiter verbessern. ➄

17:45 - 19:00 Uhr: Unternehmensbesteuerung - Prof. Dr. Clemens Fuest Audimax

Clemens Fuest ist seit 2008 Professor für Unternehmensbesteuerung an der Universität Oxford, Forschungsdirektor des dortigen Centre for Business Taxation und geschäftsführender Direktor des Finanzwissenschaftlichen Forschungsinstituts an der Universität zu Köln sowie Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates beim Bundesministerium der Finanzen. Am 1. März 2013 wird er Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).


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19:00 - 20:30 Uhr: Entwicklungszusammenarbeit - no charity but fairness Podiumsdiskussion Tulla-HS, Geb. 11.40 

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In der Podiumsdiskussion wird die Fragestellung in den Fokus gerückt, was die beste Antwort auf die Disparitäten und Interdependenzen im Nord/Süd-Konflikt darstellt: Entwicklungshilfe im Sinne von Hilfszahlungen oder Entwicklungszusammenarbeit als “Hilfe zur Selbsthilfe” oder vielleicht ein ganz anderes Modell? In diesem Rahmen werden die Millenniumsentwicklungsziele, welche bis 2015 erreicht sein sollen, im Hinblick auf den Grad ihrer Umsetzung evaluiert. Der Diskussionsleiter Dr. Stefan Fuchs, Lehrbeauftragter für Journalismus an der Universität Karlsruhe und freier Journalist des SWR, hat die Zuhörer bei unserem letzten Event bereits mit seiner Eloquenz begeistert. Er selbst leitet Workshops zu "Moderation und Gesprächsführung", sodass er einen hervorragenden Moderator darstellt. An der Diskussion nehmen teil: o o o

1. Henri Depe Tchatchu, Herausgeber und Redaktionsleitung des Netzwerks "maooni" über Afrika und Afrikaner in Deutschland 2. Dr. Rolf Steltemeier, Pressesprecher des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 3. Kurt Gerhardt, Mitbegründer des Bonner Aufrufs, das der derzeitigen Form der Entwicklungshilfe kritisch mit einem Gegenmodell antwortet

Do. 14. Juni 2012 ➀

11:30 - 13:00 Uhr: Ethik - Grundlage der Ökosozialen Marktwirtschaft? Prof. Dr. Dr. Franz-Josef Radermacher, Mitglied des Club of Rome Engesser HS/HS 93, Geb. 10.81 an der Lokomotive

Franz-Josef Radermacher ist einer der größten Verfechter der Ökosozialen Marktwirtschaft. Als Mitglied des Club of Rome und der Global Marshall Plan Initiative setzt er sich für eine gerechtere Globalisierung, eine “Welt in Balance”, ein. Inwiefern ein ethisches Grundverständnis in der Bevölkerung als Basis für die Ökosoziale Marktwirtschaft dient, verdeutlicht er in unserem Vortrag. ➁

14:00 - 15:30 Uhr: Workshop ʺDie Solarkrise als Chance – Hightech-Gründung aus der Hochschuleʺ mit PionierGarage und dem Gründer Jan-Philipp Mai KreaLab (Raum 821), Geb. 10.23

"Im Osten geht die Sonne unter" : Im Zuge der Solarkrise in Europa stellt sich die Frage, inwieweit der Wirtschaftsstandort Deutschland durch neue innovative Ansätze in der Produktion auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben kann. Der Workshop "Solarkrise als Chance; Hightech-Gründung aus der Hochschule" versucht im Gespräch mit dem studentischen Unternehmensgründer Jan-Philipp Mai diesem Themenkomplex etwas näher zu kommen und dabei konkret auf dessen Idee zur energieeffizienten Herstellung von Silicium einzugehen.


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14:00 - 17:00 Uhr: Workshop “Waffenhandel - ein Bombengeschäft” mit Amnesty International Sprachenzentrum Raum 005, Geb. 50.20 Jährlich sterben über 500.000 Menschen durch Waffen. Unzählige mehr werden bedroht, gefoltert und misshandelt. Diese Menschenrechtsverletzungen, indirekt unterstützt durch Waffen exportierende Staaten, müssen aufhören, fordert die Organisation Amnesty International. ➂

Angesichts der aktuellen Verhandlungen zum Vertragstext des Waffenhandelsabkommens der Vereinten Nationen, der noch im Juni verabschiedet wird, veranstaltet die Karlsruher Hochschulgruppe Amnesty International ihren Workshop “Waffenhandel - ein Bombengeschäft” .

15:45 - 17:15 Uhr: Nachhaltigkeit und der neoliberale Zeitgeist – Dr. Stefan Fuchs, freier Journalist und Radioreferent am KIT Festsaal im Studentenhaus, Geb. 1.12 Nachhaltigkeitsdiskurse zwischen Wachstumslogik und Natur-Nostalgie

Die dunkle Kehrseite der Domestizierung der ersten, ursprünglichen Natur durch technologische Fortschritte beschäftigt die Menschen seit der Antike. Jede Instrumentalisierung des Natürlichen für gesellschaftliche Zwecke erzeugt unvorhersehbare Nebenwirkungen, die den zivilisatorischen Fortschritt prinzipiell in Frage stellen. Der Verdacht, dass Fortschritte der Naturbeherrschung unter Umständen nur ein Nullsummenspiel darstellen und das Leben auch in der zweiten, der gesellschaftlich geprägten Natur von unkontrollierbaren Kräften beherrscht wird, erreicht am Ende des industriellen 19. Jahrhunderts einen ersten Höhepunkt. Nach der Höllenfahrt zweier Weltkriege und einer Phase blinder Technikgläubigkeit gerät die Fortschrittsideologie in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts endgültig in einen Erklärungsnotstand. Die düsteren Zukunftsszenarien des Club of Rome und die Warnungen des Berichts einer UN-Kommission eröffnen die bis heute andauernde Auseinandersetzung um „nachhaltige“ Formen des technischen Fortschritts und ökonomischen Wachstums. „Sustainability“, „Durabilité“ und „Nachhaltigkeit“ werden zu Kernbegriffen einer grünen Bewegung, die das gesamte Parteienspektrum in den entwickelten Volkswirtschaften erfasst.


Global Marshall Plan Hochschulgruppe Karlsruhe

17:30 - 19:00 Uhr: Was ist gerechte Verteilung? - Prof. Dr. Clemens Puppe, Institut für Wirtschaftstheorie und Statistik Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften Festsaal im Studentenhaus, Geb. 1.12

“Gerecht ist, wenn alles gleich verteilt ist,” eine einleuchtende Grundvorstellung auf der unser gemeinschaftliches Leben beruht. Doch ist es nicht auch gerecht, wenn mehr Mühe belohnt wird? Und was ist mit Menschen, die in ihren Fähigkeiten eingeschränkt sind? Was ist dann noch gerecht und wer entscheidet darüber? Dieser Vortrag kreist zentral um den Begriff der „sozialen Gerechtigkeit”, die auch als Verteilungsgerechtigkeit bezeichnet wird. Dabei nimmt uns Prof. Dr. Puppe mit auf eine Reise in die verschiedenen philosophischen und ökonomischen Denkschulen. Angefangen beim Utilitarismus über die Rawls’sche Theorie der Gerechtigkeit bis hin zu John Roemers Theorie von Chancengleichheit werden die grundlegenden Prinzipien vorgestellt und kritisch beleuchtet. ➅

19:15 - 20:45 Uhr: Klimaschutz und Nahrung für alle - ist das möglich? – Dr. André Presse Festsaal im Studentenhaus, Geb. 1.12

Klimaschutzziele einhalten, aber auch für Klimagerechtigkeit sorgen. Globaler Zugriff auf Ressourcen überwachen und auch dafür sorgen, dass jeder seinen Nahrungsmittelbedarf decken kann. Wie kann ein ordnungspolitischer Rahmen aussehen, der das erfüllt und gleichzeitig fair und ethisch verantwortbar ist? Herr Presse hat den Ansatz der Emissionsrechtezuteilung pro Kopf untersucht und stellt seine Ergebnisse vor.

ab 20 Uhr Ethik-Schlonz im AKK

Nachhaltigkeit. Eine neumodische Wortschöpfung, die nicht viel mehr ist als eine Marketingstrategie? Ganz und gar nicht! Der Begriff wurde in der Forstwirtschaft des 18. Jahrhunderts geprägt und meint, dass nur so viele Bäume gefällt werden dürfen, wie auch wieder nachwachsen. Weil das im Grunde ganz logisch ist und man das Prinzip auf alle Bereiche unseres Alltags ausweiten kann, liegt uns von der Global Marshall Plan Hochschulgruppe eben diese oft in ihrer Tragweite unterschätzte Nachhaltigkeit besonders am Herzen. Zum Abschluss unserer Hochschultage „Ökosoziale Marktwirtschaft und Nachhaltigkeit - Eine Frage der Ethik?” am 13. und 14. Juni laden wir euch ein, gemeinsam mit uns über Rechte und Pflichten zu diskutieren, die das Leben in unserer Demokratie mit sich bringen - Freiheit oder Verantwortung? Wenn ihr also gerne diskutiert, eure Ideen und Gedanken austauschen möchtet oder einfach mehr über die Projekte unserer Hochschulgruppe erfahren wollt, dann kommt doch einfach vorbei!


Global Marshall Plan Hochschulgruppe Karlsruhe

Special am Sa., 16. Juni 2012 12 Uhr:

KonsumKritischer Stadtrundgang mit KonsumGlobal

Treffpunkt vor Naturkundmuseum am Ettlinger Tor, Erbprinzenstr. 11 KonsumGlobal, ein Team junger engagierter Leute, führt Stadtführungen zum Thema "Nachhaltiger Konsum" und "Globalisierung" durch. Hier schaut ihr nicht nur hinter die Kulissen der großen Werbekampagnen, sondern sucht auch gemeinsam nach Alternativen, wie wir unseren Lebensweg gestalten, um eine nachhaltigere Gesellschaft zu ermöglichen.


Karlsruher Ökosoziale Hochschultage: Programmbeschreibung